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25. Dezember 2020

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Jefraud. Jemand. (AHS)

Nun habe ich fast ein Jahr gut durchgehalten mit meinem täglichen Blog.

Der Weihnachtsbaum leuchtet in der Kirche zu meinem Spiel. Draußen Regen.

Heute habe ich einen sehr schönen Segensspruch bekommen. Dankbar für alle Geschenke. 

Abends habe ich noch spät im Keller an einer alten, elektronischen Orgel geübt. Was man nicht alles tut, wenn man noch üben will und muss.

Was ich sehr mag, ist, in diesen Flow zu kommen, wenn eine noch nicht fertige Passage immer sichtbarer wird, wenn sich die Wolken lichten, wenn es anfängt, zu schimmern. 

Dass in dieser Zeit Gottesdienste ausfallen, ist traurig. Auf der anderen Seite: Viele Kirchen haben ungläubige oder heidnische Kirchenmusiker. Ein Studium der Kirchenmusik bedeutet leider nicht Erkenntnis und Rettung, im Gegenteil. Viele Leute kommen schlimmer raus, als sie reingegangen sind. 

Sehr empfehlen kann ich Ken Follet Code to Zero auf Englisch. 

an der wunderschönen Schnitger-Orgel Alkmaar, Holland, erscheint Herbst 2021

audite Künstlerin Ann-Helena Schlüter

Vielen Dank an Pieter van Dijk

  • Bach Choräle Heiliger Geist F-Dur und G-Dur BWV 651 und 652
  • Bach Passacaglia und Fuge c-Moll
  • Piece d’Orgue Fantasie G-Dur
  • Bach Toccata und Fuge d-Moll
  • Bach Trio-Sonate d-Moll
  • eigene Werke Heiliger Geist
  • Soli Deo Gloria

Orgel-CDs bei audite, Klavier-CDs bei hänssler Classic

Fortsetzungs-CD: B-A-C-H von Liszt, Reger, Schlüter

4. Dezember 2020

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Misserfolg ist nicht das Gegenteil von Erfolg, sondern ein wichtiger Teil von Erfolg.

Bei mir hat noch kein Schokoladenadventskalender bis zum Schluss ausgehalten. Alle andern schon, also die mit Bildern und Geschenken drin, die ich mag – aber Schokolade – wenn ich einen Adventskalender vor dem 1.12. erhalte, schafft er es nicht mal bis zum 1.12. Oft habe ich Adventsschokoladenkalender an einem Tag aufgegessen. Irgendwie verfehlen diese Kalender bei mir ihren Sinn. 

Weihnachtsplätzchen mampfend schreibe ich heute den Mitternachtsblog. 

Manchmal achte ich bei meiner Hauptwerkorgel nicht auf die Registrierung, Pieter meinte einmal, es würde klingen, als wäre er beim Zahnarzt.

Und das bis nach Holland. Danke, Zoom. 

Mendelssohns vierte Sonate ist in vielem schwerer als Liszt, besonders der erste und vierte Satz. Ich liebe den Pianissimo-Satz (den dritten). Den Subbass 16 nie allein ziehen, immer mit einem leisen 8-Fuß dazu, einen Violonbass zum Beispiel. Der erste Satz mit seinen brillanten Sechzehnteln in non legato… Früher, als man noch nicht verstand, dass Mendelssohn Frühromantik ist mit einer sehr starken Bindung an die Klassik und auch an Bach, hat man alles legato gespielt.

Aber der Virtuose Mendelssohn ist sehr artikuliert und klar zu spielen. Schon in den ersten Takten der Sonate muss man diese Norm der Klarheit und Virtuosität setzen. Das ist das, was es schwer macht, vor allem, weil die Manuale gekoppelt sind. Es darf nie schlaff klingen. Dazu kommen die Stimmkreuzungen, für die man (ohne Fingerwechsel) hervorragende Fingersätze braucht und Konzentration. Es ist in vieler Hinsicht Positionsspiel.

Zudem spielen die hohen Tempi eine wichtige Rolle. Mendelssohns hohe Allegro-Tempi haben ihn schnell bekannt gemacht. Aus 80 wurde 100. 100 ist also der Mittelpunkt der Welle. Zur Artikulation spielen ebenfalls die gedruckten Akzentbögen hinein, die völlig anders gestaltet sind, als es Bach jemals gemacht hätte. Hier kommt ein neuer Stil zu Wort. Dann die legato-Pedallinien, die Akkorde, die weich abzunehmen sind, und die Punktierungen, die ganz klar und rhythmisch sind (zweites Thema). 

Da wir an der Orgel kein forte und piano haben (eigentlich erschreckend, dieser Gedanke), drückt Mendelssohn Dynamik ganz anders aus: In seinem kernigen, dunklen, samtweichen Sound brillieren die Sechzehntel mit Armgewicht, während er Stimmen an- und abbaut, was man mit den Händen und entsprechenden Pausen gut gestalten muss. Es erhebt sich eine Stimme – und verschwindet wieder in der Welle. 

Erstaunlich ist die Personenbezogenheit von Leuten. Wenn jemand zum Beispiel eine anonymisierte Aufnahme hört, findet er diese gut. Wenn er den Namen dazu weiß, plötzlich nicht mehr. Manche sind so arme Mitläufer, dass sie meinen, einem anderen zu gefallen, wenn sie schlecht reden. Das Machogehabe ist auch in der semiprofessionellen und nichtprofessionellen Kirchenmusikszene verankert. Es sind die kleinen Schwätzer, die Nobodies, die Lagerarbeiter, die Nichtstudierten, die für die dicken Fische die Drecksarbeit der Verleumdung betreiben und am Galgen enden. Aber auch dicke Fische machen Fehler.  

Anbei mein musikalischer Adventskalender für euch: 

Neu: Oboenkonzert für die Orgel in Stade bei Hamburg:

 

http://www.bach-festival.de

21.03.2020 12.00 Uhr in der Johann-Sebastian-Bach-Kirche
Mittagsmusik auf der Wender-Orgel und Steinmeyer-Orgel, Werke von Bach, Bruhns und Buxtehude. 21.03.2020 17.00 Uhr in Bachs Traukirche in Dornheim. Bachprogramm auf der Gerhardt-Orgel (aus Bach Kunst der Fuge und Wohltemperierten Klavier I)

Erklärungen zum WTK I und zur Kunst der Fuge 
Aus dem WTK I :

Präludien und Fugen C-Dur, D-Dur, e- Moll, g-Moll, h-Moll 

Aus der Kunst der Fuge:

Contrapunctus I bis VII 
Vier Kanons
Contrapunctus XIV

Improvisation zu B-A-C-H

25. Oktober 2019

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Link-Orgel in Giengen an der Brenz: ein Geheimnis

In meiner noch frischen und kurzen Organistinnenkarriere habe ich schon viel, viel mehr Orgeln kennengelernt und gespielt als die meisten langjährigen Organisten.

Ein Klangschätzchen und wunderschön ist die pneumatische, spätromantische Orgel, Kegellade ohne Druckpunkt wie Lenter-Orgeln, in Giengen an der Brenz, eine Gebrüder Link-Orgel. Sie ist perfekt für Reger, Schumann, Mozart, aber auch Liszt, manchen Bach (Trio-Sonaten, WTK). Schöne Streicher (Stentorgambe), Zungen (Tuba Mirabilis, Vox Humana…) und Flöten (Stentorflöte und Gedackte…).

Aber für Buxtehude, Muffat etc.  müsste man sie schon “querlesen”.

Ihre Flöten und Gedeckte sind wunderschön, sie besitzt eine Stentorgambe und eine Stentorflöte (Vorlage für moderne Orgeln heute)Diese sind auf die Saalorgel (Klais) in Würzburg übernommen und nachgebaut worden (natürlich sind sie nicht “unter Druck” wie bei der schönen Klaisorgel der Elbphilharmonie), genauso wie einige Flöten der Maihinger Barockorgel. So ist die Saalorgel in Würzburg eigentlich eine Bossert-Orgel, eine Klais-Bossert-Orgel, was an sich schon ein Wunder der Zusammenarbeit ist (durch Andreas Saage). So ist die Würzburger Saalorgel etwas ganz Besonderes. Sie wurde gleichzeitig mit der Klaisorgel in Hamburg intoniert. Andreas Saage lenkt vieles sicher in neue, schöne Bahnen.

Ich liebe die Pulsation alter Orgeln, ihre Brüchigkeit, ihre Süffigkeit, und die der alten Komponisten. Sie transportieren und zelebrieren eine Passio durch ihre Brüchigkeit des Klanges. Diese Passio drückt künstlerisch aus, dass wir jeden Tag an der verlorenen Spur leiden, in jeglicher Hinsicht.

Die Fassade der Link-Orgel spiegelt die Holzhey-Orgel in Neresheim wider. Ihr Spieltisch ist rosa, blau und gelb und hat etwas von einem Walcker-Schmuckkästchen. Ich mag das Pneumatische dieser süddeutschen Orgel und das “Blökende” der Vox Humana (Psalm 23). Sind wir nicht Schafe, die einen Retter brauchen? Das Verzögerte macht Repetitionen nicht leicht. Aber Slow Release, langsames Hochheben und dynamisches Spiel (Decrescendo und Crescendo im Anschlag) macht schwingendes Spiel möglich. Egal, welche Lade, ich bemühe mich immer, sanft direkt am Druckpunkt zu spielen.

Eine weitere Link-Orgel wurde von sogenannten Orgelsachverständigen leider schon zerstört.

Ich freue mich auf die Orgeln in Neresheim, Pappenheim, Kiedrich, Dinkelsbühl, Kloster Banz, Bad Staffelstein, Flieden, Weiden, Bad Wimpfen (Ehrlich-Barockorgel), Ebrach, Unterschneidheim (Walcker-Orgel), Lahm (Herbstorgel) und Hoffenheim (mechanische Kegellade). Einige schöne Register aus Lahm sind auch für die Klais-Bossert-Orgel nachgebaut worden.

Dadurch dass ich im äußersten Zipfel Frankens wohne, kann ich schnell nach Baden-Württemberg. Man kommt durch Orte wie Pflaumloch, Nördlingen etc.

Gerade an den Barockorgeln und Spätromantischen kann man Zeitgenössisches und Klavierwerke spielen.

In Giengen gibt es auch die Firma Steif Stofftiere. Ich muss ja sagen, ich mag Stofftiere noch immer sehr.

12. Oktober 2019

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Schlagader Kunst: MfKG und Hamburg-Museum, Deichtorhallen, Haus der Photographie und Kunstverein

Es war sehr interessant und spannend in der Instrumentenabteilung und Orgelabteilung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, auch die Instrumente im Hamburg Museum (Museum für Hamburgische Geschichte) mit dem schönen Kunstwerk von J. Voorhout: Reincken und Buxtehude:

Kabinett-Orgeln, Schrank-Orgeln, mittelalterliche Orgeln (Taubeneimensur, Winold von Putten), römische Orgeln, byzantinische Doppel-Orgeln (Weichlöten mit Löteisen) Nachbau Schuke, Positive, eine italienische Prozessionsorgel, eine toskanische Renaissance-Orgel, Organetto, der alte Spieltisch der Arp-Schnitger-Orgel mit den Köpfen als Registerzüge, alte schöne Steinway-Flügel, beschmückte und verschnörkelte Flügeln von Steinweg, Breitkopf und Härtel, ein Lyraflügel, ein Mandolinenklavier.

An der Flentrop-Orgel in der Hauptkirche Katharinen, deren Prospekt J.S. Bach ebenfalls gesehen hat, spiele ich sehr gern. Die schwarzen runden Registerenden sind ästhetisch. Ich liebe die Klänge der vielen 16-Füße, des 32-Fußes.

Auch das Miniatur Wunderland (World’s largest model railway) gefiel mir, besonders Kiruna (Schweden), der Hamburg Flughafen, der Vulkan, Wolkenausbruch über der Schweiz, Hamburg und die Elphi in Miniatur.

Natürlich auch Kunst: Die Deichtorhallen mit den jungen Werken von Richter, dem Haus der Photographie, dem Kunstverein Hamburg mit der erstaunlichen Ausstellung von Peaches (Künstlerin und Sängerin).

17. August 2019

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Psalm 91

Sieben Mal am Tag singe ich dein Lob. (Psalm 119)

Psalmen sind mehr als ein Gedicht.

Ich freue mich über meine ersten eigenen Tomatenpflanzen und die große duftende Basilikumpflanze. Während ich wie in Bann Anna Karenina las und übte und auch zum ersten Mal die ältere Klais-Orgel, geformt wie ein Engel, wie aus Porzellan, die nur ein paar Schritte von mir entfernt direkt bei mir ist, besuchte, schrieb ich später neue Texte.

Meine neue Klais-Übe-Orgel in Heilig-Kreuz ist wunderbar. 

20. Juli 2019

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Bergen, Rügen

Es war sehr schön, an der voll-pneumatischen Grüneberg-Orgel zu üben. Habe die Geschichte von Störtebeker gehört. Rügen-Fisch, Sanddorn-Saft und Sanddorn-Badeöl. Das nächste Mal in Rügen: Rasender Roland von Putbus ins schöne Sellin, Möhren. Auch wieder Altenkirchen. Und Wandern bis Königsstuhl. Gesehen habe ich Gingst, Binz, Kap Arkona, Sagard, Sassnitz, Bergen, Lohme, Altenkirchen.

Meine neue Bach-CD ist auch im JPC-Courier (Ausgabe Mai): JPC Courier. Im August besuche ich den Dom Essen. Im Herbst Konzert Berlin-Heiligensee.

Heute Heimfahrt.

18. Juli 2019

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Ostsee-Orgeln

Die Dinse-Orgel (Berlin) in Sassnitz St. Johannis (pneumatische Traktur) gefällt mir. Die Kirche ist wegen der See genordet, nicht geostet. Wenn ich oben an der Orgel übe, höre ich kein Dolby Surround, von C bis Cis,  aber unten, vor allem, wenn man ein Engel in der Luft wäre. Mc=Manualkoppel, Pc= Pedalkoppel. Dann gibt es das Forte für Tutti, auch Mf. Und eine Glocke, die nicht mehr funktioniert. Die Kirchen auf Rügen sind in letzter Zeit oft verwüstet worden. Dennoch sind sie geöffnet, was ich schön finde. Ich freue mich, die Grüneberg-Orgel in Bergen kennenzulernen. Man spürt, dass Schweden ganz nah ist, nur vier Stunden Fähre. Die Fähren fahren vor meinem Fenster vorbei und tuten. “Schillerlocken” vom Dorn-Hai, Dorsch, Hornfisch, Heilbutt und Lachs gegessen. Das Klavier in Sassnitz ist ein Köslin-Klavier. Das Konzert war sehr schön.

Bei Bach kommt es mir vor, als wäre hinter seinem schönen, weißen “Putz” festes rotes Mauerwerk, stabiles Gestein, Rahmen.