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2. Mai 2022

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In unserer Zeit ist Musik schon zu Alkohol gegärt. (AHS)

Heute erinnere ich an Sandra Hüller, die diszipliniert große Theaterprojekte beschloss, ohne Larmoyanz.

Es ist schon Mai! Maibaum, Feuerwehr, Residenzlauf. Und ich war in Schwebheim an meiner 17. Steinmeyer Orgel, Opus 1837.

Ich freue mich sehr: Meine beiden neuen Orgelwerke sind beim Merseburger Verlag herausgekommen und bei mir eingetrudelt: Edition Merseburger 2835: Der apokalyptische weiße Reiter. Physharmonica-Solo. Und Edition Merseburger 2836: 7 Sendschreiben Laodicea (Fensterbilder Tholey). Es sind schöne rote Noten, Baujahr 2021 und 2022. Das ist mein viertes Werk, das 2022 rausgekommen ist. Neben LICHTUNG, meinem Orchesterwerk (Furore Verlag 2644) und meinem Orchesterwerk bei Stringendo. Es macht mir viel Spaß, zu komponieren. Ich liebe es, meine Kompositionen zu veröffentlichen und unsterblich zu werden. Komponieren ist für mich die höchste Form der Kunst überhaupt. Es ist wie die Königsdiziplin der Kunst. Wie Morde aufgrund von Indizien aufklären, die Königsdisziplin im Rechtssystem ist (wobei es ein Rechtssystem nicht gibt, Kunst schon). 

Ich freue mich auf meine Konzerte in Plauen und im Südharz.

Ich freue mich auch, dass Leguano mir wieder neue schöne Schuhe geschickt hat, und zwar die hübschen Hausschuhe. Ich kann Leguano Barfußschuhe nur empfehlen. Absolut bequem und schön für schöne Füße. Leguano baut jedoch nicht für sehr große oder dicke, breite Füße. Daher kaufen Männer oft andere Barfußschuhe. 

Man muss sich vorstellen, dass der geniale Heinrich Schütz, der Magdalena Wildeck heiratete, im Dreißigjährigen Krieg lebte und nach Dänemark “flüchtete” mit seinen Konzerten und Kompositionen, um eine Auszeit vom Krieg zu haben. Ich bin jetzt auch einige Zeit unterwegs. Meinem Autochen Drop geht es wieder gut, wir haben es geputzt, gefahren, gelüftet, gesaugt und wieder gut gemacht. Als ich auf der Tankstelle auf der Autobahn war, hatte ich sogar vergessen, dass der Tankdeckel rechts ist und musste noch mal rückwärts raus. Es gab ein paar Männer, die mich dabei amüsiert beobachtet haben. Ich musste auch lachen. 

Später war ich bei einer Freundin zum Essen eingeladen, mit Festungsblick. Wir haben mit dem schwarzen Thermomix gekocht. Ich liebe püriertes Essen, alles, was sahnig und cremig ist (vielleicht noch übrig geblieben aus meiner Babyzeit?) Für püriertes Essen ist der Thermomix genial: Tomatensuppe, Kartoffelpüree, Eis…

Ich habe heute Immanuel Kant gelesen. Ihm scheint es viel um Regeln und Dogmen zu gehen, um Pflichten (egal, ob er diese nun als göttliche Gebote, ethische oder moralische Pflichten bezeichnet). Wenn ich das lese, fallen mir schon vor Müdigkeit die Augen zu. Was manche (berühmten) Männer aus “natürlicher Religion” gemacht haben, ist ermüdend und anstrengend. Warum so kompliziert? Gott ist doch gar nicht kompliziert. Warum nicht einfach die blühenden rosa Bäume betrachten und die weiten gelben Felder? So ist Gott. Würde ein Mann rosa blühende, duftende Bäume erschaffen? Nein. Würde ein Mann glänzende gelbe Felder und zarte Blüten erschaffen? Nein. Gott ist weit entfernt von dem, was viele Männer meinen, Gott sei. Männer denken, nur das Starke darf und wird überleben? Der Mann glaubt: Evolution. Gott ist genau das Gegenteil von Evolution. Er liebt das Zarte, das Winzige, das Weiche, das Duftende. Männer erschaffen graue Autobahnen, Asphalt, Krieg, Porno, Konkurrenz und Hochhäuser und lästern hintenrum. Gott erschafft Maikäfer und Blaukehlchen, Maulwürfe, Babies und Bienen und küsst dein Gesicht. Gott ist meistens das Gegenteil von Mann. Gott sei Dank. 

Foto: Ladegast Orgel Köthen

Neu: Scarlatti, Transkription AHS, Stralsund St. Nikolai, Buchholz Orgel 

Steinmeyer Orgel Schwebheim

Orgel News

Bachs Verwandte: Choral Variationen, Steinmeyer Orgel

Bachs tolle ältere Verwandte

22. April 2022

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Ich glaube, Charakter und Seele prägen ein Gehirn. (AHS)

Heute erinnere ich an Alexandra Kollontai, russische Revolutionärin und Schriftstellerin mit großem diplomatischen Geschick.

Foto: Stralsund, Heilgeistkirche, Buchholz Orgel, von Schuke (Potsdam) restauriert 

Neu: Orgel-Information:

Buchholz Orgel Heilgeistkirche zu Stralsund

Wir waren heute mit „unseren“ Klapprädern in Stralsund, eine wunderschöne Stadt. Früher war ich im Winter dort, und als Kind im Sommer. Und nun in der Sonne.  

16. April 2022

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Nichts kann unverwandelt gerettet werden, nichts, das nicht das Tor seines Todes durchschritten hätte. (Adorno)

Heute erinnere ich an Emile Durkheim und ihre spannenden Studien.

Gesegneten Ostersamstag! Ich bin im Schwabenländle, in der Fauststadt Knittlingen (Landkreis Bretten) bei Karlsruhe, wobei Knittlingen Württemberg und Bretten Baden ist, bin hier also direkt an der Grenze) bei Musiker-Freunden und ihren beiden Töchtern und den beiden English Springer Spaniel Juna und Galaxy  – wunderschöne wuschelige Hunde mit punktiger Schnauze, unglaublich verschmust. Die Musiker sind Akkordeonisten und Musiklehrer. Sie haben zudem drei Stuten, Stella (Schimmel), Wolke Sieben (Winterrappe) und Caya (Braune).

Sie sind das erste professionelle Musikerehepaar, das ich kenne, das Pferde hat. Wir waren lange ausreiten im wunderschönen blühenden Kraichtal, Stromberg und Enzkreis. Ich hatte Kyra, ein polnisches Kaltblut. Ich berichte morgen weiter.
Foto: Bad Windsheim

Neu: Dom zu Zwickau, weitere schönen Eulen

Eule Chororgel Dom zu Zwickau

14. April 2022

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Gequälte Gehirne fällen manchmal schlechte Entscheidungen. (Julia Shaw)

Unberechenbar heißt hierbei nicht gewalttätig. Das ist ein großer Unterschied, schreibt sie.

Heute erinnere ich JoAnn Morgan, Raumfahrtingenieurin aus Huntsville, eine der ersten Frauen in dieser Branche. 

Heute habe ich das erste Mal die Orgel in der Marienkapelle Würzburg richtig wahrgenommen, und das in meiner Heimatstadt! 

Ich glaube, dass Kirchenmusik durch ihre breite Fächerung nicht unbedingt zulässt in ihrer Anlage, in etwas exzellent zu sein oder sein zu müssen, sondern eher in allem recht gut. Auf der Suche nach Neuem. Ein künstlerisches Studium dagegen ist fokussiert auf eine Sache, darin exzellent zu sein. Bei mir ist es so, dass ich in allem, was ich liebe, exzellent sein möchte. Besonders als Tastentigerin, wenn man Neues macht. Man darf sich jedoch nicht überfordern bei neuen Dingen. Ich bin ein schneller Mensch, aber auch ein schneller Mensch kann Dinge nicht erzwingen, manches braucht seine Zeit, nämlich schleichend zu wachsen, ins Kleinhirn zu wandern. Natürlich kann ich meinem Kleinhirn (wo auch immer es ist) sagen: Mach! Whereever you are! Nimm Dirigieren als Lebensimpuls wie Atmen! – Aber das Kleinhirn macht, was es möchte. Und entspanntes Lernen mag es nun mal lieber als hektisches.  

Ich habe nun ein Bariton Horn, ein Euphonium, ein Vier-Ventiler (wie meine Mutter, die das schon seit 10 Jahren spielt), da es leichter zu lernen ist als das kleine Waldhorn, denn das Mundstück ist viel größer beim Euphonium. Heute in meiner zweiten Blechstunde habe ich eine ganze B-Dur-Tonleiter gespielt. Er meinte, das wäre sehr gut für eine zweite Stunde. Ich sitze damit nun im Orchester unter den Blechbläsern zwischen Posaune und Horn, auch wenn ich noch etwas schüchtern bin und einfach erst mal noch zuhöre, mein Blech auf dem Schoß. Es ist einfach wundervoll. Ich muss sagen, diese Bläser sind einfach der Abschuss. Sie sind lustig, witzig, freundlich. Es ist eine völlig neue Erfahrung für mich. Wir spielen Sibelius, und ich sitze da und weine vor Freude. Es ist eine unglaubliche Erfahrung, in einem Sinfonieorchester unter Bläsern zu sitzen, Posaunen neben mir, und zu erleben, wie und was die Schwierigkeiten und Stärken von Bläsern sind, ihre Welt hautnah zu erleben. Töne werden plötzlich ein süffiges Band, das mich mitreißt. Es ist schwer, leise schöne Töne zu spielen, on time. Und es ist auch nicht leicht, immer zu wissen, wo man ist und alle Schlüssel auf Anhieb zu können. Wir spielten das süffige Finale, in dem das Blech seine Soli hat. Und es ist so schön, zu sehen, wie die Bläser zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen. Was ist wichtig und schwer beim Blech: Perfekte und vibrierende Lippenspannung, Zungenspitze (ta) löst den Ton aus, nicht die Luft, lockeren Druck auf dem Mundstück, Stütze und Atem. Sowohl Dirigieren als auch Blechblasen sind durch das Atmen psychologische Dinge. Am schönsten aber ist das komponierte Werk: All das ist Komponierunterricht. Es ist eine große Hilfe zum Komponieren, wenn man weiß, wie ein Orchester funktionieren, auch im Detail. Daher sind Proben zu besuchen und zu beobachten ausgesprochen wichtig. 

Neu: Orgel-Information: Weise Orgel 

Hoffmann Orgel Würzburg

Ahrend Orgel Reformierte Kirche Leer, Ostfriesland

Neu: Orgelinformation Ostfriesland

Danke an Hendrik Ahrend 

6. April 2022

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Es braucht evtl. erst künstliche Intelligenz, um gegen die Diskriminierung von Männern gegen Frauen vorzugehen. (AHS)

Heute empfehle ich das Buch “Ein Jahr voller Wunder” von Clemency Burton-Hill aus London. Dort schwärmt sie über klassische Musik.

Heute war ich an der wundervollen Jehmlich Orgel in Zwickau, Schlosskirche Planitz.

Neu: Orgel-Information

Jehmlich Orgel Schlosskirche Zwickau (Sachsen)

Was ich an Kirchenmusik liebe: Wenn Handwerk und Kunst zusammenfallen. Für viele mag Kirchenmusik nur Handwerk sein. Das ist es auch zu einem großen Teil. Aber erst, wenn die Muse und die Kunst das Handwerk küssen, geht das Licht an.

In der Kirche sind Laien ja sehr wichtig, auf sämtlichen Gebieten. Wobei ich sie nicht Laien nennen würde, sondern Menschen. Kirchenmusiker sind auch nur ausgebildete Laien. Heißt, wir waren vor der Ausbildung genauso Laien. Handwerk allein aber macht das Kraut nicht fett. Es muss dieses gewisse Etwas dazu kommen, Gaben, Talent, Glaube, das Geistliche – und Liebe, was das größte ist. Das künstlerische Studium ist völlig anders als Kirchenmusik. Vor allem vom Mindset her.
Die wichtigen Fähigkeiten Orgel-Improv, Chorleitung und Orchesterdirigieren gehören dazu. Ich liebe alles drei. Aber es ist vor allem das Menschliche, das eine Rolle spielt, in einem ganz anderen Maße als im künstlerischen Studiengang, da es um Leiten, Dienen, Gott geht. Das Menschliche als Handwerk? Bei manchen schon. Aber es ist mehr als das für mich.

Neu: Romantik an der Silbermann Orgel:

Es gibt kaum oder keine weiblichen Sexualstraftäter. Dafür unzählige männliche. (AHS)

Kein Aprilscherz.

Foto: Chemnitz

In St. Andreas Chemnitz habe ich meine eigenen Stücke gespielt. Und die musikalischen Vögel draußen haben exakt den gleichen Abschluss-Ton übernommen in wildfröhlichem Gezwitscher, als ich fertig war ❤️ Und nur bei meinen Stücken.

Wenn man die Meinung anderer disst, ist dies antidemokratisch. Damit wird die Meinungsfreiheit gecancelt. Cancel Culture. Besonders die Meinung von Frauen wird zu oft ignoriert, eine typisch männliche Form des Dissens. Lässt sich eine Frau das nicht gefallen, gehen die aggressiven Attacken los. Der Gutmensch meint sich selbst, besonders Gutmänner. Künstlerinnen leben gefährlich, wenn sie sich politisch äußern und eine Meinung haben. Auch Kirche ist Politik. Und dazu gäbe es sehr viel zu sagen. Aber wehe, man oder frau tut es. Besonders, wenn es stimmt. Nun bin ich klein, weiß und blond. Stellt euch vor, ich wäre eine schwarze Frau. Was dann los wäre.
Schön, dass es Vorbilder gibt, wie Schütz, der bekennender Christ war, dennoch war er weit mehr als nur Kirchenmusiker. Von „nur Kirchenmusikern“ habe ich so einiges Seltsame erlebt… Die Kategorie „Kirchenmusiker“ und das System der Kirchenmusik sind mir noch ein Rätsel, zumal aufgrund des sturen, unflexiblen Verhaltens und der vielen kontraproduktiven Regeln. Die Kirche beutet Kirchenmusiker zudem leider noch oft aus, meiner Meinung nach, und sieht zu, wie ganze Gemeinden fusionieren oder dicht machen und die arme Kantorin 3-4 Kirchen „betreuen“ muß in einer 70-Prozent-Stelle! Sind Kirchenmusiker deswegen so bissig? Kann ich hier etwas ändern? Lohnt es sich? Ein neuer Abschnitt.

Neu: Orgeln Hamburg Michel

Steinmeyer Orgel St. Michaelis Hamburg

Neu: Mendelssohn an Eule: – ich finde es jedes Mal zum Lachen, wie ich die Noten fallen lasse. Wie die Prinzessin auf der Erbse 🤣“Weg mit …“ 😅 Ich liebe es, wenn ich und das Leben unfreiwillig komisch sind. Irgendwie passiert mir das, dass Leute schmunzeln oder lachen oder mich süß finden, obwohl oder gerade weil ich die Dinge ganz ernst meine.

27. März 2022

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Große Teile unseres Gehirns sind für uns nicht verfügbar? Ich muss da ran! (AHS)

Foto: Schuster Orgel Chemnitz

Sonnige Tage in Chemnitz. Ich liebe Sachsen. Ich mag “den Osten“. Eine Großstadt, viel größer als Würzburg, immer noch 200.000 Einwohnerinnen – in der kein ICE hält. Wie kann das sein? Man fährt von Leipzig eine Stunde mit der Bimmelbummelbahn, in gemütlichen, alten, lauten DDR-Waggons.

Da morgen die Zeit umgestellt wird und Konzert ist, muss ich dringend ins Bett. Ich bin im Hotel Biendo in der Innenstadt. Es ist nett. Meine zweite Nacht.

Schöne rote Kirche in Sachsen! Schuster Orgel: 3 Manuale, Rückpositiv, HW auf dem 2. Manual. Inhaber Benjamin Walde. Vormals Schuster Orgelbau ist nun Ein-Mann-Betrieb, dies ist seine erste große und letzte Orgel. Mir gefällt die Orgel gut, sie ist bemalt und wirkt schwer-gravitätisch, holzig und süffig. Bis zum Rückpositiv ist auf der Empore erstaunlich viel Platz. Gerades Pedal, weiße Tasten, trocken-samtige Akustik.

Warmer Klang in samtig-trockener Akustik, viel Holz in der Kirche. Vorher stand hier eine pneumatische Kreutzbach-Orgel (Sohn). Pneumatische Orgeln können leider eher zum Verschleiß und zum Heulen neigen. 

Der ältere frühere Kantor Herr Schubert ist wirklich lieb, ich werde nachmittags immer mit Kaffee versorgt. Er ist weise und hat schon viel erlebt.

Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerbombt. Die Kommunisten und Atheisten, die in Chemnitz renovierte Kirchen sprengten (siehe auch Leipzig) und die sog. „Orgelbewegung“ (Ideologie) taten ihr Übriges. Dazu gab es wenig Material nach dem Krieg. Und nach der Wende halbierte sich das Geld. Das waren alles Sorgen, eine neue Orgel zu bauen. Stell dir vor, du bist Kantorin, und deine Kirche wird weggesprengt. Unverzeihlich! So ging es Herrn Schuberts Orgelprof in Leipzig damals. Die Kommunisten haben Chemnitz mehr zerstört als der Krieg, erzählte er. Wie kann man Städte zerstören? Unverzeihlich. Ich hasse Verschwendung und Zerstörung. Aber ich liebe Geschichte.

Viele neue wunderschöne Fotos:

Orgel News & Orgel Information:

Chemnitz

Neu von heute: Tschechischer Komponist Vanhal (Klassik) – Orgel Vlog AHS in Chemnitz

Danke, Hannes Kuhnert (Video)

21. März 2022

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Die Moderne steht in der Gefahr, die Welt nicht mehr zu hören und eben dann auch nicht mehr zu spüren. Sie ist unfähig geworden, sich anrufen und erreichen zu lassen. (Rosa)

Foto: Damme, Führer Orgel

Heute ist Bachs Geburtstag ❤️

Heute ehre ich Elena Kovalskaya, eine Russin, die aus meiner Sicht viel mehr Mut beweist als die meisten russischen Männer. ❤️

Bin wieder auf dem Heimweg. Es war ein tolles WE. Es ist schön, wieder in Franken zu sein, auch wenn es hier nicht die schönen roten Häuser, sondern Fachwerkhäuser etc. gibt. Der Frühling kommt, Sonne, Eis, wir sind lange spazieren gegangen zum Karpfenweiher und durch den sonnigen Wald, ich hatte dabei zum ersten Mal „Sicherheitsschuhe“ an, da ich nicht mit meinen neuen Stiefeln in den Wald wollte und andere Schuhe nicht in meiner kleinen Größe da waren. Diese Sicherheitsschuhe (Größe 37 und zu groß) haben Stahlkappen und Stahlsohlen. Eine Stunde mit diesen Schuhen – und ah du weißt, was du getan hast. Damit Orgel spielen – das wär‘s!

Verwechselt ihr auch manchmal Bautzen mit Bozen? Ich weiß noch, dass ich als Kind (ca. 10 Jahre alt) das erste Mal Bozen erlebte. Ich starrte aus dem Autofenster in das wilde Treiben und dachte fasziniert: Ich will die Welt kennenlernen! Ich will die ganze Welt kennenlernen!

Wenn man mich allerdings mit einer Landkarte lossendet, zu Fuß, etwas zu finden, dann endet es manchmal damit, dass ich weinend irgendwo stehe, weiter weg vom Ziel als zuvor.

Neu: Mendelssohn in Niedersachsen:

18. März 2022

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Jedes Ereignis von außen ist Klang in uns. (AHS)

Ich würde mein Haar gern zu einem Bob schneiden. Bubikopf. Was haltet ihr davon? Oder lieber lang lassen? Ich hatte sie noch nie wirklich kurz. Nachteil beim Bob: Man muss ständig zum Friseur rennen, das ist ja gar nicht mein Ding.

Mir fällt auf, dass viele mutige (radikale) Menschen etwas Unschuldiges, Kindliches innen haben – eigentlich alle, die krass und vehement nach außen gehen. Diese Kombi ist faszinierend, das Innen und Außen. Denn viele Feigen und nach außen Braven sind innerlich hart.

Abends trinke ich gern einen Kamillentee vor dem Schlafen.

Seit Corona war ich kein einziges Mal mehr im Spa, in der Sauna oder in der Therme. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie sich das anfühlt, dabei habe ich es sehr geliebt und konnte in der heißen Sauna 20 Minuten aushalten. Jetzt bin ich total aus der Übung. Aber daheim Spa ist auch nicht schlecht, vor allem steigt dann die Luftfeuchtigkeit für die Instrumente. Ich empfehle Linde-Melisse-Bad und Teebaumöltropfen hinein und dann Handtücher mit schöner, heller Farbe nehmen, am besten Apricot. Sehr empfehlen kann ich Eucerin Lotion F. Das duftet. Aber Eucerin Gesichtscremes empfehle ich nicht, da tränen mir die Augen. Da ist irgendetwas Scharfes drin, hab ich, glaub ich, schon mal erwähnt. Eine Home-Sauna, das wär’s!

Gestern habe ich mich wieder mit meiner Mom getroffen. Im Cafe müssen wir keine Impfausweise mehr vorzeigen, die kennen uns schon. Wir tauschen immer Bücher (besonders schwedische Krimis), News und CDs aus.

Endlich regnet es wieder. Da steigt dann auch die Luftfeuchtigkeit für die Instrumente.

Bei mir in der Straße wohnt eine Lebenskünstlerin, eine sogenannte Handtherapeutin, die in einem Ladenlokal wohnt, und das noch umsonst. Das ist schon echt mal etwas. ps: So einen Laden zu haben – das fände ich auch cool.

Neu: Orgel-Information, Schwalbennest Bamberg

Rieger Orgel Dom Bamberg

Neu: Mendelssohn, die ganze 4. Sonate IV op. 65, Stiftskirche Stuttgart

7. März 2022

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Denke nicht, deine Stimme bewege nichts. (Kate Sheppard)

Happy Women’s Day!

Zitat einer Frauenrechtlerin. Ihr Konterfei ziert die Zehn-Dollar-Note Neuseelands. Leider war ich noch nie in Neuseeland.

Heute erinnere ich an Claire Mc Cardell, Modeschöpferin, die sich für bequeme Kleidung einsetzte.

Foto: Stadtkirche St. Marien Torgau

Die Renaissancestadt Torgau an der Elbe liegt auf der Bahnstrecke Halle-Cottbus, mit der S-Bahn ca. eine Stunde von Leipzig entfernt. Wir sind mit dem Auto gefahren, im wunderschönen Wetter, über Land. Man fährt an der Leipziger Messe vorbei und dann über sehr viele Dörfer und Felder und Alleen um Eilenburg, die fast alle mit …witz oder …nitz zu enden schienen, Jesewitz, Pehritzsch, Schkeuditz… Das sind alles unglaubliche Namen, die man sonst nirgendwo so angehäuft lesen kann. Torgau (Markt) klingt hier schon fast… normal. Es dauert recht lange, bis Torgau auf den Schildern auftaucht. Zudem gab es auch noch eine Umleitung (wie fast immer, wenn ich irgendwo unterwegs bin, dann taucht garantiert ein gelbes U auf). Wir hatten sehr schönes Wetter, als wir schließlich und finally in Torgau ankamen. Die prunkvollen Straßen mit den schönen alten Häusern gefielen mir sofort. Wertvolle Renaissance-Gebäude. Die Kürfürstliche Kanzlei. Die historische Superintendentur. Gelehrtenschule. Priesterhaus. Häuser mit Wappen. 500 Baudenkmale aus Spätgotik und Renaissance. Die schöne Spitalstraße, die Bäckerstraße, die Fischerstraße zum Markt, die wunderschöne Pfarrstraße und die schöne Straße Wintergrüne mit den gelben Häusern, der Marktplatz mit der Mohren-Apotheke und dem Brunnen und mit dem neuen Rathaus, ein wunderschöner Runderker an der Seite (Anna von Dänemark), die Reste der Nikolaikirche (es wird über Sanierung nachgedacht). Hier wurde endlich in deutscher Sprache gepredigt, Justus Jonas predigte hier, ein Zeugnis der Reformation. Könnt ihr euch vorstellen, dass vor der Reformation so gepredigt wurde, dass kein Mensch irgendetwas verstand? Wo doch die Predigt so wichtig ist? Kein Wunder, dass man den armen Bürgern teuren Ablass andrehen konnte, denn das Evangelium wurde nicht gepredigt, jedenfalls nicht verständlich (und wahrscheinlich sowieso überhaupt nicht).

Man kann sich richtig vorstellen, wie hier Kutschen fuhren, wie Kinder auf den Straßen spielten. Berühmt war auch die Torgauer Tuchmanufaktur. Als mein Papa hier Kind war, war das noch in der Weimarer Republik (bis 1933). Noch lange vor dem Zweiten Weltkrieg. Es gab kaum Autos, kein Internet, keine S-Bahn. Die Eltern meines Papas hatten ein Geschäft. Sie waren nicht in der Musik. Torgau ist eine Musik- eine Sprache- eine Lutherstadt.

Die Lutherstadt Torgau wurde nicht zerstört, da sich hier die Truppen getroffen haben. 1945 fand hier an der Elbe die erste Begegnung der US-Truppen mit denen aus der Sowjetunion statt. Das Ende des Krieges. Man fühlt noch die Geschichte, wenn man hier durch die einsamen Straßen schlendert, die (wegen Corona?) leer sind. Wir waren im Restaurant “Herr Käthe”, aber ich möchte gern im Sommer wieder hin, wenn man draußen sitzen kann und auch die Katharina-Luther-Stube und die Galerie auf haben ab April. Es gibt auch eine katholische Kirche. Torgau gilt als “Amme der Reformation”.

Mir gefiel sehr der Bärengraben, die beiden großen süßen, alten, verschlafenen Bären (eigentlich müssten sie im Winterschlaf sein). So gemütlich faul wie diese sind – das wäre ich gern. Im Himmel?

Besonders schön war es im Haus der Familie Noll, er Musikmathematiker in Barcelona, sie Künstlerin und Restauratorin, ein sehr gebildetes Paar, das in einem Haus wohnt in der Pfarrstraße aus dem Jahr 1540, ein Haus, wie Martin Luther betreten haben muss, überwältigend besonders und faszinierend, ein Haus, wie auch mein Papa bewohnt haben muss, mit alten Böden, Mosaik, Steinen und Türen. Wir wälzten viele Geschichtsbücher zu den Bauwerken in Torgau und aßen der Fastenzeit entsprechend Datteln mit Schinken, Käse und Orange. Und es gab einen alten, kleinen Blüthner in der Ecke.

Das perfekt erhaltene Schloss Hartenfels ist ein Highlight in Torgau, das Schloss zu Torgau; gerade von der Elbe sieht das Schloss wunderschön aus, weiß-rot. Der Große Wendelstein ist der hohe gelbe, mit Fresken und Reliefs geschmückte Treppenturm des Schlosses, aus Elbsandstein, Spiraltreppe, schneckenförmig, im Schlossinnenhof. Napoleon war auch in Torgau. Torgau war für Napoleon interessant wegen seiner strategischen Lage an der Elbe. Auch mein geliebter Heinrich Schütz (sein Wand-Kalender 2022 aus dem Schützhaus in Weißenfels hängt an meiner Wand) war im Schloss zu Torgau, er hatte seine Oper Daphne in einem Schloss-Flügel uraufgeführt, es war 1627 die erste deutschsprachige Oper. Damit ist Torgau für mich eine Stadt der Sprache, die Stadt der deutschen Sprache! Nicht nur hat dort Martin Luther die erste reformatorische Kirche eingeweiht, nämlich die Schlosskirche Torgau, in der endlich in deutscher Sprache gepredigt wurde (1544 von Martin Luther selbst kurz vor seinem Tod eingeweiht), sondern in Torgau wurde auch deutschsprachige Musik zuallererst uraufgeführt (Schütz) und die erste deutsche Messe musikalisch gefeiert (Johann Walter zusammen mit ML).

Vom Turm des Schlosses Hartenfels (Hausmannsturm) konnten wir die schöne große, ruhige Elbe sehen, geniale Aussicht, wunderschönes Wetter. Das Lapidarium (Gewölbe unter dem Schloss) hatte noch zu. Wir aßen beim Italiener an der Alltagskirche (früher Kloster) und tranken später Bubble Tea.

“Torgaus Bauten übertreffen in ihrer Schönheit alle aus der Antike.” (Martin Luther)

Torgau war für Katharina von Bora ihre erste und letzte Station ihres (bürgerlichen) Lebens.

Wunderschöne Gemälde von Lucas Cranach d.Ä. in Marien und Schlosskirche, und der berühmte Kanzelkorb in der Schlosskirche.

Schöne helle Kirche St. Marien. Luther war ca. 60-100 x in Torgau.

Neu: Schlosskirche Torgau

Neu: Stadtkirche St. Marien Torgau