11. Februar 2026
Heute erinnere ich an Franz Brentano, 1838, der auch in Würzburg studiert hatte. Auf der einen Seite finde ich es gut, dass Franz sich radikal gegen das unbiblische Dogma der „Unfehlbarkeit“ des Papstes stellte. Auf der anderen Seite finde ich bedenklich, dass er den Tod Bruder nannte, den Tod, den Jesus klar als Feind bezeichnet hat, den er am Kreuz besiegte.
Warum finden es eigentlich so viele Menschen und Kirchen schwer, bei der Bibel zu bleiben und erfinden immer wieder Neues hinzu? Selbst Franziskus nannte den „leiblichen Tod unseren Bruder“. Das ist so, als würde man unsere Sünden unsere Brüder nennen. Eine Verharmlosung der Fakten – vermutlich deswegen wird so vieles zur Bibel hinzugedichtet: um alles ein wenig abzuschwächen und abzumildern.
Allerdings glauben viele weder an Sünde noch an die Bibel. Aber an den Tod – an den müssen sie glauben. Am liebsten täten sie auch dies nicht und verdrängen ihn, solange es geht.
Wenn die vielen Päpste unfehlbar und damit alle ohne Sünde wie Jesus sind, warum haben sie nicht wie er den Tod besiegt? Warum haben sie nicht wie er für die Schuld der Welt bezahlt und stattdessen in dicken Betten in Palästen geschlafen? Warum haben sie niemanden aus dem Grab gerufen wie Jesus und sind stattdessen in den Männer-Riegen der Macht, der Dogmen und des Missbrauchs bis nach oben gestiegen? Unzählige Male geschwiegen zur Sünde? Sich feiern lassen? Man riecht also gleich, was menschengemacht erfunden und was von Gott ist.
Und ich erinnere an Augustinus Aurelius. Auch er glaubte wie viele Menschen an Dogmen: männergemachte Lehren und Mysten, wie ich sie nenne, die gefährlicherweise zur Bibel hinzugefügt und hinzugedichtet wurden, wie zum Beispiel das andauernde neue Empfangen des Leibes.
ps: Den Film Die siebente Saite kann ich leider nicht empfehlen. Zwar wird die Gambe in ihrer Schönheit durchaus herausgehoben. Aber die Hauptpersonen, die beiden französischen Komponisten Jean de Sainte Colombe, 1640, und Marin Marais, 1656, präsentieren sich als Ausgeburt der Hölle, während die Rolle der Frau in ihrer Lebensgefährlichkeit erschreckend und drastisch vor Augen geführt wird durch die Tochter Jeans.
Mit einer Sache aber hat Sainte-Colombe Recht: viele, die sich für Musiker halten, sind keine, sondern Gaukler. Zirkustiere. Und die Gaukler waren damals oft bei Hofe. Heute sind sie – überlegt mal, wo.
Das Karotten-Register:


