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20. Mai 2024: Musik ist wie Mosaik. Eigentlich ist alles im Leben Polyphonie. (AHS)

Direkt nach meiner Israel-Konzertreise, kaum gelandet, fuhr ich zu meinem Konzert nach Hamburg zur vollpneumatischen, historischen Walcker Steinmeyer Orgel 3 M in die evangelische Auferstehungskirche. Frankfurt Flughafen und Hamburg ist doch sehr weit, weiter als ich dachte, und der El-AL Flug von Tel Aviv nach Frankfurt Flughafen war etwas verspätet. Ich beeilte mich sehr und war die erste am Gepäckband, 10 Minuten vor allen anderen. Aber was nützte es mir? Nichts, denn die Koffer trudelten erst nach 20 Minuten ein, und mein roter Koffer war auch in keiner Weise der erste.

Ich kam aber immerhin pünktlich zum Konzert und spielte mein Programm ohne Einspielzeit. Trotzdem lief alles wunderbar, denn ich kannte die Orgel von 1923 schon aus meiner Hamburger Studienzeit. Orgelstadt Hamburg! Stiftung Denkmalpflege. Muttertag. Es war sonnig und warm.

Sehnsuchtsort Orgel Konzert.

Die rote Kirche mit blauer Kuppel und Mosaik über dem Altar liegt in einem schönen Garten in Barmbek. Barmbek ist ein ruhiger Stadtteil. Ich wohnte direkt im Pfarrhaus gegenüber und übte abends am Flügel in der Kirche:

Ich liebe F.E. Walcker Orgeln sehr. Noch schöner als die in Hamburg ist die in der evangelischen Kirche in Essen Werden, eine von 1900, 3 M. Eine Augenweide, wunderbare Akustik, bunte Registerwippen. Die rote Kirche wird von blühenden Büschen umrahmt. Unten gibt es noch einen Flügel und eine wunderschöne Jacob Engelbert Teschemacher Orgel, ein kleines wertvolles Orgelpositiv von 1750, ein Manual, an dem man den Wind selber treten muss, also mit geschöpftem Wind spielt, was in dieser Akustik genial klingt.

Sie hat also keinen Motor. Teschemacher Orgeln habe ich bereits in Köln und Bonn kennengelernt und gespielt. Wenn man den Wind tritt, drehen sich kleine Sternchen und der Deckel oben hebt sich an:

Danach fuhr ich nach Bad Neustadt an der Saale zur wunderbaren Barockorgel Will Orgel von 1722, ein Manual, in der katholischen (oder jetzt neutralen) Karmeliten-Klosterkirche im Kloster dieser hübschen Stadt in der bayerischen Rhön mit ca. 16. EW, um mich für mein Konzert einzuspielen. Die Orgel ist etwas schwergängig in warmer Akustik, früher mit kurzer Oktave.

Der Umzug in meine neue Wohnung geht gut voran, es ist sehr viel Arbeit. Wir haben bis jetzt ingesamt 120 Kisten gepackt und sind immer noch nicht fertig. Ich freue mich, dass ich in meiner neuen Wohnung Garten habe und fast 100 Quadratmeter, und vor allem steht der Steinway im Erdgeschoss. Leider habe ich das Seminar „Möbelpack“ nicht belegt.

Ih dieser Woche spiele ich 2 Klavierabende, in Freudenstadt und in Bad Neuenahr die Goldberg Variationen und dann in Siegen Orgelkonzert. Dazwischen bin ich Hilfsarbeiterin in Möbelpack.

Walcker Steinmeyer Orgel Auferstehungskirche Hamburg Barmbek

12. Mai 2024: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. (Entweder von Einstein oder von Zweistein. Vielleicht aber auch von Dreistein)

Sonntag früh fliege ich heim. Ich werde Israel vermissen. Es war eine sehr intensive Zeit.

Mein 25-Stunden-Shabbat war spannend; ich habe zwar nicht alles komplett durchhalten können; aber so gut ich eben vermochte. Meine Gastfamilie Rabin hält sich wie viele Juden an die Regeln: kein Handy, keine elektronischen Geräte, keine Anrufe, keine Instrumente, keine Musik, nicht kochen (inklusive Kaffeekochen), nicht duschen, nicht arbeiten oder üben, keine Schule, elektrisches Licht so lassen, wie es vorher war, nicht Auto fahren (abgesehen davon, dass auch eh keine Busse etc. mehr fahren und keine Geschäfte offen sind 24 Stunden lang)…

die Zeit hält einfach an von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang Freitag Abend bis Samstag Abend. Je nachdem, wann die Sonne untergeht. Gegen 19 oder 20 Uhr.

Stattdessen gemeinsam reden, essen (vorher gekocht), viel schlafen und ruhen, lesen, beten, Klagemauer, spazieren gehen, in die Synagoge gehen. Familytime. Gemeinschaft. Es ist tatsächlich eine gesegnete Zeit: Wir haben festlich gegessen, mit Kerzen, Wein, Salat, Fleisch, selbstgemachtem und noch warmen Hummus, Avocado, Eis, Kuchen … waren zweimal in der Synagoge (es sind dort recht lange Gebetszeiten) und haben viel geredet bis tief in die Nacht, auch über Glaube und Politik. 

Samstag Abend ab ca. 20 Uhr geht der Alltag wieder los mit Wäsche waschen, Emails usw. – und Sonntag ist Schule, Arbeit…

Ich habe in Deutschland mit jüdischen Freunden schon zweimal Shabbat gefeiert, aber immer nur einen Abend, an dem festlich gegessen wurde – keine 24 Stunden mit allen Regeln, und schon gar nicht in Israel.

Es war ein echtes Erlebnis. Die Synagogenbesuche waren kein Kulturschock für mich. Ich kann durchaus die Wurzel des christlichen Glaubens erkennen.

Mittags besuchte und spielte ich die Karl Schuke Orgel (Berlin) in der evangelischen deutschen, weißen Erlöserkirche (Redeemer Church) in der Altstadt Jerusalem (nahe der ultraorthodoxkatholischen Grabeskirche mit Rieger Orgel, die leider kaum gespielt werden darf).

Die Schuke Orgel ist mit ca. 22 Registern eher klein, älter und kompakt, neobarock intoniert, allerdings ist die Akustik in dieser geschichtsträchtigen Kirche so genial, dass die teilweise etwas schrille Orgel glitzert und leuchtet. Sie ist raumfüllend, etwas direkt, auf keinen Fall zu laut; gut für Bach und Mozart geeignet.

Was ich gar nicht mag, sind Pseudo-Jazz-Stücke ala Gardonyi auf der Orgel, wie „Mozart Changes“. Dann doch lieber den echten Mozart.

Ich war danach oben auf dem Turm der Erlöserkirche; der Ausblick ist wirklich toll, aber durch die Drähte des Zaunes etwas „zerstört“.
Da die Kirche nahe des muslimischen Viertels steht, hört man recht laut den Muezzin-Ruf bis in die Kirche.

Grabeskirche Sanctum Sepulcrum Church Jerusalem:

11. Mai 2024 

Mein Konzert in Haifa war sehr gut besucht, ca. 200 Menschen im Publikum. Die Konzertreihe in Haifa ist schon seit Jahrzehnten etabliert. Eintritt: 60 Shekel, das sind ca. 15 Euro. Ich, meine Hände und Füße wurden auf eine große Leinwand gebeamt. Zwischen den Stücken habe ich eine kleine Einleitung gesprochen auf Englisch.

Es war ein tolles Publikum, sehr begeistert und wertschätzend. Ich habe alles allein geblättert und registriert, nur am Schluss, die Fuge g-Moll BWV 542 … da brauchte ich Yuval zum Blättern und Registrieren. Denn diese Fuga feuert straight durch, ohne Pause und gibt einem keine Atempause.

Anschliessend fuhren wir nach Caesarea, da dies auf dem Weg zwischen Haifa und Jerusalem liegt. Auf dem Hinweg sind wir über den immergrünen Mount Carmel gefahren.

Das reiche Caesarea ist atemberaubend mit seinem Hafen am Mittelmeer, dem Strand, römischem Aquädukt direkt am Meer, seinem alten und neuen Hafen, der neuen (modernen) und alten Stadt, den Ruinen, Palmen, dem Museum und dem National Park Maritima mit Theater, antikem Circus, Marmorsäulen und Krügen und Mosaik, das ganze historische, antike Gelände von Herodes, Augustus, Jesus, Petrus, Paulus in Gefangenschaft …

Caesarea wird Kä-Saria ausgesprochen.

Heute erlebe ich 25 Stunden Shabbat. Dann fliege ich nach Deutschland zurück. 

Caesarea:

Gideon Schamir Orgel Haifa University Auditorium Hecht Museum Israel

10. Mai 2024 Foto: University of Haifa. Wir bitten dich um Integrität, Unversehrtheit und Abgrenzung, was Sünde an sich und Sündende angeht. 

Heute erinnere ich an Kay Warren.

Heute ist mein Konzert hier in Haifa. Ich freue mich. 

Gideon Schamir Orgel Haifa University Auditorium Hecht Museum Israel

9. Mai 2024 Welche Menschen profitieren von meinem Glauben? Foto: Gideon Schamir Orgel, Haifa University, Israel, Konzert morgen in der Konzertreihe. 

Immer noch happy in Israel. 

Gottes Weisungen machen weise. Welche deiner Landstriche in deinem Leben hast du noch nicht für Jesus erobert (siehe 5. Mose)? Gott hat mich komponiert. Von meinem ersten Atemzug an. Man kann Glück nicht selbst produzieren, egal, wieviel man dafür tut. Vertrauen ist es. 

In Yuvals Garten fliegen blauschwarze Kolibris, und auf dem großen Markt „Machne Yehuda“ in der neuen Stadt gibt es Zwiebeln, Avocados und Zitronen in atemberaubenden Größen. Und auch allerhand anderes köstliches Zeug. 

Gestern war ich an der Klagemauer (Western Wall) in der Altstadt. Der wesentlich kleinere Teil der Mauer (für die Frauen) war hochfrequentiert mit intensiv weinend betenden Frauen allen Alters, Baby bis Oma.

Heute fahren wir nach Haifa ans Mittelmeer mit Yuvals Fiat zur israelischen Gideon Schamir Orgel, Haifa University Auditorium Hecht Museum, meiner ersten israelischen Orgel. Die moderne Universität am Mittelmeer in Haifa besitzt Gondeln von einem Gebäude zum nächsten! Morgen ist um 11 Uhr das Konzert, Eintritt 60 Shekel (ca. 12 €). 

Wir fuhren durchs moderne, flache, feuchte Tel Aviv mit seinen Wolkenkratzern (das hügelige Jerusalem dagegen über 700 Meter über dem Meeresspiegel), über Netanya und über Mt. Carmel (denkt an Mendelssohns Elias).

Gideon Schamir Orgel, Haifa University, Israel:

 


8. Mai 2024 Sprache muss verstanden werden. Ohne Tricks. Ohne Mätzchen. (G. Dahl)

Viele reden ja von Engeln; aber in Wirklichkeit ist es doch Gott selbst, der uns rettet: Jesaja 63, 8-9

Shalom!! Ich bin wohlbehalten in Israel angekommen. Mit El-Al flog ich direkt von Frankfurt nach Tel Aviv und kam nachts oder besser frühs um 2 Uhr an. Ich wurde abgeholt, und wir fuhren die 45 Minuten in die Millionenstadt nach Jerusalem mit dem Auto auf freien Strassen. Es ist mein 3. Mal in Jerusalem. Wir sind eine Stunde hier voraus. Es ist warm, sonnig, friedlich und wir haben jetzt vormittags 19,5 Grad. 

Man fliegt knapp 4 Stunden. Zwischendurch gab es ein paar Turbulenzen, aber insgesamt war es ein ruhiger Flug über den Wolken und dann in die Dunkelheit hinein. Der Flieger war ausverkauft, und zwar nur mit Israelis und orthodoxen Juden mit ihren Hüten und Anzügen und gekringelten Haaren und ihren Familien. Und mir. Teilweise hatten diese Familien 7 (!) kleine Kinder.

Es wurde nur Hebräisch gesprochen. Hebräisch klingt ein wenig wie Französisch, finde ich. Auch ich wurde auf Hebräisch angesprochen. Touristen waren in diesen Kriegszeiten nicht an Board. Es war also familiär und trotz der vielen kleinen Kinder ruhig. Alle wollten nach Hause.

Ich empfand es als Segen und als eine besondere Ehre, nur mit jüdischen Menschen in einem Flugzeug zu sein. Man ist ja oft als Europäerin mit vielen Türken, Arabern oder Asiaten auf engstem Raum. Aber mit Israelis? So gut wie nie. Das ist exotisch und spannend. Die Menschen haben meist schöne dunkle Augen, sehr gerade Nasen und wirken gebildet und – ja – exotisch auf mich.

Kontrolle usw. war kein Problem. Alle waren sehr freundlich und wünschten mir viel Erfolg bei meinem Konzert in Haifa.

Ich wurde auch ein paar Mal gefragt, ob mir Männer etwas in meinen Koffer getan hätten und wer meinen Koffer gepackt hat. Als ob Frauen so dumm wären, dass Männer Bomben in ihren Taschen platzieren könnten. 

Ich wohne hier im neuen Stadtteil Katamon von Jerusalem, ca. 15 – 20 Minuten von der Altstadt mit dem Auto. 


 

6. Mai 2024 Liebe ist nicht das, was man erwartet zu bekommen, sondern das, was man bereit ist, zu geben. (Catherine Hepburn)

Foto: Seufert / Siemann / Weiß Orgel Esselbach kath. St. Margaretha Kirche

Ich stimme damit nicht ganz überein. Liebe ist durchaus das, was man bekommt. Es ist sehr wichtig, die Liebe anderer Menschen anzunehmen und sie dadurch zu ehren und zu würdigen. Manche Menschen können Lob, Geschenke, gute Worte und Liebe anderer kaum annehmen. Sie wollen alles selbst machen und alles kontrollieren. Ich liebe Geschenke, Lob, gute Worte, Hilfe und kann in all diesen Dingen Gott erkennen. Wenn mir ein Mensch Gutes tut, sehe ich Gott darin. Und Gott ist Liebe pur. Natürlich ist Liebe Geben. Aber zuerst muss man Nehmen können. Denn Gott muss man keine Liebe geben, sondern seine Liebe annehmen. Das ist schwerer, als viele denken. Und dann: dann geben und lieben. Aber eben nicht aus dem Motiv, alles selbst zu machen und zu kontrollieren. Lieben und geben, weil man wirklich liebt und weil man geliebt wird. Für mich war es nämlich sehr erstaunlich, dass auch Gott geliebt werden möchte. Wie viel mehr wir Menschen. Im Grunde ist es für uns Menschen ein Schock, nicht geliebt zu werden. Ich glaube, selbst für Gott. Man sieht ja schon an Tieren und Kindern, wie sehr sie nach Liebe lechzen und geschockt sind, wenn sie diese nicht erhalten. Jede kleine Amsel, die in der Erde nach Würmern pickt, will geliebt werden. Und alles, was man kritisiert, sollte man im Airbag der Liebe einbetten. Als ich auf meinem Balkon im Frühjahr aufhörte, Vogelfutter auszulegen, hat die Amsel mehrere Tage lang Zeter und Mordio gerufen. 

News: Ich ziehe ja endlich um in eine große Wohnung, in der mein Steinway zur Geltung kommt und ich dort Videos und Aufnahmen machen kann. Wir haben am Wochenende über 74 Kartons gepackt, die alle zusammen 3 1/2 Tonnen wogen mit Platten, Noten, Büchern, CDs und DVDs. Die Umzugsfirma sagte, so viele so schwere Kartons, dennoch gut gepackt, hätten sie noch noch nicht gesehen. Und das ist erst die Hälfte. 

Am Wochenende war ich in Bischbrunn und Esselbach, Unterfranken, Spessart. 

Pneumatische Weise Orgel, katholische Kirche Allerheiligste Dreifaltigkeit in Bischbrunn, Esselbach, Franken, Spessart, 2 M, 17 R

Nacktpfeifeninstrument, neobarock intoniert, feste Kombis, Kippschalter. Sehr hübsche rote, geschmückte und doch schlichte Dorfkirche im Fränkischen, ca. 1200 EW; bei Marktheidenfeld. Der Spessart besitzt den größten geschlossenen Wald Deutschlands.

Meine 8. Weise Orgel. Ich spielte sie unter anderem in Cham, Würzburg, Kleinostheim, in Bayern und Franken bis ins beinahe schon „fränkische Aschaffenburg“ hinaus.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.


Anschließend waren wir in Esselbach, Franken, Spessart:

Romantische Philipp Seufert / Willibald Siemann / Gustav Weiss Orgel mit fränkisch-spätbarock-französischem Touch, katholische St. Margaretha Kirche Esselbach, Bischbrunn, Unterfranken, Spessart, 2 M, 22 R

Die heutige Orgel mit 22 Registern wurde später, um 1941, im historischen, blaugoldenen Prospekt der Orgel von Siemann (1864-1932) eingebaut, die vorher im Kloster Triefenstein stand. Orgelbau Weiß sanierte die Orgel 1994.

Die hübsche, kleine und geschmückte Dorfkirche im Fränkischen steht unter Denkmalschutz, ca. 1200 EW im Ort; bei Marktheidenfeld. Der Spessart besitzt den größten geschlossenen Wald Deutschlands.

Meine 3. Seufert / Seuffert Orgel. Ich spielte sie unter anderem in Bayern und Franken bis ins beinahe schon „fränkische Aschaffenburg“ hinaus; auch im Dom Würzburg. Philipp Seufert war der Sohn von Johann Philipp Seuffert, Begründer einer Orgelbau-Dynastie.

Siemann-Orgeln spielte ich in Arnstein (Franken) und in Regensburg. Weiß-Orgeln spielte ich bereits 10 Instrumente, unter anderem in Leinach, Würzburg und in fränkischen Dörfern.

Weiß ist nicht mit Orgelbau Weise zu verwechseln. Beide sind fränkische Orgelbauer.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.

Die frühklassizistische Saalkirche wurde 1779 gebaut und besitzt einen eingezogenen Chor mit halbrundem Ende. Der Fassadenturm im Westen mit Pyramidendach und Laterne hat eine hübsche Turmuhr und den Glockenstuhl mit fünf Kirchenglocken.

Ins Auge fällt der 1790 gebaute Hochaltar, die 1690 erschaffene Kanzel und das Taufbecken von 1648. Die kleine Orgel steht auf der grünen Westempore.

Süffige und zarte und lichte Akustik. Man klettert über ein paar Stufen auf die Orgel wie auf ein Pferd.


1. Mai 2024 Foto: Ott Orgel Breckerfeld

Meine Webseite ist umgezogen auf einen größeren Server, daher konnte ich einige Zeit lang nicht schreiben. 


Es war sehr schön an der großen weißen Beckerath Orgel (3 M) in der katholischen Basilika St. Suitbertus Kirche in Kaiserswerth in Düsseldorf.

Die ehemalige Stiftskirche, kühl und dunkel, im wunderschönen und bei Touristinnen sehr beliebten Stadtteil Kaiserswerth voll Eisdielen und Alleen gefällt mir, mit seinen bunten Fenstern.

Sehr schön sind die dicken Blumengirlanden, die sich über die beiden Pedaltürme, Pedalpfeifen, Pfeifen und das Rückpositiv ziehen.

Das Radialpedal ist angenehm. Die lange Basilika besitzt eine grüne flache Decke. Durch diese flache, hohe Decke entsteht eine samtige Akustik.

Zuvor gab es hier eine Ernst Seifert Orgel.

Das wunderschöne Schleifladen-Instrument mit weißen Registerzügen und Radialpedal, Schweller und Fußpistons steht tief und schwer wie ein praller Tropfen auf der geräumigen Westempore der schönen, kompakten Basilika direkt am Rhein. Meine 26. Beckerath Orgel. Ich war schon immer ein Beckerath-Fan. 

Das große Rückpositiv mit geschmücktem Zaun ist besonders beeindruckend, und es war schön, hier zu spielen:

Beckerath Orgel Kaiserswerth

Beckerath Orgel Basilika St. Suitbertus Düsseldorf Kaiserswerth


Auch die flügelförmige Ott Orgel (2 M) in der evangelischen St. Jakobus Kirche in Breckerfeld bei Hagen (NRW) gefällt mir sehr gut. Meine siebte Ott-Orgel.

Die tief stehende Orgel auf der geräumigen Westempore mit Rückpositiv und spanischen Trompeten in der kleinen offenen Kirche klingt brillant und glitzernd neobarock mit romantischen Anteilen.

Es war schön, hier Bach und Mendelssohn zu spielen. Die gleichnamige Kirche katholisch gegenüber besitzt eine ganz kleine, einmanualige Walcker Orgel: Disposition zum ersten Mal im Netz. Untergebracht waren wir im Böving Hotel und aßen im Rosengarten (Balkan Küche, mit Spargel).




Mit am Schönsten aber war die wunderbare große Karl Göckel Orgel (3 M) in der großen katholischen St. Peter Kirche in Düsseldorf (Unterbilk). Es ist erst meine dritte Göckel-Orgel, u.a. im Dom in Würzburg.

Die französisch inspirierte Orgel hoch oben auf der geräumigen, sauberen Westempore ist hervorragend für romantische Musik geeignet, ist aber auch eine gewisse Universalorgel, also auch für Bach gut und sogar für norddeutsche Musik aufgrund seiner Solostimmen und Mixturen. Die Orgel ist vom Klangbild insgesamt mild und warm.

Die mechanische Schleifladen-Orgel mit Elfenbein und phantastischen Zungen besitzt knapp 60 Register.

Es war sehr schön, hier zu spielen. Man betritt die Empore durch die Orgel hindurch. Sie ist rechts und links aufgeteilt mit dem prächtigen Spieltisch in der Mitte.

Über den Stufen oberhalb des Spieltisches fliegt der Blick direkt in die Kirche. Auch oben am Fenster, auf der geschmackvolle Orgelpfeifen gezeichnet wurden, befinden sich rechts und links Pfeifen und rechts Holzpfeifen des Pedals; das Schwellwerk sieht man links schließen, rechts ist nur symmetrischer Schmuck. Alle Klänge der (französischen) Romantik sind hier möglich, aber auch Liszt und Reubke.

Es gibt zarte Streicher, ein enormes Tutti, Posaunen und Trompeten, viele wunderbare Solostimmen in allen Schattierungen, schnelle Tremulante, deren Nebengeräusche unten nicht zu hören sind –

Schwebungen und Schwellungen und individuell kombinierbare Cornettklänge; alle 2-Flöten und 2-Prinzipale und selbst die Mixturklänge und feste Cornettklänge sind weit entfernt von grell, eher rauchig und warm. Besonders die überblasenen Klänge gefallen mir.

Das symphonische Klangbild mit wunderbaren Zungen, einer seltenen 32-Flöte im Pedal, eines reich bestückten Pedals des Instruments ermöglicht die gesamten Orgelliteratur. Die Akustik trägt in die rote Säulenhalle der Kirche, die früher einmal die Größe einer Kathedrale besaß, bevor der Brand alles zerstörte.

• Mechanische Spieltraktur, elektrische Koppeln

• Elektrische Registertraktur mit Setzer

• 

Midifähig


Göckel Orgel St. Peter Kirche Düsseldorf

22. April 2024: Foto: St. Thomas Kirche altkatholisch Düsseldorf, Peter Orgel

Ich habe ein andere Angebote bekommen, da mir hier die Verwaltungsangestellte in St. Bonifatius meine Konzerte nicht mehr oder nur noch schwer ermöglichen wollte trotz ihrer vorherigen Beteuerungen und Versprechungen, sie würde mich absolut unterstützen und mich frei lassen. Anfangs wurde ich hofiert (was den Alteingesessenen neidisch machte) und dann zunehmend schleichend gegängelt. Zudem waren 12 Messen in der Woche dann viel, wenn sogar an meinem einzigen freien Tag in der Woche Gespräche und Proben stattfanden und Nachrichten und Aufgaben eingingen.

Zum Vergleich: Meine evangelischen Kolleginnen spielen einen Gottesdienst pro Woche.

Wenn ich andere Kirchen besucht habe, gab es oft eifersüchtige Aussagen. Mein Dienst wäre doch nur da!

Zudem musste ich mich auseinander setzen mit meinem ketterauchenden Kollegen, seit ca. 16 Jahren im Dienst, weniger ausgebildet und herum erzählend, er würde besser spielen, ohne Literatur. Alle täglichen Morgenmessen um 8 und die Abendmessen an den schlechteren Orgeln schusterte er mir zu, mit der Begründung, er würde ja die Liedpläne entwerfen, die der Pfarrer 5 Minuten vor der Messe sowieso geändert übergab, weil er die Liedpläne für aus der Lostrommel gezogen hielt. Ich hatte an Ostern und Erstkommunionen 7 verschiedene Choreinsätze in 5 Wochen mit 3 Chören, mein Kollege gerade mal 2.

Er war sauer, weil ich die Arbeit seiner Herkunftsorgelbaufirma viel kritischer und neutraler bewertete als er und Pannen und Probleme aufdeckte.

Am schlimmsten aber war die Liste mit Leuten, die ich nicht kontaktieren durfte, weil sie Personen non grata geworden sind, und das Abwerten der Mitarbeiter kurz vor der Messe durch den Pfarrer in der Sakristei. Küster / Mesner wurden sehr unfreundlich angesprochen bei jeder kleinen Unachtsamkeit. In der Predigt aber ging es um Liebe und Geduld und das Vater unser wurde anschließend lieblos heruntergebrabbelt. Das kann doch nicht Kirche sein. Die Leute fürchteten sich vor ihm. Meine Vorgänger sind fast alle geflüchtet.

Die Arbeit mit den Chören war sehr schön, ich bin in Chorleitung in natürlicher Weise begabt, glaube ich. Das war immer ein Highlight. Ich wurde sofort akzeptiert und gemocht.

Ich habe trotzdem viel gelernt und bin dankbar für diese Zeit Januar bis Mai.

Video: Lobback Orgel Weikersheim

 


Goll Orgel Marktkirche Hannover