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Klavier

14. April 2026: Aber ich sitze unter den gewaltigen Deckengemälden und fliege mit der Orgel. (AHS)

Foto: Späth Orgel 2019 Appenzell Schweiz Konzert 2026

Ja, das stimmt, nach Konzerten brauche ich ca. 24 Stunden, um mich wieder zu sammeln und alles zu verarbeiten. Brauche Schlaf und Ruhe.

Vorgestern war ich auch wieder am schönen Bodensee in Bregenz. Wenn ich die Natur betrachte, den Frühling, die Blumen, die Schöpfung und die Farben, das Wasser wie Samt, jede Minute die Farbe ändernd, und die ruhigen, unschuldigen Tiere auf ihm … und dann die Menschen, die um den See herum laufen –

… dann denke ich, dass Menschen das Gegenteil sind von der schönen, zarten Schöpfung: Sie sind laut, egoistisch, die Frauen sind auf eine Art und Weise angezogen und die Männer noch schlimmer … sie trinken und rauchen und lachen schrecklich und eine ohrblutende Scheusalmusik ächzt in die Luft.

Wenn ich dagegen einen Schwan betrachte, der einfach seiner Berufung folgt und dafür perfekt gemacht ist – nichts von „Gesetz des Stärkeren oder Fiteren oder Best-Angepasstesten“ – alle Tiere, jedes Wesen hat seine Berufung, nur die meisten Menschen verpassen ihre.

Ein Schwan muss nicht überlegen, wie er überlebt, er muss kein Löwe werden oder ein Wiederkäuer oder ein Adler. Er ist das, was er gemacht wurde. Er ist das, was er ist. Insgesamt ist die Natur sehr kindlich, zart, bunt, unschuldig. Das Gegenteil von laut, stark, autoritär, Testosteron. Das Gegenteil von Mensch.


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13. April 2026

Foto: Späth Orgel 2019 Appenzell Schweiz Konzert 2026

Das Konzert in Appenzell gestern war sehr schön. Die elektrifizierte Späth Orgel mit frei stehendem Spieltisch (3 M) ist neu von 2019. Es ist eine französisch-neobarock angehauchte Orgel im alten kostbaren Prospekt. Früher gab es hier die romantische pneumatische Klingler-Orgel.
Zu dieser Akustik stelle ich mir eine romantische Orgel noch schöner vor als eine neobarocke. Ich finde es daher ein bisschen schade, dass ein Neubau hergestellt wurde.

Jedoch ist diese neue Orgel dennoch eine Freude, zu spielen. Der Spieltisch ist sehr ästhetisch, mit Blick auf den Altar. Es gibt Schweller, die große Setzeranlage, Radialpedal, Tremulante und Spielereien wie Tastenfesseln. Alles ist klar, leicht spielbar und gut geordnet.

Es ist trotzdem irgendwie verwirrend, ein Radialpedal und Tastenfesseln zu einer neobarocken Orgel zu haben.
Historische (französische) Barockorgeln sind ja ganz anders eingerichtet, gerade vom Pedal und Spielgefühl her. Es kommt mir dann vor, als wäre ich in der Wurstabteilung und alles ist vegan. Oder besser, ich bin in der veganen Abteilung und alles heißt Wurst. Orgel-Wurst.

Aber ich sitze unter den gewaltigen Deckengemälden und fliege mit der Orgel.


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12. April 2026: Wer die Enge seines Herzens ermessen will, höre Musik, musiziere oder bete. (AHS)

Foto: Nöske Rotenburg Orgel Rengshausen, Hessen

Auf nach Appenzell!

Schön war in Marienfeld auch Standing Ovations und dass die Presse, die NW, so etwas Schönes geschrieben hat:

IM ANDEREN KLANGKOSMOS

Die Spielfreude ist Ann-Helena Schlüter in jedem Akkord anzumerken

Die Botschaft von der Auferstehung bringt die Organistin Ann-Helena Schlüter bei ihrem Konzert am Ostermontag in der ehemaligen Abteikirche St. Marien hoch emotional und sehr modern rüber. Ihre mit dem schwedischen Wort LÄNGTAN (Sehnsucht) überschriebenen Kompositionen bilden das Herzstück ihres Solospiels, das in der langen, herausragenden Reihe der Auftritte in dem historischen Gotteshaus eine Sonderstellung einnimmt…“

Soon:

https://www.stumm-orgelverein.de/event/matinee-sehnsuchtsort-orgel-und-gesang/

Matinee Stumm-Orgel

Historische Heiligkreuzkapelle Appenzell Kreuzkapell

Die hübsche weiß-rote Kapelle mit 2 Glöcklein mitten im Dorfzentrum ist eine Augenweide. Wertvolle Kunstgegenstände befinden sich in ihr, aus dem 17. Jahrhundert: das Kruzifix, das Altarkreuz und die Kerzenstöcke. Der Opferstock ist sogar von 1560. Hier stand schon früh eine erste Kapelle von 1240.

Die spätgotische Heilig-Kreuz-Kapelle besitzt ein abgedachtes klassizistisches Sand­steinportal und ein spitzes Kupferdach. Hier hängen zwei kleine Glocken von 1772.

Die Kreuz­wegstationen von J.A. Füchslin von 1788 sind ebenfalls sehr schön.

Bei einem Überfall 1291 wurde die kleine Kapelle zerstört und im romanischen Stil erneut errichtet. Doch 1400 brannte sie ganz ab und wurde wiederum neu aufgebaut, doch diesmal im gotischen Stil, bevor sie 1513 als Totenkapelle geweiht wurde.

Aber den riesigen Dorfbrand 1560 überstand sie leider nicht.

Die jetzige Kapelle wurde 1561 mühsam aufgebaut auf dem alten Mauerwerk, das noch vom Brand übrig blieb, und 1590 geweiht.

Den nächsten Dorfbrand 1710 überstand die Kapelle ohne Kratzer.

1919 brannte die Kapelle wegen Brandstiftung erneut, wurde aber sofort gerettet. Sie hielt also die Attacken und Brände durch.

1787 erhielt sie ein klassizistisches Portal und 1892 neue Fenster; 1964 musste sie komplett renoviert werden. Die bunten neuen Glasfenster stammen von Ferdinand Gehr aus jenem Jahr, gefielen aber nicht allen.

Mein Konzert heute ist in der St. Mauritius Kirche.


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11. April 2026: Kann ich nur bestätigen.

Foto: Mönch Orgel kath. Kirche Heerbrugg Schweiz 2026

Heute erinnere ich an Ricarda Huch, 1864.

Das Konzert in Heerbrugg gestern war sehr schön.

Ja, es gibt nicht nur die Enge der Heimat, zu der man immer gern zurückkehrt. Es gibt auch die Enge der eigenen Zeit. Deswegen finde ich jede Art von Geschichte so wichtig und spannend: Kirchen. Orgeln. Komponistinnen. Literaten. Das, was für andere nur alt, tot oder Geraffel ist, ist für mich eine enorme Erweiterung meiner Zeit und Persönlichkeit. Die Fingerabdrücke der Ewigkeit. Bereits gestorben Künstler sind für mich lebendig.

Eigentlich kann ich dankbar sein: Aufgrund der männerdominierten und sektenartig evangelisch-freikirchlichen Lobpreis-Szene habe ich meinen Wunsch, die Orgel zu lernen, wirklich verfolgt. Ich bin zwar vom Regen in die Traufe gekommen, aber ich bereue meine Entscheidung nicht. Es gibt vermutlich keine nicht-männerdominierte Kunst-Branche. Oder fällt euch eine ein? Selbst in der Koch-Szene sind die Helden plötzlich Männer.

Meine Beobachtung in der Freikirche war, dass dort das Thema „Leitung“ das Wichtigste war. Nur „die Leiter“ schienen etwas wert. Alle anderen hießen Publikum, Frau oder dumme Schäfchen. Im direkten Zusammenhang zu Leitung stand Demut. Und je begabter du warst, desto demütiger musstest du sein. In meinem Fall war die Kompass-Nadel der benötigten Demut niemals zu erreichen.


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10. April 2026: 🙂

Foto: Klais Orgel Harsewinkel 2026

Ich wurde gefragt, was ich von dem Neuen Geistlichen Lied halte oder von Worship und Lobpreis. Ja, also, ich habe nichts dagegen, im Gegenteil, viele Songs und Lieder sind sehr schön. Ich habe ja selbst viele geschrieben. Was mir allerdings auffällt, ist, dass diese Lieder von Albert Frey und Lothar Kosse und Co und in diesem Stil auf Dauer langweilig, platt und immer gleich klingen; sie sind im Gegensatz zu den alten wundervollen Chorälen so schnell “ausgelutscht”. Aber manche singen sie immer noch. Dass sie so wenig Substanz haben letztendlich im Vergleich zu den Chorälen, das liegt auch an den Texten, glaube ich. Die Texte sind einfach nicht tief genug. Sie halten sich nicht.

Die Lieder erinnern mich an die Schokolade Bounty. Ich habe das mal so geliebt und dauernd gegessen; heute kann ich das nicht mehr recht verstehen; und ich mag Bounty eigentlich nicht mehr sonderlich. Ich kann es trotzdem essen. Aber ich habe es schon ewig nicht mehr gegessen. Aber Brot und Käse und Butter – das wird nie langweilig. So ist es mit diesen Liedern und den Chorälen im Vergleich.

Außerdem habe ich die traurige Erfahrung gemacht, dass die Leute, die diese Lieder geschrieben haben, keine Vorbilder oder besonders tolle Christen oder so waren. Im Gegenteil. Das Lobpreis Business ist sehr weltlich, sehr männerdominiert, es geht um Geld, um Macht, um Revier. Mit viel Sekten-Charakter. Auch da haben Männer ihre Hand auf dem Hebel gehabt, Männer wie Frey, Arne Kopfermann und Michael Schlierf haben niemanden neben sich geduldet oder hochkommen lassen, der oder die anders oder besser war oder nicht ins Bild gepasst hat – und Frauen (außer die eigene) und studierte Musikerinnen schon gar nicht.

Ich habe auf diesen freien christlichen Treffen Dinge an Hauen und Stechen erlebt, an Männer-Klüngel “im Namen Jesus”, wo Leitertreffen als “Elefanten-Treffen” bezeichnet wurden, in denen nur die Männer saßen, eingebildet und ungebildet bis dorthinaus, die davon sprachen, dass ich nicht demütig genug sei, zu leiten.


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9. April 2026: Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt. (Jesus: Joh 11,25)

Foto: Klais Orgel op. 1240 St. Lucia Kirche Harsewinkel 2026

Heute erinnere ich an die wunderschöne Noelia Castillo Ramos aus Spanien. Sie wurde 2022 Opfer von Männer-Gewalt.

Klais Orgel opus 1240 kath. St. Lucia Kirche Harsewinkel, Ostwestfalen, 3 M, 38 R, Rückpositiv, spanische Trompeten aus Kupfer, 2728 Pfeifen

Die große St. Lucia Kirche mit 4 Glocken und mit großer Akustik und starkem Nachhall besitzt diese neobarock angehauchte Klais Orgel von 1963 mit einer Setzeranlage von 2019 mit 10.000 Kombinationen und Sequenzschaltung. Die Schleifladen-Orgel mit mechanischer Spieltraktur und elektrischer Registertraktur wirkt von unten auf den ersten Blick pneumatisch. Es war schön, sie zu spielen.

Sie wurde 2019 saniert von Orgel-Manufaktur Stefan Peters.

Die Filialkirche St. Johannes der Täufer in Greffen mit einer Breil-Orgel gehört ebenfalls zu St. Lucia. Ebenso St. Paulus in Harsewinkel und St. Marien in Marienfeld.

Tolle spanische Trompeten in großer Akustik. Durch die Säulen und die hohen Decken und die schlichte Ausstattung ist der Nachhall mächtig. Es ist meine 24. Klais-Orgel. 

Anbei alle drei Orgeln in Harsewinkel Ostwestfalen:


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8. April 2026: Die Schutzengel unseres Lebens fliegen manchmal so hoch … blabla (Jean Paul) – wozu einen Schutzengel, wenn wir Jesus haben?

Foto: Französische Muhleisen-Orgel 2004 St. Paulus Kirche Harsewinkel 2026

Ich finde es schön, nach dem Konzert, wenn alle Menschen stehen und nach oben schauen, plötzlich unten zu erscheinen. Viele sind sehr verblüfft, mich zu sehen.

Neue französisch-symphonische Mühleisen Orgel kath. St. Paulus Kirche Harsewinkel Ostwestfalen, 3 M, 35 R (45 R durch Transmissionen), Glockenspiel

Das mechanische schöne Schleifladen-Instrument hier im Norden besitzt eine elektropneumatische Doppelregistratur, Transmissionen und eine Setzeranlage. Die Setzeranlage mit 18000 Kombinationen und Sequenzern lässt sich komplett verstecken. Man muss sie also nicht verwenden. Dann kann man das Instrument rein mechanisch spielen.

Ich finde es sinnlicher, ohne Setzeranlage zu spielen – auch weil man dann spontan und flexibel bleiben kann. Manche sind sonst total festgelegt auf ihre Programmierungen und können nicht mehr auf ein Gefühl, einen Eindruck im Konzert reagieren. Es wird nur noch runtergespult, was man zuvor festgelegt und festgetackert hat, außerhalb des Konzertes. Und drückt dann nur noch Knöpfe und Nummern. Manche agieren nur so.

Wir besuchten die Muhleisen Orgel nach meinem Konzert in Marienfeld. Es ist eine ebenerdige Altarorgel.

Obwohl Harsewinkel in Ostwestfalen im Münsterland nur ca. 25.000 EW besitzt, hat sie gleich drei große, dreimanualige Orgeln, die sehr unterschiedlich sind: Die Klosterorgel Marienfeld, diese Muhleisen-Orgel und die Klais-Orgel in St. Lucia.

Die rote Kirche St. Paulus ist eine moderne Kirche aus den 60iger Jahren, groß, hell und sehr angenehm, was nicht bei allen modernen Kirchen der Fall ist. Harsewinkel ist ein reicher Ort.

Die schicke französische Orgel, die von Spenden finanziert wurde, steht links vorne am Altar. Es ist meine 5. Mühleisen-Orgel. Es war schön, sie zu spielen.

Diese französische Orgel mit romantischen Stimmen ist ganz anders als die Barockorgel im Kloster Marienfeld. Es war hochinteressant, die Mühleisen Orgel direkt im Anschluss an mein Konzert zu spielen.

Transmissionen haben oft keinen guten Ruf, sind eher “verpönt”. Aber wenn man Transmissionen in einer Orgel verwendet, muss man genau wissen, wie, und wenn sie sind sehr gut gemacht sind, wie hier, können sie super sein. Sie “vergrößern” die Orgel, was bedeutet, dass Farben, die es schon in einem anderen Werk gibt, auf ein anderes Werk übertragen werden, so zum Beispiel in das Pedal, wie hier. Und dann die Kunst der Intonation!

Sehr schöne, singende Akustik. Die Orgel klingt sehr direkt, ohne übergriffig zu sein. Der Klang ist weich, sonor, füllig:



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7. April 2026: Den gewohnten Hörkosmos exquisit verlassen.

Foto: Abbey Marienfeld Barockorgel 2026: Zungen Zimbel Zungen

Mein Konzert an der Klosterorgel heute in Marienfeld in der St. Marien Kirche von 1222 war sehr gut besucht. Es gab an der Kasse eine Schlange. Die Presse war auch da, die Neue Westfälische, die Fotos von mir an der Orgel machten. Ich habe zwei eigene Kompositionen gespielt.

Ich wünschte zu wissen, wie die originale Johann Patroclus Möller Orgel von 1751 geklungen hat. Die blau-grüne große Möller Kreienbrink Orgel hier in Ostwestfalen am Rande des Münsterlands im reichen Harsewinkel besitzt eine offene Tür im “Parterre”-Prospekt hoch zum Spieltisch, eine Ostertür unten, ein leuchtendes rotes Kreuz an Ostern im Gehäuse, 2 Zimbelsterne: einen langsamen (zart stöhnenden) und einen schnellen flirrenden Zimbelstern.

Zudem 2 Tremulante, Zungen, Flöten. Kein Schweller, keine Setzeranlage ❤️ Wenn es keinen Schweller gibt, gestalte ich durch die Registrierung einen Schweller. Und es ist mir auch diesmal gut gelungen. Menschen dachten, es gäbe einen Schweller.

Die Register für das dritte Manual befinden sich über dem Kopf. Dieses dritte Manual ist sehr laut am Spieltisch; man muss als Konzertkünstlerin immer auch unten sein, sich sozusagen durchschneiden, um auch unten zu hören gleichzeitig.

Ich verbinde sehr gern Spaltklänge und gestalte ungewöhnliche Sounds und verwende alles, was an Farben da ist, jeder Klang und jedes Register wird gefeiert. Die Manualtasten sind etwas ungleichmässig, das Pedal recht eng; mit Holz-Wölbungen an den Seiten, die man für weitere Tasten halten könnte.

Die große majestätische Orgel der Klosterkirche des ehemaligen Zisterzienserklosters ist leider keine historische Orgel mehr, sondern es ist nur das historische wunderbare Gehäuse von Johann Patroclus Möller.

Es ist der größte und schönste Barockprospekt Westfalens.

Diese Orgel ist leider keine Restaurierung, sondern ein Kreienbrink-Neubau mit einigen erhaltenen alten Pfeifen. Das ist natürlich ein Schock.

Diese riesige beeindruckende ebenerdige Parterre-Orgel ist nicht restauriert worden, sondern wurde ein Schleifladen-Neubau. Dabei wären u.a. Ahrend, Wegscheider, Scheffler … sehr gute Orgelbau-Firmen für eine Rekonstruktion und Sanierung gewesen.

Kreienbrink hatte hier leider wenig Erfahrung gehabt. Doch man einigte sich 1999 in den Diskussionen leider nicht und stritt. Das lag an mehreren Faktoren.

Es gab um 1999 herum männerdominierte Symposien, um über die Zukunft der Möller-Orgel zu entscheiden. Jedoch hatte man unterschiedliche Vorstellungen, auch finanziell, und es gab wohl keine verlässliche Möller-Disposition. Es entschied dann die Partei, die aus dieser Gegend stammt, und man entschied sich für Kreienbrink, was etwas schade ist, da das barocke geniale Instrument nun eine etwas vage neobarocke unspezifische Version wurde. Dennoch immer noch wunderschön. Allein durch die brillante singende Akustik.

Nun ist ja viel Zeit vergangen. Vielleicht kann man ja nun neu ein Symposium starten, für eine Rekonstruktion?

Die spätromanische Abteikirche des alten Zisterzienserklosters ist ein wertvolles Baudenkmal in Westfalen.
Die Kirche aus dem Jahr 1222 mit den später ergänzten Seitenschiffen ist innen reich verziert.

Mein Hotel ist sehr schön. Im Gästebuch der Orgel-Künstler bin ich – wie so oft – die einzige Frau:


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6. April 2026: Froher Ostermontag 2026!

Foto: Konzert Kloster Marienfeld 2026

Ich bin unterwegs nach Gütersloh und freue mich auf diese geniale Orgel an Ostermontag in Ostwestfalen: Konzert Orgelkonzert St. Marien Kirche Marienfeld Harsewinkel bei Paderborn, österliches Konzert, in der Reihe Geistliche Konzerte:

Orgel Kloster Marienfeld


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5. April 2026: Amen! Gesegnete Ostern 2026!

Foto: Konzert Appenzell 2026: SEHNSUCHTSORT ORGEL Schweiz

Pneumatische historische Kuhn Orgel Frauenkloster Maria der Engel Appenzell Schweiz, ca. 6000 Pfeifen, 2 M, 11 R, Taschenladen

Die kleine hübsche romantische Kloster-Orgel auf der Westempore hinter einem Zaun wurde 1991 und 2023 von Kuhn saniert, geputzt und revidiert, da Schimmel und Alter dem Instrument zugesetzt hatten. Außerdem wurde sie neu intoniert durch Matthias Hugentobler.

Schimmel verändert die Klangfarbe und ist allgemein gefährlich für die Orgel. Besonders auf Holzpfeifen setzt sich gern Schimmel ab. Die Pfeifen mussten ausgebaut und gereinigt werden. Eine zusätzliche Lüftung sorgt nun für besseren konstanten Luftaustausch in der Orgel, um Schimmel vorzubeugen.

Auch der Spieltisch wurde revidiert.

Und das gesamte Klostergebäude wurde saniert.

Sie ist die vierte Orgel des Klosters. Während von den ersten beiden Orgeln leider wenig bekannt ist, stammen einige der heutigen Pfeifen noch von der dritten romantischen Orgel von 1850.

Die Doublette 2’ und die dreifache Mixtur sollen noch aus dem Vorgängerwerk von Dörig stammen.

1975 wurde die historische Kuhn Orgel dem damaligen Klanggeschmack angepasst. Einige Register wurden leider beschnitten, um den Zeitgeist der Neubarockisierung zu befriedigen.

Man meinte, mit der Neobarockisierung hellere, glänzendere Klänge erhalten zu wollen. Dabei war die Orgel im Original schon weich, singend, zart und auf die Schwestern ausgerichtet. Diese Eingriffe sind wiedermal nicht zu rechtfertigen.

Die Klosterorgel besitzt eine pneumatische Traktur: Der Impuls von den Tasten zu den Pfeifen wird durch Luftstrom durch dünne Bleiröhrchen ausgeführt, also nicht mechanisch.

Dabei sind die Blasbälgchen und Leder-Membranen schnell verschlissen und müssen regelmäßig ersetzt werden, was leider manchen Kirchgemeinden zu teuer ist.

Historische Heiligkreuzkapelle Appenzell Schweiz

Die hübsche weiß-rote Kapelle mit 2 Glöcklein mitten im Dorfzentrum ist eine Augenweide. Wertvolle Kunstgegenstände befinden sich in ihr, aus dem 17. Jahrhundert: das Kruzifix, das Altarkreuz und die Kerzenstöcke. Der Opferstock ist sogar von 1560. Hier stand schon früh eine erste Kapelle von 1240.

Die spätgotische Heilig-Kreuz-Kapelle besitzt ein abgedachtes klassizistisches Sand­steinportal und ein spitzes Kupferdach. Hier hängen zwei kleine Glocken von 1772.

Die Kreuz­wegstationen von J.A. Füchslin von 1788 sind ebenfalls sehr schön.

Bei einem Überfall 1291 wurde die kleine Kapelle zerstört und im romanischen Stil erneut errichtet. Doch 1400 brannte sie ganz ab und wurde wiederum neu aufgebaut, doch diesmal im gotischen Stil, bevor sie 1513 als Totenkapelle geweiht wurde.

Aber den riesigen Dorfbrand 1560 überstand sie leider nicht.

Die jetzige Kapelle wurde 1561 mühsam aufgebaut auf dem alten Mauerwerk, das noch vom Brand übrig blieb, und 1590 geweiht.

Den nächsten Dorfbrand 1710 überstand die Kapelle ohne Kratzer.

1919 brannte die Kapelle wegen Brandstiftung erneut, wurde aber sofort gerettet. Sie hielt also die Attacken und Brände durch.

1787 erhielt sie ein klassizistisches Portal und 1892 neue Fenster; 1964 musste sie komplett renoviert werden. Die bunten neuen Glasfenster stammen von Ferdinand Gehr aus diesem Jahr, gefielen aber nicht allen.

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