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22. Mai 2022

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Wenn du da oben auf der Bühne stehst, dann bist du mit Abstand die coolste Person im Raum. (Jule Weber)

Heute erinnere ich an Hester Stanhope, britische Abenteurerin. Und an die wunderbare Schwedin Ellen Ammann (1870-1932). Sie war die erste weibliche Abgeordnete im bayerischen Landtag. Sie wird in München im Bahnhof geehrt. Sie warnte bereits 1923 vor Hitler. Gestern kam mein ICE wegen Unwetterwarnung erst sehr spät.

Foto: Seufert Orgel, Dom Würzburg

Die Canora 4‘ in 1013 im Mozarteum hat Firmengründer Hermann Eule um 1880 einige Male gebaut. Es ist ein trichterförmiger Principal mit etwas Strich, aber mehr Volumen als ein Geigenprincipal. Eule hat die Canora 4‘ auch noch 2013 in Vaduz/LI im Chorbegleitwerk eingebaut.

Gestern Nacht hat mich Johannes Krahl, Orgelstudent aus Leipzig, auf WhatsApp belästigt, er wollte wissen, ob ich einen Freund habe, teilte mir mit, dass ich ihn heiraten solle, dass er Sex mit mir haben wolle und dass er fleischliche Gelüste hätte und ich nach einem Konzert in seinem Bett schlafen solle und dass er schon 2 Jahre keinen Sex mehr gehabt hätte. Ich habe noch nie von ihm gehört. Um mir zu imponieren, log er auch ziemlich viel, was mir gleich auffiel. Ich war gerade mit dem ICE aus Salzburg unterwegs. Das sexistische Niveau der Orgelszene ist echt immer wieder erstaunlich, auch, dass solche Typen für sehr wenig Geld spielen und auch andere mehr oder weniger für umsonst spielen lassen wollen. Ob sie deswegen aus Frust Frauen sexuell belästigen? Auf jeden Fall Vorsicht vor Johannes Krahl. Der scheint es echt nötig zu haben. Er wollte zudem Zugriff zu meiner Webseite bekommen und hat, um das zu erreichen, das Blaue vom Himmel heruntergelogen. Er scheint mir gefährlich zu sein. Ist er ein Schmeding-Schüler? Es ist nicht das erste Mal, dass mich Schüler von Martin Schmeding attackiert haben. Das ist bestimmt kein Zufall. Ob Tom Anschütz dahintersteckt?

Morgen spiele ich hier:

Steinmeyer Orgel Kirchenburg Hüttenheim in Franken

Neu: Bochmann Orgel Weißenfels, Museum Weissenfels

Bochmann Orgel Weissenfels

17. Mai 2022

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Sei dankbar für jeden Dorn, den andere auf dich schleudern, das Zeichen, dass du bald in Rosen badest. (Elif Shafak)

Türkische Schriftstellerin. Heute erinnere ich an Yvette Vaucher, Schweizer Bergsteigerin, und Erika Runge, Regisseurin (oral history) und Assia Djebar (algerische Regisseurin).

Foto: restaurierte Ladegast Orgel St. Laurentii Weißenfels, Einweihungskonzert gestern, Mai 2022: Wunderschöne zarte kleine Orgel, die spitz nach oben läuft. Sehr schönes und einzigartiges Museum in Sachsen-Anhalt, sehr zu empfehlen. Das Museum gehört zur hübschen, kleinen, roten, evangelischen Kirche St. Laurentii (Laurentiuskirche) unter großen Bäumen, ein Ort der Zivilcourage 1989. Mein Konzert am Museumstag am 15.5.2022 war sehr schön. Es war das Einweihungskonzert der 2020 restaurierten Orgel.

Die Orgel mit 14 Registern wurde im Jahr 1879 durch Ladegast in der kurz zuvor errichteten Kirche installiert und besitzt ein Kegelladesystem. 1895 nahm sein Sohn Oskar Ladegast Veränderungen und Erweiterungen vor, anstelle der mechanischen eine pneumatische Traktur.

Obwohl es zwischendurch auf Grund des Ausfalls einer Orgelbaufirma eine Verzögerung bei der Neurestaurierung gab, wurde diese Ladegast-Orgel schließlich durch die Orgelbaufirma Thomas Bochmann restauriert.

2020 saniert, seit 2010 existiert das Museum.

Friedrich Ladegast (1818 – 1905) gehört neben Heinrich Schütz und Novalis zu Weißenfels, S-A. In Ladegasts dort 1847 gegründeter Werkstatt entstanden 200 Instrumente und zogen Franz Liszt, Julius Reubke und Max Reger an. Neben Wilhelm Sauer und Eberhard Friedrich Walcker gilt Ladegast als Schöpfer der deutschromantischen, süffigen “Monumentalorgel“ im 19. Jahrhundert, besonders hier im heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt. In Weißenfels und Umgebung sind viele Orgeln im Originalzustand erhalten. Diese Orgel ist klein, aber oho.

Schöne samtig trockene Akustik, griffiger und sinnlicher Spieltisch.

Mir gefallen Haydns Flötenuhren sehr. Am meisten aber liebe ich Haydns Schöpfung und seine Klaviersonaten.

Es hat viel Spaß gemacht, die 2020 restaurierte Ladegast Orgel von 1879 in der Laurentiuskirche einzuweihen, gut besuchtes Konzert, Blumen, liebe Leute, die bis aus dem Harz gekommen sind. Wir waren lecker essen (Spaghetti, Spargel, Eis…). Museumstag 2022. Die Stasi-Lampe direkt neben der Orgel spendete mir Licht.

Sehr schön war hinterher das Konzert im Heinrich Schütz-Haus, mit dem Ensemble “suonArte”, das ich sehr empfehlen kann. Wundervolle Instrumente, schöne Atmosphäre, Schlüsselfideln, Gamben, Clavichorde und Schütz‘ wunderbare geistliche Musik, sich auf ihn und seine Zeit einzulassen. Was mir zudem gefiel: Auch optisch war das Ensemble angepasst an die Zeit von Schütz, kein moderner Schmuck, schöne, schlichte Kleidung von damals, und auch die Noten waren in Hüllen und Umschlägen, die keine moderne Zeit verrieten – also alles angenehm und schlicht. Dazu die Instrumente: eine Schlüsselfidel (Key Fidel), Viola da Gamba, Blockflöten in allen Formen und Größen, und eine schöne Stimme ohne massives Vibrato von Friederike Urban. Von allen wunderbaren Komponisten stach Schütz in seiner Genialität doch immer wieder heraus, wie ich fand. Das Programm war rein weltlich, was mich etwas gestört hat. Ich liebe nun mal geistliche Musik. Nur am Schluss, als Zugabe, gab es einen Choral, was meine Laune erheblich steigen ließ. Begeistert hat mich auch die gespielte Komponistin Barbara Struzzi (1619-1677). Eine der wenigen Frauen (ein Adoptivkind), die damals Kompositionsunterricht nehmen durfte. Obwohl sie unglaublich gute Madrigale komponierte und sehr talentiert war, durfte sie nicht wie die Männer am Hofe als Komponistin arbeiten, sondern nur als eine Art höher gestellte Hof-Geliebte, als eine Art Edel-Prostituierte dort wohnen. Das ist die Männerwelt mit ihrer buchstäblich aus allen Poren tropfenden Geschlechter-Ungerechtigkeit, sowohl damals als auch heute. Es gibt sicher nicht viele Frauen, die Einweihungskonzerte von restaurierten Orgeln spielen.

ps: “Ohne Schuld” von Charlotte Link kann ich empfehlen, spannend als Hörbuch, wenn auch sehr lang, aber perfekt für das Auto. Und CDs mit geistlicher Chormusik von Heinrich Schütz.

Um wieder rechtzeitig in Greifswald zu sein, musste ich um 3 Uhr früh aufstehen (da es dort um 10 Uhr weitergeht heute) und wurde nachts nach Berlin gefahren. Danke für alle Hilfe, allein würde ich das organisatorisch nicht schaffen.

Neu: Haydn Flötenuhr an der Ladegast Orgel

Jehmlich Orgel in Plauen

Ladegast Orgel Museum Weißenfels

14. Mai 2022

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Gott sei Dank wurde meine Erziehung vernachlässigt. (Beatrix Potter)

Englische Schriftstellerin, 1866 geboren. Heute erinnere ich auch an Bettina Volkens, deutsche Managerin und Juristin.

Foto: Dom Greifswald

Mir gefällt es im Posaunenchor. Auch wenn ich noch “Narrenfreiheit” habe und manchmal geschmunzelt wird. Wir spielen das Stück einer Komponistin, Frieda Fronmüller. Manchmal übe ich mein Bariton draußen. Es macht Spaß, in Sonne und Wind zu üben. Als ich abends in Eldena/ Wieck Orgel unterrichtete, in der Nähe vom schönen Kloster Eldena, wurde ich mit einem Tandem abgeholt. Da wir auch noch mein Bariton mitnehmen mussten.

Es macht auch Spaß, Haydns Schöpfung und Carmina Burana zu dirigieren.

Ich bin unglaublich berührt, dass ich (“zufällig”) neben einer wunderbaren Orgel wohnen darf: Ich habe mir das gar nicht ausgesucht, es ist einfach passiert. Ich liebe solche schönen Überraschungen. Wenn sich gute Sachen einfach “ergeben”. Wunderbarer Klavier-Spieltisch, Elfenbeintasten. Der Friedhof  besitzt große, denkmalgeschützte alte Bäume mit knorrigen Stämmen mitten im leuchtenden Maigrün. Der Kuckuck singt. Die Orgel wird bald restauriert. Zuerst brauchte es Geld für die Restaurierung der Decke (50.000 Euro).
Viele große Kirchen in Städten mit Orgeln (für die Gelder zur Verfügung stehen) werden gesehen und verehrt. Und dabei gibt es noch viel größere Schönheiten, die verborgen und unbekannt sind. Mit Menschen ist es oft genauso. Diese: Friedrich Albert Mehmel Orgel opus 180: Neu:

Mehmel Orgel Groß Bisdorf bei Greifswald

Da wohnte ich eine ganze Woche neben dieser Kirche und war mit meinen Sachen so beschäftigt und wusste nicht, dass dort, so nah, eine so schöne Orgel nach mir rief  – und war erst heute dort. Ich musste weinen. Manche Schätze brauchen im Leben eine Weile, entdeckt zu werden. Der Altar hat ein großes blaues Becken ringsherum, was ich auch noch nie zuvor gesehen habe. Die tiefe, mit biblischen Figuren verzierte blaue Kanzel ist wunderbar restauriert. Ein Klein Bisdorf gibt es nicht. Aber Griebenow. Das ist der Ort nebenan. Und hier gibt es im Wald eine komplett erhaltene, vierzehneckige Schlosskapelle (was besonders und selten ist) mit kleiner Orgel. Und weiter nebenan in Levenhagen eine seltene Kapelle (die kleinste in Pommern) und eine kleine Kirche mit Holzturm.

Der Chor der dreischiffigen Backsteinhalle in Groß Bisdorf stammt aus dem 13. Jahrhundert, Langhaus und Sakristei aus dem 14. Jahrhundert. Die Kanzel (1703) zeigt Apostel und Landschaftsgemälde. Der Kirchhof ist umrundet von einer niedrigen Steinmauer mit einem barocken Friedhofsportal (1784). Auf dem Kirchhof kann man ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges bestaunen. Eine Patronatsloge blieb erhalten. Die Ostwand schmückt ein Triumphkreuz. Auf der Westempore erklingt die Orgel von Friedrich Albert Mehmel Sohn aus Stralsund (mit einer Filiale in Wismar). Sie wurde vermutlich von Vater und seinem Sohn Paul gebaut.

Samtig-trockene Akustik in einer Kirche mit wunderschön bemalten Holzdecken. Süffiger Klang trotz überschaubarer Register, viele warme Achtfüße, kaum Nebengeräusche. Der Schalter ist versteckt ganz hinten. Schwarzweiße runde Registergesichter.

Diese Kirche wirkt ganz anders als süddeutsche oder thüringische und norddeutsche Kirchen. Es ist eine geheimnisvolle blaue pommersche Ostseekirche mit schwedischem Touch hinter weiten, gelben Rapsfeldern. Die wunderschöne bemalte Holzdecke bis mittig direkt hinter die Orgel und hier ein Engelskopf und die bemalten Wände sind berührend und beeindruckend. Die kleine Loge rechts aus Holz ist ganz aus Holz gehalten. Hier in diesem urigen kleinen Ort gibt es Bauern, die ihr kleines Kartoffelfeld vor ihrem Haus ganz langsam mit einem Pferd bewirtschaften. Es ist so schön altertümlich und drollig. Als ich fragte, was sie da machen, sagten sie, es hätte zu viel geregnet, es gäbe kaum Kartoffeln. Da taten sie mir so leid.

Wer würde vermuten, dass hier, im Niemandsland, verborgen, eine solche Orgel steht? Ich bin eine Mehmel-Liebhaberin geworden.

Ein wunderschönes Dorf in Pommern an der Ostsee zwischen Rügen und Stralsund, 15 km von Greifswald entfernt, ca. 80 Einwohnerinnen. Die weiße, schwedisch anmutende Kirche mit Turm mit schwarzem, hohen Helm und gepflegtem Friedhof drum herum besitzt eine wertvolle historisch romantische Mehmel-Orgel Opus 180, 2 Manuale. F.A. Mehmel war ein berühmter Orgelbauer in Pommern zusammen mit seinem Kollegen Barnim Grüneberg, der viel auf Rügen gebaut hat. Mehmel arbeitete vor allem in Stralsund, wo er auch starb. Er wurde in Thüringen geboren. Im Wonnemonat Mai besuchte ich diese herrliche Orgel, die mir überraschend wie als ein Geschenk gemacht wurde. Bänke und Einrichtung innen sind blau gehalten. Die größte Mehmel Orgel steht in St. Marien Greifswald und gilt als beste Orgel Greifswalds.

Nicht empfehlen kann ich die Johanneskirche und die OJC/Daniel Schneider in Greifswald. Erstens haben sie keine Orgel und zweitens kommen sie mir heuchlerisch vor: Zu Ukrainern und Flüchtlingen sind sie nett und machen auf fromm, weil sie hierfür wohl teilweise Geld bekommen oder weil das fromm wirkt, aber zu Leuten aus ihrem eigenen Land sind sie unfreundlich und verlogen.

Ist es nicht erstaunlich, dass viele Zeitungen als Frontbild irgendwelche sich balgenden Männer einer Männersportart präsentieren – egal, was in der Welt los ist? Auch der Sportteil der Zeitungen ist meist überwiegend von Männersport dominiert.

Neu:

11. Mai 2022

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Hätten Schlachthäuser Glaswände, wäre die ganze Welt vegetarisch. (Linda McCartney)

Heute erinnere ich an Yvonne Ryakiye aus Busoro. Googelt sie mal.

Ich wohne nun auf dem Dorf. In einem wunderschönen Dorf. In Groß Bisdorf. Ich fahre also mit dem Radl, 14 km. Nach Greifswald. Über Felder und durch Dörfer. Gestern bin ich mit einem roten Hollandrad geradelt. Jedoch war der Sattel zu hoch. Mal sehen, wie lange ich mit dem schwarzen Klapprad brauche.

Heute wurde die Domorgel Greifswald gestimmt. Ich übte derweil auf der Nussbücker Orgel im Dom.

Ich freue mich auf das WE und das Konzert.

Neu: Ladegast Orgel Harz

Foto: Richter Orgel Pomßen (Pomssen) bei Leipzig

Richter Orgel Pomßen (Pomssen) bei Leipzig

30. April 2022

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Es gibt so etwas wie “geborgener Schmerz”: Bach drückt in seiner Musik Schmerz in Geborgenheit aus. (AHS)

Foto: St. Nikolai Stralsund

Es ist eigentlich ein völlig falsches, abschreckendes und bedenkliches Wort, Generalbass „Generalbass“ zu nennen. Es müsste ein neues Wort gefunden werden, das weniger kriegsmännerautoritär klingt, denn es geht ja um etwas ganz anderes: Ankerbass müsste er genannt werden. Denn der sogenannte Generalbass bedeutet nicht, stur nach Zahlen zu spielen, was manche fälschlicherweise denken und auch so unterrichten, sondern er ist etwas sehr Kreatives: Eine Sprache, eine Klangsprache, die man lernt, um mit anderen kammermusikalisch zusammenzuspielen. Das macht Spaß!

Der Greifswalder Domchor macht auch Spaß. Einen Chor zu dirigieren ist eine feine Sache. Es ist zudem Gehörbildung pur, finde ich. Die Arbeit mit Stimmgabel ist noch seltsam für mich; denn ich habe eigentlich ein absolutes Gehör. Aber vor einem Chor habe ich schon erlebt, dass man in eine Art „Rauschzustand“ gerät und gar nichts mehr hört, weil man in der Musik schwebt und nur noch das hört, was man hören will: Engelsgesang. Es ist also absolut Training und Erfahrung. „Mehr nicht“. Bodenarbeit. Nicht im Himmel schweben. Es gehört Mut dazu, sein Gehör, diesen wichtigen Sinn, der Realität zu überlassen. Das zu hören, was real ist. Das Gehör hat sehr viel mit der Seele zu tun, spiegelt diese sozusagen wider. Wer eher verträumt ist und mit dem Kopf im Himmel lebt, hört dementsprechend anders. Ich höre oft mit Adrenalin und Rausch, oder mit Drama oder mit unendlichem Gefühl. Aber ich weiß, dass man auch sehr nüchtern, gelassen und klar und real hören muss. Das kann ich auch. Beim relaxten Üben. Und genau dieses Hören braucht man bei der Chorleitung. Down to earth, ganz beim Chor, auch wenn er „schief“ singt. So auch im übertragenen Sinne. Manchmal ist übergroße Musikalität auch ein Hindernis. Wenn sich mein Gehör mit meiner Vorstellungskraft verbindet. Mit geschlossenen Augen wiege ich mich Engelsmusik, während der Alt keinen Ton trifft. Beste Sprüche dieser Woche:

“Mach meine Stimmgabel nicht kaputt“.

“Wenden Sie sich doch mal dem Alt zu.“

In der Dusche lache ich oft über solche Sprüche noch lange im Nachhinein. Ich liebe Situationskomik, wenn Leute kollidieren mit meiner komplexen Innenwelt.

Insgesamt ist das System der Kirchenmusik oft erschreckend bürokratisch, kühl und nüchtern. Wenn die Kirchenmusik ein Mensch wäre, bräuchte der Mensch einen ordentlichen Schuss Spontanität, Flexibilität, Gnade ins Blut gepumpt. Dann kämen auch wieder mehr Menschen in die Kirche. Es wundert mich nicht, dass so viele Menschen aus Kirchen austreten. Das System ist zu hart und zu lieblos. Oft ohne Erbarmen. Auch ich bin mit einem Berg von Bürokratie konfrontiert. Allerdings muss ich persönlich lernen, mit Nüchternheit gut umzugehen. Eine Spur mehr Nüchternheit würde mir gut tun. Dennoch und deswegen merke ich, dass die Ausbildung an sich wertvoll und wichtig ist.

Im Mai kommen on top viele Konzerte auf mich zu. Bitte betet für mich. Ich brauche viele Wunder, weil sich im Mai Termine stapeln und teilweise alle auf einen Tag fallen. Ich kann mich nicht zerreißen zwischen Terminen, die 1000 km auseinander liegen. Wichtig: Entscheidungen fällen. Ich versuche dabei, auf mein Herz zu hören.

Orgel-Information:

Pfaff Orgel Klosterkirche Oberndorf, Schwarzwald

29. April 2022

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Jeder Mensch kommt mit einem weiblichen Gehirn zu Welt. (Tatsache)

Heute erinnere ich an Marlene Dumas, südafrikanisch-niederländische Künstlerin.

Orgelstadt und „schwedische“ Hansestadt Stralsund: Wunderschöne, große, süffige Buchholz-Orgel mit 56 Registern, 3 Manualen und ihrem typischen spitzen Gehäuse, lieblich, ich liebe Buchholz! An Buchholz Orgeln kann man erkennen: Orgeln sind zwar groß, aber auch sehr zart und zerbrechlich. Genau diese Mischung LIEBE ich. Schöne Hansestadt Stralsund, von ihrem “Vorort” Altefähr auf Rügen besonders gut zu sehen, vom Strand aus, direkt bei St. Nikolai Altefähr. Hier küssen sich über die Ostsee zwei Seefahrerkirchen namens St. Nikolai. Schuke Chororgel rechts oben. Truhenorgel unten.

Mehr als 3800 Pfeifen.

Das Besondere des silbernen Schwellers: Der Löffeltritt fungiert wie ein viertes Manual. Er wird súbito piano, wenn man ihn zum Echoeffekt loslässt. Er kann aber auch ganz konzentriert bewegt werden. Schöner, je spitz zulaufender Prospekt, flach, da kein Rückpositiv.

Sehr schön ist auch der alte viermanualige Spieltisch, der noch bis vor kurzem gespielt wurde und unten als Ausstellungsstück neben der „Kinderorgel“ steht.

Die Orgel wurde neu gebaut 1841 durch C. A. Buchholz 1841 (vorher Orgel von N. Maaß (1599), Kosten ca. 11.060 goldene Taler), dann umgebaut 1879 und 1895 durch F.A. Mehmel, wieder umgebaut 1935 durch Fi. Heinze (Kolberg), erweitert und umgebaut 1951/1955 durch Fi. Schuke und stillgelegt 1986, erstmals wieder gespielt 1997, schließlich restauriert, saniert und neuintoniert 2006 durch Fi. Wegscheider.

Einst schwedische Hansestadt. Stralsund und Greifswald sind mit knapp 60.000 Einwohnern ca. gleich groß, aber völlig unterschiedlich. Die eine eine Unistadt. Die andere, Stralsund, eine Hafen-Orgel-Urlaubsstadt.

Egal wie groß eine Orgel ist: Ein solches „Blasinstrument“ muß von der Basis her immer weicher gespielt werden als ein „Schlaginstrument“ wie Flügel.

Foto: Dinse Orgel Sassnitz, Rügen

Neu: St. Marien Stralsund

Stellwagen Orgel St. Marien Stralsund

Große Buchholz Stralsund

Johann Michael Bach – Choral, Stralsund St. Nikolai Buchholz Orgel Vlog AHS, Organ Improvisation

Stralsund


Next Concerts:

23. April 2022

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Your surrender changed my mind. (AHS)

Heute erinnere ich an Charlotte Perriand, französische Designerin, und Pia Sundhage, schwedische Fußballtrainerin, die als erste Frau Trainerin einer Männermannschaft werden soll.

Stralsund: sehr hübsche Stadt. Letztes Mal war ich hier im Regen und nun im Sonnenschein: Seen, Brunnen und Türme. Eiserner Wandarm in Heilgeist. Ich mag den Landkreis Vorpommern-Rügen, das früher mal ein Fürstentum war. Stralsund, Greifswald und Rostock sind für mich immer noch “exotische” Namen. Auch die Mutterkirche “Mater” Voigdehagen ist sehr schön. Ich freue mich, dass die Stiftung “KiBA” Kirchen pflegt und erhält.

Foto: Stralsund

Greifswald ist auch eine hübsche Stadt. Ich mag den Wall und die Meeresluft. Und das Institut ist eine hübsche kleine Villa.

Empfehlen kann ich das rote “Evangelische Gottesdienstbuch”. Es ist sehr interessant.

Neu: Stralsund, Krebs:

22. April 2022

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Ich glaube, Charakter und Seele prägen ein Gehirn. (AHS)

Heute erinnere ich an Alexandra Kollontai, russische Revolutionärin und Schriftstellerin mit großem diplomatischen Geschick.

Foto: Stralsund, Heilgeistkirche, Buchholz Orgel, von Schuke (Potsdam) restauriert 

Neu: Orgel-Information:

Buchholz Orgel Heilgeistkirche zu Stralsund

Wir waren heute mit „unseren“ Klapprädern in Stralsund, eine wunderschöne Stadt. Früher war ich im Winter dort, und als Kind im Sommer. Und nun in der Sonne.  

20. April 2022

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Die tägliche Dosis Musik ist eine akustische Seelenpflegerin. (Clemeny Burton-Hill)

Die Frage ist: Was ist Musik?

Mein Orgelschüler, Physiker, Prof. und Schwede, ist sehr nett, es macht Spaß, auf Schwedisch Orgel zu unterrichten. Beim indischen Oster-Orgel-Fest (online) habe ich Bach gespielt (über Link).

Foto: Rensch Orgel Schützingen

Neu: Cembalo

10. April 2022

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Als abstrakte Künstlerin war ich aktiv politisch. (Lee Krasner)

Malerin aus den USA. Heute erinnere ich auch an Germaine Richier, Bildhauerin aus Frankreich.

Ihr wundert euch sicher, wann mein Clavichord kommt. Sander Ruys hat es noch immer nicht geliefert, obwohl es längst bezahlt ist, er ist leider sehr unzuverlässig und unprofessionell und weiß nicht, wie es läuft, wenn man eine USt-Id-Nr hat (in Holland sind die Umsatzsteuer 21 Prozent, die ich aber nicht bezahlen muss), aber ich sage euch Bescheid, wann es endlich bei mir ist. Es kann mit an seinem Kumpel und „Berater“ Heiko Hansjosten liegen, der vielleicht selbst an dem Instrument interessiert und kein Musiker und Unternehmer ist und daher auch schlecht beraten kann bei Dingen wie innergemeinschaftlichen Geschäften zwischen Unternehmern, bei denen die Steuer bei beiden Parteien wegfällt. Ich bin immer wieder überrascht, dass manche Männer immer noch meinen, selbst 2022, es bei Geschäften besser zu wissen oder Frauen über den Tisch ziehen oder verarschen oder hinhalten oder betrügen zu können oder dabei schweigend zuzugucken. Männer-Klüngelei. Und solche Leute waren mal im Vorsitz der Deutschen Clavichord Societät DCS.

Lustig ist das Buch “Moritz Reger” von Peter Planyavsky, habe sein Buch in Zwickau von lieben, sächsischen Kirchenmusikern empfohlen bekommen. Er analysiert Kirchenmusiker nach folgenden Kriterien:

E (neu): Erschreckend ungebildeter Kirchenmusiker (die gern über andere lästern)

D: Dürftig ausgebildeter Kirchenmusiker (was in Bayern schon mal nicht stimmt, was ich von Freundinnen weiß, huhu)

C Chaotisch ausgebildeter Kirchenmusiker (hm, so ganz falsch scheint dies nicht zu sein, haha)

B Bedenklich ausgebildeter Kirchenmusiker (ich hoffe nicht, hihi)

AI Akademisch eingebildeter Kirchenmusiker (nun ja)

A Akademisch ausgebildeter Kirchenmusiker (soso..)

Die hinteren Klammern stammen natürlich von mir. 🙂 Ich bin zwar nach C spät dran mit B, aber waren nicht sehr viele Große (nicht körperlich natürlich) spät dran? Nennt mir ein paar Namen, die euch einfallen. Was haltet ihr davon, wenn sich eine Künstlerin noch B „reinzieht“?

Julia Shaw schreibt, dass wir an den Augen eines Menschen erkennen wollen, ob jemand normal oder zuverlässig ist. Da ist etwas dran. Ärzte schauen einen auch direkt in die Augen, um zu erkennen, ob alles ok ist. Attraktive, kluge, gesunde Menschen erscheinen oft als vertrauenswürdiger.

Dom zu Zwickau. St. Maria. Große majestätische Orgel mit 4 Manualen. Eine der größten Orgeln Sachsens. Über 77 Register, über 5500 Pfeifen. Großes Schwellwerk. Große Lutherkirche, Dom genannt, direkt bei den schönen alten Priesterhäusern. Die Orgel wurde erbaut 1966-1969 durch Fi. H. Eule, Restaurierung erfolgte durch A. Voigt 2001, technische Überarbeitung mit Erweiterung durch Chr. Reinold 2008-2012. Erste Orgel hier 1383. Vor der jetzigen Hauptorgel gab es eine große Jehmlich Orgel mit Hochdruckregistern 1842, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Die heutige Orgel ist in sich wunderbar stimmig, passt optisch farblich nicht unbedingt perfekt ins Gesamtbild der Kirche. Herrliche Akustik, Kapellen, kunstvolle Figuren, kleine Chororgel, großer Domplatz und Cranach-Gemälde. Danke an Marianne und Gunther und Team. Der wunderbare Komponist J. L. Krebs hat hier gewirkt, der damals eine Silbermann Orgel wünschte, was wohl zu teuer war. Tauben-Orgel. Sehr farbig, wunderbare Zungen. Ich liebe das 4. Manual mit den leisen, feinen Klängen, das schwellbare Brustwerk. “Neobarock”, aber füllig und grundtönig. Die Tauben-Orgel. Eine der größten Orgeln Sachsens.

Ich bekomme von Mitgliedern des Pfeifenorgelforums.net, Betreiber Jürgen Strupat, kriminelle Drohbriefe per Post. Mein Blog wird Satz für Satz analysiert. Wilde Spekulationen und Verleumdungen ausgestoßen. Es wird gedroht, meine Karriere zu zerstören und Veranstalter anzuschreiben. Ich habe diese kranken und kindischen Briefe zur Polizei gebracht und alle Namen der üblichen Verdächtigen in, um und aus diesem Forum genannt, die mich immer wieder diffamieren. Es zeigt, wie krank, kriminell, neidisch und sexistisch Mitglieder des „Pfeifenorgelforums“ sind und wie tief „Kirchenmusik“ gesunken ist. Die Briefe nennen zudem stets einen Namen: Rochus Schmitz. Als würde er über diese kriminellen Stalking-Briefe Bescheid wissen und sie initiieren. Stalking.

Foto: Schuke Orgel Greifswald

Neu: Orgel-Information Greifswald

Schuke Orgel St. Jakobi Greifswald

Neu:

Rühlmann Orgel Rohr, älteste Orgel in Thüringen