24. August 2026: Kammermusik ist das Gegenteil von Größe. In der Kirchenmusik heute haben viele das Herz der Musik mit der Größe und Anzahl von Pfeifen und dem Pegel der Lautstärke eingetauscht und damit Geist und Musikalität verloren, falls sie diese jemals hatten.
Das Herz der Kunst ist Imperfektion.
Heute erinnere ich an Monica Ali, die (aus ihrer eignen Biographie heraus) von Muslima berichtet, die von Pakistan nach London kamen, wie sie selbst auch – die meisten wegen Heirat mit viel älteren Männern, die sie beherrschen.
En önskan
Av hela vår soliga värld önskar jag blott en trädgårdssoffa
där en katt solar sig … Där skulle jag sitta
med ett brev i barmen, ett enda litet brev.
Så ser min dröm ut … (Edith Södergran)
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23. August 2026: Wenn es dich verlangen wird zu hören, will ich dir die großen Dichterinnen lesen. (Kaschnitz)
Foto: Seuffert Orgel Barockkirche Gerlachsheim
Der Orgelbauer Johann Philipp Seuffert stammte aus einfachen, bäuerlichen Verhältnissen und arbeitete sich hoch zum Würzburger Hoforgelmacher.
Er machte seine Lehre bei JohannHoffmann, dessen Orgeln ich auch schon gespielt habe, zum Beispiel in Arnstein, Oberzell und Fulda. Der Würzburger Hoforgelmacher Hoffmann ist nicht zu verwechseln mit der Ostheimer Firma Hoffmann aus der Rhön.
Johann Hoffmann starb 1725 in Würzburg. Er begründete die Würzburger Orgelschule, das mainfränkische süddeutsche Erbe.
Besonders wichtig waren ihm hierbei die eng-mensurierten Streicherstimmen wie die Gambe. Ich liebe schöne Gamben-Sounds, die es ja nicht immer gibt.
Der junge Seuffert ging auf Wanderschaft nach der langen Lehre (6 Jahre) und lernt viel über Klang unterwegs, in Italien, Österreich und Ungarn besonders.
Seuffert und Hoffmann standen stets in enger Verbindung.
Die süddeutsche Orgellandschaft zeichnet sich durch prachtvolle kleine Instrumente in Barockkirchen aus. Je kleiner die Orgel, umso ausgewogener muss sie sein. Seuffert verkörperte den fränkisch-schönborn’schen Barock.
Die größte Pfeife ist hier in Gerlachsheim der Contrabaß 16′ mit ca. 5 m (Frequenz 33 Hz); die kleinste Pfeife ist die Cymbel 1′ mit ca. 1,9 cm ohne Fuß (Frequenz 8448 Hz).
Die Registerzüge sind aus Ebenholz gedrechselt, mit Porzellanplättchen handgeschrieben. Die Registertraktur besteht aus Eisen und Eiche. Die Seuffert-Pfeifen sind 1007, darunter 38 stumme Prospektpfeifen. Die Vleugels-Pfeifen sind 702 Pfeifen.
Besonders schön sind die 8-Füße der Ehrlich Orgel in Unterschüpf, der Zimbelstern (langsam und angenehm), die Spitzflöte 8 mit Schwebung, die beiden Quinten (oben und unten), die beiden Mixturen im HW, heller und dunkler und beide nicht aggressiv, sondern warm.
Alle zarten Klänge sind lieblich und schön.
Sehr gern hätte ich hier die originale Ehrlich Orgel gehört, am originalen Spieltisch. Es war dennoch sehr schön, hier zu spielen.
Heute erinnere ich an Johann Ludwig Backhaus, Komponist aus Gotha, 18. Jahrhundert, und an Johann Eberhardt Ungelenk, 1741, Organist und Schulmeister in Wandersleben. Es ist bemerkenswert, dass der Beruf des Kirchenmusikers oft Hand in Hand ging mit dem Beruf des Schul-Lehrers. Daher sind viele Organisten, Kantoren und Kirchenmusiker eher Lehrer-Typen als Künstler? Die wenigsten Menschen haben allzu gute Erinnerungen an ihre Musiklehrer in der Schule. Oder? Künstlerinnen waren es meistens keine.
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21. August 2026: Bei Gott gibt es nur ein Tempo: ein zärtliches Tempo. Auch beim Üben.
Foto: Steinmeyer Orgel Kapelle Lohr
Heute erinnere ich an Hayden Panettiere.
Am 18. August 2026 spielte ich diese wunderschöne Steinmeyer Orgel mit elektropneumatischen Taschenladen in Lohr zum ersten Mal nach über 17 Jahren Schweigen (!). Ich fühle mich geehrt. Seit mind. 2011 schwieg die Orgel, weil das katholische Knabeninternat wegen Vorwürfen des sexuellen und geistlichen Missbrauchs und anderen Gründen zugemacht hat.
Wir steckten den Starkstrom ein, und zum ersten Mal nach fast zwei Jahrzehnten fuhr der Motor wieder hoch. Ein historischer Moment. Ich werde mich darum kümmern, dass das wundervolle Instrument saniert und gesäubert wird und bin Feuer und Flamme dafür.
Und heute, am 20. August, spielte ich die Orgel zum ersten Mal mit Pedal. Der Orgelbauer war da und entfernte die Heuler und Hänger im Pedal. Ein erfahrener Profi kann anhand der Art der Heuler sofort erkennen, wie man diese beseitigt. Da habe ich heute viel gelernt. Ich liebe Orgelbau.
Wir stellten auch Tremulant und Walze ein und redeten über die Zukunft der Orgel. Anfangs war alles noch sehr verstaubt, aber jetzt ist es schon viel sauberer.
Kaum spielte ich ein paar liebliche Töne, kamen Nachbarn und weinten vor Freude. Da musste auch weinen. Die Kapelle war ja vor kurzem noch geweiht. Ich halte euch auf dem Laufenden!
Die Orgel wurde vor dem Zweiten Weltkrieg gebaut und nach dem Krieg eingebaut. Auch das finde ich berührend. Steinmeyer baute während des Krieges sogar weiter.
Die in Oettingen (Lkr. Donau-Ries) ansässige wundervolle Orgelbauwerkstätte Steinmeyer war eine der bedeutendsten und produktivsten in ganz Deutschland, wenn nicht sogar weltweit.
In der über 150-jährigen Firmengeschichte (1847-2001) wurden über 2.400 Orgelneubauten realisiert, darunter Instrumente wie die Passauer Domorgel (1928 – nicht erhalten), die Orgel von St. Lorenz in Nürnberg (1937), die Hauptorgel der Basilika in Ottobeuren (1957) oder die Hauptorgel des Hamburger Michel (1962).
Das lange Bestehen der Werkstätte und die Anzahl der gebauten Orgeln gründen insbesondere auf den handwerklichen und klanglichen Qualitäten der Steinmeyer-Orgeln. Entsprechende Qualitäten sind daher auch bei der Orgel des Aloysianums zu vermuten. Und so ist es. Die Orgel ist in einem sehr guten Zustand und klingt top.
Aus nachvollziehbaren Gründen (Geldnot, Materialknappheit und Materialkontingentierung usw.) erlebte der Orgelbau in dieser schweren Zeit einen deutlichen Einbruch, so dass damals erbaute und heute noch erhaltene Orgeln einen besonderen Zeugniswert besitzen. Eine solche Orgel besitzt vor allem einen ideellen Wert, ist aber auch allgemein sehr wertvoll. Ich spüre eine richtige Verliebtheit gegenüber der Orgel.
Die Orgel hat sich unverändert erhalten!
Leider hat die Firma Steinmeyer zugemacht vor einigen Jahren. Das ist sehr traurig. Es ist wohl schwer, eine Firma über eine 3. oder 4. Generation hinweg zu halten. Manchen Nachkommen geht es vermutlich nicht mehr um die Sache, sondern nur noch ums Geld? Außerdem wurden Teile der Firma an die Orgelbaufirma Karl Göckel verkauft, was sich als schlecht erwiesen hat. Jedenfalls ist da wohl einiges schief gelaufen. Ich habe schon einige Göckel-Orgeln gespielt, die mir gut gefallen haben. Aber das Übernehmen der Firma Steinmeyer durch Göckel hat wohl eher nicht gefruchtet, was viele sehr enttäuscht hat.
Das Orgelgehäuse mit seinem Freipfeifenprospekt, der Spieltisch und die Orgelbank weisen eine zeittypische Gestaltung auf, wobei insbesondere der Mittelteil des Prospekts eindeutig Bezug auf die Architektur des Innenraums nimmt. Die Orgel hat klanglich die perfekte Größe für den Raum.
Auch die ebenso zeittypische, im Sinne der sogenannten Orgelbewegung gemäßigt mild-neobarocke Disposition scheint den Registerbeschriftungen des Spieltischs nach unverändert zu sein. Ein Klangdenkmal. Für mich ist die Orgel auch in gewisser Weise nicht neobarock, sondern eher lieblich-zart, zwar ohne Zungen, aber mit Walze und Tremulant. Dazu kommt die wundervolle Akustik der Kapelle.
Die Orgel muss natürlich gereinigt und saniert werden. Bitte betet! Eine Kapelle, eine Kirche, eine Orgel zum Leben zu erwecken, das ist auch geistlich ein Kraftakt, aber auch finanziell und emotional.
Hier in Baden-Württemberg steht die weiße, ökumenische Kulturkirche mit Turm, samtig-trockener Akustik und flacher Holzdecke von 1617. Die Decke erinnert mich an bemalte Honigwaben.
Es ist eine Chorturmkirche.
Auf der bemalten Rund-Empore steht die Orgel. Die Bilder der Empore zeigen Musiker.
Es ist meine 6. Ehrlich-Orgel und die älteste dazu. Bisher spielte ich wundervolle Ehrlich-Orgeln u.a. in Bad Wimpfen, Gelchsheim und Nordheim.
Auch diese Orgel hier ist prunkvoll blau mit goldenen Schleierbrettern und eine Denkmal-Orgel. Sie ist schwergängig, aber nicht so sehr wie in Bad Wimpfen, die etwas jünger ist. Der fränkische Orgelbauer Ehrlich ist eine Sensation.
Diese Orgel wurde jedoch später leider verändert.
Von den originalen Ehrlich-Pfeifen sind nur 4 Tonreihen übrig geblieben, was sehr bedauerlich ist. Vleugels hat sehr viel ergänzt als opus 124.
Das wunderbare Gehäuse ist vom Bildhauer Johann Sommer (1716-1776).
Die zuvor katholisch, dann evangelisch, nun teil-profanisiert ökumenische Kultur-und Konzertkirche ist eine seltene Winkelkirche oder Hakenkirche: Die Bauflügel stoßen rechtwinklig aufeinander, so dass man nirgendwo einen Gesamtüberblick in der Kirche hat; überall sind Eck- und Winkelbereiche.
Die Unterschüpfer Kirche besitzt gotische Wandmalereien und eine Kanzel von 1617. Zudem stehen neue Kunstwerke, die die alte Kunst umgeben. Die ehemalige Schlosskirche wirkt hell, schlicht und angenehm naiv.
Boxberg hat ca. 7000 EW.
Es war sehr schön, hier zu spielen, auch wenn die Orgel etwas verstimmt war wegen der Hitze, besonders die Posaune im Pedal.
Die Orgel wird von Vleugels betreut.
Das HW ist oben. Die Registerzüge hierfür sind außen. Die Pedalzüge und Koppelzüge befinden sich unten.
Da es etwas schwierig ist, die handgemalten Registerschilder zu lesen, hat jemand weiße Schilder mit ausgedruckten Wörtern daneben geklebt. Besser ist, sich die Register zu merken.
19. August 2026: Ufer nur sind wir, und tief in uns rinnt Blut unserer Väter und Mütter, voll Unruh und Stolz, zu Kommenden rollt’s. (R. Beer-Hofmann)
Foto: Cockpit ungarisch Rieger Orgel kath. Universitätskirche Pest in Budapest, pneumatisch-elektrisch
Heute erinnere ich an Maria Waser. Und an den Stadtpfeifer Christoph Hoffmann aus Wandersleben.
Die Universitätskirche in Budapest ist eine schöne einschiffige Wandpfeilerkirche mit geschlossenen Seitenkapellen und einer Schwarzen Madonna von 1720.
Um die Kirche herum befindet sich das ehemalige Paulinerkloster.
Da der Paulinerorden jedoch 1786 von Joseph II aufgelöst wurde, stand das Kloster ab diesem Zeitpunkt leer und wird aber bereits seit 1805 von der theologischen Fakultät der Ungarischen Universität Budapest genutzt. Die Uni hier in Budapest ist sehr groß und renommiert.
Es befindet sich eine lebendige Gemeinde mit Familien in dieser Kirche. Die Messe habe ich sehr genossen.
Es war sehr heiß oben auf der Empore. Das ist so ungewöhnlich. Sehr schön ist das Knopfregal, das Celest im HW, das den Zimbelstern wundervoll ersetzt, die Zungen und der süffige Klang. Das Pedal ist leicht geschwungen.
Sehr gut gefallen haben mir auch das Gemsnasat, die Franztrompete, die Konzertflöte und Gamba!
Für mich war es eine sehr schöne Erfahrung, hier zu spielen! Die Orgel ist phantastisch und bietet viele Möglichkeiten.
Die Kirche und diese Rieger-Orgel sind völlig anders als die Barockkirche St. Anna und ihre Jehmlich-Orgel, und genau das ist das Spannende und Wundervolle an Orgeln mit ihren sakralen Räumen.
Es ist meine erste ungarische Orgel. Ihr Cockpit ist sehr ästhetisch. Oben sitzt man wie hinter einem Schrank, ähnlich mit Alkmaar, in einer eigenen Welt, abgeschirmt von Raum und Rest.
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Große historisch-ungarische Rieger Orgel 1915 / 1972 / 2003 kath. Universitätskirche Egyetemi templom in Pest, V. Bezirk, Budapest Ungarn, 4 M, 71 R, 5200 Pfeifen, Schweller, Celest, Walze
In dieser mystisch-dunklen, reich mit Gold geschmückten Kirche steht hinten die wuchtige und sehr edel-alt wirkende Orgel in einer Wolke von Klang. Sie hat eine intensive Geschichte hinter sich.
Die Akustik ist durch die vielen verschiedenen Kuppeln sehr anziehend.
Das ursprüngliche spätbarocke Orgelgehäuse vorne an der Emporenbrüstung ist von 1791.
Diese erste Orgel der Universitätskirche wurde also 1791 fertiggestellt, 15 Jahre nach der Vollendung des Kirchenbaus, mit mechanischer Traktur, zwei Manualen, Pedal und Schleifladen.
Dieses ursprüngliche Barockgehäuse an der Emporenbrüstung ist heute noch da und zu bestaunen.
Leider gingen die Pfeifen der ursprünglichen Orgel im Laufe der Zeit vollständig verloren, wurden gestohlen oder zerstört. Auch die Disposition, also das klangliche Registerverzeichnis, dieser Orgel ist leider nicht überliefert worden, was sehr traurig und unverständlich ist. Es ist leider nicht bekannt, wer der Orgelbauer ist.
Die erste umfassende Erweiterung begann in den 1910er Jahren und wurde 1915 abgeschlossen.
Daraus entstand die mächtige, große Orgel im hinteren Gehäuse. Die Disposition stammt von dem Organisten Aladár Zalánffy. Erbaut wurde dieses Instrument von der Orgelbaufirma Rieger. Die Firma damals war eine ganz andere als die heute:
Das Unternehmen wurde 1845 von Franz Rieger im schlesischen Jägerndorf (heute Krnov, Tschechien) gegründet und blühte als Familienbetrieb (später Gebrüder Rieger) in der österreichisch-ungarischen Monarchie auf.
Wegen der geografischen und wirtschaftlichen Bedeutung gab es damals auch in Budapest eine Niederlassung bzw. Vertretung (historisch oft als Rieger Ottó oder ungarisch Rieger Orgelgyár bezeichnet).
Dieser ungarische TeilRieger Orgelgyár baute diese Orgel. Historisch gesehen gehören sie zusammen und gehen auf dieselbe Stammfirmazurück.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung der Eigentümer im Jahr 1946 wurde das ursprüngliche Stammwerk in Jägerndorf (Krnov) verstaatlicht und später unter dem Namen Rieger-Kloss weitergeführt. Von dieser Firma habe ich auch schon einige Orgeln gespielt, die mir gut gefallen haben, auch in Deutschland.
Die Familie Rieger bzw. das Unternehmen zog nach Österreich um und betreibt heute als Rieger Orgelbau den Betrieb mit Sitz im vorarlbergischen Schwarzach, den ich schon gesehen habe. Es ist jedoch recht unvorstellbar geworden, dass eine solche schöne Orgel wie hier von dieser heutigen Firma mit ihrem jetzigen Vorstand gebaut werden würde. Viele Orgeln sind sehr aggressiv und laut.
Diese pneumatische Orgel 1915 hat einen süffigen, leicht neobarocken Touch, drei Manuale, Pedal und 57 Register.
Das ursprüngliche spätbarocke Gehäuse an der Vorderseite wurde in dieser Zeit nicht genutzt und blieb leer.
Anschließend wurden im Laufe der Zeit weitere kleinere Restaurierungs- und Erhaltungsarbeiten an der Orgel durchgeführt.
Während des Zweiten Weltkriegs, 1941–42, erfuhr die Orgel eine Teilmodernisierung sowie eine leichte Veränderung ihres Klangcharakters nach Plänen des Organisten Ferenc Gergely.
Dabei wurden vor allem Register und Pfeifenreihen ähnlichen Charakters und gleicher Lautstärke miteinander ausgetauscht.
Ziel war es, im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten einen helleren, brillanteren Klang zu erzielen.
Die letzte große Umgestaltung und Erweiterung erfolgte zwischen 1970 und 1972. Die Ausführung der Arbeiten übernahm die Orgelbauwerkstatt des städtischen Kunsthandwerksbetriebs in Budapest.
Im Zuge dieser Maßnahme wurde das zuvor leere Orgelgehäuse im vorderen Bereich mit sieben neuen Registern bestückt, wodurch die Orgel zu einem viermanualigen Instrument wurde.
Dieser Teil – das nunmehr vierte Manual bzw. Rückpositiv – befindet sich an der Emporenbrüstung.
Bei der Renovierung 1972 wurde die pneumatische Traktur teilweise beseitigt und die Spieltraktur elektrifiziert.
Neben den bereits erwähnten sieben Registern im vorderen Gehäuse kamen zehn neue Zungenregister hinzu. Somit umfasste das 1972 fertiggestellte Instrument insgesamt 70 Register, davon 14 Zungenregister.
2003 wurde die Orgel einer umfassenden Überholung unterzogen – einschließlich Reinigung, Intonation und Stimmung –, die von der ungarischen Orgelbauwerkstatt Pécs durchgeführt wurde: Pécsi Orgonaépítő Manufaktúra.
Dabei wurde das Pedalwerk um ein 8′-Trompetenregister erweitert, für das der Platz bereits vorgesehen war.
Das heutige Instrument ist eine viermanualige Orgel mit elektrischen Koppeln; sie verfügt über 71 Register – davon 15 Zungenstimmen – und rund 5.200 Pfeifen. Die Orgel ist etwas zu groß für den Raum. Aber man muss die vielen schönen Klänge ja nicht gleichzeitig nutzen!
Ihr Klang ist warm, mit vielen Zungen, Pistons, einem Glockenspiel, Tremulanten, feste Kombinationen, romantischen Flöten und 8-Füßen, singende 4-Fuß-Flöten, reich bestücktes Pedal, sehr hübsche Streicher, universaler Touch in Romantik und (französischem) Neo-Barock.
Das RP ist das erste Manual, das HW das zweite, das Schwellwerk das dritte und oben ist das vierte Manual Brust-Positiv mit vielen extra Solostimmen.
Unten gibt es noch einen weiteren freien Spieltisch, der direkt zu dieser Orgel führt. Er ist kleiner, zwei Manuale, nur HW und SW und einen Teil des Pedals. Dieser steht als Chororgel unten ebenerdig rechts vor dem Chorraum. Die Registerzüge haben ungarische Namen.
Im Pedal wurden unten einige Register zusammengefasst, wie 16 und 8 in einem Register.
Die Kirche wurde 2020 renoviert.
Die Disposition ist hier zum ersten Mal deutsch im Netz, zum Teil zum ersten Mal überhaupt.
17. August 2026: Gott hat jedem von uns Musik und Harmonie ins Herz gelegt. (Helder Camara)
Foto: Konzert Plakat Hüffenhardt 2026
Budapest an der majestätischen Donau ist eine geniale Stadt. Ich wohne in Pest, im Bezirk 9, nahe meiner Lieblingsbrücke, der grünen Freiheitsbrücke.
Gegenüber ist der wunderbare Gellert-Berg, auf den ich lief bis zur Freiheitsstatue an der Zitadelle, einer Frau, und dem großen Kreuz.
Empfehlen kann ich auch die große Markthalle mit wunderbaren Gewürzen und Obst, das weiße Nationalmuseum, die Burg mit ihrem Viertel, Cafes und Restaurants darum herum, Schifffahrt nachts auf der Donau, wenn alles erleuchtet ist und das große Parlament wie eine Feuerkugel aussieht. Das wunderbare Szechenyi-Bad. Die Basilika im ersten Bezirk in Pest. Und natürlich die gelben Trams, die an der Donau entlang fahren, sowohl in Buda als auch in Pest. Aber auch die große breite Váci utca-Innenstadtstraße, die vielen Kirchen und Plätze, der Palast der Künste an der Donau mit dem Nationaltheater: Orte, an denen ich natürlich gewesen sein muss.
Aber am schönsten war es natürlich, bei echten Ungarn eingeladen zu werden in ihrem Zuhause und ungarisches Gekochtes zu essen, Pörkölt und Lecsó.
Budapest scheint mir eine reiche Stadt zu sein; überall fahren dicke deutsche Autos; die Preise sind durchgehend hoch; alles ist teuer; dennoch verdienen Kirchenmusikerinnen hier nicht viel, so gut wie nichts.
Es ist mein zweites Mal in Ungarn; aber mein erstes Mal in Budapest. Ich konzertierte bereits in Sárospatak.
Sehr schön: Die Annenkirche bekommt jetzt sogar eine zweite Jehmlich-Orgel als Chororgel für ein paar Millionen Forint für die weiße Brüstung vorne, aus Stralsund, 1 M, 4 Register, angehängtes Pedal. Sie wird saniert und Anfang September 2026 geliefert. Durch die zwei Kuppeln – Doppelkuppeln – ist die Akustik einfach himmlisch. Insgesamt gibt es hier 7-10 Organisten an der Kirche, dazu Chöre und Orchester.
Wenn man mich fragt, was ich schöner finde, Madrid, Lissabon oder Budapest – ich finde alle drei wundervoll 2026. Lissabon besonders, weil es fast am Meer liegt; Madrid hat geniale Kultur; Budapest ist ein Muss.
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Foto: Jehmlich Orgel Buda opus 1047 Barockkirche St. Anna
Es sind diese Art Registerwippen, die leuchten und die man oben antippen muss, damit sie ausgehen. Der Schweller ist laut, wenn er unten ist.
Die erste Orgel hier war von 1727, eine kleine tragbare Orgel von der Krönungskirche, der heutigen weißen Matthiaskirche bei der Burg.
1720 begann der heutige Bau der Annenkirche. Die neue Orgel hatte 7 Register und wurde 1743 saniert von dem bekannten Orgelbauer Janos Staudinger (+1764). 1765 rief man József Fückl zur Reparatur der Orgel. Doch die 7 Register-Orgel war zu klein geworden. Der Erbauer des Instrumentes ist leider unbekannt.
Die nächste Orgel kaufte der Budaer Stadtrat, die Überführung und Aufstellung der Orgel übernahm 1784 der Budaer Orgelbauer Xaver Ferenc Puhob. Um 1800 wurde sie umgebaut; in die Brüstung wurde von József Herodek ein Rückpositiv eingebaut. Auch der Name dieser Orgel ist nicht bekannt.
1923 baute die Orgelbaufirma Jozsef Angster & Sohn aus Pécs (Fünfkirchen) als op.982 eine neue pneumatische Orgel mit 19 Registern auf 2 Manualen und Pedal in das alte barocke Orgelgehäuse.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Orgelempore von einer Bombe getroffen, dabei wurde die Angster-Orgel leider zerstört. Nur das Orgelgehäuse blieb leer stehen.
Deutschland beschloss, der Annenkirche eine neue Orgel zu schenken. Der VEB Jehmlich Orgelbau Dresden sollte die Orgel erbauen. Doch es dauerte eine Weile.
1979 wurde das barocke Orgelgehäuse renoviert, das Barockgehäuse rekonstruiert und wieder aufgebaut.
Erst 1985 kam die langersehnte Orgel. Sie steht in beeindruckender Akustik.
Ich hätte gern die pneumatische ungarische Orgel mit ihren schönen Farben kennengelernt. Sie hatte wohl einen französischen Touch und sehr schöne Streicher.
Die neuen Jemlich-Pfeifen stehen nun im alten Gehäuse.
Die Tremulanten sind einstellbar, der Zimbelstern fliegt und klingelt angenehm. Das Pedal ist reich bestückt.
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15. August 2026: Am meisten Zulauf haben die Erzählerinnen. (Elias Canetti)
Heute erinnere ich an Magda Szabó, ungarische Autorin, 1917, und an die ungarische Komponistin Erzsébet Szőnyi, 1924. Ungarn, das Land von Liszt, Bartók, Ligeti, Kodály… ein Land der klassischen alten Geschichte.
Schöne große Jehmlich Orgel op. 1047 von 1985 kath. St. Annenkirche Budapest Ungarn, 3 M, 40 R, Schweller, Zimbelstern, Schleiflade, Setzeranlage, edles Rückpositiv
Die bedeutendste St.-Annen-Kirche (1740) mit ihrer berühmten Orgel in Budapest ist die barocke St. Anne Church am Batthyány-Platz (Batthyány tér 7) im Stadtteil Buda an der Donau.
Ihre prachtvolle Hauptorgel in brillanter Akustik und auf der Empore wurde 1985 von der renommierten deutschen Orgelbaufirma Jehmlich (Dresden) in einem historischen Barockgehäuse erbaut und zählt zu den schönsten Orgeln des Landes.
Angestrahlt unter unter einem riesigen blauen Deckengemälde aus dem 20. Jahrhundert steht die Orgel mit ihren unzähligen musizierenden rosa Engeln und goldenem Schnitzwerk. Der weiße Engel auf dem Rückpositiv spielt Harfe. Viele hören ihm zu.
Ich hatte das Gefühl, ich bin Teil des Deckengewölbes. Diese Kuppeln sorgen für eine geniale Akustik.
In der großen Kirche mit zwei hohen Türmen, von Ferne zu sehen, Felsővízivárosi Szent Anna-templom, Batthyány tér 7, 1011 Budapest, steht die große Orgel auf der Westempore. Die Türme haben eine grüne Haube.
Das mechanische Instrument mit wunderbaren Zungen und Tremulanten vereint sächsische Orgelbautradition in einem originalen Barock-Orgelfachwerk und wird regelmäßig für Konzerte und die Kirchenliturgie genutzt.
Das Instrument besitzt 40 Register auf drei Manualen und Pedal und fügt sich klanglich hervorragend in den prachtvollen sakralen Raum: Erbaut zwischen 1740 und 1761, eines der schönsten Barockgebäude Budapests mit Blick auf die Donau und das Parlament.
2017 erfolgte eine Generalreparatur, Intonation, Reinigung und Stimmung der Orgel durch die ungarische Orgelbaufirma BKM.
Es war sehr schön, hier zu spielen. Es ist meine 40. Jehmlich-Orgel.
Die wertvolle Kirche besitzt 25 Ölbilder der Wagenschön-Werkstatt von 1760, Barockbänke, Kapellen, Schmiedeeisengitter von Ignatius Pugl von 1752.
Das achteckige Schiff hat zwei Seitenkapellen; das Kuppelfresko ist von 1938. Andere Kuppelfresken sind von 1772. Die unglaublich schöne Kanzel ist von 1770.
Die Kirche ist mystisch dunkel und meist abgeschlossen. Es war sehr schön, die Atmosphäre in ihr einsam zu genießen.
Hinter der Kirche ist das ehemalige Kloster, das ich besuchen durfte. Hier wohnen noch einige Priester. Einige sind schon gestorben. Die Gänge sind voll mit schönen Gemälden, Teppichen und Figuren. Das Restaurant The Spot wird von der Kirche aus vermietet; ich habe hier gegessen; es war sehr lecker. Typisch hier ist ungarisches Gulasch, Chicken Paprika, Stew…