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Frosch Orgel Kirche Gramschatz Franken

In der Musik ist die Anwesenheit einer tiefsten Tiefe oder höchstens Höhe zu spüren. (Hans Küng)

16. Juli 2026: Der größte Gegner der Wahrheit ist nicht die Lüge, sondern der Irrtum.

Foto: Frosch Orgel Gramschatz

Heute erinnere ich an die wunderschöne Ana Marie Abulaban. Opfer eines Femizids.

Ich finde es wichtig, Werke immer mal aus völlig neuen Noten zu spielen. Vor allem ein Werk, das schon länger erarbeitet zurück liegt. Sich (alte) Stücke neu zu erarbeiten aus völlig unberührten Noten – ist ein Abenteuer und schult die Musikalität. Deswegen habe ich die wichtigsten Werke und Komponisten immer doppelt und dreifach in den Schränken. Reubke. Liszt. Bach…

ps: Während meiner Konzerte treffe ich ja oft auf die unterschiedlichsten Kirchenmusiker und Kantoren. Zu manchen steige ich ins Auto und sie hören Bayern 3 oder Hitradio Radio Gong oder so was – teilweise auch unmittelbar nach dem Konzert. Manche nennen Stücke „Lieder“.

Sehr empfehlen kann ich wie immer leguano Barfußschuhe, leicht, und manche sind sogar an der Orgel gut.

Fortsetzung meines Chorleitungs-Studiums:

Etwas hat meine Note heruntergezogen: Es sollte auch eine Arbeit namens Programmheft im Rahmen des Masterprogramms geschrieben werden. Ich habe es wunderschön gestaltet, mit Gedichten, persönlichem Zugang und Text, Musikvermittlung, sehr schönen Fotos, auf dickem Papier gedruckt, tolle Texte. Sicher eine 1. Es liegt im Archiv oder der Bücherei der Folkwang und kann gern selbst angesehen werden.

Ich habe verstanden, dass dies ein künstlerisches Werk, eine künstlerische Leistung ist und an der Universität der Künste künstlerisch bewertet wird. Pustekuchen. Benotet hat es eine Frau Katharina Hottmann, die nun gar nicht künstlerisch ist und auch nicht künstlerisch studiert hat.

Viele Musikwissenschaftler erscheinen mir oft als die größten Gegner der Kunst und können Kunst gar nicht als solche erkennen meiner Erfahrung nach. Ich habe ja selbst Musikwissenschaft noch zusätzlich studiert und das so erlebt. Viele von ihnen haben es nicht geschafft, künstlerisch zu studieren und tun sich daher mit dem Zugang zur lebendigen Kunstpraxis schwer.

Ohne Begründung gab sie mir eine 2,3. Obwohl ein Programmheft für ein Publikum bestimmt ist. Sie hat es also bis auf das Maximum ausgereizt, wie weit sie gehen konnte? Ich habe dann nach der Begründung gefragt. Bis diese kam, dauerte es eine Weile, denn es war wohl ungewöhnlich, dass jemand wagt, nach der Begründung zur fragen. Also musste sie scheinbar erst überlegen, um eine Begründung zu finden, die diese Benotung rechtfertigt? Das war die erste Wartezeit. Als diese dann endlich da war, erschien mir die Begründung absurd: Dass ich Joseph Haydn „Meister“ nannte, war ihr zu altmodisch, dass ich „Cancel Culture“ verwendete, ihr wiederum zu modern. Ich legte Widerspruch ein. Begründeten Widerspruch. Stille. Folkwang hat das wohl noch nie oder selten erlebt; jedenfalls nicht bei bestanden.

Es vergingen Wochen, bis klar war, wie Folkwang nun damit umgehen wollte. Folgendes kam dann heraus: Dieselbe Person soll ihre Note noch mal überprüfen. Es darf keine externe Person prüfen und bewerten, um nicht in das „Hoheitsrecht“ der benoteten Person einzudringen. Das ist natürlich Unsinn. Es wird also gar nichts gemacht. Wer revidiert schon seine eigene Note? Wie Folkwang sich so einen Unsinn ausdenken kann, ist mir schleierhaft. Es hat sich sogar das Prüfungskomitee zusammen gesetzt. Aber diese dürfen an der Note nichts ändern. Mir war klar, dass Hottmann ihre Note nicht ändern würde. Wer einmal ungerecht bewertet, wird dies nicht ändern. Im Gegenteil. Dann kam die zweite Wartezeit.

Da dies fast 2 Monate gedauert hat, bis sie und ihr Kollege ihre „Überprüfung“ endlich abgaben, entstand bei mir der Eindruck, dass die sehr lange Bearbeitungsdauer in dieser kleinen Universität wohl eher mit meinem Widerspruch zusammenhängt. Sie mussten von der Folkwang Uni erinnert werden, endlich Bescheid zu geben. Kann man bei so einem Ablauf überhaupt noch das Gefühl haben, dass hier unvoreingenommen bewertet wurde? In dieser Warte-Zeit bekam ich auch kein Zeugnis, nur eine Bestätigung, was sie wusste. Und was kam heraus? Nichts. Die gute Katharina Hottmann hat ihre Note natürlich nicht verändert. Wie erstaunlich! Eine Begründung habe ich bis heute noch nicht erhalten. Bekomme ich aber noch. Vermutlich hat sie in diesen 2 Monaten noch immer nicht geschafft, eine zu schreiben? Jemand muss für sie eine aus den Fingern saugen? Wenn die Begründung da ist, sage ich euch Bescheid. Ich bin sehr gespannt. Bin nun in der dritten Wartezeit.

Das alles hängt sicher mit der Vorgeschichte zusammen, die ich mit Jörg Breiding erlebt habe.

Oft ist es so, dass wegen persönlichen emotionalen Empfinden oder Machtgefühlen einer Person in Hochschulen, die einem beispielsweise keine sehr gute Note gönnt, können schnell Gesamtnoten nach unten gezogen werden; von sehr gut auf gut; von bestanden nach nicht bestanden.

Ich habe den Anwalt meines Vertrauens gefragt. Gegen eine Note gerichtlich vorzugehen, vor allem bei bestanden, ist gerichtlich schwer. Vor allem dann, wenn sie „nur“ Kommazahlen hinter der letztendlichen Gesamtnote ausmacht. Darin sieht man auch die Macht, die solche Personen in Institutionen haben, gerade an Kommazahlen ihre Macht auszulassen. Es drängt sich bei solchen Institutionen oft der Eindruck auf, dass nach persönlichem Geschmack gehandelt wird. Frau Hottmann hat in meinem Fall aus meiner Sicht völlig unkünstlerisch benotet. Ich denke, eine 1,4 wäre korrekt gewesen; sie hat mir fast eine Note schlechter gegeben.

Jede Hochschule ist ja eine Institution. Sie hat viele ungeschriebene Gesetze und ihre eigene Gesetzgebung und Bürokratie. Sie ist ihr eigener Kosmos. Ungefähr wie die GEMA. Wenn man macht, was die Institution sagt, läuft es erst mal ganz ok. Aber oft nicht mal dann. Es passiert viel subtiler Machtmissbrauch. Viele Menschen haben große Angst vor einer Institution. Die Institution ist ihnen wichtiger als der (nächste) Mensch. Vor allem, wenn die Institution sie bezahlt. Und noch mehr, wenn die Institution sie benotet. Man will nicht untergehen in der Institution. Man schweigt, schaut weg, überlebt. Kümmert sich nur um sich selbst. Die, die mitmachen, werden belohnt. Das schadet der inneren künstlerischen Seele enorm. Das merkt man erst im Rückblick.

Viele betreten eine Hochschule weich, formbar, offen, leuchtend – und verlassen sie hart, desillusioniert, neidisch, böse.

Egal, wie betont cool, weltoffen, orange oder künstlerisch sich so eine Institution präsentiert, es passiert sehr viel Machtmissbrauch, Traumatisierung; Ungerechtigkeit und Diskrimierung in Institutionen, oft subtil und verborgen. Man gewöhnt sich daran. Aber: Je sensibler ein Künstler und eine Künstlerin, je länger dauert es, sich davon zu erholen.

Die meisten Institutionen werden von Männern regiert. Von Macht-Männern. Auch die Männer, die sich betont soft-spoken, kultiviert und freundlich geben, vor allem Frauen gegenüber – sind Wölfe im Schafspelz, sie allen wollten ganz bewusst eine Machtposition und damit auch Macht ausüben und haben darauf ganz gezielt hingearbeitet. Mit Hilfe anderer Männer. Keiner landet dort zufällig. Sie tauschen und schaukeln sich gegenseitig die Stellen zu.

Man konnte ja die letzten Jahre richtiggehend beobachten, wie gewisse Männer mit fragwürdigem Charakter ganz gezielt ganz konkrete Machtpositionen zielsicher angepeilt haben, ohne Rücksicht auf Verluste und ohne großes Können. Ich kann hier sofort 12 Namen nennen. Ich halte diese Männer, die ihr sicher selbst alle kennt, allesamt für gefährlich und bedenklich. So werden also Stellen besetzt. Die Studierenden, die kommen, hinterfragen das lange erst mal nicht. Sie wissen es nicht besser. Es wird ausgenutzt, dass Studierende jung und naiv sind. Im Grunde noch Kinder.

So werden unsere Musikhochschulen also von fragwürdigen Charakteren geleitet und besetzt.

Es geht zwar an sich schon um Begabung und Können. Solange du nicht aus der Reihe tanzt. Ich habe erlebt, dass gewisse Regeln, Politik, Bürokratie und ungeschriebene Gesetze über Können, Begabung, Musikalität und Kunst gehen. Auch an der sogenannten Universität der Künste. Davon berichte ich das nächste Mal.

Pedal Nöske Orgel Gerterode



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6 Antworten auf “In der Musik ist die Anwesenheit einer tiefsten Tiefe oder höchstens Höhe zu spüren. (Hans Küng)”

  1. Sahlfeldt Power

    „“Viele betreten eine Hochschule weich, formbar, offen, leuchtend – und verlassen sie hart, desillusioniert, neidisch, böse.““

    So ist es

  2. Wolfram

    Institutionen machen sich oft unantastbar und schüchtern ein. Das geht auch vielen anderen Institutionen so, nicht nur in der Sparte Musik und Kunst

  3. K. Voll

    Frauen gönnen einer anderen Frau oft nichts und halten lieber zu Männern. Traurig.Gegenüber nem Mann hätt sie sich vielleicht das nicht getraut. Orgel spielen kann sie nicht.

  4. Christoph Bornhäuser

    Bin ich gemeint? Aber solche großen staatlichen Musikhochschulen sind schon etwas anderes als unserer enges „kirchliches“ Hochschülchen. Viele haben schon die Flucht ergriffen

    • Subbass1

      Und eine hat sich erhängt. Wahrscheinlich ein Alleinstellungsmerkmal dieser „Hoch“Schule. Wo war eigentlich der Nachruf? Gab es Konsequenzen ?

  5. Stahlspel

    „Ich finde es wichtig, Werke immer mal aus völlig neuen Noten zu spielen. Vor allem ein Werk, das schon länger erarbeitet zurück liegt. Sich (alte) Stücke neu zu erarbeiten aus völlig unberührten Noten – ist ein Abenteuer und schult die Musikalität.“

    Matthias Dreißig ist ja völlig hilflos ausgeflippt, als er seine mit seinen Fingersätzen nicht mehr fand. Jetzt kann er das Stück nicht mehr spielen. Sieht so unmusikalisch aus?

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