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Ann-Helena Schlüter

3. Juli 2022: Made in Germany?

Wenn uns keine andere Schuld trifft, so die der Lieblosigkeit. (Margarethe Lachmund)

Beherzt und mutig und sensibel sein, wie sie.

Foto: Rühlmann Orgel

Heute erinnere ich an Emilie Schomann, die erste Promovendin, Greifswalderin.

Neu: gelernt: Videos via Spalten, Datum suchen, einfügen auch oben. 

Tierpark Greifswald

Heute besuchte ich den Tierpark in Greifswald. Er ist sehr schön, kann ich empfehlen, ein guter Tiergarten mit frei laufenden Tieren. Man kann über den Wall oder den Graben (Grund) dorthin laufen. Beides ist ein hübscher Weg, grün, flach, perfekt für Radeln und Gassi, am Wasser grün vor Entengrütze. Im Tierpark gibt es alte Eichen, einen großen Teich, Störche, Waschbären, Streichelzoo, Biber, Wildschweine, Alpakas, kleine Affen, Erdmännchen, Pfaue und ein Vogelparadies.

Ich habe alle mit Kirschen und Wassermelone gefüttert. Es gibt auch ein Cafe. Im Streichelzoo hatte ich eine Tüte mit Ziegenfutter. Die Ziegen und Böcke erkannten das Rascheln der Tüte. Ich setzte mich mit der Tüte auf einen Stein. Das war ein Fehler. Die Tiere rotteten sich sofort zusammen, umrundeten mich und fielen über mich her, entrissen mir die Futtertüte und bekämpfen sich zu meinen Füßen. In Schock verließ ich den „Streichelzoo“. ☀️Diese Ziegen waren jedenfalls noch nie in der Ziegenschule. Danach spazierte ich über den Wall zum Arboretum. Das ist der Botanische Garten der Uni. Es gibt zwei Botanische Gärten in Greifswald, einen mit neuen Gewächshäusern hinter dem Bahnhof, und einen auf dem Unigelände, wo das Klinikum steht. Hier gibt es asiatische und nordamerikanische und mitteleuropäische Bäume. In schattigen Ecken stehen Bänke. Der Garten mit seinen Büschen und Moos-Sorten und Blüten wirkt exotisch, verwunschen, ein verborgener Ort. Leider hört man noch die Autogeräusche von draußen. Ich mag Autogeräusche immer weniger. Am schlimmsten finde ich den Lärm von Motorrädern. 

Arboretum Greifswald 

Charlie und ich spazierten heute allein zusammen, er hat mich akzeptiert. Es war dennoch spannend, da er ein Rüde nicht, nicht kastriert, und zudem etwas ängstlich. Wenn er andere Rüden sieht, muss ich vorsichtig sein, dass es nicht zu einem Krawall kommt. Aber ich habe gelernt, wie ich ihm Sicherheit geben kann. Viel mit ihm sprechen, nahe bei ihm sein, Leckerlis geben und andere Hundebesitzer meiden. Besonders wenn Hunde angeleint sind, muss man sie leider voneinander fern halten. Es gilt Leinenpflicht. Zudem hat Charlie manchmal die Angewohnheit, an Joggern und Radfahrerinnen hochzuspringen. Bei mir war er aber sehr brav. Man muss halt konzentriert sein. Bellen tut er nicht. Und er kennt die Wege besser als ich. Wenn ich abweiche, schaut er mich schüchtern und trotzig an. Wenn es aber ernst wäre, könnte ich ihn nicht halten. Er hat enorme Kraft, springt über Zäune und zieht. Später fuhr ich dann mit dem Radl die Wolgaster Straße entlang mit der roten Basil-Klingel mit den weißen Tupfern.

Ich mag Mecklenburg-Vorpommern und die Ostseeküste. Die Hansestädte Stralsund mit dem weltberühmten Rathaus und Greifswald (ca. gleich groß), Schwerin und Rostock an der Warnow (die größte, aber immer noch kleiner als Würzburg, und Würzburg ist schon klein) und all die kleinen Städtchen und Dörfer. Dazu die Seenplatte und die Inseln. Neubrandenburg und Anklam finden viele nicht schön, ich finde es ok. Greifswald an der Ryck ist auf der einen Seite vom Wall geschützt und von der anderen Seite vom Fluss und vom Hafen. Greifswald liegt nicht an der offenen Ostsee, sondern am Bodden. Rügischer und Greifswalder Bodden.

Rostock liegt bei Warnemünde an der offenen Ostsee. Täglich gehe ich über Caspar David Friedrichs Marktplatz mit der alten Apotheke. Die wichtigsten Werke vom Casperl (1774-1840) sind nicht in Greifswald ausgestellt, sondern in Berlin und anderswo in der Welt. Greifswald hat noch richtig kleine individuelle Geschäfte in der Innenstadt, nicht diese riesigen schrecklichen Ketten. Ich mag die Giebelhäuser und die rohrgedeckten Bauernhäuser. Dumont listet unter “bedeutenden Persönlichkeiten” 15 Männer und eine Frau. Das ist der Männer-Hype. Männer bewundern Männer. Die einzige Frau, die genannt wird, ist Brigitte Reimann, Schriftstellerin. 

Neu: 

Franck
Franck
Reger

1. Juli 2022: Die Kunst geht nach Brot. (Luther)

Heute erinnere ich an die Greifswalderin Käthe Kluth, erste Professorin in Berlin. Es gab in der DDR nur 25 Professorinnen! Die BRD war da aber nicht viel besser.

Und an die Greifswalderin Johanna Odebrecht, die (Armen-) Schulen für Mädchen gründete.

Das schöne neue Logo oben verlinkt im Shop übrigens zu meiner neuen Holy Spirit CD.

Foto: Rügen (Rambin)

Heute habe ich wieder Liszt B-A-C-H geübt. Es ist wirklich schön, mit einem Coach zusammen zu üben, auch wenn das enormer Luxus ist. Man muss dann nicht immer allein denken, was beim konzentrierten Üben das Anstrengendste ist, sondern jemand denkt mit einem zusammen, oder besser jefraud denkt mit mir und für mich, und so lernt man auch andere Denk- und Herangehensweisen beim Üben kennen. Das gemeinsame Üben ist gut, besonders dann, wenn man Stellen auswendig übt. Denn wie man übt, ist entscheidend. In Liszts B-A-C-H kommen viele virtuose Zungenbrecher vor, besonders Takte 65-72. Ich habe Liszt B-A-C-H an der Orgel gespielt, aber am Flügel ist es mehr als 5x so schwer. In der sehr prallgefüllten Kirchenmusik dazu zu kommen, große Werke zu üben und Blog zu schreiben, ist ein Wunder.

Ankerbass

Künstlerischer Ankerbass (Generalbaß) macht im Duo oder im Ensemble (Basso Continuo), wenn man mit anderen zusammen spielt, am meisten Spaß. Jetzt spiele ich mit einem Flötisten, einer Barockgeigerin und einem Sänger und einem Ensemble zusammen. Bach, Vivaldi, John Eccles (1668 London-1735), Quantz (Quants), Benedetto Marcello (1712), Rameau (1683-1764) mit seinen Verzierungen und Inegalität. Da wird einem in den Proben die Sprache und der Stil von historischem Ankerbass gut ins Herz gebrannt. Es ist natürlich noch mal etwas anderes, ad hoc, etwas direkt solo perfekt vom Blatt zu generalbassieren. Was mir am meisten Spaß macht beim Ankerbaß ist das Improvisieren. Allerdings muss das zart, gefühlvoll geschehen, eher passiv, ohne innerliche Übermotorik. Damit es schwer-leicht schwebt und schwingt und glitzert. Herzschlag.

Dies ist bei langsamen Sätzen schwerer als bei schnellen. Auch hier schwebend mit zwei- und viertaktigem Denken. Es ist erstaunlich: Eccles und Rameau sind so wunderbare Komponisten, zu Bachs Zeit, und dennoch (und das ist das Unglaubliche) kein Vergleich (und zu niemandem hinterher) zu Bach. Wenn man Musikerin ist, ist nichts Theorie, es ist alles Praxis. Man kann nicht sagen, man ist Musikerin und hat keine Ahnung von Gehörbildung, und man kann nicht sagen, man ist Organistenstar und spielt keine Kammermusik. Man kann nicht sagen, Generalbass ist Theorie – nein, es ist eine Sprache und führt intensiv zu Bach. Natürlich ist alles sehr sensibel, besonders Gehörbildung. Mit relaxten Leuten macht alles mehr Spaß. Ist jemand hart, arrogant und streng, dann ist es schwerer, Bestes zu leisten.

Ankerbass, Gehörbildung, Kammermusik, Korrepetition, Impro, Cembalo – das ist alles eine Einheit. Und dies alles ist nur die Kurzform und Spitze des Eisberges. So wie mein Blog insgesamt nur die Spitze des Eisberges ist.

Wen ich nach wie vor interessant finde, ist Albert Schweitzer (“Orgelbewegung”) und das Gegenstück Helmut Walcha. Auf der einen Seite zertörten die Männer der “Bewegung” viele romantische Orgeln, und doch spielten diese J.S. Bach im romantischen Stil legato. Ist das nicht ironisch? Das, was sie bekämpfen wollten, kam durch die Hintertür wieder hinein geschlichen. Ich muss sagen, dass ich mittlerweile weder Schweitzer noch Walcha besonders gern höre. Ich finde, beide haben nicht unbedingt getroffen, was Bach mit seiner Musik ausdrücken wollte. Ich bin gespannt auf das Schweitzer Buch “Deutsche und französische Orgelbaukunst.” Übrigens, ich nenne Pedal weder konkav noch konvex, sondern Radialpedal oder gerades Pedal.

Die Orgelbewegung:

Gestern: Orchesterleitung hospitieren, Cembalo, Generalbass, Proben, Gruppenstunde

Vorgestern: LO, Partitur, Theorie, Dirigieren, Gehörbildung, Probe

Heute: Liszt B-A-CH am Klavier, Gesang, Bariton, “Glaubenslehre”, Theorie

Liszt:

27. Juni 2022: Greifswald Bachwoche

Foto: Logo AHS mit Orgelpfeifen von Christoph Ermisch

Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht. (Heine 1840)

Meine neue Webseite ist da. Es hat länger gedauert als gedacht oder als geplant, aber es ist auch nicht so leicht, eine so große Webseite mit 500 GB zu relaunchen und von Grund auf neu zu programmieren, damit sie schnell läuft. Da dauern alleine die TTL-Umstellungen beinahe 48 Stunden. Ich muss mich erst an meine neue Webseite gewöhnen und einiges muss noch angepasst werden. Ich blicke hier hinten im Dashboard noch nicht ganz durch. Verzeiht also, wenn es noch etwas dauert, bis ich hier wieder die Dinge verstehe.

Ich bin wieder in Greifswald. Letzte Woche war ich im Pommerschen Landesmuseum. Es war schön. Es ist ein großes, helles Gebäude, eine weiße Villa, in dem auch einiges umgebaut wird. Die kleine Gemälde-Galerie gefällt mir am besten. Ich freue mich, dass auch Malerinnen ausgestellt wurden, wenn auch sehr viel weniger als Männer. Besonders gehyped werden die Gemälde von Friedrich und Frans Hals: Caspar David und seine Eldena in sämtlichen Landschaften der Welt: Die Klosterruine hier in Greifswald. Die hier ausgestellte Malerin Ilse von Heyden-Linden möchte ich lobend erwähnen. Und Dora Koch-Stetter. Um 1880 war es sicher noch schwerer als Malerin als heute. Und Sabine Curio: “Tür zum Garten”, 1999.

Übrigens: Greifswald war über 150 Jahre lang schwedisch gewesen. Es gibt also im ersten Stock auch viel über die schwedische Zeit hier in Pommern, Schwedisch-Pommern. Das war interessant für mich. Normalerweise interessieren mich Ausstellungen über alte Kronen, Schätze und alte Umhänge nicht sehr. Aber das schwedische Wappen – das zieht meine Aufmerksamkeit an. Die drei Kronen Schwedens. Im Juli 1630 kamen die schwedischen “Eindringlinge” mit Gustav II. Adolf in die schöne pommersche Gegend.

Ich möchte hier besonders an die schwedische Königin Luise Ulrike von Schweden erinnern, 1720-1782. In dem Raum mit den schwedischen Adeligen legte ich mich auf das weiche Sofa und hörte den Stimmen zu, bis ich eingeschlafen war. Glücklicherweise war das Museum fast leer und niemand weckte mich auf. Die erzählende Stimme ist so angenehm einschläfernd. Wie eine Gutenachtgeschichte kam mir das vor. Der schwedisch-brandenburgische Krieg 1674-1679 wird ebenfalls dargestellt. Schweden war damals groß wie nie. Die Schweden werden lustig gemalt: Wie große Michels aus Lönneberga, der gar nicht Michel heißt.

Auch das Schloss Griebenow wird erwähnt im Museum und die Holzmasken ausgestellt: An jeder der 15 Ecken der Schlosskapelle von 1653, die ich auch in meiner Orgel-Info erwähnt habe, ist eine Maske angebracht, die als Wächter fungieren und mit hässlichen Grimassen das Böse vertreiben und die Kapellen vor Dämonen schützen soll. (Hm, bedenklich.) Griebenow bei Groß Bisdorf (Biisdorf ausgesprochen, wo ich viele Wochen wohnte, nun wieder in der Innenstadt Greifswald) ist schon Nordpommern. Die Leute müssen übrigens die Kapelle in Wirklichkeit besuchen und ansehen, nicht im Museum, eine Maske aus dem Zusammenhang gerissen. Levenhagen hätte auch ausgestellt werden sollen.

Die Greifswalder Bachwoche habe ich fast ganz besucht. Es war interessant. Besonders gefallen hat mir Choreos – ein tanzender Chor, top Choreographie, super Licht, gute Stimmen (Profistimmen). Das einzige, was mich störte, dass (ich saß ganz vorn) sich sehr viel auf dem Boden gewälzt wurde mit vielen sexuellen Anspielungen und viel Nacktheit. Ich finde, das war eine Spur zu viel. Das müsste nicht sein. Immerhin, wir waren in einem Dom. Da gefiel mit der Madrigalchor aus Kiel doch besser.

Die standen zwar einfach nur und haben gesungen (keine Profis) und doch war es wunderschön. Sehr gut war Brasscussion. Ich liebe Blech und Perkussion, es war fabelhaft. Absolut mitreißend, laut und fabelhaft. Gershwin. Prokoffief. Das deutsche Publikum ist oft so träge und klatscht brav und dröge vor sich hin. Ich war die einzige, die “Bravo” rief – da haben sich dann einige mit Fußtrampeln angeschlossen. Seit neuestem finde ich unglaublich spannend, die Dirigenten zu beobachten. Das kann ich ununterbrochen tun.

Edward Elgar – hm, ich kann mich nicht so für all seine Musik begeistern. Es erinnert mich an Filmmusik, die ohne Ziel in Wellen vor sich hin schwimmt und mal irgendwo aufbrandet und dann wieder daliegt. “Light of Life” wurde aufgeführt. Ich bin eingeschlafen. Es ist sicher wuchtig und alles. Aber wuchtig allein reißt mich nicht vom Hocker. Es muss irgendwo Sinn haben und nicht sinnlos und ohne Ziel in emotionalen Wogen vor sich hinplätschern und immer gleich klingen.

Kein Vergleich mit den Bach-Kantaten. Ich habe fast überall mitgesungen. Barbara Dennerlein habe ich nachts auch noch gehört. Die coole Hammond-Orgel B3, die ihr zur Verfügung gestellt wurde, war schön beleuchtet. Sie selbst ist sehr authentisch, relaxed und nett. Sie macht keine Show. Leider, ich bin kein Fan von Boogie Woogie etc. Boogie Woogie kann ich 15 -20 Minuten an der Orgel anhören. Aber keine 2 Stunden. Der Hammond-Sound ist interessant. Aber keine zwei Stunden lang. Ich saß in der ersten Reihe, was ein Fehler war.

Ich konnte nicht weg und wurde unruhig und fühlte mich genervt. Schließlich rettete ich meine Unzufriedenheit darin, dass ich einschlief. Es war auch schon sehr spät und ich war von den vielen Konzerten und Eindrücken erschöpft. Es ist sicher toll und anstrengend, so einen Jazz-Abend zwei Stunden lang durchzuhalten, allein, dass der Groove stabil bleibt. Und sie macht das locker und sympathisch. Ich bin von Bach wahrscheinlich schon verdorben.

In Konzerten berührt zu werden ist eine wunderschöne Sache. Wo es nicht gelingt, bleibt Enttäuschung zurück. Aber alles ist Geschmackssache natürlich. Ich stelle schnell fest, ob mich etwas berührt oder nicht. Wenn es nur Gespiele ist, Effekte usw., dann schalte ich ab. Von Ombra e Luce war ich auch etwas enttäuscht. Toll war der Dirigenten-Workshop mit Friederike Woebcken. Ich habe viel gelernt. Die Balance zu halten zwischen Energie, Ruhe, lieber zu wenig als zu viel und dann doch viel und entscheidend auf den Punkt – ruhiger Kopf, aber Körperspannung und blitzende Augen. Es braucht eine starke Persönlichkeit, die Dynamik und Einsätze gut anzeigen kann. Und dann natürlich die Technik der Hände.

Neu: Mendelssohn in Großkorbetha an der Rühlmann Orgel

Mendelssohn an der Rühlmann Orgel Großkorbetha

25. Juni 2022: Orgel Welt

Heute paktieren viele Männer miteinander und nennen das “Treue”. Viel davon ist gut gemeinte Bevormundung. Gut gemeint ist meist schlecht.

Foto: Großkorbetha Weissenfels, Sachsen-Anhalt

Neu: Storchi in Greifswald

Lieber ein mittelmäßiger Frieden als ein glorreicher Krieg. (Maria Theresia)

Fürstin, Österreich. Heute erinnere ich an Haya bint al-Hussein. Jordanische Prinzessin.

Foto: Rühlmann Orgel Grosskorbetha, Weissenfels

Neu: Griebenow Schlosskapelle

Es war schön, im Liturgisches Morgengebet zu singen in der sonnendurchfluteten Kapelle, und die Kantate BWV 36 im Dom. Wir haben die Kantate in einer Stunde lernen müssen. Es ist spannend zu erleben, wie jede Dirigentin anders arbeitet.
Ob ich es zeitlich schaffe, Barbara Dennerlein zu hören? Ich habe sie noch nie live gehört und bin sehr gespannt. Ich kann erst am 23.6. wieder updaten, wie es war und was ich gemacht habe. 

Heute war ich mit Georg und Team in Dersekow an der Mehmel Orgel von 1861. Im frischen Grün liegt die ev. Kirche. Grüne Bänke (vorher rot), und oben unter dem weißen Gewölbe die vierflächige silbernweiße Orgel mit grün-roten Holzspitzen. 2 Manuale, 13 Register. In einem gepflegten Friedhof voller Blumen und großen alten Bäumen liegt die hübsche kleine Kirche mit braunem Glockenturm aus Holz, rotem Dach, Backsteinen, Innenraum grün. Meine Reportage über das schöne Pommern geht weiter. Danke an Georg Warnecke, Brunke Ziemann und Team Dersekow/Groß Bisdorf.

Orgel-Positiv Schloss-Kapelle Griebenow bei Greifswald

Theodore Dubois

Rühlmann Orgel

Mehmel Orgel

15. Juni 2022: Bachwoche Greifswald

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Be still and know that I am God. (Psalm 46:10)

Heute erinnere ich an Katharina von Siena (1347).

Foto: Christuskirche Dresden, pneumatische Jehmlich Orgel

Hier in Greifswald reden manche Leute eine Art plattdeutsch, das gefällt mir, ist irgendwie lustig. Wir haben beim Morgengebet in der Annenkapelle und die Kantate BWV 1 im Dom gesungen. In ganz Deutschland scheint die Sonne, in Greifswald geht der Wind. 

Am Bariton hatte ich heute das erste Mal das Gefühl, die Töne auch dynamisch unter Kontrolle zu bekommen, das ist ein erstaunliches Gefühl. Ist es nicht ein Wunder, dass durch Lippenspannung und Atem Töne entstehen, in unterschiedlicher Farbe und Lautstärke? Lippen und Atem sind pure Psychologie, und auf meiner KlangVORSTELLUNG erheben sich die Töne. Natürlich muss man auch sachlich sagen, dass es ohne Üben nicht geht. Aber Üben ist auch Psychologie. 

Neu: Orgel-Information Rühlmann Orgel 

https://www.ann-helena.de/orgelinfo/ruehlmann-orgel-grosskorbetha/

Ab Donnerstag geht die Webseite in Relaunch für ca. eine Woche, nicht wundern. Ich kann eine Zeitlang nicht aktualisieren, wie ihr es sonst gewöhnt seid. Ihr trefft meine Seite neu an, wenn es so weit ist, in der neuen Form, und ich werde euch das wissen lassen. In der Zwischenzeit werde ich euch mit vorgearbeiteten Inhalten versorgen, solange ich es schaffe und kann. Ihr haltet das schon durch. 

Gestern haben wir bei der Greifswalder Bachwoche zweimal gesungen. Es war sehr schön. 
Neu: Piece d’ Orgue St. Marien Weissenfels 

https://www.ann-helena.de/orgelinfo/gerhard-orgel-reichartswerben/
Orgel Information

Meine Kompositionen umgehen bewusst typische Muster, Proportionen, Strukturen (männlich) vorgefertigter, festgelegter Form, um neuen Formen Platz zu geben in Freiheit, Weiblichkeit und Klang, auf der Suche nach einem neuen Genre, nach einem neuen Geist. Innovation statt Variation und Nachahmen. (AHS)

Ich habe das 9 Euro Ticket, und es hat mir auch schon getaugt und gedient. Da ich viel ICE fahre, bin ich glücklicherweise noch nicht in die Massen geraten. Ich mag Massen nicht.

Am Freitag bin ich wieder in Salzburg. Doktorandenforum. Mozarteum. Ich liebe mein Thema und spreche gern darüber. Schon am nächsten Tag fahre ich wieder zurück zum Konzert in St. Marien in Weißenfels an die große neue Ladegast-Orgel in Sachsen-Anhalt.

Ich kann schon wieder singen, vorsichtig und leise, aber es geht. Ich habe festgestellt: Was wirklich gut für die Seele ist, ist Chorsingen und Liturgisches Singen. Das ist richtig auferbauend. Sogar, wenn man erkältet ist.

Heute war Greifswald recht warm. Es blüht der rote Klatschmohn, kleine Kühe und Fohlen toben.

Heute erinnere ich an Anneke Kim Sarnau, Schauspielerin. Vielschichtige Frauenfigur in einer Branche, in der Männerstimmen in Quantität noch immer vorherrschen, auch in Filmen, in denen Frauen die Hauptrolle spielen. Achtet mal darauf, wie oft und wieviel Frauen und wie oft Männer sprechen in Filmen.

Heute erinnere ich auch an Donna Strickland, Physikerin aus Kanada. 1959 geboren. Stellt euch vor, das frauenfeindliche Wikipedia hat 2018 (!) abgelehnt, einen Eintrag über sie anzunehmen, sie sei zu “unbedeutend”. Kurz danach bekam sie als dritte Frau den Nobelpreis. Dann erst bekam sie einen Wikipedia Eintrag. Jetzt wundert mich gar nichts mehr. Wikipedia hat auch nichts unternommen, als durch Attacken (die Verdächtigen kennt ihr bereits durch meine Blog-Einträge, und schaut euch die Aggressionen in der Ansgar Kreutz Gruppe an und ihr wisst Bescheid) eingeladen wurde, Vandalismus auf meiner Wikipedia-Seite zu betreiben. Damit ist meine Wikipedia Seite die erste in der Orgelwelt und Kirchenmusik, die (so) attackiert wurde. Ist es hierbei ein Zufall, dass ich eine Frau bin? Sicher nicht. Ich bin definitiv in vielem rekordverdächtig. (Es wird von Bier gefördert. Ich mag Bier nicht.)

Foto: Greifswald

Neu: Konzertplakat Sehnsuchtsort Orgel

und 11. Amberger Orgelmusik

6. Juni 2022

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Gott, schaffe mir Recht, führe meine Sache wider das unheilige Volk, errette mich von den falschen, bösen Leuten. (Psalm 43, 1)

Ich liebe den Harz. Rauschende Bode, Moore, unberührte Wälder. Harzkäse. Bodetal. 1000-jährige Städtchen. Alpines Klima. Freue mich auf den Brocken, Schmalspurbahn und das Mittelalterstädtchen Wernigerode.

Heute erinnere ich an Evita Perón, argentinische schöne Politikerin.

Foto: Mehmel Orgel Greifswald

Ich bin etwas erkältet und krächze. Die Klimaanlage im ICE. Meine Stimme ist dunkel und tief, als wäre ich Raucherin. Stimmlippen und Stimmbänder sind so empfindlich 

Orgelmässig bin ich gerade auf dem pneumatischen Trip.

Man hat mich gefragt was ich nicht gern esse: Leber und Wirsing. So stelle ich mir ein Grusel-Essen vor. Ich habe versucht, mich mit Wirsing anzufreunden. Es ist mir nicht gelungen.

Sehr empfehlen kann ich den alten Film „Abenteuer Wetter“ von BBC. Er zeigt, wie es war vor dem Klimawandel, der von Männern herbeigeführt wurde. Oder werden Männer unsere Erde eher durch Kriege oder Atomwaffen zerstören? Wie auch immer: Es sind Männer und es werden Männer sein, die unsere Erde letztendlich zerstören. Schade, dass sie sich darüber kein Denkmal werden machen können. Und doch wird es eines geben.

Gesehen habe ich auch „Therese Raquin“ von Emile Zolas. Ich liebe skandalöse Frauen. ❤️ Inas Nacht.

Apfelkerne – das Buch ist schöner als der auf sinnlich getrimmte Film mit ewig schaurig schönem Licht. Ich sehe dann immer innerlich, wie die Leute für jede Szene das „romantische Licht“ herrichten. Und im Hintergrund säuselt ein Klavier. Ist das reale Leben mit Licht und Klaviermusik durchflutet? Nein. 

Zur Heidelberg-Männer-Fraktion, zu der Jan Wilke und Christoph Bornheimer gehörten: Bernd Stegmann, Gerhard Luchterhand und Mautner versuchten, mir den Zugang zur Kirchenmusik zu verweigern: Ich sollte 2019 innerhalb von 2-4 Wochen in Fächern Prüfungen machen auf Diplom-Hauptstudium-Niveau, die ich, wie sie wussten, noch nie belegt hatte, Chorleitung und LO. Kurz: Eine unfaire, unmögliche, hochschultechnisch vermutlich „illegale“ Aufgabe. Da gab mir Stegmann, der keinen Ton zuvor mit mir sprach, obwohl ich bereits wochenlang im Haus war wegen Konzertexamen Orgel ein Stück: atonal und mit pausenlosen Taktwechseln, obwohl er wusste, dass ich dieses Fach, Chorleitung, noch nie gemacht, belegt und noch nie einen Chor geleitet hatte. Ich hatte keine Technik. Da ich sehr musikalisch bin, habe ich es erstaunlich gut gemeistert und dabei meine Liebe zur Chorleitung entdeckt. Trotzdem war es ein erbarmungsloser Hinterhalt und eine Falle, die zeigte, auf was für erbärmlich unpädagogische Art und Weise ein Männertrupp sich einer hochbegabten, emotionalen Frau entledigen wollten. Ich glaube, ich sollte es gar nicht schaffen, sonst hätte man mir nie eine so undurchführbare Aufgabe gegeben. Ich hatte bereits einiges im Haus kritisiert. Ich hatte ihnen trotzdem vertraut, obwohl ich gewarnt wurde. Das war ein Fehler. Es war Stegmanns letztes Semester, ihm konnte es völlig egal sein. Danach war er weg. Es war eine traumatische Erfahrung, da ich persönlich noch nie diese Abwehr, Charakterlosigkeit und den Hass gegen mich als ehrgeizige Frau so sehr gespürt habe wie damals in diesen Kontakten mit Mautner, Luchterhand und Stegmann. Es fühlte sich dämonisch an. Für mich war es so, als hätten diese Männer Fratzen statt Gesichter. Besonders Martin Mautner. Die Atmosphäre in seinem Büro: Höllen-Vorort. Ein überlegenes Grinsen im Gesicht. Überhaupt erinnere ich mich: Dass sich diese Männer mir unbedingt stets überlegen fühlen mußten. Auf Biegen und Brechen. Überlegenheit. Machtmissbrauch. 
Das Dauer-Geläster, die Gerüchte um regelmäßige Affären mit Studentinnen in dieser Kirchenmusikhochschule und der Selbstmord und die Beerdigung einer Studentin dieser Kirchenmusikhochschule fielen zeitlich exakt hinzu. Ratet mal, wer weggeguckt hat? In meinen Augen ist dieses Haus eine Teufelshochschule, wo viel zu viele Leute weggeschaut haben. Ich glaube, ich bin die einzige, die die Zustände dort angesprochen hat. Das passte gewissen Leuten gar nicht. 

Jetzt, wo ich hervorragende Pädagogen habe, weiß ich, wie liebevoll, vorsichtig und langsam man sich diesen Gebieten LO und Chorleitung annähern kann/muß und wieviel Potential ich habe. Je mehr ich nun weiß und gelernt habe, desto mehr wundere ich mich, was Stegmann, Luchterhand und Mautner durchgeführt und missbraucht haben. Beziehungsweise desto mehr wird mir klar deren Verrat und Unverfrorenheit in dieser Forderung. Andere hätten sich diesen Fächern nach so etwas nie mehr genähert. Machtmissbrauch ist immer zerstörerisch, wenn man etwas Neues lernt, gerade in der Musik, gerade bei sensiblen Menschen. Ich kann anderen Mut machen: Haltet durch! Lasst euch nicht abbringen.

Gott öffnet immer die Tür, wenn böse Menschen versuchen, sie zu schließen. 

Neue Komposition:

Neu: Choralpartita (da es sich so viele gewünscht haben: diesmal sieht man mein Gesicht): 

Choralpartita

Heute mailte die SMD folgenden Rundbrief passenderweise: 

Psalm 69

20 Du weißt um meine Schmach, um meine Schande und Beschimpfung; meine Widersacher sind alle vor dir. 

21 Die Schmach hat mein Herz gebrochen, und ich bin elend; ich wartete auf Mitleid, aber da war keines, und auf Tröster, aber ich fand sie nicht. 

22 Und sie gaben mir Galle zur Speise und Essig zu trinken in meinem Durst. 

Jesus kannte diese Widersacher auch. Ich nenne sie in Zukunft nicht mehr Hater. Sondern Widersacher. Das passt besser, denn sie sind trotz ihres massiven Follows wider die Sache AHS. Auf ihren Schwingen explodiert die Statistik meiner Webseite.

Jede Suche nach dem Unbekannten ist eine unvergleichliche Ausbeutung unserer selbst. (Jacqueline Auriol)

Französische Pilotin. Die erste Testpilotin Frankreichs. Heute erinnere ich an Frances B. Johnston, Fotografin, eine der ersten freischaffenden Fotografinnen in Amerika. Ehre allen Frauen, die von Kunst leben können. Allen Frauen, die Raw Models und Pionierinnen sind. Allen Feinden dieser Frauen seien ihre Sünden nie vergeben.

Gestern habe ich das erste Mal Liszt B-A-C-H für Klavier öffentlich gespielt. Das Stück muss wachsen und reifen. Ich habe im April damit begonnen. Es ist natürlich am Flügel viel schwerer als an der Orgel. Es sind üble virtuose Stellen dabei. Aber ich liebe es, es macht Spaß.

Foto: Kevelaer

Neu: Orgel-Information St Marien Greifswald mit der größten genialen Mehmel-Orgel

Mehmel Orgel St. Marien Greifswald

Der geniale Orgelbauer Mehmel stammt aus Thüringen und hat u.a. bei Ladegast in Weißenfels gelernt. Diese Orgel ist die größte von ihm gebaute. Hanse-und Universitätsstadt Greifswald. Die historische Orgel wurde erbaut 1868 durch Mehmel (Stralsund), generalsaniert 1988 durch A. Voigt (Bad Liebenwerda) und instandgesetzt 2018. Beste Orgel in Greifswald. Es ist die größte Mehmel-Orgel bisher erhalten, da die Mehmel Orgel in Stralsund nicht mehr zu retten war. Die Orgel besitzt einen Löffelschweller und ist herrlich schwergängig und phantastisch für Mendelssohn, Ritter, Liszt, Reger – allerdings komplett ohne Hilfen und Setzer.
Die rote St. Marien-Kirche am Markt, genannt „Dicke Marie“, neben dem Café „Alter Fritz“, hat große schöne Akustik, sehr hallig, große rote Säulen. Die Orgel steht hoch oben. Greifswald mit seinen drei Altstadtkirchen ist tatsächlich sehr idyllisch, wie Caspar David Friedrich (1774-1840) malte, ein berühmter deutscher Maler. Greifswald wurde 1278 Mitglied der Hanse. Das Kloster Eldena ist ebenfalls sehr interessant und das Pommersche Museum. Warm und voll, schwergängig, perfekte Akustik mit großem Nachhall. Die Orgel ist eine Einheit mit dem Raum. Die Kirche mit Satteldach und dem vierstöckigen Turm erhebt sich über die Häuser und den Markt. Backsteingotik, gebrannte Backsteine, rot-weiße Kontraste. Weiße Wände und rote Pfeiler, hell und leicht. Gotisches Kreuzrippengewölbe. Die chorlose, dreischiffige Hallenkirche mit Wandbildern und einer großen Wächterglocke, einer Renaissance-Kanzel von 1587 mit wertvollen Intarsien und einem Schalldeckel, einer Gedächtniskapelle, der schöne Annenkapelle und dem großen Altar mit der Altartafel ist wertvoll und frisch renoviert worden.

Neu: Bach an der Mehmel

Neu: Kittel an Mehmel