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21. Januar 2022

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Vertrauen ist die schönste Form von Mut. (Hildegard Wortmann)

Heute erinnere ich an Lucia Moholy, österreichisch-britische Fotografin, die Menschen wie Häuser fotografierte. Wusstet ihr, dass jedes Gehirn erst einmal weiblich zur Welt kommt? Das ist schön.

Das Gehirn ist wie Bachs Musik, nur als Gehirn. Würde jemand denken, Bachs Musik sei durch einen Urknall entstanden? Oder durch eine Kette zufälliger Umstände? Das ist Blasphemie, zu behaupten, das Gehirn hätte sich irgendwie selbst hergestellt, wobei jedes menschliche Werk zig mal anerkannt wird, vor allem, wenn es von einem Mann erschaffen wurde. Ist Gott nicht mehr als ein Mann? Oder sei aus einem Tiergehirn mutiert, wobei sich das menschliche Gehirn doch nachweislich so genau unterscheidet – und ich liebe Tiere und weiß, dass sie eine Seele haben.

Sehr mag ich die Schriften von Hermann Pfrogner, 1911 in Graz geboren. Ich vermisse solche Musikwissenschafts-Persönlichkeiten, gläubig und voller Bewunderung für die Künstler. Heute ist es so, dass eine unglaubliche Säkularisierung stattgefunden hat, wie Progner bereits 1986 angekündigt hatte. Sein Buch Zeitwende der Musik kann ich empfehlen. Ich kann 2022 bestätigen, was er vorhersagte, während er längst tot ist. Progner schrieb: “In der Musik gehört der erste Platz den Komponisten und praktischen Musikern, dem Theoretiker kommt die zweite Stelle zu, dort ist sein Platz.” – Heute sagen die Theoretiker dies: “In der Musik gehört der erste Platz dem Theoretiker, besonders den Männern, die einen Professoren-Titel haben, und die praktischen Musikerinnen haben gar nichts zu sagen, sind ja gar keine Wissenschaftler.” (Namen einfügen, die ihr kennt)

Und erstaunlich: Ich mag Adorno. Früher war ich immer genervt, weil Musikwissenschaftler pausenlos von ihm sprachen, wie ich fand. Daher wollte ich ihn nicht lesen. Ich mag keinen Hype. Und jetzt habe ich mich ihm ganz eigenständig und in Ruhe angenähert. Und ich muss sagen: Wow. Gut. Viel besser als vieles andere.

Das Zusammensetzen der großen Ballons ist…. AN…STR.. äääääää…ngen – d. Kann ich irgendjemanden bezahlen, meine Doktorarbeit zu schreiben? Bitte. Ich biete alles, was ich habe. Inklusive meiner Hängematte. Ich bezahle auch für Plagiate. Her damit. Ich muss Seiten füllen. Leider nützen mir für eine völlig neue Studie Plagiate nix, da es keine gibt.

Oben: Dom Würzburg, Foto: Mark Brooks (Titel: Flirting with stones. Devotion and Questioning) Wer malt mir dies in Öl?

20. Januar 2022

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Folge deinem Herzen. Aber vergiss dabei nicht, dein Hirn mitzunehmen. (Alfred Adler)

Wenn wir neue Wege gehen, hinterlassen wir Spuren, und nicht nur im Staub. Und auch Enttäuschungen sind ein Schritt vorwärts.

Heute erinnere ich an Eve Arnold, Fotografin, und an Alicia Alonso, Tänzerin.

Honey Pomelo-Saft mit Blutorange schmeckt gut frisch gepresst.

Ich habe eine neue schöne, weiße Yankee Candle (Large Jar Candle), Midnight Jasmine. Weißer Duft, lieblich, ganz anders als Red Apple Wreath (Roter-Apfel-Kranz). Heute arbeitete ich viel an der Gliederung. Da alles sehr genau sein muss, ist jede Verbesserung, jeder neue Gedanke und jeder Zusatz eine enorme Arbeit, finde ich, und erfordert sehr viel Konzentration. Ich bin froh, dass ich einen super Masseur habe. Sehr gern mag ich “Einsatz in Hamburg” (alter Krimi, tolle Frau “Jenny Berlin”).

Oben: Probesaal Dom Würzburg

Neu: Messiaen in Schongau, Bayern

Neu: Orgel-Information, Fotos: Mark Brooks

Klais Querhaus Orgel Würzburg

15. Januar 2022

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Ich glaube, dass es nach 3000 Jahren an der Zeit ist, dass wir Frauen die Macht ergreifen. (Shermin Langhoff)

Deutsche Theatermacherin.

Heute erinnere ich an Tamara Lunger, Bergsteigerin mit Herz und Harmonie, und an Ruth Achlama, deutsch-israelische Übersetzerin: Frau muss im Leben das tun, wovon sie träumt.

Sehr interessant finde ich Judith Butlers Anerkennungstheorie.

Ich beschäftige mich mit Resonanz und meiner Dissertation. Das ist gerade mein Arbeitsfokus. Erkenntnisinteresse. Bereits Friedrich Dürrenmatts intelligente Tragikomödie Romulus, der Große zeigt den Ausverkauf und die Verfügbarkeit von Kultur und ist voll von Resonanzen.

Das offene Promovenden-Kolloquium heute war spannend, aber auch anstrengend, da wie am Fließband eine Dissertation nach der anderen vorgestellt wird. Das ist schon anstrengend, zuzuhören. Da ich Sprache liebe, will und kann ich auch nicht innerlich abschalten. Digitale Meetings machen das Ganze nicht leichter. Da entsteht wenig Resonanz. Ich bin ja weder Schulmusik noch IGP, sondern Künstlerin. Es wird oft etwas hochgestochen und so viel von “Subjekten” gesprochen, dabei geht es um Menschen.

Ich hoffe, dass ich mit meinem Beitrag etwas leisten kann, über die Musikpädagogik hinaus, das relevant ist, auch außerhalb einer privilegierten Subwelt. Es braucht dringend eine Umdeutung, eine Verschiebung von Normen.

Oben: Übungsraum an der HSLU 5. Stock mit Blick auf die Alpen

Sehr empfehlen kann ich das neue Buch “Das menschliche Gehirn und wie es funktioniert” von DK Penguin Random House. Wusstet ihr, dass ein Gehirn 1,2 kg wiegt, einen Liter Wasser enthält und rosagrauweiß ist? Das Gehirn erzeugt das Bewusstsein, Vorstellungskraft und das Selbst (zusammen mit der Seele, Anmerkung AHS). Es hat viele Falten und Schichten. Ich bin fasziniert vom menschlichen Gehirn und wünschte, ich könnte meines mal knuddeln und Danke sagen. Ich knuddel dann mal meinen Kopf.

Neu: Schübler Choräle von 2017 und 2018, jetzt hochgeladen:

und

Meine Anfänge an der Orgel  – buchstäblich im Affenzahn. (AHS)

Bin pünktlich im wunderschönen Luzern angekommen. Dabei hätte ich um ein Haar fast bereits den ersten Zug verpasst.

Alles ist hier schon abgeschmückt. Kein Vergleich mit Dezember.

Es hat gut geklappt in der HSLU. Zoom Meeting mit Bachs Kunst der Fuge war prima mit dem Mozarteum. Es war das erste Mal, dass eine Künstlerin live interpretiert hat, noch dazu an Orgel und Klavier. Normalerweise wird über Aufnahmen diskutiert. So bekam ich extrem viel Zeit. Es machte aber auch Spaß. Und ich hatte jemanden Netten, der mich filmte. Überall wird entweder Österreichisch oder Schweizerisch geredet.

Dann hatte ich noch das Glück, dass ein Orgelzimmer zum Üben frei war. Am WE hatte ich wegen meinem Bein keine Taste angefasst. So übte ich jetzt. Dennoch  war das Vorspiel abends gut. Ich spielte Vierne. Morgen um 9:45 Toccata. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man eine Orgel „in den Griff bekommt“, heißt, wenn man sie durch gute Registrierung erobert. Gerade bei französischer Romantik. Es ist sehr international hier, das gefällt mir: Ukraine, Korea, Russland, Italien…

Es ist doch sehr viel, ständig heftige Doppelaufgaben am Hals zu haben und Dinge wie empirische Studien parallel mit Konzerten und Vorspielen zu handeln, in denen es dauernd neues Repertoire gibt, das man nicht über Nacht lernt. Stets gibt es Deadlines, Termine und Fristen. Mit allem. Dauer-Frühaufstehen.

Jetzt ist es fast Mitternacht. Ich fahre zum Hotel und bin hungrig. Aber es sind noch viele Läden auf. Das mag ich an der Schweiz: Es gibt noch nachts etwas zu essen und selbst die Hochschule hat die ganze Nacht auf. Kurz: Es wird sich um die gekümmert, die nachts noch aktiv sind. In Würzburg kann man das ja ganz vergessen. Von wegen, die Schweiz sei spießig! Es gibt sogar Burger mit Appenzeller Käse. Nachts! 
Ich bin im gleichen Hotel wie letztes Mal. 
Es gibt sogar Raucherbars in der Schweiz. Ich rauche nicht, daher ist es mir egal, aber in Würzburg wäre das undenkbar.

Neu: Orgel plus 

Luzern 

9. Januar 2022

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Frieden ist der Weg. (Emily Greene Balch)

Amerikanische Soziologin. Sie wurde beinahe 100 Jahre alt. Heute erinnere ich an Sarah Thomas, Marathonschwimmerin, und Ida Pfeiffer, Reiseschriftstellerin, 1797 geboren, die ihre Kinder allein großzog.

Oben: Wenthin Orgel, Foto von Reinhard Bamming (Presse, IVZ)

Ich lese für meine Dissertation (da kann ich das Bein hochlegen) über Resonanz. Es ist hochinteressant. Hier gibt es enorme Verzweigungen und Nebenarme. “Das Verschwinden der vielfältigen Apfelsorten, ein gleichmachender Rassismus und der fatale Hang, alles Unangepasste zurückzudrängen, scheint sich auch in der Kunst widergespiegelt zu haben”, schreibt Oberschmidt und hat Recht, das habe ich selbst erlebt. Doch er vergisst vielleicht, dass es genauso auch in seiner Branche zugeht. Bereits Adorno schrieb: “Die Geschichte der neuen Musikbewegung duldet kein sinnvolles Nebeneinander der Gegensätze mehr” (Adorno 1997). Lassen wir das “mehr” mal weg. Oft gilt es im Instrumentalstudium, sich der Lehre des Meisters zu unterwerfen, und wehe, du tust das nicht. Es gibt auch viele andere tödliche Faktoren in der Profi-Musik, die Resonanz abtöten, Faktoren wie Hierarchien, Neid, Versteinerungen, Nachahmenmüssen usw. Dass ein Mensch tatsächlich dennoch, trotz Profi-Studium, Künstlerin wird, ist geradezu ein Wunder. Es fehlen in der Profi-Musik (und auch bei den Hobbymusikern) Differenzerfahrungen. Ein System braucht nicht nur Bestärkung, dass alles bisher Dagewesene einzig gültig, gut genug und ausreichend ist. Es ist fundamentalistisch, einer anderen Richtung ihre Existenzberechtigung abzusprechen.

Da Männer in Männer-Systemen oft sehr unterwürfig sind, um voranzukommen, lassen sie ihren Frust darüber oft an Frauen aus. Frauen, die ihnen in Männer-Systemen nicht gefährlich werden können. Ich bin immer wieder überrascht, wie geplant unterwürfig Männer gegenüber anderen Männern sind, selbst wenn sie die nicht leiden können, wenn sie meinen, dies könnte ihnen weiterhelfen oder sie schützen. Besonders jüngere Männer älteren gegenüber. Es scheint eine Art Spiel zu sein, sich gegenseitig zu Diensten zu sein.

Neu: Orgel-Information:

Strebel Orgel Kleinweisach, Franken

Neu:

8. Januar 2022

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Das Unverfügbare ist das Unerklärliche. (AHS)

Und das ist auch gut so. Bin wieder zuhause, musste noch mal zum Hautarzt. Es sieht gut aus, viel besser. Aber ich muss mich noch immer schonen, kühlen, kein Duschen, Bein hoch, damit es kein Lymphödem gibt. Denn nach Entzündungen kann sich Wasser ablagern. Wie ich das alles einhalten soll, gerade beim Orgelüben, ist mir schleierhaft. Hoffe, dass sich mein Bein von allein wieder sehr gut erholt. Ich habe einfach nicht die Zeit, “mein Bein hochzulegen”. Und wie soll ich mit hochgelegten Beinen Orgel üben? Nach Luzern am Mittwoch muss ich spätestens wieder zum Arzt. Ich hoffe und bete, dass es bis dahin schon perfekt ist. Jedoch braucht man im Leben Geduld. Geduld ist eine wichtige Tugend, die mir leider nicht in die Wiege gelegt wurde.

Heute erinnere ich an die Philosophin Susanne Langer.

Oben: Halverde, Wenthin Orgel 2022

Neu: von gestern, Halverde, Wenthin Orgel

Neu: Buxtehude

6. Januar 2022

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Ich hatte immer zu viel zu lernen, um etwas ganz zu lernen. (Caroline Herschel)

Deutsche Astronomin.

Oben: Vestenbergsgreuth, Hoffmann Orgel

Mein Bein ist abgeschwollen. Gott sei Dank! Danke für eure Gebete. Gott bringt mich zum Staunen. Noch am Abend gestern habe ich geübt, als ich vom Krankenhaus zurückkam. Die Ärzte waren deswegen so vorsichtig mit mir, weil sie gewusst haben, dass ich Musikerin bin. Es tut zwar noch weh, wo reingeschnitten wurde unter dem Knie, mein Fuß sieht aus wie ein kleiner Pumuckl-Fuß und mein Knie ist noch etwas dick. Aber alles kühl und weiß, es ist kein Vergleich zu gestern (rot und heiß). Das reimt sich…

Daraus habe ich gelernt: Auf Gott vertrauen, auf das eigene Herz hören ist manchmal mehr als auf Experten hören. Auch wenn die genial sind. Experten, egal ob Ärzte, Richter, Lehrer..  leben auch „nur in ihrer eigenen Welt“. So wie ich. Die Welt aber ist groß. Und vor allem Gott ist groß.
Er hat mir geholfen.
Am Freitag nehmen sie in der Hautklinik das Pflaster und die Fäden weg. Dann sehen sie ja selbst, ob alles ok ist. Wie es wohl unter dem Pflaster aussieht? Bin neugierig und darf nicht schauen. 
Dass ich nicht baden darf, ist schlimm. Wer hätte gedacht, dass ich so verletzlich bin und auf dumme Keime reagiere?

Es fällt mir immer mehr auf: Alles ist geistlich. Es gibt in diesem Leben nichts, was nicht geistlich ist. Das Leben ist nicht nur manchmal oder „ein bisschen“ geistlich oder nur in der Kirche oder wenn wir uns grad so fühlen oder im Abendmahl – nein. Es ist nie nicht geistlich, keine Entscheidung, kein Streit, jeder Atemzug, dass wir überhaupt existieren. 

Heute viel geübt. Morgen am Donnerstag fahre ich mit Pflasterbein zum Konzert Richtung Osnabrück, da werde ich abgeholt von den Veranstaltern.

Ich lese Eugen Fink. Er schreibt zwar recht blumig, wie es damals eben üblich war, aber gut. Er schreibt über „Spiel als Weltsymbol“.  Über „Abständigkeit“, über Philosophie. Ich mag ihn. 1960 waren „Gelehrte“ näher am Staunen und an der Demut als heute. Was gibt es nicht gerade in der Musikwissenschaft heutzutage für grässliche Gestalten, für die Staunen, Gott, Kunst und Demut Fremdwörter sind.
„Alles, was überhaupt ist, ist schon in seinem Seiendsein wunderbar und rätselhaft“ (Eugen Fink). Seiendsein. Wie schön. Wer schreibt heute solche Sätze in der Geisteswissenschaft, die unfassbar atheistisch geworden ist und die einfachsten Erkenntnisse nicht mehr hat?

Zwei neue Videos:

 

 

Neu: Orgel-Information:

5. Januar 2022

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Ein Bilderbuch ist die erste Galerie, die ein Kind besucht. (Kveta Pacovska)

Tschechische Kinderbuchillustratorin.

Heute war alles total anders. Ich hatte eine entzündete Wunde am linken Bein (superinfiziert = Bakterien), und mein unteres Bein (Wade, Fuß) war angeschwollen! Die Hautärztin sandte mich in die Hautklinik = Uniklinik = Krankenhaus!! Das zerstörte komplett meinen Tag. Und auch nicht. Ich habe so viel gesehen und erlebt und gelernt. Es wurde mir Blut abgenommen, um meine Entzündungswerte zu messen (Horror – aber die machten das top!) – meine Werte waren sehr gut, dennoch wollten sie mich dabehalten. Ich sollte 5 Tage mit Antibiotikum über die Vene bleiben! Ich sagte, das geht gar nicht. Also bekam ich Antibiotikum als Tabletten, oral bei weitem nicht so stark. Wird es nicht besser, muss ich kommen und bleiben. Bitte betet für mich, dass ich sehr schnell ganz gesund werde. Und sie öffneten den Entzündungsherd, eine kleine rote Fläche unter dem Knie. Das ist eine kleine OP ohne Narkose (mit Eisspray-Narkose). Es kam aber kein Eiter, nur Flüssigkeit, das ist gut. (Deswegen ließen sie mich (ungern) gehen.) Das sind nur Hautkeime. Das Bein war dadurch sofort entlastet und kühlte ab. Aber die Infektion ist dadurch nicht sofort weg. Bitte betet, dass mein Bein abschwillt. Worst Case: Blutvergiftung. Sehr gefährlich. Der Schnitt in die Entzündung wurde in der chirurgischen Notfall-Station gemacht! Da die Hautklinik kein Risiko eingehen wollte (Knie). Das ärgerte die Ärzte in der Notfallaufnahme, in der die Hölle los war. Ich passte da gar nicht hin. Aber die machten das perfekt und waren lieb zu mir. Bitte betet, dass keine Narbe zurückbleibt.
Ich habe noch nie eine Unfall-Chirurgie erlebt. Ich stand da mit offenem Mund. Was die leisten. Enorm. Was das für Menschen sind. Absolut bewundernswert. Völlig andere Welt. Ich saß nicht im Wartezimmer, sondern stand einfach innen und sah mir alles an. Es war wie im Film. Ich stellte viele Fragen. Es war so interessant.

Oben: Bittner Orgel

Neu:

Orgel Vlog AHS – Hey Orgel Burghaslach, Franken, ev. St. Ägidius

Burghaslach

Contrapunctus 1 KUNST DER FUGE

zu meiner CD

Entscheidungen zur Interpretation:

Moderner Flügel

– Pedaleinsatz: Ja (für Brillanz) oder grundsätzlich Nein oder Zwischenvarianten: An gewissen Stellen „erlaubt“ (Sprüngen, großen Griffen, Betonung, singuläre Momente, Hervorhebung… ).

Gerade Männereinspielungen mit großen Händen können leichter auf Pedal verzichten. Zudem spielen Akustik und Instrument eine große Rolle.

– Artikulation: Wie soll bereits das allererste Thema (Contrapunctus 1) artikuliert werden? Deutlich abgesetzt, weich abgesetzt? Oder eher portato? Denn so muß das Thema durch den gesamten Contrapunctus, im Grunde durch das ganze Werk eingehalten werden. Wie werden demzufolge die Viertelnoten, wie die Achtelnoten artikuliert? Nonlegato? Gebunden? Eher spitz? Wie die Gegenstimmen im Dialog oder Kontrast zum Thema? Wie die Themeneinsätze und Gegenmotive? Wie werden Punktierungen, Synkopen und Triolen artikuliert? Was ist leggiero, was luftig?

– Themeneinsätze

Wie und in welcher Klangschattierung werden die neuen Themeneinsätze in allen Stimmen wiedergegeben (Dynamik)? Wie werden did. einzelneren „Gestalten“ interpretiert? 

– Tempo

Welches Grundtempo wird gewählt? Dieses muss durch das Werk im Groben eingehalten werden, ohne massive Schwankungen, Accelerando, Ritardandi.

– Spielen Zahlensymbolik oder vertonte Bibelverse bei der Interpretation eine Rolle? Wird das Werk als geistliche oder absolute Musik aufgefasst? 

– Fingersätze und Klang

Die Fingersätze sind extrem wichtig, und sie entscheiden viel über den Klang und Gleichmäßigkeit: Wird Fingerwechsel bevorzugt, viel oder wenig Daumeneinsatz, für Klang der vierte Finger?

Wird sogenannter „alter Fingersatz“ verwendet?

Mit welchen Fingern wird getrillert? Wie Sechzehntelläufe besetzt?

– Triller mit oder ohne Nachschlag?

– Puls und Schwingung 

Wie schwingt das Werk in seinen Werkgrößen, was Diminutionem, Augmentationen, Vorwegnahmen, Spiegelungen, Climax, Rhetorik?

– Wie geht man insgesamt mit der stetig wachsenden Komplexität und Chromatik um? Wie wird gesteigert? Wie interpretiert man hier selbst? (Nachwehen, Abbruch, Kanon, Parallelen, Abbruch)

29. Dezember 2021

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Standesämter gehen mit der Zeit: „Hiermit erkläre ich euch zu Person und Person.“ (Czech/Domzalski)

Heute erinnere ich an Sasha Waltz, Tänzerin – mit dem passenden Namen. Sie war für Gleichheit und Mitgefühl.

Hautarztcheck – TÜV ohne Mängel, sagte sie. 🙂

Daniel hat seiner Frau Annalena Baerbock zuliebe, um ihre Karriere zu unterstützen, seinen Job aufgegeben. Endlich mal anders herum. Schön. Das ermutigt mich.

Sehr gut in The Chosen ist das Weihnachts-Special: The Shepherd. Der Hirte. Es ist fast unmöglich, das anzusehen und nicht voll Anbetung zu sein. Es ist sehr geschickt und sensibel gemacht. Es geht um die Geburt Jesu.

Die Komponistinnen Sabine Lepsius und Louise Adolpha Le Beau (1850 geboren) bewundere ich, die in ihrer Lebenszeit komponierten und als Pianistinnen öffentlich auftraten, als Männer Frauen offiziell nicht in ihre Komponisten-Reihen aufnahmen (heute inoffiziell), die dennoch viele Symphonien komponierten. Emilie Mayer nahm die herablassende und gönnerhafte Kritik, “ihre Stücke seien gar so übel nicht”, mit Gleichmut hin und ging ihren Weg weiter. Solche Kritik kenne ich auch. Mit der Gleichmut allerdings hapert es bei mir.

Da Frauen Komposition nicht studieren durften, hatte Emilie Mayer Privatunterricht bei Carl Loewe genommen. Louise Adolpha nahm Privatunterricht, bei Joseph Rheinberger – der eigentlich nichts von komponierenden Frauen hielt; daher endete diese Beziehung letztendlich in einem Zerwürfnis. Das kenne ich auch. Louise Adolpha (schöner Name) lernte auf ihren Konzertreisen Liszt und Brahms kennen.
Selbst Malerei zu studieren war Frauen lange Zeit verboten, bis 1919. Jedoch die Komposition schien der schwerwiegendste Punkt des Verbots zu sein, was in vielen Frauen eine Opposition gegen die von Männern aufgestellte Ordnung aufsteigen ließ bis heute. Das traditionelle Frauenbild (schon damals schrieb man “die Dame” und “Fräulein” – das kenne ich auch, 2021) reichte so weit, dass der überhebliche Musikkritiker Wilhelm Tappert (oho, wir haben ihn schon kennengelernt) in der Allgemeinen Deutschen Musik-Zeitung 1880 ernsthaft über “Frl. Louise Adolpha” meinte, “die Mutter Natur (?) würde für gewöhnlich nicht so viel musikschaffende Töchter hervorbringen. Würden nicht viele Männer schlechte Musik schreiben, würde ich mein Lob in die Worte kleiden: Sie komponiert wie ein Mann.”

Weiter faselt er über die Schöpferkraft des Mannes. Louise Adolpha gründete bald darauf eine Musikschule für Mädchen und Frauen, Emilie hatte 8 Symphonien komponiert.

Nur ein Privatleben führen heißt, in einem Zustand leben, in dem man der Wirklichkeit, die durch das Gesehen- und Gehörtwerden entsteht, beraubt wird und der Möglichkeit, etwas zu leisten, das beständiger ist als das Leben. (Hannah Arendt, 2016)

Dies bedeutet, dass Frauen jahrhundertelang von Männern beraubt und zu einem Privatleben gezwungen wurden. Und ja, auch heute – wehe, eine Frau verlässt ihr Privatleben im großen Stil. Wehe, sie will gehört, gelesen und gesehen werden.

Neu: Neue Registrierung Bach a-Moll 543

Bach a-Moll 543

Obwohl ich ernste Kunst mag, bin ich im normalen Leben (drumherum um die ernste Kunst) sehr gern lustig. Humor ist Intelligenz. (AHS)

Oben: St. Paul ev. Würzburg Heidingsfeld

Heute redeten wir über meine neue CD, die bald herauskommen wird. In meinen Werken, in meinen Kompositionen ist die Form (den Deutschen besonders wichtig, so wie Regeln, Liturgie usw.) das Konzept, das ich habe. Das Klangkonzept. Mein Ideen-Konzept. Die vielen kreativen Türen, die ich bereits am Anfang meiner Werke öffne, habe ich während der Komposition nicht vergessen. Ich verarbeite sie aber nicht nach typischen Regeln. Ich finde sie wieder, da haben die Zuhörer die Türen vielleicht wieder vergessen. Warum sollte ich Themen, Motive oder Türen so verarbeiten, wie man es bereits kennt? Ich tanze zu ihnen zurück, jongliere mit ihnen. Reiße sie auf. Oder ab. Und wo steht, dass ich überhaupt zu ihnen zurückkehren muss?
Wer sagt, dass etwas so oder so eine Form zu sein hat, um nicht beliebig zu sein? Und wo steht, das die, die regelkonform spielen können, Komponisten werden? Ein Konzept zu haben bedeutet also nicht, keine Form zu haben. Bei mir sieht die musikalische Form einfach anders aus. Und zwar ganz bewusst.

Es ist mir jedoch wichtig, dass meine Werke Tiefe haben.

Heute gab es Ente und Käsekuchen und Die kleine Farm und sogar etwas Schnee. Ich höre Franz Xaver Schnizer. Sehr nett. Nice. Mozartlike.

Bärbl Kehrer aus Stuttgart ist bis heute zu geizig, meine sechsstündige Probe für die Kulturenmühle Stuttgart zu bezahlen. Man muss sich mal vorstellen, dass diese Frau einer Profimusikerin wie mir nicht mal die Fahrt bezahlen will und eine sechsstündige erste Probe als “Kennenlernen” bezeichnet. Und diese beziehen noch „Künstlerhilfe“ und Neustarthilfe etc., wollen aber andere Künstlerinnen nicht bezahlen und nutzen sie aus. Der Grund ist, dass ich keine Zeit und Kraft habe, solche Shows weiter zu begleiten, auch wenn sie ganz nett sind. Zudem musste ich dauernd nach dem Vertrag fragen. Hier sieht man deutlich, dass auch Frauen sehr frauenfeindlich sein können.

Neu: Hamburg (Master-Prüfung):

Chopin Hamburg

Weihnachten 2021

Neu: Orgel-Information Saarbrücken: