Steinmeyer Orgel Kapelle Aloysianum Lohr am Main Franken
kath. Kirche des ehemaligen katholischen Internats (1910)
Orgelbauer:
Steinmeyer & Co (Oettingen) opus 1742
Baujahr:
1946
Datum des Erstbesuchs:
August 2026
Disposition und Spielhilfen
Historische Steinmeyer Orgel Kapelle Aloysianum Lohr am Main Franken, Denkmal-Orgel, 2 M, 15 klingende Register, Schweller, kleine Walze
Das wunderschöne, pneumatische Instrument (Nacktpfeifen) in der 1910 als Hauskapelle erbauten Kirche des ehemaligen Internats der Mariannhiller Missionare steht in sehr guten Akustik.
Die denkmalgeschützte weiße Kapelle mit Turm und Glocke des ehemaligen kath. Studienseminars Aloysianum in Lohr am Main stammt aus dem Jahr 1910. Nach dem Ende der Internatsarbeit 2003 und Umwandlung des schönen weißen Komplexes in Wohnungen wurde die Kapelle 2021 privat verkauft.
Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.
OW II
II. M. Singend Gedackt 8
II M. Prästant 4
II. M. Blockflöte 2
II. M. Oktävlein 1
II M. Sesquialtera 2 2/3
II. M. Tremulant
Pedal
P Choralbass 4
P Oktavbass 8
P Zartbass 16
P Subbass 16
HW I
I. M. Mixtur 2
I. M. Oktav 4
I. M. Rohrflöte 4
I. M. Gedeckt 8
I. M. Salizional 8
I. M. Prinzipal 8



Spielhilfen und Koppeln
Normalkoppeln als Pistons und Schalter:
Manualkoppel
Pedalkoppel
Pedalkoppel II
Klang und Akustik

Der Raum ist Teil der Orgel. Der Raum ist der Resonanzraum der Orgel. Ich bewege mich im Resonanzraum der Orgel. In der Orgel.
Auf dem Deckengemälde ist das Aloysianum abgebildet
Die helle kleine Kirche, rosa-weiß gestrichen mit Stuck und hübschem Deckengemälde, Seitenaltären und Turm ist eine Augenweide.
Der Spieltisch ist seitlich freistehend; mit Gesicht zur Kapelle; es ist sehr angenehm, in dieser Idylle zu spielen.
Ich freue mich, euch bald über den Klang zu berichten.
Persönliche Note
Die Orgel wurde vor dem Zweiten Weltkrieg gebaut und nach dem Krieg eingebaut. Auch das finde ich berührend.
Die in Oettingen (Lkr. Donau-Ries) ansässige Orgelbauwerkstätte Steinmeyer war eine der bedeutendsten und produktivsten in ganz Deutschland, wenn nicht sogar weltweit.
In der über 150-jährigen Firmengeschichte (1847-2001) wurden rd. 2.400 Orgelneubauten realisiert, darunter Instrumente wie die Passauer Domorgel (1928 – nicht erhalten), die Orgel von St. Lorenz in Nürnberg (1937), die Hauptorgel der Basilika in Ottobeuren (1957) oder die Hauptorgel des Hamburger Michel (1962).
Das lange Bestehen der Werkstätte und die Anzahl der gebauten Orgeln gründen insbesondere auf den handwerklichen und klanglichen Qualitäten der Steinmeyer-Orgeln. Entsprechende Qualitäten sind daher auch bei der Orgel des Aloysianums zu vermuten.
Die Orgel des Aloysianums wurde während bzw. unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg erbaut. Aus nachvollziehbaren Gründen (Geldnot, Materialknappheit und Materialkontingentierung usw.) erlebte der Orgelbau in dieser schweren Zeit einen deutlichen Einbruch, so dass damals erbaute und heute noch erhaltene Orgeln einen besonderen Zeugniswert besitzen.
Die Orgel hat sich unverändert erhalten.
Das Orgelgehäuse mit seinem Freipfeifenprospekt, der Spieltisch und die Orgelbank weisen eine zeittypische Gestaltung auf, wobei insbesondere der Mittelteil des Prospekts eindeutig Bezug auf die Architektur des Innenraums nimmt.
Auch die ebenso zeittypische, im Sinne der sog. Orgelbewegung (gemäßigt) ‚barocke‘ Disposition scheint den Registerbeschriftungen des Spieltischs nach unverändert zu sein. Ein Klangdenkmal.

Danke für deine internationale Orgelsammlung!