7. Dezember 2025: Nicht nur durch die richtige Predigt oder die richtigen Worte, wie die Bibel sagt, sondern auch durch Hören von Musik, die selig macht. Die die Wahrheit und Schönheit spricht, auch ohne Worte: Durch Hören selig werden.
Gesegneter 2. Advent!
Wenn Bach kein Musikwissenschaftler war, was war er dann? Er war Musikgelehrter, der über 260 Kantaten geschrieben hat und der – schon damals zum Trotz des Jung-Sein-Wahns – in seinen letzten Jahren wieder trotz Leid seine größten Werke schrieb, eine Ausnahme in Alter, in seiner ganzen Art … der sich Ausnahmen schuf, weil er selbst eine Ausnahme war.
Ich glaube, dass jemand, der eine Ausnahme ist, Ausnahmen für sich schaffen muss, um zu leben, um zu überleben.
Welche Gestalt wollte Johann Sebastian Musik bringen? Nicht in die Gestalt von Theorie und Wissenschaft, sondern in die Gestalt von Kunst.
Obwohl Thomasschulkantor, betrat er die grässliche Schule nicht mehr, sondern unterrichtete zuhause. Obwohl im hohen Alter, führte er seine Passionen und Kantaten auf. Es kann sein, dass er 1749 noch Kantaten komponierte.
Das alles passte dem Rat in Leipzig nicht. Sie entwürdigten Bach und hatten schon einen Nachfolger… ein Unbekannter, ein Harrer, der 13 Monate warten musste, bis Johann Sebastian starb.
Wie kann man so einen unglaublich tollen Menschen entwürdigen? Wie überhaupt auf die Idee kommen? Jemand, der so wundervoll ist, dass ich mich sehr darauf freue, ihn im Himmel endlich persönlich zu treffen? (Warum Angst vor dem Tod haben? Diesen Weg gingen bereits meine größten Vorbilder, Jesus, Bach, Bonhoeffer, Jeanne d’Arc, Maria, Gerhardt…)
JS tat ihnen den Gefallen erst mal nicht und erholte sich. Trotz Schmerzen war er in den Jahren 1749 und 1750 sehr produktiv und kreativ und widmete sich ganz dem Komponieren und seiner Familie und ließ alles andere liegen. Er war auch nicht verbohrt wie viele heute, die massiv zwischen evangelisch und katholisch unterscheiden, sondern komponierte eine wundervolle katholische Messe.
Wenn Bach kein Musikwissenschaftler war, was war er dann? Ein Kunstgeist mit eigenem Kunststil, schrieb Forkel, der unermüdlich studierend und arbeitend das Gebiet der Kunst in der Musik bis ins Letzte auszudehnen und auszuweiten gedachte – Ideale und unvergängliche Muster zu schaffen – warum? Weil diese Kunst bereits ausstarb. Bach muss gewusst haben, dass seine Kunst über alle Zeit erhalten bleibt. Er ordnete seine Werke wie ein Verrückter in seinen letzten Jahren.
Er war ein Prophet. Der erste wahre Künstler, das erste wahre Genie.