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3. April 2021

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Die Liebe ist ein Gewebe von Bindungen, das einen werden lässt. (Saint-Exupéry)

Heute erinnere ich an Anita Augspurg, Martha Nussbaum, Elly Ney, Jennifer Morgan, Salome Surabischwili.

Ich habe spontan einen Orgel–und Klavier-Vlog begonnen, Organ and Piano Vlog #1: ORGAN PIANO VLOG #1 auf Englisch. Ich glaube, der erste Orgel-Vlog. Ich finde Vlogs auf YouTube spannend.
Gesegneten Karfreitag. Und morgen fahre ich nach Thüringen, ich freue mich sehr.

18. März 2021

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Zehntausend Dinge. Jedes will zurück zum Grund. Ich schaue nur zu. (Marie-Luise Stangl)

Wie schön, dass ich wieder einen Hauskreis habe. Es macht Spaß, es hat mir gefehlt. Und es geht doch ganz gut mit Zoom. Alles hat Vor-und Nachteile.

Ich liebe Monet, besonders Die Landspitze bei Heve, Die Eisenbahnbrücke, Rouen. Sehr mag ich auch Botticelli und besonders Boudin. Weiterhin mag ich Tizian, Cézanne, Cuyps. Ach, wann kann man wieder Museen besuchen. Ich bin auch gespannt auf das Orgelmuseum.

Und langsam geht es wieder los mit Üben, nachdem ich mir und meinen Händen eine kleine Pause gegönnt und mich auf die Dissertation verlegt habe. Aber die CD-Aufnahme kommt bald. Ich freue mich und nähere mich wieder der Königin.

Zwei Königinnen. Was will man mehr? 🙂 Jedoch muss ich an der Dissertation dran bleiben, denn das Raus- und Reinhüpfen ist ein Killer. Ich brauche einen doppelten Plan und Doppel-Flow.

Wann lernt man eine Person und sich selbst kennen? In der Krise. Heute erinnere ich an die wundervollen Frauen, die unter Männerterror gelitten und sich für Menschenrechte eingesetzt haben: Phan Phuc, Olympe de Gouges, Ntozake Shange, Navanethem Pillay, Naika Foroutan. Populistische Argumentation und frauenfeindliche Ressentiments mussten manche dieser Frauen schon 1748 ertragen.

Die Wolke zu spüren im Haar. Springende Blätter wie paarende Frösche. (AHS)

#annhelena

7. März 2021

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Warum willst du dich von uns allen und unsrer Meinung entfernen? – Ich schreibe nicht, euch zu gefallen. Ihr sollt was lernen. (Goethe)

Schönes Interview im Sonntagsblatt Nürnberg, ich bin auf dem Cover. Ich freue mich auch auf den Thüringer Orgelsommer und Bachfest Arnstadt und bin gespannt. Diese Orgeln sind Himmel.
Schreibe an meinen beiden Arbeiten. Jetzt ist Zeit da. Bewundere jeden, der es geschafft hat. Es ist wirklich hart.

Sehr empfehlen kann ich den Film „Der menschliche Körper“ von BBC. Phänomenal ist der erste Part davon:„Wie das Leben beginnt“.

Rivalität und das eifersüchtige Hüten von Orgeln mancher Männer erstaunt mich. Als würde man „die ganze Welt erobern wollen“, wenn man Orgeln der Welt spielt. Diese Ansichten bestimmen teilweise die Szene und waren schon zu Bachs Zeiten so. Aber er nahm die Rechte an sich, trotz aller Auseinandersetzungen, er war sozusagen hochberühmt und vielgeschmäht gleichzeitig. Auch er musste sich durchsetzen. Die Universität wollte daraufhin nichts mehr mit ihm zu tun haben. Bach war ein Kämpfer. Dennoch weiss ich bis heute nicht, wie er wirklich war. 

Wichtig ist immer die Ökonomie an der Orgel, und hierzu muss man die Grundsätze verstehen.

Ich habe übrigens wie der Pianist bei Snoopy eine blaue Kuscheldecke mit meinem Geruch (von einem Pastorenehepaar aus den USA geschenkt), die ich gern zum Einschlafen habe und in Hotels vermisse.

25. Februar 2021

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Hast du einen Feind, gib ihm Information. (Rolf Dobelli)

Es geht darum, dass die wenigsten Menschen mit Informationen umgehen können. Sie wissen oft nicht, was wirklich relevant und wichtig ist.

Meine zweite Prüfung ist auch sehr gut gelaufen. Es hat Spaß gemacht. Am Anfang meinte ich noch kurz, ich säße am Flügel, war wie eine Art Backflash, wahrscheinlich, weil ich nervös war. Brahms, Mendelssohn, Liszt, Messiaen, Chopin, Raas, Messiaen. Danke, dass ihr an mich gedacht habt! Bald kommt der Link.


Ich liebe es, wenn es in einem Konzert eine Begrüßung gibt. Bei einer Prüfung ist das leider nicht so.

Das Geräusch von Setzern ist nicht schön, nie schön wie das von echten Registern.
Ps: Manchmal komme ich mir vor, wenn ich aus Spaß mit den Füßen über die Pedale gleite, also Slides mit etwas „Schmutz“, mit „Extrageräuschen“ wie in der Popmusik, als würde ich Slides auf der Gitarre spielen.

23. Februar 2021

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Dankbar ❤️

Ja wow, es war viel, aber es hat sehr viel Spaß gemacht, an dieser wunderbaren Orgel in St. Katharinen zu spielen und zu wissen, es hören so viele super tolle Leute zu live unten und am Bildschirm im live-Stream. Von nah und fern und international. Ich habe mich sehr geborgen gefühlt und umbetet, danke euch allen! Es ist sogar noch online. Wahrscheinlich noch länger. Danke für all euer Feedback und Lob. Bin begeistert! Ich selbst habe es noch nicht angeschaut, bin empfindlich, mich selbst anzusehen, kennt ihr das? – wenn man so ernst und konzentriert ist. 🌺

Dieser innerliche FlOW.
Das Filmteam mit Christian Frank ist sehr nett, danke auch an Jonas, der so toll geblättert hat, an den lieben Hausmeister der Kirche St. Katharinen, der mir oben im Jugendzimmer das Sofa zeigte, so dass ich vorher schlafen konnte.

Gegen 16 Uhr hatte ich so eine Erschöpfungswelle von der vielen Arbeit. Ohne das Sofa hätte ich es nicht geschafft. Es sind oft Kleinigkeiten, die einen retten. Augen zu machen können, Stille, sich kuscheln in eine Decke. Draußen hörte ich den unaufhörlichen Innenstadtverkehr von Hamburg gedämpft. Gott spüren. Etwas Cola trinken. 30 Minuten vorher eine Banane essen, so wie Hans-Ola mir gesagt hat. Exakt 30 Minuten vorher. Die Schweden wissen es!
Jonas hat mir eine Banane mitgebracht. Vivian auch. Frank Löhr war auch da, Wolfgang, Jan – und natürlich Pieter via Zoom. 🌺

Zinke war gestimmt. Und dann Freude haben am Spielen. Auch wenn es anstrengend ist. Mein Stück hat mir auch Spaß gemacht.

Aber ja, Entspannung yes – aber .. nun, am Mittwoch ist schon das nächste Konzert. Ich glaube, es hat noch nie jemand 2 Konzerte in 3 Tagen dort gespielt 🌺 Hat sich so ergeben. Bedeutet: Ausschlafen. Und dann gleich weiter! Denn morgen ist das Konzert schon morgen! Ich sende euch wieder den Link! Diesmal St. Johannis.
Diesmal Romantik!

Danke für eure Liebe! S.D.G.
Und etwas feiern ging auch.
22.2.21 und Sonne

20. Februar 2021

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Religiös ohne Gott ist am gottlosesten. (AHS)

Heute geübt und genossen. Lange Probe mit Registrant bis 23 Uhr. Man lernt gemeinsam.

Pieter hat Recht: Ein “Orgelnerd” zu werden wie die, die ständig über Orgel reden, anstatt Musik zu machen, ist nicht das Ziel. Es geht um Musik, nicht um Orgel. Um Musik machen, nicht diskutieren. Er redet in seiner Freizeit nicht über Orgel, da gibt es wichtigere Dinge. Musik ist, was zählt, und mehr noch Liebe, Menschen, Gott.
Ich bin zwar (momentan) ein Orgelfreak. Aber ein ganz anderer als die “Semi-Nerds”. Und Musik spüre ich mit jeder Faser meines Seins. Bei jeder schönen Stelle seufze ich auf. Die mächtige Orgel fängt meine Energie und meinen inneren Vulkan mit großen Fittichen auf.

Heute groß im Spiegel: Feindbild Frau. Hetze im Internet gegen Frauen. Bis zu Mord. Online Hetze, Offline Mord. Erinnert mich stark an die Kirchenmusikgruppe in facebook. Dort ist die Hetze von Frensel, Kropf, Schmitz, Wilke und Bornheimer immer noch massiv gegen mich. Freunde haben alles ausgedruckt. Ich habe ganze Ordner von Hetze von diesen. Meine Agenturen wurden heute angeschrieben. Was für ein Feindbild müssen diese von mir haben. Wieviel Angst! Ich persönlich traue ihnen Mord zu. Rufmord ist ja längst da. Von dort nur ein kleiner Schritt. Im Mittelalter, glaube ich, hätte Benjamin Frensel zugesehen, wie ich verbrannt worden wäre: Er sperrt alle meine Fans, so dass nur noch Feinde kommentieren können. Wenn er das nötig hat. Neid und Niedertracht sind die höchste Form der Anerkennung. Irgendwie tun sie mir leid. Sie bewerfen sich selbst mit Dreck, wenn sie mich hassen. Es ist ähnlich, als würde man Israel hassen. Sinnlos. Ihre Pläne und Ränkeschmiede werden sowieso nie aufgehen. Psalm 1.

7. Februar 2021

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Was ist das Leben, wenn man nicht für etwas Wichtiges kämpfen kann? (AHS)

Als nächstes übe ich die Suite von Duruflé, Reger B-A-C-H und Reubke. Jemand sagte mir, ich werde mit Reubke Furore machen. Naja, ich bin gespannt.

Heute möchte ich an die weltweit verfolgten Christinnen erinnern, siehe Asia Noreen Bibi, Christin inmitten von Muslimen in Pakistan. Die zunehmende Christenverfolgung sagt viel über unsere Erde aus. Auch, dass die Christenverfolgung ignoriert wird und Europa ganz andere, „wichtigere“ Themen hat. Selbst in Kanada muss Asia um ihre Familie fürchten. Ihre Kinder sind traumatisiert. Es gibt noch sehr viele Eingesperrte in Pakistan. Aber unser Land und Europa tun viel zu wenig für sie; Unterdrückung von Christen interessiert deswegen nicht, weil unser Land auch an dem Gott der Bibel kaum Interesse zeigt. Wir machen mehr für andere Leute.

Verfolgte Christen sind meist still. Sie machen keinen Lärm, werden übersehen. Wer Lärm macht, wird gesehen.

Aber diese Erde wird vergehen. Und dann geht das wahre Leben erst richtig los. Yes! Freue mich darauf.

Ich mag es, dass man an der Orgel das „Passive“ auch trainiert, das Nüchterne. Der Wald bleibt gleich, ich passe mich ihm an, nicht er mir. Dabei meine ich nicht das antrainiert Kühle, sondern das, was zu der jeweiligen Musik passt. Nicht bei jeder Musik muss man aktiv sein, zum Beispiel nicht bei Messiaen Banquet und Brahms as-Moll. Ich bin so dankbar für den tollsten Lehrer der Welt: Pieter van Dijk. Ich vertraue ihm. Er hat mich  noch nie eingeengt, mich verbogen oder mir Dinge verboten. Er hat immer alles gegeben. Ich lerne auch von seiner Pädaogik. Er ist klug, lustig, streng, höflich, sehr engagiert, absolut verlässlich, echt und loyal. Er ist barmherzig. Ich lerne von ihm auch als Mensch. Habe momentan 3 Stunden pro Woche Unterricht bei ihm, es ist genial. Ich bin extrem fleißig und engagiert. Übe Tag und Nacht. 

Es ist so lustig: Die Kirchenmusikgruppe auf Facebook. Gibt diese Gruppe nicht ein peinliches Bild der deutschen Kirchenmusikszene wieder? Manche posten da täglich, niemand interessiert es. Aber wenn ich da etwas poste, geht es rund. Ich bin übrigens die einzige Frau, die dort Orgelvideos postet. Das kapieren viele gar nicht.
In dieser Gruppe gibt es tolle Leute, aber meiner Meinung nach auch sehr dumme Menschen: Die können nicht mal ein Bruchteil von dem, was ich kann, aber stänkern.
Das nennen sie dann „Kritisieren“. Wenn ich sie blockiere, sind sie beleidigt. Stalken mir hinterher, fordern mich zum Reden auf. Ich blockiere jeden, der blöde Kommentare schreibt. Das ist mein gutes Recht.

Ich muss mich nicht mit Idioten abgeben. Wenn jemand mit mir befreundet sein möchte, muß er halt nett sein. So schwer wird das nicht sein. Ich bin auch nicht nachtragend, habe schon Leute entblockiert. Aber ich lösche doofe Kommentare und blockiere deren Urheber. Manche sind darüber so geschockt, dass sie einen neuen eigenen Thread schreiben, dass sie blockiert worden sind. Wie kindisch. Eins muss ich aber sagen: Frauen, aufgestachelt vom Mob Strupat, Kropf, Wilke und Co, sind wenigstens so mutig, unter ihrem echten Namen zu schreiben.

Die Mobber selbst schreiben ihre „Kritik“ grundsätzlich mit Fake-Namen, Fake-email-Adressen, immer hintenrum. Durch deren Hetze aber haben meine Videos teilweise innerhalb von 24 Stunden 1000 Aufrufe. Sie sind sauer über jeden Like und jeden guten Kommentar, disliken alles. Wie kann das noch normale Kritik sein? Wieviel Angst müssen die vor mir haben?

Und halten sich selbst für eine „freundliche Gruppe“ (Zitat Jan Wilke). Wie kann man nur so verblendet sein? Wie kann man ernsthaft etwas kritisieren, was man selbst nicht kann und nie können wird? Es wird fast niemand in dieser Gruppe Chopin an der Orgel spielen können.
Niemand kann dort so Klavier spielen, keiner wird solch schnelle Finger haben wie ich. Mag sein, dass ich „arrogant“ bin, wie sie sagen. Aber lieber arrogant sein und es können, als arrogant kritisieren und es nicht können.

Chopin jedenfalls habe ich in 20 Minuten mal eben abends aus dem Ärmel geschüttelt, nach einem langen Aufnahmetag mit ganz anderen Werken. Klar liebe ich es am Flügel mehr. Ich weiß, man hat sehr hohe Erwartungen an mich bei allem, was ich mache.

Bezüglich Kirchenmusik sehe ich es so: Es ist, als würde man „Obst und Gemüse“ studieren bzw. arbeiten. Wobei das Gemüse oft einen sehr viel höheren Anteil hat (Chöre, Organisation, Büro, People, Politik, Geldbeschaffung…).
Wenn man aber Obst studiert und arbeitet, ist man fokussiert auf Obst (Orgel).
Wenn man nun Obstspezialistin wird, gibt es dennoch immer noch Gemüslinge, die meinen, Obst besser zu kennen/zu können. Obst aber ist für viele Gemüslinge nur in einer bestimmten Richtung gebräuchlich: Gottesdienst. Für Obstlinge jedoch ist Obst eine ganze, eigene, weite Welt und Kunst, die nicht nur aus Safttrinken, Saftpressen, Schälen besteht, sondern aus Obstkuchen, Obstsalat, Obstdessert, Obstspaghetti, Obstkonfetti…

Wenn ein Gemüsling auf einen seltenen Obstling trifft und sagt: „Ach, das ist ja gar kein richtiger Beruf, Obstling zu sein – kannst du überhaupt schälen? Weißt du, was eine Tomate ist? Und überhaupt – willst du sagen, ich sei kein richtiger Obstling? Ich bin ein Gemüs- und Obstling! Aber du, was bist du?“ Wen wundert es, dass dann ein Obstling empört ist.

Obstlinge wollen nicht unterdrückt werden. Gemüse mag ich trotzdem. Lieber Orchester.

Bei „SangundKlanglos“ haben viele Gemüslinge so getan während Corona, als wäre ihnen die Kultur wichtig. Dabei waren es gerade die Gemüslinge, die sich für Obstlinge null interessieren und Show gemacht haben mit ihrer Kulturliebe. Es sind gerade diese Gemüslinge, die meist nur Kollegen-Gemüslinge (Dommännergemüse) einladen. Weder vor noch in Corona haben sich diese Gemüslinge für Obst, Obstlinge und Kultur interessiert, schon gar nicht für weibliche, sondern nur für ihresgleichen.

Am schönsten finde ich es, wenn Obstlinge und Gemüslinge Freunde sind und sich gegenseitig unterstützen. Das ist auch manchmal so. Das ist dann toll!
Ich weiß, viele Kirchenmusiker haben es schwer, sitzen vielleicht auf doofen Stellen. Oder werden nicht anerkannt. Aber da kann ich nichts dafür.

16. Januar 2021

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Jedesmal, wenn man Dingen auf den Grund gehen will, findet man sich einem Ungeheuer mit drei Köpfen gegenüber: Vorurteil, Aberglaube, Machtgier. (Henry Miller)

Wahrscheinlich sind es noch mehr Köpfe. Offenbar muss man ans Ende von Illusionen angelangen, um einen neuen Typus an Kunst zu bilden, um zu erkennen, wo man Utopien erlegen ist. Aber es gibt auch Alternativen zur Katastrophe: Sich das Heilige bewahren. Egal, auf welchem Niveau andere sich bewegen.

Das Abhören von Klang und den eigenen Geschmack sichern und kennen, in einem Dschungel von Geschmäckern, das ist spannend. Dabei das Profane und das “sich wie King Kong auf die Brust trommeln” zusammen mit Allmachtsphantasien, die viele Organisten haben, außen vor zu lassen und das Heilige und Spirituelle wie Feuer oder ein Regenbogen (wie Messiaen in Le Banquet) in sich aufnehmen und vermitteln, an das Publikum – das ist das, was mich interessiert. Die (geistliche) (geistige) Kunst. Das Musikalische. Diese Verbindung zum Publikum ist real.

Mein Vorbild ist dabei die Sonne. Sie bewegt sich und ist dennoch ruhig, ein Ausbund von Energie und dennoch ein glühender Ruhepol. Sie glüht nach allen Seiten und ist doch fixiert. Ich habe die Farbe Gelb und die Sonne schon als Kind geliebt.

Es ist ein Aha-Erlebnis, Klang unten im Kirchenraum zu hören. Es kommt mir vor, als würde sich derselbe gespielte und oben gehörte Klang unten mit der Luft mischen und ein ganz neues Gebilde ergeben. Mutierter Klang. Es ist unerlässlich, unten zu hören und zu zweit zu sein. Erst auf diese Weise lernt man ORGEL kennen. Die Vielfalt. Orgel ist nicht nur: die eine, die gleiche Orgel spielen. Das ist nicht Orgel oder Organistin sein. Das ist viel zu wenig, um bei der Orgel zu landen, gar zu enden.

Sondern die vielen neuen, fremden, verschiedenen Gesichter der Orgel in ihren Facetten und Ausformen und Städten und Standpunkten und damit Orgel wirklich kennen. D.h. sich immer wieder sofort abzuwechseln im Hören und Spielen und wieder sofort hören und selber spielen und gemeinsam tausend mal rauf und runter steigen.

Überhaupt ist das Unten-Abhören elementar wichtig. Fast noch wichtiger oder genauso wichtig wie das Spielen. Meine Ohren saugten sich heute hinein in den Klang in Hamburg, in einem Flow-Erlebnis. Alles andere wurde unwichtig. Über mir wölbte sich die wunderschöne St. Johannis.

Heute hatte ich auch wieder Dirigieren. Es war phänomenal. Dirigieren ist so vielschichtig, es geht auch um beidseitges Lernen, Psychologie, allgemeine Erkenntnisse über Musik und Kunst, Lebenserfahrung, Körpergefühl, Menschenkenntnis. Und naja, die Theorie und die ganz normalen Werkstattbausteine, die Technik, das Pragmatische. Bevor es ans Spirituelle und Kreative geht. Hier möchte ich auch eine Sonne sein. Wichtig dabei ist, dass man oben weich, flexibel, rund, nicht eckig –  und unten standhaft ist, nicht umgekehrt, nicht unten zu tänzerisch, was automatisch Festigkeit oben zur Folge hat. Frank ist ein unglaublich guter Lehrer und wie ein Freund.

Wahre Anekdoten mit Orgelprofessoren, Teil 4:

– Ist es bei dir auch so, dass du am Montag, am Dienstag, am Mittwoch, am Donnerstag jedesmal eine andere Registrierung möchtest, und was dir gestern gefallen hat, dir heute nicht mehr gefällt?

– Nein. Ich glaube, das ist ein typisch weibliches Problem.

Fahre nun heim von Hamburg.

15. Januar 2021

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Drinnen hat der Himmel Sitz, im Plenum zwischen Licht und Pfeilern. (Marianne Eichholz)

Sehr schön. Ich hätte geschrieben, im Plenum zwischen Licht und Pfeifen. Vor allem in Katharine in Hamburg. Obwohl die Obertasten des Pedals hoch sind, gewöhnt man sich doch gut. Ich liebe die Quintadena im RP, überhaupt das RP-Plenum. Wenn man oben sitzt, denkt man, das Pedal sei zu laut. Und wenn man unten hört, ist es genau umgekehrt, das Pedal ist zu leise. Prinzipal 8 im RP hat enormen Wumms, ebenso die Quintadena. Sehr mag ich den leisen Dulzian 16 im Pedal. Oder die Schalmey 4 (Zunge). Im OW mag ich gern die Mischung von Zungen- und Flötenchor als Solo, besonders Zinke, dazu Gemshorn 2 und Nasard 3. Das Koppeln für ein sattes HW-Plenum ist auch schön. Und  die Vierfußflöten, alle sind wunderschön. Nur für mein Werk habe ich das BW verwendet. Hier sind die Register oben an der Decke, Quintadena 4, Regal und Scharff, 8, 4… Wenn man die Orgel ausschaltet, muss das Licht rot leuchten. Das kann man leicht verwechseln.

Das Intercityhotel ist ganz angenehm, ich war da schon zuvor.

Nun spiele ich mich an der Marcussen-Mühleisen-Orgel in Hamburg Harvestehude St. Johannis ein, eine schöne Orgel, völlig anders, spätromantisch, wunderschöner Prospekt, 150 Jahre alt, mich sehr erinnernd an die Sauer-Orgel Mönchengladbach, drei Manuale. Hohes, verziertes Schiff, tolle Akustik, und am Spieltisch ist zudem viel lustiger „Firlefanz“ möglich (u.a. mit Synthesizern). Man darf mit meinen flinken Fingern nur nicht auf die gefährlichen Setzerknöpfe zwischen den Tasten kommen. Im Eifer des Gefechts.

Hübsch ist auch die Führer-Orgel im OS. Drei Orgeln an einem Tag.

Heute las ich zufällig Karin Huffzky in der Bib. Sie schreibt 1979, dass Männer sich als „Interpreten der Moral und der Hüter der Ordnung kennen“. Oft ist aber das Gegenteil der Fall. Dass in unserer Gesellschaft eine Vergötterung des Mannes herrscht, trotz aller Verbrechen, der Mann, der sich selbst vergöttert. Das stimmt auch 2021. Und von Vorurteilen gegenüber Frauen. Nun weiß ich, dass es auch ernsthafte, kluge, lustige und nette Männer gibt, die wirklich unterstützen. Wir leben schon in einer anderen Zeit, aber oft merke ich, wie sehr Frauen sich Männern fast wie instinktiv unterordnen, als wäre es ihnen so lange eingetrichtert worden, ich denke, vor allem aus Angst. Angst vor Stress, Streit, Attacke, vor der Aggression. Sie gehen lieber den leichteren, bekannten Weg des Nickens, Aufgebens, Schweigens.

Karl-Bernhardin Kropf schreibt mir nachts noch seltsame Emails.

Manche Männer lästern tagsüber, und nachts haben sie offenbar ganz andere Phantasien. Manche Männer leben ihr Verschmähtsein und vielleicht sogar ihre Begierden auf aggressive Frauenfeindlichkeit nach außen aus.

7. Januar 2021

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Fühlst du nicht an meinen Liedern, dass ich eins und doppelt bin? (Goethe)

Lemare, Dupré, Langlais, Karg-Elert, Eben – alles, was ich spielen möchte…

Fortsetzung Tholey im Saarland: Die älteste Abtei Deutschland. Und ein aktives und gläubiges Kloster.

Die Mayer-Orgel hat zwar eine mechanische Spieltraktur, aber eine elektrische Registertraktur – was ich daran merke, dass ich das Gefühl habe, alles geht sanft und butterweich. Ich habe Bach gespielt und Improvisationen, um alle Farben auszuprobieren, und bei Piece d’Orgue das Tutti verwendet (mit Zimbelstern) – unglaublich abgerundet auch im Tutti. Für meine Kompositionen habe ich einen passenden Namen gefunden.

Die Glaskünstlerin heißt Mahbuba Maqsoodi – was für ein künstlerischer Name!

Auch der moderne Beichtstuhl – ein Beichtzimmer – mit seinem eindrucksvollen, großen Kruzifix, und die Krippe hinten – sparkling!

Wenn man wieder hinaus geht – draußen ist es dunkel und innen bleibt das Licht an, dann leuchten all die Fenster von außen noch schöner als von innen. Es wirkt so, als wäre die Klosterkirche aus Papier, und man hat leuchtende Farben hineingeklebt. Wie eine Laterne scheint sie; die Richter- und Maqsoodi-Fenster leuchten warm und einladend in die leicht schneeige Nacht hinaus.

Bei Gerhard Richter war ich schon zuhause, es ist länger her.

Auf dem Weg nach Tholey/Theley sind wir über St. Wendel gefahren. Dort haben wir die evangelische und katholische Kirche besucht. Sowohl die schöne, zweimanualige Vier-Orgel (siehe Tübingen), die ich eine Stunde spielte, als auch die wunderbare Wendelinus-Basilika-Orgel (Klais-Pfeifen, historischer Prospekt der Vorgängerorgel Stumm) haben mir sehr gefallen. Die Basilika St. Wendel ist wunderschön, farbvoll, rot, reich verzierte Decke, überwältigender Prospekt. Ach, zu gern hätte ich die originale Stumm-Orgel dort kennengelernt. Aber leider ist nur der Prospekt übrig geblieben.

St. Wendel ist ein malerischer Ort, sehr geschmackvoll weihnachtlich geschmückt mit einem der schönsten Weihnachtsbäume, den ich je gesehen habe.

Vor genau einem Jahr habe ich im Saarland konzertiert, nun bin ich genau ein Jahr später wieder hier und entdecke noch mehr Schönes in der anderen Himmelsrichtung.

Dann ging es zurück auf die dunkle Autobahn.