14. März 2026
Foto: Eule Orgel op. 500 Cottbus 2026
Ich bin in Cottbus angekommen. Brandenburg.
Die gleichschwebende Eule Orgel opus 500 Oberkirche St. Nikolai Cottbus, Süd-Brandenburg, Niederlausitz, 3 M, 50 R, Schleifladen, 3672 Pfeifen
Walze, Schweller, Pistons, mehrere Tremulanten, Setzeranlage: Sie besitzt ein Fernwerk, eine eigenständige Vleugels-Orgel aus den Sechzigern, 1966, mit Schweller, aus der Bonhoeffer Kapelle / Loge nebenan, die als Chorraum dient mit Blüthner-Flügel, 2 M, die separat auf dem SW hinzugeschaltet werden kann. So hat die Orgel von 1984 beinahe 4 Manuale.
Die helle, elegante, große hohe Hallenkirche mit großer Akustik ist schmuck; vorne gibt es auch eine hübsche Truhenorgel. Der herrlich alte Prospekt der Eule-Orgel stammt von 1759 von Johann Gottfried Stecher, Johann Georg Schön und Adam Gottfried Oehme. Sie wirkt auf den ersten Blick wie eine Silbermann-Orgel.
Die Oberkirche konnte ebenfalls ihre Schätze vor dem Krieg bewahren, da sie sie rechtzeitig eingemauert hatten. Sehr klug. Andere wollten die Niederlage bis zum Schluss nicht wahrhaben, was Deutschland viel gekostet hat.
Das Besondere an dieser Orgel: Sie besitzt einen Pedal-Tremulanten.
Die große rote Backsteinkirche erinnert mich sehr an die „dicke Marie“ in Greifswald, fast 400 km entfernt.
Ich habe jetzt schon 3 x in Cottbus konzertiert. Die Oberkirche besitzt die größte Orgel der Umgebung und Stadt.
Die Akustik ist phantastisch und bezaubernd, mit und ohne Leute. Es gibt keine Unterkirche. Der Turm und der Glockenturm gefallen mir sehr, die Aussicht vom Turm her oben ist genial. Die dreimanualige Vorgänger-Orgel von Heinze 1912 wurde im April 1945 leider im Krieg zerstört. Ich habe schon Heinze-Orgeln gespielt. Die Jehmlich-Orgel nach dem Krieg von 1950 wurde 1979 schwer beschädigt. Es sind eben nur fast 4 Manuale, denn wenn ich das Fernwerk spiele, kann ich leider nicht unabhängig davon die Klänge des Schwellwerks nutzen, was schade ist. Es fehlt ein viertes Manual. Die Farben des Fernwerks klingen zauberhaft durch die offenen kleinen Fenster der Loge.
Die Zungen sind wundervoll.
Es war sehr schön, hier zu spielen. Es gibt noch eine weitere Orgel: Eben die kleine Vleugels-Orgel in der Bonhoeffer-Kapelle ist vom zweiten Manual aus spielbar als Fernwerk, eine zweimanualige Orgel:
Metalflöte 8, Prinzipal 4, Waldflöte 2, Mixtur 4f., Großgedackt 8, Rohrflöte 4, Kleinprinzipal 2, Sesqui 2 2/3 und Trichterregal 8.
Cottbus ist eine schöne Stadt, nah an Polen, etwas kleiner als Würzburg, mit einem hübschen Marktplatz, einer Stadtmauer, dem Park, Spreewald und einer wundervollen Klosterkirche, in der ich auch schon konzertiert habe. Berlin ist ca. 150 km entfernt.
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