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Klavier

18. September 2026

Foto: Historischer Bechstein Prospekt 1895 Kirche Ober-Klingen Odenwald Hessen

Heute erinnere ich an Maria Katharina Kasper, 1820.

Seitenspielige kleine Bechstein Bosch Orgel 1895 / 1963 ev. Kirche Ober-Klingen Odenwald, Südhessen, 1M, 5 R, Schleifladen

Die wunderschöne Dorfkirche steht in einem großen Friedhof erhöht auf einem Berg. Sie ist innen schlicht und hell und wurde frisch renoviert. Historische Gemälde wurden frei gelegt im Chorraum.

Der historische Bechstein-Prospekt ist eine Augenweide, beige mit Frauenköpfen und Schleierbrettern verziert.

Die Orgel in der evangelisch-reformierten Kirche, Oberklingen, 64853 Otzberg (Südhessen), ist eine seitenspielige Orgelanlage mit Schleifladen. Im Zuge der Umgestaltung durch Bosch verlor das Instrument im neobarocken Zeitgeschmack seinen ursprünglichen 8-Fuß-Prinzipal (Prinzipal 8′), weshalb das klangliche Spektrum heute stark von helleren, stabilen und klaren Register-Höhen („Piepstönen“) geprägt ist.

Eine vollständige Register-Disposition in schriftlicher Reinschrift ist für diese spezifische Bosch-Änderung in Oberklingen in den offiziellen Registern öffentlich-technischer Datenbanken bislang nicht im Detail publiziert worden.

Es ist meine 14. Bechstein-Orgel. Gerne hätte ich diese originale romantische Bechstein-Orgel gehört, bevor sie von Bosch neobarockisiert wurde im Zeitgeschmack der ”Orgelbewegung”. Die Orgel ist gepflegt und gestimmt im schönen historischen Bechstein-Prospekt.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:



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17. September 2026: Das sieht man schon bei Gott, was uns angeht. Man kann auch sagen, Kunst ist Imperfektion.

Foto: Historische barocke Müller Orgel 1740 Quellkirche Güttersbach Hessen

Heute erinnere ich an Maria Sybilla Merian, 1647.

Historische hellblaue Müller Orgel Quellkirche zu Güttersbach Mossautal Südhessen Odenwald, 1 M, 10 klingende Register, Denkmalorgel

Die hübsche Kirche hier in Hessen ist eine der ältesten Kirchen im Odenwald. Die kleine Dorfkirche wurde 2023 / 2024 frisch saniert, was man sofort sieht: die grünen, weißen und roten Farben leuchten, alles sieht frisch und gepflegt aus, wie ein Schmuckkästchen präsentiert sich die Kirche. Hier steht die original erhaltene Barockorgel.

Die tonnendicken Mauern sind sehr alt, was man auch um die Fenster herum sieht.

Auf der Westempore steht die niedliche kleine historische Orgel von 1740 mit ihren alten Pfeifen. Es ist meine erste Müller-Orgel. Die Kirche wurde bereits ab 1668 dokumentiert renoviert, und zwar auf den Innenmauern im Chorraum.

Die Kirche im Mossautal wurde im Hochmittelalter direkt an oder über einer natürlichen Quelle erbaut, daher heißt sie Quellkirche. Sie wurde vor über 800 Jahren auf einer inzwischen trocken gefallenen Quelle gegründet.

Der Begriff „Quellkirche“ ist im Odenwald auch für andere Kirchen gebräuchlich, bei denen Quellen entspringen oder entsprangen. Dieses Gotteshaus gilt als die älteste Kirche im südlichen Odenwaldkreis.

Die historische Müller-Orgel von 1740 in der Güttersbacher Quellkirche ist ein außergewöhnliches und überregional bedeutendes Musikdenkmal im Odenwald.

Die Orgel ist – bis auf eine sehr behutsame, spätere Erweiterung um ein Pedal – fast vollständig im Originalzustand erhalten geblieben. Das ist für Instrumente dieses Alters extrem selten!

Das barocke, einmanualige Instrument wurde 1740 von dem kurpfälzischen Hof- und Landorgelbauer Johann Friedrich Ernst Müller, teilweise auch als Friedrich Heinrich Müller dokumentiert, aus Heidelberg geschaffen.

Nachdem die Quellkirche nach einer umfassenden, mehrjährigen Gebäudesanierung im Januar 2024 feierlich wieder eingeweiht wurde, musste die Orgel zunächst schweigen. Zum Schutz vor Baustaub war sie komplett eingehaust worden.

Da spezialisierte Orgelbaubetriebe lange Vorlaufzeiten haben, wurde eine umfassende Reinigung, Restaurierung und Neustimmung des kostbaren Musikschatzes 2025  angesetzt.

Das Instrument verfügt noch heute über die historische Werckmeister-III-Stimmung. Zudem liegt ihre Tonhöhe etwa einen Halbton höher als der moderne Standard-Kammerton, was ihr einen ganz eigenen, strahlenden barocken Klangcharakter verleiht.

Neben dem barocken Klang zeichnet sich die Orgel durch eine besonders kunstvoll gearbeitete, geschmückte, historische Tastatur aus.

1950 versetzte die Orgelbaufirma Gebr. Link das Instrument auf die Westempore und ergänzte ein separates Pedal mit eigener Windlade. Seither verfügt die Orgel nicht über 8, sondern über 10 klingende Stimmen.

Die 8 erhaltenen Manualregister zeichnen sich durch einen direkten, silbrigen und  strahlenden Barockklang aus, verstärkt durch die originale Werckmeister-III-Stimmung.

Ich liebe den Odenwald mit seinen kostbaren, verborgenen  Schätzen. Ich liebe es, diese wertvollen Orgeln zu dokumentieren und hier zu spielen.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:

Noli Me Tangere

(übersetzt: bitte nicht herausziehen. – Es passiert aber nichts, es ist leider nur leer und schweigend)



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16. September 2026

Foto: Romantische historische Heinrich Bechstein Orgel 1907 im Rokoko-Prospekt von 1747 Kirche Nieder-Klingen Odenwald Südhessen

Historische romantische blaue Heinrich Bechstein Orgel 1907 ev. Kirche Nieder-Klingen Odenwald Südhessen, 1 M, 8 R, Altar-Orgel, seitenspielig, im barocken historischen Prospekt von 1740, Kegelladen, Kulturdenkmal

Die Westseite hat eine auffällige, vierläufige Freitreppe. Auf der Chorempore steht eine historische Rokoko-Orgel von 1747, die ursprünglich aus Hähnlein in Südhessen stammt. Diese schöne blaue Rokoko-Orgel stammt von dem bedeutenden Frankfurter Orgelbauer Johann Christian Köhler. 

Das romantische Kegelladen-Instrument sitzt in dem alten schönen Prospekt. Die historische Rokoko-Orgel kam durch Kauf und Umzug in die Kirche. Als der Neubau der Kirche in Nieder-Klingen in den Jahren 1907 fertiggestellt wurde, benötigte die Gemeinde ein passendes Instrument.

Zu dieser Zeit trennte sich die Kirchengemeinde in Hähnlein in Südhessen von ihrer alten, 1747 gebauten Rokoko-Orgel, da sie ein neues Instrument anschaffte.

Nieder-Klingen übernahm das historische Instrument, transportierte es in den Odenwald und baute es auf der Chorempore über der Kanzelwand auf.

So erhielt die damals neu errichtete Kirche ein wertvolles Stück Barock- und Rokoko-Kultur, das bis heute dort zu sehen und zu hören ist.

Heinrich Bechstein hat nichts mit dem Klavierbauer Bechstein zu tun. Es ist meine 14. Bechstein-Orgel.

Beim Umzug 1907 wurde das Pfeifenwerk im Inneren vom Hanauer Orgelbauer Heinrich Bechstein erneuert, während das äußere Rokoko-Gehäuse von Johann Christian Köhler erhalten blieb.

Es handelt sich um eine kleine, einmanualige Dorfkirchenorgel mit eigenständigem Pedal. Typischerweise besaßen Köhler-Orgeln dieser Größe für kleinere Dorfkirchen (wie das ursprüngliche Hähnlein) meist zwischen 8-13 Register. 

Johann Christian Köhler war dafür bekannt, seine Orgeln mit mehreren warmen Registern in der sogenannten Äquallage (8-Fuß-Bereich, z. B. Gedackt, Principal, Gamba) auszustatten, kombiniert mit typischen barocken Klangkronen (Mixturen) für den typisch strahlenden Festtags-Klang.

Heinrich Bechstein passte das Pfeifenwerk dem damaligen Zeitgeschmack der Romantik an. Das bedeutet, dass die Disposition um grundtönige, sanftere Stimmen ergänzt wurde, um den typischen, fülligen und gravitätischen Klang des frühen 20. Jahrhunderts zu erzeugen. In der schönen samtig-trockenen Akustik klingen und singen die Flöten. Im Gegensatz zu Ober-Klingen besitzt diese originale Bechstein-Orgel, trotz dem sie klein ist, einen süffigen Prinzipal 8 und zwei weitere 8-Füße.

Die Register-Kippschalter befinden sich „über Kopf“ an der links-spieligen Orgel über dem Kanzelkorb. Das Besondere ist, dass an beiden Seiten, rechts und links, ein winziges, herzallerliebstes Pfeifen-Rund heraussteht, was ich so noch nie gesehen habe.

Die von Bosch neobarockisierte Bechstein-Orgel in der evangelisch-reformierten Kirche in Oberklingen besitzt keinen Prinzipal 8-Fuß mehr, was Bechstein nie getan hätte, sondern im Vergleich dazu vor allem nur hohe „Piepstöne“, wenn auch stabil und klar. Es war sehr schön, hier zu spielen. Ich liebe Odenwald und die Orgeln in Südhessen.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:

Bechstein Orgel Niederklingen Kirche

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15. September 2026: Eile tötet alles, was uns teuer ist. Eile ist ein Raubtier. (John Mark Comet)

Foto: Link Orgel Reichelsheim ev. Michaelskirche Odenwald

Heute erinnere ich an die baltische Freifrau Juliana von Krüdener, adelige, pietistische Schriftstellerin.

Nach Ilmenau starteten wir wieder unsere schöne Orgel-Tour durch Hessen:

Neobarocke Link Orgel 1964 Michaelskirche Reichelsheim Odenwald, 2 M, 1306 Pfeifen, 20 R

Die mechanische Schleifladenorgel in Reichelsheim (ca. 9000 EW) besitzt schöne Zungen und erstreckt sich über zwei Emporen. Zuvor gab es hier in der schönen weißroten Kirche eine wunderschöne romantische Heinrich Bechstein-Orgel wie so oft in der Gegend. Jedoch im Gegensatz zu den Dorfkirchen rings um Reichelsheim hatte Reichelsheim zu viel Geld, so dass in der sogenannten Orgelbewegung leider eine neue neobarocke Orgel eingebaut wurde nach dem Geschmack des Zeitgeistes.

Die Bechstein Orgel war von 1887, sie kostete 5495 Mark, hatte zwei Manuale, Kegelladen, welche ich liebe („3 Laden mit einschlagenden Kegeln“, wie Bechstein 1907 notierte), Magazingebläse zum Drehen, schöne romantische Klänge wie Flute harmonique 8 und Aeoline 8 …  Selbst der Bechstein-Prospekt, also das Gehäuse, wurde radikal vernichtet, was unvorstellbar ist.

Die grüne Bechstein-Orgel stand in der Mitte der Kirche.

Vor der Bechstein-Orgel gab es in der Kirche eine kleine Orgel von 1626.

Sehr schön ist die Fürstenloge vorne links, die Kanzel rechts, die Wappen vorne im Chor von Erbach-Erbach Odenwald, die weit laufenden zwei Emporen, der verschobene Chorraum mit den bunten Fenstern. Die Akustik ist samtig-trocken und vokal unter der weißen Stuckdecke, auch sehr gut für Chormusik. Sechsstimmiges variables Geläut. Direkt neben der Kirche steht das historische Schlachthaus von 1835.

Die Orgel wird nicht mehr von Link betreut, sondern von Orgelbau Rothenburg. Die Orgel auf der breiten Westempore ist sehr stabil und gepflegt, die Zungen (die zuletzt eingebaut wurden) sind schön gestimmt. Die romantischen historischen Link- Orgeln mag ich besonders gern; genau wie Orgelbau Sauer hat auch Link ab den 60er Jahren neobarocke Orgeln gebaut. Es ist meine 16. Link-Orgel. Sie wurde 2000 für ca. 40.000 DM gereinigt und saniert. Es war sehr schön, hier zu spielen. Ich liebe Südhessen und den Odenwald. Ich war schon einige Male in Reichelsheim und habe es sehr genossen.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.

Register Link Orgel Reichelsheim



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14. September 2026

Foto: Schmaltz Holland Orgel Ilmenau Wümbach Konzert 2026

Mein Konzert am Denkmaltag war sehr schön und gut besucht. Kinder, Familien und ältere Leute liefen vor dem Konzert in der Kirche herum, bestaunten die Orgel, aßen in der Winterkirche Kuchen, bewunderten die beiden Glocken, die man hinten selber ziehen, und den Jupiter-Kronleuchter von 1698, der herunter gefahren werden kann.

Leider ist die Orgel wegen dem Umbau keine Barockorgel mehr. Besonders mag ich die weichen Flöten. Die Orgel muss wieder saniert werden. Mit der Manualkoppel ist das Instrument recht schwergängig.

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13. September 2026: Das Herz ist der Schlüssel der Welt und des Lebens. (Novalis aka Friedrich von Hardenberg)

Heute erinnere ich an Margarete Steiff, 1847.

Bin wieder unterwegs nach Ilmenau bei Arnstadt zu meinem Konzert. Heute sollte ich auch an 2 Orten woanders spielen, aber das wurde verschoben. Leider kann ich mich nicht aufteilen.
Arnstadt ist die älteste Stadt in Ostdeutschland.

Ich bin hier in der wunderschönen Barockkirche. Die Kirche ist von 1599, die Orgel von 1758. Sie thront auf der Westempore. Es handelt sich um eine wertvolle historische Orgel der Barockzeit, die mit ihrem charakteristischen Klangbild oft bei besonderen Veranstaltungen wie dem Tag des offenen Denkmals im Mittelpunkt steht. Ich liebe Denkmäler!

2007 wurde sie von Schönefeld aufwendig und originalgetreu restauriert, um den ursprünglichen Klangcharakter für nachfolgende Generationen zu sichern. Der Orgelbaumeister Johann Stephan Schmaltz baute das Instrument im Jahr 1758 ein. Seine Werkstatt befand sich zu dieser Zeit in Arnstadt, weshalb er in historischen Dokumenten häufig als „Schmaltz aus Arnstadt“ bezeichnet wird.
Später, um 1860, wurde die Schmaltz-Orgel noch einmal durch den Orgelbauer Friedrich Wilhelm Holland aus Schmiedefeld umgebaut, bevor sie im Jahr 2007 aufwendig restauriert wurde.

Geboren wurde Schmaltz hingegen im thüringischen Wandersleben, weshalb Quellen ihn auch als Orgelbauer aus Wandersleben aufführen.
Es ist meine dritte Schmaltz-Orgel, nach Elleben und Kornhochheim. Eine Holland Orgel spielte ich in der Kirche Osthausen Wülfershausen in Thüringen.



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12. September 2026: Armut beschämt nicht die betroffenen Menschen. Armut beschämt die Gesellschaft. (Ruth Dreifuss)

Foto: Barockorgel Valentinuskapelle Lohr am Main

Heute erinnere ich an Jesus. Auch er wurde in Armut geboren.

Englische beautiful neue Oppel Chororgel Abtei Marienstatt, 40 R, kein eigener Spieltisch

Es ist meine erste Oppel-Orgel. Das Instrument verfügt über eine spezielle mobile beziehungsweise auf einem Metallgestell verschiebbare Unterkonstruktion.

Sie ergänzt die große Rieger-Haupt-Orgel von 1970 und erweitert die musikalischen Möglichkeiten der Abteikirche um englisch-romantische Registerfarben.

Zusammen mit der Rieger-Orgel bildet sie nach der Frankfurter Domorgel eine der größten und vielseitigsten Orgelanlagen Deutschlands und des Bistums Limburg.

Es ist schade, dass diese frische Chororgel keinen eigenen Spieltisch hat. Das wäre schon wichtig. Der mobile Spieltisch der Hauptorgel (auch wenn ihn viele für zu robust halten) gefällt mir, aber es wäre auch hier sehr gut, Registerzüge zu haben, um schneller spontan entscheiden zu können.

Die Chororgel steht an der Seite vorn vor einem hübschen Fenster am goldenen Gitter. In ihr ist Frater Gregorio verewigt: eine kleine Mönchsfigur lugt aus den Schwellbrettern hervor.

Zum Hauptorgel-Spieltisch oben kommt man durch eine Wendeltreppe hinter der Orgel. Dafür muss man durch die Absperrung durch. Die große hängende Hauptorgel ist auch hinten sehr schön geschnitzt und geschmückt. Der Spieltisch oben besitzt weiße Kippschalter.

So sah die Orgel aus früher in der Abteikirche: richtig schön:



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11. September 2026: Wie lange braucht Gott, um nur einen zu bekehren! (AHS)

Foto: Klais Orgel Hachenburg Schlosskirche 2026

Heute erinnere ich an Dorit Rabinyan, israelische Schriftstellerin.

Ich finde es spannend, wenn einem die eigentliche Berufung nicht ”in die weltliche Wiege gelegt wird”. Manchmal scheint es sogar so, dass alle Hindernisse der Welt eine Berufung verhindern wollen, dass sich das Spießbürgertum gegen die Berufung wehrt. Diese Hindernisse zeigen eine Berufung aber erst an.

ps: Auf dem Klostergelände gibt es eine Fuchsfamilie, die gefüttert wird. Ich habe den großen roten jungen Fuchs nachts zufällig angetroffen, als ich auf der Bank im Park saß, da ich im Zimmer kein WLAN hatte und auch keine mobilen Daten. Im Dunkeln dachte ich zuerst, es wäre ein herrenloser Hund und hatte Angst. Aber dann erkannte ich die feinen, eleganten Bewegungen eines Wildtieres und freute mich. Da ich nicht wusste, dass die Füchse hier „zahm“ sind, war ich völlig erstaunt, dass er mich zwar wahrnahm, aber keine Angst zeigte und näher kam.
Ich glaubte, er dachte, ich sei eine Engelsfigur aus Stein, da ich mein weißes Nachthemd trug, und bewegte mich nicht und beobachtete ihn 30 Minuten lang, wie er Gras kaute und sich gemütlich wälzte und dabei immer wieder zu mir hinsah. Es war wie ein nächtlicher Traum.

Ich freue mich, dass der Abt auch im Konzert war und auch die ältesten Mönche, die sonst nie zum Konzert kommen und nur noch selten im Chorgestühl sitzen. Die Mönche gehören zum Orden der Zisterzienser (Ordo Cisterciensis: OCist). Ich traf sie im schönen Kreuzgang an, kurz vor dem Konzert. „Bei so einer Vita muss ich unbedingt kommen“, sagten sie lächelnd und setzten sich ins Chorgestühl.

Neobarocke Rieger Orgel Anna Kapelle Abtei Marienstatt, Streithausen, Westerwald Sieg, 2 M, 16 R, mechanische Schleifladen (Spiel- und Registertraktur mechanisch)

Die Besonderheit ist: Das Instrument hängt frei an der Decke der Kapelle. Sie ist eine der ersten freihängenden Orgeln. Die Akustik ist sehr gut für Kammerkonzerte. Es gibt auch einen schönen A-Flügel von Steinway dort.
Eine Orgel, die von der Decke baumelt!
Das Schwellwerk der Orgel steht in Glas. Durch das Glas kann man nach vorne schauen. Sehr besonders.
Leider wird die Orgel zu wenig gespielt. Freue mich auf mein Wandelkonzert hier.

Sie ist etwas zu laut für den Raum, da es früher hier eine Tafeldecke gab.

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10. September 2026: Gott hat die Veranlagung in mir. (AHS)

Foto: Klais Orgel Schlosskirche Hachenburg Westerwald

Heute erinnere ich an die baltische Freifrau Juliana von Krüdener, adelige, pietistische Schriftstellerin.

Ich habe sehr schöne Presseberichte zu meinem Konzert in Marienstatt bekommen – hier schöne Auszüge zu meinem Eröffnungskonzert des Orgeltriduums am mobilen Spieltisch, z.B. in der Westerwälder Zeitung / Rhein-Zeitung von Julia Hilgeroth-Buchner:

„Ein Ausnahmetalent beim Orgeltriduum: Die deutsch-schwedische Organistin verzauberte das Publikum in jeder Hinsicht.“

„Eine Zugabe voller Innigkeit.“

„Exquisite Stückauswahl.“

„Eine fröhliche, völlig allürenfreie Künstlerin…“

Und in der Siegener Zeitung und im Westerwald Kurier von Wolfgang Tischler:

„Hochkarätiger Wechsel beim Orgeltriduum: Ann-Helena Schlüter sorgt für furiosen Auftakt vor gut besuchten Reihen.“

„Orchestrale Passagen standen feinen Klangfarben gegenüber, eindrucksvoll, konzentriert, bemerkenswert.“

Als Zugabe spielte ich aus den Goldberg-Variationen, fein und zart; ich bekam Standing Ovations.

https://share.google/d471P4pFbYDrd0GzQ


Anbei zur schönen Schlosskirche:

Schöne Klais Orgel Schlosskirche Hachenburg Westerwald, 2 M, 28 R, mechanische Schleiflade, im historischen Barockprospekt, Altarorgel

Wenn man hinein kommt, sieht man direkt über dem wundervollen bauchigen braunen Altar die Orgel. Dies ist typisch für eine Predigerkirche. Eine solche schöne bauchige Kanzel habe ich selten gesehen.

Der wundervolle und bunte historische Orgelprospekt auf der Chorempore der Schlosskirche Hachenburg wurde 1718 von Orgelbau Johann Caspar Kirchner aus Farnroda geschnitzt. Er hat hier die erste Orgel gebaut in diesem Prachtgehäuse. Wie sie wohl klang?

1776 kam die zweite Orgel in den Prospekt. Dieser Orgelbauer ist leider unbekannt. 1776 wurde leider auch die Gewölbedecke entfernt.

Dieses barocke Gehäuse blieb über die Jahrhunderte und wechselnden technischen Orgelneubauten hinweg erhalten und beherbergt heute das moderne Pfeifenwerk der Klais-Orgel von 1995.

1846: Neubau durch Daniel Raßmann: Im 19. Jahrhundert baute der renommierte Orgelbauer Daniel Raßmann aus Möttau ein neues mechanisches Werk hinter die historische Kirchner-Fassade.

1895 – 1907 – Neubau durch E. F. Walcker & Cie.: Die berühmte Orgelbauanstalt Walcker (Ludwigsburg) ersetzte das alte Werk durch ein damals zeitgemäßes, spätromantisches Instrument (Opus 1373) mit pneumatischen Kegelladen. Das Pfeifenwerk wurde erneut in das bestehende Barockgehäuse eingepasst.

Es ist sehr schade, dass es diese wundervolle Orgel wegen der sehr bedenklichen sogenannten ‚Orgelbewegung‘ im damaligen Zeitgeist nicht mehr gibt. 1963 ‚modifizierte‘ Kemper die romantische Orgel in den damaligen Zeitgeist. Habt ihr schon mal einen guten Zeitgeist erlebt?

1964 – Neubau durch Oberlinger in den alten Prospekt: Die Orgelbauwerkstatt Gebr. Oberlinger (Windesheim) errichtete ein neues, neobarock ausgerichtetes Instrument mit mechanischer Spieltraktur, das bis zum Abbau Anfang der 1990er Jahre im historischen Prospekt Dienst tat. Deswegen wurde die wundervolle romantische Walcker-Orgel zerstört.

2026 wird die Kirche renoviert (Leitungen, Rohre, Heizung), obwohl sie eigentlich gerade frisch gestrichen wurde, und auch die Orgel wird saniert von Klais. Es war schön, vorher die Orgel noch mal gespielt zu haben.

Man merkt, dass die wundervolle Kirche alt ist, die alten grünen Emporen sprechen und atmen Geschichte. Die allererste Orgel hier stammte von 1594von Christoph Embach, dann 1652 von Georg Walker. Vor der Kirche steht eine alte Linde von 1871. Die weiße alte Kirche ist eine Augenweide. Es gibt sogar eine Brücke hin zum Schloss. Die Schlosskirche wird auch Katharinenkirche genannt:


Rieger Orgel Anna Kapelle Abtei Marienstatt


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8. September 2026: In mir gibt es einen tiefen Brunnen, darin ist Gott . (Etty Hillesum)

Foto: Franz Breil Orgel im historischen Prospekt in Hachenburg Maria Himmelfahrt AHS 2026

Hachenburg gilt als eine der schönsten Städte im Westerwald und wird oft liebevoll als die „Perle des Westerwaldes“ bezeichnet. Die historische Altstadt ist sogar eine der charmantesten Altstädte Deutschlands voll Fachwerkhäuser und mit Schloss. In der Altstadt steht unter anderem das Gasthaus Die Krone, welches bereits 1461 urkundlich erwähnt wurde und als das älteste gemauerte Gasthaus Deutschlands gilt. Direkt daneben steht die Kirche. Es war sehr schön, hier zu spielen, bevor die Orgel eingehaust wird.
Ich spielte im Westerwald u.a. in Marienstatt und auf der Fuchskaute bisher.

Sehr schön ist auch nebenan die Klais-Orgel opus 1737 in der ev. Schlosskirche Hachenburg. Es war schön, auch diese zu spielen. Auch die Schlosskirche und die Klais Orgel werden zeitgleich mit der Breil Orgel samt Kirche in Maria Himmelfahrt nebenan saniert 2026. Es war schön, beide Orgeln noch vor der Sanierung zu spielen.

Barockorgel Johann Peter Schleich 1738 / 2020 kath. Valentinuskapelle Lohr am Main, Franken, 1 M, 8 R, eine der ältesten Orgeln Frankens

Die kleine hübsche Barockorgel auf der hölzernen West-Empore in der Valentinuskapelle auf dem Valentinusberg in Lohr am Main zählt zu den ältesten und wertvollsten historischen Orgeln im fränkischen Raum. Sie klingt direkt, dennoch verletzlich und singend. Die erste Orgel hier war sogar von 1692! Leider wurden beiden Orgeln teilweise geplündert im Krieg.

Dieses wunderbare Instrument stammt aus der renommierten Lohrer Orgelbauerfamilie Schleich (begründet u. a. durch Johann Jost Schleich und weitergeführt durch Johann Peter Schleich, * 1681, † 1744).

Die 1661 fertiggestellte Valentinuskapelle (auch Pestkapelle oder Waldkapelle genannt) bildet den historischen Rahmen für das Instrument.

1989 und 2020 wurde die historische Barockorgel durch Spendenmittel und ohne Zuschüsse von Stadt oder Diözese von Orgelbau Vleugels umfassend saniert, um ihren klanglichen und baulichen Zustand zu sichern. Ich finde es schön, dass das historische Pfeifenwerk wieder in seiner originalen barocken Intonation erklingt.

Sie verfügt über charakteristische barocke Flöten- und Prinzipalstimmen, die optimal auf die intime Akustik des Kapellenraums abgestimmt sind. 

Typisch für Johann Peter Schleich sind handwerklich gefertigte Holz- und Metallpfeifen mit einem intimen, warmen und zugleich obertonreichen barocken Klangbild, das ideal für die akustischen Bedingungen der kleinen Kapelle ausgelegt ist.

Die wunderschöne weiße Kapelle St. Valentin im Grünen ist eine Augenweide, ein heiliger ruhiger Ort auf einem Berg, für Wallfahrten und Gebet. Sie dient für seit 1666 gelobten jährlichen Rochus-Prozessionen. Es war sehr schön, hier zu spielen.

Bitte spendet, da die Orgel dringend saniert gehört, da sie durch das wenige Spielen Standschäden erlitten hat. Zudem haben sich ein paar kleine süße Siebenschläfer in die Orgel eingenistet und teils die Lederbälge gefressen. Sie kamen leider immer wieder, da eine Orgel sehr gemütlich ist.

Die Bälge befinden sich direkt links neben der Orgel, so dass man lebendigen Wind schöpfen kann wie früher.

Die kleine Kirche ist reichlich mit Engeln und Putten geschmückt

Der Spieltisch ist wunderschön; das weiche Gedackt geschmeidig und berührend. Es ist stets sehr wichtig, dass eine Orgel viel und auch konzertant gespielt wird, da sie sonst Standschäden erleidet und Sanierungen ins Leere laufen.

Dass die Orgel ungestrichen ist, macht sie besonders liebenswürdig. Ich liebe solche Kapellen und Kapellenorgeln!

Es ist meine zweite Schleich-Orgel.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:

Peter Schleich Barockorgel Valentinuskapelle Lohr am Main



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