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Tourblog

11. April 2024: Und dein Seelenmerk auf Gott.

Ich war wieder in der Deutschen Oper am Rhein in Vincenzo Bellini: Romeo und Julia (konzertante Aufführung). Leider hat mich bereits vor der Pause die Müdigkeit überfraut.

Bachvermittlung:

Aria J.S. Bach Goldberg Variations BWV 988 Aria I Ladegast Orgel Dom Schwerin

https://youtu.be/uaJHo169b1M

Variatio 1 a 1 Clav. Stoffeler Kapelle Düsseldorf Klais Orgel J.S. Bach Goldberg Variations BWV 988

https://youtu.be/GJRSCmpL3_8

Variatio 2 J.S. Bach Goldberg Variations BWV 988 G-Dur, Klais Orgel Kreuzbergkirche Bonn

https://youtu.be/CIxMlzZkscM

Variatio 3 a 1 Clav. Canone all‘ Unisuono J. S. Bach

https://youtu.be/V991SbVBXEI

Variatio 4 a 1 Clav. Bach Goldberg Variations Seifert Orgel Schmerzreiche Düsseldorf Shorts

https://youtube.com/shorts/ZNO6yZ-J_tY?feature=share

Variatio 4 a 1 Clav J.S. Bach Goldberg Variations Seifert Orgel Schmerzreiche Mutter Düsseldorf

https://youtu.be/VlzQeuyUMPQ

Variatio 5 a 1 ovvero 2 Clav. Bach Goldberg Seifert Orgel St. Bonifatius Kirche Düsseldorf Shorts

https://youtube.com/shorts/xnGjVBVwRqo?feature=share

Variatio 5 a 1 ovvero 2 Clav. J.S. Bach Goldberg Variations Seifert Orgel St. Bonifatius Düsseldorf

https://youtu.be/yn2AWtZCQt8

Variatio 6 a 1 Clav. Canone alla Seconda Bach Goldberg Variation BWV 988 St. Blasius Kirche Düsseldorf

https://youtu.be/jV2UzPWkLb4

Variatio 7 Goldberg Variations J.S. Bach, Klais Seifert Orgel Suitbertus Kirche Düsseldorf

https://youtu.be/lA874ixfgYY

Variatio 9 a 1 Clav Canone alla Terza Bach Goldberg Variations Seifert Orgel St Dionysius Düsseldorf

https://youtu.be/-RT8WtBK0Go

Variatio 9 a 1 Clav Canone alla Terza Bach Goldberg Variations Seifert Orgel St Dionysius Düsseldorf

https://youtu.be/3tcWkW6sL5k

Variatio 10 a 1 Clav. J. S. Bach Goldberg Variations Seifert Orgel Düsseldorf

https://youtu.be/NTXZ0TGRVNg

Variatio 12 Canone alla Quarta J.S. Bach Goldberg Variations BWV 988 G-Dur Seifert Orgel Düsseldorf

https://youtu.be/Vhr_SYDc8_s

Variatio 13 J.S. Bach Goldberg Variations BWV 988 Variation 13 a 2 Clav. G-Dur

https://youtu.be/Vhr_SYDc8_s

Variatio 13 J.S. Bach Goldberg Variations BWV 988 Variation 13 a 2 Clav. G-Dur, Klais Orgel Kreuzbergkirche Bonn

https://youtu.be/98Zb5naqVfk

Variatio 15 Cânone alla Quinta J.S Bach BWV 988 Klais Orgel Kreuzbergkirche Bonn Goldberg Variations

https://youtu.be/arQBmtkFelQ

Variatio 16 Ouverture a 1 Clav. Goldberg Variations BWV 988 Seifert Orgel St. Dionysius Düsseldorf

https://youtu.be/MQ_ab4ONJFw

Variatio 16 Ouverture a 1 Clav Goldberg Variations BWV 988 Seifert Orgel Dionysius Düsseldorf Shorts

https://youtube.com/shorts/2v2RBwbSf4Y?feature=share

Variatio 18 Canone alla Sesta, Bach Goldberg Variations BWV 988, Klais Orgel Kreuzbergkirche Bonn

https://youtu.be/KB_sgW70jgU

Variatio 19 a 1 Clav. Johann Sebastian Bach Goldberg Variations BWV 988 Seifert Orgel Düsseldorf

https://youtu.be/oOO-SFDvrFs

Variatio 21 Cânone alla Settima Klais Orgel Bonn Kreuzbergkirche Bach Goldberg Variationen BWV 988

https://youtu.be/psDyASpjj4k

Variatio 22 a 1 Clav. J.S. Bach Goldberg Variations BWV 988 G-Dur, Klais Orgel Kreuzbergkirche Bonn

https://youtu.be/kaNjvRFC4lk

Variatio 24 Goldberg Variationen

Variatio 25 a 2 Clav. Adagio g-Moll Bach Goldberg Variations BWV 988 Klais Orgel Kreuzbergkirche Bonn

https://youtu.be/ueSL82Pv8A8

Variatio 27 Klais Orgel Franziskus Xaverius Kirche

https://youtube.com/shorts/5HQDamw2UxY?feature=share

Variatio 30 Quodlibet, Goldberg Variations J.S. Bach, Klais Seifert Orgel Suitbertus Kirche Düsseldorf

https://youtu.be/AITE3xf4Fk4

Neue Konzerte:

Orgelkonzert München Trudering

9. April 2024: Musik ist Kreativleistung, Rechtsgeschäft, Infrastruktur. (AHS)

Meine beiden Israelkonzerte in Haifa und Schaaf HaAmakim zwischen Haifa und Tel Aviv musste ich leider absagen, wegen dem Krieg ist mein Flug ausgefallen, mein Flug wurde abgesagt, weil das Auswärtige Amt eine Warnung herausgab und mein Flug ausgerechnet auch noch über Istanbul nach Tel Aviv ging. Also vielleicht nicht unbedingt die sicherste Verbindung.

Ich hätte von Anfang an El-Al buchen sollen, vor allem in Kriegs-Situationen, aber das wusste ich nicht; mir wurde noch nie ein Flug komplett gecancelt. Also: Nach Israel immer El-Al buchen, denn die fliegen auch dann, wenn die Welt untergeht. Und Angst hätte ich ja nun gar nicht gehabt. Ich liebe Israel, das Heilige Land, und habe mich unglaublich auf Haifa gefreut, wo ich noch nie war. Zudem auch darauf, Schabbat zu feiern mit jüdischen Gläubigen. So kann ich mich nun auch besser auf meine Arbeit vor Ort konzentrieren, die ja sehr, sehr wichtig ist; Taufen und Hochzeiten, Beerdigungen, Chöre, Messen und Erst-Kommunion.

6. April 2024

Das Konzert in der Maxkirche war sehr schön und gut besucht. Viele meiner Chorsängerinnen und Chorsänger waren da. Markus ist ein sehr freundlicher, unkomplizierter Kollege. Es war ein warmer, sonniger Tag, der wärmste Tag bisher im Jahr mit 25 Grad, und in der Stadt war der Bär los, vor allem um die Maxkirche herum, und zwar auf dem Marktplatz, dem sogenannten Karlsplatz (Carlsplatz), dem “Fixpunkt” der Innenstadt. Hier hat man das Gefühl, man ist in Griechenland oder Italien; es gibt Käsetheken, Fisch, Kaffee-Röstereien, Pistazien-Croissants und Vanille-Törtchen… An sich ist Düsseldorf nicht groß, aber dann doch wieder groß. Vor der Marktmusik hatte ich noch die Generalprobe zur Erstkommunion von ca. 30 Kindern, großes Fest, volle Kirche. Sportlich. Denn ich bin noch etwas nervös, mit dem Auto in Düsseldorf herum zu fahren, da es noch fremd ist. Ich bin gefühlt noch mehr am Beten als am Fahren, da es so viele Verrückte und gefährliche Situationen gibt. Vorabendmesse 18:00.

Für die, die sich für das Programm in der Maxkirche interessieren, die nächsten Konzerte: Andrew Tessman, Christoph Ritter, Markus Belmann.

Ich mag sehr gern Vermittlungsinitiativen und war im Clemens Sels Museum.

Foto: Maxkirche Düsseldorf

3. April 2024

Ich freue mich auf mein Konzert Marktmusik in der Maxkirche. Man gelangt über das schöne Maxhaus auf die Orgelempore. Gänge, Labyrinthe, Schließanlagen. Ich mag das Seitenspielige der König Klais Orgel; sie ist leichtgängig, Elfenbein inmitten einer brillanten Akustik. Es macht Spaß, dort zu spielen.
Ich spiele:

Scheidemann Choral Heiliger Geist
Bach BWV 542 Phantasie g-Moll

Mozart Flötenuhr F-Dur KV 616

Schlüter Pandemic Dance
Ritter Sonate d-Moll opus 11 Nr 1

Heute erinnere ich an Matilde Montoya, 1859, eine der ersten Ärztinnen aus Mexiko, und an Carmen Amaya, spanische Tänzerin, 1918.

Ich empfehle die Oper in Düsseldorf, die Deutsche Oper am Rhein. Wundervolle Sängerinnen und Sänger, spitze Orchester. Ich war in Tschaikowski Onegin. Auf Russisch. Der Plot ist erstaunlich gut, in gewisser Weise zeitlos und sogar frauenrespektvoll, was ja nun nicht immer so ist in der Kulturbranche. Ich wünsche mir sogar, dass sich Frauen eine Scheibe abschneiden von Tatjana.

Ich liebe Oper. Die intensiven (unschuldigen, kindlichen oder zeitlosen) Gefühle, die dort frei und hemmungslos gezeigt werden, stehen oft im Kontrast zu unserer Bürokratie-und Beamtenwelt. Ich brauche manchmal diese Welt als Ausgleich zur Realität.

Und spielte das erste Mal in der kleinen, hübschen Rochuskapelle. 

Die Spargelzeit hat begonnen! Ich freue mich!

Foto: Maxkirche Düsseldorf

 

Erster April 2024

Sommerzeit. Es regnet.

9 Messen seit Gründonnerstag und 4x mal Chordienste, denn alle drei meiner Chöre haben gesungen, einer zweimal. Ein Marathon voll besonderer Gottesdienste. Ich hatte die meisten hier im Süden Düsseldorfs und war am Ende des Tages oft etwas erschöpft, so dass ich auf dem Sofa eingeschlafen bin. Aber es hat viel Freude gemacht. Vor allem, wenn es draußen gewitterte, dann war es besonders gemütlich innen in den weiß geschmückten Kirchen am Rhein. Wir haben Mozart Missa brevis gesungen und Messen von Menschick; Beethoven: Die Himmel rühmen; Missa parochialis von Wolfram Menschick; Ave Verum von Mozart; Josef Gruber (1855-1933) zweite Cäcilienmesse op. 186.

Ich habe nun viele Ohrwürmer, die sich wie Tinniti (der Plural von Tinnitus?) in meinem Gehirn festsetzen und sich miteinander verweben, so dass mir fast übel wird, weil es eine Reizüberflutung ist.

Mit Gottesdiensten ist es wie mit dem Erlernen einer neuen Sprache. Man lernt es nur im Land. In der Praxis. Nicht in der Schule. Bevor ich in die USA kam, bestand ich den GRADUATE TOEFL Test nicht, aber kaum war ich eine Woche lang in Arizona, bestand ich ihn, und nach über 2 Jahren USA spreche ich sehr gut Englisch. So ist es hier auch. Ich lerne alles im Crashkurs im Leben, und es ist schön und intensiv. Ich liebe es ja sowieso, zu lernen.

Bei mir ist es so: Wenn mir jemand etwas mit Fachbegriffen erklärt und ein anderer erklärt mir das Gleiche mit Wortschöpfungen, was glaubt ihr, merke ich mir schneller? Ja, ich merke mir leider sofort alle Wortschöpfungen. Je ausgefallener und kreativer, desto schneller merke ich es mir. “Winkelmesse”. “Spülmesse”… 

Ich erinnere gern an besondere Menschen. Heute erinnere ich an Carmen Miranda, 1909, Portugal, Schauspielerin, und an Katia Krafft, Vulkanologin.

Foto: St. Suitbertus Düsseldorf Klais Seifert Orgel

30. März: Gesegneten Karsamstag 2024!

Die Kartage, Trauertage. Stille. Und es wird Frühling. 

Es heisst doch oft, alles wäre aus Zufall entstanden. Und es gäbe keine Beweise für das Gegenteil. Nun, ich begegne jeden Tag dem Gegenteil und den Beweisen. Zum Beispiel: Als ich an einem Hund vorbei radelte, und es ist eine enge Straße und ich komme dem Hund zu dicht aus seiner Sicht, dann treffen – innerhalb von einer Sekunde – seine Augen meine. Der Hund sucht nicht, wo meine Augen sein könnten, er muss nicht meine Höhe abschätzen, er muss nicht erst überlegen, er kommt nicht auf die Idee, meine Nase oder meine Schultern für Kontakt zu halten oder meine Fahrradklingel oder meinen Jackenknopf. Er weiß genau, dass ich Augen habe wie er und wo diese sind und dass Augen der Kontakt zu mir sind, einem anderen Wesen. Blick ist erschaffen. Augenblick. Kontakt ist erschaffen. Augenkontakt ist erschaffen, und sei er noch so flüchtig. Kommunikation ist erschaffen. Kommunikation mit Augen. Kommunikation mit Mund. Kommunikation in seinen unzähligen Facetten.

Der Hund hat mir in einer Sekunde durch einen einzigen Blick gesagt: Vorsicht. Nicht so dicht, ich habe Angst. Und das alles zeigt mir, dass es Gott gibt. Wer will bitte sagen, dass die schönen Augen des Hundes und seine Bitte in ihnen von einem Urknall erfunden wurden? Oder von Evolution? Solche ähnlichen Sekunden der Nähe gibt es aberzählige pro Tag auf dieser Erde. Und Gott sieht sie alle. Denn er ist Auge, Blick, Bitte, Nähe, Seele, Kontakt und Kommunikation. Wir sind sein Abbild. Für die Evolution ist alles Schwache unwichtig, überflüssig, nebensächlich. Für Gott ist alles Zärtliche, Kleine, Flüchtige, Schwache, Überflüssige, Nebensächliche und vermeintlich Unwichtige unendlich wichtig.

Ich erinnere gern an besondere Menschen. Heute erinnere ich an Jesus. 

Der Osternacht mit Feuer und Agape ist besonders. Morgen Sommerzeit. Und OSTERN!

Foto: St. Suitbertus Düsseldorf

29. März: Gesegneten Karfreitag 2024!

Die Kartage, Trauertage. Stille. Und es wird Frühling. Der Heuschnupfen kitzelt in meiner Nase.

Die Rennradfahrer rasen wie Wespen um mein weißes Hollandfahrrad, wenn ich am Rhein fahre, sie sind vornübergebeugt mit zusammengebissenem Gesicht, die Testosteronwolke fliegt um sie her: Aus dem Weg! Wir Musiker und Musikerinnen finden es ja nicht immer leicht, Sport und Musik unterzubekommen im Leben. Sport ist nicht Mord, nein. Aber für mich ist Sport auf einem anderen Level, auf dem Level des Körperlichen, Irdischen, wobei natürlich immer alles im Leben Geist und Seele berührt. Musik und Literatur durchdringen jedoch das Irdische, Körperliche so viel intensiver für mich, als es Sport je könnte. Ich stelle fest, dass sich viele Menschen zwischen Musik und Sport entscheiden; und die weitaus größere Zahl wählt Sport. Was ich nicht verstehen kann. Die Sprache des Sports ist eine völlig andere als die Sprache der Musik. Musik geht direkt in die Seele, auch wenn der Körper ein Krüppel oder man im letzten Verlies wäre. Musik ist wie ein Messer, das durch alles Irdische und durch Eingeweide dringt; und gleichzeitig Heilung, Stille, Trost und Salbe; Musik und Wort eine Hilfe oder Brücke auf dem Weg in den Himmel.

Aber natürlich ist Musik nicht gleich Musik. 

Ich erinnere gern an besondere Menschen. Alle Menschen sind besonders. Heute erinnere ich an Simone Strobel, Opfer in Australien. Wusstet ihr, dass auf dieser Erde jeden Tag unzählige Frauen von ihren Partnern getötet werden? Allein in Amerika sind es jeden Tag drei Frauen. Südafrika besitzt die höchste Rate. Auch Deutschlands Zahlen der Femizide sind alarmierend. Aber die Gesetze wurden von Männern geschrieben. Ich empfehle den sehr guten Film “Der Fall Collini” (auch wenn die Filmmusik allmählich etwas plakativ wirkt). Wusstet ihr, dass noch um 1980 Gesetze geschrieben wurden von Männern in Deutschland, um Kriegsverbrecher ungeschoren davon kommen zu lassen?

Der Gründonnerstag war gestern Abend spannend, eine besondere Messe nur einmal im Jahr. Die Orgel schweigt ab dem Gloria, es wird währenddessen viel geläutet, geklingelt, geklappert und auf Holz geschlagen, ich war etwas erschrocken, denn für mich sind die intensiven Bräuche auf dem Land noch neu. Ab dem Gloria habe ich alle Lieder ohne Orgel angestimmt. Nach der Austeilung gibt es eine Prozession durch die Kirche, währenddessen wir singen. Mir gefallen die Lieder aus dem Gotteslob. 

Der Karfreitag ist noch besonderer. Der Chor singt. Und er hat sehr schön gesungen!

ps: Heute und morgen schweigen alle Tasten. Es gibt keine falsche oder illegale Taste; wieviel weniger Menschen.

Foto: St. Dionysius Düsseldorf

 

 

27. März: Ja. Das ganze Leben ist ein ewiges Wiederanfangen. (H.v. Hofmannsthal)

Ich freue mich auf mein erstes großes katholisches Ostern mit eigenen Chören, die alle sehr nett sind. Das würdevoll andächtige Spielen in den unzähligen Messen macht mir große Freude. Ruhe und Musik ist eine schöne Kombination. Meditativ. Der Rhein aber fließt Allegro, vor allem flußabwärts. Es kommt mir vor, als lebe ich auf einer Insel und auch im Kloster. Doch der Wind pfeift frisch auf dem Damm. Düsseldorf mit seinen vielen Gesichtern lächelt mir freundlich zu, mit ländlichen Bändern und mit Großstadtflair. Foto: Klais Orgel Franziskus Xaverius

Klais Orgel St. Suitbertus

1. Oktober 2023: Das ganze Leben ist ein ewiges Wiederanfangen. (Hugo von Hofmannsthal)

Künstlerinnen und Künstler: Zwischen bürgerlichem und künstlerischem Leben schwankend seit Jahrhunderten. (AHS)

Bereits Thomas Mann hatte dieses Dilemma als Lebensthema: Es ist ihm, wie er selbst zugibt, nie gelungen, das „bürgerliche System“ zu verlassen: Das normale Leben mit Familie, Haus, Geld, Sicherheit und Kinder. Doch das (vermeintlich) unkonventionelle (rebellische) Leben des Künstlers reizte ihn stets. Er hatte immer Sehnsucht danach.

Ich höre übrigens gerade den schwedischen, romantischen Komponisten Wilhelm Stenhammar (1871).

Andere Schriftsteller fanden eine gewisse Mischung aus beidem, aus bürgerlich und künstlerisch: Der geniale Fontane war Apotheker (damals „nur“ ein Ausbildungsberuf) und begann erst gegen 50, Autor zu werden:

Er schrieb Effi Briest. Was an diesem Werk so sensationell ist: Er beschreibt die gesellschaftliche Unterdrückung der Frau (damals, aber auch prophetisch für heute, bis zum heutigem Tag) ohne Vorwurf und Emotion, jedoch nicht lakonisch, mit dem Vertrauen, dass die Leserinnen und Leser selbst zwischen den Zeilen verstehen und die Dinge ändern würden. Das ist genau das, was so unglaublich erschütternd und berührend ist an dieser Tragödie.

Dann Kafka, Versicherungsangestellter und genialer Autor.

Bruckner, der erst mit 40 ernst zu komponieren begann. … …

Für mich gibt es drei „Pläne“ im Leben (beruflich künstlerisch gesehen):

– Plan „superb“: sich durch die eigene Kunst einen Namen zu machen. Nicht nur Kunstliebhaber, sondern selbst Künstlerin zu sein. Berufung. Dies kann sehr hart sein, siehe Schubert. Van Gogh. Diese haben alles auf eine Karte gesetzt und sind erst nach ihrem Tod berühmt geworden.

– Plan A: genau die Stelle zu bekommen, die man liebt und die zur Berufung passt und wo man wirklich Dinge bewegen kann.

– Plan B: sich mit dem zu arrangieren, was man eben erhält und bekommt, auch wenn man es nicht liebt.

Ich denke, viele Menschen leben beruflich Plan B. Es macht ihnen nicht so viel aus, da sie Sicherheit feiern oder vielleicht dafür privat Plan A leben.

Einige Menschen leben beruflich Plan A. Vermutlich sind die meisten davon Männer, da Testosteron, Machtgebaren und Ellenbogen dabei helfen. Und viele sprechen hier auch von Glück. Doch selbst das beste Plan A-Leben kann verdriesslich werden, wenn man sich mit anderen vergleicht.

Einige wenige leben Plan „superb“. Das muss man aber auch wirklich wollen: Alles auf eine Karte zu setzen, ohne Sicherheit zu feiern. Die eigene Unsicherheit, Zweifel, Ängste und Selbstboykott überwinden. Die Kunst geht nach Brot?

Die Kunst geht nach Brot, klagt Lessing in “Emilia“.

Mein Vorbild JS Bach lebte alles drei: Plan B, A und superb. Teilweise nacheinander, teilweise parallel, zeitgleich, durcheinander. Das Künstlerische dringt den wahren Künstlern und Künstlerinnen selbst und gerade im bürgerlichen Leben sowieso aus allen Knopflöchern.

Das bürgerliche Leben ist ja auch nicht schlecht, sondern gut: Bodenständig, gesund. Bach und Luther waren fest im bürgerlichen Leben – und auch irgendwie nicht. Beides.

Als Christin glaube ich nicht an “Glück“, sondern dass Gott Türen öffnet.
Dass das bürgerliche und kirchliche Leben musischer und menschlicher wird: Das ist mein Wunsch.

Winter Ann-Helena

Heute erinnere ich an Katia Krafft, franz. Vulkanologen; an Matilda Montoya, 1859 geboren, Mexikos erste Ärztin. Und an Lijana Kaggwa, die sich wehrte.

25. September 2023: Es gibt auch wunderschöne Zeiten als Creator. (AHS)

Foto: Kloster Kirchberg, Gregorianischer Gesang

Heute erinnere ich an Virginia Hall, Vivian Maier und Edmonia Lewis, alle drei Vorreiterinnen unterschiedlichster Art.

Ich empfehle den Film Die Mittagsfrau (ein Film von Barbara Albert) – er ist zwar heftig und verstörend, aber zeigt vermutlich sehr realistisch die Rolle bzw. Unterdrückung der (deutschen) Ehefrau im Dritten Reich… bzw. die Unterdrückung der Frau an sich. Vor allem, wenn sie überleben möchte.

Ihr Lieben, ich werde den Blog erst mal ruhen lassen bzw. einstellen, weil nun ein völlig neuer Lebensabschnitt als Kirchenmusikerin für mich beginnt, auf den ich mich ganz konzentrieren möchte und auf den ich mich sehr freue. Bitte nicht traurig sein.

Ich freue mich auf jeden Fall auf die nächsten Konzerte, Schwäbisch Hall an Klavier und Orgel, mit meiner Lyrik und den Himmelsliedern; an der Walcker-Orgel mit einer Uraufführung eines Komponisten, der auch anwesend sein wird. Dann Frankreich an der wunderbaren Kern-Orgel.

Anschliessend Duderstadt bei Göttingen an der herrlichen Creutzburg-Orgel, und Sassenberg bei Münster an der schönen Eule-Orgel. Und dann die weiteren Konzerte, die ihr dann, wenn es so weit ist, auf meinen Terminen sehen werdet. Übrigens: Ich bin eingeladen worden zum Wacken Festival 2024 (schon ausverkauft). Ich bin vielleicht die erste klassische Pianistin und christliche Kirchenmusikerin dort? Aber genau das reizt mich, ich bin gespannt, was mich dort erwartet.

Neu: Orgel-Informationen:

Zum ersten Mal so und mit Disposition im Netz folgende Orgeln:



Ausserdem brauche ich auch die Zeit und muss die Zeit nehmen, meine beiden Doktorarbeiten nebenbei endlich fertig zu schreiben.

Herz Ann Helena

Ein Grund, warum ich auch mit dem Blog pausiere, ist, dass ich Kirche und Kirchenmusik nicht mit (Cyber) Mobbing, Stalking, Haß, verletzenden Attacken, Sexismus, Neid etc. übereins bringe.

Dass ich mich allgemein erst mal erholen muss von Brian Radins, Rochus Schmitz, Jan Wilke, Karl-Bernhardin Kropf, Dariia Lytvishko, Ulrich Theißen, Maximilian Nicolaus, Ansgar Kreutz, Johannes Sommer, Manuel Bender, Michael Siewert, Barry Jordan und Kumpel Winfried Willems, Markus Theising, Tom Anschütz und seiner Clique und allen weiteren Beteiligten und (schweigenden) Mittätern und Voyeuren in der Mobbing-Gruppe “Kirchenmusik“ von Ansgar Kreutz, dem Pfeifenorgelforum, in dem Männer Frauen beleidigen und den feigen Cyber-Mobbing-Seiten mit Fake-Namen, auf denen Rochus Schmitz, Barry Jordan und Karl-Bernhardin Kropf und Co beinahe täglich aktiv sind.

Neu:

Eule Orgel Kirche St. Johannes Evangelist Sassenberg


Vielleicht starte ich hier ein neues Format. Das überlege ich noch. Ich denke, meine offene Art, die mich verletzlich und angreifbar macht, ist für einige lüsterne Männer eine Überforderung und eine Lust, zu zerstören. Davor muss ich mich (leider) schützen. Ich konnte leider keine Echtzeiten mehr angeben, keine Träume, Zukunftspläne, Orte oder Konzerte. Ich war sehr unschuldig, anzunehmen, dass bestimmte besessene Fans (Männer) mich nicht sabotieren, attackieren, stalken würden.

Orgel News

Nun, ich bin nicht verpflichtet oder gar darauf angewiesen oder süchtig danach oder abhängig davon, einen Blog zu schreiben. Es sollte eine Freude und spannende, kostenlose Echtzeit-Lektüre sein, wie es dies noch nie gab. Ich denke aber, dass man jedes Format immer mal wieder freiwillig überprüfen und auch innerlich frei davon sein sollte. Der Blog ist nicht Gott. Alles zu seiner Zeit. Auch ein kostbarer Weinberg muss mal zurückgeschnitten werden. Ich werde nicht daran festhalten. Das habe ich von meinen Vorbildern gelernt wie Klepper, Bonhoeffer, Bach…

Danke für eure Gebete und Unterstützung. ❤️ Bitte betet für mich.

Ann Orgel Sulz

Duderstadt


Fabritius Orgel St. Andreas Wesseling Keldenich

Kreisz Truhenorgel St. Michael Schwäbisch Hall

Kern Orgel Saint-Denis Kirche Gerstheim, Frankreich, Elsass