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Tourblog

17. Oktober 2026: Das Gift des Antisemitismus ist tief eingesickert in die (Berliner) Linke. (Hendrik Wüst; Klammer von mir)

Foto: Chorabend 2026

Heute ist Premiere: Zuerst Orgelkonzert, dann Chorkonzert mit 4 verschiedenen Chören von mir: gemischter Chor, Frauenchor, Männerchöre; vorher Kinderchor. Ohne eine Art Hubschrauber kaum zu schaffen; aber ich habe eine Art Hubschrauber.

Ich bemerke den Antisemitismus auch bei den grünen jungen Leuten in Würzburg. Hier eine andere Meinung zu haben, lässt gewisse Leute völlig durchdrehen. Erschreckend dabei ist, wie wenig viele Leute insgesamt wissen, trotz KI und Studium, IQ und Internet. Sie wirken geradezu verblendet; meinen aber, alles besser zu wissen. Das ist sehr verblüffend. Das Symbol des Kreuzes der grünlinken Religion ist divers. Aber wehe, sie sind mit echter Diversität und Verschiedenheit konfrontiert. Unsere Gesellschaft konnte noch nie so wenig mit Verschiedenheit umgehen wie heute; schon der Unterschied zwischen Mann und Frau ist für viele kaum zu ertragen.

Liederabend Gesangverein Bütthard

16. Oktober 2026: Gott flüstert in der Tiefe. Er schreit nicht, wo der Geräuschpegel zu hoch ist. (AHS)

Foto: meine neue Skulptur

Ich gehe gern japanisch essen. Heute bekam ich dazu ein Ramune, ein “Fun Marble Drink” in einer Glasflasche, die oben eingedrückt wird, dann fällt eine Kugel nach unten; ich dachte zuerst, es wäre ein Eiswürfel.

Für die reale Chorleitungsarbeit im Beruf wird man im Studium nicht wirklich vorbereitet. Ich erinnere mich, wie bei Frank Dittmer der Flügel zugesperrt wurde und wir mit der Stimmgabel dastanden. Damit wäre ich mit keinem einzigen Chor, den ich jetzt habe, weitergekommen. Es ist natürlich wichtig, dass man das kann. Aber das immer und nur ist realitätsfern und unnatürlich; es ist im Gegenteil wichtig und hilfreich, sehr gut Klavier spielen zu können als Chorleiterin, und es wäre viel hilfreicher, im Studium zu lernen, wie man vom Klavier aus dirigiert und dennoch virtuos spielt. Das ist nämlich eine andere Art, Klavier zu spielen. Die meisten Pianisten sind gewöhnt, beim Spielen nach unten, nach innen, auf die Noten zu schauen oder die Augen zu schließen. Das alles ist ja völlig anders, wenn man noch einen Chor dirigiert.

Es ist wichtig zu wissen und zu können, wieviel mal spielen muss und wie wenig man spielen kann; im Stehen zu spielen; aufzustehen, hinzusetzen beim Spiel; mindestens einen Arm auch frei haben zu können zum Zeigen, zum Heben; auch in der Probenarbeit ist das Klavier wichtig: Zartes, filigranes Spiel, rhythmisch, aber mit so viel Sound, dass ein unsicherer Chor sich sicher fühlt. Es geht letztendlich nicht um ein System, ein Dogma, ein Prinzip oder eine Methode. Es geht darum, was dem jeweiligen Chor am besten dient. Jeder Chor will ein Erfolgserlebnis; er will auch auftreten; er will rasch vorwärts kommen; viele nehmen sich Zeit nach der Arbeit und wollen einen schönen Abend haben; manche können keine Noten lesen. Was ist spannender, eine leckere Soße mit Pilzen oder Speck oder eine trockene Brotstange, mit der ich vorne herumfuchtle? Jede Katze will nicht nur Trockenfutter haben. Nicht, dass ein a capella Chorklang Trockenfutter wäre, das meine ich überhaupt nicht, im Gegenteil, das ist das Schönste mit, was es gibt – aber die Art, etwas zu proben, muss nicht immer nur minimalistisch mit Stimmgabel passieren. So probt Frank Dittmer übrigens auch nicht.

Natürlich muss das Klavier auch schweigen. In der Einsingphase verwende ich es sehr wenig; zwischendurch immer wieder a capella; besonders dann, wenn einzelne Stimmen geprobt werden. Singt ein Chor ausschließlich a capella, sieht die Sache natürlich anders aus. Aber die Mischung macht’s.

Spiele ich nicht Klavier, müssen die Chöre eine extra Pianistin bezahlen. Es ist Luxus, wenn man Klavier und Dirigat aufteilen kann auf zwei Personen. Aber das ist nicht immer die Realität.

Ich sehe es so, dass hervorragendes Klavierspiel und Partiturspiel ein wichtiger Bestandteil von Chordirigat und Chorleitung ist. Frank Dittmer hat auf die zu viel Rücksicht genommen, die nicht gut Klavier spielen können (die meisten) und hat die gezwungen, es ganz zu unterlassen, die es konnten. Die Fächer Partiturspiel und GB wurden in der realen Praxis bei Frank Dittmer gar nicht umgesetzt.



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15. Oktober 2026: All das, was deine Berufung ist, Grenzen zu sprengen und in die Freiheit zu führen. (AHS)

Aber: without boundaries, your gifts and strength become weakness. Embrace Rahmen und Ordnung.

Foto: Herbstmusik

Ich habe ein schönes Cembalo geschenkt bekommen, ein Sperrhake (Passau), 1 M. Ich muss es noch stimmen.

Man hat mich gefragt, was der Unterschied sei, ob man nun einen Frauen- oder Männerchor leitet. Ich glaube, dass es leichter ist, dass ein Männerchor sehr gut klingt, als ein Frauenchor. Es ist mehr Arbeit, einen guten Frauenchor auf ein sehr gutes Level zu bekommen, meiner Meinung nach. Beide Arbeit ist sehr schön. Meine Männerchöre sind diszipliniert, die Stücke sind nicht immer einfach, top zu spielen am Klavier, siehe die virtuosen Klaviersätze der Lieder von Comedian Harmonists (Kaktus; Matrosen…); und so muss ich viel vom Piano aus dirigieren. Virtuos ist auch der von Johann Strauss Sohn komponierte An der schönen blauen Donau, der Donauwalzer op. 314, im Winter 1866 tatsächlich in zwei Fassungen komponiert, eben original auch als Chorwalzer für Männerchor und Klavier. Virtuos spielen und dirigieren ist eine Herausforderung, die aber auch Freude macht.

Ich habe den Eindruck, dass das Repertoire für Männerchöre größer ist als das Repertoire für Frauenchöre. So habe ich einige Stücke arrangiert für Frauenchor. Ein Grund mag sein: Männer können teilweise recht hoch singen; Frauen kommen aber nur bedingt sehr tief runter. Ich liebe meine Frauenchöre. Es macht total Spaß, mit den tollen Damen zu singen; für mich ist es ganz neu, mit Vereinen zu tun zu haben; viele Menschen leben schon ihr ganzes Leben in und mit Vereinen; das ist etwas sehr Schönes. Insgesamt muss man als Chorleiter recht organisiert sein.

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14. Oktober 2026

Heute erinnere ich an Amy Marcy Cheney Beach, 1867, US-Komponistin.

Ich lese red doc von Anne Carson. Es ist eine Mischung aus Prosa-Lyrik und Theaterstück, sehr indy, entertaining, 2013, man muss es in Englisch lesen. Ich bin ja ein Fan von Lyrik. Anderen wäre es vermutlich zu anstrengend, so etwas zu lesen.

Durch die Chorarbeit hat sich mein Rhythmus etwas verschoben: ich gehe jetzt oft sehr spät ins Bett. Außerdem muss ich mich daran gewöhnen, nach Proben überhaupt einzuschlafen. Oft fliegen Stimmen, Töne, Gesichter durch meine Träume. Insgesamt macht es mir aber viel Spaß. Ich bin sehr engagiert dabei. Die Mischung aus Gruppe, Musik, Lied, Pädagogik, Einzelmensch und Gruppendynamik liegt mir.

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13. Oktober 2026: Die Kunst des “guten Läutens” ist der Glockenkuss.

Heute erinnere ich an die wunderschöne Sandra Birchmore und die korrupte Polizei in Massachusetts.

Wie kommt es, dass erfahrene Läuter behaupten, dass es schwieriger sei, kleine Glocken gut per Hand zu läuten als große? Was meint ihr? Technisch sind kleine Glocken oft tückischer, sie verzeihen keinen Fehler; zieht man nur einen Millimeter zu fest oder im minimal falschen Winkel, schwingt die Glocke sofort zu hoch, schlägt unkontrolliert doppelt an oder überschlägt sich und bleibt auf dem Kopf stehen. Große schwere Glocken dagegen laufen wie “auf Schienen”. Kleine, zittrige Fehler des Läuters können vom Eigengewicht der Glocke einfach glattgebügelt werden.

Genauso wie es schwerer ist, eine kleine Glocke gut zu läuten im Vergleich zu einer großen, genauso ist es schwerer, eine kleine Orgel gut zu spielen als eine große. Deswegen machen viele Laien, Organisten und Kirchenmusiker einen großen Bogen um kleine Orgeln, weil sie sie nicht gut spielen können: Es fehlt ihnen Akustik, Register, “Lärm” (siehe Bönig), welche ihre zittrigen Fehler glattbügeln. Kommen daher ihre abwertenden Kommentare bezüglich kleiner Orgeln?



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12. Oktober 2026: Manchmal fühle ich, dass ich recht habe. Wissen tue ich es nicht. (Albert Einstein)

Foto: Register historisch-romantische Rothermel Orgel

Heute erinnere ich an Karl Jaspers. Und an die schöne Rachel Konen.

Freundschaft ist wie ein schützender, schattiger Baum. Wie der, den ich aus meinem Arbeitszimmer aus sehe. Schönheit zu sehen ist nie vergeudet. Gottes Farben ziehen schnell dahin. Wenn du Schlösser (Sehnsüchte) im Himmel gebaut hast, sie sind nicht verloren, da sollen sie sein. Nun baue den Grund unter ihnen .

Wenn ich kreativ und inspiriert sein möchte, stelle ich mir vor, dass es noch alte Telefone gibt, dass ich auf einer schönen alten Schreibmaschine schreibe, dass menschengroße Sonnenblumen vor dem Fenster sind, ich habe einen Strohhut mit Blumen auf und schwarze Lacksandalen wie früher als Kind; Tee, Pinsel, weißes Papier.

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11. Oktober 2026

Foto: Historische Rothermel Orgel Wersau Brensbach Odenwald 2026 (unten das Pedal)

Herbst: Make a nest of pleasant thoughts.

Heute erinnere ich an den Schriftsteller Peter Altenberg, 1859, Österreich, und an die wunderschöne Sandra Birchmore.

Wenn man einen Gospelchor dirigiert und leitet, muss man mit dem Repertoire, dem Stil, dem Sinn der Musik vertraut sein. Hierbei hilft, wenn man sehr gut English kann und klar und rhythmisch ist. Gospel, Worship und Pop gehen zudem eng Hand in Hand. Ich finde es schön, wenn man Drummer und andere Musiker dabei hat. Natürlich ist ein schwarzer US-Gospelchor noch mal eine ganz andere Hausnummer, finde ich. Gerade bei Gospel finde ich die innere, geistliche, spirituelle Einstellung sehr wichtig. Alles andere wäre nur Show.

Die Peitzer Orgel besitzt einen Zimbelstern, der, wenn man unten einen Schalter betätigt, zum Glockenspiel wird. Beides gleichzeitig ist eigentlich nicht möglich. Aber ich habe es geschafft, im Konzert, beide gleichzeitig zu aktivieren.

Pedal Rothermel Orgel Kirche Odenwald



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10. Oktober 2026: Ich nehme mir, was ich brauche, und renne. (Anne Carson) Ich auch. (AHS)

Foto: Historische Voillardglocke Kirche Peitz

Nun erinnere ich an Claudia Wührl, Kunst gegen Antisemitismus.

Heute ist ein weiteres Chorkonzert.

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9. Oktober 2026: Ich erfahre mich, wie ich mich beobachte. (Anna Trökes)

Foto: Felsenkirche Konzert 2026

Heute erinnere ich an die wunderschöne Faith Hedgepeth, 19.

Für meine Chöre arrangiere ich auch Stücke. Besonders und schön ist für mich natürlich auch mein Gospel-Chor.

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8. Oktober 2026: Kann man voraussetzen, dass der Mensch im Ganzen das Rechte will?

Foto: Nocturne 2026

Berufliches Musikmachen auf hohem und höchstem Niveau ist immer auch große körperliche Arbeit. Daher sind Musik-Wettbewerbe und Prüfungen, bei denen Frauen und Männer gegeneinander für Punkte spielen, eine große Ungerechtigkeit. Das wissen Männer auch. Aber es interessiert sie nicht. Das habe ich auch schon jeweils im Studium gemerkt. Jeder körperliche Vorteil kann auf höchstem Niveau das Zünglein an der Waage sein. Es macht natürlich einen Unterschied, ob Männer dreimal so dicke Unterarme und dreimal so große Hände haben. Es ist natürlich ein Unterschied, ob sie viel mehr Kraft und Ausdauer haben, denn mensch spielt mit Rücken, Armen, Beinen, Muskeln, Sehnen…

Ich habe zwar oft das Gefühl, ich spiele auf den Schwingen meiner Musikalität. Und das ist auch eine echte Realität. Aber nicht nur. Nicht auf der Erde.

Musikmachen ist kein sinnlich unsichtbarer Stoff, der wie ein Seidentuch durch den Raum schwebt. Musik ist harte körperliche Arbeit, wenn sie auf höchstem Niveau gemacht wird und competitive ist oder wird: in Prüfung, Beruf, Wettbewerben…

Ein großer Faktor dabei ist die Ausdauer. Und Ausdauer hat direkt mit körperlicher Kraft zu tun; ist Kraft. Oft werden in Wettbewerben die langsamen Sätze von Sonaten oder Konzerten aus Zeitgründen einfach weggelassen. Denn es wird die Musikalität nicht mal in erster Linie “geprüft”; das, was geprüft wird, ist sehr oft die Virtuosität und die körperliche Kapazität und Technik, die damit einhergeht. Daher sind die meisten Trompeter Männer, die meisten Pianisten Männer, die meisten Organisten Männer usw. Es ist unbegreiflich, dass Frauen (körperliche) Hürden, die Männer gar nicht kennen, zusätzlich meistern müssen, wenn sie gegen Männer antreten – auch in der Musik, 2026.

Im Männer-Business Musik ist Musikalität nur ein nettes Beiwerk; nichts, was zwingend nötig wäre. Manchmal sogar störend, da verletzlich.

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