5. August 2026: Das “Kahnweib” Segelschiff Marienkirche Barth
Foto: Pedal Buchholz Grüneberg Orgel 1821 / 1896 ev. Sankt Marienkirche Barth
Heute erinnere ich an die pommersche Dichterin Martha Müller-Grählert aus Barth.
Besonders schön ist hier der Knieschweller, was äußert selten ist. Er hängt rechts. Ich bin obsessed mit ihm.
Die rote Backsteingotik-Kirche besitzt einen frühgotischen Chor mit Kreuzrippengewölbe. Diese Stadtkirche gegenüber der Halbinsel Zingst ist eine Augenweide.
Grüneberg ist Buchholz-Schüler.
Der Turm mit Wetterhahn, 80 Meter hoch, ist von 1450. Er erinnert mich an die dicke Marie von Greifswald. Die Barther Bibel ist von 1588. 2012 wurde die Kirche renoviert. Das Segelschiff in der Kirche ist von 2005, ein Votivschiff als Weihgabe von den Seeleuten.
Die Kirchenbibliothek ist beeindruckend.
Das hölzerne Kruzifix von 1350 im rotblauen Gewölbe ist sehr schön, ebenso die Reformationskanzel.
Klanglich ist das Instrument nach der Buchholz-Orgel in Brasov (Kronstadt) in Rumänien bedeutsam: Mild, hell, singend, gleichmäßig.
Auch das SW unten besitzt einen 16-Fuß, sehr schöne Streicher und Flöten und eine milde Mixtur. Der Fußtritt unten ist Tutti Plenum nur für das SW.
Der Knieschweller ist sehr heikel zu bedienen und tut bei kurzer Hose weh.
Das HW ist in der Mitte. Das SW tatsächlich unten. Das Grüneberg-Kegelladen-Werk oben OW III. Die Registerzüge des HW sind senkrecht in der Mitte. Die Registerzüge des Schwellwerks sind ganz unten horizontal quer, das Pedal vertikal ganz rechts; und die Registerzüge für das Kegelladen-Grüneberg-OW ganz links außen: diese müssen eingehakt werden.
Das Pedal ist breit und groß und erinnert mich an das Pedal von Ladegast-Orgeln.
Die Zungen sind schön und frisch gestimmt. Besonders gefällt mir das geteilte Kegelladen-Fagott im OW und die Trompete im HW: zwei Trompeten mit der stärkeren Trompete unten. Eine Pedalkoppel gibt es nicht.
Buchholz-Orgeln sind etwas milder im Klang als Ladegast. Schwergängig.
Die Sommerkonzerte sind 12 € Eintritt.
Es ist kühl und angenehm hier, 21 Grad. In Würzburg glühen sie bei 38 Grad.
Der Spieltisch mit Sperrventilen und Pedal erinnert mich an die Ladegast Orgel in Schwerin und Köthen, so auch das Gehäuse. Die riesigen Pedalpfeifen des breit aufgefächerten Prospekts stehen über meinem Kopf. Die Akustik ist angenehm.
Ich wohne in der Künstlerwohnung gegenüber. Vor der Kirche steht eine große, herrliche Blutbuche, die farblich perfekt passt.

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