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Preisträgerin

3. Dezember 2022: Hier steh ich. Hier neben dir erloschenem Bündel aus Narben. (Friederike Roth)

Foto: Heinrich Schütz Haus

Heute erinnere ich an Gioconda Belli, Lyrikerin. Und an die wunderbare schwedische Künstlerin Esther Ellqvist, 1880, in Jönköping ausgestellt. 

Es war schön, in der Marienkapelle am Marktplatz zu spielen, eine rote „Riesenkapelle“ (die viele Fremde für den Dom halten) mit wunderschöner Akustik, an der Weise-Mann-Orgel, innen besinnlich voller Kerzen, aber kalt, während draußen der Weihnachtsmarkt im Regen tobt:

Weise Orgel Marienkapelle am Marktplatz Würzburg

 

Meine bisherigen Bachfeste: Tübingen, Arnstadt, Würzburg, Melbourne Australian Bach Society – und der Orgelsommer Thüringen ist auch eine Art Bachfest. JS kam aus einer großen Dynastie, er selbst hat eine Chronik seiner Familie angefertigt, die leider verschütt ging. Er kam aus dem 7. Glied, dem siebten Ast des großen Baumes. 7 – eine berührende Zahl. 

 

 

Ich mag das Bach-Porträt von Haußmann. 

„Denn da hat man erst auf die Gemüths-Neigungen zu sehen, die mit blossen Klängen, ohne Worte, ausgedruckt werden sollen; hernach auf die Einschnitte der Ton-Rede, wobey die Worte uns den Weg nicht weisen können, weil sie nicht gebraucht werden […]” (Mattheson)

Orgelbau: #2

 

Empfehlen kann ich den Film „Dear Frankie“. Ein tauber, kluger Junge und eine wundervolle Mutter – ein Film zum Weinen ❤️

 

https://youtube.com/shorts/Jo4EOpAXPDc?feature=share

 

Melanchthons Leben war spannend. Er hatte es nicht leicht. Der Vater früh gestorben, strenge Schulbildung. In all „seinen“ Orten war ich auch, Knittlingen, Pforzheim, Heidelberg, Kurpfalz, Baden… Philipp Schwartzerdt hieß er eigentlich und wurde Melanchthon (griechisch) genannt. Er war christlich und humanistisch geprägt.

Ich mag im Winter gern Vanille- und Schokomasken, ich mische die dann auch 😀

Wenn ich aus dem Haus hüpfe, vergesse ich manchmal, dass ich sie noch drauf habe – und die Leute schauen mich an, weil ich die Schokomaske noch in den Augenbrauen habe.

Ich liebe übrigens Birken.

Neu: Orgel Infos 

Hey Orgel St. Kilian Bad Windsheim

Adventskalender # 2

Vlog

Heute Marienkapelle

12. November 2022: Wirf dein Herz über das Hindernis und springe ihm nach. (Catherina E. Goethe)

Die Frauenbewegung war die größte unblutige Revolution des letzten Jahrhunderts. (Marthe Gosteli, Schweiz)

Foto: Konzertblumenstrauss

Dom Zeitz ❤️🎶 Orgel-Info

Eule Orgel Dom Zeitz

Heute erinnere ich an Daphne du Maurier, Schriftstellerin, 1907 geboren.

Neu: Orgel Info

Gabler Orgel Ochsenhausen Kloster

Reformation III

Frauen hatten eine wichtige Rolle bei der Umsetzung und Durchsetzung der Reformation. Sie verließen Klöster, heirateten und änderten das Alltagsleben zuhause. Währenddessen wurde die Luther-Melanchthon-Bibel geschrieben, aus dem Urtext übersetzt.

Das Leben Luthers klingt spannender als jeder Hollywood-Film. Gott hat einen Hang zum Dramatischen. Genau wie ich. Allein wie Luther jedes Mal auf den letzten Drücker gerettet wurde aus den Fängen der Hater – erinnert mich an die biblischen Geschichten um Josef, Mose, Ester, Jona… Gott liebt offenbar Dramatik. ❤️

Luther hat ganz Deutschland positiv verändert. Und das auch für alle Katholiken und alle Atheisten. Vorher war es in Deutschland nämlich sehr finster, männerdominant und dämonisch: Armut, Hexenverbrennung, Unbildung, Unterdrückung, Täuschung durch Ablassverkäufe, Machtstreben, Gier, Willkür in der Kirche bis in die höchsten Ränge… von den wirtschaftlich orientierten (gelinde gesagt) Kreuzzügen ganz zu schweigen.

Die Kernländer der Reformation – Deutschland und Skandinavien – sind exakt die beiden Gebiete, aus denen ich herkomme. Und mein Bereich ist der Ordo Ecclesiasticus. Ohne gleichförmige Zeremonien, sondern mannigfaltig und kreativ.

Neu:

Kulturkirche Frankfurt

18. Oktober 2022

Kunst ist nur etwas wert, wenn sie uns einen deutlichen Begriff unseres Zusammenhangs mit Gott gibt. (Philipp Otto Runge)

Foto: Steinmeyer Orgel Michel Hamburg 

Mit einem großen Blumenstrauß reisen – und alle lächeln, halten dir die Tür auf… kann ich nur empfehlen:

Konzertblumen im ICE

Ich beobachte Männer gern im Zug, wie sie Raum einnehmen: Sie schlagen die Beine übereinander, so dass die Schuhe weit in den Gang ragen, und wippen mit den Schuhen. Dann dreschen sie auf ihre Computer-Tastatur ein und halten lautstarke Telefonate. Oder sie gähnen mehrmals sehr laut oder putzen sich wie Benjamin Blümchen die Nase. Töterötötö! Oder sie schmeißen beide Arme weit von sich und nehmen auf diese Weise mind. 3 Plätze ein. Noch nie habe ich in meiner Zeit im ICE seit Jahren jemals eine Frau sich so benehmen sehen. Bei Männern dagegen ist das „ganz normal“. Ich schaue diese Männer missbilligend an. Aus erzieherischen Gründen. Aber das checken die gar nicht. Da ist Hopfen und Malz verloren. 

Kleiner Weihnachts-Vorgeschmack:

 

Neu: meine kleinste Ladegast ❤️
Orgel-Informationen AHS:

Ladegast Orgel Suhl (kleinste Ladegast)

 

Beckerath Orgel Wohltorf bei Hamburg

 

Johannus Peter Orgel Wallonisch-Niederländische Kirche Hanau

 

6. Oktober 2022: Taufe

Jede Schwäche, die man wahrnimmt, kann eine zum Sieg bringen. (Susianna Kentikian, Boxerin aus Armenien, Fliegengewicht und „Killer Queen“).
Ich erinnere an die Komponistin Corona Schröter (ja, sie heißt Corona) (1751-1802), die Lieder geschrieben hat. 

Heute vor vielen Jahren wurde ich getauft. ❤️

Foto: Älteste Kirche Thüringens in Rohr, Rühlmann Orgel

Manchmal höre ich sehr gern gregorianische Männergesänge mit Gebeten. Es beruhigt mich. 

Neu: Chopin an Röver

Heute erinnere ich auch an Magdalena Sybilla Rieger, Dichterin, Hauptfigur im Roman „Jud Süß“, gläubige schöne gutbürgerliche Ehefrau, jedoch mit sehnsüchtigen Gedanken an Freiheit. Sie hasste die Einschränkungen der weiblichen Rolle und schrieb damals progressiv: „Die Ehre bleibt voraus dem männlichen Geschlecht? Das hat gemeiniglich die Kunst allein gegessen. Von Frauen ist dies schon verwegen und vermessen – wir sein zu nichts als nur zu deren Dienst geboren…?“ Ihre Lieder sind im Gesangbuch erschienen.

Reubke Röver Orgel Museum Hausneindorf

Die originale Werkstatt in Hausneindorf und das Haus der Reubkes und Rövers wurde geplündert und vernichtet.

Im renovierten Saal eine kleine hübsche Ernst Röver-Orgel um 1890, 1 M und 4 Register in samtig-trockener Akustik: Gedackt 16, Flauto 8, Violino 8, Flauto 4: Röver Hausorgel, von Hüfken betreut, 1995 gerettet.

Ein wundervolles Werkstatt-Museum in der Kulturburg im Harz in Sachsen-Anhalt bei Halberstadt, die sich um Röver- und Reubke-Orgeln und ihre Sammlungen kümmert. Von den 100 Reubke-Orgeln (u.a. eine große Reubke-Orgel im Dom Magdeburg, 1861, nicht nicht mehr erhalten) gibt es heute nur noch 12.

Ernst Röver (1857-1923) übernahm die Adolph Reubke-Firma, von den 200 Orgeln sind ca. 100 erhalten. Adolph (1805-1875) war der Vater von Emil (Orgelbauer) und Julius (Komponist).

Irmgard Röver, Tochter von Ernst und Halbschwester von Hans (dieser war kein Orgelbauer), die letzte Erbin, die 1980 starb, war eine grosszügige Frau. Nach ihrem Tod wurde alles geplündert. Die Urenkel konnten dies nicht verhindern. 

Hans Röver war ein begabter Leichtflugzeugflieger und wurde jung im Krieg abgeschossen, wie schrecklich. 

Er hatte gemorst mit Pfeifentastatur! Er erfand den ersten ferngesteuerten Torpedo. Er war jedoch noch zu jung für Patentanmeldung. Sein Vater Ernst verwendete Ballonseide für Orgeln, von Hans‘ Flugzeugen.

Otto Reubke (1842-1913) war ein guter Organist und hatte bei Ritter studiert. Er wollte leider die Firma nicht übernehmen, so dass Röver übernahm.  Julius Reubke (1834-1858) starb jung an Schwindsucht (ansteckende Tuberkulose). Bruder Emil Reubke (1836-1884) starb ebenfalls viel zu jung.

Die beiden hochbegabten Familien verstanden sich gut. Der Orgelbau Röver begann mit Johann Hinrich 1812 in Stade.
Röver und Reubke verwendeten geniale mechanische und pneumatische Kegelladen, Kastenladen und Reubksche Röhrenladen. Aber auch Schleifladen.

Reubke-Röver-Orgel-Museum Hausneindorf

 

Steinmeyer Orgel Kitzingen

Jann Orgel St. Martin Helmstadt

 

Armut von Frauen

Ich habe ein Buch über „Armut von Frauen“ gelesen, dass diese „von Männern gewollt, gefördert und hingenommen wird“:

  1. Die Arbeit der Frauen in der Familie ist bewusst unbezahlt / unterbezahlt.
  2. Im Alter bleiben viele dieser Frauen trotz harter Arbeit arm.
  3. Frauen werden in soziales Ehrenamt gedrängt.
  4. Die Arbeit von Frauen in der Gesellschaft wird bewusst schlechter bezahlt, besonders in Deutschland. Der Lohnvergleich ist eine Katastrophe.
  5. Es gibt auch in der Ehe keine Gleichberechtigung (Alleinerziehende, Scheidungsfolgen, Doppelbelastung…)
  6. Unistellen, Machtpositionen, Professurstellen werden von Männern insbesondere in Deutschland dominiert.
  7. Es gibt hinterhältige und neidische Männer-Klüngeleien pro Mann gegen (erfolgreiche) Frauen.
  8. Es gibt sämtliche Formen von Femizide und Frauenhass.

Um einen Blick auf den männlichen Charakter zu werfen: Als Petra Kelly Vergewaltigung in der Ehe im Bundestag als Straftat betitelte, lachten die Männer im Bundestag. Ich habe das originale Video gesehen.

Alle Männer, die Frauen hindern, um sich selbst zu erhöhen und Frauen zu benachteilen, sollen, wenn sie tot sind… Eine Klüngelei in der Hölle wird ihnen nicht mehr helfen.

Ladegast

8. September 2022: Früher wurde mit der Vergänglichkeit christlicher umgegangen als heute. (AHS)

Männliche Dummheit bereitet mir größtes Vergnügen. Es ist eine unerschöpfliche Quelle der Unterhaltung. (Mary Wortley Montagen)

Britische Schriftstellerin, 1689. Heute erinnere ich auch an Brigitte Bardot, eine unfassbar interessante Frau.

Klangfarben der Orgel

Bei Klangfarben bin ich altmodisch. Ich mag gern alte Instrumente: Rankett (auch Würstelfagott genannt!), ein langes Blasinstrument, Trumscheit (Nonnengeige), ein längliches Streichinstrument, Krummhorn: gekrümmtes Doppelrohrblatt, Gemshorn: eine Art Horn, Tierhorn oder Pfeife, gekrümmt; Pochette (Geige): kleine Taschengeige, und Drehleier (Bettlerleier), auch als Lyra bekannt. Es gibt noch Schalmey, Pommern, Grossbass, alte Oboen und Posaunen, Gerle-Laute, Tripel-Harfe, Chitarrone, Tintinabulum…

Früher wurde die Vergänglichkeit des Irdischen viel mehr begriffen als heute, oder anders gesagt, es wurde christlicher damit umgegangen als heute.

Ich höre die alte Platte Arthur Eger in Freiberg. Und Wachowski. An ihm, der sehr langsam und geradeaus spielt (etwas langweilig), merke ich, was für eine „Flirrende“ ich bin an der Orgel und dass ich vom Gravitätischen der Orgel noch mehr aufgesaugt werden möchte. Vom Monumentalen der Orgel möchte ich noch mehr profitieren. Ich komme mir trotz allem oft winzig vor.

Foto: Lorenzkirche Nürnberg

Meine Orgel-Entwicklung

Ich spiele jetzt 5 Jahre Orgel, das ist bei Professionalität eine sehr kurze Zeit, eigentlich nichts. Ich habe so viel gelernt in diesen 5 Jahren. Ich erkenne Orgeln beim bloßen Ansehen und weiß von Hunderten Orgeln Zahlen, Dispo und Namen, während viele sich nicht an den Orgelbauer der eigenen Orgel erinnern können, geschweige denn an Zahlen und Dispo. Ich habe Hunderte unterschiedlichster Orgeln gespielt und komme schnell mit ihnen zurecht. Ich kenne viele, die spielen 10 oder 15 Jahre lang Orgel und kennen kaum andere Orgeln und spielen viel schlechter. Mir hat jemand gestern gesagt, er hätte noch nie jemanden getroffen, der seiner Weiterentwicklung alles unterordnen würde wie ich. Nun, ich hoffe, ganz so drastisch ist es nicht. Außerdem bin ich eine „die“. 😊 Die Zeit war extrem, intensiv, und ich habe mit die eindrücklichsten Erlebnisse meines Lebens gehabt und mich ganz neu kennengelernt.

Neu: Hater, Follower und Fans im Internet – wie geht man damit um? Teil 1

Neu: Orgel-Information Bouxwiller, Frankreich:

Silbermann Orgel Bouxwiller

24. August 2022: Ich bin eine talentierte Bedenkenträgerin. (AHS)

Wozu Orgelspiegel da sind? Zum Schminken. (AHS) 😊

Naja, das würde ich gern sagen. Nur, dass ich mich nicht schminke, schade. Oder sehr selten. Aber hier auf dem Foto schon. Was denkt ihr?

Heute erinnere ich an Sonja de Lennart, Modeschöpferin, für die viele lange nicht mutig genug waren, da es damals noch Mut brauchte, wenn Frauen Hosen anziehen wollten. Hosen für Frauen waren lange schlechtsitzende Männerhosen.

Kunst sind aber Kreationen.

Ich bewundere Jolanda Spiess-Hegglin, Schweizerin, die sich dafür eingesetzt hat, dass Medienhäuser und Zeitungen in Zukunft bei Mobbing, Hass und Häme teuer bezahlen müssen. Zuvor mussten sie und ihr Mann jahrelang durch die Hölle gehen. Pfui Medienhaus Ringier!

Bonn und Köln 

Bonn ist eine total schöne Stadt, doppelt so groß wie Würzburg. Wir haben ein hübsches Hotel etwas außerhalb, waren aber in der Innenstadt essen in der Nähe von Orgelbau Klais. Wir parkten auf dem Parkplatz von Klais. Hans-Wolfgang zeigte uns auch seine schöne Hausorgel von Teschemacher 1775 im Wohnzimmer. Hans Wolfgang, übrigens ein Würzburger, hat die Klais Orgeln im Kölner Dom konzipiert. Und noch viele mehr.

Mit ihm zusammen habe ich die Zungen der lieblichen Teschemacher in Köln Rondorf gestimmt, Fagott und Schalmey, die ziemlich verstimmt waren. Die Kirche dient auch als Musikschule. Das Kreuz wird mal ab, mal hin montiert… Links steht die schöne weiße Friedrich Gerhardt Orgel von 1880 (2 M) mit mildem Klang. Aber sie hat – leider – keine Chance gegen die herzallerliebste Teschemacher Orgel rechts. Gebaut vom Elberfelder Orgelbauer Jacob Engelbert Teschemacher, Pietist. Nur noch etwa 10 Instrumente ursprünglich erhalten, daher eine Rarität.

Auf der Westempore steht nichts. Hans-Wolfgang neckte mich und sagte, der „normale Glaube“ sei katholisch. Ich habe noch nie darüber gedacht, dass es „katholische und evangelische Orgeln“ gibt. Klais steht für katholisch, Jann zB für evangelisch. Gut, dass sich hier schon einiges verändert hat und Altes aufbricht. 

Zuvor spielte ich die Klais Orgel in kath. Heilige Könige in Köln-Rondorf von 1998, die auch von Hans-Wolfgang konzipiert worden ist. 3 M. Sie mußte um einen Turm herumgebastelt werden. Hans-Wolfgang hatte die Idee eines aufgeschlagenen Buches als Prospekt. Das sieht auch echt gut aus. Freier Spieltisch. Die Kirche hat innen einen mystisch-zeltmässigen Charakter. Von außen lässt sie das nicht vermuten. 

Eine weitere Johannes Klais Orgel lernten wir in kath. St. Franziskus in Bonn Nordstadt kennen, von 1966. Die Kirche besitzt den größten Turm der Stadt – aber ohne Glocke?! Innen ist es ebenfalls mystisch-dunkel mit großen roten Glasfenstern und roten Blumengirlanden. Eine kleine Orgel mit spanischen Trompeten.
Foto: Klais in Heilige Könige Köln-Rondorf 

(ps: es waren keine Könige, sondern Weise) 

Bonn Schlosskirche 

Dann spielten wir die schöne neue Klais Orgel von 2012 in der weißen Schlosskirche (2 M) mit Glockenspiel und Zimbelstern. Ich habe also in 2 Tagen 6 Orgeln gespielt. 

Bonn Klais Orgelbau-Werkstatt 

Es war auch wieder toll in der Werkstatt, besonders in der Pfeifenwerkstatt und in der Präsenz-Bib. Mein zweites Mal. Aber man sieht immer wieder Neues. Es gibt 4 Intonateure.

Wir haben dort auch gegessen.

Moselfranken 

Dann fuhren wir von Bonn ins Moseltal durch die Vulkanklüfte, durch Serpentinen, Wald, an der Mosel, an Burgen und Schlössen vorbei, Eifel, Hunsrück – eine total schöne Gegend, die ich noch gar nicht kannte. Ich berichte morgen mehr! 

19. August 2022: Freu dich, wenn du in etwas Beruflichem gut bist. (AHS)

Manche Menschen bewundern mich, andere wundern sich. (AHS)

Heute erinnere ich an Helle Thorning-Schmidt, Dänemark.

Und an Ämilie Juliane von Schwarzburg Rudolstadt, 1686 mit dem Kirchenlied EG 530: „Wer weiß, wie nahe mir mein Ende!“

Mein Urgroßvater und meine Urgroßmutter waren Land-und Wanderprediger in Schweden. Ich lese deswegen gern Romane über Landprediger.

Kölle

Am Montag geht es ab nach Kölle. In dieser wunderschönen Stadt habe ich 5 Jahre gelebt und studiert. ❤️ Das waren Zeiten. Wilde Nächte, Jazz, blau getönte, kurze Haare, orange Vespa, Perscheid, Musikhochschule Tag und Nacht, Freikirche, erste eigene Wohnung, zum ersten Mal weg von daheim. Keine Orgel. Es hat mir eine prophetische Frau in der Baptistengemeinde damals gesagt: „Ich habe von dir geträumt, dass du irgendwann mit den Füßen spielen wirst.“ Ich dachte, die spinnt. Ich kriege Gänsehaut, wenn ich jetzt daran denke.

Kulturen

Li Quingzhao war eine große chinesische Dichterin (1084-1155). Das Buch von Barbara Beuys über ihr Leben ist interessant. Da ich noch nie in China war, sind mir die Kultur und die Religion dort sehr fremd. Daher hält sich mein Interesse für die Lyrik da in Grenzen, es wirkt auf mich noch seltsam. Ich bin so tief verwurzelt in christliche Kultur.

Ebenso Abdulrazak Gurnah. Seine Romane sind berührend, für mich jedoch auch fremd, eine muslimische Welt, wenngleich liberal und spielerisch, für mich immer etwas Verstörendes hat: Eine Welt, in der Frauen unter Tüchern hervor blinzeln und den Männern untertan sind. Manchmal treffe ich solche massiv verschleierten Frauen auch in Deutschland an.

Einmal fiel einer solchen Frau etwas herunter, ich hob es auf. Wir redeten minimal etwas. Ich war von Bewunderung erfüllt, aber auch mit Grauen. Ich sehe in diesen Frauen das Ergebnis einer Männerwelt, die für mich Hölle verkörpern.

Status Quo

Die Menschen, die den Status quo aufrecht erhalten wollen, sind unmoralisch: Henry Miller schreibt: „Für sie besteht die schwerste Sünde darin, die bestehende Ordnung anzuzweifeln. Dabei haben große Künstler und Denker nie etwas anderes getan“. (Henry Miller) Das sehe ich genauso.

Die unmoralischen „Bewahrer“, die Miller kritisiert, bekämpfen Neues und sind damit zutiefst unmoralisch. Das ist die schwerste Anklage, die Philosophen erheben können. Moral ist in der Philosophie sehr wichtig. In der Kirche hätte Miller seine Freude gehabt. Wieviele unmoralischen Bewahrer gibt es dort?

Moral kann viele Gesichter haben. Ich hasse die Moral der Heuchler, der Korrekten, der Bürokraten, der Gutmenschen, der Selbstgerechten, der Satten, der weißen, alten Männer, die Frauen hindern und benutzen, mit ihnen flirten und sie anbaggern oder besessen von ihnen sind und Sekretärinnen halten, die ihnen Kaffee bringen und für sie lügen müssen.

Ps: Ich wurde gefragt, was ich für Süßes mag. Ich mag nicht gern, was trocken ist. Trockene Kekse usw. mag ich nicht. Generell mag ich nichts, was trocken ist und was bröselt. Ich mag alles, was saftig ist.

6. Juli 2022: Mein Gehirn treibt öfters wunderbare Blasen auf. (Schiller)

Foto: Reichartswerben, S-A

Musik kann Sexismus transportieren, wie alles andere auch. Heute erinnere ich an die Greifswalderin Julia Männchen, Theologin. Und an Hildegard Emmel, der eine wissenschaftliche Karriere schwer gemacht wurde. Von Männern. Und deren Ehefrauen.

Ich bin immer noch zerstochen. Und freue mich auf Hiddensee. Morgen wieder Vorspiel. Ich habe jetzt überlagerte Ohrwürmer, von mehreren Stücken gleichzeitig.

Gesang

Ich liebe es, zu singen, denn es macht Spaß, das Leben lang an Gesang zu arbeiten. Die wichtigsten Dinge sind hierbei ausgeglichene Tongebung, nicht unterspannt in der Atmung sein, atmen, dehnen, o, und insgesamt im Atmen nicht introvertiert. Alles langsam, keine Hektik, mit Ruhe und Zeit den Mund bauen in die richtige Form, beim Einatmen. Klang mit Atmung unterfüttern. Das Einatmen ist mit das Wichtigste: Das Gefühl des Einatmens so lange wie möglich halten (Stütze). Das Zwerchfell kann man nicht wirklich kontrollieren oder bewusst beeinflussen, aber den Atmen, den kann man beeinflussen und kontrollieren, und die Eingeweide um das Zwerchfell spüren.

Früher mochte ich keinen Schmuck. Jetzt mag ich Schmuck, aber nur schlichten, goldenen. Ich mag meine goldenen Kettenanhänger (Geschenk), nur schwierig ist eine goldenen Schlangenkette, darin verfängt sich mein langes Haar. Schlangen- und Panzerketten gehen nicht bei langen Haaren, aber Ankerketten gehen. Und Bingoketten. Ich mag Gelbgold, ich bin kein Fan von Weißgold.

Orgel Vlog

1. Juli 2022: Die Kunst geht nach Brot. (Luther)

Heute erinnere ich an die Greifswalderin Käthe Kluth, erste Professorin in Berlin. Es gab in der DDR nur 25 Professorinnen! Die BRD war da aber nicht viel besser.

Und an die Greifswalderin Johanna Odebrecht, die (Armen-) Schulen für Mädchen gründete.

Das schöne neue Logo oben verlinkt im Shop übrigens zu meiner neuen Holy Spirit CD.

Foto: Rügen (Rambin)

Heute habe ich wieder Liszt B-A-C-H geübt. Es ist wirklich schön, mit einem Coach zusammen zu üben, auch wenn das enormer Luxus ist. Man muss dann nicht immer allein denken, was beim konzentrierten Üben das Anstrengendste ist, sondern jemand denkt mit einem zusammen, oder besser jefraud denkt mit mir und für mich, und so lernt man auch andere Denk- und Herangehensweisen beim Üben kennen. Das gemeinsame Üben ist gut, besonders dann, wenn man Stellen auswendig übt. Denn wie man übt, ist entscheidend. In Liszts B-A-C-H kommen viele virtuose Zungenbrecher vor, besonders Takte 65-72. Ich habe Liszt B-A-C-H an der Orgel gespielt, aber am Flügel ist es mehr als 5x so schwer. In der sehr prallgefüllten Kirchenmusik dazu zu kommen, große Werke zu üben und Blog zu schreiben, ist ein Wunder.

Ankerbass

Künstlerischer Ankerbass (Generalbaß) macht im Duo oder im Ensemble (Basso Continuo), wenn man mit anderen zusammen spielt, am meisten Spaß. Jetzt spiele ich mit einem Flötisten, einer Barockgeigerin und einem Sänger und einem Ensemble zusammen. Bach, Vivaldi, John Eccles (1668 London-1735), Quantz (Quants), Benedetto Marcello (1712), Rameau (1683-1764) mit seinen Verzierungen und Inegalität. Da wird einem in den Proben die Sprache und der Stil von historischem Ankerbass gut ins Herz gebrannt. Es ist natürlich noch mal etwas anderes, ad hoc, etwas direkt solo perfekt vom Blatt zu generalbassieren. Was mir am meisten Spaß macht beim Ankerbaß ist das Improvisieren. Allerdings muss das zart, gefühlvoll geschehen, eher passiv, ohne innerliche Übermotorik. Damit es schwer-leicht schwebt und schwingt und glitzert. Herzschlag.

Dies ist bei langsamen Sätzen schwerer als bei schnellen. Auch hier schwebend mit zwei- und viertaktigem Denken. Es ist erstaunlich: Eccles und Rameau sind so wunderbare Komponisten, zu Bachs Zeit, und dennoch (und das ist das Unglaubliche) kein Vergleich (und zu niemandem hinterher) zu Bach. Wenn man Musikerin ist, ist nichts Theorie, es ist alles Praxis. Man kann nicht sagen, man ist Musikerin und hat keine Ahnung von Gehörbildung, und man kann nicht sagen, man ist Organistenstar und spielt keine Kammermusik. Man kann nicht sagen, Generalbass ist Theorie – nein, es ist eine Sprache und führt intensiv zu Bach. Natürlich ist alles sehr sensibel, besonders Gehörbildung. Mit relaxten Leuten macht alles mehr Spaß. Ist jemand hart, arrogant und streng, dann ist es schwerer, Bestes zu leisten.

Ankerbass, Gehörbildung, Kammermusik, Korrepetition, Impro, Cembalo – das ist alles eine Einheit. Und dies alles ist nur die Kurzform und Spitze des Eisberges. So wie mein Blog insgesamt nur die Spitze des Eisberges ist.

Wen ich nach wie vor interessant finde, ist Albert Schweitzer (“Orgelbewegung”) und das Gegenstück Helmut Walcha. Auf der einen Seite zertörten die Männer der “Bewegung” viele romantische Orgeln, und doch spielten diese J.S. Bach im romantischen Stil legato. Ist das nicht ironisch? Das, was sie bekämpfen wollten, kam durch die Hintertür wieder hinein geschlichen. Ich muss sagen, dass ich mittlerweile weder Schweitzer noch Walcha besonders gern höre. Ich finde, beide haben nicht unbedingt getroffen, was Bach mit seiner Musik ausdrücken wollte. Ich bin gespannt auf das Schweitzer Buch “Deutsche und französische Orgelbaukunst.” Übrigens, ich nenne Pedal weder konkav noch konvex, sondern Radialpedal oder gerades Pedal.

Die Orgelbewegung:

Gestern: Orchesterleitung hospitieren, Cembalo, Generalbass, Proben, Gruppenstunde

Vorgestern: LO, Partitur, Theorie, Dirigieren, Gehörbildung, Probe

Heute: Liszt B-A-CH am Klavier, Gesang, Bariton, “Glaubenslehre”, Theorie

Liszt: