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Kulturburg

Reubke-Röver-Orgel-Museum Hausneindorf

Burg Hausneindorf im Harz, S-A

Orgelbauer:

Reubke, Röver

Baujahr:

2013

Datum des Erstbesuchs:

2022

Disposition und Spielhilfen

Reubke Röver Orgel Museum Hausneindorf

Reubke-Röver-Orgel-Museum in der Kulturburg, Wasserburg, vom Heimatverein gegründet. Die Burg war eine Wehrburg mit Doppeltoranlage. Hausneindorf besitzt einige Erfinder: Huschke von Hanstein, Hans Röver. 37. Station des Vereins STRASSE DER MUSIK.

Das Dorf Hausneindorf der Gemeinde Selkeaue mit ca. 800 Einwohnerinnen wurde 575 gegründet, 1190 wurde die Burg gebaut. Die wurde im 13. Jahrhundert zerstört und wieder aufgebaut und war bis 1711 privat. Nach der Wende stand die Burganlage leer.

2013 eröffnete der Heimatverein das Museum über die Orgelbauerfamilie Reubke. 2015 folgte die Orgelbauerfamilie Röver. Seit Mai 2017 gibt es das Musikzimmer im alten Pallas mit der restaurierten und spielbaren Röver Hausorgel. Hier befindet sich auch die Ausstellung über die Orgelbauerfamilie Röver.

Die originale Werkstatt in Hausneindorf und das Haus der Reubkes und Rövers wurde geplündert und vernichtet. Harzvorland.

Klang und Akustik

Im renovierten Saal eine kleine hübsche Ernst Röver-Orgel um 1890, 1 M und 4 Register in samtig-trockener Akustik: Gedackt 16, Flauto 8, Violino 8, Flauto 4: Röver Hausorgel, von Hüfken betreut, 1995 gerettet. Sie muss getreten werden, es gibt keinen Motor (Denkmalschutz).

Persönliche Note

Ein wundervolles Werkstatt-Museum in der Kulturburg im Harz in Sachsen-Anhalt bei Halberstadt, die sich um Röver- und Reubke-Orgeln und ihre Sammlungen kümmert. Von den 100 Reubke-Orgeln (u.a. eine große Reubke-Orgel im Dom Magdeburg, 1861, nicht nicht mehr erhalten) gibt es heute nur noch 12:

Benneckenstein

Niederdorla (3 M)

Uchtdorf

Kyritz St. Marien (1873)

Wahlitz (1880)

Badeborn (1883)

Hedersleben

Görsbach

Detershagen

Magdeburg

Behnsdorf

Roxförde

In Nachterstädt wurde die Orgel weggebaggert.

Ernst Röver (1857-1923) übernahm die Adolph Reubke-Firma, von den 200 Orgeln sind ca. 100 erhalten. Adolph (1805-1875) war der Vater von Emil (Orgelbauer) und Julius (Komponist).

Irmgard Röver, Tochter von Ernst und Halbschwester von Hans (dieser war kein Orgelbauer), die letzte Erbin, die 1980 starb, war eine grosszügige Frau. Nach ihrem Tod wurde alles geplündert. Die Urenkel konnten dies nicht verhindern. 

Hans Röver (1890-1917)  war ein begabter Leichtflugzeugflieger und wurde jung im Krieg abgeschossen, wie schrecklich. 

Er hatte gemorst mit Pfeifentastatur! Er erfand den ersten ferngesteuerten Torpedo. Er war jedoch noch zu jung für Patentanmeldung. Sein Vater Ernst verwendete Ballonseide für Orgeln, von Hans‘ Flugzeugen.

Otto Reubke (1842-1913) war ein guter Organist und hatte bei Ritter studiert. Er wollte leider die Firma nicht übernehmen, so dass Röver übernahm.  Julius Reubke (1834-1858) starb jung an Schwindsucht (ansteckende Tuberkulose). Bruder Emil Reubke (1836-1884) starb ebenfalls viel zu jung an Lungenentzündung.

Die beiden hochbegabten Familien verstanden sich gut. Der Orgelbau Röver begann mit Johann Hinrich 1812 in Stade.
Röver und Reubke verwendeten geniale mechanische und pneumatische Kegelladen, Kastenladen und Reubkschen Röhrenladen. Aber auch Schleifladen.

Der Erfinder des deutschen Zebrastreifen stammt ebenfalls von hier. Ein innovativer Ort.


2 Antworten auf “Reubke-Röver-Orgel-Museum Hausneindorf”

  1. Andreas Friedrich

    Informativ in Bild und Text über die Entstehung dieses besonderen Reubke-Museums in Hausneindorf/ Anhalt. Ansehenswert. Danke an Ann-Helena.

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