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1. März 2020

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Das Leben ist zu kurz, um Deutsch zu lernen. (Oscar Wilde)

Wie labil das Männergemachte und ihre Wirtschaft ist, sieht man nun spätestens am Virus.

Und die Leute haben sofort Angst. Wenn ich lese, dass manche davon reden, dass “deren Waschmittel aus Kastanien für zwei Jahre ausreicht und dass sie Angst haben, dass es keinen Strom mehr gibt”, denke ich mir: Klar, der Strom ist auch vom Virus befallen, aber es gibt Kastanien-Strom, der reicht für zwei Jahre.

Oder diese Hysterie mit Aktien. Ich glaube, viele haben die Börse nicht verstanden. Nichts von Warten, Aushalten und Disziplin gehört. Da lobe ich mir das Üben. Das bereitet auf Krisen vor.

Für mich aber ist klar, ich werde lieber krank, als ein Konzert nicht zu spielen. Zudem fühle ich mich beschützt. Ich habe noch nie erlebt, dass Gott nicht auf mich aufgepasst hat. Vor langer Zeit, als ich am letzten Tag eines Meisterkurses Klavier in Salzburg kein WG-Zimmer mehr hatte, es aber schon spät war und dunkel wurde, kamen zwei Nonnen auf mich zu, als ich etwas ängstlich durch die Straße lief, und quartierten mich im Kloster ein. Sie kamen wie Engel aus der Dunkelheit.

Heute habe ich gelesen, dass für Frauen das Immunsystem eines Mannes attraktiv ist. Dass Frauen in den ersten drei Minuten spüren, ob ein Mann ein starkes Immunsystem hat oder nicht. So was! Sachen gibt es. Doch heutzutage ziehen hasenfüßige  Männer eine Banane und eine Unterhose im Rollköfferchen hinter sich her und erleiden, wenn die Sonne etwas stärker scheint, einen Kreislaufzusammenbruch. Das Einzige, was stark zu sein scheint, sind die Füße so groß wie Schiffe. Die Füße dieser Männer werden immer länger und ihr Immunsystem immer kürzer.

Ach, wenn ich bedenke, dass Männer früher edle Ritter waren… Oder zumindest in meiner Vorstellung.

Nun, das war ein etwas ironischer Beitrag. Jetzt registriere ich für heute Abend ein. Konzert 18 Uhr. Ich mag die Klais-Orgel in Heiligkreuz, sie ist nur ein wenig trompetig insgesamt.

Messiaen, Beckerath-Orgel HfMDK Frankfurt

22. Februar 2020

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Wirf deine Angst in die Luft. Noch bist du da. Gib was du hast. (Rose Ausländer)

Wunderschön ist die neue, große Bach-Orgel in Hannover in der Neustädter Hofkirche bei Waterloo: weiß, drei Manuale, mit goldenen Flügeln an den Seiten und braunen, sinnlichen Registerknöpfen. Sie erinnert mich sehr an die Bach-Orgel Ansbach und an Katharinen Hamburg natürlich. Und auch an Silbermann hier und da. Sie ist nach dem Vorbild mitteldeutscher Orgeln von der belgischen Orgelfirma Thomas (Thoma ausgesprochen) gebaut und besitzt ein gerades, angenehmes Pedal, Gambe, Gemshorn, Salicional, Schalmey, viele schöne Flöten, Streicher und Zungen. Aber auch die Prinzipale sind weich und warm. Das Hauptwerk ist in der Mitte, Oberwerk oben, Hinterwerk unten. Sie wurde von der Hannover Musikhochschule in Auftrag gegeben.

Weiter hinten seitlich steht die spanische, rote Orgel. Auch sie ist wunderschön, ein Kunstwerk, bei dem man den Wind betätigen kann, wenn man möchte, bemalt, wie ein Acrylbild von mir, mit spanischen Trompeten, mitteltönig, ein Manual mit dem Bruch in der Mitte, kurze Oktave, und auch im “Stummelpedal” für Liegetöne kurze Oktave. Schön für spanische Musik, aber auch für Sweelinck und moderne, zeitgenössische Werke. Die Trompeten haben enormen Drive und Lautstärke. Ich habe an diesen beiden Orgeln über fünf Stunden geübt, und es war wie drei Minuten. Die Bach-Orgel ist natürlich völlig anders als die romantische F. E. Walcker im Saal des musikwissenschaftlichen Instituts Hamburg. Aber genau diese Unterschiedlichkeit ist faszinierend. Die Unterscheidlichen – nicht nur die Farben, auch die Orgeln an sich.

Der Boden der Kirche wird gerade erneuert. Besonders schön ist für mich, Bach an einem Instrument zu spielen, dass er so hatte oder haben wollte und das auch heute absolut genial ist. Ich kam spät nach Hause und fiel völlig erschöpft ins Bett. Ich spiele momentan jeden Tag über 6 Stunden an verschiedensten Orgeln.

Empfehlen kann ich den Film 90 Minutes in heaven.

Fotos der Bach-Orgel Hannover:

 

27. Januar 2020

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Die Welt muss ich verachten, die nicht ahnt, dass Musik höhere Offenbarung ist als alle Philosophie. (Ludwig van Beethoven)

Andacht oder Tanz, so beschreibt Goethe Musik. Für mich ist sie beides gleichzeitig. Der Tanz ist das Kind der Musik und der Liebe. Ich habe Ohrwürmer von den Beethoven-Orchesterwerken dieser Woche, als hätten sich diese in mich eingebrannt. Es ist sehr schön, Klavierkonzerte mit Orchester zu spielen, und es hat auch seine Vorteile, solo zu spielen. Aber mit Orchester: Dass der Flügel ein verselbständigtes Individuum ist, habe ich umso mehr erkannt. Ein Klavier nimmt seine eigene Rolle im Gesamtgeschehen ein. Es erkämpft sich seinen Freiraum in einem ideologischen System. “Aber ich kann den Geist der Musik nicht anders fassen als in Liebe” (Richard Wagner).

Ein Vermittlungskonzept ist für mich etwas enttäuschend, wenn es um Show und Selbstdarstellung des Moderatoren, der Moderatorin geht, zumal dies auf Kosten der Musiker hinausläuft: Mir wurde in die Musik geredet, der Klang-Deckel zugeklappt mitten im Spiel, Stücke verkürzt, mein Name sollte verändert werden in Richtung Elise, wogegen ich mich wehrte, und musste Dinge sagen, hinter denen ich nicht stand, und zwischendurch spielen – nicht für Beethoven oder für die Kids, sondern ich musste mich für die Moderatoren “zum Affen machen”, oder besser: Es wurde über mich und den Flügel verfügt als wäre ich eine weitere Requisite auf der Bühne. Die Moderatorin wollte den Flügel aus der Mitte in die Ecke verbannen, was die Orchesterwarte verhinderten. Ich glaube, meine Ideen sind besser, denn die Musik sollte im Mittelpunkt stehen. Die Diskrepanz zwischen der Schönheit der Musik und dem Theater darum herum war für mich nicht leicht zu ertragen. Die Vermittlung deckte sich nicht für mich mit der Realität hinter der Bühne. Wäre Beethoven nicht davon gelaufen vor diesem Konzept? Ich schämte mich Beethoven gegenüber. Auch der verkleidete Beethoven war für mich das Klischee pur: Der wirre, griesgrämige Beethoven in Perücke. Nicht die Kinder vermitteln verlorengegangene Kultur, sondern in meinen Augen die, die solche Konzepte “hervorragend” finden oder verlangen. Offensichtlich waren die Konzepte früher ganz anders und besser. Man muss sich erst kennenlernen, wie weit man zu gehen bereit ist. Ich bin gespannt, was das Filmteam aus Tokio daraus gemacht hat.

Klautern und Saarbrücken… Leider hatte ich keine Zeit, die Orgeln in Kaiserslautern kennenzulernen. Aber vom Hotel SAKS am Stiftsplatz aus konnte ich oben im schönen Spa-Bereich in der verglasten Dach-Sauna die Stiftskirche und die kleine Skyline der Stadt sehen als warmen Kontrapunkt zur Kälte der Kirche. Ob es stimmt, dass katholische Kirchen um zwei Grad kälter sind als evangelische Kirchen? Christkönig war kalt, die Basilika jedoch angenehm warm. Es ist interessant, mit anderen Organisten und Musikern über PR zu reden. Das Frühstück im Hotel Leidinger Saarbrücken fand ich übrigens viel besser als im SAKS Kaiserslautern, dafür haben die einen Spa-Bereich.

Ich habe die flockigen, flauschigen Flöten der Schuke-Walcker-Orgel noch im Ohr, wie Kolibris, dazu die klagenden, sanften Zungen, die blubbernden Solostimmen, waldromantisch, die tiefen Stimmen ehrwürdig und gutmütig, die gelassenen und ausgelassenen Prinzipale, elegische Streicher, die wie in einer Gondel schweben. Tapsige Klänge, Pfeiler-Klänge, Signalfarben, bewegliche, durchdringende und strahlende Klänge, alles verbunden.

Sehr empfehlen kann ich den Zoo Saarbrücken. Da es Mittagszeit war, konnte ich die Fütterungen der Pinguine, der Schlangen, der Seehunde und der Giraffen beobachten. Sehr gefiel mir das Tier “Das wandelnde Blatt”. So etwas habe ich noch nie gesehen. Es fraß. So auch die Lisztaffen mit ihren empörten Gesichtchen. Sehr eindrücklich war meine Begegnung mit einer Giraffendame. So nah war ich noch nie an einer Giraffe. Sie betrachtete mich neugierig, verdutzt und schüchtern mit ihren warmen, mandelförmigen, riesigen, dunklen Augen. Nur ein schmales Gatter war zwischen uns. Ich war aus Versehen auf einen verbotenen Weg abgebogen.

Mir gefielen auch die Heu kauenden Tapire. Der ganze Zoo futterte. Natürlich war ich auch im Streichelzoo bei den Ziegen, auch wenn gewisse männliche Zungen fragten, ob dies ein “Verwandtenbesuch” sei, und “so eine Spezies wie mich hätten sie noch nicht angetroffen”. Die tanzenden Seehunde und schnatternden Pinguine gefielen mir.

Ich muss meine Meinung von Frauen und Männern etwas revidieren. Frauen sind zwar weniger bedrohlich, aber sie können genauso gemein sein, so dass das Ergebnis recht identisch ist. Das Problem ist, dass sehr viele Frauen nicht wie Männer zusammenhalten. Es ist zu wenig Zusammenhalt unter Frauen da, sondern das ewige Kreisen um den Mann. Viele Frauen tendieren im Ernstfall dazu, sich an Männer zu halten. Frauen trauen Frauen nicht. Wie fatal. Es sind die Hormone, die Frauen vorgaukeln, bei Männern sicherer zu sein. Frauen agieren aktiv hintenrum gegen andere Frauen. Männer lügen meist aus Feigheit und Bequemlichkeit, aber Frauen lügen aus Angst, weil sie sich an die Welt der Männer anpassen und diesen gefallen wollen. Das Ergebnis ist leider gleich schlecht. Vernunft und Erkenntnis können über Hormone siegen. Höfliche, nette, schmeichelnde, charmante Männer bieten genauso wenig Sicherheit wie arrogante, abstoßende, gefährliche. Wie lange missbilligen Frauen sich gegenseitig noch immer aufgrund von Illusionen?

Ich mag die Orchesterwerke von Genzmer.

Nicht sonderlich empfehlen kann ich den Roman “Jesus liebt mich”. Er ist zwar lustig auf den ersten 20 bis 30 Seiten, flacht dann aber aus meiner Sicht sehr ab und wird dümmlich. Außerdem hat das Buch so eindeutig ein Mann aus der Pseudo-Sicht einer Frau geschrieben, dass ich mich überhaupt nicht identifizieren kann. Vielleicht wären Frauen aber gern so cool wie dargestellt…

SWR-Studio Kaiserslautern

25. Januar 2020

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Wo man am meisten fühlt, weiß man am wenigsten zu sagen. (Annette von Droste-Hülshoff)

Die nächsten Konzerte in Kaiserslautern geschafft: Die Akustik ist trocken, der Flügel im SWR- Studio anders als im Sendesaal Saarbrücken, vor allem motorisch, aber auch vom Klang. Die Lichttechnik ist ohne mich abgesprochen, so tanzten blaue und gelbe Flecken und deren Schatten auf meinen Tasten. Im winzigen Solistenzimmer gibt es kein Sofa, so habe ich mich zum Ausruhen auf den Tisch gelegt. Das Dirigentenzimmer ist im Vergleich dazu eine Suite.

Die Kinder im Publikum waren aufmerksam. Hinterher versammelten sie sich spontan um den Flügel und spielten mir etwas vor, wollten ein Autogramm haben, einige erzählten mir, wie lange sie schon Klavier spielen “und Keyboard” oder dass sie anfangen möchten. Dort entstand endlich Kontakt. Ich frage mich, ob man mit Shows dieser Art Kinder wirklich erreicht, da sie doch weit weg sind. Es ist aus meiner Sicht zu wenig persönlicher Kontakt da, dafür viel Zirkus, den die Kids ja ohnehin schon im Alltag haben. Die Musik selbst tritt zu sehr in den Hintergrund, als Hintergrundsmusik zur Pantomime.

Sie lernen, dass Bratschen “Bratschomaten” und Geigen “Geigomaten” heißen, und dass Beethoven “Frauen liebte und unordentlich war” und zu Symphonien beliebige Texte und Storys aufgrund von Klischees. Inwiefern das wirklich dazu führt, sich dieser Musik zu nähern?

Hinterher habe ich die größte Orgel in Saarbrücken gespielt, die viermanualige Johannes-Klais-Orgel mit 77 Registern in Christkönig. Die große Orgel hat einen versteckten Contra-32-Fuß oben rechts und ein imaginäres fünftes Manual, also Register, die zu einem gewünschten Manual gezogen werden. Sie ist cremig weich auch im Tutti und sehr schön für Mozarts Fantasien f-Moll. Es ist angenehm, dort vier Stunden zu sitzen und in der nächtlichen Stille, von Kerzen umgeben, Musik zu machen. Was ist das, Musik zu machen? Mit Entertainment wird man diese Liebe zur Musik nicht erreichen. Sie entsteht aus Begegnung.

Sie muss echt sein. Was nützt es, “alle Menschen werden Brüder” (und Schwestern) aus der 9. Symphonie zu singen, aber hinter der Bühne wird etwas ganz anderes gelebt? Daher darf diese Begegnung nicht mit Entertainment verknüpft werden, denn die wird nur blass bleiben, da zählen nur Leistung, Hierarchie, Geld und Tratsch.

Für eine echte Begegnung darf man nicht nur von Heiligtum singen, es muss auch etwas Heiliges da sein, Raum, Liebe.

Musik und Liebe sind so eng miteinander verknüpft, merke ich, wenn es wirklich Impact haben soll. Aber heute wird Musik in diesen Häusern mit Ruhm und Angst verknüpft, jeder denkt nur an seinen Namen und an seinen Job, den er nicht verlieren will, und wenn das Team neu ist, geht es jedem nur um sich selbst und um seinen Marktwert. Es geht dann nicht um Liebe und Musik, es ist nur ein Überlebenskampf. Warum sollte das schmackhaft gemacht werden oder schmackhaft sein?

In Musik geht es um Schönheit. Hinter der Bühne war es meist hässlich. Nach außen hin Solistin, aber hinter der Bühne, wieviel wert?

Schuke-Walcker Völklingen/Saar

13. Januar 2020

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Musik tröstet.

Meine Seele weigerte sich, getröstet zu werden.

(Psalm 77)

Schmerz hat tiefe Wurzeln. Musik ist Lebendigkeit und Handwerk.

Ja, ich muss oft bei Musik aufseufzen, als würde durch sie Sauerstoff und Entspannung in mich kommen.

Das Hin-und Her-Wechseln von Orgelspiel und Klavierspiel ist mehr als Switchen.

Denn: Staccato, Non Legato, Legato, Anschlag, Rubato, Tempo – alles ist anders.

Was denkt wohl Bach über den französisch interpretierten Bach von Latry und Dupre und Widor? Manche Deutsche mögen diesen französischen Bach lieber und nennen ihn… sensibler. Andere sagen, dass man diese Interpretationen einem Star wie Latry verzeihen müsse, aus Respekt.

Selbst bei Bachs Musik hört es also nicht auf mit Show und Business. Geht es um Spektakuläres aus menschlicher Sicht? Mehr um Future als um Bach?  Aber wer weiß schon, was Bach dazu sagen würde. In Latrys Bach höre ich mehr Latry als Bach. Und in Widors Bach nur Widor, der aus Bachs Tränenstücke Triumphstücke macht. Wäre Bach sonst zu… langweilig?

Musikantentum und Dilettantismus. Oder positiv ausgedrückt: Bach bearbeitet.

Katholischer Bach. Klingt nicht immer so. Was ist ein Superstar an der Orgel? Spielen nicht alle Pianisten auswendig? Was ist an einer Vierne 6. Symphonie schwerer oder besser als an einer Chopin-Sonate…?

Wenn man Bachs Leben mit dem von Vierne und Dupre vergleicht, Viernes inszenierten Tod oder Selbstmord, seine Feindschaft mit Dupre, Neid, Wut, Eifersucht… Hier erscheint mir “das Katholische an hoher Stelle” Bach-fremd.

Im Latry-Kurs waren wir Evangelischen die Evangolen. (Das habe ich ja auch noch nie gehört.) Meine Freunde sind dennoch oft Katholen.

Heute las ich die Kunst des Sterbens – über Geheimnis, Schweigen, Begegnung, über Scheingeborgenheit (Verwöhnung), “Magentypen” und Symptome, jedoch keinerlei Antworten auf die Ewigkeit.

Schlimm finde ich, dass in dem Buch Auf der Tonleiter zum Himmel. Anekdoten zur Musik (benno-Verlag) nur Männer-Sprüche zu lesen sind, als hätten Musikerinnen zum Thema Musik nichts zu sagen, ja, als gäbe es gar keine Musikerinnen. Dies ist eine Tonleiter des Sexismus direkt in die Hölle.

Dass es heute noch immer solch “normale Diskriminierung” gibt!

Manchmal schaue ich auch gern romantische Liebesfilme wie The Best of me. In all diesen Filmen gibt es immer einen Plan, nichts ist Zufall, alles geführt, genau das, was ich im wirklichen Leben so vermisse. Es ist in diesen Filmen wie früher als Kind, als ich mir Geschichten ausgedacht und alle Figuren geführt habe.

 

6. Januar 2020

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Jeden Augenblick

Eigentlich ist jeder Tag wie eine große Schlacht, mit einigen Lichtblicken. (Franziska zu Reventlow)

Feiertag. Auch bei der Orgel spielt der Klang-Fingersatz eine Rolle so wie am Klavier, nur dass hier der Fingersatz danach gewählt wird, wie man aus der Taste herausgeht, nicht hinein wie am Flügel. Heute den ganzen Tag Beethoven am Steinway geübt, nun Musik an der Orgel. Ich bereue die Orgel nicht, sie hat meinen musikalischen Horizont erheblich erweitert. Wer immer den Tag des geringsten Anfangs verachtet hat, wird doch mit Freuden den Schlussstein sehen. (Sacharja 4,10)

iTunes Ann-Helena Schlüter

Ich lese Aspekte der Orgelbewegung. Wen dürfte es wundern, dass alle vierzehn Autoren Männer sind? Ich frage mich, wieviele Frauen es in den “Orgelgesellschaften” Deutschlands gibt. Weltweit sieht es besser aus. What is wrong with Germany?

In der Presse war heute wieder vom Männerhass auf mächtige Frauen zu lesen. Dabei reicht es zum Hass schon aus, wenn Frauen ehrgeizig und begabt sind, das ist für viele schon zu gefährlich. Nach dem Motto: auf dass diese nicht mächtig werden. Wahrscheinlich, weil viele Männer ihre Macht missbrauchen. Diese denken, Frauen würden in einer Machtposition genauso ihre Macht missbrauchen wie sie selbst. Aber Frauen sind nicht wie Männer. Mehr Macht von Frauen würde der Welt gut tun. Zumindest sollten sie eine reale Chance haben.

Ich mag den Jazz-Song Confirmation von Charlie Parker. Ob ich dieses Jahr durchhalte, jeden Tag zu schreiben?

Musikvermittlungskonzerte, Familienkonzerte, Schülerkonzerte und My Playlist Beethoven mit der Deutschen Radio Philharmonie unter Azis Sadikovic 2020:

  

ARD-Musikwoche 2020 Ann-Helena Schlüter

Mittwoch 22.1. um 9.30 und 11.30 Großer Sendesaal, Funkhaus Halberg Saarbrücken, u.a. Beethoven Klavierkonzert Nr. 3 (Moderation Ingrid Hausl)

Donnerstag 23.1. um 9:00 und 11:00 Großer Sendesaal, Funkhaus Halberg Saarbrücken, u.a. Beethoven Klavierkonzert Nr. 3 (Moderation Roland Kunz)

Freitag 24.1. um 9:30 und 11:30 SWR Studio Kaiserslautern, Emmerich-Smola-Saal, u.a. Beethoven Klavierkonzert Nr. 3

Samstag 25.1. um 16 Uhr Familienkonzert My Playlist Beethoven,SWR Studio Kaiserslautern, Emmerich-Smola-Saal, u.a. Beethoven Klavierkonzert Nr. 3

Sonntag 26.1. um 11 Uhr Familienkonzert My Playlist Beethoven, ARD Musik-Woche 2020, Großer Sendesaal, Funkhaus Halberg Saarbrücken, u.a. Beethoven Klavierkonzert Nr. 3 

1. Januar 2020

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Gesegnetes neues Jahr und 2020!

Manche wollen mir erzählen, die Ehe-Frau “sei eine Hilfe für den Mann” und wollen mir das Dienen und Helfen zu ihren Gunsten auch noch so schmackhaft wie möglich machen. Wenn ich ihnen dann sage, dass Frauen genauso viel Hilfe von Männern brauchen, schauen sie mich an, als hätten sie das noch nie gehört. Ja, gerade die begabten Frauen brauchen richtig viel Hilfe!

Ach, die arme Frau der Kirche. Ich hoffe, sie lässt sich von niemandem veräppeln.

Die Kennzeichen einer Bewegung seien Protest, Wertefixierung und normativer Anspruch, schreibt Eggebrecht. Das heisst, es gibt schon seit Anbeginn der Zeit eine Männerbewegung lange vor der Frauenbewegung. Die Frauenbewegung ist nur ein Protest zur Männerbewegung.

Sicher, die Frau hat die Frucht zuerst genommen, sie ist sicher gewiefter (wie sollte es auch anders sein). Aber deswegen die Frau zu unterdrücken wird nun gar keine Frucht bringen!

29. Dezember 2019

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Ungleiche Wesen gleich zu behandeln ist nicht Gerechtigkeit, sondern Gleichmacherei.

Die Orgelbewegung Teil 2

“Der Endzweck der Musica  sei darum die Ehre Gottes, die Anreizung zur Tugend und eine zulässige Ergötzung des Gemüts.” (Andreas Werckmeister 1686)

Natürlich geht/ging es wie bei allen musikalischen Bewegungen um Klangschönheit und in der Orgelbewegung auch um Tugend. Diese Bewegung zerstörte jedoch in dem “Wahn”, nur noch den Verfall und die Entartung der Musik des 19. Jahrhunderts zu sehen, viele wertvolle Orgeln. Und zwar Orgeln, die keineswegs Fabrikorgeln waren. Aus unerklärlichem Grund war diese Bewegung und ihre Anhänger gegen die singende und gefühlvolle Orgel. Als wäre die sogenannte Alte Musik oder gar Bachs Musik nicht singend und gefühlvoll. Bach hat doch sein Leben lang gesungen von frühester Kindheit an.

Hier ist etwas so missverstanden worden, dass ich mich frage, ob künstlerische Menschen hinter der Orgelbewegung standen oder eben das herkömmliche Patriarchat der Kontrolle und der sogenannten “Kirchenmusik”, gegen die schon Bach aufbegehrte. J.S., der stets neue Orgeln schätzte, muss sich bei der Orgelbewegung im Grabe umdrehen.

Ich kann doch die Symphonieorgel und auch die alten historischen Orgeln sehr schätzen. Warum sollte ich gegen Streicherklang oder Hochdruckregister protestieren? Solange eine Orgel ein wunderschönes Plenum hat, warme Prinzipale, Grundtönigkeit, Tiefe und brillante Flöten, darf sie doch auch Streicher und Koppeln und viele Register haben. Natürlich sind die alten Orgeln anders, aber deswegen müssen und dürfen diese nicht verkannt oder abgewehrt werden.

Es mag genug Organisten geben, die nur dicke Gegenwarts-Orgeln mögen, aber doch nur, weil sie überfordert wären, an historischen (kleinen) Orgeln ohne Kombinationen, Setzern, Lärm und Koppeln schön zu spielen. Es gibt leider zu viele Organisten, die historische, feine Orgeln gar nicht kennen. Die 18 Jahre lang nur ihre eigene (große) kennen. Oder die tatsächlich nur an Apparat und Technik denken. Jedoch auch die brillanten Saalorgeln ächzen doch nicht dahin, wenn sie man gut spielt?

Zu denken, dass in Alter Musik oder Barockmusik alles gleich und gleich gültig sei, als ob nicht schon Händel ganz und gar anders war als Bach menschlich, geistlich und musikalisch…

Kein Wunder, dass eine Art “Parisbewegung” als Gegenbewegung entstanden ist, da die eigenen schönen (romantischen) Orgeln in Deutschland nicht erkannt und gefeiert wurden: Süddeutschland, Walcker, Ruhrgebiet… nur noch französisch, französisch…

Empfehlen kann ich heute Der Weg zum Wesentlichen von Covey über Zeitmanagement. Gerade bei vielen Talenten ist dieses Buch sehr gut, damit man sich nicht verzettelt. 

19. Dezember 2019

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Musikalischer Impuls 12:

Mozart und Bach

Der Applaus hilft oft nicht weiter, sondern nur noch die Stille in unserem Herzen. 

Wichtig ist es, respektvolle und kluge Mentoren, Begleiter und Supervisoren zu haben, jedoch auch, den eigenen Weg zu finden und zu gehen, nicht auf andere zu hören. Hier die richtige Balance im Leben zu finden, ist nicht leicht, denn beides ist notwendig. Und im geschützten Raum lernen und Fehler machen, Schwächen zeigen zu dürfen. Jeder kommt aus einem anderen Hintergrund. Das Spannende ist gerade der Lernprozess: Erst ist Null, dann Eins, dann Zwei, dann wieder Null, dann Zweieinhalb usw. Was gibst es Spannenderes als das durchzustehen?

Man muss nie aufhören zu lernen. Wir lernen nicht nur für die hundert Jahre hier auf der Erde. Wir lernen für die Ewigkeit. Wir lernen nicht für Geld. Geld wiegt kein Lernen auf. Wir lernen auch nicht, um aufzuhören, zu lernen. 

Ich freue mich auf die Beethoven-Konzerte “Jänner” mit dem Wiener Dirigenten Azis. Und Mozart und Bach an der Orgel

J.S. Bach lief nicht der Mode nach. Man kann die Mode sowieso nicht einholen. Im Gegenteil, Bach wartete, bis die Mode ihn einholte. Es gibt ja geradezu einen Bach-Hype hier und da. Man kann an Mozarts Leben den gravierenden Unterschied zu Bach sehen: Der eine, J.S., auf sich gestellt, allein, auf Gott geworfen, ohne besondere Anerkennung, wachsend in der Stille bis zur Reife; der andere, Amadé, von seinem Vater prostituiert und verwirrt, auf Anerkennung geeicht, auf Mode, Geld, Geschmack, Seifenblasen und bis zum Schluss auf Gefallen bei Menschen und Vorgesetzten; immer auf der Straße. Bach wollte Gott gefallen; Mozart seinem Vater und dem verwöhnten Adel und deren Wunsch nach Zerstreuung. Mozart spielte nach den Spielregeln anderer, hat an die Gesellschaft, dem Vorteil und an Menschen seine Seele verkauft. Bach war kein Balancekünstler. 

Dies alles ist auch in der Musik. Dennoch liebe ich beide Musik. Helle hohe Musik. Besonders am Ende des Lebens beider Künstler ist gut zu erkennen, wem sie dienten. Manchmal ist unmöglich, beiden “Herren” gleichzeitig zu dienen: Menschen und Gott.  

Beethoven, Mozart, Bach. Diese drei gerade in meinem Leben.