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11. Mai 2021

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Musik ist Literatur, Sprache, Farbe und Gefühl. Jede Note trägt eine Botschaft. (AHS)

Ich durfte heute die große schöne Ladegast-Orgel in der wunderbaren Marienkirche Weißenfels kennenlernen. Sie wird von Eule restauriert für ca. 600.000 €. Der nette Mitarbeiter hatte alles Werkzeug auf langen Bänken aufgebahrt. Früher war die Orgel weiß, die Pfeifen aus Zink. Nun ist die Orgel braun, die Pfeifen aus Zinn-Blei. Völlig neues wunderschönes Pedal. Drei Manuale aus Elfenbein, wie die Tasten eines Flügels. Mensur und Disposition von Ladegast. Einige Register sind noch da. Die Orgel war lange nicht da gewesen und lag zunächst wie ein Marienkäfer auf dem Rücken. Nun ist sie zwar noch eingerüstet, aber schon fast fertig. Sie ist ein Geheimnis und wurde noch nicht von vielen gesehen. Sie wird ein Wunderwerk. Rechts ist der steile Schweller in der Ecke, der mich an meinen Vespa-Spiegel erinnert.

Ich bin stolz, dass ich sie schon jetzt gesehen habe. Die typischen Königsspitzen ragten in den Himmel. Nur der Turm muss dringend gemacht werden. Und was ich Wundervolles erfuhr: Endlich endlich wird Buttstädt gemacht, die einmalige Orgel dort!

Anschließend besuchten wir die kleine Ladegast in St. Laurentius. Sie ist schon fertig restauriert und einfach perfekt. Sie musste einen langen steinigen Weg gehen bis zu ihrer Restaurierung. Zweimal verstarb kurzfristig eine wichtige verantwortliche Person, was stets zu finanziellen Engpässen führte. Doch nun: Ihre drei Königsspitzen leuchten nun. Die kleine Kirche ist ein Orgelmuseum. Ein Ladegastmuseum. Ich bin dankbar, dass wir durch die Vordertür hineindurften und nicht von hinten durch das Seniorenheim. Denn dann hätten wir einen Test machen müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass mir jemand Stäbchen in die Kehle schiebt. Ich weiß nicht, ob ich es für Ladegast geschafft hätte. Ich bekomme ja schon beim Zahnarzt einen Würgereiz. Meine Zunge ist extrem empfindlich und wölbt sich sofort auf. Es wäre sonst ein Drama geworden. So aber war alles in Ordnung. Ich durfte die Orgel spielen, noch bevor es ein Eröffnungskonzert gab. Ich liebte es.

Nun bin ich wieder zuhause.

Dies verbindet meine Werke und Kompositionen: der schwedische Teil, das Luftige, Harrende, Wilde, und der deutsche Teil in mir, das Genaue, Starke. Der schwedische Traum und der deutsche. Mit meinen Kompositionen habe ich die Stimmung Schwedens eingefangen, Weite, Ruhe, Seen, nordische Melancholie. Meine Mutter kommt aus Småland, Südschweden, Jönköping, Vättern-See – aus dem Astrid-Lindgren-Schweden. Schon als Kind war ich oft dort, im Herbst, auch zu Weihnachten. Es gab so viel Schnee, dass wir kaum aus dem Haus kamen.

Die dunklen Wälder und Seen, die singende Sprache Schwedens, die lange frühe Dunkelheit im Winter, die unschuldig verspielten Beerensommer und ihre Farben und Sehnsucht – nach einerseits Freiheit, andererseits Geborgenheit. Meine pianistischen Fähigkeiten und Klangvorstellungen vom Flügel her sind auch in meinen Orgelwerken eingefangen und aufgefangen. Das virtuose Moment und Herausforderung kommen nicht zu kurz.

10. Mai 2021

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Schnee wiederzugeben, wie klingt er? Wie klingt Sehnsucht? Licht, Schmerz, helle und dunkle Sehnsucht und Stille, wie ausgedrückt? (AHS)

Heute waren wir in Weißenfels in Sachsen-Anhalt. Sachsen-Anhalt ist zwar ein unkünstlerischer Name. Aber die Gegend ist eine WUCHT. Ich liebe Ostdeutschland. Alles. Was für eine wunderschöne Stadt, eine Stadt Bachs, Telemanns, Händels, Ladegasts, Schützs. Ich liebe vor allem Bach und Schütz. Händel ist nicht so meine Welt, war er noch nie.

Wunderschönes  Wetter. Einen solch blauen Himmel gibt es nur im Mai, solch ein Grün, ein Rosa der Kirschbäume, solch ein Gelb, solch glitzernde Farben, und ich liebe es vor allem, wenn an gestutzten, kahlen Bäumen dicke Knospen aufbrechen. Und die Vögel singen, und alles ist leer und frei, das schätze ich besonders bei Reisen in Coronazeiten, man hat alles für sich, es gibt keine Touristen, keinen Lärm. Nur Vögel, Sonne, Himmel und Duft des Frühlings. Heute war der erste warme Tag im Jahr. Und ich habe mir gleich einen Sonnenbrand geholt und es nicht mal gemerkt. Die uralte evangelische Marienkirche 1465 ist genau nach meinem Geschmack, solche Kirchen liebe ich, spätgotisch, ein helles Schmuckstück mit weißem Turm und dunklem Dach, und genau in dieser Gasse an der Kirche vorbei zum Markt, wo auch das Rathaus steht, lief Schütz, der hier seinen Lebensabend verbrachte, lief Bach. Leider wird die Ladegastorgel noch restauriert. Wir besuchten das Schütz-Haus, die Jüdenstrasse, die weiße Schlosskirche. Rechts ist das besondere Latrinenhaus, und durch den Torborgen tritt man in das Schloss Augustusburg, zunächst in den Schlosshof. Versteckt und in das Schloss integriert ist die Kirche, wunderschön verziert mit Terracotta und Apfelgrün, frühbarock, alles erhalten wie damals. Auf der dritten Empore steht oben die schöne kleine Christian-Förner-Orgel mit zwei Manualen. Das Gehäuse ist noch genau erhalten wie damals, jedoch innen ist es nun eine moderne, elektro-pneumatische Voigt-Orgel mit Compressor, was ein wenig schade ist. Doch die Klänge sind dennoch sehr schön. Ich durfte sie spielen.

Wir nahmen am evangelischen Rogate-Gottesdienst mit Abendmahl teil. Ich war die erste, die vorging und kannte das Ritual dort nicht. Der Pfarrer legte nur bei mir segnend die Hand auf den Kopf. Die Decke ist voll Engel, der Altar geschmückt. Draußen: ein Schild angebracht, dass Johann Sebastian Bach sich um die Orgel kümmerte, und dazu steht, er sei der bedeutendste Musiker des 18. Jahrhunderts. Das ist falsch. Er ist der bedeutendste Musiker überhaupt. Das Schild muss dringend geändert werden.
Wir liefen an Novalis’ Haus vorbei, durch den Stadtpark mit seinen alten Gräbern und schönen Bäumen, an dem Musikerbrunnen in der Jüdenstraße, an dem ich mit Bach und seinen Kollegen vierhändig spielte. Dort, wo Ladegasts Wohnhaus stand, ist leider kein Schild angebracht. Das ist eine Schande. Es wird immer wieder vergessen, dass es Orgelbauer gibt, die absolut geniale KÜNSTLER waren/sind; es ist mehr als nur ein Kunsthandwerk. Dann besuchten wir die kleine Laurentiuskirche, die ebenfalls eine Ladegast-Orgel besitzt. (Wir lagen später auf der Wiese mit Spargel und Wein, und ich holte mir endgültig einen Sonnenbrand.) Wir fuhren nach Heidelberg.

Das Konzert heute wurde verlegt auf Ende Mai.

Mir kommt es so vor: Je kleiner eine Orgel von unten, desto größer wirkt sie oben. Je größer eine Orgel von unten, desto zerbrechlicher oben.

27. April 2021

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Wie man mit Komplexem umgeht, das sagt aus, wer man ist. (AHS)

Interdisziplinäres Arbeiten gehört für mich dazu, Literatur und Musik, Malerei und Musik, Wissenschaft, Forschung und Musik miteinander zu verbinden.

Wie man mit dem Komplexen umgeht, beispielsweise Bachs Musik oder Menschen, sagt aus, wer man ist. 

Weiter Privatissima zu meiner Dissertation ist gut gelaufen mit Handouts und PP (Power Point Präsentation) via Zoom. Ich habe ein komplexes Forschungsdesign, daher muss ich schriftliche und mündliche Befragung gut auseinander halten (Datenarten, Einzelmessinstrumente quan und qual). Forschung ist präzise, ästhetisch, transparent und genau, man legt alles offen, dezidiert erklärt, bildet alle Zwischenschritte ab, dröselt auf, damit es deutlich, linear und nachvollziehbar wird. Diese Expertise ist eine Welt für sich und viel Arbeit. Man muss eine Stringenz aufbauen, die State of the Art abbilden, gendern, Daten aufeinander beziehen, definieren… Nichts darf diffus bleiben. Man kann sich vorstellen, dass man sonst einen brennenden Wald nicht mit einem Wassereimer löschen kann. 

Heute las ich in einem altmodischen christlichen Buch von Paul Tournier: „Es scheint mir, dass die Frau nie glücklicher ist, als wenn sie sich einem Mann widmet.“ Ich frage mich, in welcher Welt diese Männer leben. Weiter: Die Frau hätte eine „natürliche Ergebenheit“, die von Männern ausgenutzt wird.

Nein: Eine Ergebenheit haben Kids ihren Eltern gegenüber. Aber dann werden viele erwachsen.
Einige Frauen lassen sich leider (bewusst) ausnutzen. „Die Frau“ gibt es jedoch nicht.

Meine schwarze, indische Akupressurmatte Shakti ist angekommen. Sie soll Musikerrücken helfen und ist Bio. Zudem unterstützt sie die unterdrückten indischen Frauen. Sie tut etwas weh. Ich nehme sie mal mit ins Bett. Super ist auch die Black Roll. Und ich trage mein Achtsamkeitsbändchen und lese „Simplify your Life“. Bin auf dem Relax-Trip.

Heute war ich im Selgros einkaufen, habe mir ein schwarzes Modal-Long-Kleid gekauft für Aufnahmen und Spargel, probiere das mal wieder selbst aus. Und Chocomel (Kakau).
Ich bekomme oft frisches Obst und Gemüse von einem befreundeten Landwirt.

Heute habe ich GVL ausgefüllt, die Artsys Page ist etwas anstrengend. Man braucht viel Zeit, vor allem bei vielen Titeln. WordPress mit seinen vielen Updates finde ich auch oft anstrengend.

3. März 2021

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Unmoralisch ist, lebendig tot zu sein, sonnenerloschen, eifrig bemüht, die Sonne auch in anderen auszulöschen. (D.H. Lawrence)

Man merkt in seinen Liebesgeschichten, dass D.H. Lawrence Frauen mag. Das gefällt mir. Es stimmt, dass es Menschen gibt, die die Sonne in anderen auslöschen wollen. Vor allem neidische Konkurrenten; sie lästern, verstoßen gegen das Wettbewerbsrecht und wollen einen ausradieren, als gäbe es Knappheit auf der Welt. Ich bin froh, dass meine Sonnenglut heißer ist als der Neid dieser Männer. Was rate ich hier anderen Frauen? Es ist ok, sich dagegen zu wehren. Es ist ok, darunter zu leiden. Wichtig: Vergeltet Böses nicht mit Bösem. Es ist eine Übung, zu lernen, wie mit Provokationen gut umzugehen ist. Denn was ich mache, wie ich reagiere, das ist das, was wichtig ist, was übrig bleibt, was zählt, was interessant ist. Die anderen zählen nicht. Das wird nicht im Gedächtnis bleiben, sondern vergänglich sein. Es ist dabei wichtig, wenig Emotion für Neider zu haben. Wozu ist man gläubig, wenn nicht genau dann vertrauend, wenn man verfolgt wird, auch wenn es schwer ist?

Konzerte im März wurden verlegt, bei Fragen mich anmailen. Bachfest Arnstadt auf Ende Juli, ich spiele am 29. Juli 2021, die Tickets könnt ihr hierzu schon bestellen und kaufen in Arnstadt, Bachfest.

Primeln gekauft, Sekundeln, Terzeln und Quarteln, alles für den Balkon. Und endlich wieder Massage. Neu auf meiner Webseite: Yoast SEO zum Verbessern der Seiten.

Danke für Eure Bestellungen mit PayPal und Stripe, das klappt ja prima. Heute erinnere ich an die tollen Frauen Annemarie Pieper, Margaret Moth, Indra Nooyi, Kristina Vogel. Bald kommt das Interview im Tableau Musical.

St. Katharinen 22.2.2021

28. Februar 2021

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Probier‘s mal mit Gemütlichkeit. (Balu)

Die Filmmusik von Mogli mag ich sehr, besonders den Männergesang der Geier (Platte Dschungelbuch).

Ich sitze vor der HfMT und denke über Dirigieren nach: Beim Dirigieren zu wissen, man ist sowohl Solistin als auch Dienerin, mit den Musikern im Augenkontakt und auf gleicher Augenhöhe, nicht nur in Verklärung und im Himmel oben (Kinn runter), und dass die rechte Hand wichtig und künstlerisch ist, nicht (nur) die linke (diese gar nicht laut Strauß), dass diese rechte immer Puls gibt, da es Agogik gibt, und die Zwei über der Eins. Großer und weicher Auftakt bei tiefen Streichern. Schultern auch bei Hingabe frei. Trotz Musikalität ruhig.

Eine gute Balance finden zwischen Ruhe (die nicht langweilig, berechnet, berechnend, stumpf ist) und ruhiger, echter, unkontrollierter Leidenschaft in Kontrolle.

Gestern eine sehr schöne Mathis-Orgel kennengelernt.

27. Februar 2021

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Komponieren gehört zum Frausein. (AHS)

Ich sitze vor der Hamburger Musikhochschule und denke über Komponieren nach: Komponieren: Bereits als Kind habe ich komponiert und Gedichte geschrieben. Lyrik und Melodien gehören für mich zusammen. Heute ist es weder in der sogenannten Neuen Musik noch in der Pop-Musik „in“, Melodien zu schreiben. Als gäbe es gar keine neuen Melodien mehr. Das ist die Frage. Und wiederum andere kopieren in endlosen Schleifen Postromantik oder Post-Gregorianik, all das, was bereits als „gutklingend“ abgenommen wurde. Eine weitere Frage aber ist für mich: Was ist gutklingend? Was ist ein „guter“ Klang? Was ist ein neuer Klang? Messiaen ist hier auch ein Vorbild für mich.

Interpretieren und Komponieren gehören für mich zusammen. Das eine geht ohne das andere nicht. Man kann sogar sagen, dass das Interpretieren die Inspiration und die Lehrmeisterin sind. Meine Kompositionslehrerin. Durch sie lerne ich das Handwerkszeug. Viele Komponisten heute sind überhaupt keine interpretierenden Künstler, das finde ich eine fatale Entwicklung. Sie sind keine ausübenden Musiker, sondern Computerlinge, trockene Schreiberlinge. Das war früher nicht so. Und das kann es auch nicht sein. Das ist künstlich, gestellt.

Dann schreibe ich, was mich bewegt. Dass ich meine schwedischen Wurzeln in der Musik verarbeite, hört und spürt man in der verträumten Melancholie und in der Weite meiner Musik. So sagen andere.

Meine Ziele und Vorbilder?

Lili Boulanger, Clara Schumann, JS Bach und andere.

Mein Wunsch ist, der neuen Gattung, dem neuen Stil sehr nahe zu kommen, der in mir schlummert, keine strikten Philosophien, sondern impulsive Klanggemälde, keine Kopien von dem, was schon da war. Weg von der Norm, sondern Mut, Risiko und dennoch Schönheit.

Ich beginne mit dem Komponieren, indem ich nach dem stundenlangen Üben in so einem FlOW bin, dass meine eigenen Klänge nach draußen sprudeln. Es ist wie beim Malen: Ich zittere richtig dabei, wenn ich endlich meine Farben auf Leinwand bringe, die sich in mir schon angestaut haben. Es ist diese Kreativität, die mich inspiriert, das Geschenk, das ich erhalten habe. Das Soli Deo Gloria, das treibt und drängt. Der kreative Geist voller Schönheit. Ich kann nicht stoppen. Selbst wenn ich plötzlich ein Stein werden würde, müsste ich noch künstlerisch sein und loben.

Ich komponiere, weil die Klänge, die ich innerlich höre, nach außen in die akustische Welt möchten. Die Farben, die ich höre, sind von meinen Klängen inspiriert. Meist sind es helle, singende, glitzernde Klänge, mal sanft, mal scharf, dann wieder tief-hell oder abgedeckt, wie mit Deckfarbe, mit Weiß. Ich mische die Klänge mit meinen Vorstellungen und Erfahrungen.

Ich liebe es an der Orgel, genau die Register zu verwenden, die sonst fast nie verwendet werden: Waldflöte 2 einzeln, Vogelgeschrei, dumpf vibrierendes Timpani, Rauschpfeife allein im Pedal… Scharff allein im BW – dadurch die Orgel völlig anders erklingen zu lassen. Die weiblichen hellen Farben sind mir hier gerade an der Orgel wichtig, das macht mir Spaß. Gerne drücke ich auch Gefühle und Gedanken in Musik aus: Freude, Furcht, Fanatismus, Feindseligkeit, Feminimus, Fluchtgefühle, Friedlichkeit… Weisheit.

26. Februar 2021

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Musik liegt in der Stille dazwischen. (W.A. Mozart)

Wunderschönes Wetter hier in Hamburg. Die Krokusse blühen. Trotz „Coronazeiten“ an tollen Orgeln konzertieren, spielen und Kollegen live konzertieren hören. Im Michl HH. (Michel) Voller Rettungsringe. Eigentlich ein Vorrecht und Segen.
Was für eine Woche. Und genieße trotz Stress die Extremsituationen, zu sehen, wie ich nun heute mit Musik umgehe, wenn die Anspannung und die Anforderungen groß sind. Denn die Orgel hat mir sehr geholfen, aus dem Artistischen in die Ruhe zu kommen. Das genieße ich sehr. Das ist eine neue Facette in meiner Musikalität. Denn es geht um Berühren, nicht um Beeindrucken. Und die Flentrop-Orgel in Katharinen und die Marcussen-Orgel in Harvestehude haben mir viel beigebracht.

Danach etwas ausspannen, luxuriösen Birnensaft trinken, alte Klassiker-Filme wie Der Name der Rose mit dem kürzlich verstorbenen Connery anschauen, Rotwein. Ein krasser Film. Dieser Film ist eine deutliche Kritik an gottloser Religion, Heuchler und – – ich würde sogar sagen, gegen Macht-Männer allgemein. Eine Kritik, die noch heute gilt. Denn ist nicht auch heute jeder Mensch ein Ketzer, der diese Dinge und Zustände kritisiert? Werden nicht heute andere Scheiterhaufen errichtet, beispielsweise in den sozialen Netzwerken? Aber der Film geht gut aus. So wie auch im realen Leben: Es werden die brennen, die andere zerstören wollen. Man muss also zu Geschichte(n) greifen, wenn man Leuten die Augen öffnen will. 

Ich freue mich auch, dass meine Webseite wie gesagt neu von Saskia Lund (Schwedin wie ich) sehr gut betreut wird, denn eine solch komplexe Website muss stets aktualisiert werden (SEO, Shop, Plugins, Cookies…). Daher war meine Seite am Montag wegen Aktualisierung kurz offline. Sie wird extrem viel besucht.

Flentrop hat eine Neuschöpfung nach historischen Maßstäben in Hamburg geschaffen. 17 Zungen.

Ich mag Flentrop, er hat neben Katharinen auch die schönste Orgel der Welt wunderbar restauriert: Die von Galtus und Germer Hagerbeer gebaute Orgel in Alkmaar Grote Sint Laurenskerk mit den wunderbaren Flügeltüren von Everdingen und dem königlichen Orgelcase von van Campen. 1722 war dann Caspar Schnitger am Werk. 13 Zungen.

Ich mag die delikaten, königlichen Stimmen.

Ich mag sehr das Rugpositief, aber auch das Borstwerk der wunderbaren van Covelensorgel für Sweelinck in der gleichen Kirche. Sehr empfehlen kann ich Pieters DVD zu seinen Orgeln. Walcha hat 1956 Alkmaars Orgeln weltberühmt gemacht, die holländisch-norddeutsche Bachorgel.

St. Katharinen Hamburg, 21.2.21

11. Mai 2020

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Nie vergesse ich deine Güte, und von deiner Treue lebe ich. (Psalm 26,3)

Ich finde das Leben des jüdischen Komponisten Edwin Geist spannend und traurig.

Empfehlen kann ich den Film Das bescheuerte Herz.

Bei Bachs Musik bin ich begeistert, dass er stets den Rahmen sprengen will – mit unglaublicher Kunst und Kraft schafft er es jedoch immer, im Rahmen zu bleiben. Bei Liszt ist es beinahe erstaunlich ähnlich. Trotz seines Schwelgens bleibt er erstaunlich gut “im Rahmen”. Das finde ich entscheidend für Kunst. 

Sehr gern mag ich Eis mit Marzipan-Geschmack. Es heisst natürlich Amadeus. Und Spargel liebe ich. Es ist gar nicht so schwer, es selbst gut zu machen, jetzt, wo man nicht essen gehen kann. Dieses Take-Away ist ja nicht so meins, macht man aber, um die lokalen Geschäfte zu unterstützen.

Mainfrankentheater

10. April

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Es kommt nicht darauf an, erfolgreich und berühmt zu sein, sondern bedeutungsvoll. (Doris Schulte)

Nicht bedeutungslos im Universum, wie manche fürchten.

Gesegneten Karfreitag!

Mit Mozarts Flötenuhr und Reinckens Fuge g-Moll habe ich nun zwei schöne Vierfüßstücke. Mendelssohns vierte Sonate ist insgesamt wie ein Liebeslied.  Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich es interpretiert wird.

Ich habe nun meine ersten Stücke mit elektronischer Musik (Zuspielband) komponiert.

Meinen japanischen Schlitzahorn mag ich gern, Narzissen und Zitronenmelisse leuchten in der Sonne.

2. April 2020

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Das Unwort 2020 ist…

Es ist schade, dass man als Musikerin immer neutral sein muss, dass es MusikerInnen nicht “erlaubt” ist, sich politisch oder überhaupt zu etwas zu äußern, was nicht Musik, Luft und Liebe ist, zumindest nicht negativ, nicht in Frage stellend, nicht kritisierend, nicht anders, nur bejahend. Dabei sind gerade musikalische Menschen sensibel genug, nicht der Masse konform zu sein, sondern zu anderen Schlussfolgerungen zu kommen als das Grand. Ich merke nur immer wieder, dass man es gerade mir als öffentliche Musikerin übel nimmt, wenn ich nicht die Meinung der Masse teile. Dass das manche scheinbar sehr verunsichert. Das darf ich in der Musik, da wird es gestattet, manchmal. Es ist schon schwer, sich außerhalb der Norm in der “Musiker”-Szene zu bewegen, aber gar ein wenig außerhalb der gesellschaftlichen Norm? Immer zurückhaltend sein – manche Menschen sind da Profis drin, knallharte Profis. Aber sie sind auch irgendwie abgestorben. Man sieht es ihnen an. Das spürt man dann auch in der Musik. Absterben möchte ich nicht.

2020. Meinungsfreiheit etc. …. …

Insgesamt unterscheide ich meine Fans mittlerweile so:

  1. Ich habe die klaren Hass-Fans: Sie würden nie etwas liken, im Gegenteil, sie dissliken, stänkern und lästern, “verfolgen” mich dennoch durchaus leidenschaftlich digital.
  2. Ich habe die ambivalenten Hass-Fans, sie dissliken nicht, aber liken auch nicht, “stalken” mich stumm digital.
  3. Ich habe die labilen Fans. Sie lieben mich nur, wenn ich so bin, wie sie mich haben wollen oder wenn die Sonne scheint. Manchmal werden aus labilen Fans ambivalente Hass-Fans.
  4. Ich habe die stabilen Fans. Sie stehen meist immer zu mir; auch dann, wenn andere lästern – es ist eine Art Respekt, Achtung und Grundbewunderung da. Diese ermutigen mich oft sehr, auch in schweren Zeiten.
  5. Ich habe Freunde-Fans, die beides (geworden) sind. Meist andere Musiker, Veranstalter, Freunde, Vorbilder etc.
  6. Ich habe die Freak-Fans, die es übertreiben und mich pausenlos anschreiben.
  7. Und die Nicht-Fans. Das können sogar Familienmitglieder sein.

UND DIE GRÖSSTEN FANS YIPPIEH

Natürlich ist immer die Frage, was “Fans” eigentlich genau sind und ob man solche braucht als Musikerin oder nicht.

Ich könnte zu mir selbst eine Studie erstellen.

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