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Tourblog

Neue Musik, Contemporary Classical Music, zeitgenössische Musik

2023-2019: Kompositionen bei Furore Verlag Kassel, Heinrichshofen,  VerlagLaurentius Musikverlag Frankfurt am Main, Eres Verlag (Edition Eres Horst Schubert), Waldkauz Verlag Remscheid, Edition Stringendo und Intermezzo Verlag Berlin

Komponistin Klavier, Orgel solo, für Chor und Orchester, Orchestermusik, Klavierkonzerte, Lieder, Choräle, Songs und Orgel mit elektronischer Musik

Schlueter-Komponistin-Lichtung-Noten

Chornoten-Hallelujah

Der neue Glaube. Man darf dabei nicht vergessen, dass Martin Luther katholisch war, so wie Jesus jüdisch. Alle Brückenbauer kommen aus dem Alten, kommen aus dem, was zuvor war.

Ich lese von Mörike “Mozart auf der Reise nach Prag.“ Empfehlen kann ich zu Weihnachten auch Jacqueliyn Mitchard: Christmas Present (auf englisch).

Marguerite Yourcenar ist ebenfalls ein Genie, die man kaum kennt: Gebildet durch das Leben: unstet, reisend, Krieg, Flucht, Sprachen, in vielem die erste Frau.

Pferd Ann-Helena Reiten

24. April 2023: Ich muss mich dem hingeben, was mich umgibt, mich vereinigen mit Wolken und Felsen… (Caspar David Friedrich, 1821)

Rokoko Laukhuff Orgel St. Georg Weikersheim

Bin wieder zuhause.

Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des segnenden Christus, der um uns ringt. (Jochen Klepper in seinem Tagebuch, offline damals, kurz vor seinem Tod)

Ein fiktives Konzert: Bernstein, Dvorak, Price

Leonard Bernstein: Three Dance Episodes from “On the town”

Antonin Dvořák: Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll op. 104 B. 191

  1. Allegro
  2. Adagio ma non troppo
  3. Finale. Allegro moderato

Pause

Florence Beatrice Price: Symphonie Nr. 1 e-Moll

  1. Allegro ma non troppo
  2. Largo maestoso
  3. Juba Dance
  4. Finale

Konzert im Konzerthaus Amsterdam am 22. Juli 2023 mit den New York Philharmonikern unter der Leitung von Lydia Tar

Solistin: Camille Thomas (oder noch fiktiver: Jacqueline du Pre, auferstanden)

  Leonard Bernstein: Three Dance Episodes from “On the town” (1945) ca. 10 Minuten

 Der Plot von „On the town“ ist die Geschichte von drei jungen, tanzenden, unerfahrenen Seemännern, die 24 Stunden New York erleben und zum ersten Mal mit dieser mächtigen und spannenden Stadt konfrontiert sind, die ihre Bewohner für völlig selbstverständlich halten. Jedoch diese Seeleute kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus und verführen auch das Publikum zum Staunen über ihre Abenteuer.

Die erste Dance Episode (der erste Satz) heißt Dance oft he great lover. The great lover displays himself. Der romantisch veranlagte Seefahrer Gabey, etwas naiv, aber hartnäckig, ist in der U-Bahn eingeschlafen. All die vielen Eindrücke haben ihn komplett erschöpft. Was gibt es für schöne Frauen in New York! Er träumt, wachend und schlafend, von einer Miss Turnstiles, in die er sich verliebt hat und die er stark durch Tanz und seine Art beeindrucken möchte.

Die zweite Dance Episode (der zweite Satz) lautet Pas de Deux (Lonely Town), in der Gabey beobachtet, wie ein sensibles junges Mädchen im Central Park von einem abgebrühten Seemann verführt und dann wie eine heiße Kartoffel fallengelassen wird. Er ist dadurch sehr nachdenklich und bewegt worden. Die Musik hierzu ist Lonely Town, ein berühmter Song von Bernstein.

Das Finale, die dritte Dance Episode (der dritte Satz) ist Times Square Ballet 1944 (Allegro) mit dem berühmten Ruf „New York, New York! It’s a helluva town!” ist eine feierliche Tanzszene aller Seeleute, die zusammentreffen im Roseland Dance Pallace, um zu feiern. Dieser letzte Satz kann auch separat aufgeführt werden.

Der erste Satz klingt nach einem typischen Bernstein, jazzig, amerikanisch, mit einem Hauch von Ironie und Witz: Voller Bläsersound, große Akkorde, fröhlich, wie ein Bläserjazzorchester, mit untergeordneten Streichern, ein Tanz mit Schlagwerk, Klavier, Synkopen, mit Pfeffer und Sprühkraft. Das Staunen und die Naivität der reisenden, umherstreunenden Seeleute sind in Musik getaucht. Unschuldig, naiv, ironisch und ein bisschen wie die Musik zu Tom und Jerry. Oft im Offbeat, gegen die Eins, so dass man selbst auch ohne Tänzerinnen und Tänzer die Füße beim Zuhören nicht stillhalten kann, sondern mitwippen muss, da die Musik so begeistert und fetzig ist.

Auch im Lonely Town gibt es die typischen Bernstein-Blue-Notes, die allem, auch dem Melancholischen, ein Augenzwinkern geben, ein abwinkendes Lächeln hineinzaubern, wie jemand, der sich selbst nicht ganz ernst nimmt. Mit einem Touch von Filmmusik wiegt uns das Lied in die Entspannung, ein wenig wie die Musik zu Lassie oder erinnernd an Unsere kleine Farm … Helle Flöten und Streicher, mit Anklängen von Rhapsody in Blue, mit abgedeckt hüstelnden Bläsern.

Dann der längste Satz, das eigenständige Finale, der dritte Satz: Bewusst frech quietschende Klarinetten, dazu tiefe Streicher, Bläser und Taktwechsel, fulminant bis zum Schluss, so endet Bernstein sein Werk – nicht ohne einen verführerisch langsam „schlurfenden“ Mittelteil im Swing zu präsentieren, im ruhigen Zweiertakt dirigiert, mit Saxofon… und Streichern, die Töne bewusst anschleifen lassen.

Mit Kastagnetten, Schlaghölzern und Piccolo-Flöte geht es dann schwungvoll weiter und steigert sich mit Streicher- und Bläser-Pizzicato bis zum Höhepunkt, dem Schluss. Denn zwischendurch besitzen diese Tanzeinlagen keinen Höhepunkt in dem Sinn, sondern steigern sich auf den Schluss zu. Dann verpufft die Musik, genauso frech wie sie gekommen ist. Ein fröhlicher Genuss!

Die Welt-Premiere dieses Werkes fand am 3. Februar 1946 im Civic Auditorium in San Francisco, CA statt. Bernstein dirigierte also ein Jahr nach Veröffentlichung sein Werk in den USA selbst.

Viel Vernügen!

Antonin Dvořák: Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll op. 104 B. 191 (1894) ca. 43 Minuten

Das dramatische und beliebte Cellokonzert von Dvořák ist sein letztes Solokonzert, für Antonins Freund Hanus Wihan geschrieben und ihm gewidmet. Das dreiteilige Werk wurde im Mai 1896 uraufgeführt, jedoch mit dem englischen Cellisten Leo Stern in London mit der Royal Philharmonic Society, da der Freund zu viele Veränderungen wollte und sogar wagte, eine Kadenz einzufügen. Der Komponist lehnte die vorgeschlagene Kadenz ab und dirigierte in London selbst, und zwar Stern. Es muss also Streit gegeben haben.

Das Cellokonzert h-moll ist eines der berühmtesten Cellokonzerte überhaupt und gehört zu den wichtigen Werken des Cello-Repertoires. Auch Johannes Brahms soll sehr begeistert gewesen sein, als er die Partitur zum ersten Mal aufschlug.

Fortsetzung folgt.

https://youtu.be/eVH5ddXLM7o

23. April 2023: Ich bin in einem Haus gefangen. (AHS)

Der Kurs Kinderchorleitung war wieder sehr schön: Solmisation, Rhythmusschule, Solfege, Kodaly. Wo Kinder singen, öffnet sich der Himmel. Und abends haben wir schwarze frische Tortelloni, Hot Sanddorn, scharfe Fischsuppe und Salat genossen. Lecker! Leute angeln am Bodden und auf dem Marktplatz ist Kunst aufgebaut. Überall prangt das Symbol Anker. Mit Sonne und Radl ist in Greifswald immer Urlaubsstimmung. Touristen in teuren Windjacken staunen herum.

Ich denke mir manchmal, dass Chorleitung und Orgelspiel doch wenig gemeinsam haben, um zu einem Fach (Kirchenmusik) zu gehören. An der Orgel sitzen gefühlt die Autisten und vor dem Chor soll man plötzlich die extrovertierte Nudel sein? Hmmm. Auf der anderen Seite geht es um Musik und mehr – das hält das Ganze zusammen. ☺️

By the way: Ich empfehle Hindemiths Novelle über Bach.

My Chopin on Street Piano

Arundel Cathedral Orgel, UK, 3 M (HW auf dem zweiten Manual), Richard McVeigh, aufgenommen (Youtube) im Januar 2023 als live-Konzert

Schreiben über Musik: Mozart KV 608

Rezension Mozart KV 608 f-Moll Große Fantasie für eine mechanische (Orgel-) Uhr (1791), ca. 12 Minuten, in drei Sätzen, „Die Große“

Der britische selbständige Konzertorganist Richard McVeigh mit seiner Reihe BEAUTY IN SOUND spielt hier dieses virtuose, komplexe Werk, das als schwierigstes klassisches Orgelwerk gilt.

Wolfgang Amadeus Mozart hat leider keine originalen Orgelwerke geschrieben, was bedeutet, dass seine Werke für mechanische (automatische, weltliche, selbstspielende) Flötenuhren, Uhren, Walzen, Orgelautomaten oder Spielapparate komponiert wurden, und diese Tatsache macht diese Stücke unbequem und schwierig für reale Spielerinnen an der Pfeifen-Orgel, die diese Werke dann oft für sich arrangieren und mit vielen Fingersätzen versehen müssen, damit sie spielbar werden; dies betrifft auch die Mozartwerke KV 594 und KV 616.

Alle drei berühmten Werke, die Joseph Deym-Müller um 1790 in Auftrag gab, die wenigen Werke für Klassik an der Orgel allgemein, abgesehen von u.a. Knecht und Schnitzler, sind mit ihren Trillern, Doppeltrillern, Kadenzen, chromatischen Läufen sehr anspruchsvoll.

Wolfgang gab hier keine Grenzen in der Virtuosität, da er an mechanische Apparate dachte, deren Antriebswerk eine Walze in Rotation versetzte. Zudem ist das originale Manuskript verloren gegangen. Bei Mozarts Werken ist man immer „auf Glatteis“, da man jeden Fehler sofort hört. Mozart selbst war auch Organist und von Orgeln fasziniert.

Dies merkt man an den Kompositionen, besonders am Pedalsatz – ein großer Unterschied zu komponierenden Nicht-Organisten. Dieses Merkmal haben wir bei Werken von Liszt, der kein Organist war. Liszt‘ Werke an der Orgel sind sehr pianistisch. Das sind Mozarts Werke eindeutig nicht.

Richard spielt die romantisch arrangierte Version von Walter Emery, was jedoch dem Werk keinen Abbruch tut.
Die elektropneumatische Orgel von William Hill mit 39 Registern in der katholischen neugotischen Kathedrale in West-Sussex besitzt horizontale Trompeten, die auch in Mozarts Werk verwendet werden.

Richard Mc Veighs Markenzeichen seiner gut besuchten Youtube-Videos sind seine bunten Socken. In diesem Video spielt er nur mit Socken, auf denen sich Saxophone und Frauengesichter befinden, seinem Ipad und einer Apple-Watch. Natürlich ist er ansonsten bekleidet, sogar mit Nadelstreifenanzug und Krawatte, aber er trägt keine Orgelschuhe.

Er wirkt mit seiner in dieser gewissen Weise lässigen Art sympathisch, während er live schwierige Werke interpretiert. Es besteht also ein Unterschied zu vielen deutschen Organisten männlichen Geschlechts, die eher ernst, konservativ und wenig locker rüberkommen im Internet. Auch Richards Youtube-Beschreibungen machen seine lockere Art, die bei deutschen Organisten undenkbar und verpönt zu sein scheinen, deutlich: „But d’ya know what?“ Er ist äußerst produktiv auf Youtube, da er nach eigenen Aussagen Aufnahmen liebt. Er hat sich hier bewusst eine Community aufgebaut.

Die große Akustik der Kathedrale trägt den großen Klang, auch wenn der Organist ein flottes Tempo gewählt hat. Aufgrund des starken Nachhalls von mind. 5 Sekunden Nachhall spielt er viel leggiero und artikuliert, um Luft zwischen den Tönen zu lassen, auch bei Kadenzen. Auch seine Triller sind oft non legato. Mit der Setzeranlage wählt er selbst die Farben. Auffällig ist, dass er sehr „geradeaus“ spielt, straight forward, ohne viel Firlefanz, komplett ohne Rubato und mit viel Drive und Zungenfarbe.

Obwohl das Werk in drei Sätzen gegliedert ist, ist es dennoch auch ein großer, zusammenhängender Satz, der nicht direkt in drei verschiedene Tempi bewusst ausgeschildert ist. Richard spielt die beiden Kopfsätze auch fast in einem Tempo durch, auch den Mittelteil verhältnismäßig rasch, während viele Organistinnen mindestens drei verschiedene Tempi wählen: Allegro moderato, Andante und Allegro.

Der Andante-Mittelteil, der an die manualiter Flötenuhr KV 616 (Andante, F-Dur) erinnert, nur eben in Moll und mit Pedal, wird trotz seiner vielen Praller, Triller, Terzenläufe und Pedallinien von Richard sehr flüssig und emsig gespielt, vielleicht mit einer Spur zu wenig Andacht; ich mag eher verinnerlichte Hände; ein wenig mehr Seufzen; allerdings sind die Flötenfarben und Streicher, die er wählt, zudem verschieden eingestellte Tremulanten, sehr geschmackvoll und delikat.

Bei Mozart ist jede kleinste Verstimmung, vor allem, wenn man mehrere Vierfüße zieht, Gedackt 4, Traversflöte, Spitzflöte 4 beispielsweise, sofort störend. Das orchestrale Denken in der Registrierung und in der Artikulation muß man überzeugend beherrschen, auch was die Stellen der Pizzicato und der Staccati angeht, ohne spitz zu rupfen, Triller ohne Endüberschlag, denn das Werk ist keine Kammermusik, sondern orchestral angelegt.

Wichtig ist hierbei, nicht zu fett zu registrieren, sondern stets edel und schwingend, was Richard gelingt. Die „kleinere“ Fantasie KV 594 ist eher kammermusikalisch angelegt, ein Trauerwerk, für einen Orgelautomaten, jedoch „die Große“ steht unter einem besonders dichten, langen, orchestralen Bogen.

Seine artikulierte Pedaltechnik ist beeindruckend, alles wirkt buchstäblich leichtfüssig und sicher, er spielt mit den Innenkanten, Knie ebenfalls nach innen. Für die Kadenz am Ende des zweiten Satzes hat er allerdings keine eigenen improvisatorischen Ideen, was schade ist; dies schleppt etwas.

Im dritten Satz, der virtuosen Fuga mit Gegenthemen, steigert sich Richard kurzzeitig beinahe in ein Presto, besonders im Stretto-Teil der Coda (Engführung). Sein Anschlag ist weich, aber mit Biss, seine Staccati dicht an der Taste, also kein aktives Staccato, was den Klang weich, rund und voll macht, ohne störende Betonungen. Denn bei der Orgel zählt das Herausgehen aus der Taste und nicht wie beim Klavier das Hineingehen in die Taste. Er lässt die Orgel singen, drückt nicht und würgt sie nicht ab. Unter den Bögen lässt er stets ein decrescendi anklingen, was den Klang ebenfalls abrundet und Phrasen markiert.

22. April 2023: Wenn ich durch eine sehr schöne Gegend gehe, habe ich dasselbe Gefühl, wie wenn ich spiele und alles gut läuft. (Jacqueline du Pre)

Es ist sonnig und windig in Pommern. Spargelzeit. Ich radle am Wasser und singe pausenlos Reubkes Stretto. Der Kinderchorleitungskurs ist super und macht total Spaß. Sehr nette Leiterin und Leute. Danach war ich mit einer lieben Chorleiterin in Wieck essen. Morgen geht es weiter.

Jacqueline du Pre ist One of the best, die beste Musikerin aller Zeiten in meinen Augen und in meinen Ohren. Wenn ich an sie denke, finde ich, dass Barenboim seine Frau und die Musikerin in ihrer schlimmsten Krise zu sehr im Stich ließ. Als ich Barenboim in Salzburg bei den Festspielen erlebte, sass ich in der ersten Reihe und dachte daran und mochte ihn nicht. Er sah mir direkt in die Augen, irritiert.

Man kann Dissonanzen in den Metaphern, im Bildbereich hören, die sich auflösen. Ich liebe die deutsche Sprache; am Flügel bin ich Lyrikerin; wenn ich schreibe, Musikerin. Lyrik ist von jeder Form des sprachlichen Ausdrucks die, die der Musik am nächsten ist, da sie über klare Begrifflichkeit hinausgeht.

 

Eldena

21. April 2023: Ich hielt es für klug, angesichts der zunehmenden Barbarisierung der offiziellen Kulturpolitik durch Schweigen meinen Protest kundzutun. (Alban Berg)

Ich bin wieder in Greifswald angekommen und wohne bei Freunden in Eldena/Wieck. Und es gibt hier noch den warmen Sanddornsaft mit oder ohne Alkohol! Nur noch bis Mai! Eine Wucht!

Wie ihr wisst, bin ich ein Fan von Happy Socks und den Many Mornings-Socken, und hier mag ich besonders (neben den tollen Noten-Socken und den Fuchs-Socken und den Herzen-Socken und den Kirschsocken) „Sweet Panda“: rechts rosa mit Pandabären und links grün mit Palmen. Das sind Low-Short-Socks und sehen in Größe 35-38 süß aus. Von den Happy Socks mag ich besonders die mit den Kreuzen.

https://youtube.com/shorts/QIVPty0n_M0?feature=share

Ich mag Kinderchor. Das ist etwas ganz anderes. Da ich mit Kindern gut zurecht komme, habe ich da ein Händchen für.

Ich glaube, ich bin so was wie ein VD: ein verkställande direktör, so nennt man das im Schwedischen. Meist haben Unternehmer Angestellte. Ich habe ehrenamtliche Helfer, Menschen, die mich in der Kunst unterstützen. Danke! ❤️

Empfehlen kann ich Golden Milk: Kurkuma Chai von YogiTea (auch wenn ich mit Joga nichts am Hut habe) in Milch aufkochen, Espresso oder Kaffee rein – hmmm lecker.

Ich ringe damit, dass Musik nur zum platten Vergnügungsanspruch dient. Das möchte ich nicht. Musik ist zu wichtig. Für viele Menschen ist alles nur natürlich und irdisch. Für mich ist alles geistlich, Befreiung. So wie Werckmeister die Intervalle „befreit“ hat 1681. Auch Intervalle sind spirituell. Man muss trotzdem praktisch, geradezu pragmatisch sein, so wie es auch Bach war, der die Tonsprache des Abendlandes vollkommen gemacht hat. Auch ich muss mich den physikalischen Gesetzen und Schwingungsverhältnissen unterwerfen. Auch wenn ich komponiere und erfinde, so muß ich dennoch konzipieren und planen.

Bach hatte ja auch Unfassbares erlebt: Er wurde von den Leuten eingesperrt, die ihn zuvor vergöttert hatten! Die, die zuerst Halleluja schrien, wurden seine Hater. Auch Bach hatte Hater. Und er erlebte Skuriles: In Dresden wurde er um Geld gebracht und in Weimar zuerst gepriesen und dann erniedrigt und gefangen und gehindert. Das ist das Leben von Künstlern manchmal. Und kaum zu fassen: Bach soll im Gefängnis das WTK aus Langeweile geschrieben haben, so wie Luther die Bibel übersetzt hat in Gefangenschaft! Das ist too much für meine Seele! Aber ich glaube es!

USA

 

Nicht immer harmonisch, mal aus der Alltagssprache, manchmal bewusst a-rhythmisch. Ich schreibe am liebsten beim Üben, um dort neue Wörter, Zusammenhänge und Sinn hinter Worten zu finden.

20. April 2023: Gefällt mir die Welt, ich blick in die Ferne. (Goethe)

Foto: vorvorgestern Konzert in Frechen bei Köln

Ich bin wieder daheim und höre die frisch zu mir gelieferte Deutsche Grammophon CD der Symphonien von Florence Price, der schwarzen afroamerikanischen Komponistin ❤️ Es gefällt mir sehr gut. Melancholisch. Zart. Dazu kann ich gut entspannen, nachdem ich den ganzen Tag Reubke geübt habe. Jetzt habe ich das Stück einigermaßen eingerichtet.

Barcelona Shorts: 


Heute war im Zoom-Meeting zur „Historischen Aufführungspraxis“ das Thema
Gesang bei Rossini und Wagner. Es war interessant. Ich war ja auch schon zu drei Aufführungen im Festspielhaus mit dem Wagner-Stipendium und fand die Akustik des Orchesters wunderbar, wie durch den ersten historischen Verstärker erklungen, bin aber immer gegen Ende der Opern auf dem harten Klappstuhl eingeschlafen. Denn der viele Heldengesang (manche bezeichnen es als Schreien) der Frauen und Männer ist mir nach 3 Stunden zu viel. Wagner ist ja selber im Leben viel gescheitert. Jedoch oder gerade dadurch war er absolut fasziniert von göttlichen Übergestalten und Helden. Ich mag aber lieber den zarten Gesang der Maria Callas. 

In allen Stürmen Video:

18. April 2023: Viele haben kein Talent, zu lieben. (AHS)

Ich lese gern jüdische Geschichten. Und höre den wunderschönen Pergolesi.

Foto: Zeichnung AHS und Martin Perscheid

Stellt euch vor, erst 1956 wurden Frauen in Deutschland erlaubt, ohne Erlaubnis des Ehemannes arbeiten zu gehen und ein eigenes Bankkonto zu haben! Vorher waren sie komplett abhängig. Das ist nicht lange her.
Zu dieser Zeit wurden die Haterfans geboren oder waren schon auf der Welt. So lange ist das also nicht her.
Wie aussergewöhnlich diese bestimmten Menschen, die Frauen sind, aussergewöhnlich in der Zusammensetzung ihrer Gaben, Schwächen, Familienumstände und ihres Seins. Die Künstlerinnen. Ihrer Herkunft und ihrer Förderung, ihres Zerrissenseins, ihrer Hilflosigkeit. Lass mich Teil sein dieses großen Geschehens, Gott. Das Leben vieler Künstler scheint von Tragödien, Stolz und Angriffen gezeichnet zu sein, auch und gerade von Malern und Komponistinnen. Das gibt mir zu denken.

Die Parksituation der Würzburger Innenstadt ist eine Zumutung und Katastrophe geworden durch Tiefbau Stadt Würzburg, die Stadt und deren „Ansprech-Partnern“ u.a. in der sogenannten „Verkehrsüberwachung“, die sich im Internet tatsächlich „Hüter des ruhenden und fließenden Verkehrs“ nennen, in Wirklichkeit aber nur Geld eintreiben und keine Ahnung oder kein Interesse haben von und für die Strassen der Innenstadt und die selbst natürlich kein Auto fahren oder nicht in der Innenstadt leben, sondern irgendwo außerhalb.
Zuständig sind ein Herr Pecher, der für das Geldeintreiben zuständig ist, ein Herr Erich Winkler, eine Hanna Zimmermann und eine schnippische Frau Leonie Müller von der „Verkehrsüberwachung“ am Telefon, die Kunden auslacht und Gespräche per Lautsprecher ins Büro schallen lässt und die von den Innenstadt-Straßen noch nie etwas gehört hat. Zig B-Parkplätze wurden durch Elektro-Ladestationen und teilweise 4 (!) Behinderten-Parkplätze nebeneinander, die nun ständig leer stehen, blockiert und ersetzt, und immer mehr Parkraum für Anwohnerinnen entfernt.
Alte, sinnlos gewordene Parkkreuze, die mindestens 3 Parkplätze auffressen, wurden bis heute nicht entfernt. In solchen Behörden sitzen anonyme Unbekannte, deren Namen man im Internet nicht oder nur schwer findet. Daher meinen sie auch, unbehelligt Macht ausüben und vor sich hin wursteln zu können.


Man kann Dissonanzen in den Metaphern, im Bildbereich hören, die sich auflösen. Ich liebe die deutsche Sprache; am Flügel bin ich Lyrikerin; wenn ich schreibe, Musikerin. Lyrik ist von jeder Form des sprachlichen Ausdrucks die, die der Musik am nächsten ist, da sie über klare Begrifflichkeit hinausgeht. Manchmal ist Lyrik ein Songtext.
Lyrik ist nicht nur weich, höflich und rund, sie kann auch anecken, provozieren, dramatisch, wild, aggressiv sein. Symbolische Stränge ineinander laufend, manchmal heimlich, persönlich, zweideutig, dann wieder in einem balladenhaften, singenden Deutsch mit Rhythmen aus der zeitgenössischen Musik.
Nicht immer harmonisch, mal aus der Alltagssprache, manchmal bewusst a-rhythmisch. Ich schreibe am liebsten beim Klavierspielen, um dort neue Wörter, Zusammenhänge und Sinn hinter Wort zu finden.

Willi Peter Orgel Kulturkirche Alt St. Ulrich Frechen bei Köln

17. April 2023: Alles bringt man heute übers Herz. (Gertrud von le Fort)

Foto: gestern Konzert in Frechen bei Köln

Ich bin wieder daheim und höre Marcello. Im ICE Sprinter las ich Alban Berg und Martha Argerich. Sie war so wunderschön, als sie jung war. Sie ist Mama und Argentinierin.

Es ist so gut, dass ich immer wieder vor Augen geführt bekomme, dass man als Mensch die Wahl hat zwischen Gut und Böse. Ich komme oft parallel, ja zeitgleich mit wundervollen und mit boshaften Menschen in Kontakt. Die einen sind auf der einen Seite und schauen mich geradezu mit Augen von Engeln an. Und dann laufen auf der anderen Seite die Boshaften, wie es in den Psalmen steht, die keine Kosten und Mühen scheuen, boshaft zu sein. Beide sind nah und real und zur selben Zeit im selben Raum.

Die boshaften Menschen sind oft in Gruppen und Mobs unterwegs und fühlen sich dadurch stark und prägen sich gegenseitig in ihrer Bosheit. Es ist ein gutes Zeichen, wenn man nicht zu einem Mob gehört und das auch nicht will, sondern das Eigene macht. Im Endgericht wird die Spreu vom Weizen getrennt. Noch atmen und wachsen wir alle gleichzeitig, Unkraut und edle Pflanzen. Es wird dauern, bis das Böse abgeschnitten wird. Aber es wird. Das Böse wird böse bleiben, darf aber noch leben. Ich sehe das schon jetzt im Leben, denn alles im Leben ist spirituell.

Empfehlen kann ich übrigens „Die Pilgerfahrt nach Lübeck“ von Hans Franck. Eine JSB-Novelle.

Video Reubke in Alt St. Ulrich in Frechen

Wir sind übrigens vor dem Konzert vorgestern in den Hambacher Forst und zum Terra Nova gefahren. Ich sah hinab in die Grube, in das größte Loch Europas. So etwas habe ich noch nicht gesehen, diese riesigen Schaufeln. Die „Grube“ hat mich fast an den Grand Canyon erinnert:

Video: Die Grube in NRW  und „Hambi“

Lyrik überträgt Musik symbolisch auf das Leben. Lyrik empfinde ich als bedingungslose Kreativität, intuitives Denken. Poesie ist wie Musik und berührt sprachlos das Herz. Lyrik ist ursprünglich gesungen, daher ist in Gedichten Klang zu hören: Klanggedichte, lyrische Sonaten. Sie sind Musik.

Ich mag hier auch Agostino Agresta.

Video: Chopin

Agostino Agresta

Der Komponist Agostino Agresta (1598–1617) wurde in seinem Schaffen musikalisch beeinflusst durch Carlo Gesualdo, ein italienischer Komponist (1566-1613) für sakrale Musik und Madrigale, der seine Frau und ihren Liebhaber ermordete. Ein Killer, der Madrigale schrieb!

Agresta wurde erwähnt durch Informationen von Scipione Cerreto, der Agostino Agresta als Komponist betitelte. Agresta ist heute verhältnismäßig unbekannt. Wir wissen nichts über seine Kindheit oder wie und wo er genau geboren oder gestorben ist.

Auch er schrieb sakrale Musik und unbegleitete Madrigale und vor allem ein ganzes, komplett erhaltenes Buch mit Stücken für sechs Stimmen.

Sein Name wird auch genannt bei Giuseppe Ottavio Pitoni (Notitia de’ contrapuntisti e de compositori). Er und sein Bruder Giovanni Antonio, der Musiklehrer und Komponist war, werden bei Cerreto 1601erwähnt.

Von diesem Bruder sind leider keine Werke erhalten geblieben. Von Agostino Agresta jedoch besitzen wir: Madrigali a sei voci. Libro primo (1617), veröffentlicht von Constantino Vitale, gewidmet Don Roderico di Salazar.Bekanntere Werke von Agresta sind: Io mi sento morir (in: Giovanni Vincenzo Macedonio, Il secondo libro de madrigali a cinque voci, Neapel 1606) und Caro dolce ben mio.

Und ich mag Schubert. Ich liebe seine Spätwerke.

Neu: Video: Contemporary Classical Music

 Schubert: Der Hirt auf dem Felsen, D. 965

Der Hirt auf dem Felsen, komponiert 1828 nach Gedichten von Wilhelm Müller („Der Berghirt“ und „Liebesgedanken“) und Karl August Varnhagen von Ense („Romanze“ und „Nächtlicher Schall“), für Gesangsstimme, Klarinette und Klavier, ist Schuberts vorletzte Komposition und eine mehrteilige Gesangsszene.

Die Idee des Werkes  und der Auswahl der Texte und Inhalt hatte die Sopranistin Anna Milder-Hauptmann, mit Schubert befreundet. An sie erinnere ich heute.

Nach einem eleganten Vorspiel im Dialog Klarinette und Klavier erfolgt in B-Dur das fröhliche, strahlende, leicht einfältige Lied als naives Duett zwischen Hirt und Schalmei, bevor der Mittelteil in g-Moll, modulierend über As-Dur, a-Moll nach G-Dur, erfolgt und eher schmerzvoll im Kontrast dazu erklingt.

Es geht um die Klage der Einsamkeit und des Verzichts und des Verlangens, die durch Schubert in unruhigen, rastlosen, schließlich „resignierenden“ Modulationen wiedergegeben werden. Das mehrteilige Lied endet zurück in B-Dur, virtuos und erneut strahlend in einer heilen Welt.

Heute erinnere ich an Julie Salinger-Brann, Frauenrechtlerin, 1863 geboren.

Übrigens, neue Rekordzahlen auf meiner Webseite.

 

Fotos: Peterhof, Moskau, Baltisches Meer, Ägypten

Man kann Dissonanzen in den Metaphern, im Bildbereich hören, die sich auflösen. Ich liebe die deutsche Sprache; am Flügel bin ich Lyrikerin; wenn ich schreibe, Musikerin. Lyrik ist von jeder Form des sprachlichen Ausdrucks die, die der Musik am nächsten ist, da sie über klare Begrifflichkeit hinausgeht. Manchmal ist Lyrik ein Songtext.

Lyrik ist nicht nur weich und rund, sie kann auch anecken, provozieren, dramatisch, wild, aggressiv sein. Symbolische Stränge ineinander laufend, manchmal heimlich, persönlich, zweideutig, dann wieder in einem balladenhaften, singenden Deutsch mit Rhythmen aus der zeitgenössischen Musik.

Nicht immer harmonisch, mal aus der Alltagssprache, manchmal bewusst a-rhythmisch. Ich schreibe am liebsten beim Klavierspielen, um dort neue Wörter, Zusammenhänge und Sinn hinter Wort zu finden.

Fotos: Ägypten