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1. April 2021

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Ich versuche, meine Schlachten weise zu wählen, mich nicht sinnlos zu verausgaben. (Lone Scherfig)

Dänische Regisseurin.

Gründonnerstag 🐓

Am Samstag lerne ich einen wundervollen Organisten kennen und tolle Orgeln, ich freue mich! Und in zwei Wochen ist es so weit: CD ❤️

Sehr empfehlen kann ich die Gedichte von Louise Glück, Averno, Lyriknobelpreis 2020. Gänsehaut! Aber bitte auf Englisch original links lesen – die deutsche Übersetzung rechts ist Katastrophe. Wobei Lyrik schwer zu übersetzen ist.

Ich freue mich auf das Interview in der Zeitung Zeitzeichen. Ich hoffe, der Redakteur wird von Hass-Emails aus dem neidischen Teil der “Kirchenmusikszene” und deren Männer-Semi-Club verschont, so wie meine Verlage und Agenturen Hate-emails bekommen haben. Große Teile dieser Szene sind eher wie ein Kegelclub als wie eine Künstlerszene. 

Ich habe mein erstes Tik Tok Video hochgeladen namens „Luftklavier Chopin“. Lachen verboten! ☺️

Ps: Das Einzige, was das Eierfest Ostern mit dem Evangelium gemeinsam hat, ist der Hahn, der 3x kräht.

Luftklavier: https://vm.tiktok.com/ZMeyvk9ma/

Luftklavier Chopin

16. März 2021

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Welche Musik wirkt auf welchen Menschen zu welchem Zeitpunkt auf welche Weise? (Minkenberg)

Neues schönes Interview im Tableau Musical. Kommt bald. Und bei Zeitzeichen. Heute möchte ich an die nordische Jeanne d’Arc erinnern: Elsa Brandström, Schwedin. Berufstätige Frau, Lebensretterin, Kämpferin.

Habe mich heute bei TikTok angemeldet, weil man mich mehrfach bat, obwohl ich (lebe hinter dem Mond? bin der Mond?) gar nicht weiß, was nun hier der Unterschied zu YouTube ist. Ihr könnt mir hier gern folgen. Unter meinem Namen bin ich dort zu finden. Ihr könnt die ersten Follower sein. Ich denke, ich werde dort ganz andere Dinge hineinstellen, wenn, kurze knackige Handyvideos aus meinem Leben oder anderes. Mal sehen. Etwas Menschliches, nicht nur Leistung.

Würzburgs Dom, am 16.3. 1945 zerstört, zeigt nun viele historische Dokumente. Es ist nett zu sehen, wie die Stadt ganz früher aussah. Ich mag die ernsten, echten Gesichter auf den Fotos.

Hauptwerkorgel mit neuen Reed-Schaltern bestückt. Hierzu braucht es Bohrer, die kleiner als Millimeter bohren können. Das Pedal wurde auch justiert.

Mein Leben als Konzert-Organistin in der Männer-Domäne Orgel ist nicht leicht.

Ich habe mit Heiko gesprochen über Sexismus auch in vielen anderen Branchen, GenderPayGap usw. Er fragte mich nach einer Lösung. Ich weiß zumindest schon, wie sie nicht aussieht. Man kann sich hierbei nicht auf die Hilfe von anderen Frauen verlassen. Noch nicht. Ich denke, dazu muss eine neue Generation frei heranwachsen. Die jetzigen Frauen wollen zu oft Männern gefallen, sehen diese als Autorität, der zu glauben ist.

Auch labile Männer, die anderen nachlaufen, können keine Hilfe sein, im Gegenteil. Sie werden zum Judas, wenn es darauf ankommt, und haben viel zu viel Feigheit, sich gegen einen Mob durchzusetzen. Die Kirchenmusik-Gruppen werden ohnehin zu 80 Prozent von Laien dominiert. Was für eine seltsame Branche. Und dann gibt es dort die, die niemanden hochkommen lassen wollen, der auch nur irgendwie die Chance hat, mehr zu werden als sie selbst.
Gehöre ich zur Lösung? Wegschauen kann keine Lösung sein; ein Feldzug auch nicht. Ich schlage Thesen in meinem Blog an die Kirchentür. Ob sie verstanden werden? Oder wird wie bei Luther ein Bauernkrieg ausbrechen? Ich glaube, Männer werden helfen müssen, eine Lösung zu finden; Männer der Art, wie auch Martin Luther um sich hatte: Wundervolle.
Ich glaube, die Lösung ist: Öffentlichkeit. Solange man nur im Privaten darüber diskutiert, wird sich nichts ändern, da Bewusstsein und Interesse geweckt werden müssen.

30. März 2020

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Federn lassen und dennoch schweben – das ist das Geheimnis des Lebens. (Hilde Domin)

Dem kann ich nur voll zustimmen! Schweben, auch wenn manche Eisenkugel an den Fußgelenken hindern will.

Reger und Mendelssohn. Komponieren. Schreiben. 

Im gelben Anti-Stress-Gedichte-Buch von Herder sind nur Gedichte von Männern (immer den gleichen). Innen Männerbildchen im Sonnnstuhl dazu. Ich empfinde das als Betrug, denn das Buch ist von außen so aufgemacht mit Blumen etc., dass es für Frauen zu sein scheint. Statt einem Mann liegt draußen auf dem Cover ein Pinguin im Sonnenstuhl. Tarnung. Ich bezweifle, dass Männer solche Bücher kaufen. Noch dazu kommen in den Männergedichten Frauen seltsam vor – als “Girls”, “Damen mit Hinterteilen” etc. – ein sexistisches Buch, nett und unschuldig getarnt.  

Steinmeyer Würzburg

16. Februar 2020

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Wir brauchen keine Evolution, sondern Revolution. (Stephen Covey)

Ich glaube auch, dass die Dinge viel mehr Revolution als Evolution sind.

Von John Cage bin ich fasziniert.

Unterwegs zu neuen Konzerten… Ich freue mich auch auf das Klaviermusik-Festival in Wilhelmshaven im Oktober mit Beethoven, Chopin, Schluter. Am selben Tag spiele ich in Fulda im Dom mittags die wunderschöne Orgel.

Empfehlen kann ich den Film Frühlingssinfonie. Grönemeyer spielt Schumann. Sehr gut. Der Film ist recht alt, aber gut. Zwischen den Zeilen ist viel zu lernen über Robert, Clara und ihren Vater, über die Zeit in Leipzig, Deutschland, Franck, Liszt, Mendelssohn, Grillparzer, Beziehungen… mit Vorstellungskraft, Hintergrundwissen und Phantasie. Was waren das für Zeiten gewesen? Wie ist das Leben der Komponisten gewesen?

Aber schon damals gab es aufgeblasene “Meister”, die die Kreativen hindern, Entmutiger, Zweifler, aus dem engsten Kreis; aber auch Förderer, Unterstützer, Genies, Halb-Genies, Viertel-Fausts, Lyriker, Virtuosinnen, Schöpfer, Geschäftsleute, Dilettanten, musikalische Freundschaften und harte und gute Lehrer. Eigennutz und Neid. Dieser Film wirft wieder ein anderes Licht als der Film Geliebte Clara. Er zeigt die Anfangszeit. Geliebte Clara Mitte und Schluss. Es gab damals Doktortitel für Künstler, Kunst, Eleganz und Kompositionen. Und heute nur für trockene Schriften.

Schumann war nicht bei der Beerdigung der Mutter. Er hatte eine schwere Familie, litt angeblich unter Trunksucht.

Mich inspirieren Biographien und biographische Filme über Künstler und Künstlerinnen, den Schleier zu lüften: Es waren Menschen aus Fleisch und Blut wie ich mit gleichen Problemen. Zeit finden für das Schöpferische. Geld und Kunst. Die Berufung finden. Träumen. Kämpfe. Zukunft. Mehrere Gaben haben. Was ist Erfolg? Was ist langfristig, was kurzfristig? Was ist langfristiger Erfolg? Zeitloses?

Clara gab Roberts Musik heraus und spielte und feierte sie noch vierzig Jahre nach seinem Tod. Das ist Liebe. Er wurde nur 46 Jahre alt.

Natürlich gibt es in dem Film wieder zu viel Vulgäres, als ob Schumann ein Lustmolch gewesen ist.

Anbei die für mich mit bisher schönsten Orgeln:

Lieblings-Orgeln von Ann-Helena

11. Februar 2020

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Tausend Künste kennt der Teufel, aber Singen kann er nicht. Denn Gesang ist ein Bewegen unserer Seele nach dem Licht. (Max Bewer)

Ich bin wieder zuhause, war eine Woche lang weg. Die Hyazinthe ist aufgeblüht und duftet. Ich höre Perahias Beethoven. Die ersten Geschenke sind eingetroffen. Merci! Mein Geburtstag ist am Freitag, dem Valentinstag.

Hier daheim muss ich mich erst wieder akklimatisieren und die Abenteuer verarbeiten. Orkan Sabine hat mich ziemlich in Frankfurt festgehalten, bevor ich endlich wieder heimkommen konnte. Allerdings lobe ich die Deutsche Bahn, die Kaffee, Essen und Wartezüge bereit hielt. Bahnfahren für Fortgeschrittene. Sehr nette türkische Mitarbeiter: “Willkommen zu Deutsche Bahn.”

Als der Orkan nachts in Heilbronn am Haus rüttelte und mit tausend Stimmen zischte, war das schon beunruhigend. Doch denke ich, dass uns Deutschen oft bewusst Angst gemacht wird, also übertriebene Angst geschürt: German angst. Dabei müssen wir eigentlich vor nichts Angst haben. Die meisten unserer Probleme sind Luxusprobleme.

Was passiert eigentlich nach unserem Leben? Das Himmelreich ist Hoffnung und Realität. Existenz und Hoffnung gehören zusammen, sind keine Gegensätze. Ich weiß, dass Himmel und Hölle oft dazu gebraucht wurden, Menschen zu manipulieren und ihnen Angst zu machen. Manche Menschen geben mit ihrem Glauben an. Andere wiederum analysieren Bachs Glauben und glauben selbst nicht. Kompensieren ihren Nichtglauben und ihr Misstrauen mit der Analyse des Glaubens anderer. Wie oft höre ich: “Das mit Jesus ist mir zu einfach.” Zu einfach? Auch Albert Einstein war dies nicht zu einfach. Wir sind jenseits der erdrückenden Vorstellung von Verlust. Wir sind oft böse auf Gott. Verstehen ihn nicht. Aber der Himmel ist nicht nur ein Ort. Der Himmel ist Gott. Was glauben wir? Was glauben wir nicht? Unser Herz sehnt sich. Haben wir den Himmel nicht schon längst gesehen? Wie im Himmel so auf Erden. Sterben und zurück zu Gott reisen ist der Höhepunkt des Lebens.

Ich erinnere mich gern an die Zeit in Saarbrücken, auch an den Orgeln von St. Josef Wehrden und St. Paulinus Warndtdom Lauterbach. Die unterschiedlichen Orgeln von Walcker, Walcker und Cie, Walcker und Mayer…

Empfehlen kann ich heute den Film Heaven is for real. Und meine Lieblingspflegeserie von Estee Lauder Perfectly Clean. 

Oktober 2018 SCM-Verlag. Erzählung gegen das Vergessen. Zweiter Weltkrieg

Historischer Roman zu den Lübecker Märtyrern, Zweiter Weltkrieg, erster Roman zu den Lübecker Märtyrern

Frankfurter Buchmesse 2018, ERF

Leipziger Buchmesse 23.3. 2019, Leipzig liest, Leselust, Gohliser Schloss, Lesung in Lübeck Propsteikirche 10.3. 2019

Downloads Dokumente Buchvorstellung Radiosendung Ann-Helena Schlüter Vorschau

Downloads Dokumente Buchlesung und Konzert 2019-03-10 Ann-Helena Schlüter Vorschau

24. Januar 2020

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Ich lasse das Leben auf mich regnen. (Rahel Varnhagen von Ense)

Saarländischer Rundfunk: Die nächsten beiden Konzerte im Großen Sendesaal gestern im Funkhaus Schloss Halberg, Saarländischer Rundfunk, waren sehr schön. Es macht Spaß, die jungen Menschen mit Musik von Beethoven abzuholen. Roland Kunz war als Beethoven verkleidet, und am Schluss hat der ganze Saal gesungen (9. Symphonie). Es waren Filmleute vom SR Kulturradio da, ein koreanisches Filmteam, das schon bei den Proben gefilmt hat, und Fotografen. Und natürlich die Tontechniker.

Es ist schön, im Klangkörper des Orchesters zu sitzen. Es ist ein großes, erfahrenes Orchester, und die einzelnen Musiker sind Teil eines großen Ganzen, und ein Klavierkonzert mit ihnen zu spielen ist vor allem eines: Kammermusik. Das Denken von Solist und Orchester ist irreführend. Es ist im Grunde Kammermusik, und jeder hört auf den anderen, und ich auf das Orchester.

Es ist berührend, in die Gesichter der Musikerinnen und Musiker zu blicken, es sind bescheidene, hingegebene Gesichter, authentisch, ungeschminkt, nackt. Die große Musik wird im Kollektiv ohne viel Firlefanz und Druck mächtig und erhaben. In diesem Mächtigen, Erhabenen sitze ich und lasse Beethoven auf mich regnen und hinaus ins Publikum, hinaus in die Welt.

Die Musik fließt durch das Gefühl wie ein Bach. Die Stimmführungen in den Symphonien und im Klavierkonzert, das runde und gebündelte Gemisch von Hoch und Tief, von Streichen und Blasen, von großen und kleinen Stimmen, dieses Orchester mit seinen tiefen und hohen Klängen wird eine  Menschen-Orgel mit unzähligen Registern. Ich verstehe jetzt das Denken an der Orgel. Das Orchesterdenken. Während ich so dasitze, habe ich eine unbändige Leidenschaft, für Orchester zu komponieren und diese Farben und Klänge neu zu bündeln. Ich fürchte mich vor der Arbeit, und dass man noch seltsamer werden könnte. Ich hatte schon als Kind die Sorge, ein “Musiker-Freak” zu werden wie beispielsweise Tschaikowski, Beethoven oder Schubert.

Nun sind wir in Kaiserslautern angekommen, und heute gehen die Konzerte weiter, im SWR. Ich berichte mehr nach dem Frühstück.

Großer Sendesaal Saarländischer Rundfunk Saarbrücken

Gedanke 95

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Musik ist Kunst in der Zeit

Menschsein und Musikmachen gehören zusammen. Menschsein und Klavierspielen sind eine Einheit: Geschliffen werden, Echtheit, Demut, übernatürliche Kraft.

Hörende Hand. Raum schaffen im Kopf.

Verinnerlichte, zärtliche Hände haben.

 

 

4. Januar 2020

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Kompass

Echte Kunst ist eigensinnig. (Gabriele Münter)

Potentiell sind alle Menschen Spitzenkönner. Man muss allerdings Könner mit viel Geduld “heran züchten”. Dazu gehören verschiedene Führungsstile. Erstaunlich ist, wie wenig Lehrende diagnostizieren wollen oder können. Die Kompetenz, Potential und Engagement nicht erkennen oder unterscheiden können. Die Kompetenz kontrollieren, die Engagement bestrafen, Potential hemmen, die keinen Respekt haben. Die Mischungsverhältnisse nicht sehen. Die Fehler und Feuereifer nicht zulassen. Die falsch führen und anleiten. Weil sie nur an sich und ihre eigene Karriere denken. Die selbstmotivierte und selbstsichere Frauen fürchten.

Wichtig ist dennoch, dass man selbst weiß und prüft, was man anstrebt, was einen treibt, inwiefern das eigene Handeln wesentlich ist, wie der eigene Kompass tickt, ob man aus dem Gleichgewicht geraten und ob man stimmig und aufgeschlossen ist.

Empfehlen kann ich heute die Krimis  von Arno Strobel, besonders Das Wesen, auch wenn ich schon nach wenigen Seiten weiß, wie es ausgehen wird. Ich mag Hörbücher. Manchmal höre ich sogar beim Üben Hörbücher.

Momentan höre ich u.a. gern Murray Perahia und Edgar Krapp.

Ich finde Silvesterböllerei und den Lärm und den Gestank schrecklich. Es sollte wirklich verboten werden. Natürlich war ich empört, dass das Affenhaus abgebrannt ist. Doch muss ich sagen, ich finde es sehr mutig von den Frauen, sich freiwillig gemeldet zu haben. Manchmal tröstet es mich, dass es eine Hölle gibt, wenn ich an die Menschen denke, die hintenrum viel Böses tun und nichts bereuen.