Startseite Nach oben

Bachexpertin

4. August 2021

Schlagwörter: , ,

Kommentar verfassen

Kunst hat kein Geschlecht, keine Partei, keine Rasse. (AHS)

Heute erinnere ich an Gerda Taco, Marga Bührig, Fabiola Gianotti.

Ich finde, Ludwig Kaiser spielt nicht gut, seine Videos sind schlecht gespielt und schlecht besucht, von daher wundert es mich, dass er mich angreift, wenn seins eher belanglos scheint. Um über John Cage zwei Sätze zu sagen, muß er acht Mal auf ein Blatt schauen und ablesen. Ich rede eine Stunde völlig frei. Allein da sind schon Welten zwischen uns. Er wirkt auf mich in den Videos verklemmt und ganz und gar nicht spontan. Da ist ein Video von mir nach 5 Stunden mehr besucht als seine nach einem Jahr. Natürlich macht er meiner Meinung nach heuchlerisch im Verhalten auf „christlich“ wie die meisten Kantoren dieser Art mit christlichen Überschriften auf YouTube, attackiert mich aber, während der Förderverein dieser Melanchthonkirche ein sehr unfreundlicher Verein ist. Manche Menschen erscheinen mir heidnisch, heuchlerisch und unkünstlerisch: haben auch nicht künstlerisch studiert: Auch viele Kirchenmusiker, die nach der Kirchenmusik (ist für mich wie Schulmusik) noch „Konzertexamen“ studieren, haben nicht wirklich künstlerisch studiert meiner Meinung nach: Der Hauptteil ihres Studiums war pragmatisch, praktisch und bodenständig und vor allem in alle Richtungen verstreut ohne völlige Konzentration auf das Instrument. Sicherheit und Geld spielen für diese Menschen im Leben oft eine wichtigere Rolle als Kunst. Vor allem und noch stärker bei Hobbyorganisten. Ein langes künstlerisches Studium kennen weder Kantoren noch Hobbyorganisten noch Schulmusiker.
Seximus zeigt sich u.a. darin, dass Männer sich als „sachlicher“ und „besser wissend“ bezeichnen und sich betont sehr überlegen geben. Je unsicherer ein Mann, desto stärker dieses Verhalten. Wie solche beruflich „Gott“ in den Mund nehmen können, finde ich widerlich. Viele Kantoren und Hobbyorganisten sind richtiggehend Unkünstler. Lästernde Ungeheuer. Auf meinen Artikel und auf den Sexismus geht Ludwig Kaiser aus Bochum übrigens überhaupt nicht ein. Ich glaube, Sexismus und Männerdominanz sind ihm total egal. Er wollte nur durch meinen Namen Aufmerksamkeit haben und sich lustig machen.

Was ist Kirchenmusik? Was ist ihre Gesinnung?
Es geht um Lob Gottes. Die meisten Kirchenmusiker wissen meiner Meinung nach nicht, was das bedeutet, sie kennen weder Gott noch die Bibel. Und Kunst und Virtuosität auch nicht. Was man deutlich an ihrem Verhalten merkt. Martin Schmitz, Daniel Kunert und Stefan Kießling musste ich aus meiner Gruppe Orgel-Prospekte rauswerfen. Wie die da reingekommen sind, obwohl ich sie blockiert habe, ist mir schleierhaft. Ich missbrauche meine Gruppen nie für Lästereien. Mir geht es rein um Orgel.
Aber andere solidarisieren sich hintenrum. Es gab zu mir ein „Hinterzimmer“ im Pfeifenorgelforum, in dem die „aus dem AHS-Thread“ eingeladen wurden von Jürgen Strupat. Hier wurde sich wohl ausgedacht, wie sie mich zusammen fertig machen könnten? Was sich ja kurze Zeit später in der Kirchenmusikgruppe bewahrheitet hat, in der sie sich erstaunt und voneinander unabhängig gaben. Darauf sind Benjamin Frensel und Ansgar Kreutz dann wohl reingefallen. Diese bewusst in einem Digital- Hinterzimmer-Läster-Leute hat Frensel dann später in der Kirchenmusikgruppe unbehelligt gelassen. Die schweigenden Administratoren sind für mich Mittäter. Schweigen ist Zustimmen. Diese ganze Gruppe ist meiner Meinung nach voller Feiglinge, die zuschauen.

Ein MAT, wohl Deckname von Theising im Pfeifenorgelforum, hat mich auch in anderen Foren attackiert. Manche Foren mussten hier radikal dagegen vorgehen. Ich muss sagen, dass säkulare Foren viel anständiger zu meinem Schutz reagiert haben als sogenannte „christliche“. Dort sind die schlimmsten Geier. Da wurde ich nicht nur nicht geschützt, sondern der Spieß wurde noch rumgedreht, siehe Benjamin Frensel und Ansgar Kreutz.

Ein Mob Männer, der eine einzelne Frau attackiert, ist unglaublich mutig. Feindseligkeit und Angriffe begegneten mir von Christoph Bornheimer, Martin Schmitz, Lucas Kluck, Benjamin Frensel, Karl-Bernhardin Kropf, Jan Wilke, Jürgen Strupat, Rochus Schmitz, Markus Theising, untereinander meist gut vernetzt und abgesprochen, wenn sie voneinander völlig unabhängig tun – die sich gegenseitig helfen, die mich aus dem Nichts attackierten und überrascht tun von meinen Reaktionen und sich als „Opfer“ darstellen. Rochus Schmitz veröffentlichte meine persönliche email gegen meinen Willen mit dem Ziel, mich fertig zu machen, und leitete meine Emails an Dritte weiter. Er ist absolut unzuverlässig. Es ist schwer, darauf korrekt zu reagieren. Dabei kenne ich die gar nicht. Es gibt einen Vers von Bernhard von Clairvaux: „Wegen dir habe ich nicht angefangen, wegen dir werde ich nicht aufhören“. Ich kritisiere die Kirchenmusik (in weiten Teilen atheistisch, diskriminierend, eitel) nicht wegen obiger Namen. Die haben mich nie interessiert. Die sind für mich uninteressante kleine Fische, die haben mich attackiert. Wegen denen gehöre ich weder dazu noch nicht dazu. Nein, ich kritisiere die tiefen, festgesetzten, alten, konservativen Gesamt-Strukturen. Ich lasse mich hierbei nicht von den Hilfsorganisten und Typen abhalten oder ablenken, die meinen, diese Strukturen vehement verteidigen zu müssen oder die mich aus persönlichem Neid, aus Begierde oder Hass vernichten wollen. Deren Verhalten bestätigt jedoch exakt meine Kritik an den Strukturen und am System. Es ist schlimmer, als ich vermutete: Ist jemand anders und möchte verändern, soll die Person vergrault werden. Besonders, wenn sie eine Frau ist. Damit es bleibt wie immer. Aber dieses „wie immer“ ist eine Katastrophe. Genau das sehen diese nicht. Dabei ist die Kirchenmusik zu großen Teilen (nicht überall) verblendet, getäuscht, Vetternwirtschaft und spielt schlecht vor leeren Bänken, hasst die Pfarrer, glaubt nicht, lästert und tauscht sich arrogant unter der Hand klüngelnd Vorteile zu in Männerseilschaften. Viele Kantoren reden mit ihren Pfarrern nicht und kommunizieren nur per Zettel. Nach außen wird von Jesus gesprochen, aber kaum herumgedreht, wird meist gelästert und nach eigener Ehre gesucht. Sie erinnern mich an die Pharisäer in der Bibel. Und wo werden die laut Jesus landen? Eventuell meint Jesus mit Pharisäer alle diese besserwisserischen Männer.

Neu: Arnstadt Pandemic Dance – Video: Der wunderbare Jörg Reddin

9. Juni 2021

Schlagwörter: ,

Kommentar verfassen

Ich bin sicher, dass es Leute gibt, die skeptisch sind, dass eine Frau diesen Job so gut machen kann wie ein Mann. Glücklicherweise bin ich mit der Fähigkeit ausgestattet, sie völlig zu ignorieren. (Frances Arnold)

Dieses Ignorieren ist nicht so leicht. Ich frage mich auch, ob das Ignorieren überhaupt der richtige Weg ist. Ich muss das noch testen.

Gedicht Frausein

Sie summt und weiß dass Männer
Stimmen oft die großen Worte

sind Und doch sie singt
und kämpfend auch
und klar in ihren Schwingen

In Erfurt tranken wir noch giftgrüne Brause: Thüringer Brause. Ich fragte den Restaurantinhaber, ob diese ungesund sei. Er bezweifelte es. Waldmeister Limo. Dazu gab es vegane Bolognese. Und Gnocchi. Was es nicht alles gibt.

Welche von den drei Erfurt-Orgeln, die ich spielte, mir am besten gefallen hat, wurde ich gefragt. Ich glaube, die Dom-Orgel, aufgrund ihrer Farben. Aber eigentlich ist es nicht zu sagen. Manche Orgeln haben einen wunderbaren Prospekt, aber sind vom Spielgefühl und Spieltisch eher ernüchternd und „enttäuschend“. Andere wirken eher unscheinbar von außen, sind aber der Himmel von Farben und Spielgefühl her. Ich mag wohl eher die letztere Variante. Am schönsten ist es, wenn beides zusammen kommt. Das reißt mich dann sehr vom Hocker. Das Pompöse einer Orgel allein ist jedoch nicht, was ich suche. Jede Orgel hat eine Seele und bewirkt in mir Zuneigung zu ihr. Sie muss nicht pompös oder groß sein. Die Schüchternen, Vergessenen mag ich besonders gern. Das Simple, Zarte. Das Ruhige. Siehe Bach. Ist es nicht erstaunlich, wie Bach „Unpompöses“ für die „pompöse“ Orgel schreibt? Kurz: Das, was bei Bach „pompös für die Orgel“ ist, Bachs Pompöses, anders als am Klavier, die „Epic Music“ Bachs – DAS liebe ich. Denn es bleibt unpompös. Ich mag es, überrascht und erstaunt zu werden. Berührt. Oft spüre ich auch die Atmosphäre rund um eine Orgel. Manchmal ist diese von hochnäsigen Typen geprägt, die dort seit Jahr und Tag sitzen. Dann muss ich das erst mal wegspielen und wegspülen innerlich und die Orgel von zu viel Aufgeblasenheit befreien. So kommt mir das vor. Wie ein Pferd, das immer nur mit Sporen geritten wird und plötzlich eine seltene weibliche Hand auf seinem Hals spürt und leise schnaubt. Ich werde nicht durch Pompösität allein beeindruckt. Charakter, Zartheit, Originalität braucht es dazu. Lebendigkeit.

Der Prospekt der Predigerkirche ist natürlich sehr schön, eine eigene Festung, mit einer Art Rückpositiv über und vor einem; man hat den ganzen Prospekt immer sichtbar über einem, dazu hell, freundlich, gewölbt. Man ist nicht im dunklen Kabuff, einsam, versteckt. Sondern leuchtend ragt alles vor einem auf.

Auch die Dreiecksspitze Klais Orgel 1935 in St. Lorenz Erfurt ist sehr schön, 3 M, Elektro-Pneumatik. Freier Spieltisch. Als ich den Kirchenmusiker fragte, welche Lade sie hat, sagte er: „Ähm, Windlade“.

Heute empfehle ich die Chemikerin Frances Arnold, Hilla Becher (Fotografin), Chloe Kim.

Karten für den 29.7. in Arnstadt kann man nun online buchen.

Mein Album Himmelslieder wird immer noch sehr gemocht und gekauft.

Die GEMA Mitgliederversammlung (via Webex) – meine erste! Und dann online. Und ich hab mich auch mutig gleich zu Wort gemeldet! Und gefragt, warum die GEMA so männerlastig ist. Nun: Sie antworten lieb und freundlich. Aber doch unangenehm berührt, etwas genervt und mit schlechtem Gewissen. Denn 15 Prozent – nur 15 Prozent – Frauen sind GEMA-Mitglieder. Schlimmer als ich dachte! Hürden und Regeln der GEMA-Männergesellschaft für Gremien etc. macht es Frauen schwer! Müssen Frauen Männer sein und werden?: Kumpels. Langweilige Themen. Ausreden. Unehrlichkeit. –   – Berechtigte Kritik von Frauen macht Männer kirre und gekränkt.

Ich habe mit Kai Koepp auch über den Männlichkeitswahn in der deutschsprachigen Kompositionswelt gesprochen. Es werden männliche „Gefühle“ dargestellt.

Die Herrschaftsstrukturen in der sog. Neuen Musik sind heute nach wie vor massiv, wie er bestätigte. Dies sei sogar der Musikwissenschaft aufgefallen. Am Nullpunkt angelangt! Kommt daher der Haß gegen komponierende Frauen?

Und ganz anders:

Wide – Swedish Piano Music – Klaviermusik Schweden Skandinavisch, Ann-Helena Schlüter piano

https://youtu.be/UJABWhTfxD0

31. Januar 2021

Schlagwörter: ,

1 Kommentar
Kommentar verfassen

Beim Orgelspiel muss man sich weg vom Spieltisch denken, hinein in den Raum, hinein ist die Orgel. Besonders dann, wenn der Spieltisch nicht schön ist. (AHS)

Gestern: Die wunderschöne, viermanualige Stumm-Klais-Orgel in St. Wendel besitzt keine historischen Pfeifen mehr und wurde 1933 zu einer romantischen Orgel von Klais, dann später wie viel romantische Orgeln als verpönt geltend umgestaltet mit vielen hellneobarocken Registern. Dann wieder verändert: Nun ist sie sozusagen beides, romantisch und (neo)barock. Noch bis letztes Jahr wurde sie erweitert und erhielt eine Klarinette. (Apropos Klarinette: Ich mag bei Schubert, dass er den Klang von Oboe und Klarinette mischt zu einem neuen Klang – das, was sich beißt, eint. Die sanfte Klarinette ohne Vibrato und die Oboe, die heute ohne Vibrato nicht leben kann.) Nun ist das HW (unten) sowohl für Barock als auch für Romantik farblich gesetzt, das zweite Manual ist der Nebenprospekt links, dann kommt das schöne Schwellwerk (3. Manual) und dann oben der Nebenprospekt rechts. Die beiden oberen (alle) sind hervorragend für Romantik geeignet, Mendelssohn, Brahms… Perfekt. Es gibt ein Diaspon (ein englisches Prinzipal), herrliche Flöten und Zungen (momentan nicht gestimmt, da sehr kalt), einen moderner Heizstrahler hinten, der rot leuchtet, damit man ihn nicht vergisst, einen orgelspielenden Engel. Das Licht geht mit einer fancy Lichtbedienung an, das man dimmen kann.
Es ist ein breites Radialpedal (radiating pedalboard), sternenförmig, kaum Wiederstand. Der Klang oben mit seinen romantischen Mixturen ist wunderbar, unten dreimal so schön. Glockenspiel, Zimbelstern, süffiger Sound, schöne Plena und Soloflöten, alles mischt sich geschmeidig. Auch der Spieltisch gefällt mir. Elektrische Verbindung zur Orgel.

Ein unglaublich netter Kirchenmusiker! Danke!

Heute: Am nächsten Tag war ich wieder bei der wunderbaren Tholey. Nun soll man Orgeln nicht vergleichen. Das mache ich auch nicht. Aber ein wenig möchte ich sie verarbeiten, vor allem direkt am nächsten Tag mit gleichen Werken: Die beiden Orgeln, Hugo Mayer Tholey und die romantische Klais, sind unterschiedlich wie Tag und Nacht. Man kann auf keinen Fall sagen, welche schöner ist. Auch wenn manche meinen, die Orgel in Tholey sei schöner. Was man sagen kann ist, dass die Orgel in Tholey leicht und perfekt zu spielen ist, straight pedalboard, sie einem liebevoll entgegenkommt, sie wirkt unglaublich edel und stabil und wie gepuffert. Die Klais-Orgel aber hat ein besonderes  Charisma, ist eine Herausforderung, das liebe ich.

Ganz liebe Brüder.

Morgen: Sandtner-Orgel Schongau bei München. Ich freue mich! Ebenfalls ein wunderbarer Kirchenmusiker.

Durch eine Krise, egal, ob sie Covid, Corona oder sonst wie heißt, zeigt sich, wer oder wie man ist. Die einen machen nichts, geben auf. Wieder andere sind froh, endlich legal faul sein zu dürfen und machen ohnehin kaum mehr, als sie müssen (Dienst nach Vorschrift). Wieder andere werden depressiv, andere sogar aggressiv, weil durch die Krise ans Licht kommen, wie neidisch, gelangweilt, eifersüchtig und bitter sie sind.

Und dann gibt es die, die durch eine Krise wachsen, mehr werden, als sie vorher waren. Die sich fokussieren. Die beflügelt werden. Die geistlich wachsen. Deren Leidenschaft für Musik größer geworden ist, die kreativer werden, denen eine Krise hilft. Die wissen: This is not going to keep me down!

Ich werde für eine Zeitung interviewt bezüglich, wie Corona meine Karriere beeinflusst hat, vor allem als Konzertkirchenkünstlerin. Das Wort habe ich erfunden. Ich halte euch auf dem Laufenden.

ps: zum Thema Bescheidenheit wollte ich ja noch etwas schreiben. Ich glaube, dass es viel bescheidener ist, zuzugeben, dass man nicht bescheiden ist, als Bescheidenheit von anderen zu verlangen. Und selbst nicht bescheiden zu sein. Wer andere verurteilt, weil sie nicht bescheiden genug sind, ist selbst weit entfernt. Wer sich selbst für bescheiden hält, hat gar nichts begriffen. Wenn Männer von Frauen Bescheidenheit fordern, hat dies in meinen Augen meist eine sexistische Komponente. Es ist die deutsche Version von „Kopftuchtragen“: Bleib im Hintergrund! Verhülle dich!

Ich muss aus gegebenem Anlass, egal, wo ich bin, sämtliche Leute vor den Stalkern vorwarnen, dass sie vielleicht von diesen angeschrieben werden, um mich schlecht zu machen, meine Inhalte zu verdrehen oder mit Pseudonymen zu stänkern.

Ich habe festgestellt, alles, was international ist, ist viel weniger frauenfeindlich. Viel weniger Geklüngel. Manche sind seit acht Jahren in Foren, in denen in dieser ganzen Zeit keine Frauen Thema oder aktiv waren.

25. Januar 2020

Schlagwörter: ,

2 Kommentare
Kommentar verfassen

Die eine Trompete ist die andere nicht. Will sagen, nicht jede Trompete ist schön und eignet sich als Solostimme. (AHS)

Was denkt ihr, was ich gerade für Orgel transkribiere? Nun?

Chopin.

Nein, es muss danach kein Krankenwagen gerufen werden.

Und was für Chopin?
Wer es errät, bekommt meine neue CD for free.

(Dass ausgerechnet ich transkribiere, und dann noch Chopin! Ich komme mir wie Cameron vor.)

Ich liebe sehr die hanseatische Vogel-Scherer-Fritzsche-Flentrop-Orgel 1542/2013. Ich mag den künstlerischen großen Scherer-Prospekt. Für mich ist es auch eine Scheidemann-Reincken-Orgel. Ein wunderbarer Wiederaufbau mit historischen Pfeifen. Und Bach war hier, der die Zungenstimmen rühmte. Ich fühle mich mit ihm hier sehr verbunden. Und was für eine wunderbare Holzbildhauerin Christiane Sandler. Die Trio-Sonaten können hier jedoch meist nicht mit 4-Fuß oktaviert werden, was eng ist.

Was ich bei Mendelssohn liebe: Body, filigran und dennoch monumental, Rezitative bleiben im Fluss, Reprise weich, kein Wagner, aber voll Power, entspannt, auch in den Punktierungen, doch genau und klar.

Die Übergänge in der Brahmsfuge (nicht in Katharine) sind wichtig, so dass alles im Fluß bleibt, weich und gut abphrasiert, Timing. Wenn ich mir viel notiere und das Papier dünn ist, entsteht schnell ein Loch, und Papierstaub segelt herab. Besonders schön bei Brahms sind die letzten zehn Takte und Takt 42. Ich liebe es, wenn er am Ende nach dem weichen Minithema zur Umkehrung im Tenor das Pedal die Vergrößerung bringt. Ich liebe die Seufzer nach dem Ruhepunkt, espressive, unerträgliche Seufzer voll Verlangen, mit einem geheimnisvollen Pedal. Innerlich mitsingen.

Wie man den Klang des Pedals bewertet, ist wichtig: seine Lautstärke gut einzuschätzen. Das Pedal ist kein Discobass. Auch kein Düsenjet (besonders nicht bei Messiaen). Das Tüfteln bei Messiaen ist mentales Üben: Was muß ich haben, was geht nicht, auf was kann ich und muß ich verzichten, welche Klänge darf ich nicht verlieren, wo kann und muß ich den Schweller auf welche Weise ersetzen, welche Klänge möchte er überhaupt haben, welche Manuale muß ich tauschen, was muß ich dabei beachten – es macht Spaß, alles einmal ausprobiert zu haben. Man kommt dadurch der Orgel näher. Wichtig bei Banquet ist, dass der Klang des Pedals nicht in den Manualen klingen darf. Sechzehntel-Triolen innerlich fühlen.

Bald wird es ein paar sehr schöne Live-Streams meiner Konzerte geben. Ich halte euch auf dem Laufenden und poste euch die Links.

Die Musikfilme Oskar und die Groschenbande und Bis zum letzten Moment kann ich sehr empfehlen – es ist bewundernswert, was ein Studentenorchester alles so auf die Beine stellt, vor allem Frauen darin.

Der Film Score über Filmmusik ist ok, aber ein reiner Männerfilm (wie man schon von außen erkennen kann). Als ob es keine Filmmusikkomponistinnen gäbe. Es scheint eine Lobby zu sein. Die Männer wirken mit ihren gefärbten Haaren und bunten Hemden recht eitel. Es scheint sie nicht zu stören, dass sie Frauen keinen Raum geben, während hinter ihnen eine halbnackte Meerjungfrau den Raum „dekoriert“. Dabei sind diese Filmmusikkomponisten oft keine Musiker, sondern geschickt am Computer. Ihre Computer sind ihre Instrumente, was auch etwas hat. Dennoch muss man diese „Instrumente“ beherrschen und sie üben. Die armen Orchestermusiker, die solche „Werke“ spielen „dürfen“. Es scheint auch eine Rolle zu spielen, dass eine Gay-Szene nicht unerheblich groß ist. Inwiefern dies für Frauen gut oder schlecht ist, weiß ich noch nicht zu sagen. Aber es erscheint ja nicht hilfreich zu sein, wie man sehen kann. Oder wo sind die Frauen? Frauen sprechen vom Stil her oft eine andere Sprache. Warum das so irritierend ist, weiß ich nicht. Frauen lassen sich viel zu viel gefallen, zum Beispiel für Männer in Badeanzügen zu posieren, um “Miss Germany” zu werden. Wie kann man bei einem solchen System mitspielen? Gott sei Dank gibt es das heute nicht mehr.

NEW: II Pandemic Dance Nr 2 Mutation Fanfare 2021, Pandemonium, Orgel (Synclavier), Spessart

14. Januar 2021

Schlagwörter: ,

2 Kommentare
Kommentar verfassen

Es ist Krafttraining fürs Leben, unangenehme Dinge zu tun. (AHS)

Ich bin in Hamburg, es ist wieder sehr schön.

Hinter die Bezahlgrenze wandern immer die Artikel, die auf großes Interesse stoßen, die Mainpost ist ja ein Wirtschaftsunternehmen, verstehe ich: Interview Mainpost Ann-Helena

Es haben mehrere diesen Artikel versucht zu posten in der Kirchenmusikgruppe von facebook, aber jedesmal haben die Hater “zugeschlagen”: Manche bellten wie ein getroffener Hund (dabei flog mancher auf, denn er wusste scheinbar sofort, dass er gemeint ist?), Martin Schmitz hat an Mitglieder aufdringliche Verleumdungs-PNs (persönliche Nachrichten) geschickt, die mir diese weitergeleitet haben, zum Beispiel Andreas Kling. Daraufhin, als Martin Schmitz aufflog, hat sich jemand mit einem Fake-Account eingeloggt, wie es ja auch im Strupat-Forum üblich ist, und hat mit Pseudonym weiter gestänkert. Die Admin Beate Winkler und der Gründer Ansgar Kreutz der Kirchenmusikgruppe schauten zu, wie fake-Accounts dort lästern. Und Läster-PNs geschrieben wurden. In keiner anderen Gruppe wäre so was möglich. Diese Leute würden gesperrt werden. Aber in dieser Gruppe haben die lästernden Laien sogar das Sagen. Das Macho-Gerede ist auch groß in dieser Gruppe.

Gestern war wieder viel Hass und Schlammschlacht in der Kirchenmusik-facebook-Gruppe, eine Gruppe, die die Kirchenmusik in Deutschland abbildet? Einige haben die Gruppe verlassen, weil das Stänkern so schlimm geworden ist. Christoph Bornheimer behauptete dort gestern massive Attacken gegen mich, ich musste ihn anzeigen und abmahnen, auch wegen seines fehlenden Impressums. Jan Wilke behauptete, ich würde nur Aufmerksamkeit haben wollen. Alles wurde abfotografiert. Es ist eine bösartige Szene in meinen Augen, die Kirchenmusikhochschule in Heidelberg, da gab es viel Streit und Lästern, unter dem ich wirklich litt. Ich habe dort kaum atmen können. Eine Studentin hat sich das Leben genommen und sich im Kleiderschrank erhängt. An ihrer Beerdigung hatte ich Prüfung. Aber selbst an diesem Tag gab es kein Einsehen der Beteiligten, es war nach wie vor eine unfreundliche, schlimme Atmosphäre. Ich kannte diese, die sie ausgegrenzt haben, u.a. Studenten von Jan Wilke und Christoph Bornheimer. Das war mein erster Kontakt mit einer Kirchenmusikhochschule. Ich habe mich nach einer staatlichen Hochschule zurückgesehnt. In all meiner Hochschulzeit, und ich studierte in sehr vielen im In- und Ausland, war meine erste und einzige Kirchenmusikhochschul-Erfahrung die mit Abstand schlimmste, was Hochschulen angeht. Umso schlimmer, dass es eine kirchliche war! Alle anderen Hochschulen waren super. Jan Wilke und Christoph Bornheimer waren damals schon nicht nett zu mir. Jan Wilke hat mir katastrophale Insider berichtet, die ich vorher nicht hatte wissen können. Jeder schien dort Dinge über mich zu wissen, die ich nie erzählt hatte. Man konnte sich nicht bewegen, ohne dass jemand alles über einen herausfinden wollte, fand ich. Ich konnte mich kaum auf die Musik konzentrieren.

Im Grunde scheint es eine Haß-Liebe zu sein, was Hater für mich haben. Wahnsinn. Der Neid treibt seltsame Blüten, auch bei anderen Leuten dieser Gruppe.

Und da ist ein Markus Wilke (bei Siemens) und Thomas Engler, der es schade findet, dass nicht er, sondern ich so viel Raum bekomme. Sehr viele sind wie Fähnchen im Wind, finde ich. Sagt der eine X, sagen sie auch X. Sagt jemand Y, sagen sie auch Y. Benjamin Frensel, der offenbar mehr Macht in dieser Gruppe möchte, erscheint mit ebenfalls so ein Fähnchen zu sein. Das geht innerhalb von Sekunden, dass die Seite gewechselt wird. Dabei sharen/teilen ich oder Fans nur meine Videos oder Interviews von mir. Meine Seite ist fast zusammengebrochen, weil so viele meinen Blog lesen. Ich bekomme alles als pdf und Fotos zugeschickt und dokumentiert, was in dem Forum und fb abgeht, und lache manchmal auf, wie böse das ist. Irgendwie kreisen die um mich. Wie sagte mir jemand: Ich hätte die Motten aufgeschreckt. Ich melde mich da nie an, in diesem sogenannten “blauen Forum”.

Dass Leute wie Küchler-Blessing und Karl-Bernhardin Kropf und andere solche Foren seit Jahren nutzen, und wie sie sie nutzen, dass sie dieses Forum aktiv nutzen und verteidigen, ein fast reines Männerforum, wo Sexismus, Lästern und Abwerten an der Tagesordnung zu sein scheinen, und dass sie Unbekannte wie Jürgen Strupat als Admins den Kopf hinhalten lassen, damit sie selbst evtl. gedeckt sind, weil es ja “eine Kasse gibt bei Klagen” – das finde ich erschreckend, damit wird die ganze Kirche, in der sie angestellt sind, beschmutzt: Ich frage mich, wie viele Domorganisten und Orgelprofs mit einem Deckmäntelchen hier mobben. Die brauchen die Kleinen, Unbekannten, Harmlosen, Arglosen und Laien als Admins und „Zulieferer“, denn sie selbst wollen die Verantwortung nicht übernehmen, wie mir scheint.

Ich glaube, dass die deutsche Kirchenmusikszene durch dieses Verhalten dieser Männer, die mobben und lästern, dem Verfall preisgegeben ist und einmal Rechenschaft ablegen muss. Wer geht schon in die Kirche? Wer will meiner Meinung nach heidnisch lästernde und meiner Meinung nach schlecht spielende Kirchenmusiker live hören?

Anbei meine neue CD und Bog bei Audite: Audite Front CD und Blog

Auch bei Audite Verlag schreibe ich einen kleinen Blog, einmal pro Woche, aber nicht so ausführlich oder täglich wie hier.

Auch hier: Audite Ann-Helena englisch

3. Dezember 2020

Schlagwörter: ,

Kommentar verfassen

Alle sind gegen mich. Sie hassen mich, klagen mich an, verabscheuen meine Musik. (Franz Liszt, 1885)

Ich lese Stegemanns Buch Franz Liszt. Dieser beklagt den Ruf des Genies. Jedoch ist Stegemann mit seinen wiederholten Aussagen, dass “Liszt ein Popstar der Klassik sei, ein Frauenschwarm” nicht hilfreich, Liszts Ruf zu ändern. Für mich ist Liszt kein Popstar und Frauenschwarm. Er ist ein Künstler, der revolutionäre Musik geschrieben hat und Musikgeschichte. Erstaunlich ist, dass selbst er unter einer systematischen Demontage, unter Verriss und Spott von Neidern und Konkurrenten gelitten hat. Es scheint also so zu sein: Ist man genial begabt, auf der Suche nach der eigenen musikalischen Ästhetik, wird Demontage kommen. Das gehört zusammen, wenn man anders ist, dann hat man Gegner. Die wirklich entscheidenen Dinge, warum Liszt ein Genie ist, wird in Stegemanns Buch gar nicht angesprochen: Liszts Poesie, seine Programmmusik, sein Ad nos, was er schuf, was er einläutete, seine symphonischen Dichtungen. Oberflächlichkeiten über das Pariser Haifischbecken der Virtuosen, Tratsch und Klatsch, Politik und menschliche Beziehungen werden in den Vordergrund gestellt. Es ist mir nicht so wichtig, ob und wie Liszt mit Wagner Umgang hatte, wie oft er seine Tochter sah, ob er mit Schumann in Konkurrenz stand, ob er bei der Presse scheiterte. Liszt hat Zukunftsmusik geschrieben. Das macht ihn genial. Dass er dabei Protest erlebte, ist leider… normal. Dass er selbst auf der Suche nach Gott war, ein Doppelleben lebte, ein verletzter Künstler war – normal. Dennoch sollte man das Besondere seiner Werke in den Vordergrund stellen.

Empfehlen kann ich den Film: That Sugar Film. Voll verzuckert. Es stimmt: Wir essen viel zu viel Zucker. Es ist eben nicht egal, woher Kalorien kommen, sondern der Ursprung ist sehr wichtig. Ich glaube, dass der hohe Zuckergehalt vor allem etwas mit dem Gehirn macht. Ich glaube: Menschen, die viel Zucker essen, werden viel weniger nach Gott fragen.

Oft gibt es heute Bücher oder Filme, sogar Spiegel-Bestseller, in denen es heißt, das Universum würde uns helfen, uns vorwärts zu bringen oder uns zu heilen. Man könnte auch sagen, Bäume oder die Sonne oder Sterne oder Wolken würden uns helfen. Das ist die neue Art, von Gott zu sprechen. Teile seiner Schöpfung werden hierbei als Gottheiten ausgegeben.

Das war der verzuckerte Mitternachtsblog.

Hier findet ihr meine Lyrik:

Lyrik Ann-Helena 

Gott ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich nicht fallen werde. (Psalm 62,7)

13 Orgeln in vier Tagen! Ich freute mich schon lange auf die sehr schöne Orgelzeit ab 18.3., schon seit Dezember. Für mich ist es ein Wunder, dass es geklappt hat trotz der bizarren Zeit gerade. Es ist so schön, die reiche Orgellandschaft Thüringens kennenzulernen. Es gibt in Thüringen über 200 Orgeln allein aus dem 18. Jahrhundert. In beinahe jedem Dorf steht eine wunderbare Orgel.

Wir sind über 1400 km gefahren und haben 13 Orgeln in 4 Tagen gespielt. Einmal waren wir auch in Sachsen-Anhalt (Köthen) und Sachsen (Leipzig). Organisiert habe ich die Reise seit Januar. Meine erste selbstorganisierte Orgelfahrt. Aufgrund des Virus ist zwar einiges durcheinander geraten, manches hat nicht geklappt, aber über die Hälfte schon, dafür bin ich sehr dankbar.

Allein die Zugfahrt mit dem Express über Neudietendorf war genial. Alles war still, friedlich, lag glitzernd in der Sonne. 10:57 kam ich an, wurde abgeholt, und ab dann ging es los. Danke an alle! Die orgelverrückte Sorglose aus der Brötchengasse on Tour.

Am 18.3. (Mittwoch) habe ich die Wender-Schuke-Orgel in der ev. Davi Blasii-Kirche (Bachkirche) Mühlhausen gespielt, die schön und friedlich in der Sonne lag, man sitzt dort als Organistin direkt unter dem Rückpositiv, anschießend die wunderschöne Wender-Orgel (die Bach abgenommen haben soll) in St. Vitus Ammern (gefahren über die B247), und zuletzt an diesem Tag fuhren wir nach Buttstädt bei Sömmerda in Thüringen über die B84 und L1058. Dort steht die wunderschöne Heroldt-Orgel in der prunkvollen Michaeliskirche Buttstädt.

Diese große Heroldt-Orgel, die Bach, als sie neu war 1702, kennengelernt haben soll! Viele kennen diese beiden letztgenannten Orgeln und Kirchen nicht, kennen auch den Bach-Bezug zu diesen Orgeln nicht. Dort in Buttstädt habe ich auch den wunderschönen Friedhof, der einzigartig nördlich der Alpen mit seinen Gräbern über 400 Jahre alt ist, im Abendlicht besucht. Erstaunlich, dass Buttstädt einen solchen Friedhof Campo Santo besitzt. Überall hier in Thüringen sind die Menschen so engagiert, ihre Kirchen, Orgeln und Friedhöfe wunderschön zu erhalten. Hut ab! Dennoch brauche  diese Menschen dringend Hilfe. Sowohl die Michaeliskirche als auch vor allem die Orgel brauchen dringend finanzielle Unterstützung zur Sanierung. Kirche, Turm und Orgel fallen sonst zusammen. Der Turm ist schief, die äußere Wand fällt ein und kann die tonnenschwere Orgel nicht mehr halten.

Übernachtet haben wir in Gotha, sind von Buttstädt aus über die A71 und B7 (175 km) gefahren.

Am 19.3. spielte ich zunächst einige Stunden auf der grossen, schönen Schuke-Orgel in der Margarethenkirche Gotha, Thüringen. Dann fuhren wir ins kleine, malerische, grüne Dörna über die B247 und L1006 zur schmucken Wender-Orgel in St. Georg, die früher in Mühlhausen stand. Auch hier spielte ich einige Stunden. Wender stammte aus Dörna. Die Kirche und die Orgel werden liebevoll vom Freundeskreis vor Ort gepflegt und jeden Abend die Glocke aufgezogen. Gleichzeitig kümmern sich diese lieben Männer auch um Bienen. Viele kennen auch diese Orgel nicht, obwohl Bach diese Orgel kannte und schätzte!

Abends fuhren wir dann zur Ladegast-Orgel nach Köthen über die K201 und L145 zur Kirche St. Jakob. Diese große Orgel mit Walze in Sachsen-Anhalt hat mich sehr beeindruckt. Ich habe schon einige herrliche Ladegast-Orgeln nun gespielt, in Schwerin, Rudolstadt, Leipzig. Merseburg nur von unten. Nur Buxtehude ist hier natürlich nichts. Wir fuhren zurück über Leipzig (Sachsen) nach Thüringen über die B183 und L3004. Wir übernachteten in Arnstadt.

Am 20.3. spielte ich ab 10 Uhr dann in der Bachkirche Arnstadt an Wender und Steinmeyer und an der Schuke in der Liebfrauenkirche, dann in der Bachkirche Dornheim an der Schönefeld (über L1048), abends 19 Uhr an der schönen, bemalten, dreimanualigen Ladegast-Orgel von 1636 der evangelischen Stadtkirche St. Andreas Rudolstadt (über die B90), Kantor der sehr nette Frank Bettenhausen. In Rudolstadt, Bad Blankenheim und Saalfeld habe ich schon oft gespielt, Orgelkonzerte und Klavierabende. Mir gefällt die bergige Gegend. Wir übernachteten in Rudolstadt. Überall schöne Schlaflunken in gemütlichen Spelunken.

Dann die super herrliche Trost- Orgel in Waltershausen, die wahrscheinlich meine Lieblingsorgel auf der gesamten Tour war. Sie hat den schönsten Spieltisch, den ich je gesehen habe. Alle Windladen, Trakturen, Manualklaviaturen und fast alle Register wurden erhalten. Die Tasten sind sehr lang und schwarz, ähnlich lang wie an meiner Prüfungsorgel in Frankfurt am Main, und hätte ich nicht kleine Hände, würde man zwischen den schmalen, langen Tasten hängen bleiben. Gottfried Trost hat die Orgel mustergültig gebaut. Hier war das Gute, dass es kein Geld gab, sonst hätte man sie – wie viele andere Orgeln – “umgebaut” (=zerstört), wie es Mode war. Nur leider wurde die Balganlage umgebaut, wurde aber von Stade sehr gut rekonstruiert. Wie verletzlich die mächtigen, tonnenschweren Orgeln sind, sieht man erst oben. Die Kirche Zur Gotthilfe Waltershausen besitzt zudem eine wunderschöne Decke und Akustik, und der Verein Orgelsommer ist noch immer sehr aktiv. Ich habe alle Journale des Orgelsommers gelesen. 

Dann fuhren wir von der größten Barockorgel Thüringens zur allgemeingrößten Orgel Thüringens: Die letzte Orgel der Reise war die große Walcker-Orgel in Ilmenau in der St. Jakobuskirche (weißer Schrickel-Prospekt). Es ist ein Wunder, dass diese so wundervoll restauriert werden konnte, dass das Geld hierfür da war durch die Wende, sonst wäre die Orgel kaputt gegangen. Vor dieser Walckerorgel gab es noch viele andere schöne Orgeln in Ilmenau, die aber leider zerstört wurden. Die Walckerorgel besitzt einen Notspieltisch, so dass man im Duett spielen kann. Um sich warm zu halten, gibt es dort einen Fön, ein Heizkissen und einen Infrarot-Strahler.

Es gibt in Thüringen noch sehr viele wunderschöne Orgeln und sehr nette Kantoren. An den sehr netten Kantoren sieht man erst, wie unfassbar un-nett andere sind, die Orgeln interessierten Geistern und begabten Fingern vorenthalten, obwohl diese Orgeln nicht ihr Eigentum sind. Ich weiß, dass es auch in Frankreich, Italien usw. tolle Orgeln gibt, aber ich habe erst mal eine Leidenschaft für die Orgeln meines Landes. Erst mal möchte ich diese kennenlernen. Dafür schlägt erst mal mein Herz. Und die neuen Bundesländer kennen viele “im Westen” noch immer nicht, sie fahren lieber nach Paris.

Dann zurück ins abgesperrte Bayern. Ich lasse mich ungern einsperren und war schon immer sehr freiheitsliebend. Ich glaube, das liegt daran, dass ich als Kind einmal aus Versehen eingesperrt war. Da war die Klinke eines Zimmers abgebrochen und ich kam nicht raus. 

An jeder Orgel habe ich unglaublich viel gelernt. Jedoch Lernen bedeutet, immer weiter dazuzulernen. Es hört nie auf. Die motorischen, kognitiven und klanglichen Erlebnisse haben sich in meinem Gedächtnis abgespeichert. Man kann sagen, dass eine Orgel träger ist als ein Flügel, das stimmt, jedoch liebe ich das Gravitätische der Orgel und das Farbenspiel. Die Orgel an sich ist mein Orgellehrer. Dazu Gott, der größte Organist.

Wunderschön ist das ganze Land: Thüringer Becken, das Harzvorland, der Thüringer Wald, die langen Tunnel und der Rinnstein-Tunnel (der längste mit über acht Kilometern, der den Hauptkamm des Thüringer Waldes durchquert), die DDR-Überbleibsel (Orte, in denen der Letzte das Licht noch ausmachen muss bzw. in denen nur noch “alte” Menschen leben), brillant Restauriertes, manches Zerfallene, das Nebeneinander von alt und neu (neue Autobahnen, der hell erleuchtete Frachtflughafen Leipzig, die Neubaustrecken der Bahn und auch Züge, die wie durch ein vergessenes Land rauschen), das Mansfelder Land und seine Bergbauhalden. Ich glaube, die Eltern von Martin Luther hatten ein Bergwerk im Mansfelder Land. Auch an Wechmar fuhren wir an Bachs Geburtstag vorbei – dort fanden die lustigen Bach-Familienfeiern statt, hier entstammt die Familie Johann Sebastians.

Das Thüringer Burgenland ist einfach zum Anbeißen, an jeder Ecke eine Burg und eine Kirche, romantische Dörfer und Wanderrouten.

Es ist schade, die Reise unterbrechen zu müssen wegen der Krise, aber es war bis dahin wundervoll. Und nun bin ich in der Ausgangssperre, die mich heimtrieb.

Erinnerung: Orgeln in Not: SOS-Orgel-Dörfer: Orgeln in Not

Ladegast-Orgel Rudolstadt 1636/1882

20. Januar 2020

Schlagwörter: , ,

Kommentar verfassen

Lese-Konzerte und Recitals und Saarland

Die intensivste Beziehung, die wir haben können, ist die mit uns selbst. (Shirley MacLaine)

Und zu Gott. Freue mich auf die Klavierabende in Heilbronn und Böckingen.

Ich bin nun in Saarbrücken, das Hotel ist sehr schön, und abends habe ich die Stumm-Mayer-Orgel in St. Josef Wehrden (Schleiflade) und die katholische, pneumatische, historische Späth-Orgel in Lauterbach (Kegellade) kennengelernt (Reißer-System) mit einer Sexquialter (für Organisten unter 18 nicht geeignet), dazu eine Klosterflöte. Und in St. Josef rauchiges, streichendes, weiches 16-Holzprinzipal im Pedal (Prinzipalbass 16 aus Holz). Und ein extra Spieltisch für das zweite Manual direkt unter den Pedalpfeifen. Das Saarland ist schön, das Theater übrigens von Hitler gebaut, Stahlwerk Saarland, verpeilte Priester, gutes Essen.

Warum ich Orgel spiele? Orgel ist meine Verlangsamungstherapie. Man kann sie auch als Kur verschrieben bekommen. Orgel ist mein Pilgerweg.

Ich bin gespannt, morgen den Dirigenten kennenzulernen.

http://www.bach-festival.de

21.03.2020 12.00 Uhr in der Johann-Sebastian-Bach-Kirche
Mittagsmusik auf der Wender-Orgel und Steinmeyer-Orgel, Werke von Bach, Bruhns und Buxtehude. 21.03.2020 17.00 Uhr in Bachs Traukirche in Dornheim. Bachprogramm auf der Gerhardt-Orgel (aus Bach Kunst der Fuge und Wohltemperierten Klavier I)

Erklärungen zum WTK I und zur Kunst der Fuge 
Aus dem WTK I :

Präludien und Fugen C-Dur, D-Dur, e- Moll, g-Moll, h-Moll 

Aus der Kunst der Fuge:

Contrapunctus I bis VII 
Vier Kanons
Contrapunctus XIV

Improvisation zu B-A-C-H