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Karl-Heinz Schlüter

29. November 2017

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Mainz

Ich spielte an der Spanischen Orgel in Mainz, sie ist wunderschön. Ich besuchte dann Freunde im Westerwald. Besonders schön fand ich die Orgel in Riddagshausen im Konzert, auch wenn die Akustik enorm war.

Ich bin für das Sportabzeichen 3000 m in 14.10 gelaufen, für Gold hätten auch 18.00 genügt. Beste Frauenzeit an dem Tag 🙂

Bald ist mein Konzert in der Posthalle Würzburg. Zum ersten Mal Klassik in der Posthalle.

Gedanke 42

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Energie in Zärtlichkeit

Gedichte von Eichendorff, Rückert, Keller, Celan, Fried, Augustinus, Rilke und vor allem Georg Trakl — zärtliche, dunkle Literatur, die etwas Ruhiges, Zynisches, Suchendes hat — genauso Thomas Bernhard, oder Musik Hindemiths.
Bachs Musik aber spricht rund und frei von Trost, von Liebe, als könnte ich mitschreiben, jeden Tag etwas anders, tröstend, doch immer im Niedergehen die große Kraft, im Beugen die größte Spannung und Ermutigung. Seine Musik ist eine Einladung zur Ewigkeit, zum Loslassen, Vertrauen, Glauben.

Der Quintenzirkel ist für mich eine Art Gottesbeweis. An Gott zu glauben ist nicht intellektuell anspruchslos. Die Wissenschaft ist nicht der Feind oder Gegner des Glaubens und der Literatur. Genauso wenig wie Musikwissenschaft Gegner der Musik ist, auch wenn es oft so scheint. Bach war ein großer Dichter und Denker; viele andere, die unser Land beeinflusst haben. Sie arbeiteten oft auch mit verborgener Symbolik. Symbolik addiert sich in meinen Gedanken wie verselbständigte Kunst, um auf den rechten Zeitpunkt zu warten.

 

Calvi, Rotterdam, Stuttgart, Kampala, Oberösterreich, Schwäbisch Gmünd mit Heidi Bieber (xpand), Saal Schönblick

Es gibt ein aktives, verletzliches Loslassen für die Freiheit, die Avantgarde, für ein zartes Herz mit starken Wurzeln, eins, das Sinn macht und in eine starke Freiheit und Weite führt: ein Herz ist ein Kämpfer an der Front und setzt sich für andere ein.

Das Herz sucht und pumpt und weist mit Blut und Atem auf das Leben hin.

Korsika

31. Mai 2009

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Stuttgart

Ich bin aus Stuttgart zurück, habe dort in der Hochschule unterrichtet und geübt und die Staatsgalerie und das Deutsche Informel genossen. Ich liebe große Leinwände, abstrakte expressive, spontane Kunst mit großen Farben und Gesten, Öl, Acryl, Mischtechnik.

Wir müssen lernen, aufhören zu wollen, zu siegen. Mit dem Siegen aufhören können, wer kann dies? Jesus.

Siauliai, Verkörperung und Neuzeit

Mein Improvisationskurs Klavier war heute in Siauliai, Litauen:
Junge Menschen aus Kanada, USA, der Schweiz, Deutschland und Litauen kamen und hörten zu. Es ist erstaunlich, wie schüchtern und reserviert die Litauer teilweise sind. Auch die Schweizer sind eher still und abwartend. Dennoch spüre ich, wie wichtig es ist, was ich weitergeben möchte. Ich habe Deutsch und Englisch geredet und wurde ins Litauische übersetzt.
Die Fahrt von Lettland nach Litauen über die kleine Grenze eine Stunde hinter Riga lief ruhig und schön über Land durch Joniskis nach Siauliai (gesprochen showlay), der viertgrößten Stadt Litauens. Ich bin irgendwann im Auto eingeschlafen. Die drei Baltischen Länder sind nicht dicht besiedelt, überall viel grünes Land.

Der Tag, an dem ich in Riga ankam, war der erste schöne, sonnige Tag. Ab jetzt hatten wir nur wunderschönes Sonnenwetter, allerdings mit viel Wind. Die Winter sind hier noch oft sehr dunkel und kalt, und ist der Alkoholismus (und sogar noch das illegale Brennen von Branntwein) erschreckend.
In Litauen wohnen weniger als 10 Prozent Russen; das fällt auf in der Identität der Bevölkerung. Leider haben die Länder wenig miteinander zu tun; die osteuropäischen Länder oft generell weniger miteinander. Die Sprachen sind unterschiedlich, aber sonst haben sie eigentlich sehr viel gemeinsam. Die ausländischen Künstler hier haben es nicht leicht mit der Tatsache, dass sich die Balten nicht wiederum jemandem beugen wollen, weder den Deutschen noch den Russen noch der EU. Es dauert, bis Vertrauen aufgebaut ist.

Lettische und litauische Wohnverhältnisse zu sehen, ist berührend, sehr unterschiedlich. Zuvor habe ich eine Radtour mit den jungen Leuten der Kirche gemacht, wir sind 47 Kilometer insgesamt über Land gefahren durch Kairiai. Die Wege waren Sand, Schotter, Steine bei Gegenwind. Wir sind mit den Rädern zum Ferienhaus gefahren, haben dort gegrillt. Die Häuser hier sind sehr billig gewesen vor der Krise, mit Sauna und Ofen und Stall und Grundstück, wunderschön; er hat dort eine Stute, eine Hannoveranerin namens Wasera, und Ziegen. Ich habe das Pferd gefüttert und gestriegelt. Sie bekommt ein Fohlen. Wir haben in dem Haus übernachtet, es war kalt nachts, aber ein Holzhaus auf dem Land. Morgens merke ich die Stunde Zeitverschiebung, da ich immer von alleine aufwache. Wir machten Ausflüge nach Jurgaiciai, zum Hügel der Kreuze. Der Ort war mir unheimlich. Morgen nach dem Konzert in Ginkunai geht es weiter nach Telsiai und Degaiciai. Grenzen nicht akzeptieren?

Reutlingen. Die Tontraube

Bedingungslose Kreativität? Jedes Mal, wenn wir anfangen zu reflektieren, wollen wir Wahrheit.

Ich unterrichtete in Reutlingen Improvisation. Mit meiner Nichte war ich in der Philharmonie, um Peter und der Wolf von Prokovief zu hören.

Ich spüre die Musik, von Heimweh ausgebrannt.