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Malerei

4. Februar 2021

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In großen Situationen entscheidet der Charakter. (Edith Stein)

Ich mag sehr die Schallplatte der Welte-Philharmonie-Orgel 1911-1928. Es klingt teilweise so virtuos wie am Flügel. Viele Klänge sind sehr spannend.

Ich freue mich, dass im Forum Kirchenmusik meine Orgelwerke angekündigt wurden.

Bin wieder in Hamburg. Hier muss man keine scharfe Maske tragen und darf auch nachts laufen/fahren…

Die neuen Videos sind sehr schön geworden.

Ich liebe die Orgel und freue mich, dass sie Instrument des Jahres 2021 geworden ist! Die Orgel berührt mein Herz!

Orgel spielen bedeutet, den Raum zu spielen.

Die verschiedenen Stile zu suchen, zu kennen.

Zu reisen. 

Es ist mir besonders als Frau und Konzertorganistin wichtig, die Orgel als Konzertinstrument mit Charme (aber bewusst ohne Pop-Appeal) präsent und lebendig zu machen, da die deutsche Kirchenmusikszene leider oft ein frauenfeindlicher Verein ist. Ich sehe mich als Konzertkirchenkünstlerin in der Verantwortung, zu zeigen, dass die Königin der Instrumente auch für weibliche Artists gemacht ist. Da ich als Pianistin aus der Klavierwelt komme, scheine ich ein schillernder Vogel in dieser Szene zu sein, was mir Fans (aber auch Feinde) einbringt – was mich anfangs verwirrt hat. Aber nichtsdestotrotz: Die Orgel selbst ist ein schillernder Vogel und möchte aus Altmodischem befreit werden, möchte virtuos, weiblich, sinnlich, wild sein dürfen! Gott hat da nichts dagegen. Soli Deo Gloria! Und es gibt viele wundervolle Kirchenmusiker und Freunde, die mich unterstützen und mir helfen. Danke dafür!

Ich freue mich, für eine zweite schöne Zeitung interviewt zu werden.

Ich habe mit der Orgel ein neues Genre „erfunden“, das es schon lange nicht mehr oder kaum gibt in Deutschland und selten gegeben hat: Konzertkünstlerin an der Orgel. Dabei hat die Orgel genauso viel Appeal wie die Geige oder der Flügel. Ich werde jeden Tag eine Geschichte berichten, was mir bisher auf diesem Weg passiert ist. Manches ist wirklich geradezu crazy.

17. Januar 2021

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Textgewordenes Leben: AHS.

Ich mag  von Richard Addinsell das Warschauer Konzert  – manchmal schwelge ich wieder in Klaviermusik, vor allem mit Orchester. Ach, und Liszt Klavierkonzerte… Und wie er den Klang der Klarinette liebte. Ich auch.

Sehr interessant finde ich die Komponistin Judith Weir.

Heute / gestern (16.1.21)  war der große Print-Artikel über mich und das Interview in der Mainpost Print Ausgabe unter Kultur, über eine ganze Seite, auch in e-Paper, sehr schön gestaltet von M. Wiedemann und Kollegen. Merci! Die Überschrift ist heftig, aber sie stimmt. Männerdomäne Orgelwelt.

Aber bald gibt es auch einen Artikel über all die netten und lieben Leute. Es gibt ja auch Gönner, Profis und Gütige. Wahrscheinlich ist vieles auch eskaliert wegen Covid, was viele unbewusst trübe und aggressiv macht, was ich verstehe.

Was ich vermisse ist, zu konzertieren und danach Spaghetti zu essen. Ich vermisse das Essengehen. Ich gehe soooo gern essen. Seufz.

Ich freue mich über die wundervollen Orgel-CDs, die ich geschickt bekomme. Höre momentan rund um die Uhr Orgelmusik. 24-7. Gerade höre ich Elgar, Howells und meinen Liebling Liszt Ad nos gespielt von Gillian Weir in der Royal Albert Hall. Eine wundervolle Organistin!

Judith Weir und Gillian Weir. Sehr virtuos und konzertant, gefällt mir. Offenbar ist in anderen Ländern das Virtuose an der Orgel kein Problem. Nur in Deutschland? Das Virtuose hat eine ganz bestimmte Farbe. Es sind nicht nur hohe Tempi, es ist Drive, die Leidenschaft, das Können. Wenn ich für manche Deutsche zu schnell an der Orgel bin, was bitte ist dann Gillian Weir? Ich bin beeindruckt und muss sagen: Hut ab! Ich bin sehr inspiriert. Ganz besondere neue Registrier-Ideen. SOON. Auch Jane soll eine Wucht gewesen sein, und sehr schön.

Ich verstehe nicht, warum viele Deutsche nicht über das Können oder die Leistung anderer genauso Hut ab! sagen können? Ohne Neid. Mit Freude. In anderen Ländern ist so viel mehr Liebe da als bei den Deutschen für die eigenen Landesmenschen. Ist Verbitterung in der Kirchenmusikszene (KiMus)? Es ist eben oft eine steife und selbstbezogene Szene. Wenn Frauen sich dort präsentieren, sind sie nicht bescheiden. Wenn Männer sich präsentieren, “positionieren sie sich nur”.

Manche sind so nett, glücklich, zufrieden und lieben es, Künstlerinnen zu fördern, sind warmherzig, respektvoll zu mir. Aber andere… Puh. Wie Krähen, die ihre Krallen in weiches Fleisch bohren. Krähen zerfetzen alles, was weich ist. Krähen sind neidische, gewissenlose Amateure oder KiMus, die ihre Defizite durch Mobben kompensieren und meinen, ein bisschen Wissen unbedingt demonstrieren zu müssen, indem sie kritisieren. Sie lassen erst ab, wenn sie auf eine Blechbüchse stoßen. Dann suchen sie ein neues Opfer.

An Orgel sind viele KiMus (Kirchenmusiker) nicht sehr interessiert.

Mir gefällt das Zitat: Raben fliegen in Scharen, aber Adler allein. Wer will ein Rabe, eine Krähe sein und wer ein Adler? ADLER, ihr Lieben.

Ich lerne daraus, wie man sich bei Mobbing verhält. Ich bekomme viele Ratschläge dazu in persönlichen Nachrichten. Ich schreibe einen Ratgeber dazu, ein Buch, wie man mit Mobbing umgeht, was ich daraus gelernt habe und was man beachten muss, was man auf keinen Fall tun soll (mit ihnen Lebenszeit verschwenden oder Genugtuung bieten; aber Mobber wollen ja provozieren, damit die Opfer Fehler machen. Um dann zu sagen: Selber schuld). Ignorieren und Schweigen, nur um kein Opfer zu werden halte ich für falsch. Man könnte sagen, ich sei hetero-phob, die meisten meiner Mobber sind hetero, soweit ich weiß; jedoch MAT: Markus Theising  l bezeichnet sich im Forum als homosexuell. Und ob der schwul oder sonst was  ist oder nicht, ist mir total egal. Ich bin eher mobber-phob. Lästerer fand ich schon in der Schule gemein und doof.

Raben fliegen in Scharen, aber Adler allein. Das Zitat ist aus dem Film Jenseits der Stille, sehr schön, ein toller Film einer tollen Frau über eine tolle Frau. Wo bleiben noch mehr solcher deutscher Filme? Wo sind sie geblieben? Wenn auch das Ende recht melodramatisch wirkt. Klarinette ist wirklich ein wunderschöner Klang.

Auch das Zitat von meinem Dirigier-Prof, dass man “am Ende die Leiter wegwerfen muss” – genau, so ist das in der Kunst. Erst arbeitet man mit einer Leiter, baut sie auf, nutzt, verwendet und trainiert sie, und dann – am Schluss, dann wirft man sie weg: Dann macht man im Konzert genau das Gegenteil von dem, was einem gesagt wurde, das “Falsche”, also nicht das, was man die ganze Zeit als richtige Regel gelernt hat. Dann ist man in der Freiheit angekommen. Und hier entscheidet sich Kunst von einer (sehr guten) Performance. Hier beginnt das Licht von Genialität zu leuchten. Denn immer nur das machen, was einem gesagt wird, immer nur alles richtig machen wollen, ohne Risiko, das wird nie zur eigenen Kunst führen. Oder überhaupt zu Kunst. Kunst ist Regeln brechen.

Es stimmt, wie einige mir gemailt haben, dass das Verhalten der Hater in Ansgar Kreutz facebook-Kirchenmusikgruppe den Artikel in der Mainpost ganz von selbst zu 100% bestätigt haben. Wenigstens wurden ein paar Hater und Faker dort mal stumm geschaltet. (Manche Männerkollegen sind oft alte Kumpel und halten zusammen. Auch die angeblich neutralen und unabhängigen Männer des Pfeifenorgelforums sprechen sich einfach ab.

6. Januar 2020

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… und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. (Matthias Claudius)

Schon 1790 erkannt. Und wir? Kennen wir das Ziel?

Künstler im Lockdown. Can you hear your heART?

Heute war ich in Tholey. Die Abteikirche ist mit das Schönste, was ich je gesehen habe. Was für eine Kirche, was für eine Orgel! Ich bin noch ganz hin und weg. Frater hat uns alles gezeigt. Die neue Hugo-Mayer-Orgel im wunderwunderschönen, historischen Prospekt mit dunkler Eiche, Gold, Schwung und einem Rückpositiv, zu dem an den Seiten die Pedaltürme stehen – also am Rückpositiv, nicht hinten im Hauptprospekt. Das ist etwas Besonderes und lässt die Orgel wie eine Harfe aussehen. Oben thront König David, der tatsächlich eine Harfe in der Hand hält. Die Orgel spielt sich butterweich, köstlich. Drei Manuale, französisch im Stil. Schönes Rückpositiv, tolle Zungen, die meisten im top gestimmten Zustand, sogar ein nicht-französisches Krummhorn. Auch das Schwellwerk hat ganz zärtliche Farben. Eine Walze gibt es nicht.

Kein einziger Klang ist irgendwie schrill, kein 2-Fuß, keine Quinte. Alles ist unglaublich abgefedert im Klang, gestützt. Nicht so herrlich sonor und dunkel wie Ladegast Schwerin, einfach anders. Überhaupt ist man oben hinter dem Rückpositiv sicher und geborgen, es gibt dennoch viel Platz, die Engel und Schleifen runden die Seiten ab. Der Spieltisch wirkt neu, gepflegt, hell. Auch der Innenraum der Orgel ist unglaublich sauber, groß, hell, einladend, weiträumig, ordentlich und gepflegt. Man sieht die Pfeifenreihen säuberlich angelegt, überall kann man stehen und gehen, auch die Leitern nach oben sehen selbst für mich richtig “machbar” aus. Also keine wackeligen, dürren Gestelle, sondern richtige Tritte. Der Holzboden um die Orgel herum ist ebenfalls im einem schönen Zustand. Alles wirkt edel, geschützt und neu.

Auch gerade von weitem sieht die Orgel überwältigend aus, wie eine vornehme, kostbare Harfe, ja, wie ein heiliges Davids-Instrument.

Die Orgel hat eine lange, besondere Geschichte. Die will ich hier jetzt nicht wiedergeben, das kann man im Google nachlesen. Aber eine besondere Sache hat die wunderschöne Kirche natürlich neben der phantastischen Orgel. Die Fenster!

Genau! Deswegen sind wir hingefahren, denn genau zu diesen Fenster soll ich ein Orgelwerk komponieren. Ich habe nicht gewusst, was mich erwartet, denn ich wollte mich überraschen lassen. Ich hatte also “no idea”.

Wir kamen an, die Kirche wirkte von außen rund und “türmig”. Die schwere, goldene Tür ist bereits kostbar geschmückt. Die Bilder der Tür zeigen rechts das neue, links das alte Testament. Obendrüber ist ein denkmalgeschütztes Kunstwerk.

Man kommt hinein. Ist sprachlos. Frater hat von innen geöffnet. Die Tür hat kein Schloss. Es wird ein schwerer Riegel zurückgezogen. Zuerst war die Kirche dämmrig. Dann hat der Frater das Licht angemacht. Doch schon im Dunkeln leuchteten die Fenster. Sie sind rechts und links und hinten (hinter der Orgel), von einer Frau gemalt, einer Glaskünstlerin, die in München wohnt. Ich war völlig fassungslos. So etwas Wunderschönes! Jedes Bild hat eine Geschichte, gibt das alte und neue Testament wieder. Jedes dieser Fenster hat viele besondere Details und ganz ausdrucksstarke Farben und vor allem Gesichter. Wenn man zur Orgel hinaufgeht, die geschmackvoll runde, künstlerische Treppe hinauf, sieht man hinter der Orgel den Fall Satans eindrücklich dargestellt. Ich finde das Bild passend in der Nähe der Orgel.

Die ganze Kirche ist Kunst. Alles. Die Treppe zur Orgel, die Farben der Stühle, die Kissen, der Altar, Beichtstuhl, Krippe, Kreuz, die Schnitzereien, die Gemälde, die Fenster, der ganze Stil, das Design der Kirche. Sie zieht nach oben. Hin zu Gott.

Die Christologie: Menschwerdung, Kreuzigung, Himmelfahrt und Pfingsten ist hinten links in einer Art Kuppelsaal dargestellt, in drei großen Fenstern der Außenfront. Sehr schön ist hier die gelungene, künstlerische Mischung aus alter und neuer Kunst. Die Säulen und das gesäuberte, helle Gestein ist alt, aber der kunstvolle Tabernakel moderne Kunst, darüber die umwerfenden Fenster. Diese Künstlerin ist faszinierend. Sie hat das Evangelium verstanden, obwohl sie wohl Muslima sein soll. Wahrscheinlich hat sie das Evangelium besser verstanden als so mancher “Christ”. Frater sagte passend, dies seien die sogenannten “anonymen” Gläubigen, die das Evangelium darstellen können, während Sonntagschristen gar nicht sagen können, was das Evangelium überhaupt ist.

Und dann sind da die drei großen Richter-Fenster vor dem Altar. Er hat sie der Kirche geschenkt, sein letztes großes Werk, sie mussten nur die Anfertigung bezahlen. Gerhard Richter ist ja kein Glaskünstler. Es sind beeindruckende Fenster, die irgendwie zeitlos wirken, wie ein Kaleidoskop. Es schimmert immer irgendwie anders, leuchtet hier, dann da. Leuchtende Patterns. Die Fenster sind ungeschützt, was ich gut finde. Es geht ja nicht darum, alles abzusichern und zu kontrollieren, sondern Gott zu vertrauen.

Die beste Aussicht auf diese Fenster hat man… wo?

Genau! Von oben, von der Orgel her. Es sieht wirklich überwältigend aus, wenn man durch die Spalten des Rückpositivs über den Altar hinweg zu diesen langen, großen Fenstern blickt.

Fortsetzung folgt morgen. Sonst wird dieser Blogeintrag ein Roman. Und ich muss noch üben.

26. Dezember 2020

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Die erste Waffe gegen Frauen ist immer Ignoranz. (AHS)

Die zweite Waffe gegen Frauen ist Mobbing.

Immer noch Weihnachten. Heute früh schneite es ein wenig.

Sehr empfehlen kann ich den Film Le Havre – ein finnisch-französischer Film mit schwedischen Untertiteln. Perfekt. Ich habe für die anderen übersetzt.

Was ich nicht empfehlen kann, ist die deutsche Film-Fassung von Nils Holgersson. Es ist eine so wundervolle Original-Geschichte und hat es nicht nötig, so aufgepeppt zu werden. Selma Lagerlöf war 1909 die erste Frau mit dem Literaturnobelpreis. Ihre schwedischen Romane sind so berührend, dass man weinen muss. Sie ist mein Vorbild. Ich habe auch wieder ein Buch von ihr zu Weihnachten geschenkt bekommen. Carl Larsson, der schwedische Nationalmaler, hat die Bilder gemalt.

Was ist wichtig beim Üben? In ein Stück muss man verliebt sein, sonst wird da nichts draus. 

Meine Bach Toccata d-Moll habe ich in einer Woche gelernt und aufgenommen.

Mein grünes Spinett ist jetzt bei mir. Es fehlt nur noch der kleine Hocker, der kommt.

Morgen oder bald ein neues Messiaen-Video online.

Ich glaube, dass manche Kirchen- und Hobbymusiker etwas gegen Kunst haben, vor allem, wenn die Kunst in Verbindung mit Christsein steht. Denn Kunst /Virtuosität und Christsein ist leider oft das Gegenteil von Kirchenmusik, wie ich erlebt habe.

12. Dezember 2020

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Manchmal wünsche ich mir ein kleines bisschen mehr Märchen in meinem Leben. (AHS)

Reale Anekdoten mit Orgellehrern, Teil 1 – Anfang meiner Orgelkarriere:

Also, dieses Register heisst Engelsstimme. Warum klingt das nur bis hierher?

Naja, es heißt Engelsstimme, kann also nicht so tief runtergehen.  (Oder haben Sie schon mal einen Engel gehört, der sooo tief spricht?)

Das ist eine sehr kindliche Antwort. Gibt’s noch mehr?


Der “Weihnachts”-Film loveactually gefiel mir noch nie. Eigentlich  geht es hier eben nicht um Liebe. Da sind Männer, die von dienenden jungen, ihnen unterlegenen Frauen angezogen sind. Dabei haben sie diesen typischen “ach, du bist so süß, aber irgendwie tust du mir auch leid”-Gesichtsausdruck, gepaart mit dem Wunsch nach Sex. Mit Liebe hat das alles so viel zu tun wie gerade Aufwachen mit fliegendem Galopp. Ich glaube, dass das meiste, was in dieser männlichen Gesellschaft Liebe heißt, weit entfernt von Liebe ist.

Meine Kakteen und Geranien blühen. 

Das Besondere an Mendelssohn und seinen klassisch-dynamischen Werken ist die Feindynamik der Hände, während das Pedal alles zusammenhält. Die relativ kurzen Linien (im Gegensatz zu den  unendlichen bei Liszt) im Manualiter und ihre Zweierbindungen, unter denen Decrescendo liegt, werden von den langen Pedallinien getragen. Es geht bei der Interpretation um die Kontraste, um das Elastische, um ein Verständnis aller Bögen. Das Fingergefühl im Pedal ist sehr wichtig. 

Das Pedal muß präzise, prägnant, kernig und dennoch entspannt sein.

Dann das lange Pizzicato im dritten Satz von Mendelssohn IV, dem “naiven” F-Dur (ohne Drama); besonders alle rhythmischen Punktierungen gut abgesetzt und richtig betont, dazu das Pendant in den Händen. Diese müssen so sicher sein, dass das tragende Fundament im Pedal klar gehört wird. Da für mich am Klavier früher die linke Hand der Bass war, muss ich immer mal wieder umschalten. 

Im ersten Satz von Mendelssohn IV am besten ganztaktig oder in Halbe denken (Metronom 24) und dabei nicht vergessen, dass die Melodie oft ein anderes Absetz-Timing hat als das Pedal (3D). Immer genau wissen, wo man entspannen und wo man die original 100 wieder aufnehmen will. Das Finale der Sonate ist jedoch der vierte Satz, dahin steuert alles, hin zum Pedalmotiv. Die Sonate muss wie Ad nos ein Großes, Ganzes werden. Man merkt bei Mendelssohn, dass er mit Orgeln tiefer vertraut war als Liszt, der seinen Winterberger und Reubke hatte.

Übrigens kann ich mich trauen, mehr Streicher zu verwenden. Ich fand Streicher an Orgeln oft nicht so schön.

Das Drama bei J.S. Bach liebe ich am meisten, es ist tiefer als das musikalische Drama aller anderer Komponisten.

ps: Was mich wundert, dass in der Buchserie “Frau in der Gesellschaft” im Fischer-Verlag Fotos im Titel abgelichtet werden, die “die Frau in der Gesellschaft” vor allem als erotisches Symbol darstellen, und zwar auf eine Weise der Unterwürfigkeit und Hilflosigkeit, dünn, verletzlich, halb bekleidet, was Männern gut gefällt. Im Nachthemd. Mit dünnen Armen. Nach dem Motto: Mach mit mir, was du willst. Was für eine berufliche Position wird eine solch verletzliche, unterwürfige Frau in der Männergesellschaft wohl haben oder bekommen? Das soll die Frau in der Gesellschaft sein? In welcher, in der Männergesellschaft?

Gibt es eine Frauengesellschaft?

2. Dezember 2020

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Die Vorstellung und Idee einer eifersüchtigen Gottheit… (Ernest Gellner)

Nun, als ob Gott eine Idee, gar ein Despot ist! Er wird darüber lächeln.

Ein Tag voll Schnee und dem Versuch von außen, Freiheit und Weihnachten zu verbieten und dass man draußen eine Pizza essen darf. Aber Weihnachten ist ohnehin etwas anderes als Glühwein in Menschentrauben.

Und wieder kommt ein Mann, Gellner, mit einem System daher, gar diesmal mit einer “systematischen Ideengeschichte”. Manchmal denke ich, solche Männer sind mit ihren Gedankengebäuden und ihrer “Philosophie” am weitesten von Gott entfernt als alles andere im Universum. Sie haben einfach zu viel vom Baum der “Erkenntnis” gegessen und gar nichts verstanden. Die Frucht Evas ist ihnen nicht bekommen, weil sie gierig waren. Wahrscheinlich haben sie Kopfblähungen.

Alpha-Males. Woran erkennt man sie? Man erkennt sie als Frau schon von weitem an ihrem skeptischen Blick, hinter der Stirn steht Sex, vorne oft ein auf unschuldig und charmant getrimmtes Lächeln wie eine fleischfressende Pflanze. Meist haben sie eine sehr viel jüngere Ehefrau zu Hause, die beruflich keine Konkurrenz ist. Und wehe, du bist beruflich anderer Meinung als sie. Dann werden die anderen (Alpha-) Males zusammengetrommelt. Dann gehen die Hinter-dem Rücken-Aktionen los, denn eins sind Alpha-Males gegenüber Frauen: Feige und in einer direkten Konfrontation hoffnungslos verloren. Das wissen sie auch. Daher sind die Attacken von Alpha-Males gegen undevote Frauen nicht nur sexistischer, sondern auch sexualisierter Art. Es geht um Sieg, um Überwältigen, um eine andere Art von Stoßen. Um eine Macht-Vergewaltigung sozusagen.

Dagegen gehören Willenskraft und Einsicht zusammen, wie Mozi schreibt.

ps: Ich mag die Geschichten von Kishon – kluger Humor, Gesellschaftskritik von seiner nettesten Seite. Und mit dabei ist immer seine “beste Ehefrau aller Zeiten.” Das ist süß.

2. September 2019

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Wie kann man und frau von der Kunst leben?

“It is our choices that show what and who we are, far more than our abilities.” (J.K.Rowling)

Ich kann Frauen ermutigen, von der Kunst zu leben. Die KSK (Künstlersozialkasse) ist ein guter Partner, wenn frau nachweisen kann, dass sie von der Kunst lebt. Erstaunlich ist, dass 90 Prozent aller Musikhochschulprofessoren noch nie in der KSK waren, noch nie von der Kunst gelebt haben, gar nicht wissen, dass das geht, wie das geht, dass es möglich ist, die auch finanziell davon keine Ahnung haben (Riester, GVL, KSK, Rente, GEMA, Agentur, Marketing, Netzwerk, Unterstützer, Sponsoren, Webseite, Shop, Medien, Finanzplan, Mindset, Social Media, Business, Platten, Verträge usw.), keinerlei Tipps geben können, die sich ein Leben ohne Anstellung gar nicht vorstellen können. Einmal fragte mich ein Professor: “Wieso müssen Sie denn Konzerte spielen?” Die im Grunde noch völlig hinter dem Mond leben. Wie sollen sie dann Künstlerinnen und Künstler verstehen und ausbilden können, wenn sie selbst keine sind?  Nie das Risiko auf sich genommen haben? Manche haben maximal ein “Sabbatjahr” von Konzerten gelebt, wenn überhaupt. Und mussten dafür “sparen”! Das ist natürlich abschreckend für junge Künstlerinnen. Viele Musiker und Künstlerinnen kennen ihren Wert überhaupt nicht. Spielen umsonst. Bezahlen für das Üben (zB im Mozarteum). Wie soll man dann ein profitables künstlerisches Unternehmen starten? Es sollte zudem nicht tabu sein, eine Macherin zu sein oder selbständig in der Kunst. Risikobereitschaft und Cleverness sind erstrebenswert und werden belohnt.

Know your worth. Then add tax. 

Man muss also lernen und wissen: Wie passen unternehmerische Tätigkeiten im Bereich Musik, also “Business” und Kunst zusammen? Wie kann ich dies umsetzen? Wie kann man sich einen Alleinstellungsmerkmal schaffen? Welche zündenden Ideen, was für einen Mehrwert habe ich?  Reicht das, was ich liebe zu tun, aus, um ein Business daraus zu machen?

Aber die Lehrer wissen nicht, was für Vorteile das künstlerische Unternehmertum hat, wie man sich wann wo anmeldet und warum, wie man damit Geld verdient – und dass künstlerische Menschen viel Geld mit Kunst verdienen können – wenn frau fleißig, kreativ, leidenschaftlich ist. Natürlich sollte man reiselustig, gesund, fit, kontaktfreudig, gern auf der Bühne, gern übend sein, einigermaßen planen können und Publikum und Veranstalter mit für die nettesten Menschen der Erde halten. Viele Lehrenden sind leider im Gegenteil neidisch, skeptisch, egoistisch, versuchen zu hindern. Es muss erst perfekt sein. Was? Perfekt? Done ist oft better than perfect. Zudem sollte man sich an diejenigen halten, die das, was man selbst erreichen möchte, geschafft haben. Nicht an die, die einen enttäuschen und selbst kaum vorwärts gegangen sind. Auch Mut zum Fehlermachen haben. Zum Ausprobieren. Experimentieren.

“Halte dich fern von denjenigen, wie versuchen, deinen Ehrgeiz herabzusetzen. Kleingeister tun das immer, aber die wirklich Großen geben dir das Gefühl, dass auch du selbst groß werden kannst.” (Mark Twain)

Jede muss erst lernen, wie frau sich auf Fotos präsentiert, in Interviews verhält, neue Konzertkonzepte und Repertoires aufbauen, immer wieder neugierig sein und wissbegierig. Aber selbst wenn man nicht die Durchplanteste ist und an einem WE quer durch Deutschland fährt oder Wilhelmshaven mit Bremerhaven verwechselt, so kann man mit Charme und Authentizität viel wettmachen. Die Zuhörenden wollen nicht eine perfekte Maschine, sondern einen echten Menschen, jemanden, die gern performt. Wie oft bin ich schon aus dem Zug auf die Bühne gesprungen! Der Mythos, dass dies ein viel zu riskanter Beruf sei, ist: ein Mythos. Es ist zudem eine Berufung. Wieviele Musiker haben ihr Dasein in Musikschulen, spielen nur in ihrer “eigenen” Kirche oder sind in Jobs von 9 bis 5, in denen es um alles mögliche mehr als um Kunst geht, und sind damit sehr unglücklich. Begrenzte künstlerische Zeit gegen Sicherheit eintauschen?

ps: Ich gehe gern auch im Hochsommer in die schöne warme, ätherisch duftende Badewanne – dort habe ich immer gute Ideen für neue Projekte. 

17. August 2019

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Psalm 91

Sieben Mal am Tag singe ich dein Lob. (Psalm 119)

Psalmen sind mehr als ein Gedicht.

Ich freue mich über meine ersten eigenen Tomatenpflanzen und die große duftende Basilikumpflanze. Während ich wie in Bann Anna Karenina las und übte und auch zum ersten Mal die ältere Klais-Orgel, geformt wie ein Engel, wie aus Porzellan, die nur ein paar Schritte von mir entfernt direkt bei mir ist, besuchte, schrieb ich später neue Texte.

Meine neue Klais-Übe-Orgel in Heilig-Kreuz ist wunderbar. 

Gedanke 78

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Fanfare und Farbe

Ich schätze Vincent van Gogh, ich bin berührt und erschrocken über sein Leben und seine Hartnäckigkeit in der Kunst, seine Leidensbereitschaft, seine Vision. Unglaubliches Leben. Regeln fielen ihm schwer. Sehr schwer. Wunderbar schwer. Seine Revolution. Seine Not. Nicht zu fassen. Wie konnte ein solcher Mann mit allen Tiefen und Höhen solche Werke schaffen? Ja, sein Schmerz hat seinen eigenen Stil erschaffen. Er malte seine Gefühle. Seine Krankheit. Seine Seele. Er ist in seinem Leben ganz anders als Bach, ein Stück weit gegensätzlich, unsicher, verletzlich, sensibel, genauso unschuldig und kindlich, und hat dennoch genauso seinen eigenen Stil erschaffen, Ablehnung und Zorn und dennoch so viel Zartheit, immer auf der Suche nach Vollkommenheit. Dennoch ist mein Lieblingsmaler Monet.