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Recording Artist

6. Juli 2021

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Ich möchte Kunst so vermitteln, als sei sie gerade erst erfunden oder gefunden worden. (AHS)

Morgen fahre ich nach Detmold Hiddesen, audite, bin gespannt, meine Werke in einem Studio in einem Studio in super Qualität zu hören. Das macht so Spaß. Hören. Studio. Alles toll. Ich freue mich sehr auf die CD. Dann bekomme ich auch meine geliebten Noten zurück, die aussehen wie aus “Bachs Zeiten”, wie manche behaupten. Gut, dass ich alles doppelt habe, auch “in sauber”.

Ich freue mich auf die Orgelsommer Thüringen und Neckarsulm.

Vielleicht klingt es etwas naiv, aber ich bin besonders enttäuscht oder getroffen, wenn Frauen mich angreifen. Irgendwie ist meine Meinung von Frauen so hoch, und ich bin erstaunt, wenn ich erlebe, wie schlimm manche sind. Es gibt, wie gesagt, auf beiden Seiten schlimme und wunderbare Menschen. Was ich dennoch nicht einsehe, ist, dass hauptsächlich die eine Seite bestimmen will.

8. Februar 2021

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Kommt Zeit, kommt Orgel. (AHS)

Aber buchstäblich!

Ich bin noch immer in HH! Es fuhr kein ICE gen Süden wegen Schnee und Hochwasser. Alle ausgefallen! Nichtsahnend stand ich am Bahnhof. Wunderte mich über alle Sätze wie „Gute Fahrt, drücke die Daumen“ – spinnen wieder alle? Nun. Vor lauter Orgelüben bekomme ich nicht mal mit, wenn es ein Erdbeben gibt.
Dabei ist hier in Hamburg kaum Schnee, nur Wind, Kälte und nachts Sturm. So bin ich nun schon die 5. Nacht hier.

Heute übte ich nun dann an der schönen italienisch-niederländischen Reil/Heerden-Orgel in blau 204 der HfMT. Mit kurzer, gebrochener Oktave.
Ich war in den letzten 14 Tagen nur eine Nacht daheim. Mein Marathon-Orgel-Programm von 145 Minuten.
Mittlerweile habe ich zumindest verstanden, welche Wege am wuseligen HH-Hbf hier wohin führen.
Hoffe, dass ich morgen heim kann.

Ich lese gern Bücher von Susann Nitz.

Die Orgel ist mein Brandopfer, mein Banner. Psalm 20.

23. Januar 2021

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Ohne den Heiligen Geist keinen Heiland. (AHS)

Dirigieren war wieder wunderschön. Frank Löhr ist eine Wucht! Sehr zu empfehlen. Ein echter Musiker. Mein neues Stück ist Schuberts Unvollendete. Ich liebe es, wie Schubert (später Dvorak und Mahler) Volksmelodien verwendet, was sich sein großes Vorbild Beethoven wohl nicht getraut hätte oder nicht wollte. Schubert tut dies so kunstvoll, dass das Volkslied durch die Synkopen unendlich zärtlich wird, eine ferne Erinnerung. Außerdem wird sein Dur traurig und klagend, ein Dur hinter dem Moll, wehmütiger als Moll je sein könnte.

Unschlagbar darin war, ist und bleibt Bach. Wer ist schon zärtlicher als Bach? Auch das Spiel mit Hemiolen mag ich, für mich ist es jedes Mal eine Offenbarung, wenn ich in Bachs Musik eine neue Hemiola entdecke. Dann ist der Tag gerettet. Egal, wie es mir vorher ging.

Ich finde beispielsweise im ersten Brandburger phänomenal, dass Bachs Hemiola wie ein Virus alle Stimmen immer mehr erobert. Und Brahms und Schubert übernehmen dies Spiel mit den Hemiolen. Doch wer ist und bleibt der beste darin? Genau.

Beim Dirigieren ist es wichtig, nicht auf die Hemiola aufzuspringen, sondern ganz normal weiter zu dirigieren, Impulse und Punkte zu geben und dennoch rund zu bleiben. Und die kreative, zarte, freie linke Hand. Mit jedem Schlag ist man für Noten verantwortlich.

Die soziale Komponente beim Dirigieren und den positiven “Schnack” zu haben, das ist nun neu für mich. Mit dem Publikum zurecht zu kommen ist die eine Sache. Das war für Glenn Gould schon zu viel. Mit Kollegen zu tun zu haben – a whole different story. Das alles mit Machtspielen ist mir zuwider. Dieses ganze Menschliche. Aber glücklicherweise geht es auch anderen so, und dennoch sind sie Dirigenten. Man muss sich eben nur auf die Musik konzentrieren, nur auf die Sache. Ergriffen sein und ergreifen. Die offene Art von Frank hilft mir auch, die Welt anders zu sehen. Es gibt auch Männer, die sich von Frauen gemobbt fühlen. Und es tut mir immer weh, wenn ich höre, dass eine Frau Grund für solche Klagen ist.

Man ist eben immer vom anderen Geschlecht besonders schnell getroffen, verletzt, überrascht und enttäuscht. Und kann an dieser Stelle betonen, dass ich absolut fasziniert von vielen Männern bin und ihnen in vieler Hinsicht sehr viel verdanke. Nehmen wir allein Pieter und Frank hier in HH, die mich in Orgel und Dirigieren vorwärts bringen. Und vielleicht sollte man einfach auf die Menschen schauen, nicht auf Geschlechter. 

Reincken in Katharine (St. Katharinen Hamburg) unterstreiche ich weich, durch die Registrierung und den Anschlag, die Repetitionen wie Ornamente, fast mit Flatterzunge (Flöte), rhetorische Pausen.

ps: Ich liebe das eigenständige Orgelsoloregister Sesquialtera, das Bach auch sehr liebte, das recht scharf und führend eben kein Instrument imitiert (selbst die Prinzipale imitieren Streicher und Gesang), sondern mit seinen verstärkten Obertönen prinzipalisch klingt (zwei Chöre: Quinte und immer auch Terz).

Man muss den tiefsten Soloton prüfen, wegen des Repetierens des Sesquialteras. (Nicht alle repetieren.)

Ich mag es, wenn es etwas schwebt, wenn man mehrere Flöten zusammen nimmt. 

Und all das, um diesen neuen, eigenständigen Kompositionsstil zu finden, der in mir schlummert.

https://youtu.be/SiOoGOTypnA
Hamburg

5. Januar 2020

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Auch in einem Rolls Royce wird geweint, vielleicht sogar mehr als in einem Bus. (Francoise Sagan)

Ich freue mich über die vielen emails und Anfragen von Organisten aus der ganzen Welt. Auch von ganz jungen. Heute schrieb mir ein Dreizehnjähriger, ich sei sein Vorbild. Und Morgen: eine schöne Reise.

Wenn man etwas in einer Kirche aufnimmt, u.a. für sich zum Training, dann gibt es ein Geräusch, das wirklich stört: Wenn Leute unten für Kerzen Münzen einwerfen. Manchmal scheinen sie zehn Zwei-Centstücke bei sich zu tragen, die sie genüßlich einzeln scheppernd hineinschmeißen. Manche tun das sogar dann, wenn unübersehbar große Mikrofone aufgestellt sind.

Mir kommt es so vor, als würden sich einige Omas und Opas zusammenrotten, mit ihrem gesamten Kleingeld in die Kirche marschieren, wenn ich gerade aufnehme, um Dutzende Kerzen mit Ein-Cent-Stücken zu kaufen. Dann wird natürlich auch noch mit viel Lärm Kerzen angezündet, wobei die Hälfte herunterfällt. Einmal war ich kurz davor, mit Klebeband sämtliche Münzschatullen abzukleben. Ich träume schon nachts von diesem Geräusch klimpernder Münzen.

Bald kommen drei neue Würzburg-Videos.

Gestern hat es ein wenig geschneit, das freut mich.

Anbei der neue Mendelssohn und Scarlatti  – mein erster Scarlatti auf der Orgel. Ich habe meist nur Scarlatti auf dem Flügel gespielt:

Mendelssohn ist so lieblich, dass mir die Orgel plötzlich wie ein Klavier vorkommt. Schön!

An der wunderschönen Trost-Orgel Waltershausen, Thüringen, erscheint offiziell Mai 2022 (Release)

Holy Spirit, Holy Ghost, KOMM, HEILIGER GEIST

audite Künstlerin Ann-Helena Schlüter

Vielen Dank an Theophil Heinke und Ludger und Agnes Böckenhoff. 14 Tracks. Booklet 22 Seiten mit Fotos, deutsch und englisch. 

  • Bach Choräle Heiliger Geist F-Dur und G-Dur BWV 651 und 652
  • Bach Passacaglia und Fuge c-Moll
  • Bach Piece d’Orgue Fantasie G-Dur
  • Bach Toccata und Fuge d-Moll BWV 565
  • Bach Trio-Sonate d-Moll
  • Scheidemann Choral Heiliger Geist
  • Reincken Fuga g-Moll
  • Eigene Werke: Shades (Schatten) und Rapture (Entrückung)

Soli Deo Gloria

   

Orgel-CDs bei audite, Klavier-CDs bei hänssler Classic

Fortsetzungs-CD: B-A-C-H von Liszt, Reger, Schlüter

Ich habe mich so gefreut. Ich kam spät von Luzern nach Hause, und da standen die beiden großen Pakete mit den CDs. Sie ist wunderschön geworden, ein tolles Booklet mit 22 Seiten, Fotos, Dispo, Vita, Übersetzung von Wolfgang Rathert. Wunderschön ist der Klang. Es ist meine erste große Orgel-CD; meine zweite Orgel-CD insgesamt, meine erste habe ich schon 2018 bei Classicophon gemacht. Aber diese ist eine Wucht. Ich liebe sie. Sie ist süffig im Klang, perfekt registriert, perfekt aufgenommen, und das Pedal klingt so genial. Brausend, dass man Gänsehaut bekommt. Und es sind sogar zwei Werke von mir darauf. Am schönsten aber sind Track 8-14, die großen berühmten Bach-Werke, BWV 565 d-Moll und die Passacaglia. Natürlich hat die CD 14 Tracks wie fast alle meine CDs. Denn 14 ist die Bach-Zahl.

Ihr könnt sie jetzt schon bei mir bestellen und vor Weihnachten geliefert bekommen vor offizieller Veröffentlichung (März 2022), mit meiner Signatur, wenn gewünscht, 20 € inklusive Porto (außer Ausland, da kommt noch Porto dazu).

Ich selbst kann mich an meiner CD nicht satthören. Die wunderschöne Trost-Orgel. Die CD ist bunt, voller Freude und Energie und Leuchtkraft.

Die CD ist gelb. Die gelbe CD. Gelb ist meine Lieblingsfarbe. Das Gelb steht für Freude, für Gold, für mein Haar, für den Heiligen Geist. Das Kunstwerk auf der Frontseite ist von mir, Acryl auf Leinwand und kann man ebenfalls als Kunstdruck kaufen. 

1. Oktober 2020

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My hands are of your colour; but I shame to wear a heart so white. (Shakespeare)

Wenn man eine hervorragende Organistin oder Organist sein möchte, muss man sich (außer mit vielem Üben) viel mit Reisen, Geschichte, Mentalität, Orgelbau, Klängen und Akustik beschäftigen. Wenn man nur an der eigenen Orgel hockt, wird man keinen Zugang zur Exzellenz finden. Warum? Weil Orgelspiel viel mehr ist als fehlerloses Spiel oder Üben. Es ist Wissen, Kennen, Wachstum, Reife und Musikalität. Es gehört viel Leidenschaft dazu, dieses Instrument zu erkennen. Man muss eine Beziehung zu diesem Instrument im Allgemeinen aufbauen. Das kostet Kraft und Zeit, weil die Orgel eine enorme Persönlichkeit ist. Das ist das, was ich am meisten an der Orgel mag: Ihre Persönlichkeit.

Man muss Dispositionen auf dem Papier analysieren, blind registrieren können, Klänge, Frequenzen und Klangbilder auf CDs erkennen, Stile und Kirchenstile wissen, Akustik und Raumgrößen abschätzen können, also alles Fähigkeiten und Interessen, die man nicht über Nacht erwirbt und die man auch nicht “büffeln” kann, sondern die durch Erfahrung und Herzblut entstehen: Wie klingt eine durchschlagende Klarinette, wie ein weicher 32-Fuß, welche 2-Füße? Es ist theoretisches Wissen, das im Grunde aktives Wissen ist, künstlerisches.

Man braucht ein Bauchgefühl und ein Verständnis für die Orgel. Und dabei muss man innen flexibel und weich bleiben, nicht starr und in Regeln verhaftet. Man muss Regeln kennen, um sie brechen zu können. Wenn man Regeln nicht kennt und sie bricht, ist dies naiv. Aber wenn man Regeln kennt und bewusst bricht, dann entsteht Kunst. Viele sind zu ängstlich für wahre Kunst. Ich glaube, dass die, die Regeln zu hochhalten, meist die sind, die eben nicht gereist sind, die eben nicht so viel kennen, die die Ausnahme der Norm nicht kennen, die Regeln missverstehen, die im Grunde kunstfeindlich und experimentenfeindlich sind und massive Angst vor Fehlern haben, Theoretiker, Lehrer. Bach konnte nicht viel reisen, aber er ist “gereist” durch seine Abschriften, durch sein Interesse an der Vergangenheit, durch sein Kennen der Stile, durch seine Vorstellungskraft. Dadurch hat er noch viel mehr geleistet und noch viel mehr Türen geöffnet.

26. Oktober 2019

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Wiegleb-Orgel St. Gumbertus, Bachorgel Ansbach

Wir parkten auf dem Johann-Sebastian-Bach-Platz und gingen zur Orgel. Diese wunderschöne dreimanualige, mitteldeutsche Orgel von 1739 (in der Zeit schrieb J.S. Bach seine Clavierübung III) mit langen Registern  und Goldknöpfen, eine Fürstinnen-Orgel, Schleiflade mit Druckpunkt, eine Crescendo-Orgel, einem Schweller, der am Boden langzieht in der Form eines Bügeleisens, HW unten, OW in der Mitte, OW oben, steht also in Ansbach in der evangelischen Kirche St. Gumbertus, der ehemaligen Hofkirche. Die mächtige Barockorgel mit 45 Registern stammt aus der Tradition der Thüringer Bachfamilie (Erfurt, Arnstadt), die mit Orgelbau auch in den Süden gegangen ist. Lange Zeit stand dann später eine schöne Steinmeyerorgel hinter der Wiegleb-Fassade, bis diese wieder neu konstruiert wurde und die Steinmeyer-Orgel entfernt. Es gab hierzu einen langen Krieg. Nun ist die Wiegleb-Orgel wieder da, und sie ist sehr schön, die vielen edeln Achtfüße sind ein Genuss, und man kann diese auch sehr schön kombinieren, immer wieder Neues ausprobieren mit Flöten, Streichern (Gambe, Salicional) und Zungen: Sogar die Vox Humana blökt fürstlich.

Schön finde ich, wenn Orgeln keine grellen Mixturen und Labiale (besonders Prinzipale) hat. Oder wenn man dann zumindest in delikate prinzipalische Stimmen ausweichen kann wie hier, da es viele Achtfüße gibt, eine schöne Zimbel, auch eine Quintatön 16-Fuß im OW und einen 32-Fuß im Pedal, wie ihn auch Bach hatte. Ich liebe es, wenn man Bach mit 32-Fuß spielt und wenn eine Orgel vom Tenor aufgebaut ist, nicht vom Diskant her, der sonst nur klingelt und zu dominant ist, so dass man die Mittelstimmen gar nicht mehr hört. Ich mag es nicht, wenn das Pedal zu dünn oder zu schwach ist.

Je weniger man koppeln muss, desto freier ist man, wird nicht beschränkt. Leider ist obligates Pedalspiel in Ansbach durch das Durchgekoppelte der Pedalkoppel erschwert. Normalerweise sollte sie nur mit dem ersten Manuel koppeln. Wichtig sind auch Transmissionen, die Verbindungen ohne Koppeln zulassen, so dass beispielsweise Klarinette, Traversflöte und Salicional auch in einem anderen Manual erklingen können, ohne dass man koppeln muss – wie Lenter-Orgeln sie oft haben.

Auch hier tauchte ich wieder ein bis zum Druckpunkt; so kann auch ohne ständigen Registerwechsel das Spiel lebendig und dynamisch sein. In Maihingen war nicht jeder Ton equalized, so dass allein dies schon den Ton schwingen lässt.

12. Juli 2019

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Poesie an der Orgel – meine Seelenverwandte

Die Orgel: She’s like the wind … 

Es ist doch erstaunlich, dass manche Organisten glauben, es ginge hauptsächlich um die Größe der Orgel. Ich finde, ein solches Denken ist das Gegenteil von Musikalität. Natürlich ist es eine Zeitlang sehr spannend und verlockend, die großen und größten Orgeln der Welt zu bestaunen und zu spielen. Aber irgendwann sollte man damit einigermaßen gesättigt sein und nicht dort stehenbleiben. Dann geht es schließlich wieder um die Musik. Hierbei geht es um den schöpferischen Klangwillen. Dabei ist die Größe der Orgel nicht entscheidend. Darum geht es nicht.

Bachs Trio-Sonaten haben mit “der Größe der Orgel” nichts zu tun. Auch nicht mit “raffinierten” Setzeranlagen oder “geschickten” Registerkombinationen oder einem “Maschinendenken”. Immer neue Gebilde entwachsen aus den Triosonaten, Vereinigungen, Einheiten. Hier muss man einfach sehr gut spielen können, gut hören, musikalisch sein. Durch nichts wird der Mangel hier “verdeckt” oder kompensiert.

She’s taking me to moonlight, only to burn me with the sun…

Natürlich muss man sich auch mit der Wucht und der Größe einer Orgel und ihrer enormen Komplexität identifizieren. Das tue ich. Ich habe oft das Gefühl, die Orgel ist mir sehr ähnlich: komplex, variierend, voller Power und Schönheit, in gewisser Weise geheimnisvoll, überbordend, sowohl introvertiert wie auch extrovertiert, gewaltig. Dennoch ist – und ich habe oft das Gefühl, danach lechzt die Orgel – der sanfte, lyrische, virtuose, pianistische, kammermusikalische Zugang sehr wichtig, die Poesie an der Orgel, das Weibliche.

Manche meinen, je größer und komplexer die Orgel ist, desto männlicher wäre sie. Ganz im Gegenteil. Frauen sind ja nun eindeutig wesentlich komplexer als Männer und auch viel runder :).

Einige traditionelle Kirchenmusiker blocken, wenn es um Organistinnen geht, tun sich selbst aber keinen Gefallen damit: Es geht um die Zukunft der Orgel.

She’s taking me to moonlight, only to burn me with the sun…

Die Orgel ist wie eine Freundin, eine Seelenverwandte für mich. Der Flügel ist wie ein scheuer, brillanter Liebhaber, ein Lover, oder besser, wie ein Ehemann, die Orgel wie meine große Schwester.

Sie ist eine sprechend-singende, imitierende Verkündigerin.

Im August wird meine neue Bach-CD bei Hänssler Classic im Saarländischen Rundfunk vorgestellt: am 6.8. um 11.20.

Curinga, Calabria

Das Konzert in Curinga war sehr schön. Eine sehr spannende Tamburelli-Orgel von ca. 1845, Rotelli-Orgel in der Terme Romane Curinga (Römische Bäder von Curinga). Die italienischen Prinzipale (vor allem kombiniert mit Flöte) sind sehr weich und warm. Die Pronesti-Orgeln (Betonung auf dem i) von Salvatore Pronesti gefallen mir sehr, auch die historischen Orgeln von Rotelli, alle italienischen Napoli-Orgeln.

Zum ersten Mal spielte auf dieser italienischen historischen Orgel jemand Bach Goldberg-Variationen. Natürlich spielen die Italiener Bach anders, romantischer. Dennoch war alles sehr schön. Ich spielte zudem Muffat, Pachelbel, Frescobaldi, eigene Kompositionen, Sweelinck. Ich, meinen geliebten Steinway zuhause, spürte die Knie hart an dieser alten grünen Orgel, fiel fast rückwärts in die Tiefe, da die schwere Bank am Abgrund stand, welche Prinzipale und Lebensgefahr.

Weiche Flöte, hartes Holz.

Interview Luxembourg Remy Franck

Die Presse in Italien und auch von Pizzicato Luxemburg waren sehr gut.

Presse Italien

Gedanke 76

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Musik ist ein Fächer, ein Schutzschild

Musik kann nicht bezwungen werden, sie liegt wie das Meer oder ein großer weiter Strand, das Meer spiegelnd, vor mir. Musik kann ich trinken. Der Strand ist wie ein mittelblonder geflochtener Zopf in all den Lichtern.

Mein Klang. Meditation.

Art is strength under control. Welt hören.