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Ann-Helena Schlüter

30. September 2022: Design reflektiert Welt.

Design reflektiert, was in der Welt passiert. (Erika Pinner)

Heute erinnere ich an Emilie du Chatelet, 1706 geboren, und an Nanda Herbermann, die ihr Leben aufs Spiel setzte, gegen die Nazis und aktiv für die Wahrheit zu arbeiten.

Neu: Orgel-Information Suhl

Köhler Orgel Kreuzkirche Suhl

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23. September 2022: Orgeln sind Klangweiden. Ohrweiden. (AHS)

Foto: eins meiner ersten Orgelabende mit Pedal

Die Mitglieder der Mehrheit schreiben sich selbst positive und Außenseitern negative Eigenschaften zu; die Definition von „Anderen“ hat immer die Funktion, die Selbstbewertung und die Kohärenz der eigenen Gruppe zu verbessern. (Harald Welzer)

Ich befinde mich wie immer quer durch Deutschland, Ankunft ungewiss. 😊

Neu: Himmelstöne

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Kommentare, Bewertung, Kritik und Gruppendynamik

Solche digitalen Gruppen, Grüppchen, kriminelle Fake-Profile, Attacken, Foren kennt man.

Labile, depressive, einsame oder psychisch kranke Männer tummeln sich in diesen Gruppen, Fake-Seiten und auf diesen Profilen. Tom Anschütz, Maximilian Nicolaus, Lucas Kluck, Benjamin Otto Benjamin Frensel, zudem Fake-Profile und unmoralische Lästerer wie Rochus Schmitz etc. wirken geradezu besessen von mir. Man denke an Jürgen Strupat. An Benjamin Otto und Ansgar Kreutz, Martin Schmitz aus Föhren mit ihren Kommentaren und Likes zur Unterstützung von lügenden Mobbing-Portalen.

Diese Gruppen werden von Arbeitslosen, Rentnern, Laien und Kranken als Hobby mit viel Zeit unterstützt und von denen, die fast das Rentenalter erreicht haben, am Ende von allem sind oder anderweitig nicht viel zu verlieren haben, gelangweilt oder neidisch sind.

Leuten wie Jan Wilke, Barry Jordan, Christoph Bornheimer, Karl-Bernhardin Kropf – Männer, die offensichtlich gern lästern, attackieren und kritisieren und feige Mobbing-Portale unterstützen. 

Kirchenmusik ist erstaunlicherweise ein Ort, der lästernde, kritisierende, labile, charakterlich schwache Männer ohne Skrupel anzieht. Warum? Corona scheint das verschlimmert zu haben. Diese Männer scheinen besessen von mir. Kommentare, die diese Leute unterstützen, aber auch Kommentare, die diese Leute attackieren, schalte ich nicht mehr frei. Wenn es etwas Gravierendes gibt, werde ich es ansprechen. Ansonsten konzentriere ich mich wieder auf alles Positive. Positive Vibes ❤️🎵

Mir gefällt die „Philosophie“ von Harald Welzer, besonders seine Formel des Selbstdenkens.

Neu: J. M. Molter- Herzlich tut mich verlangen, MWV XII/2a, Choral, Jehmlich Orgel Dresden

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Neu: Orgel Information Pillnitz

Jehmlich Orgel Schloss Pillnitz

20. September 2022: Gott: Mein Herz ist eine Uhr, die an seinem Herzen hängt wie ein Pendel. Sein Herz aber steht über Raum und Zeit. (AHS)

Das Altern soll uns Demut und Gott lehren. Mein Herz ist eine Uhr, die an seinem Herzen hängt wie ein Pendel. Sein Herz aber steht über Raum und Zeit. (AHS)

Heute erinnere ich an Nina Hugendubel, die wie ich Bücher liebt.

Foto: Klais Orgel Köln-Rondorf

Frauenkirche Dresden

Heute war ich spontan den ganzen Tag in der evangelischen Frauenkirche. Und es wurde mir nicht eine Sekunde langweilig. Sie ist die größte Kuppelkirche nördlich der Alpen. Zudem ist sie weltweit die einzige Kirche, deren Kuppel eine Sandstein-Glocke ist.

Zuerst nahm mich Matthias hoch zur Orgel. Er hatte mich schon mal hoch zur Orgel mitgenommen vor längerer Zeit, aber wir konnten nicht spielen, weil Führung war (was gefühlt den ganzen Tag ist). Diesmal hörte ich sie von oben. Oben klingt sie natürlich anders als unten. Unten ist sie viel zarter, „leiser“, wie ich bei der Abendandacht später hörte. Oben hat sie ganz schön Wumms, besonders das Pedal. Singend, tief.

Ich liebe tiefes, singendes Pedal. Das Gehäuse ist exakt nach der damaligen Silbermann Orgel  gebaut worden. Das erste und zweite Manual ist Silbermann, außer dass im zweiten noch ein romantisches Salicional dazu gekommen ist von Daniel Kern. Das dritte ist neu und romantisch, das vierte wieder Silbermann, mit herberen Zusatzklängen für norddeutsche Musik.. Eine „Universalorgel“ im besten Sinne.

Kern Orgel vs Silbermann Orgel

Klar, sie ist wundervoll. Fast 5000 Pfeifen, 68 R, 4 M. Dennoch ist es so traurig, dass die unvergleichliche Silbermann nicht mehr da ist, an der Bach saß. 1945: Die angloamerikanischen Flieger bombten 16 Stunden (!!) auf Dresden ein. Und die als unzerstörbar geltende Frauenkirche, die WW I  ertragen hatte, hielt bis zum Schluss durch ❤️ Doch dann.

Sie wurde in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar (also in der Nacht zu meinem Geburtstag, nur 1945) attackiert und fing Feuer. Das Feuer kam durch die geborstenen Fenster. Und sie stand noch meinen ganzen Geburtstag lang. Aber am Morgen des 15.2.45 fiel sie in sich zusammen 😥 Die Glut war ringsum so heiß, 1000 Grad (!!), aufgrund der Feuersbrunst, dass der Sandstein VERGLÜHTE und die Sandsteinpfeiler die tonnenschwere Kuppel nicht mehr tragen konnten und alles einstürzte. Die Orgel war da schon längst komplett verbrannt. Der Ort, an dem Bach vor 2000 Menschen spielte. Nur das Kuppelkreuz ließ Gott zwar beschädigt und verformt, aber nicht zerstört zurück. Und dieses steht nun innen.

Die Frauenkirche stürzte. Ich habe selbst heute noch alte Dresdnerinnen und Dresdner in der Kirche erlebt, die heute noch darüber weinen. Und selbst mir kommen die Tränen, während ich dies hier schreibe.

Mahnmal und Wende

200 Jahre stand sie, dann ein Trümmerfeld. Und sie blieb dies 48 Jahre: Ein Mahnmal. Zudem war die DDR an Gott und Kirche kaum interessiert. Doch dann kam sie. Die Wende. Und der christliche Glaube schwappte auch wieder zurück nach Mitteldeutschland. Die Zeit war reif. Gott ist gnädig. Er hat innerhalb von 11 Jahren mit nur 180 Millionen alles wieder aufbauen lassen, mit 2/3 Spenden; es kostete allein 13 Millionen, die Trümmer korrekt zu enttrümmern. Ein Jahr früher als geplant war sie fertig. Kein Vergleich mit der Elbphilharmonie, die immer teurer und länger wurde.

Frauenkirche vs Elphi

Bei der Frauenkirche flossen die Spenden. Nobelpreisträger gaben ihr ganzes Preisgeld. Engländer schenkten Geld und Gold. Alle gaben alles. ❤️ Es berührt so sehr. Ich konnte die Kirche nicht verlassen. Ich war bei der Emporenführung dabei und oben auf der Kuppel und unten in der Unterkirche, und bei allen Andachten. Das habe ich alles schon mal gemacht, aber abends, nach einem Konzert, in dem ich war, und schon lange her. Und ich finde, tagsüber ist es etwas anderes. Vor allem habe ich mich geändert: Ich behalte alles und dokumentierte ganz anders als früher. Die Orgel hat mich verstehen lassen und mich Geschichte lieben gelehrt.

Ich liebte Geschichte in der Schule schon, weswegen andere dachten, ich sei eine Streberin. Aber das wirkliche Leben ist mehr als Schule.

2022:

Frauenkirche-Dresden

18. September 2022: Die Orgel ist ein Klanggebirge. Ich bin Sturm und Wirbelwind. (AHS)

Die Erfahrung, die man teuer bezahlt, hat erst Gewicht; die, welche uns geschenkt wird, will man nicht. (Karl von Holtei) Das sehe ich nicht so. Ich finde, auch geschenkte haben Gewicht!

Heute erinnere ich an Marion Donovan, amerikanische Erfinderin. Frauen mit Erfindergeist mag ich.

Foto: Kunst von Ann-Helena

Ich bin unterwegs zum Konzert nach Dresden und freue mich. Bin jetzt schon das 4. Mal geimpft, weil es so ein blödes Gefühl war, als ich positiv war, ich hatte Fieber und Husten.

Konzertplakate

Übrigens: Ich hatte einige meiner Zimmer voller Konzertplakate der letzten Jahre, und viele habe ich übereinander geklebt, weil sie keinen Platz mehr fanden. Das habe ich von meinem Papa, der unten in unserem Studio im Keller Wände und Türe mit seinen internationalen Plakaten vollgeklebt hatte, was ich als Kind immer schön fand. Es gibt ja auch Kantoren, die den Weg zur Orgel mit Plakaten vollkleben, was ich nett finde.
Aber bei mir hat es Ausmaße angenommen. Wenn Gäste auf Toilette gingen, sagten sie mir, sie fühlten sich von meinem Gesicht beim „Geschäft machen“ beobachtet, weil mein Gesicht überall auf den Plakaten zu sehen war. Wenn ich einen Schrank oder Schubladen aufmachte, kamen mir Plakate wie Wolle entgegen.

Mein Flügel – oben, unten, voller Plakate. Ich habe also Großputz gemacht und (gar nicht mal mit schwerem Herzen, eher mit Erleichterung) die Plakate alle abgemacht, gesäubert und eingetütet in Folien und Ordnern. Jetzt sieht es viel freier aus für neue Dinge. Ich dokumentiere einfach gern. Wegwerfen von schönen Dingen fällt mir schwer.

Erzählt mir, was macht ihr mit euren Konzertplakaten? Schmeißt ihr sie weg?

Teebaumöl

Seit ich in Australien war, liebe ich den Geruch von Teebaumöl. Ich habe es immer im Haus und tröpfle es in die Badewanne oder in Duftbehälter. Es erinnert mich sofort zurück an meine geniale Zeit in Australien.

Würzburg Straßenfest

Heute habe ich mal wieder das Stadtfest erlebt, es war schön mit frischem, jungen, süffigen Federweißer (ich mag nicht, wenn er zu lange gegoren hat, dann schmeckt er nicht mehr süß), warmen Zwiebelkuchen, Salat und Saft. Die Weinorte der Welt mag ich stets besonders gern, ich finde, hier ist das Volk geselliger, gemütlicher und gebildeter als in „Bier-Gegenden“ (außer Köln), wo fast nur Männer anzutreffen sind. Ich hoffe, ich bin hiermit niemandem auf den Schlips getreten. Es ist halt einfach meine Meinung und Erfahrung. Ich habe auch schon auf dem Stadtfest Würzburg gespielt, es sind ja große Bühnen aufgebaut, aber es ist für mich seltsam, wenn Leute herumlaufen, während man konzertiert. Das macht etwas mit meinem künstlerischen Anspruch. Heute spielten gute rockige Coverbands. Aber eben Cover-Songs. Da sagte ein Freund (aus Zentral-Bayern) zu mir: „Naja, du coverst ja auch, wenn du Bach spielst.“

Hm. Was denkt ihr darüber? Ich habe mich noch nie als Cover-Musikerin betrachtet. Abgesehen davon, dass dieses Jahr oder Anfang 2023 mein erstes Klavierkonzert veröffentlicht wird als Noten, der Vertrag ist gekommen. Dennoch: Ist Bach interpretieren covern? Ich finde: Nein.

Neu: Klais Orgel Bonn Orgel Information

Klais Orgel St. Franziskus Bonn

Neu: Orgel-Information

Sauer Orgel Altenburg

Konzert-Orgel-Prohlis-Herbstfest

16. September 2022: Es gibt viele Kirchen in Kreuzform. Ich sehne mich nach Orgeln in Kreuzform. (AHS)

Lustige Leute begehen mehr Torheiten als Traurige, aber Traurige begehen größere. (Ewald V. Kleist)

Ich mag gern die Gemälde von Frederic Leighton, besonders Flaming June 1895. Ein Bild voller Leidenschaft.

Foto: Meisterkurs mit Daniel Roth in Frankfurt

Heute erinnere ich an Anike Peters, Klimaexpertin, und Junko Tabei, japanische Bergsteigerin, die sogenannte „Männerberge“ bezwang  – wusstet ihr, dass Bergsteigen lange eine Männerdomäne war?

Ich schaue manchmal gern Mount Everest Filme und schauere gern vor mich hin. Bequem im Bettchen. Ich war schon in Nepal und sah die Himalaya Berge vom Flugzeug aus. Aber – ach, wer würde sich das antun?

Nepal

Ich könnte nicht über solche Klüfte an winzigen Sprossen entlang, mit Rucksack schiefe Leitern klettern, tonnenschwere Eisblöcke um mich, Stürme, keine Luft, und ich reagiere sehr empfindlich auf Höhe. Ich müsste mind. ein Jahr vor Ort trainieren. Ich käme sonst nur bis ins Basislager. Weiter wohl nicht. Schon das Lager 2 zu erreichen ist schwer. Zeltschlafen ist auch nicht so mein Ding. Aber wandern in den Bergen an sich liebe ich. Da bin ich auch sehr gut und schnell. Ich bin aber nicht geübt mit Pickel und Steigeisen. Das muss man trainieren. Die Kälte ist enorm. Man ist nur ca. 30 min auf dem eisigen Gipfel und muß dann sofort wieder runter, obwohl totmüde. Der Abstieg ist die größere Gefahr. Der eigentliche Gipfel ist, das Basislager zurück gesund zu erreichen. Insgesamt muss man schnell sein.

Katastrophe ist, dass die Sherpas so wenig Geld verdienen, dafür, dass sie für zahlende Bergsteiger (pro Person 50.000-65.000 €) ihr Leben riskieren. Sie bekommen davon ca. 5000 € pro Aufstieg, dabei sind sie das A und 0. Die Sherpas verlegen Seile und schleppen den Krempel der Touris. Nepal ist erschreckend arm.

Die meisten Bergsteiger hier auf 8000 Meter Höhe sind Männer. Von ca. 1200 Menschen bisher auf dem höchsten Punkt der Erde sind 52 Frauen ❤️

Neu: Orgel-Information: eine meiner früheren Übe-Orgeln Karlstadt am Main Orgel St. Johannis:

Jehmlich Orgel St. Johannis Karlstadt am Main

Metrosexell

Ich habe heute das erste Mal gelesen: Dass unsere Zeit, Mode, unsere Katastrophen-Virus-Krieg-Klima-Endzeit Männer „metrosexuell“ macht. Ich bin froh, dass ich diese Definition rein zufällig gefunden habe für das, was mir schon länger aufgefallen ist bei Männern und was immer schlimmer zu werden scheint: weibliche Männer, zwar mit Taliban-Bart und Riesenfüßen, aber absolut nicht männlich.

Der Gang, die Bewegungen, alles wirkt homosexuell, oder fast weiblich, aber auf eine ganz seltsame, verzerrte Art. (Manchmal die Klamotten, hautenge Klamotten, gezupfte Augenbrauen, Rucksäckchen… ) Irgendwie eine Mischung aus metrosexuell, asexuell und homosexuell. Es irritiert mich, da ich Männer in meinem Inneren ganz anders definiert habe, zumindest in meinem „Wunschdenken“. Mit weiblichen Männern, die keine Frauen sind, sondern in punkto Sturheit und Egoismus genauso Testosteron wie männliche oder gutaussehende Männer – damit zurecht zu kommen, das ist eine Herausforderung…

Wenn ich einen Menschen sexuell einschätzen kann, hilft mir das, mit dieser Person zurecht zu kommen, das passiert eher instinktiv und aufgrund meines Bauchgefühls. Metrosexuellen Menschen dagegen kann ich sexuell überhaupt nicht einordnen, ich bin irritiert.

Neu: Orgel-Information Teschemacher Orgel Köln ❤️

Teschemacher Orgel Köln

13. September 2022: Gib mir Schutz vor den Sternen. (AHS)

Über jede neue Falte sollte man sich freuen, weil sie die Glätte nimmt. (Sky du Mont)

Die „arrogante“ Glätte. Und frau soll sich auch freuen. Warum rennen so viele zu Schönheits-OPs und Botox? Warum bietet TikTok selbst Kids Schönheits-OPs an? Schönheit? Es geht meist um Sex-Appeal, welches Männer definieren. Jede Frau ist schön und sexy, in ihrer ganz eigenen Art.

Heute erinnere ich an Dorothy, Vaughan, Mathematikerin.

Neu: Bad Köstritz

Heinrich Schütz Geburtshaus Bad Köstritz

Klang

Was gefällt mir an Orgelklang? Immer wieder anders und unterschiedlich. Der große, ernste, mystische und runde Klang bei Ladegast gleitet schwebend schon in die Ferne, verlockend, nicht eilig, würdevoll und mit großer Kraft. Wunderschöne Trompetenbecher, die Schallbecher, Wellenrahmen im HW, angehängte Metallpfeifen, Expressionsschlitze, Trakturdetails, Registerschilder, Abstrakte, neue Holzpfeifen, rekonstruierte Pfeifen, restaurierte Windkästen und Bälge. Rohrflöten und Gemshorn sind besonders schön.
Bei Ladegast kann man lückenlos von pp bis ff registrieren, was ich liebe, mit vielfältigen Streichern, raumfüllender Terrassendynamik, durchschlagenden Zungen, besitzt jedoch auch spätbarocke mitteldeutsche Klänge für Bachs Musik, neben Flötenschwebung und ätherischem Schwellwerk.

Was ich an Albert Schweitzer, der Ladegast ebenfalls liebte, so bemerkenswert finde, ist, dass er trotz ausgefülltem Leben mit Musik und Theologie noch mal von vorn anfing und 1904 Medizin studierte. Ich weiß, was das bedeutet. Ob man ihm auch vorgeworfen hat, er sei wohl vorher nicht genug ausgefüllt gewesen? Wie mir? Aber er war zuvor damals schon zuvor mehr ausgefüllt gewesen als die meisten anderen im Leben. So wie ich. Er ist einfach seinem Herzen gefolgt. Wie ich.

Ausgefüllt

Der Kongo war medizinisch komplett unterversorgt und er und seine Frau gaben alles. Sie gingen als hochgebildete Menschen in den Urwald, hörten nie auf, dieser gebildete Mensch zu sein. Auch ich habe nie aufgehört, Pianistin zu sein. Ich bin wie Schweitzer, beides und mehr. Organistin und Pianistin. Er Mediziner und Theologe. Nicht dass die Kirchenmusik ein unterversorgter Kongo ist, obwohl es mir manchmal so vorkommt, aber auch ich war vorher mehr als ausgefüllt, als die Orgel wie der Blitz mein Leben traf. Und auch ich habe wie Schweitzer Opfer gebracht.

Gunsbach, Elsass

Es gab schon lange vor 1932 eine Orgel hier in Gunsbach, die Schweitzer als Kind spielte. Schweitzer hatte diese frühe Orgel geliebt. Leider wurde sie im Ersten Weltkrieg stark beschädigt. Albert sammelte Geld, um eine pneumatische Orgel zu bauen, mit doppelter Tastatur und 20 Registern. Dann wurde die Orgel erneut im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt.

Albert sammelt und gibt Geld

Diesmal konnte nur das Notwendigste repariert werden. Schockierend, dass die Kriegsmänner jedes Mal in dieses kleine Dorf mit Granaten eindrangen und den Kirchturm beschossen! Wozu? Was hatten sie davon? War dieses friedliche Dorf eine Bedrohung für sie?

1959 jedoch hatte Albert erneut Geld gesammelt, um seine geliebte Orgel zu reparieren. Diesmal spendete er selbst viel Geld und ließ sich den Rest zum 85. Geburtstag schenken.

Er hatte einen Renovierungsplan ausgetüftelt, den Alfred Kern 1961 ausführte. Albert nannte dies „sein letztes Werk“. Da er in Lambarene starb, konnte er leider dieses letzte Werk nie hören und sehen. Die Orgel gehört der evangelischen Kirche. 1993 und 2020 wurde sie erneut renoviert.

Simultankirche

Die besondere Kirche ist interkommunal (Gunsbach und Griesbach) und seit 1751 interkonfessionell bis heute eine Simultankirche, ein Zeugnis, einfach, treu, mit schönen Glocken von 1413 und 1951 „Christe Gloria“ und Orgel, die 2020 neu gemacht wurde. Der Turm der Kirche wurde nach 1945 wieder aufgebaut.

Lambarene 

Durch Schweitzer (Günsbacher und Weltbürger) wurde die Kirche weltberühmt. Schweitzer hat bereits seine frühe Kindheit in Gunsbach verbracht. 1925 starb sein Vater, Pfarrer der Kirche. Schweitzer war zu der Zeit Schüler im Lyzeum Mulhausen. Gunsbach war Schweitzers Zuhause. Er starb 1965 in Lambarene.

Neu: Orgel-Information Gunsbach

Albert Schweitzer Orgel Gunsbach

12. September 2022: Identity is Destiny. (AHS)

Zählen werden nur die, die bereit sind, sich weder mit einer Ideologie noch mit einer Macht zu identifizieren. (Hannah Arendt)

Sich durch Jesus mit Gott als Macht zu „identifizieren“, das ist ein Geschenk. Es gibt zwar Leute wie Max Born, die behaupten, dass man nicht Besitzer einer einzigen Wahrheit sein könne, dies würde nur das Übel der Welt hervorrufen – dennoch könnte ich nicht leben, wenn es keine Wahrheit gäbe und damit keine Gerechtigkeit. Wahrheit ist sehr wichtig.

Ich finde, es ist wichtig, für sich und andere Beraterin und Mentorin zu sein, Schwerpunkte zu haben, Lernende zu sein, ein Stück weit “Politikerin“, Vernetzerin und Redakteurin (und seien es Blogs, Vlogs, Lyrik…), öffentlich, interdisziplinär und international, mit Raum für Forschung. Selbstmanagerin. Aber auch mit Managern und Helfern, die mir helfen. 😊

Ich habe heute zum ersten Mal die Zeitung Ars Organi gelesen. 2022. Die Zeitung wird geführt von der GdO, Gesellschaft der Orgelfreunde. Auf der letzten Seite werden deren Organe und Gremien aufgeführt. Und – wer hätte sich gewundert – es sind nur männliche Organe. Redaktion, Inserate, Arbeitskreise, Beilagen, Hauptausschuss, Schriftführer: Nur Männer. Alle Autoren des Heftes September 2022: Nur Männer. Männer wollen unter sich sein? Das ist sehr schade.

Ist diese Gesellschaft eine Art moderne Freimaurerei für Orgeln? Da waren auch nur Männer zugelassen.

Heißt diese Gesellschaft deswegen „Orgelfreunde“? Ich bin eine Orgelfreundin.

Und wenn man nun schnell eine Frau herholen würde, als Alibi-Frau, es ändert nichts. Im Gegenteil. Diese eine Frau wird eine ausgesuchte sein, eine, die das Spiel mitmacht.
Wo sind die engagierten Frauen? Frauen müssen willkommen sein.
Ich hoffe, ich habe das nicht zu scharf kritisiert.

Foto: Oberlinger Spieltisch Rhaunen

Neu: Älteste Stumm Orgel-Information

Neu: Orgel News:

Dalstein und Haerpfer Chororgel St. Thomas Strasbourg

Orgel Information Strasbourg St. Thomas Chororgel

Neues Video:

Vincent Lübeck d. Ä. – Praeludium & Ciaconne in d – Dance Variations, Ladegast Orgel bei Merseburg

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Ladegast Orgel


9. September 2022: Manche Männer haben einen so dünnen Hintern, sie könnten keine Ameise gebären.

(AHS)

Die ganze Ausrichtung der Natur verweist auf eine Vorwärtsbewegung, auf ein höheres Leben. (Helena Petrovna Blavatsky)

Russische Schriftstellerin, 1831. Heute erinnere ich auch an Dorothea Schlegel, 1764. Kluge Frauen haben unsere Welt verändert, haben sie erst möglich gemacht, denn sie bringen das Leben. Männer dagegen bringen oft den Tod durch Krieg, Waffen, Haß und Egoismus.
Und erinnere an den von Nazis verfolgten Kölner Künstler Franz Seiwert (1894-1933). Sein Vater war Pfarrer, der ebenfalls von Nazis attackiert wurde.

Ich höre Werner Jacob an “meinen“ Silbermann Orgeln (alte Platten). Frischer als Wachowski, finde ich.

Platten sind soo viel besser als iTunes, Leute! Schallplatten it is ❤️ Das spontane Knacken, das Drehen, der warme Sound.

Foto: Riesenland Bad Sobernheim


Ich freue mich auf mein Konzert beim Heinrich-Schütz-Fest (350. Todestag).

Bouxwiller

Ich vermisse Bouxwiller. Warum?

Galant, monumental, majestätisch. 1968 hat Alfred Kern die Orgel von Jean André Silbermann (Sohn vom berühmten Andreas Silbermann) hier in Alsace, Frankreich „wiederhergestellt“, nachdem sie 1914 Opfer eines Umbaus wurde.

Der Prospekt ist reich verziert und denkmalgeschützt, Rundtürme wechseln sich mit Flachfeldern ab. Vor der Silbermann Orgel gab es hier eine kleine Baldner-Orgel von 1668, die nun in der katholischen St. Leodegarkirche in Buchsweiler steht und die ebenfalls sehr schön ist. Jean André befand sich beim Umbau auf dem Höhepunkt seiner Karriere.

2015 restaurierte Quentin Blumenroeder aus Haguenau die prächtige Orgel. 

Besonders mochte ich die Voix humaine und die warmen Montre und die Farben des Rückpositiv. Und die wunderschönen Zungen. Die Bank ist recht hoch und unbequem, aber man gewöhnt sich daran. 

Die Kanzel ist aus den Jahren 1579 und 1614, ein Kunstwerk aus Sandstein, mit spätgotischen Figuren (Engel, Löwen). Die Renaissance-Säule, geschmückt und mit Geländer im spätgotischen Stil; der Altar ist von 1914, die 27 Tafeln mit Szenen aus der Bibel sind denkmalgeschützt.

Die ursprünglich gotische Marienkirche wird nach der Reformation 1544 evangelisch als eine der ersten Kirchen im Elsass.

Wie immer hoffe ich, mit diesem Blog die Richtigen zu erreichen. Ich möchte meine Reichweite dazu nutzen, auf bestimme Dinge aufmerksam zu machen. Eure Ann!

Neu: Bouxwiller Silbermann Orgel

8. September 2022: Früher wurde mit der Vergänglichkeit christlicher umgegangen als heute. (AHS)

Männliche Dummheit bereitet mir größtes Vergnügen. Es ist eine unerschöpfliche Quelle der Unterhaltung. (Mary Wortley Montagen)

Britische Schriftstellerin, 1689. Heute erinnere ich auch an Brigitte Bardot, eine unfassbar interessante Frau.

Klangfarben der Orgel

Bei Klangfarben bin ich altmodisch. Ich mag gern alte Instrumente: Rankett (auch Würstelfagott genannt!), ein langes Blasinstrument, Trumscheit (Nonnengeige), ein längliches Streichinstrument, Krummhorn: gekrümmtes Doppelrohrblatt, Gemshorn: eine Art Horn, Tierhorn oder Pfeife, gekrümmt; Pochette (Geige): kleine Taschengeige, und Drehleier (Bettlerleier), auch als Lyra bekannt. Es gibt noch Schalmey, Pommern, Grossbass, alte Oboen und Posaunen, Gerle-Laute, Tripel-Harfe, Chitarrone, Tintinabulum…

Früher wurde die Vergänglichkeit des Irdischen viel mehr begriffen als heute, oder anders gesagt, es wurde christlicher damit umgegangen als heute.

Ich höre die alte Platte Arthur Eger in Freiberg. Und Wachowski. An ihm, der sehr langsam und geradeaus spielt (etwas langweilig), merke ich, was für eine „Flirrende“ ich bin an der Orgel und dass ich vom Gravitätischen der Orgel noch mehr aufgesaugt werden möchte. Vom Monumentalen der Orgel möchte ich noch mehr profitieren. Ich komme mir trotz allem oft winzig vor.

Foto: Lorenzkirche Nürnberg

Meine Orgel-Entwicklung

Ich spiele jetzt 5 Jahre Orgel, das ist bei Professionalität eine sehr kurze Zeit, eigentlich nichts. Ich habe so viel gelernt in diesen 5 Jahren. Ich erkenne Orgeln beim bloßen Ansehen und weiß von Hunderten Orgeln Zahlen, Dispo und Namen, während viele sich nicht an den Orgelbauer der eigenen Orgel erinnern können, geschweige denn an Zahlen und Dispo. Ich habe Hunderte unterschiedlichster Orgeln gespielt und komme schnell mit ihnen zurecht. Ich kenne viele, die spielen 10 oder 15 Jahre lang Orgel und kennen kaum andere Orgeln und spielen viel schlechter. Mir hat jemand gestern gesagt, er hätte noch nie jemanden getroffen, der seiner Weiterentwicklung alles unterordnen würde wie ich. Nun, ich hoffe, ganz so drastisch ist es nicht. Außerdem bin ich eine „die“. 😊 Die Zeit war extrem, intensiv, und ich habe mit die eindrücklichsten Erlebnisse meines Lebens gehabt und mich ganz neu kennengelernt.

Neu: Hater, Follower und Fans im Internet – wie geht man damit um? Teil 1

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Neu: Orgel-Information Bouxwiller, Frankreich:

Silbermann Orgel Bouxwiller

7. September 2022: Ich sehe und höre ein Mixtürchen. (AHS)

Die Ausübung der Kunst ist ein großer Teil meines Ichs, mehr als die Luft, die ich atme. (Clara Schumann)

Heute erinnere ich auch an Berthe Morison, Malerin 1841, die das gleiche sagte, an Marianne Bachmann und an Elisabeth von Braunschweig-Wolfenbüttel, die „prominenteste Schülerin“ von Heinrich Schütz.

Foto: Silbermann Orgel Strasbourg

Ich höre die Platte Schreier und Richter mit Schemelli.

Den Witzemann Heinz Erhardt (eine alte Platte, geschenkt bekommen) finde ich nicht witzig. Ich verstehe nicht, wie andere Frauen darüber lachen können, wenn ein Mann Witze über Frauen macht. So war das früher, früher war das normal. Manchmal denke ich, der Grund, warum Leute Komödianten mögen ist, weil sie ansonsten nicht genug lachen.

Schön: Albert Schweizer findet es schlimm, wenn man sich „sterbende Blumen“ (= Schnittblumen) als Dekoration ins Zimmer stellt. „Wie kann man sich an sterbenden Blumen erfreuen?“ Leider kann ich das auch, teilweise. Obwohl ich lebende Blumen noch viel schöner finde.

Wenn mich Leute beobachten, wie schnell ich (immer nur mit dem linken Daumen tippend) ins iPhone schreibe, sind sie verblüfft.
Ich habe viele Linkshänder-Tendenzen.

Interessant ist Keplers Mysterium cosmographicum: Auf der Suche nach der Harmonie der Welt.

Harmonie der Welt seit 1595

Die Bibel, aber auch der heidnische Goethe berichten von singenden Planeten, von der Harmonie und den harmonischen Proportionen im All. Als erster versuchte Kepler, dies um 1590 zu ergründen. Wo Heiden von „Mutter Natur“ sprechen, von „Göttern“ usw. – sprechen gläubige Musiker wie Heinrich Schütz von der Harmonie in Gottes Welt.

Heinrich Schütz ist viel gereist. In allen Städten und Orten, wo er war, war auch ich, außer in Telgte und Teplitz.

Schütz wurde 87 (!) Jahre alt und starb in Dresden nach einem Schlaganfall. Ich möchte 129 Jahre alt werden. Ich war übrigens eine Hausgeburt – zu einer Zeit, in der es maximal ein Prozent Hausgeburten gab. Mittlerweile sind es zwei Prozent.

ps: im Papierkorb meiner Webseite liegen Zehntausende von Kommentaren, die ich nicht freischalte, weil sie meistens …. nun ja, dämlich sind. Ich hoffe, mein Blog wird von klugen Menschen gelesen, von Menschen, die mich verstehen. Das ist meine Hoffnung und Zielgruppe. Hallo, ihr da draußen, gibt es euch? Wie geht es euch? ❤️

Neu: Pachelbel – Praeludium, Ladegast Orgel Braunsbedra bei Merseburg – dramatisch, wild

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