Foto: Steinmeyer Orgel ev. Kirche Kälbertshausen Hüffenhardt Kraichgau
Heute erinnere ich an die österreichische Schriftstellerin Teresa Präauer und die beeindruckende Autorin und Reporterin Maria Leitner, jüdisch-ungarisch, die 1941 verzweifelt versuchte, in die USA zu flüchten – was ihr leider nicht gelang, was herzzerreißend und unbegreiflich ist. Sie verhungerte im Untergrund.
Kleine hellblaue, ebenerdige Steinmeyer Orgel op. 2284 Kirche Kälbertshausen Kraichgau, 1 M, 8 R
Die hübsche kleine, helle Dorfkirche unter Kastanienbäumen gehört zum Kirchenbezirk Mosbach der Evangelischen Landeskirche in Baden. Während im benachbarten Hüffenhardt eine historische Overmann-Orgel von 1815 steht, beherbergt die Kälbertshäuser Kirche das kleine Werk aus dem Hause Steinmeyer.
Die Firma Steinmeyer war über 150 Jahre lang einer der bedeutendsten deutschen Orgelhersteller. Ihre Instrumente aus der Zeit der Spätromantik zeichnen sich durch ein besonders warmes, grundtöniges und farbenreiches Klangbild aus, romantisch geprägt.
Die Orgel steht unten rechts beim Altar, gegenüber der Kanzel, nicht auf der schönen breiten Westempore verziert mit Gemälden. Sehr hübsch ist, dass Kanzel, Orgel, Bänke und Empore farblich wunderbar aufeinander abgestimmt sind.
Die Akustik in der Kirche ist erstaunlich brillant; im Vergleich zur samtig-trockenen Kulturkirche im nahen Hüffenhardt.
Es ist meine 40. Steinmeyer-Orgel.
Die Registerzüge sind alle rechts.
Typischerweise wurden die Dorfkirchen der Region von G. F. Steinmeyer & Co. mit kleineren, grundtönigen Instrumenten (oft 1 Manual und Pedal mit 5 bis 8 Registern oder kleinen 2-manualigen Werken) ausgestattet. Klanglich stehen hierbei meist warme 8′-Lippenstimmen (wie Prinzipal, Gedeckt und Streicher wie Salicional) im Vordergrund, die dem spätromantischen Ideal entsprechen.
Diese Orgel wurde 1974 gebaut im Zeitgeist der „Orgelbewegung“ und ist daher eher neobarock. Schockierend: Zwischen 1960 und 1980 wurden kaum romantische Orgeln gebaut. Es war sehr schön, hier zu spielen.
Große Overmann Orgel 1814 / 1982 Kulturkirche (1730) Hüffenhardt bei Heilbronn, 2 M, 26 R
Die historische, ursprünglich frühromantische Overmann-Orgel in der evangelischen Kulturkirche Hüffenhardt (Odenwald-Neckar-Region) in Baden-Württemberg wurde um 1814/1815 erbaut und 1982 umfassend renoviert und leider auch neobarockisiert und umgebaut von Orgelbau Link. Doch der wunderbare, große Prospekt wurde erhalten.
Sie steht auf einer markanten, zweigeschossigen hölzernen Empore der unter Denkmalschutz stehenden Kulturkirche, die dringend saniert und gesichert werden muss, was in die Millionen geht. Bitte spendet! Die Emporen sind mit Gemälden verziert.
Das wertvolle historische Instrument stammt aus der Werkstatt der renommierten Orgelbauerfamilie Overmann, die über drei Generationen von Heidelberg und Mannheim aus wirkte. Es ist meine erste Overmann-Orgel. Sobald die Kirche saniert worden ist, soll auch die Orgel rekonstruiert und in ihren ursprünglichen Zustand gebracht werden.
Als Instrument von 1815 markiert sie den Übergang vom Spätbarock zur Frühromantik. Die Werkstatt Overmann behielt die klassische handwerkliche Struktur bei, stimmte das Pfeifenwerk aber bereits spürbar grundtöniger, wärmer und vokal-ausgewogener ab.
Trotz späterer, leider teils einschneidender Überarbeitungen (unter anderem durch die bekannten Werkstätten Voit im Jahr 1886 und Walcker im Jahr 1929) ist der Großteil des historischen Pfeifenwerks bis heute im Original erhalten geblieben.
Mein Konzert vom Förderkreis Kulturkirche Hüffenhardt war sehr gut besucht. Die Kirche war voll. Bei 100 Leuten ist die Akustik sehr trocken.
Es war sehr schön, hier zu konzertieren. Das Wetter wärmte sonnig, es waren fast 100 Leute im Konzert. Es gab hinterher Sekt und Snacks. Ich habe viele CDs verkauft. Zudem stellte ein Künstler seine Holz-Skulpturen aus, über die ich improvisierte. Presse war da. Ich habe schon oft im Odenwald gespielt, sowohl in Hessen als auch in Baden-Württemberg.
Wir besuchten auch die süße Dorfkirche in Kälbertshausen. Dort gibt es eine kleine hellblaue Steinmeyer Orgel.
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Historische frühromantische Schröter Orgel Dorfkirche Tauer Spreewald Niederlausitz, 1 M, 10 R
Das kleine, wertvolle mechanische Schleifladeninstrument steht in der lieblichen barocken Dorfkirche mit markantem Turm und Laterne hier in der Niederlausitz.
Obwohl Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut, stehen die Orgeln der Familie Schröter oft noch in einer spätbarocken Handwerkstradition, nehmen aber klanglich bereits dezent die wärmeren, grundtönigen Klangideale der Frühromantik auf.
Ich mag den märkisch-lausitzer Orgelbau gern.
Ich spielte in Peitz, Drachhausen, Tauer, Neuendorf, Jänschwalde und im Museum.
Samtig-trockene Akustik, vokal. Leider wurde die Kirche aufgrund der viel zu grossen Winterkirche stark verbaut. Man sieht die kleine weisse Orgel von unten kaum noch. Zudem steht sie auch noch in einer Art Schacht, so dass sie selbst von oben kaum ganz zu sehen ist. Ursprünglich war dies mal ganz anders gewesen.
Die Klänge sind dennoch sehr schön.
Es ist meine zweite Schröter-Orgel. Super schöne Instrumente. Breite weiße Registergesichter. Es war sehr schön, hier zu spielen.
27. September 2026: Unerlässlich ist es, dass der Sänger auch ein guter Musiker sei. (Richard Wagner)
Foto: Spieltisch Emanuel Kemper Orgel Peitz mit Engel 2026
Es war sehr schön, in Peitz zu konzertieren. Die Kirche von 1860 ist hell, sonnendurchflutet, eine geniale Akustik durch hohe Decke, mit 3 Kronleuchtern von der Decke und mit einer bunten Glasbrüstung entlang der Empore:
Die Glasscheiben leuchten in der Sonne, ICHTHYS verarbeitend. In der gemütlichen vorderen Winterkirche gibt es ein Orgelpositiv von Hofbauer, Göttingen, mit 5 Registern von 1989 unter der Orgelempore.
Insgesamt gibt es 3 Flügel: vorne der weiße große Förster-Flügel, hinten der kleine Steinweg und oben der süße mini Blüthner; zudem mehrere Cembali.
In den 70er-Jahren war das Kirchengebäude so massiv von Hausschwamm befallen, dass es baupolizeilich gesperrt werden musste. Zwischen 1975 und 1979 folgte eine umfassende Sanierung, bei der der Innenraum modernisiert und umgestaltet wurde. Jedoch wurde dabei die wertvolle romantische Dinse-Orgel einfach zerstört, obwohl sie vollkommen in Ordnung war.
Dies ist unbegreiflich und unverzeihlich. Ich habe schon einige wundervolle Dinse-Orgeln gespielt, beispielsweise auf Rügen.
Neben moderneren Elementen beherbergt die Kirche ein Epitaph von 1620, zwei Bronzeglocken aus dem 17. und 18. Jahrhundert und zwei aus dem 20. Jahrhundert sowie eine Kopie von Leonardo da Vincis HeiligemAbendmahl. Zudem gibt es ein Kruzifix von 1910, ein Kreuz von 1860, aber auch moderne Kunstwerke und Engel.
Sehr schön sind die horizontal in den Raum ragende Zungenpfeifen mit einem majestätischen Klang. Zusammen mit dem installierten Fernwerk ist diese Kombination extrem selten und in der gesamten Region zwischen Berlin, Leipzig und Dresden nur in Peitz anzutreffen.
Spielhilfen
– 4 freie Kombinationen, 2 zusätzlich für Pedal; Zungeneinzelabsteller – 5 Schleifladen; Gemshorn 4′ C-g“‘ sowie Bordun 16′ C-H auf Kegelladen – elektrische Trakturen; fahrbarer Nebenspieltisch (2 Man. / Ped.) im Altarbereich; Normalkoppeln und Subkoppeln, Schweller und Walze.
25. September 2026: Man treibt sie zusammen wie Vieh und wirft sie in Eisenbahnwaggons, die sie in den Tod fahren. (Charles Goldstein)
Foto: Historische Gustav Heinze Orgel 1907 op. 24 Jänschwalde Spreewald
Heute erinnere ich an Sidonie-Gabrielle Colette, 1873, französische Künstlerin. Sie stellte fest, dass ihr Mann sie ausbeutete, und verließ ihn. Damals galt dies noch als unkonventionell.
Ich lese Gerhart Hauptmann: Bahnwärter Thiel. So gut. Ich lese gern reale Bücher, aber auch gern ebooks in meinem neuen tolino. Meine Bücher und Interviews gibt es übrigens auch als e-books.
Es war sehr schön, in Peitz in der Niederlausitz zu konzertieren. Wenn man die große rote Kirche betritt, erwartet man eine schöne historische Inneneinrichtung – so, wie es war, als die Dinse-Orgel noch stand. Es ist eine Überraschung, wenn man das modern eingerichtete Innenleben in der roten alten Backsteinkirche antrifft – aber es gefällt mir sehr gut.
Dirk betreut auch die schöne kleine Museumsorgel von Schuke 1984 im schönen Hüttenmuseum Peitz.
Das Cockpit der Kemper Orgel erinnert mich an die große Kemper Orgel in Lübeck. Ich mag diese alten, unübersichtlich wirkenden Spieltische, die in Wirklichkeit sehr organisiert sind.
Im Konzert spielte ich auch alle Flügel in der Kirche; der Wechsel von Orgel auf Klavier ist eine Herausforderung in Technik und Konzentration.
Genauso Moderieren und Spielen, was ich auch tat.
Die große Kirche war während des Konzerts in wunderschönes buntes Licht getaucht mit Strahlern. Es gab Sekt und Snacks. Kinder waren ebenfalls da.
Spätromantische kleine Gustav Heinze Orgel 1907 opus 24 ev. Kirche Jänschwalde Spreewald Niederlausitz, 2 M, 9 R, pneumatische Kegellade
Die wunderschöne klassizistische Dorfkirche, wendisch-sorbisch, hier im Lande Brandenburg besitzt diese schöne, weiße, grundtönig klingende Orgel mit sanften Streicherstimmen. Sie muss weiter saniert werden, was nicht ganz billig ist; es wird um die 20.000 Euro kosten. Immerhin ist sie über 120 Jahre alt. Sie leidet etwas unter Windstößigkeit.
Ich liebe Kegelladen.
Es ist meine dritte Heinze-Orgel. Die Stadt Sorau gib es noch, sie gehört heute jedoch zu Polen seit dem Krieg und heißt Zary. Polen ist sehr nach an Brandenburg. Zary gehört ebenfalls zur Niederlausitz.
Die Dorfkirche Jänschwalde (niedersorbisch: Janšojce) ist ein eingetragenes Baudenkmal und gilt als ein architektonisches klassizistisches Kleinod in der Niederlausitz. Die Kirchengemeinde selbst zählt zu den ältesten der Region und wurde bereits 1346 urkundlich erwähnt.
Das heutige Kirchengebäude vereint eine schlichte elegante Bauweise mit besonderen historischen Schätzen.
Die turmlose Saalkirche besitzt ein freistehendes, hölzernes Glockenhaus mit dem ältesten erhaltenen Geläute im Kirchenkreis Cottbus. Die drei Bronzeglocken stammen von 1596, 1515 und der Zeit des 15. Jahrhunderts.
Die schlichte Kirche präsentiert einen Kanzelaltar von 1806, dreiseitig umlaufende weiße Emporen, die historische Heinze-Orgel sowie traditionelle, wendischen/sorbischen Bibelsprüche an den Wänden samt Fotografien von wendischen Feiern hier in der Niederlausitz. Ich habe schon oft in sorbischen Gemeinden gespielt, jedoch in Oberlausitz, deren Tradition anders ist als die Niederlausitzer Tradition.
Die evangelische Kirchengemeinde Jänschwalde, zu der seit Januar 2024 offiziell auch die Ortskirchen Drewitz, Heinersbrück und Tauer gehören, gefällt mir sehr gut, ebenso das schöne Dorf, gepflegt, mit alten Häusern, mit Museum mit originalem Leichenwagen und Archiv und einem Pfarrhaus, das wie ein Schloss aussieht.
Segensprüche wie Chwalba bźi Bohu we wysokości!(Ehre sei Gott in der Höhe!) sieht man an den Wänden.
24. September 2026: Kahlil Gibran hatte kein leichtes Leben.
Foto: Geissler Orgel Drachhausen 2026
Heute erinnere ich an Maria Katharina Kasper, 1820.
Kleine neobarocke Schuke Orgel 1984 opus 526 Hüttenmuseum Hochofenhalle Peitz, 1 M, 7 R, eigenständiges Pedal, 522 Pfeifen
Die mechanische Kleinorgel der Firma Alexander Schuke VEB Potsdamer Orgelbau Schuke wurde 1984 als Opus 526 für das St. Annastift in Sonneberg gefertigt. Nach Auflösung dieses Stiftes 2004 wurde das Schleifladen-Instrument in die Stadtkirche gebracht als Zweitinstrument.
Seit 2024 befindet sich das Instrument nun hier in der historischen Hochofenhalle des Johanneums Peitz (Museum Peitz).
Die Kleinorgel verfügt über ein Manual und ein eigenständiges Pedal. Bei Bedarf können die Manualregister an das Pedal gekoppelt werden (Pedalkoppel).
Die Orgel besitzt insgesamt 522 Pfeifen, davon 42 aus Kiefernholz.
Es ist meine 23. Schuke-Orgel (Potsdam).
Das Geräusch des Wassers des Hammergraben mit Wasser der Spree erfüllt das gesamte Museum. Die Hochofen- und Gießereihalle mit geschweiftem Bohlenbinderdach wurde 1973 als Hüttenmuseum Peitz eröffnet. Es gibt hier geniale Ausstellungsräume und Konzerte. Auch das Jazzfest spielt hier.
2006 wurde die Abteilung Fischereimuseum mit einer Ausstellung eröffnet. Sehr interessant sind die Hochöfen und die Mineraliensammlung.
Eine sehr spezielle und berührende Akustik:
Das aktive Mühlrad vom Hammergraben ist ständig zu hören, was sehr angenehm ist. Dieser künstlich angelegte, wasserführende Nebenarm der Spree fließt unmittelbar am Museum vorbei. Er trieb historisch über Wasserräder die Maschinen und den Hochofen des Hüttenwerks an. Heute speist er das historische Turbinenhaus des Museums.
Es ist nicht alle Tage, dass man konstante Wassergeräusche dieser Art mit dem Klang einer Orgel verbunden hört.
Die Teichlandschaft rings um das Museum Peitz gehört zum größten zusammenhängenden künstlichen Teichgebiet Deutschlands.
Auch ich bin auf diesem Teich Kahn gefahren. Es war wunderschön. Man nennt dies Mummelkahnfahrt auf dem Hammergraben.
An der Kahnanlegestelle am Peitzer Hüttenwerk fuhren wir langsam und gemütlich flussabwärts auf dem Hammergraben bis zur historischen Maustmühle und wieder zurück. Alles ist ruhig, sehr grün, sanft.
Das Hotel Zum goldenen Löwen bietet diese Fahrten an, wo ich auch übernachtet habe 2 Nächte.
Die Akustik im Museum ist eigentlich trocken; aber die Orgel steht oben, das Wasser singt mit ihr, und wenn man unten steht, ist man so berührt, Orgelmusik inmitten der Hochöfen zu hören, inmitten von Technik und Handwerk. Kunst und Handwerk gehören sehr eng zusammen. Ich liebe beides.
Diese faszinierende Kombination aus schwerer Industrietechnik und Orgelmusik!
Die historische Hochofen- und Gießereihalle gehört zu den ältesten erhaltenen Gießereianlagen der Welt. Kuppelöfen, gemauerte Hochöfen…
Es war sehr schön, in Peitz zu konzertieren. Die Stadt Peitz und ihr Umfeld ist ein sehr schöner Ort. Das Museum liegt direkt an den riesigen Fischteichen, die eine Fläche von über 1.000 Hektar umfassen. Der Hälterteich grenzt in östlicher Richtung fast direkt an. Bekannt sind die Gewässer vor allem für die traditionelle Zucht des Peitzer Karpfen. Sehr lecker!
Die große sakrale rote Backstein-Kirche ist neben dem trutzigen Festungsturm das Wahrzeichen der Stadt. Aber auch dieses Museum ist ein Meisterwerk! Rings herum gibt es Karpfenteiche und große Tagebau-Seen.
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Das stimmt. Wo es keine moralischen Kräfte gibt, die sich entgegenstemmen, breitet sich das Böse ungehemmt aus. Leider auch in der Kirche und in ihrer Musik. Marek Edelman schrieb, dass der Feind nicht nur derjenige ist, der attackiert, sondern auch alle, die schweigen. Nicht geholfen zu haben, ist das Gleiche, wie zu zerstören.
Abraham Joshua Heschel schrieb, dass nur das Schweigen der anderen das Böse möglich macht. Weil Schweigen das Böse rechtfertigt. Die, die böse sind, halten sich für gut. Und die, die schweigen, halten sich für klug.
Aber Władysław Szlengel schwieg nicht, ein polnisch-jüdischer Dichter. Bekannt wurde er für seine im Warschauer Ghetto entstandenen Gedichte. Szlengel wurde 1943 ermordet.
Kleine neobarocke Führer Orgel 1963 ev. Dorfkirche 1954 in Neuendorf Spreewald Niederlausitz, 1 M, 3 R, angehängtes Pedal
Die KirchederwahrenHoffnung im Ortsteil Neuendorf, Gemeinde Teichland, im Amt Peitz in der Niederlausitz am Rande des Spreewaldes, wurde am 14. November 1954 geweiht. Sie besitzt eine einfache Ausstattung. Die kleine DDR-Kirche wurde in den 1950er-Jahren nach Plänen von Karl Streckebach errichtet. Ich bin dankbar, dass in der DDR Kirchen gebaut wurden!
Die Innengestaltung verantwortete der Architekt Fritz Steudtner.
Die süße, demütige Dorfkirche steht gepflegt da, mit einem alten anonymen Klavier in der gemütlichen Winterkirche, seit 30 Jahren nicht gestimmt, aber immer noch treu singend. Das neobarocke Orgelpositiv steht schräg rechts oben auf der Westempore, stabil, direkt, in trockener Akustik. Es ist meine 10. Führer-Orgel.
Bei Neuendorf gibt es den größten Teich Deutschlands mit 222 Hektar, und den größten künstlichen Tagebausee, die sogenannte Cottbusser Ostsee, oder CottbusserMeer – noch nicht gesichert.
Es war sehr schön, im Spreewald zu spielen – vom Taunus in das Münsterland und ins Sauerland, vom Westerwald in den Odenwald, vom Kraichgau zum Neckartal bis in den Spreewald… Oberlausitz, Niederlausitz, Franken und Thüringen: Deutschland ist so schön. ❤️
Heute erinnere ich an den irischen Schriftsteller James Joyce, den ich mag. Sein Stephen Dedalus, der in der Kirche gelitten hat, besitzt starke autobiographische Züge.
Wer nicht beides spielt, Orgel und ein dynamisches Instrument, kann nichts spielen. Ich wusste dies bereits vor meinem Studium Orgel und Kirchenmusik. Ich merkte es an der Angst der Nur-Organisten, dass ich tatsächlich noch Orgel studiere. Und als ich im Studium war, an dem Neid und der Angst der Kommilitonen vor meiner Virtuosität und schnellen Fingern. Auch dass manche meinten, ich hätte mein Klavier aufgegeben. Vermutlich haben sie mich mit sich selbst verwechselt.
Romantische historische C. Geissler Orgel ev. Kirche Drachhausen Spreewald Niederlausitz Brandenburg, 2 M, 15 kl. Register, mech. Schleiflade
Wunderschöne große rote Backstein-Dorfkirche mit historischer Geißler-Orgel in Drachhausen, die Kirche ein neugotisch-neoromanischer Ziegelbau aus den Jahren 1894/95 nach Plänen des Cottbuser Baurats, geweiht am 20.12.1895.
Zuvor gab es hier eine Fachwerkkirche von 1513, mit Ziegeln und Turm aus Holz mit 2 Glocken.
Die Taufschüssel von 1761, Altarleuchter von 1781 und eine Kirchenlade von 1819 gingen in den DDR-Zeiten „verloren“.
Weitgehend original aus der Erbauungszeit erhalten sind neben der Orgel auch der Altar, die Kanzel, das Gestühl und die zeittypische, reich dekorierte Innenausmalung. So sind Orgel und Kirche wichtige Denkmäler und Wunder hier in der ehemaligen DDR.
Geissler aus Eilenburg war ein bekannter Meister des 19. Jahrhunderts. Sein Instrument ist Bestandteil der wertvollen historischen Originalausstattung der Kirche, die auch deshalb gut erhalten blieb, weil der Ort jahrzehntelang in einem Bergbauschutzgebiet lag und vor dem Abriss bewahrt wurde.
Die Orgel ist ein typisches Zeugnis der mitteldeutschen Orgelromantik. Der Fokus liegt auf einem warmen, grundtönigen und orchestralen Klang, dominiert von zahlreichen Registern in der 8′-Lage wie Prinzipal, Gambe, Salicional oder Gedackt). Passend zur neugotisch-neoromanischen Dorfkirche baute Geissler in dieser Spätphase Kegelladen, die ein fließendes, dynamisches Steigern des Klangs ermöglichen; doch diese besitzt Schleifladen.
Sie wird von Scheffler/Dirk Redies betreut. Es ist sehr schön, dass diese kleine romantische Orgel so viele leuchtende 8-Füße hat, auch prinzipalisch, dazu einen 16 Fuß im HW. Weitere Spielhilfen wie Tremulant, Schweller etc. bedarf es gar nicht, sie singt von ganz allein. Der historische Spieltisch mit Elfenbeintasten und langen Registerzügen ist eine Augenweide. So etwas will ich fühlen und sehen! Keine Neobarockisierung.
Die Akustik ist schön, vokal, rund und samtig trocken. Das Dorf Drachhausen ist malerisch und schön, gepflegte Häuser, ein Drachen, ein Laden, ein niedliches Feuerwehrhaus mit Turm und – ein Wurstautomat, mit frischer Spreewalder Wurst, Gurken, Suppen hausgemacht in Gläsern.
Zudem ist hier nah der größte künstliche See Deutschlands: der Tagebausee „Cottbusser Ostsee“ oder CottbusserMeer, noch nicht gesichert, und die größten Teiche und Karpfenteiche Deutschlands. Und es gibt frischen Fisch rings um Peitz. Die Forelle schmeckte lecker.
Es war sehr schön, hier zu spielen. Ich freue mich, dass die Kirche nicht zerstört wurde in den bösen Zeiten. Unter der Kirche befindet sich nämlich wertvolle Braunkohle. Daher war die Orgel unter „Bergbauschutz“ – was jedoch ein perfider Ausdruck war, denn die Kirche stand damit zum Abschuss frei. Jedoch die Russen hatten hier ihren Übungsplatz, daher durfte der Kirche Gott sei Dank nichts angetan werden. Nun steht sie Gott sei Dank unter Denkmalschutz.
Man darf gar nicht zählen, wieviele hervorragende Orgeln mutwillig zerstört, rausgeflackt und Kirchen verbaut, zerstört oder verschandelt wurden. Wo zu viel Geld und die Nase im Wind war. Wo der Zeitgeist anstatt Verstand und Wahrheit dominierte. In Peitz flog die romantische, große und geniale Dinse-Orgel raus. Sie wurde nicht mal aufbewahrt oder verkauft. Stattdessen kam eine kleine neobarocke Sauer-Orgel hinein, die den Raum nicht füllen konnte. Sie musste ebenfalls weichen.
Auch die hübsche Schuke-Orgel in Leipzig war plötzlich nicht mehr gut genug und wurde verkauft. Genauso auch die Ladegast-Sauer-Orgel. Man wollte eben einen Porsche.
Foto: Barockorgel Johann Wilhelm Schmerbach der Ältere Kirche Fürstenhagen Hessisch Lichtenau Konzert 2026
Historische blaue Barockorgel Schmerbach 1750 ev. Kirche Fürstenhagen Hessisch Lichtenau bei Kassel, 2 M, 12 R
Was für ein wunderschöner Prospekt mit den sogenannten „Orgelohren“! Bunt, geschnitzt, mit seitlichem Schnitzwerk; ich trug ähnliche Farben. Die Orgel thront in der kleinen hellen schlichten Dorfkirche auf der Westempore.
Das historische mechanische Schleifladen-Instrument wurde unter anderem 1969 durch die Firma Bosch aus Kassel einer Generalinstandsetzung unterzogen, neobarockisiert und umfassend umgebaut, was sehr schade ist. Es wurde sogar ein Schweller eingebaut.
Wie wohl die originale historische Barockorgel klang?
Die nordhessische Orgelbau-Familie Schmerbach war eine bedeutende deutsche Orgelbauerdynastie, die über vier Generationen hinweg im 18. und 19. Jahrhundert den Orgelbau in Nordhessen im Eichsfeld und in Südniedersachsen maßgeblich prägte – bis 1860.
Ihren Sitz und ihre Hauptwerkstatt hatte die Familie in Frieda bei Eschwege. Da die Hauptvertreter der Familie alle den Namen Johann Wilhelmtrugen, werden sie heute chronologisch unterschieden.
Johann Wilhelm Schmerbach der Ältere (I.) (1705–1789) baute die Orgel in Fürstenhagen. Er lernte das Handwerk bei seinem Vater Conrad und baute die Werkstatt zu regionaler Berühmtheit aus. Er wirkte von 1745 bis 1789.
Samtig-trockene, vokale Akustik in der kleinen Dorfkirche.
Orgelbau Schmerbach d. Ä. war bekannt für seine oft steilen Dispositionen im Manual und den Einsatz hochliegender, charaktervoller Farbregister, die den Instrumenten einen sehr klaren, strahlenden Klang verleihen
Als die Orgel umgebaut wurde, wurde dennoch auf den barocken Stil geachtet, allerdings ist Neobarock und Historisch-Barock ein Unterschied wie Tag und Nacht. Leider wurden Orgeln oft im Geschmack des Zeitgeistes verändert, nicht rekonstruiert.
Der Zeitgeist ist leider oft das Gegenteil von dem, was wahr ist. Was 1960 unwichtig war, wird heute als sehr wichtig erachtet – weil es wichtig ist.
Bosch-Orgeln sind sehr stabil und zuverlässig. Doch typisch für den neobarocken Bosch-Klang ist beispielsweise, dass es keinen Principal 8-Fuß gibt, der aber doch sehr wichtig ist; statt dessen sehr viele hohe Principale, eine recht laute Mixtur, dazu Quinte und Sesqui – alles etwas spitz.
Die barock-historischen Orgeln sind viel blühender und singender, selbst wenn sie direkt oder scharf klingen sollten. Und die historischen kleinen romantischen Orgeln haben viele warme 8-Füße, sogar 16-Füße im Manual, selbst dann, wenn sie viel kleiner sind als diese Orgel. Neobarocke Orgeln aber wirken oft eher etwas aggressiv im Klang, während die sanften Klänge oft blass und dünn sind und die Flöten wie mit einem Schleier überzogen.
Es war sehr schön, hier zu konzertieren. Mein Konzert war gut besucht. Ich moderierte von oben, von der Empore aus, ohne Mikrofon. In der Mitte des Konzertes gab ich auch, wie gewünscht, eine kleine musikalisch-spirituelle Andacht.
Es ist meine zweite Schmerbach-Orgel. Die erste spielte ich in Niederbeisheim im Knüllwald in Hessen, von 1775. Diese Orgel wurde ebenfalls umgearbeitet, mit romantischen Klängen versehen: 1851 baute Valentin Möller die Orgel um. Daher klingen jetzt einige Register samtiger-romantisch. Damit habe ich etwas weniger Sorge, wenn eine Orgel einige runde, romantische Klänge hinzu bekommt, als wenn sie neobarockisiert wird.
Foto: Kemper Orgel ev. Kirche Peitz Spreewald Brandenburg Niederlausitz
Große schöne Kemper Orgel 1956 / 2006 ev. Kirche Peitz Spreewald Niederlausitz Brandenburg, 3 M, 47 R, über 3500 Pfeifen, Walze, elektrische Trakturen, Glocken, Horizontale
Willkommen im Spreewald!
Diese große, raumbeherrschende Orgel mit freiem Spieltisch ist etwas Besonderes. Sie steht im Landkreis Spree-Neiße, Brandenburg, in der roten Stüler-Kirche im historischen Peitz und ist klanggewaltig und bedeutend. Ursprünglich konzipierte man das Instrument für die ev. Nikolaikirche in Berlin–Spandau, wo sie damals als die bedeutendste Nachkriegsorgel Berlins galt.
Da die Spandauer Gemeinde einen Neubau plante und die Orgel dort nicht mehr optimal in den Raum passte, wurde sie 1995 an die Kirche in Peitz verschenkt und zog nach Brandenburg. Sie hat eine bewegende Geschichte.
Der Transport und Wiederaufbau in Peitz erfolgte 1995/1996 in rein ehrenamtlicher Arbeit durch lokale Orgelfreunde um Orgelbauer Dirk Redies. Zu Pfingsten 1996 wurde sie hier wieder eingeweiht. Sie gehört zu den kirchenmusikalisch wertvollsten und größten Orgeln im Süden Brandenburgs.
Beim Aufbau in der Niederlausitz wurde das ehemalige Rückpositiv als Fernwerk auf der Südempore aufgestellt und eine Spanische Trompete ergänzt – eine für die Region eher ungewöhnliche und klanglich reizvolle Besonderheit. Sie besitzt Schleif – und Kegelladen.
Durch Orgelbauer um Dirk Redies wurde die Kemper Orgel umfangreich umgebaut. Seit dem Umzug wurden viele klangliche Anpassungen und Registeranpassungen vorgenommen, um den Charakter des Instruments stetig zu verfeinern und mit romantischen und historischen Klängen und Zungen zu erweitern. Die ursprüngliche Kemper-Orgel wurde im Geist der „Orgelbewegung“ erbaut, die sich an barocken Klangidealen orientierte. Nun hat sie viele warme Klangfarben, strahlend und edel. Die Akustik ist phantastisch!
Das große sakrale rote Backstein-Gebäude selbst ist das Wahrzeichen der Stadt und ein Meisterwerk des Historismus in der Niederlausitz. Es wurde von 1854 bis 1860 nach Plänen des berühmten preußischen Architekten Friedrich August Stüler im oberitalienischen Rundbogenstil errichtet.
Es ist meine 5. Kemper-Orgel. Sie ist nun eine Art universale Orgel, eine kreative, freie Patchwork-Orgel. Das größte Register misst 5 Meter, der neue Prinzipal 16, welcher aus Holz links an der Orgel seitwärts angebracht wurde und aus dem Dom zu Bergen stammt. Die Westempore ist sehr breit und ausladend, mit Fotos der Jazz-Konzerte und Tischen und Stühlen für Meetings.