18. September 2022: Die Orgel ist ein Klanggebirge. Ich bin Sturm und Wirbelwind. (AHS)
Die Erfahrung, die man teuer bezahlt, hat erst Gewicht; die, welche uns geschenkt wird, will man nicht. (Karl von Holtei) Das sehe ich nicht so. Ich finde, auch geschenkte haben Gewicht!
Heute erinnere ich an Marion Donovan, amerikanische Erfinderin. Frauen mit Erfindergeist mag ich.
Foto: Kunst von Ann-Helena
Ich bin unterwegs zum Konzert nach Dresden und freue mich. Bin jetzt schon das 4. Mal geimpft, weil es so ein blödes Gefühl war, als ich positiv war, ich hatte Fieber und Husten.
Konzertplakate
Übrigens: Ich hatte einige meiner Zimmer voller Konzertplakate der letzten Jahre, und viele habe ich übereinander geklebt, weil sie keinen Platz mehr fanden. Das habe ich von meinem Papa, der unten in unserem Studio im Keller Wände und Türe mit seinen internationalen Plakaten vollgeklebt hatte, was ich als Kind immer schön fand. Es gibt ja auch Kantoren, die den Weg zur Orgel mit Plakaten vollkleben, was ich nett finde.
Aber bei mir hat es Ausmaße angenommen. Wenn Gäste auf Toilette gingen, sagten sie mir, sie fühlten sich von meinem Gesicht beim „Geschäft machen“ beobachtet, weil mein Gesicht überall auf den Plakaten zu sehen war. Wenn ich einen Schrank oder Schubladen aufmachte, kamen mir Plakate wie Wolle entgegen.
Mein Flügel – oben, unten, voller Plakate. Ich habe also Großputz gemacht und (gar nicht mal mit schwerem Herzen, eher mit Erleichterung) die Plakate alle abgemacht, gesäubert und eingetütet in Folien und Ordnern. Jetzt sieht es viel freier aus für neue Dinge. Ich dokumentiere einfach gern. Wegwerfen von schönen Dingen fällt mir schwer.
Erzählt mir, was macht ihr mit euren Konzertplakaten? Schmeißt ihr sie weg?
Teebaumöl
Seit ich in Australien war, liebe ich den Geruch von Teebaumöl. Ich habe es immer im Haus und tröpfle es in die Badewanne oder in Duftbehälter. Es erinnert mich sofort zurück an meine geniale Zeit in Australien.
Würzburg Straßenfest
Heute habe ich mal wieder das Stadtfest erlebt, es war schön mit frischem, jungen, süffigen Federweißer (ich mag nicht, wenn er zu lange gegoren hat, dann schmeckt er nicht mehr süß), warmen Zwiebelkuchen, Salat und Saft. Die Weinorte der Welt mag ich stets besonders gern, ich finde, hier ist das Volk geselliger, gemütlicher und gebildeter als in „Bier-Gegenden“ (außer Köln), wo fast nur Männer anzutreffen sind. Ich hoffe, ich bin hiermit niemandem auf den Schlips getreten. Es ist halt einfach meine Meinung und Erfahrung. Ich habe auch schon auf dem Stadtfest Würzburg gespielt, es sind ja große Bühnen aufgebaut, aber es ist für mich seltsam, wenn Leute herumlaufen, während man konzertiert. Das macht etwas mit meinem künstlerischen Anspruch. Heute spielten gute rockige Coverbands. Aber eben Cover-Songs. Da sagte ein Freund (aus Zentral-Bayern) zu mir: „Naja, du coverst ja auch, wenn du Bach spielst.“
Hm. Was denkt ihr darüber? Ich habe mich noch nie als Cover-Musikerin betrachtet. Abgesehen davon, dass dieses Jahr oder Anfang 2023 mein erstes Klavierkonzert veröffentlicht wird als Noten, der Vertrag ist gekommen. Dennoch: Ist Bach interpretieren covern? Ich finde: Nein.
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Das Konzert in Dresden Prohlis gestaltete sich für Ann-Helena zu einem großartigen Erfolg. Sie zeigte ihr Können nicht nur an der Jehmlich Orgel. Ebenso begeisterten ihre als Zugabe gespielten eigenen Stücke Längtan und Jeden Augenblick am Blüthner Flügel die Zuhörer. Herzlichen Dank.
Viel Freude beim Konzert heut in Dresden