In rissige Erde, das Wasser lang verwehrt, fällt eine goldene Zunge Klang. (AHS)
Gedanke 103
Schlagwörter: Ann-Helena Schlüter, Klavier, Preisträgerin
In rissige Erde, das Wasser lang verwehrt, fällt eine goldene Zunge Klang. (AHS)
Gedanke 103
Schlagwörter: Ann-Helena Schlüter, Johann Sebastian Bach, Klavier
26. Oktober 2022: Weite deinen Alltag. (Ingrid Koller)
Wir werden geführt. (Theodor Schmidt)
Ein Pfarrer in Heilsbronn. Dies sagte er an seinem 85. Geburtstag.
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Die neue EMMA ist gekommen und erinnert an Alice Guy-Blaché (1873-1968), die den Spielfilm erfand und dennoch vergessen wurde, weil sie eine Frau war. Ihre Filme wurden Männern zugeschrieben. Sex matters. Das Geschlecht abzuschaffen ist dennoch absurd (siehe die Grünen, die ich nicht mehr wählen werde, denn es ist eine Katastrophe, was da regiert wird … ein anderes Thema). Alice Guy drehte über 1000 Filme und war sehr erfolgreich. Doch ein Mann zerstörte sie. Ratet mal, welcher. Ihr eigener. Er verschwendete all ihr Geld und verließ sie dann für eine andere. Damals eine Katastrophe.
https://youtube.com/shorts/AYkb5dgubeo?feature=share
Der Beruf Schauspielerin war damals verpönt. Aber iwo, Alice erfand Doppelbelichtung und Spezialeffekte und Stunts und drehte weiter. Ihre Freundin Louis Weber wurde erste amerikanische Regisseurin. Auch als sie schwanger wurde, drehte Alice weiter. Sie wurde 95 und im Alter einfach zur Seite gedrängt, während Männer im Alter gefeiert werden.
Manchmal finde ich es heute aber seltsam, wenn Männer sich als Feministen bezeichnen. Manche sprechen einen Sprech wie „sexpositiv“ und „klimaneutral“, da denke ich mir nur meinen Teil. Wir leben in einer verrückten Zeit.
https://youtube.com/shorts/enDmyLXwSh0?feature=share
Was ist eine Frau? Was ist eine Künstlerin? Auf jeden Fall jefraud und jemand, die ihrer Zeit voraus sind. Kunst ist dadurch immer politisch.
Wenn Hitler nicht 4 x (!!) an einer Kunsthochschule abgelehnt worden wäre (und ich kenne hartherzige und unbarmherzige Leute in Kunst- und Musikbranchen, die andere ablehnen), vielleicht wäre aus ihm ein ganz ordentlicher Mensch geworden. Wer weiß.
ps:
Ich empfehle das Shampoo Olaplex.
Passacaglia:
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Schuke Orgel Berlin Heiligensee
29. September 2022: Gott reagiert auf unsere kleinsten Seufzer. (Ruth Graham)
Ich wurde Künstlerin, weil es für mich keine Alternative gab, daher brauchte ich auch keine Entscheidung zu treffen. Es war mein Schicksal. (Niki de Saint Phalle)
Bei mir ist das auch so.
Heute erinnere ich an Clara Hellraeth, die den ersten Fürsorgeverein gründete. Und an Helene Wessel, die sich für Frauenbildung einsetzte.
Kann mir jemand die Albert Schweitzer Briefmarke senden von 1975 für meine Sammlung? ❤️
Foto: Next Concert
Die erste Liederdichterin in einem evangelischen Gesangbuch, um 1500 geboren. Reformatorin. Beste Freundin von Katharina und Martin Luther und Bugenhagen. Luther traute sie und Caspar noch vor seiner eigenen Ehe. Sie war ebenfalls ehemalige katholische Nonne, zudem adelig und bestens ausgebildet. Während von ihrem Mann Caspar, Theologe, nichts Schriftliches überliefert werden konnte, wird das Lied seiner Frau jedes Jahr von Tausenden Menschen als Wochenlied zu Epiphanias gesungen: EG 67, etwas sperriges Lied, gebe ich zu, aber wundervoller Text, sinnlich. Damit ist ihr Traum in Erfüllung gegangen, Predigerin zu sein (was erst 450 Jahre später möglich wurde für Frauen). Sie ist die erste Dichterin, die Jesus als Morgenstern in einem Lied anbetet, in ihrer eigenen Sprache, auf Deutsch:
„Dein Süßigkeit im Herzen“
„Den alten Menschen kränke, dass der neue leben mag.“
Was waren das damals um 1524 für spannende Zeiten! Warum habe ich damals nicht gelebt? Ich wäre so gern live dabei gewesen in Wittenberg! Luther hat viel für Frauen getan. Allein dafür soll er gesegnet sein.
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Schlagwörter: Johann Sebastian Bach, Klavier, Orgel
25. September 2022: Um Menschen nicht zu hassen, muss ich den Umgang unterlassen. (C.D. Friedrich)
Ihr nennt mich Menschenfeind, weil ich euch meide? Um Menschen nicht zu hassen, muss ich den Umgang unterlassen. (Caspar David Friedrich, 1774-1840)
Na, da wären aber die ihn ehrenden Greifswalder nicht glücklich über diese Aussage. Wer so etwas öffentlich äußert, wird in seinen Lebenszeiten kaum so gefeiert wie nach seinem Tod.
Heute erinnere ich an Margaret de Patta, Schmuckdesignerin.
Zu Rauterberg: Dass Kunst nicht frei ist, ist klar. Kunst und Politik sind nicht zu trennen. Der Traum vom freien Denken ist eher eine Utopie. Kunst muss immer erklärlich sein. Unerklärliches macht “guten Menschen“ Angst. Dass die Gesellschaft frei sei – nun. Da muss man nur unsere Medien und Preise betrachten.
Maske tragen ist – Kunst?
Foto: Piano Noten im Shop
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Mehr InformationenSchlagwörter: Klavier, Organistin, Tourblog
15. September 2022: Ich habe Gott gedankt, dass ich’s mit Angst und großer Not so weit gebracht, denn es war eine böse Zeit. (Tobias Weller, Orgelbauer aus Dresden, 1639)
Herzzerreissend, dass ein Orgelbauer im Dreißigjährigen Krieg der Männer mit Angst eine Orgel bauen musste. Ein Instrument zur Ehre Gottes! Angst hatte er vor dem Baumeister, der die Orgel in Auftrag gegeben hat: Die Kirche. Wie unchristlich vermutlich die Kirche als Auftraggeber gewesen war. Und ist?
Wenn es Götter gäbe, wie hielte ich’s aus, kein Gott zu sein! Also gibt es keine Götter. (Nietzsche) Ach, der in der Männerwelt so vergötterte Nietzsche, mit einem der anmaßendsten und kindischsten Sätze der Erde und der falschesten, dümmsten Schlussfolgerung überhaupt, die nur jemand sagen kann, der nicht viel begriffen hat, weder über sich, noch über Gott, noch über den Sinn des Lebens. Jedes Kind ist klüger. Stellt euch vor, das hätte eine Frau gesagt. Und was für ein gravierender Unterschied zu Albert Schweitzer.
So sieht es also aus: Das ist der Grund, warum viele Atheisten Gott nicht wollen: Sie wollen selbst Gott sein und würden und wollen es nie ertragen, dass jemand anderes Gott ist.
„Also gibt es keine Götter?“ – Da hat Nietzsche allerdings Recht. Es gibt nur einen Gott. Und glaubt mir – ein Gott reicht. 😊Buchstäblich. Nietzsche brauchen wir nicht als Gott. Denn Gott ist drei: es sind 3 in 1.
Und es gibt Göttinnen. Mich zum Beispiel. 😍
Wenn ich also Atheistin wäre, wie Nietzsche, dann würde ich zumindest schlauer sein als er und sagen: Wenn es Götter gäbe, wie hielte ich’s aus, kein Gott zu sein!? Aaaah ich weiß. Ich werde Göttin.
Götter aber gibt es nicht. 😇 Nur Gott. Ich bin sozusagen Bienenkönigin.
Na, Spaß beiseite.
Es regnet viel. Schön! Die Luftfeuchtigkeit genießt mein Steinway.
Ich wurde gefragt, was meine allererste Ladegast Orgel war: 2015 Mölkau Leipzig! ❤️ Damals wusste ich noch nicht so viel über Orgeln und habe instinktiv konzertiert. Ich habe lange nicht registriert, dass dies meine erste Ladegast war!
Jetzt:
Gunsbach im Münstertal bei den Vogesen, Weinland, sein Vater dort Pfarrer und Lehrer, und er liebte das Dorf, das kleinste Dorf im Tal mit 100 Häusern. Er war ein verträumter, ruhiger, ernster Schüler und Mensch, viele Geschwister, mit 8 las er die Bibel und hatte viele Fragen. Er liebte Tiere und Natur. Er spielte Konzerte, um sein Spital zu finanzieren. Er sammelte alles Geld und war sehr konsequent insgesamt. Während seiner vielen Jahre Medizin behielt er Musik und Konzerte bei, da er das Geld brauchte.
Die Mutter wurde im Krieg getötet.
Schweitzer wäre auch anderweitig berühmt geworden.
Er nahm seine Frau als Hilfe.
Mit großen Reden hätte er nicht helfen können im Urwald. Er war sehr und unfassbar konsequent, zielstrebig, obsessiv. Organisiert.
Dass ihm nichts passier ist in Afrika oder auf den Reisen! Nie!
Er mußte ja in Lambarene die Dinge organisieren! Wasser, Essen, Anstellungen, Bauen, Reparieren, Pflanzen. „Ich verlor viel Lebenszeit mit dem Reparieren von Pumpen“. Er machte auch alle niedrigen, kleinen Arbeiten, war sich für nichts zu schade.
Er hatte ein großes Team anzuleiten.
Menschen mit Lepra waren jahrelang da, er musste bauen und pflegen. „Schweren Herzens opferte ich auch Palmen für den Bau“.
Er war dennoch absolut unkonventionell, wie er da übt mit Katzen im Urwald an seinem Tropenklavier, das ich kenne, und danach im selben Raum Antilopen und Affen füttert! Nach OPs. Stellt euch da „normale Kirchenmusiker“ vor, die schon sauer sind, wenn man ihr Gesangbuch verrutscht und die es „nicht wiederfinden“, nur weil es 5 Zentimeter weiter hinter ihnen liegt als vorher! Kontrollig. Revierig. Die alles kontrollieren und revieren. (Wort erfunden, von Revier)
Ach, das Tropen- Klavier ❤️
Von Tochter und Frau kaum die Rede allerdings. Vllt. sein Privates?
Viele Weisse waren da und halfen.
Immer wieder kehrte er nach Gunsbach zurück.
„Es muss eine Dorforgel bleiben“. ❤️Nicht wie viele „Kirchenmusiker“ heute: „ach, nur ein Dorf, nur eine Dorforgel.“ Er hätte ja auch mit dem Geld eine riesige Orgel in Gunsbach bauen lassen können, damit die Leute hin pilgern und er sich wichtig macht.
Er war ein musischer Orgelsachverständige, der nach dem Ohr geht !!! Nach dem Gehör. So was gibt es heute kaum. Er hatte das Geld und die Autorität.
„Diese Orgeln hat im Krieg viel gelitten“.
Sehr schön gefilmt, das Herz und das Anliegen kommen rüber.
LIEBE und Respekt zu dem aus der Sicht der Welt als unwichtig angesehen: Dörfer, Tiere, Schwache, Kranke, Frauen, Kinder, Landarbeiter, Natur, Arbeiterinnen und Arbeiter.
Gelehrte und Akademisches und Preis und Errungenschaften sind nie Thema.
Er hat immer an Gott festgehalten, anders als ich – aber das ist ok!
Er war ein Kopfmensch, aber voller Liebe. Ich kann verstehen, dass sich Helene in ihn verliebt hat.
Schlagwörter: Bachvermittlerin, Klavier, Reisen
14. September 2022
Im Unglück finden wir meistens die Ruhe wieder, die uns durch die Furcht vor dem Unglück geraubt wurde. (Marie von Ebner-Eschenbach)
Heute erinnere ich an Caren Miosga, Fernsehmoderatorin, und an Laura Boldrini, Politikerin, Italien.
Ich bin erschüttert, wieviele Femizide es in Europa gibt. Es sind über 100 pro Jahr pro Land, auch in Deutschland: Männer, die ihre Frauen töten, besonders, weil sie sich trennen wollen. Wenn man diese mit Sex-Morden (Vergewaltigung, Menschenverschleppung) addiert, werden Hunderte Frauen pro Jahr pro Land von Männern ermordet, von der Dunkelziffer und von der weltweiten Situation ganz zu schweigen.
Dies ist ein sehr krasses Zeichen des immer noch stark existierenden Patriarchats. In Deutschland ist das Wort Femizid noch gar nicht etabliert bei Polizei und Justiz. Wen wundert es. Ermordung von Frauen sind in Europa die wesentlich größere Bedrohung als Terror. Terror-Morde sind um ein Vielfaches geringer: 7 zu 149 Femiziden pro Jahr!
Der tief sitzende Haß gegenüber Frauen ist enorm. Die Gewalt gegen Frauen ist um ein Zehnfaches höher als rechte oder linke Gewalt. Europa vertuscht diese Zahlen. Die Strafen sind in Deutschland lächerlich. Frauen in der Justiz haben nicht geholfen.
Kostbare, spätromanische Dorfkirche mit großem Westturm im Leipziger Land der Vereinigten Mulde: Die Wehrkirche in einem gepflegten Friedhof besitzt die älteste spielbare Orgel Sachsens und ist reich ausgestattet im Stile des Barock und der Renaissance unter der Herrschaft von Ponickau. Sie ist ein Zeichen europäischer, kulturhistorischer Kunst. Sehr schön ist das Schloss Pomssen mit dem Wappen der herrschenden Familie von Ponickau.
Die herrschaftliche, zweietagige Patronatsloge in der Wehrkirche an der Nordwand gehörte ebenfalls dieser Familie und wurde von ihr 1686 errichtet. Sie ist verziert mit Stuckarbeit und Bogenfenstern, nur vom Friedhof zu erreichen.
Die drei großen Glocken im Glockenstuhl wurden 1660 und 1685 als neues, prächtiges Geläut ebenfalls von Ponickau eingesetzt, von Johann Jakob Hoffmann aus Halle gegossen.
Das spätgotische Kruzifix steht leider hinten in der Ecke.
Wertvolle Epitaph, Sarkophag als Denkmäler, eine wunderschöne ocker-weiße Kassettendecke im Langhaus, barocker Taufengel, der älteste Teil ist die Taufkapelle mit romanischem Taufstein.
Gegenüber der wertvollen Orgel steht der Renaissance-Altar mit der Heilsgeschichte Gottes.
Der Engelschor auf den sieben Feldern der Empore und den Flügeltüren: Die Engel spielen Harfe (Gemeine Harff), Fidel, Cello, Alt-Posaune, Bass-Pommer, Clavichord…
Gottfried Richter (1643 – 1717) aus Döbeln in Sachsen, Orgelbauer, Bürgermeister und Stadtrichter, baute die Orgel in Pomßen 1671, mit einem Alter von 350 Jahren Sachsens älteste spielbare Orgel. Wunderschöne Renaissance Orgel in einer weißen Dorfkirche (13. Jahrhundert), ca. 14 Jahre vor Bachs Geburt errichtet und geweiht.
Sie gehört zu den ältesten Orgeln der Region in Sachsen und Leipziger Land. Ein Manual mit 13 Registern und frühbarockem Klang. Die Orgel wurde erbaut 1671 durch G. Richter (Döbeln), restauriert 2006 durch Fi. Wegscheider, und besitzt einen wunderschönen Prospekt.
Die Kirche, von Schloss und Rittergut Pomßen geprägt, wurde nach einem Sturm 1660 leider beschädigte. Sophia von Ponickau gab den Auftrag, eine neue Orgel zu bauen, die sich bis heute erhalten hat, eine Orgel des Orgelbauers Gottfried Richter (1643 – 1717) aus Döbeln in Sachsen. Dieser hatte in Sachsen einige Orgeln gebaut. Von 1671 existiert die früheste belegte Disposition der Orgel, die ich während der Orgelakademie kennengelernt habe.
Die mitteldeutsche Orgel ist weiß mit weiß-gelbgoldenen, großen Flügeltüren mit Engeln, die musizieren (Engelskonzert), verzierte Pfeifen, vor allem die mittleren, Zimbelstern. Gelbverziert und dekoriert mit einem aufgeschlagenen Buch (Noten) ist auch der kleine, enge Spieltisch mit schwarzen Tasten.
Die Orgel steht perfekt angepasst auf der zweiten, runden Empore unter einer reich verzierten, flachen Kassettendecke (56 Kassetten). Auch die Brüstung um die Orgel ist voller Engel, die musizieren. Die gesamte Kirche ist weiß-gelb verziert und farblich ein runder Guss und eine Einheit wie eine Torte. Die Orgel und die Empore wirkt wie ein riesiges Porzellangeschirr. So schlicht die Kirche von außen wirkt, so reich verziert ist sie innen. Die Prospektpfeifen haben gedrehte Füße und vergoldete Labien, die Ober- und Unterlabien der Prospektpfeifen haben verzierte Kielbögen.
Der Taufstein der sehr alten Kirche mit dem breiten, quergestellten Turm stammt aus dem 15. Jahrhundert.
Die Kirche ist für mich eine Bach-Kirche, denn: Am 6. Februar 1727 soll hier JS Bach seine Kantate „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“ aufgeführt haben, BWV 157. Er soll an der Orgel gesessen sein. Beweisen kann man das nicht.
Somit ist auch die Orgel eine Bach-Orgel, denn es gibt nicht viele historisch erhaltene Orte und Instrumente, an denen Bach war.
Der Glockengießer Johann Jakob Hoffmann aus Halle an der Saale baute die drei Glocken dieser Kirche.
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Schlagwörter: Ann-Helena Schlüter, Klavier, Reisen
2. September 2022
Leise flehen meine Lieder durch die Nacht zu dir. (Rellstab)
Heute erinnere ich an Alejandra Valencia, die sich für Frauenförderung einsetzte.
Foto: Albert Schweitzer Orgel Gunsbach, Alsace
Es ist schon September! Ich kann es kaum glauben. Ich habe in meinem Heinrich-Schütz-Haus-Kalender ein neues Blatt gewendet. Heute geht es um das ehemalige Gasthaus „Zum Schützen“. Die Familien Schütz waren nämlich Unternehmer und Geschäftsleute. Wie schade, dass ich nicht im Schützen übernachten kann, da das Gasthaus unverzeihlicherweise 1979 abgerissen wurde!
Auf unserer Orgelreise hatten wir durchgehend Sonne, Hitze und gutes Wetter. Einmal Regen in der Nacht.
Ich bin jetzt schon wieder daheim und habe über 10 Stunden durchgeschlafen, war erschöpft.
– Klais Orgel Köln Rondorf kath. Kirche 1998
– Teschemacher Orgel Köln-Rondorf 1743
– Gerhardt Orgel Köln-Rondorf 1880
– Teschemacher Orgel Bonn 1775
– Klais Orgel Schlosskirche Bonn 2012
– Klais Orgel Franziskanerkirche Bonn 1966
– Stumm Orgel Karden 1728
– Stumm Orgel Treis 1836
– Stumm Orgel Stephanskirche Simmern 1782, größte Orgel im Hunsrück
– Stumm Orgel Bad Sobernheim 1739
– Stumm Orgel Merxheim 1886
– Stumm Orgel Altweidelbach 1796
– Stumm Orgel Sulzbach 1746
– Stumm Orgel ev. Kirche Rhaunen 1723 (älteste erhaltene)
– Stumm Orgel kath. Kirche Rhaunen 1893
– Stumm Orgel Ober-Kostenz 1891
– Dalstein und Haerpfer Orgel Gunsbach 1880/1930 (Albert Schweitzer-Orgel)
– Silbermann Orgel Bouxwiller 1778
– Silbermann L’Abbaye de Marmoutier 1710
– Silbermann Orgel Strasbourg 1741 (Spieltisch 1778)
– Chororgel Dalstein-Haerpfer 1905, heute Dalstein & Erman
– Richter-Orgel Pomssen 1671
Was waren für mich die Höhepunkte der Reise? Teschemacher-Orgel, Stumm-Stube, Maison Albert Schweitzer Gunsbach (2022 wiedereröffnet), Eglise Saint Himere Gunsbach, Notre Dame Kloster Reutenbourg, Silbermann Orgel Eglise abbatiale de Marmoutier (diese Kirche allein, romanisch und gotisch/neugotisch, unglaublich schönes dunkles Rokoko-Chorgestühl vorne im Chor), Stumm Orgel Rhaunen, Silbermann Orgel Bouxwiller und Strasbourg und Hans-Wolfgang Theobalds Erläuterungen.
Es war insgesamt sehr gut organisiert. Wir sind über 3000 Kilometer gefahren. Ich bewundere, wenn Menschen so lange Auto fahren können, ich schlafe immer gleich ein, sobald Räder drehen, da es mich so einschlummert, das Geräusch von Fahren.
Das Elsass im Osten Frankreichs mit seiner Hauptstadt Strasbourg ist unglaublich schön. Als Kind war ich zweimal hier. Die Leute sind warmherzig und freundlich, besonders in den kleinen Städten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Alemannische leider verpönt. Aber viele ältere Menschen sprechen noch sehr gut Deutsch. Die Silbermann-Orgeln von Andreas (wir wissen nicht, wo er in Strasbourg sein Handwerk gelernt hat) sind ein Genuss, sie sind handwerkliche Kunst mit klarer, stabiler, voller Klangvorstellung, mit dem Pedal als Bass-Klavier. Sehr zu empfehlen. Andreas Silbermann hat 34 Orgeln im Elsass gebaut. Die Form einer französischen Silbermann Orgel mit Rückpositiv, wie eine Mutter mit Kind. Diese Ortschaften im Elsass mit ihren roten Dächern, Burgen und Klöstern inmitten grüner Auen. Sehr schön soll auch die französische Stadt Munster sein. Wie schade, dass ich kein Französisch kann. Das muss ich noch lernen.
Auch der Hunsrück ist eine Gegend in Deutschland, die ich sehr empfehlen kann, ein Mittelgebirge zwischen Mosel und Nahe, in Rheinland-Pfalz und Saarland. 1717 gab es hier die erste Stumm-Orgel, um 1900 die letzte (traurig).
Im Grunde sind Silbermann Orgeln im Elsass keine französischen Orgeln, sondern europäische. Sie verbinden deutsche Orgelkunst mit Pariser Tradition, eine perfekte Mischung, eine Synthese der Kunst.
Albert Schweitzer war natürlich auch hier und hat 1955 die Wiederherstellung der Orgel angeregt. Man kann ja von Albert Schweitzers Glauben halten, was man will. Er hatte stets starke Zweifel an Gott, was in seinen Briefen deutlich rüber kommt. Die Theologie alleine wäre nie sein Ding gewesen. Er war eben auch Pfarrerssohn. Kinder von Pfarrern haben es oft besonders schwer, Gott zu finden, habe ich festgestellt. Aber eindeutig war Schweitzers Autorität und seine starke charismatische Ausstrahlung. Die wurde, je älter er wurde, immer stärker. Die Fotos zeigen eine große Persönlichkeit. Er hatte die akademische Laufbahn bewusst verlassen, um im Urwald zu dienen. Das ist enorm.
Sehr berührend finde ich Familien-Dynastien. Ich gehöre ja auch zu einer, bin die dritte Generation väterlicherseits. Ich finde, man spürt das in sich, eine gewisse Verantwortung, einen gewissen Stolz oder eine gewisse „Überlegenheit“, die andere an einem manchmal nicht mögen. Mal sehen, wie weit sie gehen wird, meine Linie. Im Grunde gibt es schon die vierte Generation. Karl-Heinz, Sohn Michael, viel später Tochter Ann-Helena und Schwestern (und Halbgeschwister) und deren Kinder.
Was ich an Stumm-Orgeln besonders mochte, waren die Manualschiebekoppeln, das habe ich vorher so noch nie gesehen: Es sind keine aufrecht stehenden Kegeln, sondern man zieht an einer Art beweglichen Schraube. An allen Stumm- und Silbermann-Orgeln genoss ich besonders das Pedal. Ich finde, man erkennt am Handwerk des Pedals, wie handwerklich gut gemacht eine Orgel ist.
Was für eine wunderschöne Orgel hier. Ich bin schon das 2. Mal hier, das erste Mal war 2020 bei den Leipziger Orgelmeisterkursen. Also, diesmal ging es von der Lorenzkirche Nürnberg nach Leipzig. Das Sakramentshaus von 1496 in der Lorenzkirche war sehr interessant, ein Kunstwerk aus sieben Ebenen. Und der Engelsgruß, zentral im Hallenchor, ist so typisch fränkisch.
In dieser weißen Wehrkirche zu Pomssen, Dorf bei Leipzig, steht die älteste erhaltene Orgel Sachsens, eine wunderschöne Renaissance Orgel von 1671, eine Orgel in einem Style, der verloren gegangen ist, eine Art „altmodischer Stil“. Restauriert wurde sie von Kristian Wegscheider 2006 aus Dresden.
Foto: Gottfried Richter Orgel Pomssen bei Leipzig, die älteste Orgel Sachsens – ich war zufällig farblich perfekt zur Orgel und zur Kirche passend gekleidet:

Schlagwörter: Klavier, Organistin
12. August 2022: Überfliegerin sein. (AHS)
Schöne Schleierbretter und Schnitzwerk. Die Accessoires der Orgel.
Heute erinnere ich an die wunderbare Anna Thekla von Weling. England 1898, schrieb sie das wunderbare Lied EG 264 „Die Kirche steht gegründet“. Im Internet steht gar nicht sofort, dass dieses Lied von einer Frau geschrieben wurde. Undenkbar, wenn das Lied von Gellert wäre.
Ratet mal, ihr Lieben, wieviel Frauen in der EG Lieder geschrieben haben. 14 Frauen! 14 Lieder! ❤️ Die Bach-Zahl in der Männerdominanz. Ich werde auch Lieder schreiben.
Foto: Eldena
Neu:
Kirchenmusikerin AHS
Die 7 Kriterien, nach denen Kirche leben sollte, werden oft kaum eingehalten.
Mir geht es wieder gut, nur meine Stimme ist noch belegt und dunkel (für meine Verhältnisse).
Neu: Wolgast Jehmlich Orgel
Erinnert ihr euch, das ökumenische Treffen:
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Organ Improvisation – Jehmlich Orgel kath. Herz Jesu Wolgast, Pommern, Orgel Vlog AHS
Anbei neu: #kirchenmusikerin
Schlagwörter: Ann-Helena Schlüter, Klavier, Reisen
4. August 2022
Meine Kunst soll Menschen an die Ewigkeit gewöhnen. (AHS)
Heute erinnere ich an Pamela Schwerdt, die Gärtnern als eine „Philosophie der Hoffnung“ beschrieb, wie treffend, und Catherine Amy Dawson Scott, Schriftstellerin.
Staufen wurde heute komplett abgebrochen wegen Corona, alle sind heim. Ich bin noch negativ (wie sehr kann man diesen Tests trauen?), aber wenn ich es doch habe, dann fühlt es sich an wie eine kurze, unangenehme Erkältung (für die, die Angst haben). Also nicht mal wie eine Grippe. (Ich hatte noch nie eine richtige Grippe, glaube ich.) Also, wie eine Sommererkältung mit Kopfweh, Halsweh und ein bisschen Fieber. Ich war ohnehin erschöpft von allem und habe daheim erst mal 14 Stunden geschlafen. Fieber habe ich äußerst selten, aber diesmal habe ich gespürt, dass ich etwas Fieber habe: ein schmerzender Kopf, warme Augen, etwas Schwindel, nicht die gute Möglichkeit zu lesen oder sich perfekt zu orientieren bzw. zu konzentrieren. Aber ich hatte schon vor Corona solche Sommererkältungen.
Chorstücke haben mehr als Orgelwerke die Fähigkeit, hartnäckige Ohrwürmer in meinen Kopf zu brennen. Bei mir ist es wirklich eine Krankheit. Ich habe Clara Schumanns wunderschönes Lied „Abendfeier“ mit den Seufzern und Decrescendi und Rückungen und Abphrasierungen in Venedig massiv im Ohr und wache damit auf. Kirnberger mit seinen Wehmuts- und Qualstücken, die für mich eine Qual der Ohrwürmerei werden.
Ich mag das Wort Wehmut. Wie würdet ihr dieses Wort beschreiben, was es bedeutet?
Heute sollte ich eigentlich nach Italien fahren, aber ich fühle mich noch zu schwach. Dafür habe ich passend die Abendfeier in Venedig im Kopf. Clara ist noch schöner als Robert.
Was ich traurig finde, dass weibliche Jugendliche sich gegenseitig Digga und Alda nennen – von Männern dummes Zeug übernommen. Sie nennen sich ja nicht Digge oder Alde. Männer sind oft schlechte Vorbilder für junge Frauen. Die Mädchen laufen oft halbnackt und „Digga“ sagend durch die Gegend. Digga scheint hierbei politisch korrekt zu sein. Manche Jugendliche können keinen normalen Satz mehr sagen ohne diese Füllsel.
Übrigens, in der Rinderle-Schule, wo wir den Kurs in Staufen hatten, hingen bedenkliche (rechtschreib-und grammatikalisch) Schilder an den Wänden, was Kinder täglich lesen: „Ziehe doch mal mit zwei Hände Handtuch“. Hier sind mind. zwei Fehler drin. Es müsste heißen: Ziehe doch mal mit zwei Händen das Handtuch. (Digga… Spaß) Ob sich die Busenbestis auch mit Digga und Alda anreden? Da würde es ja zumindest noch Sinn machen. 😊
Selbst der Büchmann 2002 ist noch sexistisch und nennt nur männliche „Geflügelte Worte“.
Ich freue mich über die schöne Rezension meiner CD auf Pizzicato.
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Schlagwörter: Ann-Helena Schlüter, Klavier
2. August 2022: Chorleitung
Wenn man Gabel und Löffel neben ein Messer legt, sieht es ganz harmlos aus. (Doktor Schiwago)
Es gab in Staufen einen „Coronafall“. Ich habe die gleichen Symptome wie der Coronapositive: Halsweh, Kopfweh, Gliederschmerzen, Husten und irgendwie vllt Fieber? Dann hat es mich zum ersten Mal erwischt. Ich gehe morgen zum Testen.
Vorsichtshalber bin ich heim. Bahn-Chaos.
Chorleitung ist auf der einen Seite wie ein neues Instrument, das man lernt und übt. Und auf der anderen Seite nicht, denn man hat nicht ein Instrument, sondern eine nichthomogene (fremde) Gruppe, von der man erst mal nicht weiß, was die Gruppe braucht. Manche formulieren es so, dass der Funke überspringen und dass man bei der Gruppe „landen“ muss. Man kann es auch so formulieren:
Es geht nicht nur um die Musik, sondern auch um die Gruppe (den Chor). Wie kann ich was anwenden, um dieses Instrument zum Schwingen und Klingen zu bringen? Darum geht es. Hierzu braucht man einen Chor für Training.
Man hat mir gesagt in Staufen, mit meiner Clara Schumann (hier waren zudem viele Erfahrene), dass man spürt, dass ich Musik im Blut habe und großes Potential, ich dirigiere mit Gesicht, mit Augen, mit der Mimik und schaffe eine sehr gute Atmosphäre, da ich die Musik verstanden und durchdrungen habe.
Es braucht auch Handwerkzeug im Dirigat. Zeigen und Vormachen ist wichtiger als Reden. Ich habe zum ersten Mal einen sehr guten Chor dirigiert.
Es gehört Mut, um zu führen. Ich mag nicht, wenn jemand eckig, zackig und „pädagogisch“ und „lehrermäßig“ dirigiert. Die meisten Chorleiter sind keine künstlerischen Instrumentalisten. Das ist dann so steif und zu „organisiert“. Das merke ich sofort, wenn ein Instrumentalist dirigiert.
Mein Dirigat ist weich und vorsichtig. Das (schnelle und kompakte) Reagieren auf den Chor ist wichtig. Zumindest weiß ich nun, dass das Phänomen, vorne erst mal gar nichts zu hören, „normal“ ist und es auch anderen so geht.
Adrenalin schießt die Ohren zu. Es braucht Erfahrung, bis man hören kann. Bei mir ist es durch Training schon so, dass ich 60 Prozent höre. Ganz am Anfang war ich nervös, dass ich taub gehört habe und in meinem Ohr nur ein Rauschen war. Die Musik war in mir. Nur leider war das nicht das, was der Chor gesungen hat, sondern eine himmlische Version meiner Vorstellung. „Sehr gut, sehr gut“ – murmelte ich schwelgerisch und mit geschlossenen Augen, während der reale Chor in seiner Intonation und Absprache jenseits von Gut und Böse war.
Foto: Auszug der Lästerer Barry Jordan, Jan Wilke, Christoph Brückner und Brian Radins.
(Homo)Sexistische Läster-Männer-Truppe? (Auf dem Fake- und Lästerprofile – nur zum Lästern, Lügen und Beleidigen angelegt. Christoph Bornheimer ist natürlich auch am Start.)
Man kann sich vorstellen, wie es also in Heidelberg zugegangen ist, als ich 2019 da war. Aber wenn man Löffel und Gabel neben Bornheimer und Wilke und Martin Schmitz legt, sehen die ganz harmlos aus. (Sie geben sich harmlos und unschuldig.) Im Zusammenhang mit gewissen anderen Lästermäulern werden diese „Dozenten“ alles andere als harmlos, werden „Messer“ und zeigen ihr Gesicht, wenn man aus deren Sicht nicht deren Norm entspricht.
Daher ist diese Kirchenmusikhochschule Heidelberg für sensible künstlerische Menschen ein gefährliches Pflaster meiner Meinung nach.
Dass Kirchenmusikhochschulen und Hochschulen solche Dozenten wie in Heidelberg haben, finde ich schlimm. Unterstützt werden sie von Martin Mautner, einer Lea und einem Noah. Lästern tun Rochus Schmitz, Wolfgang Gourge und Markus Theising, geliked von Martin Schmitz. Man darf nicht vergessen: Deren Lästereien sind nicht eine Reaktion auf meinen Blog, sondern genau umgekehrt, ich habe auf deren Attacken erst reagiert.
Warum schreiben die nicht selbst einen Blog, anstatt meinen zu lesen? Dazu gehört viel mehr als nur zu lästern: Mut, Fleiß, Begabung, Kraft und dass man etwas zu erzählen hat, Leben und Bekennen, Vorbild sein, sich trauen, anders sein. Mit dem Wissen, live zu dokumentieren, was andere feige ausnutzen, um zu schaden.