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Ann-Helena Schlüter

3. September 2019

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New concerts

„Go with the choice that scares you the most. Because that’s the one that is going to require the most from you.“ (Caroline Myss)

Ich freue mich sehr auf die neuen Konzerte in Wilhelmshaven und beim Brandenburgischen Musikfestival.

Es war wunderschön, heute ins Gelände zu reiten, durch die (trockenen) Wälder. Oben am Schenkenturm hatte ich das Gefühl, in der Luftlinie direkt auf die Festung zuzureiten. Ich freu mich auf das Reitturnier.

Heute fiel mir auf: Durchhalten ist generell eine wichtige Parole. Nicht nur an der Börse… „Hartgesotten“ sein, nicht zittrig, buy-and-hold, gerade in der Krise, denn Rendite kommt von Risiko. Auch wenn Menschen nerven… wenn du gehst, verpasst du den nächsten schönen Ausritt, um im Bild zu sprechen.

2. September 2019

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Wie kann man und frau von der Kunst leben?

„It is our choices that show what and who we are, far more than our abilities.“ (J.K.Rowling)

Ich kann Frauen ermutigen, von der Kunst zu leben. Die KSK (Künstlersozialkasse) ist ein guter Partner, wenn frau nachweisen kann, dass sie von der Kunst lebt. Erstaunlich ist, dass 90 Prozent aller Musikhochschulprofessoren noch nie in der KSK waren, noch nie von der Kunst gelebt haben, gar nicht wissen, dass das geht, wie das geht, dass es möglich ist, die auch finanziell davon keine Ahnung haben (Riester, GVL, KSK, Rente, GEMA, Agentur, Marketing, Netzwerk, Unterstützer, Sponsoren, Webseite, Shop, Medien, Finanzplan, Mindset, Social Media, Business, Platten, Verträge usw.), keinerlei Tipps geben können, die sich ein Leben ohne Anstellung gar nicht vorstellen können. Einmal fragte mich ein Professor: „Wieso müssen Sie denn Konzerte spielen?“ Die im Grunde noch völlig hinter dem Mond leben. Wie sollen sie dann Künstlerinnen und Künstler verstehen und ausbilden können, wenn sie selbst keine sind?  Nie das Risiko auf sich genommen haben? Manche haben maximal ein „Sabbatjahr“ von Konzerten gelebt, wenn überhaupt. Und mussten dafür „sparen“! Das ist natürlich abschreckend für junge Künstlerinnen. Viele Musiker und Künstlerinnen kennen ihren Wert überhaupt nicht. Spielen umsonst. Bezahlen für das Üben (zB im Mozarteum). Wie soll man dann ein profitables künstlerisches Unternehmen starten? Es sollte zudem nicht tabu sein, eine Macherin zu sein oder selbständig in der Kunst. Risikobereitschaft und Cleverness sind erstrebenswert und werden belohnt.

Know your worth. Then add tax. 

Man muss also lernen und wissen: Wie passen unternehmerische Tätigkeiten im Bereich Musik, also „Business“ und Kunst zusammen? Wie kann ich dies umsetzen? Wie kann man sich einen Alleinstellungsmerkmal schaffen? Welche zündenden Ideen, was für einen Mehrwert habe ich?  Reicht das, was ich liebe zu tun, aus, um ein Business daraus zu machen?

Aber die Lehrer wissen nicht, was für Vorteile das künstlerische Unternehmertum hat, wie man sich wann wo anmeldet und warum, wie man damit Geld verdient – und dass künstlerische Menschen viel Geld mit Kunst verdienen können – wenn frau fleißig, kreativ, leidenschaftlich ist. Natürlich sollte man reiselustig, gesund, fit, kontaktfreudig, gern auf der Bühne, gern übend sein, einigermaßen planen können und Publikum und Veranstalter mit für die nettesten Menschen der Erde halten. Viele Lehrenden sind leider im Gegenteil neidisch, skeptisch, egoistisch, versuchen zu hindern. Es muss erst perfekt sein. Was? Perfekt? Done ist oft better than perfect. Zudem sollte man sich an diejenigen halten, die das, was man selbst erreichen möchte, geschafft haben. Nicht an die, die einen enttäuschen und selbst kaum vorwärts gegangen sind. Auch Mut zum Fehlermachen haben. Zum Ausprobieren. Experimentieren.

„Halte dich fern von denjenigen, wie versuchen, deinen Ehrgeiz herabzusetzen. Kleingeister tun das immer, aber die wirklich Großen geben dir das Gefühl, dass auch du selbst groß werden kannst.“ (Mark Twain)

Jede muss erst lernen, wie frau sich auf Fotos präsentiert, in Interviews verhält, neue Konzertkonzepte und Repertoires aufbauen, immer wieder neugierig sein und wissbegierig. Aber selbst wenn man nicht die Durchplanteste ist und an einem WE quer durch Deutschland fährt oder Wilhelmshaven mit Bremerhaven verwechselt, so kann man mit Charme und Authentizität viel wettmachen. Die Zuhörenden wollen nicht eine perfekte Maschine, sondern einen echten Menschen, jemanden, die gern performt. Wie oft bin ich schon aus dem Zug auf die Bühne gesprungen! Der Mythos, dass dies ein viel zu riskanter Beruf sei, ist: ein Mythos. Es ist zudem eine Berufung. Wieviele Musiker haben ihr Dasein in Musikschulen, spielen nur in ihrer „eigenen“ Kirche oder sind in Jobs von 9 bis 5, in denen es um alles mögliche mehr als um Kunst geht, und sind damit sehr unglücklich. Begrenzte künstlerische Zeit gegen Sicherheit eintauschen?

ps: Ich gehe gern auch im Hochsommer in die schöne warme, ätherisch duftende Badewanne – dort habe ich immer gute Ideen für neue Projekte. 

1. September 2019

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Schlosskapelle Solitude Stuttgart, Mühleisen Orgel

Vom Pferdesattel an die Orgelbank: Es war sehr schön, gestern wieder einmal auf Schloss Solitude zu sein. Mein drittes Mal. Diesmal mit Schlossführung, einer schönen Hochzeitsfeier mit Würzburger Streichquartett in der Solitude Gastronomie, und vor allem habe ich auf der Hochzeitszeremonie in der Schlosskapelle die schöne weiße, zweimanualige Orgel (mit Musiziergedackt und Transponierzug) und den wunderschönen Zungen gespielt.

Nun ist es schon September.

Sehr gern würde ich einmal an der Orgel in der Liederhalle spielen.

Während der Feier sagte eine Dame aus Cameroon zu mir, sie sei sich sicher, afrikanische Tänze in Bachs Musik und Rhythmus wiederzukennen. Ob hier eine Verbindung bestanden hätte? Ich fand diese Frage sehr spannend. Sie sagte zudem, dass unterschiedliche Länder am Meer oft gleiche Rhythmen und Melodien hätten, die, die das Meer widerspiegeln würden. Anders als die In-Länder. 🙂

31. August 2019

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Reitabzeichen RA 6 geschafft (Dressur und Springen)

Es hat viel Spaß gemacht, mit der süßen, eingezöpfelten Haflingerstute Josey und meiner neuen weißen weichen Bentex-Hose bei meinem ersten Springturnier zu reiten, auch wenn es nur vier Hindernisse waren :). Wir haben alles geschafft, Dressur auch, ebenso Theorie. Alle anderen auch. Josey war trotz der Zuschauertribüne fleißig und gehorsam. Nur einmal blieb sie äpfelnd direkt mit mir vor einem Hindernis stehen, über das gerade ein anderes Pferd springen wollte – und auch sprang.

Frühs um halb 8 hat Karin mir noch einen Französischen Zopf geflochten, um 8 musste ich noch zur Massage, oder zur Manuellen Therapie, wie Peter es nennt. Dann sofort zum Stall. Heutzutage fahren wir mit dem Auto zum Pferd. Früher war das Pferd das Auto. Kaum eine Minute im Stall, schon war meine weiße Bluse etwas schmutzig. Vor lauter Aufregung habe ich nicht gut geschlafen und bin jetzt etwas erschöpft.

29. August 2019

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Statistiken

Natascha Wegelin schreibt, 99 Prozent des Weltvermögens läge noch immer in den Händen von Männern, Wirtschaft und Politik seien noch immer von Männern beherrscht, die keinerlei Interesse daran haben, Frauen in Führungspositionen zu sehen. Ich merke dies auch in meiner Welt der Musik und der Literatur: Purer Sexismus, der von vielen Profs als „völlig normal“ gesehen wird und die mit „kleinen Studentinnen“ flirten und sie verniedlichen und in eine Rolle drängen, aus der sie kaum wieder herauskommen, eine Rolle der Unterwürfigkeit, aus Angst. Kleine Frauen sind hier besonders betroffen. Es ist geradezu gefährlich, dabei eher verträumt, hochsensibel, sehr begabt, ehrgeizig und/oder aus der Sicht dieser Männer „naiv“ zu sein – denn diese sorgen dafür, dass man während des Studiums und manchmal auch danach abhängig von diesen war. Weibliche Profs wirken oft abhängig und aufs Abstellgleis gestellt von den männlichen. In den Kirchen dürfen Frauen den Kinderchor leiten. Manche fühlen sich nur wohl, wenn ein Mann der Boss ist. 

Klaviere an HBFs… und Reiten…

Bald spiele ich in Gut Wöllried und in Bad Windsheim.

Auch in Heilbronn gibt es ein Klavier am HBF. Ich habe Umfragen an Klavieren in HBFs in Frankfurt, Salzburg, Amsterdam, Kalabrien, Heilbronn durchgeführt – über die Popularität von Klassik.

Und in vielen Klöstern gespielt, Schwanberg, Puschendorf, Schmerlenbach, Untermarchtal, Münsterschwarzach, Liebfrauenhöhe, Hegne….

Das Reiten macht sehr viel Spaß. Das Schnauben der Pferde ist Musik in meinen Ohren, und ich lerne immer mehr dazu, was zum Springreiten und zur Dressur dazugehört. Dazu gehört viel Musik: Takt, Rhythmus, Schwung… Musik in sportliche Bahnen gelenkt.

27. August 2019

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Bundesgartenschau Heilbronn – BUGA

Blühendes Leben.

Wie schmeckt das Leben? Meine Antwort: Nach Sehnsucht.

Mir hat die BUGA sehr gut gefallen. Schönes Wetter, Sonne und Ruhe. Schiffsfahrt auf dem Neckar, Kirchengarten, Wassershow tagsüber und nachts mit Laser, Farben und Classical Reloaded, Bach mal anders, mit Fontänen, die sich nach allen Seiten drehen und zur Musik tanzen, viel schöner als Feuerwerk, alles blüht, duftende Rosen, sehr viele Blumen, Schönheit und Gärten, sehr liebevoll „angerichtet“ und geschmückt, Pilzgarten, Salzgarten, Bunter Garten, Experimenta, Rosengarten, Bienengarten, Fährenbrücken, Terrassen, Essbarer Garten, Kirchengarten mit frischem Kräutertee, einer „Seitz-Orgel“ (alte, ausrangierte Orgelpfeifen wurden von Pfarrer Seitz mit je einem Luftmatratzen-Blasebalg wieder „blasbar“ gemacht; sie klangen wie Didgeridoos und lockten viele Menschen und Kinder an; die Orgel stand den ganzen Tag nicht still) und Gewürzstationen und Liegestühlen und Kerzen und Filmen und Gesprächen und Andachten:

Mir fällt auf, wie wunderschön Deutschland ist, wie leidenschaftlich und grün und mit Seen und Brunnen die Menschen ihre Städte gestalten und verbessern, auch diese, die zerbombt wurden, mit Holzhochhäusern und Cafés, keiner randaliert, überall Musik und friedliches Verhalten. Grüne Hügel wurden aufgeworfen, Pavillons errichtet, ein Strand angelegt, überall Enten und Schwäne. Und dabei war überall einmal Dreck und Industrie gewesen. Heilbronn ist eine wunderschöne Stadt geworden. Und ich hatte einen sehr guten Führer durch die BUGA in Pfarrer Seitz, eine ultimative Privatführung. Man hat auf der BUGA auch viel gelernt: über Landwirtschaft, Architektur, Digitalisierung, Biologisches, Salze, Weinanbau  – alles viel spannender als Riesenradfahren oder Actionparks. Es war zwar hauptsächlich die deutsche Mittelschicht da – aber wann sieht man diese schon noch, zusammen?  

Mein Konzert auf der BUGA im Kirchengarten war sehr gut besucht. Chopin F-Dur, Beethoven Waldstein, Bach, Chopin g-Moll, Himmelslieder, Lyrik und meine Stücke und Lieder mit Text gesungen, viele CDs verkauft. 

Wie schmeckt das Leben? Nach Sehnsucht. Gott nimmt unsere Sehnsucht auf sein Herz. Auf Landesgartenschaus habe ich schon viel gespielt, Würzburg. Schwäbisch Gmünd, Lahr, Öhringen…

Himmelslieder auf der BUGA