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Ann-Helena Schlüter

21. September 2019

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Hofturnier und Klais-Orgel ISO Organbuilders 

Springturnier am Schenkenturm: Rote Schleife, meine erste Reit-Schleife. Josey mochte die vielen Menschen nicht. Aber ich war die erste, die mit Josey ein RA 6 gemacht hat. 🙂

Gestern ISO Organbuilders, Klais-Orgel Würzburg Musikhochschule, sehr spannend, die Wellenform, die in dem wunderschönen Saal mit den Lichtern, die wie Kandiszucker von der Rosen-Decke hängen, beleuchtet wird, die glänzenden Pedalpfeifen, der schicke, viermanualige Spieltisch und die Register wie beispielsweise PhysHarmonika (Walcker-Orgel aus Hoffenheim läßt grüssen) – mit dennoch zärtlichen, poetischen Klängen. Inwiefern die Orgel Rückmeldung gibt  – da bin ich gespannt, da elektronische Traktur und Universalorgel – aber auch dynamische Orgel. Die Ideen, künstlerische Orgelsachverständige zu kreieren, finde ich sehr gut, also eine gute, fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Organistinnen, Orgelbildern und Orgelsachverständigen zu schaffen.

55 Männer, 7 Frauen. Hätte ich in den Diskussionen geschwiegen, hätte keine Frau etwas gesagt. Traurig. Um eine weibliche Stimme erklingen zu lassen, muss ich mich manchmal überwinden. Aber es reinigt irgendwie die Luft von zu viel Männerdominanz. Ich tue es der Orgel und den Frauen zuliebe.  

20. September 2019

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Again

Eine Frage ist zunächst mit Nein zu beantworten, da man etwas in Frage stellt. (Bernstein)

Heute war es spannend, über Elektronik in der Orgel zu erfahren. Wir besuchten die Willy Dold-Orgel in St. Albert Heidelberg (katholische Kirche). Erstaunlich ist, dass viele Kirchgemeinden keine 5000 Euro ausgeben wollen, um die Orgel zu sichern gegen Brandgefahr. (Dies betrifft vor allem ältere Orgeln.) Deswegen müssen manche Orgeln gar abgeklemmt werden. Das ist so, als würde man einen Flügel haben und nicht stimmen wollen. Und tatsächlich, manche wollen nicht mal dafür Geld ausgeben! Orgelstilkunde war ebenfalls interessant.

Immer dann, wenn manche Männer sich aufspielen und Frauen ausbremsen wollen, sollte frau nicht vergessen und sich in Erinnerung rufen: 90-99 Prozent aller Mörder, Vergewaltiger, Gewaltverbrecher, Räuber, Gefängnisinsassen, Lügner, Klimaschänder, Kinderschänder, Betrüger, Pornoabhängige, Hab- und Machtgierige sind Männer. Die Hölle wird voll mit Männern sein. Dennoch meinen diese, unsere Erde regieren und Frauen unterdrücken zu dürfen.

Sind Frauen die besseren Menschen – ist eine Überlegung wert.

19. September 2019

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Orgellöwin und Statistik

Every promise has a condition. (P.M.)

19.9.2019 – ein wunderschönes Datum.

Man darf durchaus nicht die zweite Geige spielen als Frau. Und frau darf auch ihren Platz erstreiten. Selbst 2019 für viele noch unvorstellbar.

Nun Master Orgel und beutle die Statistik. Erstaunlich ist, dass Kunst und Besonderes von keiner Statistik aufgehalten werden kann und Unmögliches möglich wird. „Was bedeutet das GO an der Orgel?“ Go for it! GRAND ORGUE, egal in welchem Bereich. Es braucht dafür kein Testosteron. Das Wildeste und Gefährlichste auf dieser Erde sind Muttertiere mit Nachwuchs. Sei schwanger mit deiner Vision. Du hast Kampfgeist! Sei Löwin! Sei Bärin! Du darfst anders sein und aus der Statistik fallen.

Leider ist der „Vorstand“ der Badischen Kirche, allgemein die Kirchenmusikhochschulen und das Land Baden-Württemberg mit seinen Musikhochschulen besonders frauenfeindlich, da männerdominierte Politik (Inzucht-Politik).

18. September 2019

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Schritt für Schritt für Fahrt

Es ist doch erstaunlich, dass es für viele Männer eine Art Rollentausch ist, wenn Frauen erfolgreich sind. Dabei können Frauen durchaus erfolgreich sein und dennoch keine Männer sein – ich bin eher sehr sensibel und in vieler Hinsicht übermütig und kindlich und neckend und gern das ganze Gegenteil von einem Mann – dennoch empfinden Männer Frauen als „nicht demütig“, „egoistisch“, „feministisch“  oder Schlimmeres, wenn Frauen erfolgreich sind… erfolgreicher als sie selbst.

Bei einigen Kirchenmusiker ist es am Schlimmsten. Ich darf dann folgendes hören:

„Das Feministische hört ganz schnell auf, wenn es um Körperkraft geht.“

Oder:

„Das Feministische hört ganz schnell auf, wenn es um Komponistinnen geht.“

Dann sage ich, dass ich immer meine eigenen Werke spiele. Dann kommt der Satz: „Das ist aber egoistisch.“

Absurd. Abstrus.

Manche dieser schreien auch bei meinen Noten auf, weil ich viel hineinschreibe (I used to). Gut, aber vielleicht provoziere ich auch hin und wieder gern. 🙂

Herzlichen Glückwunsch an meine Nichte Emilia, die heute Geburtstag hat. I love you.

2 1/3

Es war sehr schön, in Buchholz bei Siegburg/Bonn bei Leguano zu spielen mit der Sängerin Olesya Illavsky, die den Kölner Opernpreis gewonnen hat 2019. Wir haben im Duo Tschaikowsky und Puccini etc. zusammen in einem Zelt vorgetragen. Natürlich habe ich auch solo gespielt (Beethoven, Bach usw.) Das Essen war lecker, ich habe mich über meine Leder-Leguanos gefreut.

Dann ging es auf nach Schriesheim/ Heidelberg zum nächsten Konzert, diesmal ein Orgelkonzert an der Weigle/Brommer/Jäger-Orgel, sehr schön gestimmt und intoniert, im Wert von zwei Steinway-Flügeln, überholt. Das Konzert hatte um die 150 bis 200 Leute im Publikum, die Presse war da (Zeitung Rhein-Neckar und Mannheimer Morgen, haben auch sehr schöne Fotos gemacht) und es gab Zugabe und Standing Ovations. Die Gegend mit ihren Weinstädten und der langen Bergstraße, Bad Schönborn und auch Weinheim (nicht zu verwechseln mit Weingarten und Gabler!) ist sehr schön. Mein Hotel war am Wald.

Dann ging es direkt weiter zum Orgelsachverständigen-Kurs nach Heidelberg. Spannend war die schöne neue Ahrend-Orgel in St. Raphael, die man durch einen Bogen betritt, im Wert von 8 Steinway-Flügeln (ich rechne den Wert von Orgeln immer in Steinways), zwei Manuale (HW und drüber UW), mit zwei Zimbelsternen und einer Trommel, die eher so klingt, als hätte die Orgel eine Störung, aufgeteiltem Tremulanten, gut geeignet für Bach, Buxtehude, Mendelssohn etc.

Ansonsten besteht der Kurs in der HfK Heidelberg natürlich aus viel Theorie. Wenn man 30 Stunden „2 1/3“ usw. anhört, könnte man denken, ich sei nun endgültig von der Orgel kuriert – aber nein … Und die Teilnehmenden sind sehr nett – wenn wir auch nur 4 Frauen sind in dieser Männerdomäne.

11. September 2019

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Orgel-Expedition 

Konzert in Heidelberg war sehr schön. Heute habe ich auch die Barockorgel mit der kurzen Oktave, ein Manuel geteilt, beim Kreuzgang des Doms Würzburg kennengelernt.

Es scheint eine (Polar-)Expedition, die Orgel aus ihrer religiösen Umgebung herauszulocken, die konfessionsübergreifend den Mann als Chef des Ganzen erhalten möchte. Es braucht Kraft und Mut, ein solches Problem zu schultern. Es gibt keine reale Domorganistin. Der Beruf der Konzertorganistin wird von vielen  zudem nicht als real existierend gesehen. Der Status Quo der Orgel ist, dass keine Differenzierung von Orgel und Kirche ingesamt vorgenommen wurde. Sie ist dadurch sehr eingeschränkt. Dies ist kein künstlerisches, sondern ein politisches Problem. Das Verrückt daran ist, dass besonders dort, wo „Kirchenmusik“ hochgehalten wird, die Frauenfeindlichkeit der Umgebung stark zunimmt. Dabei sind die meisten dieser Männer nicht mal Christen, sie wollen nur ihre Macht nicht verlieren.

Die gut bezahlten Chef-Stellen gehen meist an Männer: an große, laut redende Männer, die ihr Gehalt zudem massiv verhandeln. Auch in Frauenberufen wie Kindergärten sind Männer Boss. Frauen gehen hier dann oft leer aus bzw. verdienen sehr viel weniger, weil sie so nicht verhandeln. 

Auffallend ist zudem: Männer schauen bei Meetings oft nur Männer an. Wenn eine Frau etwas sagt, wenden sie den Kopf. Offensichtlich bemerken die Männer dieses Verhalten nicht. Wenn man sie darauf ansprechen würde, wären sie irritiert.   

Doch: 

5. September 2019

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Genderstereotypen und Gender-Pay-Gap

„Teach girls bravery not perfection!“ (Reshma Sujani)

Männer haben Angst vor weiblicher Konkurrenz. Da diese Angst berechtigt ist, versuchen viele Männer, Frauen zu unterdrücken, klein zu halten, dafür zu sorgen, dass sie in vielen Berufen Minderheiten bleiben.

Die Sozialisierung beginnt wohl schon ganz früh. Mädchen müssen perfekt sein. Auch in der Musikwelt. Wenn sie nicht perfekt sind, wagen Frauen vieles in der Kunst erst gar nicht. Scheuen zurück. Das Ego vieler Männer dagegen ist massiv. Wenn eine Frau hier mitzieht, fällt sie gleich auf wie ein bunter Hund.

Wenn eine Frau sich nicht an die Regeln hält, ist dies viel „schlimmer“ als bei einem Mann – und bei einem Mann eher normal, wird erwartet. Frauen kritisieren nicht, sollen nicht erfolgreicher oder ehrgeiziger als Männer sein, halten sich zurück. Und wenn sie doch besser sind? Sie müssen sehr sehr viel besser sein, bis sie sich trauen. Und dann? Neid. Angriff. „Sie ist arrogant.“

Also: Durchhalten!

Frauen müssen aus diesem Teufelskreis der diskriminierenden Denkmuster der „Männerwelt“ heraus und frei werden, neu zu denken, um zu handeln. Diese Erde ist eine Welt für Frauen. Nur angewandtes Wissen ist Macht, Fehler machen dürfen daher absolut wichtig.

Männer spielen also besser Orgel als Frauen, unterrichten und leiten und führen besser? Völliger Unsinn. Früher waren auch nur Männer Richter und Ärzte und Politiker. Und was ist aus unserer Welt geworden? Eine Asphaltwüste mit Plastikmeer und Hunger und Götzen an allen Ecken und Enden.

Und: Männer verhandeln ihr Gehalt. Frauen müssen ebenfalls ihr Gehalt verhandeln. Und noch vieles mehr. Mamawerden und Mamasein muss bezahlt werden. Wenn nicht vom Staat, dann vom Ehemann. Aufs Konto.

Heute Liszt an Orgel und Flügel geübt. Am 23.9. wird meine Orgel-CD bei OrganRoxx vorgestellt.