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11. Februar 2010

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Vasa

Letzter Abend Stockholm, war im Oscars, dem berühmtesten Musicalort in Stockholm, in Singing in the Rain, war sehr gut. Die königliche Musikhochschule habe ich auch besucht, das Vasa Museum mit dem wirklich beindruckenden alten, aber auch unheimlichen Schiff aus der Tiefe voller Götzenfiguren, das keine 30 Minuten fuhr, bevor es sank. Heute war der Ärdsoppa-Tag mit Pancakes, immer donnerstags, und wir assen das in einem versteckten kleinen Restaurant, das zur City Kyrka gehört, einer Freikirche. Es war ein schöner, verschnörkelter Raum im zweiten Stock des Hauses. Da Schweden evangelisch ist, sind alle Kirchen hell, warm und leer, also befreit von Figuren und Bildern.

Wir haben auch die Tyska Kyrka besucht. Morgen fliegen wir zurück, dann geht es für mich direkt weiter zum RAD im Schönblick Schwäbisch Gmünd.

Während des Fluges lese die Biographien der Nobelpreisträger. Auffällig ist, dass fast alle gelitten haben, anders waren als die anderen, und das ihre Kindheiten sie geprägt haben in dem, was sie später waren und schrieben. Ich finde, dass der Friedenspreis und der Literaturpreis oft eine Einheit waren, auch wenn sie noch nie zusammen an eine Person vergeben wurden.

Für Alfred Nobel war idealistisch sein eine wichtige und positive Sache. Viele waren ernsthaft, suchend, lange anonym. Alfred selbst wusste, dass sein Testament enorm viel Widerstand auslösen würde, dass selbst der König dagegen sein würde, er schlug mit seinem internationalen Denken eine neue Richtung ein, und noch nicht einmal die Angesprochenen wussten von der Sache. Er musste enormes Vertrauen gehabt haben.

10. Februar 2010

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Kaknästornet, Stockholm, Sverige

Hier in Stockholm: Wir wohnen 10 Minuten Fußweg hinter der Schleuse, Slussen, das heißt, wir schlafen im Süßwasser, im See Mälaren. Erst hinter der Schleuse beginnt das Salzwasser. Dort stehen die grossen Schiffe, die langsam auf das offene Meer fahren. Unser Schiff fuhr viel in Skandinavien, auch in Europa, wurde aber schwer verwundet im Zweiten Weltkrieg, angeschossen, und stand lange vernachlässigt in London herum, bevor es wieder nach Stockholm zurückgeholt wurde. Die Renovierungen brauchten über 2 Jahre. Nun ist es ein Hotel.

Heute besuchte ich das Nobel-Museum. Es war sehr interessant. Ich erwischte gerade die englische Führung. Das Leben von Alfred Nobel war sehr spannend und in vieler Hinsicht tragisch. Es stimmt, dass viele der Lebensgeschichten der Preisträger Heldensagen ähneln, von Schmerz und Kampf und herausragender Kreativität geprägt. Alfred war nie verheiratet, hatte keine Kinder, fühlte sich im persönlichen Leben als Versager und missverstanden, litt unter Depressionen und starb früh. Er hatte geringes Selbstbewusstsein. Auf der anderen Seite war er ein Künstler, ein Wissenschaftler, jemand, der sein Leben gab, der reiste, einer, der überall auf den Kontinenten zuhause war, einer, der suchte bis zum Schluss, ein Businessmann mit Erfolg und Verantwortung, jemand, der sagte, er würde sein Geld nicht dem Mammon zur Verfügung stellen, jemand, der unsterblich geworden ist auf dieser Erde, indem er sein Vermögen gab für einen Fund, der bis heute millionenschwere Preise vergibt, um die Welt zu verändern. Er wollte eigentlich Schriftsteller werden.

Er schrieb Gedichte und verbrannte vieles. Sein Vater wollte auf keinen Fall, dass er ein Schriftsteller werden würde. Das muss ihm sehr weh getan haben. Aber er las und schrieb viel, und der Literaturnobelpreis war ihm sehr wichtig. Ich wusste nicht, dass mit diesem Preis so hohe Werte verbunden sind. Das hat mich getroffen. Es geht nicht nur um das Schreiben und die geniale Begabung, es geht vor allem darum, ob der Menschheit einen Nutzen gegeben wird. Wer kann diese Werte erfüllen?

Natürlich war ich auch im Schloss und in der Bibliothek der Nobelpreisträger und kaufte einige schwedische Bücher. Nur 5 Prozent aller Preisträger sind Frauen! Warum nur wurden Frauen so lange unterdrückt?

Es berührte mich, wie ein Prozeß von Kreativität angeregt wird. All das berührte mich so, als würde es konkret um mich gehen. Es stand auch, dass Lyrik Konzentration sei, pure Konzentration. Das stimmt. Die Führungen waren meist auf Schwedisch.

Wir aßen im Kaknästornet, mit herrlicher Aussicht über ganz Stockholm, dann gingen wir in das Dramaten und sahen ein englisches Play auf Schwedisch, Pygmalion von George Bernand Shaw. Auch dort ging es um das Schicksal von Frauen. Ich kann es kaum ertragen, wenn in einer bitteren Satire gelacht wird.

Anschliessend kam ein älterer, fremder Herr zu mir und sagte aus dem Nichts, wie traurig er über das Ende des Stückes wäre, dass die beiden nicht geheiratet hätten, er hätte sie doch so gebraucht. Ich kann kaum glauben, wie unterschiedlich Männer empfinden. Die Frau wurde doch völlig schlecht behandelt. Dennoch tat mir der Mann plötzlich leid. Ist das typisch Frau? Dahinschmelzen, obwohl man andere, hohe Werte hat?

Auch ERF Wetzlar hat meine CDs angefordert, ich freue mich, wenn meine Musik im Radio gespielt wird. Stockholm ist eine der schönsten Städte, die ich je gesehen habe, Sonne auf Schnee, Kultur überall, interesante Menschen mit Stil, auch die Männer sind sehr schick angezogen.

09. Februar 2010

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Stockholm, Sandhamn

Dies ist nun meine zweite Nacht in Stockholm. Wir wohnen auf einem Boot am Rande der vereisten Ostsee, auf dem Boot Loginn Hotel, Söder Mälarstrand gegenüber Gamla Stan und Stadshuset. Man kann hier an Deck sitzen, in eine Decke gewickelt, in einem Bastschaukelstuhl sitzend und Mango-Cidre trinkend, und auf das Eis und den Schnee und die Lichter der Altstadt schauen. Es ist hier ungefähr fünf Grad minus, die Straßen, die Ostsee und die Gehwege sind voller Schnee, es wird nicht geschippt. Früher fuhr das Boot sicher einmal. Die Zimmer sind süß und klein mit eigenem Bad und Stockbetten. Ich schlafe oben, mit Blick durch das Bullauge auf Gamla Stan. Um diese Jahreszeit sind wenig Touristen hier, was ich sehr geniesse. Gunhild und ich fuhren mit der Fähre von Stavsnäs nach Sandhamn in die Schären. Die Fähre ist vorne rund gebaut, damit das Eis dem Boot nicht schadet. Teilweise war kein Wasser mehr zu sehen. Ich bin noch nie auf Eisbrocken gefahren. Man konnte das Meer nicht mal riechen, kein Salz, keine Gerüche fremder Welten, nur Eis und Schnee. Ich finde, man kann Schnee riechen. Wir sahen Adler in der Luft und spürten den Druck der Fähre gegen das Eis. Auf der Insel Sandhamn war gar nichts los, aber es war wunderschön, im Schnee das offene Meer zu sehen, die roten Häuser, die kleine Post. Im Sommer legen hier teure und große Segelboote an, da ist der Bär los, aber im Winter wohnen keine 50 Leute dort regelmässig, nur ein Restaurant hatte offen.

Leider trug ich meine roten Lederstiefel aus Berlin, die durch den Schnee nass wurden, so setzten wir uns in das Restaurant. Dort stand ein Flügel, an dem Barhocker standen, dass man dort sitzen und trinken kann. Mir wurde beinahe schlecht. Ich wollte üben und traute mich nicht zu fragen. Stattdessen lernten wir Schwedisch für die Klausur. Es ist etwas anstrengend, den ganzen Tag schwedisch zu sprechen und alle Grammatik zu lernen. Das Hören ist kein Problem, manchmal antworte ich auf Deutsch, wenn ich nicht mehr kann. Ich habe gemerkt, dass ich mich sehr nach einer vollkommenen Sprache sehne, die logisch und wundervoll ist. Aber eine Sprache ist wie die Menschen, menschlich eben, oft unlogisch, und es macht keinen Sinn, sich über eine Sprache zu ärgern, man muss sie nehmen, wie sie ist. Vielleicht wird es im Himmel mal eine andere Sprache geben, die in jeglicher Hinsicht Sinn macht, erfüllt und befriedigt. Musik kommt dem am nächsten. Ich bin besonders sensibel mit Sprache und Musik, wenn ich auf Reisen bin und nicht üben kann.

08. Februar 2010

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Östermalms Saluhall

Wir assen in vornehmen Fischrestaurants, Stockholms Fisk im Hotel Viking in der Nähe von Stockholm Central, und im Tysta Marie in Östermalms Saluhall, da ich Fisch liebe und das Leben in Stockholm vornehm ist. Wir aßen Lachs und Strömming, das ist ein Fisch, den man in Deutschland so nicht kaufen kann. Wir sahen den dritten Teil der Trilogie Millenium und gehen morgen in das Konserthuset am Hötorget (Heumarkt) und hören Beethoven von Pålman (mein Geburtstagsgeschenk für den Herzenstag am Sonntag, so heißt hier der Valentinstag). Natürlich assen wir auch die berühmte süsse Semmel hier mit Marzipan, was ich liebe, dazu Sahne und Kardemumma.

01. Februar 2010

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Klang

Morgen fahre ich nach Nürnberg und Fürth und freue mich, zu sprechen und zu spielen, Tage voller Klang, ich möchte gern über Glauben und Leben als Künstlerin sprechen und wie schwer das oft ist. Bald werde ich auch als Sprecherin in Neubrandenburg und Leipzig sein im März. Ich spreche eigentlich auch gerne über das, was in mir ist, ich habe das Gefühl, ich habe so viel zu sagen, was anderen helfen kann. Heute habe ich den Film Mein linker Fuß gesehen (Christy Brown) — oft konnte ich mich teilweise identifizieren mit dem jungen Mann, der gleichzeitig hochbegabt und sehr klug war und doch in mancher Hinsicht wie ein Krüppel war. Ich glaube, Schriftsteller sind insgesamt sehr klug, da sie sehr sensibel zusammenfassen können müssen, wenn sie nicht gerade irgendwo schweben. Manchmal schwebe ich beim Bachspielen. Gerade Sensibilität macht oft zu einer Art ‚Krüppel‘.

31. Januar 2010

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Nobelpris 

Allmählich kenne ich mich in Stockholm bestens aus, die Svenska Akademie von 1785, dort, wo die 18 schwedischen Wissenschaftler und Schriftsteller noch immer zusammenkommen und einmal im Jahr den Nobelpreis für Literatur vergeben. Mein Herz klopfte, als wir das alte, holzvertäfelte Gebäude betraten. Von den 18 Schriftstellern waren nur 5 Frauen laut den Fotos innerhalb des Gremiums, und zwei davon kommen nach einem Streit nicht mehr. So etwas macht mich traurig. Der Wissenschaftler Nobel, der herausfand, wie man Dynamit, bzw. TNT bindet, hatte in jungen Jahren bei seinen Experiementen seinen Bruder verloren, der tödlich verunglückte bei einer Explosion. Ich merke, dass wenn man das an etwas dran ist, dann kann man selbst bei höchstem Verlust nicht mehr aufhören, zu suchen.

Traf mich heute mit zwei Sängerinnen, es war schön, sich über das Leben mit Musik, gemeinsamen Projekten, Welt, Glaube und Männern auszutauschen.

28. Januar 2010

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Politische Kunst

Es ist erstaunlich, wie politisch Kunst in seinem Wesen ist, wobei mir das Wort politisch nicht gefällt, es müsste ein anderes Wort sein, geschichtlich vielleicht. Wie sonst könnte ein rothaariges, rebellisches Mädchen wie Pippi Långstrump in einer Zeit von 1945 weltweit so berühmt werden, in einer Zeit des Elends und Machtmissbrauchs in Europa? Und automatisch wird eine Künstlerin auch ein Gesamtkunstwerk, wie man an Astrid Lindgrens Leben sehen kann, zum Beispiel der „Skandal“ mit ihrem unehelichen Sohn Lasse. Dies hat sicher sehr dazu beigetragen zu den Inhalten ihrer Kinderbücher.

Es lässt sich dennoch nicht, wie es Musikpädagogen oder Musikwissenschaftler versuchen, kontrollieren, herausfinden, wie ein Welle rollt oder eine Bombe einschlägt in der Kunst. Der neugestartete kleine Verlag Rabén & Sjögren konnte nicht wissen, was für eine Erfolgswelle er starten würden mit dem Risiko Pippi Långstrump.

In Schwedisch ist es natürlich noch mal etwas anderes, sich öffentlich frei über seine Gedanken zu äußern.

Sprache ist für mich so ein wichtiges Mittel. Ich fühle mich hilflos ohne. Das Film-Festival hier zeigt viele internationale Filme, auch schwedische, darauf freue ich mich. Bisher habe ich israelische, spanische, zwei finnische und türkische Filme gesehen auf dem Festival. Mir fiel auf, dass alle Filme, die ich gesehen habe, eine Suche nach Gott waren, je atheistischer, desto suchender. Ich glaube, ich habe nun endlich den objektiven Maßstab für Kunst gefunden: sie besteht aus vier Themen: Kreativität, Liebe, Unsterblichkeit und Gott. Ich glaube, Kunst ist eine Person, man kann sie kennen lernen. Man kann sie nicht erwissenschaften.

Nächste Woche werde ich mit Michael Ende proben, ich bin gespannt auf Duo E-Bass und Klavier.

27. Januar 2010

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Ballett

Im Ballett Schwanensee in der Meistersingerhalle Nürnberg gestern, das Russische Staatsballett — und bin enttäuscht. Erstens kam die Musik vom Band, von den Lautsprechern. Da entstand keine Atmosphäre. Außerdem waren die Lautsprecher so schlecht eingestellt, kein Dolby Surround, es hätten zumindest noch Boxen hinter uns angebracht werden müssen, so säuselte die Musik leise und quäkend oberflächlich in den großen Saal. Für mich aber ist die Musik bei Schwanensee das Wichtigste, dann erst kommt das Ballett. Tschaikowksy und ein großes Orchester schaffen erst einmal die Atmosphäre und den Rahmen. Durch die leise CD-Musik hörte man das Klappern der Schuhe der Tänzer, alles wirkte so leicht, so geübt, so gehüpft. Noch dazu war die CD-Aufnahme nicht das, was ich von Qualität her kenne. Ich weiß nicht, welches Orchester da auf Band war, aber ich kenne Schwanensee viel schneller, viel leidenschaftlicher gespielt. So waren die Tempi für mich auch viel zu langsam. Ich dachte, ich sitze in einer Übung ohne Schwere, ohne Gewicht, ohne Tiefe. Die Professionalität der Tänzer war groß und fast kalt, dass ich kein Gefühl, keine Füße und Hitze mehr spüren konnte. Da die Karten teuer waren, war das Publikum eher das biedere. Da trifft dann das große Professionelle auf das große Biedere, wegen dem Geld. (Für große Rockkonzerte wird ja auch sehr viel ausgegeben.) Als Kind hörte ich Schwanensee und träumte die Geschichte dazu. Nichts wird für mich je wieder so schön gespielt und erträumt werden wie das, was ich gehört habe als Kind, als die Erinnerung daran, ich kann das nicht mehr finden im Vergleich als Erwachsene. Ich musste weinen bei Tschaikowksy als Kind. Und jetzt, gestern, wäre ich fast eingeschlafen. Es war nett, es war gut, aber es war auch so nichtssagend.

Die Meistersingerhalle habe ich oft besucht, als ich ein Kind war, da wir ein Abo hatten, ich war mindestens einmal im Monat dort im Orchesterkonzert, und die Halle war so groß und leuchtend, und jetzt war selbst die Halle fast renovierungsbedürftig und klein. Es gab auch kein Eis mit heißen Himbeeren mehr in der Pause, sondern nur Brezeln und Bier. Aber natürlich fiel mir das nur am Rande auf.

Insgesamt dachte ich, hm, irgendwie kann das nicht alles gewesen sein, Kunst ist für mich mehr, viel mehr. Es kam mir vor, als wäre der Konzertsaal lechzend nach Kunst.

25. Januar 2010

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CVJM Traumschiff

Sonne. Meer.

 

Heute ist mir wieder ein Engel in Form eines Menschen begegnet. Manchmal kommt es mir vor, als wäre es immer derselbe, nur wechselt er das Gesicht. Er sagte, ich soll an die Leidenschaft der Rotgerüsteten (einer meiner Romanfiguren) denken, nicht an Berühmtheit. Ich sei eine Künstlerin. Gerade vor dem aktiv Künstlerischen scheue ich mich. Mit weiblich und rot und gerüstet verbindet man Ekstase, Pompöses, Gewaltiges. Das ist mir irgendwie nicht so recht. Vielleicht sollte ich doch eine Goldgerüstete werden? Er sagte, nein, mit rotgerüstet verbindet er zum Beispiel We will rock You in Wembley vor einer halben Million Menschen. Ich weiß nicht. Ich mag Queen. Aber …

Jürgen Werth hatte mich heute als ‚Predigtthema‘ auf dem Traumschiff. Wenn ich meine eigenen Lieder spiele, habe ich das Gefühl, ich ‚füttere‘ die Leute, sie bekommen zu essen. Ich ahne, dass ich ein Transportmittel bin. Aber eben nicht nur. Ich bin auch eine Frau. Und seltsam, es verändert sich so viel in mir. Ich erkenne mich gar nicht wieder manchmal. Aber ich spüre immer noch so viel, von dem andere gar nicht wissen, dass es da ist. Das Verändern passiert, ich habe wirklich keinen exakten Einfluss darauf, und doch, habe ich.

Es ist schön, zu sehen, wie die kleinen Vierjährigen im Schülerkonzert ohne Angst und gemütlich von hinten auf den Klavierhocker krabbeln und es ganz geniessen, gesehen zu werden. Nächstes Jahr spielen sie bei Jugend musiziert.

Für mich war Schwedisch früher an der Uni eine Doppelbelastung, da sie doch manchmal Fremdsprache war, auf hohem Niveau. Trotzdem machte es mir viel Spaß (Meine erste Uni-Note in Schwedisch war eine 1,7. Der Fördjupningskurs ist Level B2. Der höchste Level ist hier C2.).

23. Januar 2010

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Rotgerüstet und goldgerüstet

Als mich Jürgen Werth anrief, sagte er: Hallo, ist da die Rotgerüstete? Das freute mich. Er sagte, mein Roman wird mal eine große Hilfe für andere sein. Die Granitmänner kennt jeder aus der Kirche, schätze ich.

Jürgen Werth schrieb mir, ich sei jung mit einer alten Seele. Genauso fühle ich mich, allerdings mit einem Herzen wie ein Kind. Ich habe ein Herz für Künstler in der Kirche. Meine Lieblingsgeschichte aus der Bibel ist die von Mose. Ich frage mich, wie ich als introvertierte Schreibende ein extrovertierter Bühnenmensch sei kann.

Manchmal vertausche ich die Rollen.