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Kunst

31. März 2021

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Mein Beruf ist ein so erfüllender und auf gefährliche Weise vieles andere kompensierender Beruf. (Ulrich Matthes)

Das kann ich nur bestätigen. Schwindelerregend. Die Zeit öffnet sich zur Ewigkeit. Was ist die Triebfeder, die Gier für die Bühne? Warum liebe ich die Bühne? Das Leben, die Ewigkeit abzubilden? Einen Traum? Eine Wolke? Realität infragestellen? Etwas dazwischen? Die innere Wahrheit. Welterfahrung.

Ich bin nicht der Meinung von Theodor Lessing, dass Selbsttäuschung lebensnotwendig ist. Gerade die Geschichtsdeutungen sind verklärt und die angebliche Aufklärung in vieler Hinsicht selbsttäuschend. Viele, die die aktuelle Wahrheit sagten, wurden bedroht oder getötet. Die schweigende Mehrheit ist mit schuld (siehe David Hume).

Das Leben aber ist nicht nur als Unterhaltung gedacht. Die Kunst auch nicht und muss reine Unterhaltung und Täuschung durchbrechen. Denn viele Unterhaltung ist Täuschung.

26. März 2021

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Bin ich denn erkaltet, um unter Männern etwas zu werden? (Nina George)

Man muss Geschmack entwickeln. Wie beim Pedalspiel am Klavier. Man muss auch am Klavier Pedal-Geschmack entwickeln. Und Pedal für die linke Hand und für die rechte Hand fühlen. Und nicht mit dem ganzen Fuß, mit der Fußspitze. So ist es auch mit Menschen. Manche Menschen haben wenig Geschmack für Neues. Und für manche muss man erst Geschmack entwickeln. Vor allem, wenn jemand anders ist, aus dem Rahmen fällt, anders schmeckt. Ich mochte als Kind auch keinen Käse oder Spargel.

Ich werde manchmal nach den Chauvinisten und den “Forums-Trotteln” gefragt. Was soll man da antworten? Vielleicht das obige.

Mit Büchern wie “Zur Systemdynamik des Übens” kann ich nichts anfangen, dies für andere zu empfehlen. Ich bezweifle, dass solche Bücher zum Üben helfen.

Heute an meinem Literaturverzeichnis gearbeitet. Es ist furchtbar viel, anstrengend und langweilig.

Heute erinnere ich an Gertrude Belle Elion (Chemie), Bidhya Bhandari (Politik).

13. März 2021

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Ich gucke gern auf Menschen, die eine Vorstellung haben von dem, was sie erreichen wollen. (Margarethe von Trotta)

Jeder Mensch macht gern Sport. Ich auch. Momentan heißt dieser: Pflegen im Badezimmer, das macht viel Spaß und ist körperliche Ertüchtigung. Je mehr Farben und Düfte, umso besser. Gern mag ich Weleda und Sante. Rosenbad von Weleda mit einem Schuss Lavendel, dazu Gesichtsmaske mit Sanddorn, Ananas und Maracujá, und Vanille-Lotion. Zum Trinken Preiselbeer-Apfel-Smoothie.
Wenn man den ganzen Tag am Computer sitzt wegen der Dissertation, dann tun einem die Augen weh. Reed-Schalter an der Orgel noch nicht ausgetauscht.
Es ist interessant: Die meisten Posts in Orgelgruppen über Einzelpersonen werden kaum diskutiert. Außer Cameron Carpenter. Und ich. Die Lästermäuler sind immer dieselben. Ich kann nicht auf jeden einzelnen eingehen. Ich habe festgestellt, dass es nichts bringt. Es ist zwar nicht leicht für mich, aber: Ignorieren ist echt das Beste. Mir ist die Aufmerksamkeit viel zu viel. Aber es muss nur jemand anderes etwas von mir teilen, da geht es wieder los. Scheinbar treffe ich mit dem, was ich mitteile, genau ins Schwarze. Ihre Reaktionen bestätigen, was ich schreibe. Würde es nicht stimmen, wären gewisse Männer nie so feindselig und hintenrum. Aber leben und leben lassen.
Sehr empfehlen kann ich meine beiden Anwälte; besonders an Frauen: Wenn ihr Hilfe braucht bei Schikanen von Männern, schreibt diese an.

Ich hoffe, ich kann so etwas wie ein Raw Model sein gegen Sexismus in meinem Berufszweig. Es ist, als würde man nebenbei noch Jura studieren. Das Feld unseres Rechtssystems mit Polizei, Staatsanwaltschaft, Gericht usw. war mir vorher zwar völlig fremd. Es ist aber spannend und wichtig.

29. Juli 2020

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Gib mir die Blume. (AHS)

Konzertblumen. Sonnenblumen. Alles schön. Ich liebe Pflanzen, ich liebe Tiere. Bei Hunden mag ich besonders gern Golden Retriever und (große) Boxer und Labrador und Dackel. Aber auch alle.

Orgelspielen ist Ohr. Eigentlich sind die Manuale egal. Man spielt mit dem Ohr. Wo ist der Klang im Raum? Das muss man trainieren. Sonst: Fehlplanung. Man darf nicht gefangen sein am Spieltisch. Dort ist nicht der Klang. Im Gegenteil – man kommt dort in einen Spieltrieb, in ein Rauschen, und es ist Wind im Kopf – das reicht nicht. Der Klang ist im Raum. 

Klar, der Spieltrieb ohne Ohr ist wie unter Drogen, man kompensiert, man meint Wunder, wie es klingt – aber das ist zu wenig, das ist kindlich, denn das, was zählt, ist, wie es wirklich klingt, real, unten. Nicht in einer Traumwelt.

Es ist anstrengend, auf Ohr umzustellen, und auch schmerzlich, wenn man sich der Realität stellt – aber wenn man seinen Ohren nicht (zu)traut, den wahren Klang zu finden, dann misstraut man sich selbst, dann wird man den Durchbruch nicht finden und nie zufrieden sein. Ich bin froh und glücklich, dass meine Ohren den Klang finden, sie sind willig und gehorsam und entzückt. Ohr sein ist Sein. Wirklich sein. Das ist die Musik. Alles andere ist Vorstufe. 

Ich vergesse nie dieses Aha-Erlebnis: Der Sound. Das Runde. Als wäre der Klang von den Manualen abgekoppelt, buchstäblich, abgepolstert, als wäre der Spieltrieb nicht in den Händen, sondern im Ohr! Als würde man mit Spinnweben zwischen den Händen spielen wie Spiderman, als hätte man Weben zwischen den Fingern. Alles wird vom Klang zusammengeschmolzen, zusammengehalten, rund und warm und weich. 

Es ist Resonanz. Das ist es, was es ist: RESONANZ. Nicht Dezibel. Nicht mechanisches Spiel. Die Resonanz zu finden. Das ist es.

6. April 2020

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Wenn wir ein kreatives Leben führen wollen, dürfen wir keine Angst mehr haben, uns zu irren. (Joseph Chilton Pearce)

Ich freue mich, dass meine Musik verglichen wird mit Ligeti, Messiaen, mit Guillou, gerade auch von meinen Feinden – und natürlich habe ich diese Einflüsse auch. Wäre seltsam, wenn nicht. Nun, jemand sagte mir, man muss am Steuer des Bootes ruhig sitzen, wenn man hoch hinaus will, egal, ob Lob oder Tadel wie Gischt aufspritzt. Oder wie Matthias Claudius schrieb: “Bin vorige Nacht unterwegs gewesen. Etwas kalt schien mir der Mond auf den Leib, sonst aber war er so hell und schön.” Dass man nur mit Männern verglichen wird, gefällt mir nicht. Wo sind meine weiblichen Vorbilder? Ach, wenn die Frauen sich nur nicht gegenseitig immer so hassen würden… Als Frau darf man nicht aus der weiblichen Reihe scheren, das mögen Frauen nicht. Das mögen die nur bei Männern. Aber ein Mann bin ich auch nicht. Was bin ich? Ich bin etwas dazwischen. Ich bin eine Mrau.

Ich glaube, es ist schön, wenn Organisten mehr lernen, am Flügel weniger piepsig zu spielen, mehr Klang, weniger trocken, mehr Arm. Am Flügel sind wir das Register. Hier spielt das Pedal eine gänzlich andere Rolle.

14. Februar 2020

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Bach überwindet die Schwerkraft. (A. Schlüter)

Geburtstag 🙂

Merci an alle, die für mich und mein neues Lebensjahr beten, mich unterstützen und fördern.

Habe viele schöne neue Orgeln erhalten für meine Hauptwerk-Orgel: Ledziny, Cracov, Kdozsov, Straßburg, Erfurt, Anzio, Giubiasco, Rasczcye, Green Positiv, italienische Orgeln  und andere (3 Manuale, 2 Manuale oder eins). Ich habe nun 22 Orgeln. Es ist schön, dass auch die Akustik gesampelt wurde.

Anbei neue schöne Plakate:

Plakate Downloads Ann-Helena

11. Februar 2020

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Tausend Künste kennt der Teufel, aber Singen kann er nicht. Denn Gesang ist ein Bewegen unserer Seele nach dem Licht. (Max Bewer)

Ich bin wieder zuhause, war eine Woche lang weg. Die Hyazinthe ist aufgeblüht und duftet. Ich höre Perahias Beethoven. Die ersten Geschenke sind eingetroffen. Merci! Mein Geburtstag ist am Freitag, dem Valentinstag.

Hier daheim muss ich mich erst wieder akklimatisieren und die Abenteuer verarbeiten. Orkan Sabine hat mich ziemlich in Frankfurt festgehalten, bevor ich endlich wieder heimkommen konnte. Allerdings lobe ich die Deutsche Bahn, die Kaffee, Essen und Wartezüge bereit hielt. Bahnfahren für Fortgeschrittene. Sehr nette türkische Mitarbeiter: “Willkommen zu Deutsche Bahn.”

Als der Orkan nachts in Heilbronn am Haus rüttelte und mit tausend Stimmen zischte, war das schon beunruhigend. Doch denke ich, dass uns Deutschen oft bewusst Angst gemacht wird, also übertriebene Angst geschürt: German angst. Dabei müssen wir eigentlich vor nichts Angst haben. Die meisten unserer Probleme sind Luxusprobleme.

Was passiert eigentlich nach unserem Leben? Das Himmelreich ist Hoffnung und Realität. Existenz und Hoffnung gehören zusammen, sind keine Gegensätze. Ich weiß, dass Himmel und Hölle oft dazu gebraucht wurden, Menschen zu manipulieren und ihnen Angst zu machen. Manche Menschen geben mit ihrem Glauben an. Andere wiederum analysieren Bachs Glauben und glauben selbst nicht. Kompensieren ihren Nichtglauben und ihr Misstrauen mit der Analyse des Glaubens anderer. Wie oft höre ich: “Das mit Jesus ist mir zu einfach.” Zu einfach? Auch Albert Einstein war dies nicht zu einfach. Wir sind jenseits der erdrückenden Vorstellung von Verlust. Wir sind oft böse auf Gott. Verstehen ihn nicht. Aber der Himmel ist nicht nur ein Ort. Der Himmel ist Gott. Was glauben wir? Was glauben wir nicht? Unser Herz sehnt sich. Haben wir den Himmel nicht schon längst gesehen? Wie im Himmel so auf Erden. Sterben und zurück zu Gott reisen ist der Höhepunkt des Lebens.

Ich erinnere mich gern an die Zeit in Saarbrücken, auch an den Orgeln von St. Josef Wehrden und St. Paulinus Warndtdom Lauterbach. Die unterschiedlichen Orgeln von Walcker, Walcker und Cie, Walcker und Mayer…

Empfehlen kann ich heute den Film Heaven is for real. Und meine Lieblingspflegeserie von Estee Lauder Perfectly Clean. 

29. Januar 2020

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So gut wie ein Bildhauer suchen die Künstler die Form. Die aller-anmutigste, die allerreinste, die Verwegenheit in der Vollkommenheit. (Cosima Wagner)

Empfehlen kann ich heute den Film Der dritte Mann. Ich freue mich auf die Reger-Orgel in Wiesbaden. Ich arbeite an einem neuen Stück, eine schwedischdeutsche Komposition von mir. Ich freue mich, dass mein Shop so gut ankommt.

12. Dezember 2019

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Impuls 9:

Fremdsprache

SR Beethoven-Konzerte Deutsche Radio-Philharmonie

Es war sehr schön, gestern mit Ingrid Hausl die sieben Beethoven-Konzerte in der Deutschen Radio-Philharmonie Saarbrücken und Kaiserslautern  2020 zu planen, wie wir (Vorbild Leonard Bernstein) Musik vermitteln. Auch der Konzert-Flyer der Konzerte 2020 im Dom zu Fulda ist eingetroffen. Ich freue mich auch auf meine Konzerte und Recitals auf Sylt. Und natürlich die Orgelkonzerte. 

Beethoven-Konzerte

Diesen Monat schreibe ich als Adventskalender jeden Tag.

Problematisch ist in meinen Augen der Film Die Prüfung  – eine aus meiner Sicht frauenfeindliche Dokumentation der Schauspielschule aus Hannover: konkurrenzstiftend statt künstlerische Synergien, eine Darstellung der traurigen Entwicklung der deutschen Kunstwelt; gelangweilte, wertende, arrogante und dauerredende Männer, schweigende und eingeschüchterte Frauen, während die Dozenten sehr von sich selbst überzeugt sind: Das Arroganzprinzip in der Kunst. Die Dokumention beginnt mit wimmernden Mädchen, die von den Dozenten lachend als “süß” bezeichnet werden. Krönung und Ziel der Dokumentation: Die finalen Entscheidungen der Schauspiel-Kommission, die in Männerdominanz dem Fass den Boden ausschlägt.

Leider ist das Neidische unter Frauen noch das Öl, das ins Feuer gegossen wird; frauenfeindliche Frauen, die andere begabte Frauen wegbeißen wollen.

Es scheint mir geradezu ein Wunder, in der Kunstwelt Menschen mit Charakter anzutreffen, da 90 Prozent Macht und Politik sind. Hochbegabte Künstler*innen gegenüber gelangweilten, vertikal kommunizierenden, sitzenden Dozenten, die niemanden über sich hinauslassen wollen, die kontrollieren, rächen, zur Kontrolle auffordern und eitel Aufmerksamkeit brauchen. 

Fremdsprache vertikal.