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9. Oktober 2026: Ich erfahre mich, wie ich mich beobachte. (Anna Trökes)

Foto: Felsenkirche Konzert 2026

Heute erinnere ich an die wunderschöne Faith Hedgepeth, 19.

Für meine Chöre arrangiere ich auch Stücke. Besonders und schön ist für mich natürlich auch mein Gospel-Chor.

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8. Oktober 2026: Kann man voraussetzen, dass der Mensch im Ganzen das Rechte will?

Foto: Nocturne 2026

Berufliches Musikmachen auf hohem und höchstem Niveau ist immer auch große körperliche Arbeit. Daher sind Musik-Wettbewerbe und Prüfungen, bei denen Frauen und Männer gegeneinander für Punkte spielen, eine große Ungerechtigkeit. Das wissen Männer auch. Aber es interessiert sie nicht. Das habe ich auch schon jeweils im Studium gemerkt. Jeder körperliche Vorteil kann auf höchstem Niveau das Zünglein an der Waage sein. Es macht natürlich einen Unterschied, ob Männer dreimal so dicke Unterarme und dreimal so große Hände haben. Es ist natürlich ein Unterschied, ob sie viel mehr Kraft und Ausdauer haben, denn mensch spielt mit Rücken, Armen, Beinen, Muskeln, Sehnen…

Ich habe zwar oft das Gefühl, ich spiele auf den Schwingen meiner Musikalität. Und das ist auch eine echte Realität. Aber nicht nur. Nicht auf der Erde.

Musikmachen ist kein sinnlich unsichtbarer Stoff, der wie ein Seidentuch durch den Raum schwebt. Musik ist harte körperliche Arbeit, wenn sie auf höchstem Niveau gemacht wird und competitive ist oder wird: in Prüfung, Beruf, Wettbewerben…

Ein großer Faktor dabei ist die Ausdauer. Und Ausdauer hat direkt mit körperlicher Kraft zu tun; ist Kraft. Oft werden in Wettbewerben die langsamen Sätze von Sonaten oder Konzerten aus Zeitgründen einfach weggelassen. Denn es wird die Musikalität nicht mal in erster Linie „geprüft“; das, was geprüft wird, ist sehr oft die Virtuosität und die körperliche Kapazität und Technik, die damit einhergeht. Daher sind die meisten Trompeter Männer, die meisten Pianisten Männer, die meisten Organisten Männer usw. Es ist unbegreiflich, dass Frauen (körperliche) Hürden, die Männer gar nicht kennen, zusätzlich meistern müssen, wenn sie gegen Männer antreten – auch in der Musik, 2026.

Im Männer-Business Musik ist Musikalität nur ein nettes Beiwerk; nichts, was zwingend nötig wäre. Manchmal sogar störend, da verletzlich.

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7. Oktober 2026: Manche meinen, Schönheit und Wahrheit wären zwei getrennte Dinge. (AHS)

Foto: Konzert Allerheiligen Goldach 2026

Ich habe noch nie eine Patchwork-Orgel kennengelernt und gespielt, aber diese hier ist eine, und sie klingt gar nicht schlecht: Im dritten Manual in der Orgel in Peitz: Eine Trompete aus der Migendt- Barockorgel in Berlin, aus der bekanntesten Barockorgel des Orgelbauers Johann Peter Migendt, der Amalien-Orgel in Berlin-Karlshorst. Auch die Fugara und Vox Celeste und Salicet sind ebenfalls aus historischem Pfeifenmaterial; das Salicet von Kemper ist rausgeflogen. Das Principal 4 ist aus der Rostocker Heilig Geist-Kirche. Im Pedal: Der Principal 16 ist aus Bergen, steht aus Holz links außen an der Orgel, und der neue Holz-Bordun 16 im HW steht rechts außen an der Orgel und wurde von Stiftungsgeldern bezahlt. Die Pommer 16 der Kemper ist nämlich rausgeflogen und diese Pfeifen im Prospekt stummgelegt. Im Grunde wurden in diese Orgel Pfeifen hineingerettet.

Im Hauptwerk weiterhin: Prästant 8 original Kemper, Traversflöte historisch aus Süddeutschland, Spitzgambe 8 aus Helsinki von der dortigen Walcker-Orgel, die spanischen Trompeten wurden dem ehemaligen Kemper-RP entnommen und stehen nun über der Brüstung. Denn das RP hatte keinen Platz mehr.

Was haltet ihr von dieser erstaunlichen Idee, gute (und auch historische) Pfeifen zusammenzutragen und daraus eine neue Orgel zu bauen?

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6. Oktober 2026

Foto: Eibelstadt Chöre Kulturherbst Mainfranken Konzert 2026

Heute erinnere ich an Paitin Renee Fields, 5 Jahre.

Ich habe eine wunderschöne Skulptur bekommen, vom Künstler direkt: es ist aus Buchenholz und Blattgold, in der Form einen warmen runden Herzens, auch haptisch eine Tastwonne und Fühlweide. Ich bekomme auch einen Atelierplatz zum Malen. Ich nannte die Skulptur Herzensholz, aber eigentlich heißt sie „Das goldene Band“.

Ich freue mich auf mein Konzert in Weißenfels; später am Tag habe ich Chorkonzerte.

Ich leite Kinderchöre, Frauenchöre, Männerchore, gemischte Chöre… Die Königsdisziplin sind Kinderchöre. Aber das sehen viele dominante Männerchorleiter natürlich anders. Doch alle Kinder zum Singen zu bringen, ist enorm.

Anbei ein Auszug aus der Presse zum letzten Orgelkonzert von Gabriele Schneider (Rhein-Neckar-Zeitung):

Musik und Kunst als virtuose Einheit

Die Deutsch-Schwedin Ann-Helena Schlüter begeistert mit einem gut besuchten Konzert an der Overmann-Orgel. Sie komponierte und improvisierte auch zu Kunstwerken und Skulpturen im Altarraum.

Kulturherbst Eibelstadt Chor Konzert

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4. Oktober 2026

Foto: Konzert Planetarium Hamburg Sternensaal 2026

Mein Konzert war sehr schön heute Abend. Der Sternensaal Hamburg mit seinen fast 300 Sitzen war komplett ausverkauft. Ich spielte wieder ein Piano Recital am Steinway-Flügel zu den visuellen Sternen- und Licht-Installationen oben an der Kuppel. Die Akustik ist sehr gut, klar und rund. Die Himmelsmaschine (Planetariumsprojektor) in der Mitte des Saals machte zwar etwas Geräusch; aber es störte nicht. Die roten Samtsitze im Sternensaal lassen sich nach hinten kippen, so dass die Leute nach oben in die Kuppel blicken konnten.

Ich übernachtete 2 Nächte im Intercity Hotel, ganz in der Nähe vom Planetarium im Stadtpark. Vor meinem Klavierabend von 80 Minuten spazierte ich wieder einmal an den Landungsbrücken, machte eine kleine Hafenrundfahrt und aß Fisch. Das Planetarium Hamburg ist ein großes, rotes Gebäude mit Aussichtsplattform und Museum in einem Teich. Es gehört zu den wichtigsten Planetarien in Deutschland. Teilweise war der Saal ganz in Dunkel getaucht; nur an meinem Flügel war Licht.

Im Klavierabend spielte ich Bach, Schubert, Chopin und meine eigenen Kompostionen und moderierte schöne Texte mit sanfter Stimme mit dem Mikrofon. Ich persönlich finde Hamburg nicht mehr so schön wie früher, als ich dort studiert und konzertiert habe. Die Stadt wirkt viel schmutziger als früher. Wenn man mit der U-Bahn fährt, hat man das Gefühl, man befindet sich in Sodom oder Gomorra.

Planetarium Hamburg

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3. Oktober 2026

Foto: Schröter Orgel Tauber 2026

Gesegneten Tag der Deutschen Einheit!

Mein erster Chorauftritt mit Frauenchor und gemischtem Chor Eibelstadt im Fränkischen Sängerbund war ein voller Erfolg. Ich finde es schön, dass die unterfränkischen Dörfer ein so intensives Vereins-und Gesangsleben haben, was von Generation zu Generation weitergetragen wird und niemals ausstirbt. Teils singen die Chöre a capella unter meiner Leitung in der Kirche, teils mit meiner Klavierbegleitung, was eine schicke Abwechslung ist.

Dass eine Chorleiterin top Klavierspielen kann, ist natürlich ein großer Vorteil in jeglicher Hinsicht, sowohl in Probe als auch im Konzert.

Weitere Vorteile einer Chorleiterin sind: Keine Auftrittsangst (im Gegenteil); sehr authentische, freie Moderation, inspirierend, viel Energie, vom Klavier aus dirigieren können, sehr gutes Gehör, und, vor allem: Wenn man sehr gut und künstlerisches ein dynamisches Instrument spielt, besonders Klavier, ist die hohe Musikalität ein Gewinn für den Chor: in Dynamik, Ausdruck, Aufbau, Vorstellungskraft, Gestaltung, Mimik, Phrasierung, Intuition …

Ich glaube, der Grund, warum sich viele „Nur-Organisten“ und „Nur-Kirchenmusiker“ manchmal eher schwer tun mit Chorleitung und lange brauchen, es zu lernen, ist, dass sie die Musikalität nicht (trainiert) haben: wenig Ahnung von dynamischer Gestaltung von Ton, von Zartheit, von Farben, die man in der Vorstellung kreiert: eben nicht im Drücken von Knöpfen, nicht in Lautstärke und Ziehen, nicht in „starren“ Pfeifen, Setzeranlagen und Programmierung, nicht weit weg und unnahbar.

Wenn ich einen Klavierabend oder Piano Recital spiele, bin ich schon immer mein ganzes Leben lang nah und sinnlich am Menschen; am Publikum; sie spüren meine Hitze, die Arbeit, meinen Schweiß. Die Orgelempore ist etwas anderes. Kein Schweißtropfen fliegt zwei Emporen nach unten. Oft friert man zudem.

Für mich ist der Chor in dem Moment mein Instrument, und ich übe und spiele mit ihm so, wie wenn ich Klavier oder Orgel übe oder spiele.

Als ich 2017 mit dem Orgelstudium begann, haben viele (Dozenten wie Kommilitonen) ein Geheimnis um und aus Chorleitung gemacht, ein Buch mit sieben Siegeln, Angst davor. Es wurde von „fürchterlichen Professoren“ gesprochen, die einen vor allen anderen bloßstellen würden. Als würde Klavierspielen von Chorleitung abgesondert oder verboten sein. Es wurde mit Stimmgabeln rumgefuchtelt und so getan, als müsste man vor einem Chor ein maskuliner, autoritärer, hyper-extrovertierter Haifisch sein oder traumatisiert aufgeben. Deswegen machen sie auch so viel Getue daraus. Als wäre Chorleitung etwas völlig anderes als Musik machen.

Als ich damals Leute wie Carsten Wiebusch neugierig fragte, ob sie mir ein paar Sachen in Sachen Chorleitung zeigen würden, wurde abgewinkt, als würde man so eine riesige, schwierige, komplexe Angelegenheit gar nicht mal eben zeigen können.

Ich glaube, ein wahrer Pädagoge brennt darauf, einem begabten Menschen etwas zu zeigen, wenn er fragt. Aber ich bin damals auch auf Organisten getroffen, die absolut keine Lust hatten, mir mal eben etwas an der Orgel zu zeigen, als ich fragte. Als wäre auch die Orgel ein Buch mit sieben Siegeln! Genauso auch Improvisation und liturgisches Orgelspiel. Falsch!

Ist es nicht eher eine Ehre, einem begabten fragenden Menschen etwas zu zeigen und zu erklären, wenn er oder sie freiwillig bittet? Für mich ist es das. Man weiß doch nie, wer fragt und was aus diesem Menschen wird; wem man helfen kann. Ich kann nur jeden ermutigen, diese Dinge zu lernen und zu lehren! Es geht alles, wenn man will! Und es geht gut und schnell! Lasst euch von niemandem entmutigen.

Als ich dann auf Leute wie Bernd Stegmann in Heidelberg getroffen bin, hätte man wirklich den Anschein haben können, als wäre Chorleitung etwas Elitäres, das nur denen zuteil werden darf, die die passende Nase oder die richtige politische Einstellung oder das korrekte Geschlecht haben oder sich zumindest in der gewünschten Clique befinden. Ich kann nur sagen: Chorleitung ist Musik machen. Und es gibt genug Dozenten, die einen begabten Menschen nicht mal dann erkennen, wenn er direkt vor ihnen steht. Lasst euch nicht entmutigen. Musik ist nicht elitär. Nicht ignorant. Musik hat die Nase nicht im Wind.

Musik ist zudem unkonventionell. Sie verfolgt weder einen bestimmten Lebensstil, Lebensweg oder festgelegte Lebens- oder Lernregeln. Wenn das so wäre, gäbe es viele große Künstlerinnen und Künstler gar nicht. Sie engt nicht ein und erstickt nicht – auch wenn das viele versuchen. Das heißt natürlich nicht, dass Chorleitung easy oder nicht zu studieren wäre. Aber sie ist Teil vom Großen, Ganzen.

Damals 2019 wollte ich direkt ins Hauptstudium hochgestuft werden in der HfK. Eine verbrecherisch arrogante Absicht scheinbar für die braven Mitbürger des Heidelberger Clans. Alle dasselbe und niemandem was anderes?
Ich bekam ein atonales Stück mit 6x wechselndem Takt pro Seite in der ersten Chorprobe meines Lebens, mit einem Studentenchor, dem man sagte, ich sei eingebildet und sie sollten ja nicht mitmachen (was gibt es Schlimmeres als ein Kommilitonen-Chor mit Kommilitonen, die neidisch auf dich sind) – und ein Dozent, der dich mobbt, weder grüßt noch ein Wort mit dir wechselt, weil du an der HfMDK eine Eins bekommen hast trotz Hochstufung, was ehemaligen Heidelberger Kollegen wie Wiebusch und Viegellahn gar nicht recht war.

Nun, das war meine „Aufnahmeprüfung“. Ich saß danach weinend hinter einem Busch im Garten der HfK. Aber: Ich habe Blut geleckt. Es war trotz allem absolut faszinierend und spannend, einen Chor zu leiten, egal, wie traumatisierend die Umstände waren, und ich wusste, damals schon (die Dozentin in mir), wieviel Potential ich habe und dass ich gut bin. Man kann jemanden, der für etwas brennt, nichts madig machen. Dass man es versucht, ist eine Untat. Es gibt so einige Dozenten in Hochschulen, die ihren Job verfehlt haben.

Nun bin ich im ICE nach Hamburg und hatte Zeit, zu schreiben.

Chor Eibelstadt AGTV



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2. Oktober 2026: Ich bin ja der treueste Freund der deutschen Sprache. Nie habe ich das Verlangen gehabt, ihr zu schaden. (Mark Twain, US-Amerikaner)

Foto: Steinmeyer Orgel Kälbertshausen 2026

Heute erinnere ich an Milena Michiko Flasar, japanisch-österreichisch.

Ich habe ein Yamaha CK-61 bekommen, klein und leicht. Spannend sind die Hammond-Sounds mit Organ Footage, also Hammond-Sound-Regler. Mit Vibrato/Chorus und Rotary Speed kann man verschiedene solcher Jazz-Sounds kreieren. Und es gibt tatsächlich auch Kirchenorgel-Sounds wie Diapason und Church Organ, doch hier gehen die Organ Footage Zugregler leider nicht. Mit einer Art Setzeranlage kann man sich verschiedene Sounds speichern, darunter Akkordeon, Glockenspiel usw. Zudem kann man seine eigene Akustik generieren, Nachhall etc. Es ist schon ein witziges Gerät, dass man gut unterwegs dabei haben kann.

Und eine Melodica. Leute, es ist so lustig. Für meine Zugfahrten. So etwas habe ich vorher noch nie gesehen. Man spielt nur mit rechts und gleichzeitig ist frau ihr eigener Blasebalg und Luftpusterin. Ich stelle euch beide Instrumente in einem Video vor.



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  1. Oktober 2026: Ich gebe mir alle Mühe, sachlich zu sein. Ich zwinge mein Herz, stumm zu bleiben, wenn es auch glaubt, viel sagen zu müssen. Stets befürchte ich, dass ich nur Seufzer niedergeschrieben habe, wo ich die Wahrheit aufzuzeichnen wähnte. (Stendhal)

Foto: Overmann Orgel Hüffenhardt Kraichgau

Schon Oktober, wie die Zeit vergeht! Ich liebe den Herbst, sonnig, warm, bunt. Es ist angenehm, im Residenzgarten zu lustwandeln. Heute erinnere ich an den französischen Schriftsteller Stendhal, eigentlich Marie-Henri Beyle. Berühmt wurde er erst lange nach seinem Tod.

Ich freue mich auf mein Konzert in Hamburg. Vorher habe ich noch ein kleines Konzert mit meinen Chören. Zur Zeit habe ich teilweise 8 Chöre und mehr, aber es macht mir viel Spaß.

Nach dem Konzert in Hüffenhardt habe ich Pralinen bekommen; Standing Ovations; anschließend waren wir in einem der schönen Hinterhofs-Neckar-Biergärten-Restaurants essen; es war noch warm draußen. Hier gab es Gerichte wie Kochkäse-Schnitzel. Besonders schön war auch die Skulptur des Künstlers Reinhard Hemmer, über die ich improvisierte.

In Hamburg spiele ich wieder in dem Planetarium; freue mich.

Plakat Konzert Hüffenhardt

29. September 2026

Foto: Steinmeyer Orgel ev. Kirche Kälbertshausen Hüffenhardt Kraichgau

Heute erinnere ich an die österreichische Schriftstellerin Teresa Präauer und die beeindruckende Autorin und Reporterin Maria Leitner, jüdisch-ungarisch, die 1941 verzweifelt versuchte, in die USA zu flüchten – was ihr leider nicht gelang, was herzzerreißend und unbegreiflich ist. Sie verhungerte im Untergrund.

Kleine hellblaue, ebenerdige Steinmeyer Orgel op. 2284 Kirche Kälbertshausen Kraichgau, 1 M, 8 R

Die hübsche kleine, helle Dorfkirche unter Kastanienbäumen gehört zum Kirchenbezirk Mosbach der Evangelischen Landeskirche in Baden. Während im benachbarten Hüffenhardt eine historische Overmann-Orgel von 1815 steht, beherbergt die Kälbertshäuser Kirche das kleine Werk aus dem Hause Steinmeyer.

Die Firma Steinmeyer war über 150 Jahre lang einer der bedeutendsten deutschen Orgelhersteller. Ihre Instrumente aus der Zeit der Spätromantik zeichnen sich durch ein besonders warmes, grundtöniges und farbenreiches Klangbild aus, romantisch geprägt.

Die Orgel steht unten rechts beim Altar, gegenüber der Kanzel, nicht auf der schönen breiten Westempore verziert mit Gemälden. Sehr hübsch ist, dass Kanzel, Orgel, Bänke und Empore farblich wunderbar aufeinander abgestimmt sind.

Die Akustik in der Kirche ist erstaunlich brillant; im Vergleich zur samtig-trockenen Kulturkirche im nahen Hüffenhardt.

Es ist meine 40. Steinmeyer-Orgel.

Die Registerzüge sind alle rechts.

Typischerweise wurden die Dorfkirchen der Region von G. F. Steinmeyer & Co. mit kleineren, grundtönigen Instrumenten (oft 1 Manual und Pedal mit 5 bis 8 Registern oder kleinen 2-manualigen Werken) ausgestattet. Klanglich stehen hierbei meist warme 8′-Lippenstimmen (wie Prinzipal, Gedeckt und Streicher wie Salicional) im Vordergrund, die dem spätromantischen Ideal entsprechen.

Diese Orgel wurde 1974 gebaut im Zeitgeist der „Orgelbewegung“ und ist daher eher neobarock. Schockierend: Zwischen 1960 und 1980 wurden kaum romantische Orgeln gebaut. Es war sehr schön, hier zu spielen.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:



28. September 2026

Foto: Overmann Orgel 1814 ev. Kulturkirche Hüffenhardt Odenwald Konzert 2026

Große Overmann Orgel 1814 / 1982 Kulturkirche (1730) Hüffenhardt bei Heilbronn, 2 M, 26 R

Die historische, ursprünglich frühromantische Overmann-Orgel in der evangelischen Kulturkirche Hüffenhardt (Odenwald-Neckar-Region) in Baden-Württemberg wurde um 1814/1815 erbaut und 1982 umfassend renoviert und leider auch neobarockisiert und umgebaut von Orgelbau Link. Doch der wunderbare, große Prospekt wurde erhalten.

Sie steht auf einer markanten, zweigeschossigen hölzernen Empore der unter Denkmalschutz stehenden Kulturkirche, die dringend saniert und gesichert werden muss, was in die Millionen geht. Bitte spendet! Die Emporen sind mit Gemälden verziert.

Das wertvolle historische Instrument stammt aus der Werkstatt der renommierten Orgelbauerfamilie Overmann, die über drei Generationen von Heidelberg und Mannheim aus wirkte. Es ist meine erste Overmann-Orgel. Sobald die Kirche saniert worden ist, soll auch die Orgel rekonstruiert und in ihren ursprünglichen Zustand gebracht werden.

Als Instrument von 1815 markiert sie den Übergang vom Spätbarock zur Frühromantik. Die Werkstatt Overmann behielt die klassische handwerkliche Struktur bei, stimmte das Pfeifenwerk aber bereits spürbar grundtöniger, wärmer und vokal-ausgewogener ab. 

Trotz späterer, leider teils einschneidender Überarbeitungen (unter anderem durch die bekannten Werkstätten Voit im Jahr 1886 und Walcker im Jahr 1929) ist der Großteil des historischen Pfeifenwerks bis heute im Original erhalten geblieben.

Mein Konzert vom Förderkreis Kulturkirche Hüffenhardt war sehr gut besucht. Die Kirche war voll. Bei 100 Leuten ist die Akustik sehr trocken.

Es war sehr schön, hier zu konzertieren. Das Wetter wärmte sonnig, es waren fast 100 Leute im Konzert. Es gab hinterher Sekt und Snacks. Ich habe viele CDs verkauft. Zudem stellte ein Künstler seine Holz-Skulpturen aus, über die ich improvisierte. Presse war da. Ich habe schon oft im Odenwald gespielt, sowohl in Hessen als auch in Baden-Württemberg.

Wir besuchten auch die süße Dorfkirche in Kälbertshausen. Dort gibt es eine kleine hellblaue Steinmeyer Orgel.

Ich übernachtete in Haßmersheim im Hotel Adler.

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