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20. September 2026

Foto: Kemper Orgel ev. Kirche Peitz Spreewald Brandenburg Niederlausitz

Große schöne Kemper Orgel 1956 / 2006 ev. Kirche Peitz Spreewald Niederlausitz Brandenburg, 3 M, 47 R, über 3500 Pfeifen, Walze, elektrische Trakturen, Glocken, Horizontale

Willkommen im Spreewald!

Diese große, raumbeherrschende Orgel mit freiem Spieltisch ist etwas Besonderes. Sie steht im Landkreis Spree-Neiße, Brandenburg, in der roten Stüler-Kirche im historischen Peitz und ist klanggewaltig und bedeutend. Ursprünglich konzipierte man das Instrument für die ev. Nikolaikirche in BerlinSpandau, wo sie damals als die bedeutendste Nachkriegsorgel Berlins galt.

Da die Spandauer Gemeinde einen Neubau plante und die Orgel dort nicht mehr optimal in den Raum passte, wurde sie 1995 an die Kirche in Peitz verschenkt und zog nach Brandenburg. Sie hat eine bewegende Geschichte. 

Der Transport und Wiederaufbau in Peitz erfolgte 1995/1996 in rein ehrenamtlicher Arbeit durch lokale Orgelfreunde um Orgelbauer Dirk Redies.  Zu Pfingsten 1996 wurde sie hier wieder eingeweiht. Sie gehört zu den kirchenmusikalisch wertvollsten und größten Orgeln im Süden Brandenburgs.

Beim Aufbau in der Niederlausitz wurde das ehemalige Rückpositiv als Fernwerk auf der Südempore aufgestellt und eine Spanische Trompete ergänzt – eine für die Region eher ungewöhnliche und klanglich reizvolle Besonderheit. Sie besitzt Schleif – und Kegelladen. 


Durch Orgelbauer um Dirk Redies wurde die Kemper Orgel umfangreich umgebaut. Seit dem Umzug wurden viele klangliche Anpassungen und Registeranpassungen vorgenommen, um den Charakter des Instruments stetig zu verfeinern und mit romantischen und historischen Klängen und Zungen zu erweitern. Die ursprüngliche Kemper-Orgel wurde im Geist der „Orgelbewegung“ erbaut, die sich an barocken Klangidealen orientierte. Nun hat sie viele warme Klangfarben, strahlend und edel. Die Akustik ist phantastisch!

Das große sakrale rote Backstein-Gebäude selbst ist das Wahrzeichen der Stadt und ein Meisterwerk des Historismus in der Niederlausitz. Es wurde von 1854 bis 1860 nach Plänen des berühmten preußischen Architekten Friedrich August Stüler im oberitalienischen Rundbogenstil errichtet. 

Es ist meine 5. Kemper-Orgel. Sie ist nun eine  Art universale Orgel, eine kreative, freie Patchwork-Orgel. Das größte Register misst 5 Meter, der neue Prinzipal 16, welcher aus Holz links an der Orgel seitwärts angebracht wurde und aus dem Dom zu Bergen stammt. Die Westempore ist sehr breit und ausladend, mit Fotos der Jazz-Konzerte und Tischen und Stühlen für Meetings.

19. September 2026: Musik muss zur inneren, eigenen werden. (Gerhart Hauptmann)

Foto: Rothermel Orgel 1861 ev. Wehrkirche Wersau Brensbach Odenwald Südhessen, Pedal 2026

Heute erinnere ich an Josephine Butler und an Bertha von Suttner; sie kämpften für Frieden, gegen Menschenhandel und staatlich regulierte Prostitution, für Frauen. Auch in Deutschland gibt es staatlich regulierte Prostitution, was schrecklich ist. Dabei hatte Josephine bereits 1906 gegen staatlich regulierte Prostitution gekämpft. Aber in Deutschland ging es weiter; jedoch in den USA ist Prostitution meist verboten.

Historische seitenspielige Rothermel Orgel 1861 ev. Kirche Wersau Brensbach Odenwald Südhessen, 1 M, 9 R, Altarorgel

Es ist meine erste Georg Christian Rothermel-Orgel. Die Wehrkirche ist eine Augenweide.

Die historische seitenspielige Rothermel-Orgel ist ein besonderes denkmalgeschütztes Instrument von dem bekannten großherzoglich-hessischen Hoforgelbauer Georg Christian Rothermel aus Zwingenberg an der Bergstraße. Man sitzt an der Seite des Orgelgehäuses, was typisch für kompakte Orgelbauten dieser Epoche im ländlichen Raum ist.

Sie besitzt mechanische Schleifladen sowie eine weitgehend im Originalzustand erhaltene historische Winderzeugung im Dachstuhl der Kirche: 2 Seilzüge. Die Orgel befindet sich in einer seltenen Anordnung auf der Mittelachse im Nordosten, direkt über dem Altar und der Kanzel. Ich mag solche Kanzelaltar-Anordnung. 

Die Kirche selbst ist eine ehemalige, mittelalterliche Wehrkirche auf dem Kirchhügel von Wersau, deren markanter, separater Torturm als Wahrzeichen des Ortes gilt.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:

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18. September 2026

Foto: Historischer Bechstein Prospekt 1895 Kirche Ober-Klingen Odenwald Hessen

Heute erinnere ich an Maria Katharina Kasper, 1820.

Seitenspielige kleine Bechstein Bosch Orgel 1895 / 1963 ev. Kirche Ober-Klingen Odenwald, Südhessen, 1M, 5 R, Schleifladen

Die wunderschöne Dorfkirche steht in einem großen Friedhof erhöht auf einem Berg. Sie ist innen schlicht und hell und wurde frisch renoviert. Historische Gemälde wurden frei gelegt im Chorraum.

Der historische Bechstein-Prospekt ist eine Augenweide, beige mit Frauenköpfen und Schleierbrettern verziert.

Die Orgel in der evangelisch-reformierten Kirche, Oberklingen, 64853 Otzberg (Südhessen), ist eine seitenspielige Orgelanlage mit Schleifladen. Im Zuge der Umgestaltung durch Bosch verlor das Instrument im neobarocken Zeitgeschmack seinen ursprünglichen 8-Fuß-Prinzipal (Prinzipal 8′), weshalb das klangliche Spektrum heute stark von helleren, stabilen und klaren Register-Höhen („Piepstönen“) geprägt ist.

Eine vollständige Register-Disposition in schriftlicher Reinschrift ist für diese spezifische Bosch-Änderung in Oberklingen in den offiziellen Registern öffentlich-technischer Datenbanken bislang nicht im Detail publiziert worden.

Es ist meine 14. Bechstein-Orgel. Gerne hätte ich diese originale romantische Bechstein-Orgel gehört, bevor sie von Bosch neobarockisiert wurde im Zeitgeschmack der ”Orgelbewegung”. Die Orgel ist gepflegt und gestimmt im schönen historischen Bechstein-Prospekt.

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17. September 2026: Das sieht man schon bei Gott, was uns angeht. Man kann auch sagen, Kunst ist Imperfektion.

Foto: Historische barocke Müller Orgel 1740 Quellkirche Güttersbach Hessen

Heute erinnere ich an Maria Sybilla Merian, 1647.

Historische hellblaue Müller Orgel Quellkirche zu Güttersbach Mossautal Südhessen Odenwald, 1 M, 10 klingende Register, Denkmalorgel

Die hübsche Kirche hier in Hessen ist eine der ältesten Kirchen im Odenwald. Die kleine Dorfkirche wurde 2023 / 2024 frisch saniert, was man sofort sieht: die grünen, weißen und roten Farben leuchten, alles sieht frisch und gepflegt aus, wie ein Schmuckkästchen präsentiert sich die Kirche. Hier steht die original erhaltene Barockorgel.

Die tonnendicken Mauern sind sehr alt, was man auch um die Fenster herum sieht.

Auf der Westempore steht die niedliche kleine historische Orgel von 1740 mit ihren alten Pfeifen. Es ist meine erste Müller-Orgel. Die Kirche wurde bereits ab 1668 dokumentiert renoviert, und zwar auf den Innenmauern im Chorraum.

Die Kirche im Mossautal wurde im Hochmittelalter direkt an oder über einer natürlichen Quelle erbaut, daher heißt sie Quellkirche. Sie wurde vor über 800 Jahren auf einer inzwischen trocken gefallenen Quelle gegründet.

Der Begriff „Quellkirche“ ist im Odenwald auch für andere Kirchen gebräuchlich, bei denen Quellen entspringen oder entsprangen. Dieses Gotteshaus gilt als die älteste Kirche im südlichen Odenwaldkreis.

Die historische Müller-Orgel von 1740 in der Güttersbacher Quellkirche ist ein außergewöhnliches und überregional bedeutendes Musikdenkmal im Odenwald.

Die Orgel ist – bis auf eine sehr behutsame, spätere Erweiterung um ein Pedal – fast vollständig im Originalzustand erhalten geblieben. Das ist für Instrumente dieses Alters extrem selten!

Das barocke, einmanualige Instrument wurde 1740 von dem kurpfälzischen Hof- und Landorgelbauer Johann Friedrich Ernst Müller, teilweise auch als Friedrich Heinrich Müller dokumentiert, aus Heidelberg geschaffen.

Nachdem die Quellkirche nach einer umfassenden, mehrjährigen Gebäudesanierung im Januar 2024 feierlich wieder eingeweiht wurde, musste die Orgel zunächst schweigen. Zum Schutz vor Baustaub war sie komplett eingehaust worden.

Da spezialisierte Orgelbaubetriebe lange Vorlaufzeiten haben, wurde eine umfassende Reinigung, Restaurierung und Neustimmung des kostbaren Musikschatzes 2025  angesetzt.

Das Instrument verfügt noch heute über die historische Werckmeister-III-Stimmung. Zudem liegt ihre Tonhöhe etwa einen Halbton höher als der moderne Standard-Kammerton, was ihr einen ganz eigenen, strahlenden barocken Klangcharakter verleiht.

Neben dem barocken Klang zeichnet sich die Orgel durch eine besonders kunstvoll gearbeitete, geschmückte, historische Tastatur aus.

1950 versetzte die Orgelbaufirma Gebr. Link das Instrument auf die Westempore und ergänzte ein separates Pedal mit eigener Windlade. Seither verfügt die Orgel nicht über 8, sondern über 10 klingende Stimmen.

Die 8 erhaltenen Manualregister zeichnen sich durch einen direkten, silbrigen und  strahlenden Barockklang aus, verstärkt durch die originale Werckmeister-III-Stimmung.

Ich liebe den Odenwald mit seinen kostbaren, verborgenen  Schätzen. Ich liebe es, diese wertvollen Orgeln zu dokumentieren und hier zu spielen.

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Noli Me Tangere

(übersetzt: bitte nicht herausziehen. – Es passiert aber nichts, es ist leider nur leer und schweigend)



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16. September 2026

Foto: Romantische historische Heinrich Bechstein Orgel 1907 im Rokoko-Prospekt von 1747 Kirche Nieder-Klingen Odenwald Südhessen

Historische romantische blaue Heinrich Bechstein Orgel 1907 ev. Kirche Nieder-Klingen Odenwald Südhessen, 1 M, 8 R, Altar-Orgel, seitenspielig, im barocken historischen Prospekt von 1740, Kegelladen, Kulturdenkmal

Die Westseite hat eine auffällige, vierläufige Freitreppe. Auf der Chorempore steht eine historische Rokoko-Orgel von 1747, die ursprünglich aus Hähnlein in Südhessen stammt. Diese schöne blaue Rokoko-Orgel stammt von dem bedeutenden Frankfurter Orgelbauer Johann Christian Köhler. 

Das romantische Kegelladen-Instrument sitzt in dem alten schönen Prospekt. Die historische Rokoko-Orgel kam durch Kauf und Umzug in die Kirche. Als der Neubau der Kirche in Nieder-Klingen in den Jahren 1907 fertiggestellt wurde, benötigte die Gemeinde ein passendes Instrument.

Zu dieser Zeit trennte sich die Kirchengemeinde in Hähnlein in Südhessen von ihrer alten, 1747 gebauten Rokoko-Orgel, da sie ein neues Instrument anschaffte.

Nieder-Klingen übernahm das historische Instrument, transportierte es in den Odenwald und baute es auf der Chorempore über der Kanzelwand auf.

So erhielt die damals neu errichtete Kirche ein wertvolles Stück Barock- und Rokoko-Kultur, das bis heute dort zu sehen und zu hören ist.

Heinrich Bechstein hat nichts mit dem Klavierbauer Bechstein zu tun. Es ist meine 14. Bechstein-Orgel.

Beim Umzug 1907 wurde das Pfeifenwerk im Inneren vom Hanauer Orgelbauer Heinrich Bechstein erneuert, während das äußere Rokoko-Gehäuse von Johann Christian Köhler erhalten blieb.

Es handelt sich um eine kleine, einmanualige Dorfkirchenorgel mit eigenständigem Pedal. Typischerweise besaßen Köhler-Orgeln dieser Größe für kleinere Dorfkirchen (wie das ursprüngliche Hähnlein) meist zwischen 8-13 Register. 

Johann Christian Köhler war dafür bekannt, seine Orgeln mit mehreren warmen Registern in der sogenannten Äquallage (8-Fuß-Bereich, z. B. Gedackt, Principal, Gamba) auszustatten, kombiniert mit typischen barocken Klangkronen (Mixturen) für den typisch strahlenden Festtags-Klang.

Heinrich Bechstein passte das Pfeifenwerk dem damaligen Zeitgeschmack der Romantik an. Das bedeutet, dass die Disposition um grundtönige, sanftere Stimmen ergänzt wurde, um den typischen, fülligen und gravitätischen Klang des frühen 20. Jahrhunderts zu erzeugen. In der schönen samtig-trockenen Akustik klingen und singen die Flöten. Im Gegensatz zu Ober-Klingen besitzt diese originale Bechstein-Orgel, trotz dem sie klein ist, einen süffigen Prinzipal 8 und zwei weitere 8-Füße.

Die Register-Kippschalter befinden sich „über Kopf“ an der links-spieligen Orgel über dem Kanzelkorb. Das Besondere ist, dass an beiden Seiten, rechts und links, ein winziges, herzallerliebstes Pfeifen-Rund heraussteht, was ich so noch nie gesehen habe.

Die von Bosch neobarockisierte Bechstein-Orgel in der evangelisch-reformierten Kirche in Oberklingen besitzt keinen Prinzipal 8-Fuß mehr, was Bechstein nie getan hätte, sondern im Vergleich dazu vor allem nur hohe „Piepstöne“, wenn auch stabil und klar. Es war sehr schön, hier zu spielen. Ich liebe Odenwald und die Orgeln in Südhessen.

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Bechstein Orgel Niederklingen Kirche

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15. September 2026: Eile tötet alles, was uns teuer ist. Eile ist ein Raubtier. (John Mark Comet)

Foto: Link Orgel Reichelsheim ev. Michaelskirche Odenwald

Heute erinnere ich an die baltische Freifrau Juliana von Krüdener, adelige, pietistische Schriftstellerin.

Nach Ilmenau starteten wir wieder unsere schöne Orgel-Tour durch Hessen:

Neobarocke Link Orgel 1964 Michaelskirche Reichelsheim Odenwald, 2 M, 1306 Pfeifen, 20 R

Die mechanische Schleifladenorgel in Reichelsheim (ca. 9000 EW) besitzt schöne Zungen und erstreckt sich über zwei Emporen. Zuvor gab es hier in der schönen weißroten Kirche eine wunderschöne romantische Heinrich Bechstein-Orgel wie so oft in der Gegend. Jedoch im Gegensatz zu den Dorfkirchen rings um Reichelsheim hatte Reichelsheim zu viel Geld, so dass in der sogenannten Orgelbewegung leider eine neue neobarocke Orgel eingebaut wurde nach dem Geschmack des Zeitgeistes.

Die Bechstein Orgel war von 1887, sie kostete 5495 Mark, hatte zwei Manuale, Kegelladen, welche ich liebe („3 Laden mit einschlagenden Kegeln“, wie Bechstein 1907 notierte), Magazingebläse zum Drehen, schöne romantische Klänge wie Flute harmonique 8 und Aeoline 8 …  Selbst der Bechstein-Prospekt, also das Gehäuse, wurde radikal vernichtet, was unvorstellbar ist.

Die grüne Bechstein-Orgel stand in der Mitte der Kirche.

Vor der Bechstein-Orgel gab es in der Kirche eine kleine Orgel von 1626.

Sehr schön ist die Fürstenloge vorne links, die Kanzel rechts, die Wappen vorne im Chor von Erbach-Erbach Odenwald, die weit laufenden zwei Emporen, der verschobene Chorraum mit den bunten Fenstern. Die Akustik ist samtig-trocken und vokal unter der weißen Stuckdecke, auch sehr gut für Chormusik. Sechsstimmiges variables Geläut. Direkt neben der Kirche steht das historische Schlachthaus von 1835.

Die Orgel wird nicht mehr von Link betreut, sondern von Orgelbau Rothenburg. Die Orgel auf der breiten Westempore ist sehr stabil und gepflegt, die Zungen (die zuletzt eingebaut wurden) sind schön gestimmt. Die romantischen historischen Link- Orgeln mag ich besonders gern; genau wie Orgelbau Sauer hat auch Link ab den 60er Jahren neobarocke Orgeln gebaut. Es ist meine 16. Link-Orgel. Sie wurde 2000 für ca. 40.000 DM gereinigt und saniert. Es war sehr schön, hier zu spielen. Ich liebe Südhessen und den Odenwald. Ich war schon einige Male in Reichelsheim und habe es sehr genossen.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.

Register Link Orgel Reichelsheim



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14. September 2026

Foto: Schmaltz Holland Orgel Ilmenau Wümbach Konzert 2026

Mein Konzert am Denkmaltag war sehr schön und gut besucht. Kinder, Familien und ältere Leute liefen vor dem Konzert in der Kirche herum, bestaunten die Orgel, aßen in der Winterkirche Kuchen, bewunderten die beiden Glocken, die man hinten selber ziehen, und den Jupiter-Kronleuchter von 1698, der herunter gefahren werden kann.

Leider ist die Orgel wegen dem Umbau keine Barockorgel mehr. Besonders mag ich die weichen Flöten. Die Orgel muss wieder saniert werden. Mit der Manualkoppel ist das Instrument recht schwergängig.

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13. September 2026: Das Herz ist der Schlüssel der Welt und des Lebens. (Novalis aka Friedrich von Hardenberg)

Heute erinnere ich an Margarete Steiff, 1847.

Bin wieder unterwegs nach Ilmenau bei Arnstadt zu meinem Konzert. Heute sollte ich auch an 2 Orten woanders spielen, aber das wurde verschoben. Leider kann ich mich nicht aufteilen.
Arnstadt ist die älteste Stadt in Ostdeutschland.

Ich bin hier in der wunderschönen Barockkirche. Die Kirche ist von 1599, die Orgel von 1758. Sie thront auf der Westempore. Es handelt sich um eine wertvolle historische Orgel der Barockzeit, die mit ihrem charakteristischen Klangbild oft bei besonderen Veranstaltungen wie dem Tag des offenen Denkmals im Mittelpunkt steht. Ich liebe Denkmäler!

2007 wurde sie von Schönefeld aufwendig und originalgetreu restauriert, um den ursprünglichen Klangcharakter für nachfolgende Generationen zu sichern. Der Orgelbaumeister Johann Stephan Schmaltz baute das Instrument im Jahr 1758 ein. Seine Werkstatt befand sich zu dieser Zeit in Arnstadt, weshalb er in historischen Dokumenten häufig als „Schmaltz aus Arnstadt“ bezeichnet wird.
Später, um 1860, wurde die Schmaltz-Orgel noch einmal durch den Orgelbauer Friedrich Wilhelm Holland aus Schmiedefeld umgebaut, bevor sie im Jahr 2007 aufwendig restauriert wurde.

Geboren wurde Schmaltz hingegen im thüringischen Wandersleben, weshalb Quellen ihn auch als Orgelbauer aus Wandersleben aufführen.
Es ist meine dritte Schmaltz-Orgel, nach Elleben und Kornhochheim. Eine Holland Orgel spielte ich in der Kirche Osthausen Wülfershausen in Thüringen.



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12. September 2026: Armut beschämt nicht die betroffenen Menschen. Armut beschämt die Gesellschaft. (Ruth Dreifuss)

Foto: Barockorgel Valentinuskapelle Lohr am Main

Heute erinnere ich an Jesus. Auch er wurde in Armut geboren.

Englische beautiful neue Oppel Chororgel Abtei Marienstatt, 40 R, kein eigener Spieltisch

Es ist meine erste Oppel-Orgel. Das Instrument verfügt über eine spezielle mobile beziehungsweise auf einem Metallgestell verschiebbare Unterkonstruktion.

Sie ergänzt die große Rieger-Haupt-Orgel von 1970 und erweitert die musikalischen Möglichkeiten der Abteikirche um englisch-romantische Registerfarben.

Zusammen mit der Rieger-Orgel bildet sie nach der Frankfurter Domorgel eine der größten und vielseitigsten Orgelanlagen Deutschlands und des Bistums Limburg.

Es ist schade, dass diese frische Chororgel keinen eigenen Spieltisch hat. Das wäre schon wichtig. Der mobile Spieltisch der Hauptorgel (auch wenn ihn viele für zu robust halten) gefällt mir, aber es wäre auch hier sehr gut, Registerzüge zu haben, um schneller spontan entscheiden zu können.

Die Chororgel steht an der Seite vorn vor einem hübschen Fenster am goldenen Gitter. In ihr ist Frater Gregorio verewigt: eine kleine Mönchsfigur lugt aus den Schwellbrettern hervor.

Zum Hauptorgel-Spieltisch oben kommt man durch eine Wendeltreppe hinter der Orgel. Dafür muss man durch die Absperrung durch. Die große hängende Hauptorgel ist auch hinten sehr schön geschnitzt und geschmückt. Der Spieltisch oben besitzt weiße Kippschalter.

So sah die Orgel aus früher in der Abteikirche: richtig schön:



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11. September 2026: Wie lange braucht Gott, um nur einen zu bekehren! (AHS)

Foto: Klais Orgel Hachenburg Schlosskirche 2026

Heute erinnere ich an Dorit Rabinyan, israelische Schriftstellerin.

Ich finde es spannend, wenn einem die eigentliche Berufung nicht ”in die weltliche Wiege gelegt wird”. Manchmal scheint es sogar so, dass alle Hindernisse der Welt eine Berufung verhindern wollen, dass sich das Spießbürgertum gegen die Berufung wehrt. Diese Hindernisse zeigen eine Berufung aber erst an.

ps: Auf dem Klostergelände gibt es eine Fuchsfamilie, die gefüttert wird. Ich habe den großen roten jungen Fuchs nachts zufällig angetroffen, als ich auf der Bank im Park saß, da ich im Zimmer kein WLAN hatte und auch keine mobilen Daten. Im Dunkeln dachte ich zuerst, es wäre ein herrenloser Hund und hatte Angst. Aber dann erkannte ich die feinen, eleganten Bewegungen eines Wildtieres und freute mich. Da ich nicht wusste, dass die Füchse hier „zahm“ sind, war ich völlig erstaunt, dass er mich zwar wahrnahm, aber keine Angst zeigte und näher kam.
Ich glaubte, er dachte, ich sei eine Engelsfigur aus Stein, da ich mein weißes Nachthemd trug, und bewegte mich nicht und beobachtete ihn 30 Minuten lang, wie er Gras kaute und sich gemütlich wälzte und dabei immer wieder zu mir hinsah. Es war wie ein nächtlicher Traum.

Ich freue mich, dass der Abt auch im Konzert war und auch die ältesten Mönche, die sonst nie zum Konzert kommen und nur noch selten im Chorgestühl sitzen. Die Mönche gehören zum Orden der Zisterzienser (Ordo Cisterciensis: OCist). Ich traf sie im schönen Kreuzgang an, kurz vor dem Konzert. „Bei so einer Vita muss ich unbedingt kommen“, sagten sie lächelnd und setzten sich ins Chorgestühl.

Neobarocke Rieger Orgel Anna Kapelle Abtei Marienstatt, Streithausen, Westerwald Sieg, 2 M, 16 R, mechanische Schleifladen (Spiel- und Registertraktur mechanisch)

Die Besonderheit ist: Das Instrument hängt frei an der Decke der Kapelle. Sie ist eine der ersten freihängenden Orgeln. Die Akustik ist sehr gut für Kammerkonzerte. Es gibt auch einen schönen A-Flügel von Steinway dort.
Eine Orgel, die von der Decke baumelt!
Das Schwellwerk der Orgel steht in Glas. Durch das Glas kann man nach vorne schauen. Sehr besonders.
Leider wird die Orgel zu wenig gespielt. Freue mich auf mein Wandelkonzert hier.

Sie ist etwas zu laut für den Raum, da es früher hier eine Tafeldecke gab.

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