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7. Juni 2026

Foto: Dreymann Orgel 1838 ev. Georgskirche Georgenhausen Reinheim Odenwald

Ich lese von Annette Jantzen „Gotteswort, weiblich.“ Sehr interessant. Sie berichtet, dass die Einheitsübersetzung der Bibel bewusst Überschriften hinzuerfunden hat, die mit der Macht der Sprache alle Frauen ausschließt und nur von einem männlichen Ich ausgeht: Der Einsame, der Verlorene usw.

Historische romantische seitenspielige Bernhard Dreymann Orgel 1838 evangelische Kirche Georgenhausen-Zeilhard Reinheim, Hessen, 1 M, 9 R

Die wunderschöne kleine grüne Dorforgel ist rechtsseitenspielig mit Registern über dem Kopf. Das mechanische Instrument  hier im Odenwald in dieser evangelischen Dorfkirche, der weißen Georgenhäuser Kirche (Ende 18 Jahrhundert erbaut)  in „Schorsche-Hause“, wie die Hessen sagen, ist eine Augenweide.

Sie ist die erste Orgel, die vor Ort existierte, und sie ist bis heute unverändert erhalten. Es ist meine erste Dreymann Orgel.

Die helle, kleine historische Orgel ist ebenfalls eine AltarOrgel. Sie steht seitlich vorn und reicht bis unter die Decke. Eine steile Treppe hinter der Kanzel führt zu ihr empor. Sie wird nun von F&N betreut.

Die Pedalklaviatur der grün-goldenen Dorf-Orgel hier im Lichtenberger Land im Hunsrück ist von Andreas Ott aus Bensheim verändert worden.

Die schöne, schlichte weiße Saalkirche von 1790 besitzt auf drei Seiten umlaufende grüne Emporen.

Diese liegen auf runden Holzsäulen, die auf der Westseite bis zur Decke durchgehen und das Dach tragen.

Die kleine Georgskirche im schönen Friedhof gehört in den Landkreis Darmstadt-Dieburg Hessen / Nassau.

Die Kirche in Spachbrücken, in der ich auch spielte, ist ihr Vorbild.

Der Taufstein ist von 1865, das Taufbecken aus dem 17. Jahrhundert.

Die Kirche ist samtig grün in Klang und Aussehen. Nur die Lampe am Spieltisch ist ein Ekzem.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.

Die Firma Dreymann gehörte zu den von Christian Heinrich Rinck besonders geschätzten Orgelbauern. Bernhard Dreymann lebte von 1788-1857. Es gibt noch viele erhaltene Dreymann-Orgeln.

Zarte, samtig-trockene grüne Akustik.
Es war sehr schön, hier zu spielen. Ich mag es, die historischen, hessischen Dorforgeln im Odenwald. Es ist fein, in Hessen diese wundervollen Orgel-Kleinode zu entdecken. Ich habe sie alle gern gespielt. Auch die Kirchen haben mich berührt.

Die Dispositionen, Akustik und Fotos sind hier zum ersten Mal im Netz:



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6. Juni 2026: Sie ist nicht die einzige, die fehlt.

Foto: Schlimbach Orgel 1871 ev. Kirche Heubach Odenwald

Gestern waren wir im Hafentheater im Stück Kardinalfehler, eine satirische „Kirchenkomödie“ von 2023. Es ist ein gutes Stück, wenn auch einiges plakativ, politisch und etwas geschmacklos war. Doch das Schlimme ist, dass vieles in der Kirche noch viel schlimmer ist, als es im Stück dargestellt wird (und schon sehr schlimm ist). Berührend ist, dass das Kreuz auf der Bühne durch all die Lügen am Schluss verkrümmt dasteht, als würde das Kreuz brechen müssen. Sich übergeben. Das verkrümmte Kreuz.

Es fällt mir schwer, bei solchen Komödien zu lachen. Ich kann auch nicht so laut und bitter auflachen wie viele aus dem Publikum. Man kann eigentlich nur weinen. Man hält so ein Stück nur mit einem guten Longdrink aus, einem Moscow Mule on ice. Gegen Ende der ersten Hälfte aber war der satirische Overload so heftig, dass ich lachweinte: Ich lachte und weinte gleichzeitig leise vor mich hin, gegen meinen Willen fast. Denn die Schuld der Kirche ist übermäßig, und besonders die Schuld der Männer und Leiter. Die Kirche ist so oft so weit entfernt von Gott und der Liebe wie der sonnenfernste Punkt von der Sonne. Und Gott lässt sich nicht spotten.

Historische romantische kleine Schlimbach Orgel 1871 ev. reformierte Kirche Heubach im Odenwald, Hessen, 1 M, 11 klingende R, Elfenbeintasten, mechanische Kegelladen

Im malerischen Heubach im Odenwaldkreis voll Fachwerkhäuser steht die hübsche Dorfkirche von 1743 mit ihrer weißen Orgel von 1871. Es ist meine 11. Schlimbach-Orgel. Heubach im Odenwald ist ein kleiner, idyllischer Ortsteil der Stadt GroßUmstadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen.

Der Ort liegt im westlichen Vor-Odenwald und ist auch als Sandstein-Klettergebiet bekannt. Es ist nicht zu verwechseln mit Großheubach am Main, eine eigenständige Marktgemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg in Bayern direkt am Main, am östlichen Rand des Odenwaldes.

Es ist die einzige Schlimbach Orgel, die in einer evangelischen Kirche steht. Denn Schlimbach ist ein katholischer Orgelbauer aus Würzburg.

Die wunderbare weiße kleine Orgel ist in einem guten Zustand. Sie besitzt zwar nur ein Manual wie auch in Fränkisch Crumbach, hat aber genauso singende und weiche, vollmundige Klangfarben. Die Orgel steht auf der Westempore, frau sitzt mit dem Gesicht zum Altar, was schön ist.

Die Akustik ist samtig trocken, sehr angenehm und karamellisiert. Die vielen 8-Füße im Manual singen, es gibt eine wundervoll weiche Gamba und ein romantisches Salicional. Die Orgel erinnert mich an mein Konzert in Aub. Sogar einen weichen 16 Fuß gibt es im Manual, was selten ist bei einer einmaligen Orgel.

Es ist sehr schön, die gut sanierten oder rekonstruierten Orgeln in Süd- und Nordhessen zu spielen in den malerischen Orten hier u.a. im Odenwald oder an der Grenze zu Bayern.

In Heubach gibt es auch eine weitere evangelische Kirche, eine lutherische, diese hat eine wundervolle Bechstein Orgel. Auch diese ist in meiner Orgel Information und die habe ich gespielt.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz: Anbei die schönen Fotos:

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5. Juni 2026: … und eine Wasserader.

Foto: Heinrich Bechstein Orgel 1894 ev. Kirche Heubach Odenwald

Historische romantische Bechstein Orgel 1894 ev. Kirche Heubach im Odenwald, Hessen, 1 M, 6 R, Altar-Orgel, seitenspielig, mechanische Kegelladen

Sie ist meine erste Bechstein Orgel. Sie ist die einzige vollständig und original erhaltene Orgel aus dieser Werkstatt. Sie besitzt Elfenbeintasten und hat damals 2000 Mark zusammen mit dem Altar gekostet.

Sie steht hier im malerischen Heubach im Odenwaldkreis in Südhessen zwischen Fackwerkhäusern. Ich habe schon viele Bechstein-Flügel gespielt. Aber Heinrich Bechstein hat nichts mit dem Klavierbauer Bechstein zu tun.

Die linksseitenspielige Altarorgel ist eine Augenweide. Schön sind die originalen Notizen und Zeichnungen auf der Orgelwand.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde über dem Altar auf der Empore die dreiseitig gegliederte Orgel mit neoklassizistischen Stilmerkmalen erbaut. Es handelt sich um eine Denkmal-Orgel aus der Werkstatt der Umstädter Orgelbau-Dynastie Bechstein.

Der kleine Saalbau von 1754 mit einem nach Süden ausgerichteten Chor besitzt eine fast umlaufende Holzempore. 1860 erfolgte die Ausmalung der Kirche durch den Darmstädter Maler Velte.

Die Eingangstür hat einen Segmentbogensturz, und in dem darüberliegenden Inschriftfeld findet man die Erbauungszeit. Die Original-Holztür ist noch erhalten.

Sehr schön und einzigartig sind hier die Klapp-Notsitze an den Bankreihen zum Mittelgang, die ich so noch nie gesehen habe. Die Kanzel aus Eichenholz ist mit Nuss- und Kirschbaumeinlagen verziert.  Nebenan stand die ehemalige Schule.

Im malerischen Heubach im Odenwaldkreis voll Fachwerkhäuser steht die hübsche Dorfkirche mit ihrer grünen Orgel. Heubach im Odenwald ist ein kleiner, idyllischer Ortsteil der Stadt GroßUmstadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen.

Er liegt im westlichen Vor-Odenwald und ist auch als Sandstein-Klettergebiet bekannt. Es ist nicht zu verwechseln mit Großheubach am Main, eine eigenständige Marktgemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg in Bayern direkt am Main, am östlichen Rand des Odenwaldes.

Die wunderbare grüne kleine Orgel ist in einem guten Zustand und klingt fast so wundervoll wie die E.F. Walcker Orgel im nahen Fränkisch Crumbach. Sie besitzt zwar nur ein Manual wie auch in Fränkisch Crumbach, hat aber singende und weiche, vollmundige Klangfarben.

Die Akustik ist samtig trocken, sehr angenehm und karamellisiert. Das Pedal ist gerade; ich mag es, das Holz unter meinen nackten Füßen zu spüren. Die vielen 8-Füße im Manual singen, es gibt eine wundervoll weiche Gamba und ein romantisches Salicional.

Bei diesen Registern hätte es auch eine zweimalige Orgel werden können. Aber auch Stumm hat bewusst einmalige große Orgeln gebaut.

Es ist sehr schön, die gut sanierten oder rekonstruierten Orgeln in Süd- und Nordhessen zu spielen in den malerischen Orten hier u.a. im Odenwald oder an der Grenze zu Bayern.

In Heubach gibt es auch eine weitere evangelische Kirche, eine reformierte, diese hat eine wundervolle Schlimbach Orgel. Auch diese ist in meiner Orgel Information und die habe ich gespielt.

Lutherisch und reformiert haben sich durch die Art, Abendmahl zu feiern, unterschieden; auch heute noch. Für die einen ist das Brot und für die anderen erinnert das Brot.

Die Dispositionen sind hier zum ersten Mal im Netz:



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4. Juni 2026: .. und eine Seelsorgerin.

Foto: Link Orgel 1903 ev. Kirche Hering Otzberg Odenwald

Heute erinnere ich an Schwester Blandine Merten.

Die größte Demut, die eine Künstlerin oder ein Künstler haben kann, ist die Hingabe. Also das Leben. Das hingegebene Leben. Das Gesamtprodukt. Die Gesamtgestalt. Das Gesamtkunstwerk im Endeffekt. Als End-Essenz. Was meine ich damit? Wenn eine Rose in ihrer Erde genau das ist, was sie sein soll, dann ist das Demut. Wenn ein anderes Wesen in einer ganz anderen Erde kommt und sagt: Du musst aber so und so sein – dann ist das dumm oder arrogant. Denn das andere Wesen kommt aus einer ganz anderen Region.

Oder in Menschen ausgesprochen: Wenn jemand, der es nicht geschafft hat, von Musik oder Kunst zu leben, entweder weil er sich nicht getraut hat, nicht begabt genug war oder Geld und Sicherheit vorgezogen hat, nun davon redet, wie ein anderer, der von Kunst und Musik lebt, zu leben oder zu sein hat, dann ist das, als würde ein Pilz zu einer Rose sagen: Sei demütig. Sei demütiger!

Nur, wer selbst eine Rose ist, kann dies zu einer anderen Rose sagen. Würde aber eine Rose nie zu einer anderen sagen. Denn nur wer weiß, wie es ist, von Musik und Kunst zu leben (sich dies nicht nur von außen anzusehen, vorzustellen oder auszumalen oder mal ein Jahr auszuprobieren), kennt die Erde. Es ist die Erde der Berufung. Und eine solche Berufung ist nicht Meditieren, Nachdenken, Muße, sondern Realität, Risiko, Gottvertrauen und Hingabe. Und die größte Demut ist die Lebenshingabe. An die Berufung und die Gabe, die Gott gibt.

Wenn ein Pilz alle Jubelzeit mal ein Konzert gibt, dazu umsonst, oder sich welche anhört, dann ist das Hobby; dann kann der Pilz davon sprechen, wie er meditiert und gebetet hat und dies für Demut halten. Wenn eine Rose aber ein Konzert ist, weil dies Teil ihres Leben ist wie Atmen, dann ist das Hingabe. Dann ist der ganze Lebensweg schon Erde und Gebet.

Historische romantische Gebr. Link Orgel 1903 ev.-reform. Kirche zu Hering Otzberg Odenwald, 2 M, 8 klingende Register

In dieser schönen denkmalgeschützten, neuromanischen Dorfkirche von 1899 mit rotem Sandstein in Südhessen steht die wundervolle weiße kleine Orgel. Sie hat zartbunte Registerschilder. Schwarzschmale Registerzüge. Es ist meine 1o. Link-Orgel. Sie steht unter einem türkisgrünen Dach.

Obwohl die Orgel nur 8 klingende Register besitzt, hat sie zwei Manuale. Das ist erstaunlich, da ich in meiner Reise durch die Länder viele Orgeln kennengelernt habe mit 11 oder 12 Registern, die nur ein Manual haben, so auch hier im Odenwald in Heubach, Georgenhausen, Reinheim Spachbrücken und Fränkisch Crumbach.

Die schlichte helle Kirche besitzt darüber hinaus 4 Glocken und drei Buntglasfenster im Chorraum. Sie steht auf einem Berg, dem Otzberg mit Blick über die Rhein-Main-Ebene.

Die Orgel steht auf der Westempore mit dem Spieltisch Gesicht zum Altar – wie die Schlimbach-Orgel in Heubach im Odenwald. Der Otzberger Ortsteil Hering im Landkreis Darmstadt-Dieburg ist ein idyllischer Ort im Grünen. 2024 wurde die Kirche mit Turm saniert.

Es ist die kleinste historische Link-Orgel. Ich habe schon einige kleine Link-Orgeln gespielt, die jedoch umgebaut worden sind.

Samtig-trockene Akustik. Die Klänge sind farbenprächtig, mit Spannweite.

Schön ist, dass die Kirche eine elektrische Tafel mit Touchscreen und auditiven Erklärungen zur Kirche besitzt. Beim Anhören gehen sogar die Lichter an. Die Kirche liegt am Odernwälder Radweg.

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3. Juni 2026: Feind oder selig?

Foto: Bechstein Orgel 1866 ev. Johanniter Kirche Ober-Mossau Odenwald

Süffige historisch romantische Bechstein Orgel 1866 ev. Johanniterkirche Ober-Mossau Odenwald, marmorierte Elfenbeintasten, 1 M, 7 klingende Register, linksseitenspielig

Es ist meine zweite Bechstein-Orgel. Die erste steht in Heubach, die einzige vollständig und original erhaltene Orgel aus dieser Werkstatt, mit Elfenbeintasten.

Auch diese grünblaue Orgel besitzt sinnliche Elfenbeintasten, ist aber nicht mehr ganz vollständig erhalten. Wer noch an der Orgel arbeitete, ist unbekannt. Über den Tasten sind die Registerzüge mit breiten Registergesichtern angebracht.

Die Kirche ist eine einschiffige gotische Chorturmkirche von 1253 mit Malerei aus dem 15. Jahrhundert; das Langhaus wurde 1501 erweitert. Die Grabplatte ist frühgotisch.

Der Turmhelm wurde erhöht und die Kirche erhielt ihre heutige flache Decke.

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2. Juni 2026: Bestechend schöner Gesang.

Foto: Jehmlich Trampeli Orgel Werdau Zwickau Sachsen Konzert 2026

In Werdau habe ich auch Blumen zum Konzert bekommen. Blumen gefallen mir nach wie vor am besten als Konzertgeschenk.

Ein Kronjuwel mit Wolkenflaum als Klang ist diese Orgel hier:

Historische romantische seitenspielige Eberhard Friedrich Walcker Orgel 1866 ev. Kirche in Fränkisch-Crumbach, Odenwald, 1 M, 11 R, mechanische Kegelladen, Elfenbeintasten

Die schöne weiße, beschauliche Kirche aus dem 12. Jahrhundert hier in Südhessen im Odenwaldkreis ist eine malerische Dorfkirche. Ihre besondere Orgel ist rechtsseitenspielig und grundtönig. Ein Kleinod.

Der hessische Teil Frankens ist jetzt im Mai eine Augenweide. Diese Kirche ist besonders alt und voll Epitaphe, sagenumwobenen Denkmäler und Gräber der alten Ritter mit ihren Frauen. Es ist im Grunde eine Grabeskirche.

Auch Junker Hans III Rodenstein besitzt hier Denkmäler aus Sandstein. Denkmäler und Grabsteine stehen auch vor der Kirche, auch das Rodensteiner Relief.

Die romantische Burgruine Rodenstein ist ganz in der Nähe, ebenso Reichelsheim mit ihrer Burg Reichenberg und der Sprenzberg.

Die vollständig original erhaltene kleine E.F. Walcker Orgel ist sehr wertvoll, da es sehr selten ist, dass (im Odenwald) eine so gut erhaltene E.F. Orgel steht. Auch sie wird von F&N betreut.

Ihr süffiger warmer Gesang in der samtig-trockenen Akustik schmeichelt meinem Ohr. Sie steht auf der Westempore und ragt spitz zur Decke.

Die Empore ist beige-blau. Man merkt jedoch, dass die Orgel ursprünglich woanders stand oder für eine andere Kirche gebaut wurde. Sie passt kaum hin: Eine goldene Spitze musste abmontiert werden. Sie liegt auf der Orgelbank.

E.F. Walcker ist einer der bedeutendsten Orgelbauer unseres Landes. Er schuf die Kegellade, die deutsche Romantik im Orgelklang, den Schweller… Er baute auch sehr große Orgeln. Leider sind sehr viele zerstört worden im Krieg, was eine Katastrophe ist.

Historische Sauer und E.F. Walcker Orgeln sind meine Lieblingsorgeln neben Ladegast. Es ist meine 25. E.F. Walcker-Orgel.

Es war sehr schön, hier zu spielen. Ich habe noch nie eine so kleine, noch dazu seitenspielige E.F. Orgel gespielt. Es war ein Erlebnis, wie selbst diese kleine Orgel einen Sound produziert, den man nur Gesang nennen kann.

Bestechend schöner Klang in samtiger Akustik. Wundervolle 8-Füße. Wolkenflaum der Klang, vollmundig, karamellisiert.

So habe ich nun kurz aufeinander die kleinste E.F., die kleinste Sauer, die kleinste Link und zuvor die kleinste Ladegast gespielt. Ein Traum. Alle original erhalten.



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1. Juni 2026

Foto: Jehmlich Orgel 1984 op. 1037 Werdau Zwickau Sachsen Konzert 2026, sanierter Trampeli Prospekt 1801

Mein Konzert heute war sehr schön. Ich habe meist manuell registriert, um farbig, süß, vollmundig zu colorieren – auch wenn ich dazu die Farben bzw. Registerzüge auswendig können musste, da die Register alle eng links waren.

Viele Menschen saßen oben nah der Orgel, auch Kinder.

Sehr schön ist die Helle Trompete im Pedal, Holzdulzian, Rohrnasat und Musiziergedackt. Brillant-samtige Akustik, vollmundig, karamellisiert, untergärig und weich:

Mechanische weiße VEB Orgelbau Dresden Gebrüder Jehmlich op.1037 St. Marien Kirche Werdau Zwickau Sachsen, 2 M, 29 R, Neidhardt III-Stimmung, Setzeranlage

Das Schleifladeninstrument mit der Jehmlich-Orgel im alten schönen restaurierten Trampeli-Prospekt von 1801 hier in der Marienkirche im Erzgebirgsvorland ist eine Augenweide. Es ist meine 45. Jehmlich-Orgel. Trampeli-Orgeln habe ich ebenfalls schon gespielt. Die Registerzüge sind alle eng auf der linken Seite.

Die große Kirche hat drei fast durchlaufende Emporen.

Der weiß-goldene Orgelprospekt von 1801 schmückt die Westempore der Stadtkirche St. Marien in Werdau. Die Gebrüder Johann Gottlob und Christian Wilhelm Trampeli (1742-1812 bzw. 1748-1803) in ihrer Adorfer Werkstatt errichteten dieses Schmuckstück. Wie man erkennen kann: Ihre Orgeln standen in der Tradition der sächsischen Silbermann-Schule. In ihr lebt nun ein neobarocker Neubau mit schönen Zungen. Doch die Orgel hatte insgesamt auf dem Weg hierher einige Veränderungen erlebt.

Es war sehr schön, hier zu spielen. Die ganze Kirche wurde innen vor kurzem für viel Geld saniert und strahlt in makellosem Weiß, wie die Wertvolle oben in ihrem Denkmal-Gehäuse. Wie wohl die Originale klang?

1908 gab es hier ein süffiges, pneumatisches spätromantisches Instrument aus dem Betrieb der Dresdner Hoforgelbauer Emil und Bruno Jehmlich (1854-1940 bzw. 1856-1940) im historischen Gehäuse. Das war die neue Klangwelt.

Doch dann kam 1920 die sogenannte „Deutsche Orgelbewegung“. Deren Ideologie war der Barockorgelbau, Rückkehr zum Alten. So entschied man sich auch in Werdau für eine klangliche Veränderung und Erweiterung der vorhandenen Orgel, 1940 ausgeführt von der Firma der Gebrüder Otto und Rudolf Jehmlich (1903-1980 bzw. 1908-1970).
Die technische Steuerung der Orgel wurde von Pneumatik auf die  Elektropneumatik umgestellt. Man blieb bis heute bei Jehmlich aus dem nahen Dresden:


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31. Mai 2026: Die Orgel ist meine.

Foto: Sauer Orgel 1895 op. 780 Hirschhorn am Neckar Hessen Konzert 2026

Ich freue mich auf mein Konzert heute in Werdau Zwickau in der ev. Marienkirche und bin unterwegs zu ihrer grossen Jehmlich-Orgel in Sachsen im alten schönen Trampeli-Prospekt.

Viele Kirchenmusiker wollen prompt eine andere neue Orgel haben, sobald sie irgendwo eine Stelle antreten. Da frage ich mich, warum sie die Stelle überhaupt angetreten sind, wenn ihnen die Orgel nicht gepasst hat. Dann haben sie wahrscheinlich nicht zur Orgel gepasst. Warum soll die Orgel weichen und nicht sie?

Eine Orgel sehr gut rekonstruieren zu lassen, schaffen allerdings die wenigstens. Das liegt u.a. an der jetzigen Mentalität zum Orgelbau. Vieles ist Business, Show, Name, Geld und Bamborium. Laut und groß. Oder kann man sich vorstellen, dass Klais wieder solche Orgeln baut wie in Olpe?



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30. Mai 2026: Sie hat pneumatische Power!

Foto: Sauer Orgel 1895 op. 780 Hirschhorn am Neckar Hessen Konzert 2026

Es war sehr schön, hier in Hirschhorn zu spielen. Mein Konzert gestern hat viel Spaß gemacht. Die Kirche war schön kühl in der heißen Sonne und die Orgel spielte sich leichtgängig und tänzerisch, meine Sehnsuchtsort Orgel FLÖTENUHREN.

Von unten sieht die Orgel klein, schlicht und grün aus. Aber oben erkennt man erst ihre Schönheit. Das typische schwarz-glänzende Sauer-Schild mit Opus-Zahl. Das hübsche Pedal. Die außergewöhnlich warmen Klänge:

Kleine historische romantische Sauer Orgel ev. Kirche Hirschhorn am Neckar, Odenwald, Hessen, 1 M, 9 R

Es ist die kleinste historisch romantische Sauer Orgel, völlig original erhalten, der Welt! Sie wird von F&N betreut.

Das malerische kleine Hirschhorn am Neckar ist seit 1802 hessisch und hat ca. 3000 EW.

Die Landschaft im Odenwald-Neckartal ist wunderschön. Die neugotische schlichte Kirche mit Turm liegt malerisch am Neckar, rot und schlank. Hinten steht eine große gesunde Eiche, eine Kaiser-Eiche. Dadurch, dass die Kirche so nah am Fluss steht, gab es schon Hochwasser-Schäden bis zur Kanzel. Die Hirschhörner müssen entweder am Wasser oder am Hang bauen.

Historische spätromantische Sauer-Orgeln gehören zu meinen Lieblingsorgeln. Ich habe schon über 25 Sauer-Orgeln gespielt. Diese ist die kleinste und süßeste Sauer-Orgel, fast original erhalten, unverbaut, 1950 etwas umgebaut, jedoch 1992 von Schuke Berlin perfekt rekonstruiert. Sie ist sehr gut erhalten,  grün, süffig im Klang, eine Augenweide. Schuke betreut sie aber nicht mehr.

Sie ist raumfüllend im Klang und hat pneumatische Power.

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Die Klänge sind warm, auch ohne Zungen süffig, sogar die Mixtur Progharm ist mild. Hier ist der einzige Zweifuß drin. Kein Schweller, keine Koppeln, keine Spielhilfen außer Tutti. Jedoch nicht nötig. Besonders die feine Aeoline als Streicher gefällt mir. Sie ist eine Art Schwebung zur Hohlflöte und ersetzt den Schweller. Das einzige, was man vermissen könnte, wäre ein 16 Fuß im Manual.


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29. Mai 2026: Wie wenn das Vitamin der Sonne meine Haut trifft, so trifft das Gedicht meinen hungrigen Intellekt, und die Zeit bleibt kurz stehen, sei es im Zug oder daheim, und ich atme wieder und denke und fühle.

Foto: Neue Eisenbarth Orgel 2024 Drolshagen St. Clemens Kirche Basilika 2026

Ich bin unterwegs zum nächsten Konzert an die Sauer-Orgel in Hirschhorn am Neckar in beautiful Hessen. Und lese manessische Handschrift und Aphorismen von Marie von Ebner-Eschenbach. Und Emily Dickinson.

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