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Tourblog

24. August 2022: Ich bin eine talentierte Bedenkenträgerin. (AHS)

Wozu Orgelspiegel da sind? Zum Schminken. (AHS) 😊

Naja, das würde ich gern sagen. Nur, dass ich mich nicht schminke, schade. Oder sehr selten. Aber hier auf dem Foto schon. Was denkt ihr?

Heute erinnere ich an Sonja de Lennart, Modeschöpferin, für die viele lange nicht mutig genug waren, da es damals noch Mut brauchte, wenn Frauen Hosen anziehen wollten. Hosen für Frauen waren lange schlechtsitzende Männerhosen.

Kunst sind aber Kreationen.

Ich bewundere Jolanda Spiess-Hegglin, Schweizerin, die sich dafür eingesetzt hat, dass Medienhäuser und Zeitungen in Zukunft bei Mobbing, Hass und Häme teuer bezahlen müssen. Zuvor mussten sie und ihr Mann jahrelang durch die Hölle gehen. Pfui Medienhaus Ringier!

Bonn und Köln 

Bonn ist eine total schöne Stadt, doppelt so groß wie Würzburg. Wir haben ein hübsches Hotel etwas außerhalb, waren aber in der Innenstadt essen in der Nähe von Orgelbau Klais. Wir parkten auf dem Parkplatz von Klais. Hans-Wolfgang zeigte uns auch seine schöne Hausorgel von Teschemacher 1775 im Wohnzimmer. Hans Wolfgang, übrigens ein Würzburger, hat die Klais Orgeln im Kölner Dom konzipiert. Und noch viele mehr.

Mit ihm zusammen habe ich die Zungen der lieblichen Teschemacher in Köln Rondorf gestimmt, Fagott und Schalmey, die ziemlich verstimmt waren. Die Kirche dient auch als Musikschule. Das Kreuz wird mal ab, mal hin montiert… Links steht die schöne weiße Friedrich Gerhardt Orgel von 1880 (2 M) mit mildem Klang. Aber sie hat – leider – keine Chance gegen die herzallerliebste Teschemacher Orgel rechts. Gebaut vom Elberfelder Orgelbauer Jacob Engelbert Teschemacher, Pietist. Nur noch etwa 10 Instrumente ursprünglich erhalten, daher eine Rarität.

Auf der Westempore steht nichts. Hans-Wolfgang neckte mich und sagte, der „normale Glaube“ sei katholisch. Ich habe noch nie darüber gedacht, dass es „katholische und evangelische Orgeln“ gibt. Klais steht für katholisch, Jann zB für evangelisch. Gut, dass sich hier schon einiges verändert hat und Altes aufbricht. 

Zuvor spielte ich die Klais Orgel in kath. Heilige Könige in Köln-Rondorf von 1998, die auch von Hans-Wolfgang konzipiert worden ist. 3 M. Sie mußte um einen Turm herumgebastelt werden. Hans-Wolfgang hatte die Idee eines aufgeschlagenen Buches als Prospekt. Das sieht auch echt gut aus. Freier Spieltisch. Die Kirche hat innen einen mystisch-zeltmässigen Charakter. Von außen lässt sie das nicht vermuten. 

Eine weitere Johannes Klais Orgel lernten wir in kath. St. Franziskus in Bonn Nordstadt kennen, von 1966. Die Kirche besitzt den größten Turm der Stadt – aber ohne Glocke?! Innen ist es ebenfalls mystisch-dunkel mit großen roten Glasfenstern und roten Blumengirlanden. Eine kleine Orgel mit spanischen Trompeten.
Foto: Klais in Heilige Könige Köln-Rondorf 

(ps: es waren keine Könige, sondern Weise) 

Bonn Schlosskirche 

Dann spielten wir die schöne neue Klais Orgel von 2012 in der weißen Schlosskirche (2 M) mit Glockenspiel und Zimbelstern. Ich habe also in 2 Tagen 6 Orgeln gespielt. 

Bonn Klais Orgelbau-Werkstatt 

Es war auch wieder toll in der Werkstatt, besonders in der Pfeifenwerkstatt und in der Präsenz-Bib. Mein zweites Mal. Aber man sieht immer wieder Neues. Es gibt 4 Intonateure.

Wir haben dort auch gegessen.

Moselfranken 

Dann fuhren wir von Bonn ins Moseltal durch die Vulkanklüfte, durch Serpentinen, Wald, an der Mosel, an Burgen und Schlössen vorbei, Eifel, Hunsrück – eine total schöne Gegend, die ich noch gar nicht kannte. Ich berichte morgen mehr! 

23. August 2022: Erfolg folgt der Entschiedenheit. (AHS)

Das größte Vergnügen ist, das zu tun, von dem die Leute sagen, du könntest es nicht. (Walter Bagehot)

Heute erinnere ich an Janni Hönscheid, Surferin, die sich gegen Vermüllung einsetzt.

Ich mag die schwedische Designerin Gudrun Sjöden.

Und die tolle Donna Leon wird 80!

Bin wieder unterwegs. Gesund und fit.

Köln

Wir spielten in Köln-Rondorf in der ev. Emmanuelkirche die geniale Teschemacher Orgel von 1743. Meine erste Teschemacher Orgel. Dann übernachteten wir in Bonn.

Köln ist nicht mehr wie früher, wie damals, als ich hier Klavier studiert habe. Jetzt: Verschmutzt. Der Dom völlig zugebaut, schwarz und dreckig. Alle schönen und freien Plätze vor und hinter dem Bahnhof zugestellt mit Zeugs: Toiletten, Bauwaggons, Bundespolizei. Die obdachlosen Männer sitzen davor. Überall Hektik, Gedrängel und Graffiti. Früher wirkte die Stadt so groß, wild und kultig auf mich.

Jetzt ist sie eng und crowded, nicht nur nach Erholung schreiend, sondern den Punkt längst überschritten habend. Eine kleine Restflamme meiner Köln-Verliebtheit ist dennoch übriggeblieben. Kölle ist ja immer noch cool. Cooler als Würzburg. Vor allem, wenn man Richtung Rodenkirchen rausfährt. Raus aus der Stadt, am Rhein entlang. Hier habe ich mal unterrichtet, u.a. Gerhard Richter. Schöne Villen, Brücken, Ruhe. Rondorf ist auch schön.

Und mitten im Nichts steht die kleine weiße ev. Emmanuelkirche, in der katholischen Welt, in der Diaspora. Hier wartet ein riesiger Steinway, und links und rechts unten ebenerdig jeweils eine wunderbare Orgel. Rechts die Jacob Engelbert Teschemacher (1711-1782) Orgel. ❤️

Jacob Engelbert Teschemacher

Gläubiger wunderbarer Orgelbauer! Die Orgel war lange verschütt im Off eines Museums. Und wer hat sie entdeckt und wieder restauriert? Der tolle Hans-Wolfgang Theobald von Klais. Eine kleine braune Orgel mit einem Manual und angehängtem winzigen süßen Pedal, und dennoch  eine Wucht!

Die Kirche hat eine brillante Akustik. Und in diese Akustik hinein leuchtet die kleine Orgel vollmundig und herzerwärmend. Besonders schön ist die rauchige, fauchende Traversflöte. Ratet mal, was mein neues Lieblingsregister ist?

Traversflöte ❤️

Sich selbst an einer neuen Orgel zuzuhören, ist wichtig. Sich selbst zu berühren.
Den Rest schreibe ich morgen! Gute Nacht!

Weltmeer Geschichte und „Evolution“

Wenn wir so betrachten, das sogenannte „Weltmeer“ der Geschichte, das Männer durchsteuert haben – so haben sie vor allem eines für uns geschaffen: Schiffbruch.

Menschen irren. Dennoch ist sich die Wissenschaft der Männer „sicher“? Ihre Theorien aber sind oft nur Vermutungen mit Hochschulbildung, besonders zur Entstehung der Erde. Gibt es nicht tausend Arten von Täuschungen?

Prostitution

In Spanien wird die Prostitution abgeschafft. ❤️
Es gibt jedoch eine noch viel größere Prostitution. Die ist weltweit bei Anwälten zu finden. Die meisten davon sind Männer.

AHS Buch Club

Heute empfehle ich Michael Herbst: Harte Fragen.

Der Film zu Alice Schwarzer kommt in die Kinos. Ich denke über viele Dinge ganz anders als sie (Abtreibung – natürlich hat jeder Mensch das „Recht“, Unrecht zu tun, und Frauen „dürfen“ genauso morden wie Männer, aber Abtreibung ist in meinen Augen Mord, genauso für den beteiligten Mann wie für die arme Frau), dennoch finde ich sie mutig. Sie bringt vieles auf den Punkt.

22. August 2022: Verschluckte Musik soll es bei dir nicht geben. (AHS)

Nicht durch Lob noch durch Drohung weiche ich von Gottes Wegen ab. (Der Löwe von Münster, Graf von Galen)

Heute erinnere ich an Vida Goldstein, australische Frauenrechtlerin von 1869.

Und an Lore Lichterfeld, 1961 das EG 627 „Lieber Herr Jesu Christ“.

Toll finde ich auch Mette Frederiksen, die Wikingerin aus Dänemark, ein Land mit starken Frauen.

Papst Franziskus schreibt, dass Menschen, die negativ über andere sprechen, ein geringes Selbstwertgefühl haben, die lieber runtermachen anstatt selbst aufzustehen. Wie gering muß das Selbstwertgefühl von meinen neidischen “Kollegen” und Menschen wie Karl-Bernhardin Kropf sein?

Antonia Brico soll die erste Dirigentin der Welt sein. Der Roman dazu ist leider … nunja.. nicht gut leider … schlecht. Es geht um „Sie ist eine hübsche Frau“ – „Sie sehen heute besonders gut aus“ usw. Man merkt, dass Maria Peters wenig Ahnung von klassischer Musik hat und um was es geht und wer Antonia 1926 eigentlich war. Es ist zwar nett und unterhaltsam geschrieben, aber seicht. Ich dürste nach Fakten über Antonia, ganz egal, wie sie aussah. Ich wünschte mir, Barbara Beuys  hätte den Roman geschrieben. Weiß jemand mehr?

Neu: Die Nacht ist vorgedrungen

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21. August 2022: Was ist Kirche? (AHS)

Die Steine der Kirche bekunden den Glauben, sie mahnen die Gläubigen dieser Zeit, das heilige Erbe zu bewahren und in konkretes Leben umzuwandeln. (Papst Joh. Paul I.)

Heute erinnere ich an Agnes Smedley, mit hochgelobten Kriegsreportagen.

Und an Renate Schiller, 1988 mit dem Kirchenlied EG 600: Singt Gott, unserm Herrn.

Ich lese zudem von Andreas Marti „Kirchenlied und Gesangbuch“. Es ist interessant, jedoch geht es nicht in die Tiefe und nicht konkret auf Autoren und Dichterinnen ein.

An die Lyrikerinnen Sybilla Schwarz und an Karoline von Günderrode, die sich 1806 26jährig das Leben genommen hat, erinnere ich. Ich freue mich über Tipps. Vielen Dank!

Sorry, der Server meiner Webseite ist gestern kurzzeitig zusammengebrochen, denn es war mal wieder Rekordbesucherzahl. Also nicht wundern, falls das wieder passiert. Hoher Traffic, vor allem, wenn zu viele auf einmal drauf sind.

Pornhub

Die neue EMMA ist gekommen. Dort stehen Dinge, die mich jedes Mal schocken. Es gibt eine Seite namens „Pornhub“ – wusstet ihr das? Dort werden teilweise illegale Nacktvideos hochgeladen, vor allem von Kindern! Danke an Richter Cormac Carney, der die Klage zugelassen hat aufgrund der unglaublich mutigen Serena Fleites aus den USA. Sie hat geklagt wegen immensem Leidensdruck. So ist das meist, was hinter großartigen Leistungen steht: enormer Leidensdruck.

Und auch Visa wurde verklagt. Mit Visa möchte ich nichts mehr zu tun haben. Pfui! Das Kreditkartenunternehmen sei „ein Werkzeug für die Monetarisierung von Kinderpornografie und behilflich bei der Ausführung eines Verbrechens“, zitiert EMMA aus der Klage.

Ich sehe es mittlerweile als enorme Leistung an, zu klagen an genau der richtigen Stelle. Ich merke, dazu gehört viel Erfahrung, Mut, Weisheit, Wissen, Hartnäckigkeit, Zeit, Gott, Geduld und noch vieles mehr. Alle Frauen, denen Durchbrüche für andere Frauen durch Klagen und Anzeigen gelingt, sind für den Friedensnobelpreis zu nominieren.

Ich wünsche mir, dass alle Vergewaltiger in der Hölle landen, samt den Konsumenten, Kreditinstituten, Zuhältern etc.

AHS Buch Club

Das Buch Unstoppable ist empfehlenswert.

Es geht um Anthony Robles der mit nur einem Bein (Geburtsfehler) bei den Sun Devils spielte – in Arizona State University, genau wie ich. Also an der Arizona State war ich 2 Jahre, nicht bei den Sun Devils – da spielen nur Männer.

Das Buch Optimism over Despair von Noam Chomsky ist zu empfehlen, auch wenn er zwar angibt, über die Missstände unserer Erde zu schreiben und dann doch vor allem bei den USA stehen bleibt. Amerika ist nicht die Welt! 

Sogenannte Musikromane oder Musikkriminalromane mag ich meist nicht. Ich finde es immer sehr gekünstelt, wenn unstudierte Musikliebhaber über Chopin oder Musik schreiben. Es klingt schon von Anfang an so laienhaft und irgendwie dämlich, wenn jemand von „Pausenschnörkel“ oder „Handschrift der Leidenschaft“ schreibt oder „Achtelfähnchen“ wie in Die verloren gegangene Partitur. Man merkt sofort, dass man es nicht mit einem Profi zu tun hat. Ich als Profi kann solche Romane nicht leiden, auch wenn Bestsellerautoren gegenseitig für sich werben.

Filme

Empfehlen kann ich den Film „The Rainmaker“. Ich liebe Anwaltsfilme. Viel mehr als Musikfilme oder dumme romantische  „Musikromane“. Oder sind die Anwaltsfilme auch romantisch, was ich nur nicht bemerke, weil ich keine Anwältin bin? Viele Anwälte scheinen nicht mehr an Recht, geschweige denn an Gerechtigkeit zu glauben oder daran interessiert zu sein. Sie sind durch das System verbittert, zynisch und kaputt. Man sollte die Anwälte fragen: Wann haben Sie sich das erste Mal verkauft? Wissen Sie das noch? Kehren Sie dahin zurück.

Was ist das für eine Kaste? Haie im trüben Wasser. Zuhälter brauchen sie nicht.

Die beste Stelle bei Good Will Hunting ist 1:45:12 Ich muss da immer weinen.

Nicht empfehlen kann ich den sexistischen Krimi „Tote tragen keine Karos“ von Steve Martin.

20. August 2022: As you’re growing, you must remember, that nothing lasts, except the grace of God, by which I stand, in Jesus. (Keith Green)

Ab und zu fahre ich Bummel. Am liebsten ICE. (AHS)

Heute erinnere ich an Kamissa Camara, malische Politikerin.

Und an Marianne Stoodt, 1965 EG 569 Kirchenlied „Du neigst dich herab“. Es sind 13 Frauen im ev. Gesangbuch Bayern, da Maria Luise Thurmair drei Lieder geschrieben hat. Das Gesangbuch in Pommern ist dünner als das in Bayern, viel weniger Lieder.

Empfehlen kann ich Organmaster Shoes „Mary Jane“.

Recht

Ich lese Kirsten Gillibrand: Off the Sidelines. Es geht darum, die Seitenlinie zu verlassen und in die sichtbare Frontlinie zu kommen. Sie ist eine der wenigen weiblichen Senatoren in den USA und steht für Frauen ein. „We can do it because we are Women“. So ist es. Es ist dennoch schwer für mich, mich mit ihr zu identifizieren. Ich lese gern Bücher von oder über weibliche Leiter, bin aber meist danach enttäuscht oder genervt. Vielleicht, weil die Wahrheit nicht nur frei macht, sondern einen erst total nervt?

Sie lebt in einer ganz anderen Welt als ich, aber absolut bewundernswert. Ihre Mutter war 1966 eine der drei Frauen, die Jura studierte! Echt, 1966! Nicht 1866! Leider ist es aber so, dass Frauen in der Justiz Dinge in Deutschland nicht gerechter gemacht oder verbessert haben, im Gegenteil, siehe alleine in Würzburg die Frauen in der Justiz Heusinger, Baumann und Thal. Oft sind Frauen schlimmer als Männer. Wie kommt das?

Webseiten

Ich wurde gefragt wegen Webseiten. Nicht empfehlen kann ich Benjamin Stauß. Neulich rief mich jemand verzweifelt an wegen ihm. Es ist nicht leicht, das perfekte Team zu finden, je nachdem, wie gut programmiert etwas sein soll. Mein Team ist gut. Ich bin perfektionistisch.

19. August 2022: Freu dich, wenn du in etwas Beruflichem gut bist. (AHS)

Manche Menschen bewundern mich, andere wundern sich. (AHS)

Heute erinnere ich an Helle Thorning-Schmidt, Dänemark.

Und an Ämilie Juliane von Schwarzburg Rudolstadt, 1686 mit dem Kirchenlied EG 530: „Wer weiß, wie nahe mir mein Ende!“

Mein Urgroßvater und meine Urgroßmutter waren Land-und Wanderprediger in Schweden. Ich lese deswegen gern Romane über Landprediger.

Kölle

Am Montag geht es ab nach Kölle. In dieser wunderschönen Stadt habe ich 5 Jahre gelebt und studiert. ❤️ Das waren Zeiten. Wilde Nächte, Jazz, blau getönte, kurze Haare, orange Vespa, Perscheid, Musikhochschule Tag und Nacht, Freikirche, erste eigene Wohnung, zum ersten Mal weg von daheim. Keine Orgel. Es hat mir eine prophetische Frau in der Baptistengemeinde damals gesagt: „Ich habe von dir geträumt, dass du irgendwann mit den Füßen spielen wirst.“ Ich dachte, die spinnt. Ich kriege Gänsehaut, wenn ich jetzt daran denke.

Kulturen

Li Quingzhao war eine große chinesische Dichterin (1084-1155). Das Buch von Barbara Beuys über ihr Leben ist interessant. Da ich noch nie in China war, sind mir die Kultur und die Religion dort sehr fremd. Daher hält sich mein Interesse für die Lyrik da in Grenzen, es wirkt auf mich noch seltsam. Ich bin so tief verwurzelt in christliche Kultur.

Ebenso Abdulrazak Gurnah. Seine Romane sind berührend, für mich jedoch auch fremd, eine muslimische Welt, wenngleich liberal und spielerisch, für mich immer etwas Verstörendes hat: Eine Welt, in der Frauen unter Tüchern hervor blinzeln und den Männern untertan sind. Manchmal treffe ich solche massiv verschleierten Frauen auch in Deutschland an.

Einmal fiel einer solchen Frau etwas herunter, ich hob es auf. Wir redeten minimal etwas. Ich war von Bewunderung erfüllt, aber auch mit Grauen. Ich sehe in diesen Frauen das Ergebnis einer Männerwelt, die für mich Hölle verkörpern.

Status Quo

Die Menschen, die den Status quo aufrecht erhalten wollen, sind unmoralisch: Henry Miller schreibt: „Für sie besteht die schwerste Sünde darin, die bestehende Ordnung anzuzweifeln. Dabei haben große Künstler und Denker nie etwas anderes getan“. (Henry Miller) Das sehe ich genauso.

Die unmoralischen „Bewahrer“, die Miller kritisiert, bekämpfen Neues und sind damit zutiefst unmoralisch. Das ist die schwerste Anklage, die Philosophen erheben können. Moral ist in der Philosophie sehr wichtig. In der Kirche hätte Miller seine Freude gehabt. Wieviele unmoralischen Bewahrer gibt es dort?

Moral kann viele Gesichter haben. Ich hasse die Moral der Heuchler, der Korrekten, der Bürokraten, der Gutmenschen, der Selbstgerechten, der Satten, der weißen, alten Männer, die Frauen hindern und benutzen, mit ihnen flirten und sie anbaggern oder besessen von ihnen sind und Sekretärinnen halten, die ihnen Kaffee bringen und für sie lügen müssen.

Ps: Ich wurde gefragt, was ich für Süßes mag. Ich mag nicht gern, was trocken ist. Trockene Kekse usw. mag ich nicht. Generell mag ich nichts, was trocken ist und was bröselt. Ich mag alles, was saftig ist.

18. August 2022: Schaue daher oft in den Himmel. (AHS)

Die Orgelbewegung war oft eine Orgel-Zerstörungs-Bewegung. (AHS)

Heute erinnere ich an Evangelia Kranioti, griechische Fotografin, die Randexistenzen fotografierte.

Und an Margareta Fries, die 1961 das Kirchenlied EG 424 „Deine Hände, großer Gott“ dichtete.
„Komm in unsre stolze Welt“ von Lehndorff 1968 liebe ich auch.
Foto: St. Kilian

Anton Bruckner schrieb am 1.3.1867 an Alois Weinwurm:

„Ich habe wenig Zeit und Lust, mich sonderlich in dieser Beziehung zu plagen, denn es hat keinen Zweck, Organisten sind schlecht gezahlt … Dann möchte ich die Zeit nicht vergeuden, wer weiß, ob man Concerte halten kann….“
Oh Anton ❤️
Nun ruhen alle Wälder

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17. August 2022

Eine gute Orgel muss in den Kirchenraum hinein komponiert werden. Gerade das Zusammenspiel mit dem Raum – optisch und akustisch – macht das Besondere, Individuelle, Unikate einer jeden Orgel aus. Es formt sie zu einer charaktervollen Persönlichkeit. (Jiri Kocourek)

So ist es! Perfekt formuliert. Das Unikate!

Heute erinnere ich an Claudia Michelsen, aus Dresden, mit komplexen Frauenrollen.

Und an Sabine Leonhardt, 1972 mit dem Kirchenlied EG 410: Christus, das Licht der Welt.

Foto: Martin Perscheid über Ann-Helena 🥹

Komponistinnen

Ich lese Barbara Beuys:

Emilie Mayer (sie stammt aus Pommern!) hatte es in ihrem Leben nicht leicht. In Friedland war ich noch nicht. Dass Pommern seine geniale Komponistin ehrt, das ist mir bisher noch nie aufgefallen.

Auf der einen Seite durften Frauen nicht für Geld komponieren, denn sie durften überhaupt kein Geld verdienen (!), auf der anderen Seite mussten sie für die Drucklegung ihrer Werke wie die Männer bezahlen – und das war damals sehr teuer. Emilie stammte aus gutem Hause mit großem Erbe, sonst wäre das gar nicht möglich gewesen, ohne Geld. Zudem wurde sie von Loewe unterstützt. Sie mußte in einer Männerwelt um Preise mit Verlagen feilschen und verhandeln etc. – und hatte keine weiblichen Vorbilder darin. Denn die meisten Männer fanden es unschicklich, dass Frauen mit Geld zu tun hatten. Heiratete eine reiche Frau einen „armen“ Mann wie Clarissa von Ranke, verfügte er (!) allein (!) über ihr Geld!

Ich dachte früher auch: Schumann – Schumann … aber es gibt viele schriftliche Beweise, dass er seiner Frau das Komponieren verbot, und zwar erst recht für Geld.

Geld und Maßstab waren also Männerwelt. Alles Gesellschaftliche wurde von Männern gesteuert. Es ging soweit, dass Frauen wie Clara und Fanny über sich selbst (!) dachten, weniger gut zu sein als Männer, da ihnen eingeredet wurde, die „schöpferische Kraft“ sei nur den Männern vorbehalten. Genau diese absurde Sprache schreibt Clara in ihr Tagebuch: Ihre Werke hätten, da sie ja eine Frau ist, nicht dieselbe „Kraft“ wie die Werke der Männer….

Was für Gehirnwäsche ertragen Frauen bis heute. Auch heute glauben viele Frauen das, was Männer über sie, über andere Frauen sagen.

Erst allmählich änderte sich diese Sprache und dieses Denken. Im allgemeinen aber wollten und wollen Männer Frauen nicht als Konkurrenz in Sachen Geld, Beruf und Gesellschaft, sie wollen sie im Hause wissen, still und privat und dienend. In Deutschland war es hierbei am Schlimmsten, bis heute. In vielen anderen Ländern durften Frauen arbeiten und erfolgreich sein, zB in Frankreich. Clara Schumann mußte es sich in Frankfurt erkämpfen.

Mir ist auch aufgefallen, dass Männer mit mir als Konkurrenz nicht umgehen können. Mit mir privat als Frau schon, wenn man sich entspannt und was zusammen trinkt oder isst. Aber mit mir als Konkurrenz, tagsüber, ehrgeizig und zielgerichtet, nicht. Das Geschäftsmodell gewisser Gesellschaft ist irritiert, weil es auf nüchterne Männer ausgerichtet ist.

Schweinfurt war früher übrigens evangelisch. Die Bewohner nennen sich nicht Schweinis, sondern Schnüdel.

Neu: Piano Impro Butterfly

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16. August 2022: Wer sie zu täuschen vermag, wird leicht ihr Herr. (Le Bon)

Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen vermag, wird leicht ihr Herr. Wer sie aufzuklären versucht, wird stets ihr Opfer. (Gustave Le Bon, 1841-1931)

Heute erinnere ich an Freya von Moltke, Widerstandskämpferin, 1911 geboren, die viel erleiden musste.

Und an Julie Hausmann, 1862 mit dem berühmten Kirchenlied EG 376: So nimm denn meine Hände. Alle diese bisher aufgezählten dichtenden Frauen sind in Pommern und Bayern im EG.

Foto: Jehmlich Orgel Wolgast

Ich habe viele CDs verkauft. Ich wurde von vielen gefragt, wie das so läuft mit Benefizkonzerten. Das ist sehr unterschiedlich. Ich kenne mich da auch nicht perfekt aus, da ich meist „normale“ Konzerte spiele, nur ca. 1x im Jahr Benefizkonzerte. Diesmal waren es Gottesdienst und anschließend Konzert. Die Veranstalter haben mir 400 € bezahlt, da ich von Musik lebe, Sonderpreis, da Benefiz. Das kann natürlich auch anders sein. Je nachdem wie gut es organisiert ist.

Ich habe meine alten Kalender vor Corona zufällig in die Finger bekommen. Es war tatsächlich ganz schön anstrengend und crazy, zwischen Hamburg und Würzburg zu pendeln, aber es war auch sauschön, spannend, sehr interessant, eine tolle Zeit. Ich habe gleichzeitig süddeutsche und norddeutsche Orgeln und Orgelmusik gelernt, Turbo in doppelter Parallel-Fülle.

Ich finde katholische Gottesdienste eigentlich schön. Die Lieder aber im Gotteslob sind zum Großteil Liturgie, dadurch ist die Anzahl der Kirchenlieder deutlich geringer als im evangelischen Gesangbuch, vielleicht maximal die Hälfte, wobei auch die „besten“ Lieder fehlen von Luther, Klepper, Gellert, Gerhardt…. Dadurch, dass der katholische Gottesdienst musikalisch gesehen eher auf Liturgie baut als auf Lieder, wirkt der Gottesdienst manchmal langatmig. Oder kann so wirken, sagen wir es so.

Durch das viele Singen bin ich wieder etwas heiser und der Husten ist zurückgekommen, daher habe ich gestern Spanien leider erst mal abgesagt, sonst bin ich nicht fit für den Rest. Außerdem möchte ich mich morgen wieder testen lassen. Ich war schon mal erkältet im Flugzeug und hatte eine Woche lang Ohrenschmerzen. Es ist doch recht weit weg.

Ich gebe zu, ich bin etwas chaotisch als Künstlerin, das muss ich ändern. Andere führen Buch und zählen ihre CDs usw. So ist war es oft bei mir nicht, ich weiß es meist so ungefähr, habe mein Wechselgeld in der Tüte, keine Kasse, und schmeiss da auch alles wieder rein, so sind auch schon CDs abhanden gekommen.

Neu: bei 40 Grad habe ich barfuß gespielt

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Neu: Liturgik

Liturgik

15. August 2022: Jemand muß beraten werden wollen. (AHS)

Ich aber warte sehnsüchtig auf meinen Gott. (Psalm 69)

Foto: Eldena

Schöner Gottesdienst gestern. Und heute großes Benefizkonzert für das Ahrtal in St. Kilian Schweinfurt an der schönen Sandtner Orgel. Gage habe ich vom Veranstalter erhalten, jedoch Verkauf von meinen CDs und Kunstwerken werden zu einem gewissen Prozentsatz gespendet sowie Verkauf von Essen etc.

Heute erinnere ich an Maria Luise Thurmair von 1970, die das EG-Kirchenlied 227 gedichtet hat: „Dank sei dir, Vater“.

Resilient

Was wundert ist, dass Menschen gern nüchtern und kontrolliert sein wollen, dies als Ideal ansehen, als Heiligtum, als Ziel, besonders bei Männern. Die Wissenschaft und die Philosophie sind durchdrungen mit diesem Ideal und mit diesem Mythos. Es geht um Kontrolle, Logik, Sprache, Ordnung, siehe Antonio Gramsci, Antoine de Rivarol, Al-Farabi, von Aquin, Charles Sanders Peirce – selbst über Glück und Ideen wird nüchtern fabuliert.

Nur über Liebe – da trauen sich diese Männer nicht so recht heran. Auch die modernen „Weisen“ halten nichts davon, emotional zu sein, siehe Bernhard Moestl „Denken wie ein Shaolin“. Man soll Gefühle unbedingt kontrollieren und bestimmen? Das passt auch zum Resilienz-Wahn. Was um Himmels Willen ist das für ein Ziel, gegen jeden schrecklichen Scheiss im Leben resilient zu sein? Ausgeglichen, obwohl Menschen sterben und verhungern? Da kann ich auch ein Maikäfer werden, dem macht auch nichts was aus. Heute sind Insekten weniger resilient als Menschen. 

Walter Benjamin jedoch gefällt mir gut. Und Niccolò Machiavelli.

Und dann gibt es als Gegensatz zu Philosophen die Zyniker, denen nichts heilig ist. Die „den Preis von allem und den Wert von gar nichts kennen“ (siehe Oscar Wilde). Zynisch und hemmungslos.

Neu: Waiting on God

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Presse AHS

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