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Tourblog

3. Oktober 2026

Foto: Schröter Orgel Tauber 2026

Gesegneten Tag der Deutschen Einheit!

Mein erster Chorauftritt mit Frauenchor und gemischtem Chor Eibelstadt im Fränkischen Sängerbund war ein voller Erfolg. Ich finde es schön, dass die unterfränkischen Dörfer ein so intensives Vereins-und Gesangsleben haben, was von Generation zu Generation weitergetragen wird und niemals ausstirbt. Teils singen die Chöre a capella unter meiner Leitung in der Kirche, teils mit meiner Klavierbegleitung, was eine schicke Abwechslung ist.

Dass eine Chorleiterin top Klavierspielen kann, ist natürlich ein großer Vorteil in jeglicher Hinsicht, sowohl in Probe als auch im Konzert.

Weitere Vorteile einer Chorleiterin sind: Keine Auftrittsangst (im Gegenteil); sehr authentische, freie Moderation, inspirierend, viel Energie, vom Klavier aus dirigieren können, sehr gutes Gehör, und, vor allem: Wenn man sehr gut und künstlerisches ein dynamisches Instrument spielt, besonders Klavier, ist die hohe Musikalität ein Gewinn für den Chor: in Dynamik, Ausdruck, Aufbau, Vorstellungskraft, Gestaltung, Mimik, Phrasierung, Intuition …

Ich glaube, der Grund, warum sich viele „Nur-Organisten“ und „Nur-Kirchenmusiker“ manchmal eher schwer tun mit Chorleitung und lange brauchen, es zu lernen, ist, dass sie die Musikalität nicht (trainiert) haben: wenig Ahnung von dynamischer Gestaltung von Ton, von Zartheit, von Farben, die man in der Vorstellung kreiert: eben nicht im Drücken von Knöpfen, nicht in Lautstärke und Ziehen, nicht in „starren“ Pfeifen, Setzeranlagen und Programmierung, nicht weit weg und unnahbar.

Wenn ich einen Klavierabend oder Piano Recital spiele, bin ich schon immer mein ganzes Leben lang nah und sinnlich am Menschen; am Publikum; sie spüren meine Hitze, die Arbeit, meinen Schweiß. Die Orgelempore ist etwas anderes. Kein Schweißtropfen fliegt zwei Emporen nach unten. Oft friert man zudem.

Für mich ist der Chor in dem Moment mein Instrument, und ich übe und spiele mit ihm so, wie wenn ich Klavier oder Orgel übe oder spiele.

Als ich 2017 mit dem Orgelstudium begann, haben viele (Dozenten wie Kommilitonen) ein Geheimnis um und aus Chorleitung gemacht, ein Buch mit sieben Siegeln, Angst davor. Es wurde von „fürchterlichen Professoren“ gesprochen, die einen vor allen anderen bloßstellen würden. Als würde Klavierspielen von Chorleitung abgesondert oder verboten sein. Es wurde mit Stimmgabeln rumgefuchtelt und so getan, als müsste man vor einem Chor ein maskuliner, autoritärer, hyper-extrovertierter Haifisch sein oder traumatisiert aufgeben. Deswegen machen sie auch so viel Getue daraus. Als wäre Chorleitung etwas völlig anderes als Musik machen.

Als ich damals Leute wie Carsten Wiebusch neugierig fragte, ob sie mir ein paar Sachen in Sachen Chorleitung zeigen würden, wurde abgewinkt, als würde man so eine riesige, schwierige, komplexe Angelegenheit gar nicht mal eben zeigen können.

Ich glaube, ein wahrer Pädagoge brennt darauf, einem begabten Menschen etwas zu zeigen, wenn er fragt. Aber ich bin damals auch auf Organisten getroffen, die absolut keine Lust hatten, mir mal eben etwas an der Orgel zu zeigen, als ich fragte. Als wäre auch die Orgel ein Buch mit sieben Siegeln! Genauso auch Improvisation und liturgisches Orgelspiel. Falsch!

Ist es nicht eher eine Ehre, einem begabten fragenden Menschen etwas zu zeigen und zu erklären, wenn er oder sie freiwillig bittet? Für mich ist es das. Man weiß doch nie, wer fragt und was aus diesem Menschen wird; wem man helfen kann. Ich kann nur jeden ermutigen, diese Dinge zu lernen und zu lehren! Es geht alles, wenn man will! Und es geht gut und schnell! Lasst euch von niemandem entmutigen.

Als ich dann auf Leute wie Bernd Stegmann in Heidelberg getroffen bin, hätte man wirklich den Anschein haben können, als wäre Chorleitung etwas Elitäres, das nur denen zuteil werden darf, die die passende Nase oder die richtige politische Einstellung oder das korrekte Geschlecht haben oder sich zumindest in der gewünschten Clique befinden. Ich kann nur sagen: Chorleitung ist Musik machen. Und es gibt genug Dozenten, die einen begabten Menschen nicht mal dann erkennen, wenn er direkt vor ihnen steht. Lasst euch nicht entmutigen. Musik ist nicht elitär. Nicht ignorant. Musik hat die Nase nicht im Wind.

Musik ist zudem unkonventionell. Sie verfolgt weder einen bestimmten Lebensstil, Lebensweg oder festgelegte Lebens- oder Lernregeln. Wenn das so wäre, gäbe es viele große Künstlerinnen und Künstler gar nicht. Sie engt nicht ein und erstickt nicht – auch wenn das viele versuchen. Das heißt natürlich nicht, dass Chorleitung easy oder nicht zu studieren wäre. Aber sie ist Teil vom Großen, Ganzen.

Damals 2019 wollte ich direkt ins Hauptstudium hochgestuft werden in der HfK. Eine verbrecherisch arrogante Absicht scheinbar für die braven Mitbürger des Heidelberger Clans. Alle dasselbe und niemandem was anderes?
Ich bekam ein atonales Stück mit 6x wechselndem Takt pro Seite in der ersten Chorprobe meines Lebens, mit einem Studentenchor, dem man sagte, ich sei eingebildet und sie sollten ja nicht mitmachen (was gibt es Schlimmeres als ein Kommilitonen-Chor mit Kommilitonen, die neidisch auf dich sind) – und ein Dozent, der dich mobbt, weder grüßt noch ein Wort mit dir wechselt, weil du an der HfMDK eine Eins bekommen hast trotz Hochstufung, was ehemaligen Heidelberger Kollegen wie Wiebusch und Viegellahn gar nicht recht war.

Nun, das war meine „Aufnahmeprüfung“. Ich saß danach weinend hinter einem Busch im Garten der HfK. Aber: Ich habe Blut geleckt. Es war trotz allem absolut faszinierend und spannend, einen Chor zu leiten, egal, wie traumatisierend die Umstände waren, und ich wusste, damals schon (die Dozentin in mir), wieviel Potential ich habe und dass ich gut bin. Man kann jemanden, der für etwas brennt, nichts madig machen. Dass man es versucht, ist eine Untat. Es gibt so einige Dozenten in Hochschulen, die ihren Job verfehlt haben.

Nun bin ich im ICE nach Hamburg und hatte Zeit, zu schreiben.

Chor Eibelstadt AGTV



Neue CD 2026: BACH BERÜHREN:

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2. Oktober 2026: Ich bin ja der treueste Freund der deutschen Sprache. Nie habe ich das Verlangen gehabt, ihr zu schaden. (Mark Twain, US-Amerikaner)

Foto: Steinmeyer Orgel Kälbertshausen 2026

Heute erinnere ich an Milena Michiko Flasar, japanisch-österreichisch.

Ich habe ein Yamaha CK-61 bekommen, klein und leicht. Spannend sind die Hammond-Sounds mit Organ Footage, also Hammond-Sound-Regler. Mit Vibrato/Chorus und Rotary Speed kann man verschiedene solcher Jazz-Sounds kreieren. Und es gibt tatsächlich auch Kirchenorgel-Sounds wie Diapason und Church Organ, doch hier gehen die Organ Footage Zugregler leider nicht. Mit einer Art Setzeranlage kann man sich verschiedene Sounds speichern, darunter Akkordeon, Glockenspiel usw. Zudem kann man seine eigene Akustik generieren, Nachhall etc. Es ist schon ein witziges Gerät, dass man gut unterwegs dabei haben kann.

Und eine Melodica. Leute, es ist so lustig. Für meine Zugfahrten. So etwas habe ich vorher noch nie gesehen. Man spielt nur mit rechts und gleichzeitig ist frau ihr eigener Blasebalg und Luftpusterin. Ich stelle euch beide Instrumente in einem Video vor.



Anbei meine neue CD bei Naxos:

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CD 2026 Bach berühren auf jpc

  1. Oktober 2026: Ich gebe mir alle Mühe, sachlich zu sein. Ich zwinge mein Herz, stumm zu bleiben, wenn es auch glaubt, viel sagen zu müssen. Stets befürchte ich, dass ich nur Seufzer niedergeschrieben habe, wo ich die Wahrheit aufzuzeichnen wähnte. (Stendhal)

Foto: Overmann Orgel Hüffenhardt Kraichgau

Schon Oktober, wie die Zeit vergeht! Ich liebe den Herbst, sonnig, warm, bunt. Es ist angenehm, im Residenzgarten zu lustwandeln. Heute erinnere ich an den französischen Schriftsteller Stendhal, eigentlich Marie-Henri Beyle. Berühmt wurde er erst lange nach seinem Tod.

Ich freue mich auf mein Konzert in Hamburg. Vorher habe ich noch ein kleines Konzert mit meinen Chören. Zur Zeit habe ich teilweise 8 Chöre und mehr, aber es macht mir viel Spaß.

Nach dem Konzert in Hüffenhardt habe ich Pralinen bekommen; Standing Ovations; anschließend waren wir in einem der schönen Hinterhofs-Neckar-Biergärten-Restaurants essen; es war noch warm draußen. Hier gab es Gerichte wie Kochkäse-Schnitzel. Besonders schön war auch die Skulptur des Künstlers Reinhard Hemmer, über die ich improvisierte.

In Hamburg spiele ich wieder in dem Planetarium; freue mich.

Plakat Konzert Hüffenhardt

29. September 2026

Foto: Steinmeyer Orgel ev. Kirche Kälbertshausen Hüffenhardt Kraichgau

Heute erinnere ich an die österreichische Schriftstellerin Teresa Präauer und die beeindruckende Autorin und Reporterin Maria Leitner, jüdisch-ungarisch, die 1941 verzweifelt versuchte, in die USA zu flüchten – was ihr leider nicht gelang, was herzzerreißend und unbegreiflich ist. Sie verhungerte im Untergrund.

Kleine hellblaue, ebenerdige Steinmeyer Orgel op. 2284 Kirche Kälbertshausen Kraichgau, 1 M, 8 R

Die hübsche kleine, helle Dorfkirche unter Kastanienbäumen gehört zum Kirchenbezirk Mosbach der Evangelischen Landeskirche in Baden. Während im benachbarten Hüffenhardt eine historische Overmann-Orgel von 1815 steht, beherbergt die Kälbertshäuser Kirche das kleine Werk aus dem Hause Steinmeyer.

Die Firma Steinmeyer war über 150 Jahre lang einer der bedeutendsten deutschen Orgelhersteller. Ihre Instrumente aus der Zeit der Spätromantik zeichnen sich durch ein besonders warmes, grundtöniges und farbenreiches Klangbild aus, romantisch geprägt.

Die Orgel steht unten rechts beim Altar, gegenüber der Kanzel, nicht auf der schönen breiten Westempore verziert mit Gemälden. Sehr hübsch ist, dass Kanzel, Orgel, Bänke und Empore farblich wunderbar aufeinander abgestimmt sind.

Die Akustik in der Kirche ist erstaunlich brillant; im Vergleich zur samtig-trockenen Kulturkirche im nahen Hüffenhardt.

Es ist meine 40. Steinmeyer-Orgel.

Die Registerzüge sind alle rechts.

Typischerweise wurden die Dorfkirchen der Region von G. F. Steinmeyer & Co. mit kleineren, grundtönigen Instrumenten (oft 1 Manual und Pedal mit 5 bis 8 Registern oder kleinen 2-manualigen Werken) ausgestattet. Klanglich stehen hierbei meist warme 8′-Lippenstimmen (wie Prinzipal, Gedeckt und Streicher wie Salicional) im Vordergrund, die dem spätromantischen Ideal entsprechen.

Diese Orgel wurde 1974 gebaut im Zeitgeist der „Orgelbewegung“ und ist daher eher neobarock. Schockierend: Zwischen 1960 und 1980 wurden kaum romantische Orgeln gebaut. Es war sehr schön, hier zu spielen.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:



28. September 2026

Foto: Overmann Orgel 1814 ev. Kulturkirche Hüffenhardt Odenwald Konzert 2026

Große Overmann Orgel 1814 / 1982 Kulturkirche (1730) Hüffenhardt bei Heilbronn, 2 M, 26 R

Die historische, ursprünglich frühromantische Overmann-Orgel in der evangelischen Kulturkirche Hüffenhardt (Odenwald-Neckar-Region) in Baden-Württemberg wurde um 1814/1815 erbaut und 1982 umfassend renoviert und leider auch neobarockisiert und umgebaut von Orgelbau Link. Doch der wunderbare, große Prospekt wurde erhalten.

Sie steht auf einer markanten, zweigeschossigen hölzernen Empore der unter Denkmalschutz stehenden Kulturkirche, die dringend saniert und gesichert werden muss, was in die Millionen geht. Bitte spendet! Die Emporen sind mit Gemälden verziert.

Das wertvolle historische Instrument stammt aus der Werkstatt der renommierten Orgelbauerfamilie Overmann, die über drei Generationen von Heidelberg und Mannheim aus wirkte. Es ist meine erste Overmann-Orgel. Sobald die Kirche saniert worden ist, soll auch die Orgel rekonstruiert und in ihren ursprünglichen Zustand gebracht werden.

Als Instrument von 1815 markiert sie den Übergang vom Spätbarock zur Frühromantik. Die Werkstatt Overmann behielt die klassische handwerkliche Struktur bei, stimmte das Pfeifenwerk aber bereits spürbar grundtöniger, wärmer und vokal-ausgewogener ab. 

Trotz späterer, leider teils einschneidender Überarbeitungen (unter anderem durch die bekannten Werkstätten Voit im Jahr 1886 und Walcker im Jahr 1929) ist der Großteil des historischen Pfeifenwerks bis heute im Original erhalten geblieben.

Mein Konzert vom Förderkreis Kulturkirche Hüffenhardt war sehr gut besucht. Die Kirche war voll. Bei 100 Leuten ist die Akustik sehr trocken.

Es war sehr schön, hier zu konzertieren. Das Wetter wärmte sonnig, es waren fast 100 Leute im Konzert. Es gab hinterher Sekt und Snacks. Ich habe viele CDs verkauft. Zudem stellte ein Künstler seine Holz-Skulpturen aus, über die ich improvisierte. Presse war da. Ich habe schon oft im Odenwald gespielt, sowohl in Hessen als auch in Baden-Württemberg.

Wir besuchten auch die süße Dorfkirche in Kälbertshausen. Dort gibt es eine kleine hellblaue Steinmeyer Orgel.

Ich übernachtete in Haßmersheim im Hotel Adler.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:

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Neue CD 2026: BACH BERÜHREN:

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CD 2026 Bach berühren auf jpc

27. September 2026

Ich bin unterwegs zum Konzert nach Hüffenhardt im Odenwald zur wundervollen Overmann Orgel von 1814.

Anbei das Cover meines neuen Lyrikbuches: (Ratet mal, wie alt ich auf dem Cover mit kurzen Haaren bin)

https://jack-news.de/international-bekannte-organistin-spielt-auf-historischer-overmann-orgel-in-hueffenhardt/

https://www.nussbaum.de/entdecken/news/prominente-organistin-ann-helena-schlueter-spielt-die-hueffenhardter-overmann-orgel-3644197

Historische frühromantische Schröter Orgel Dorfkirche Tauer Spreewald Niederlausitz, 1 M, 10 R

Das kleine, wertvolle mechanische Schleifladeninstrument steht in der lieblichen barocken Dorfkirche mit markantem Turm und Laterne hier in der Niederlausitz.

Obwohl Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut, stehen die Orgeln der Familie Schröter oft noch in einer spätbarocken Handwerkstradition, nehmen aber klanglich bereits dezent die wärmeren, grundtönigen Klangideale der Frühromantik auf.

Ich mag  den märkisch-lausitzer Orgelbau gern.

Ich spielte in Peitz, Drachhausen, Tauer, Neuendorf, Jänschwalde und im Museum.

Samtig-trockene Akustik, vokal. Leider wurde die Kirche aufgrund der viel zu grossen Winterkirche stark verbaut. Man sieht die kleine weisse Orgel von unten kaum noch. Zudem steht sie auch noch in einer Art Schacht, so dass sie selbst von oben kaum ganz zu sehen ist. Ursprünglich war dies mal ganz anders gewesen.

Die Klänge sind dennoch sehr schön.

Es ist meine zweite Schröter-Orgel. Super schöne Instrumente. Breite weiße Registergesichter. Es war sehr schön, hier zu spielen.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.

27. September 2026: Unerlässlich ist es, dass der Sänger auch ein guter Musiker sei. (Richard Wagner)

Foto: Spieltisch Emanuel Kemper Orgel Peitz mit Engel 2026

Es war sehr schön, in Peitz zu konzertieren. Die Kirche von 1860 ist hell, sonnendurchflutet, eine geniale Akustik durch hohe Decke, mit 3 Kronleuchtern von der Decke und mit einer bunten Glasbrüstung entlang der Empore:

Die Glasscheiben leuchten in der Sonne, ICHTHYS verarbeitend. In der gemütlichen vorderen Winterkirche gibt es ein Orgelpositiv von Hofbauer, Göttingen, mit 5 Registern von 1989 unter der Orgelempore.

Insgesamt gibt es 3 Flügel: vorne der weiße große Förster-Flügel, hinten der kleine Steinweg und oben der süße mini Blüthner; zudem mehrere Cembali.

In den 70er-Jahren war das Kirchengebäude so massiv von Hausschwamm befallen, dass es baupolizeilich gesperrt werden musste. Zwischen 1975 und 1979 folgte eine umfassende Sanierung, bei der der Innenraum modernisiert und umgestaltet wurde. Jedoch wurde dabei die wertvolle romantische Dinse-Orgel einfach zerstört, obwohl sie vollkommen in Ordnung war.

Dies ist unbegreiflich und unverzeihlich. Ich habe schon einige wundervolle Dinse-Orgeln gespielt, beispielsweise auf Rügen.

Neben moderneren Elementen beherbergt die Kirche ein Epitaph von 1620, zwei Bronzeglocken aus dem 17. und 18. Jahrhundert und zwei aus dem 20. Jahrhundert sowie eine Kopie von Leonardo da Vincis Heiligem Abendmahl. Zudem gibt es ein Kruzifix von 1910, ein Kreuz von 1860, aber auch moderne Kunstwerke und Engel. 

Sehr schön sind die horizontal in den Raum ragende Zungenpfeifen mit einem majestätischen Klang. Zusammen mit dem installierten Fernwerk ist diese Kombination extrem selten und in der gesamten Region zwischen Berlin, Leipzig und Dresden nur in Peitz anzutreffen.

Spielhilfen

– 4 freie Kombinationen, 2 zusätzlich für Pedal; Zungeneinzelabsteller
– 5 Schleifladen; Gemshorn 4′ C-g”’ sowie Bordun 16′ C-H auf Kegelladen
– elektrische Trakturen; fahrbarer Nebenspieltisch (2 Man. / Ped.) im Altarbereich; Normalkoppeln und Subkoppeln, Schweller und Walze.


Orgelkonzert Peitz


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CD 2026 Bach berühren auf jpc

25. September 2026: Man treibt sie zusammen wie Vieh und wirft sie in Eisenbahnwaggons, die sie in den Tod fahren. (Charles Goldstein)

Foto: Historische Gustav Heinze Orgel 1907 op. 24 Jänschwalde Spreewald

Heute erinnere ich an Sidonie-Gabrielle Colette, 1873, französische Künstlerin. Sie stellte fest, dass ihr Mann sie ausbeutete, und verließ ihn. Damals galt dies noch als unkonventionell.

Ich lese Gerhart Hauptmann: Bahnwärter Thiel. So gut. Ich lese gern reale Bücher, aber auch gern ebooks in meinem neuen tolino. Meine Bücher und Interviews gibt es übrigens auch als e-books.

Es war sehr schön, in Peitz in der Niederlausitz zu konzertieren. Wenn man die große rote Kirche betritt, erwartet man eine schöne historische Inneneinrichtung – so, wie es war, als die Dinse-Orgel noch stand. Es ist eine Überraschung, wenn man das modern eingerichtete Innenleben in der roten alten Backsteinkirche antrifft – aber es gefällt mir sehr gut.

Dirk betreut auch die schöne kleine Museumsorgel von Schuke 1984 im schönen Hüttenmuseum Peitz.

Das Cockpit der Kemper Orgel erinnert mich an die große Kemper Orgel in Lübeck. Ich mag diese alten, unübersichtlich wirkenden Spieltische, die in Wirklichkeit sehr organisiert sind.

Im Konzert spielte ich auch alle Flügel in der Kirche; der Wechsel von Orgel auf Klavier ist eine Herausforderung in Technik und Konzentration.

Genauso Moderieren und Spielen, was ich auch tat.

Die große Kirche war während des Konzerts in wunderschönes buntes Licht getaucht mit Strahlern. Es gab Sekt und Snacks. Kinder waren ebenfalls da.

Spätromantische kleine Gustav Heinze Orgel 1907 opus 24 ev. Kirche Jänschwalde Spreewald Niederlausitz, 2 M, 9 R, pneumatische Kegellade

Die wunderschöne klassizistische Dorfkirche, wendisch-sorbisch, hier im Lande Brandenburg besitzt diese schöne, weiße, grundtönig klingende Orgel mit sanften Streicherstimmen. Sie muss weiter saniert werden, was nicht ganz billig ist; es wird um die 20.000 Euro kosten. Immerhin ist sie über 120 Jahre alt. Sie leidet etwas unter Windstößigkeit.

Ich liebe Kegelladen.

Es ist meine dritte Heinze-Orgel. Die Stadt Sorau gib es noch, sie gehört heute jedoch zu Polen seit dem Krieg und heißt Zary. Polen ist sehr nach an Brandenburg. Zary gehört ebenfalls zur Niederlausitz.

Die Dorfkirche Jänschwalde (niedersorbisch: Janšojce) ist ein eingetragenes Baudenkmal und gilt als ein architektonisches klassizistisches Kleinod in der Niederlausitz. Die Kirchengemeinde selbst zählt zu den ältesten der Region und wurde bereits 1346 urkundlich erwähnt.

Das heutige Kirchengebäude vereint eine schlichte elegante Bauweise mit besonderen historischen Schätzen.

Die turmlose Saalkirche besitzt ein freistehendes, hölzernes Glockenhaus mit dem ältesten erhaltenen Geläute im Kirchenkreis Cottbus. Die drei Bronzeglocken stammen von 1596, 1515 und der Zeit des 15. Jahrhunderts.

Die schlichte Kirche präsentiert einen Kanzelaltar von 1806, dreiseitig umlaufende weiße Emporen, die historische Heinze-Orgel sowie traditionelle, wendischen/sorbischen Bibelsprüche an den Wänden samt Fotografien von wendischen Feiern hier in der Niederlausitz. Ich habe schon oft in sorbischen Gemeinden gespielt, jedoch in Oberlausitz, deren Tradition anders ist als die Niederlausitzer Tradition.

Die evangelische Kirchengemeinde Jänschwalde, zu der seit Januar 2024 offiziell auch die Ortskirchen Drewitz, Heinersbrück und Tauer gehören,  gefällt mir sehr gut, ebenso das schöne Dorf, gepflegt, mit alten Häusern, mit Museum mit originalem Leichenwagen und Archiv und einem Pfarrhaus, das wie ein Schloss aussieht.

Segensprüche wie Chwalba bźi Bohu we wysokości! (Ehre sei Gott in der Höhe!) sieht man an den Wänden.

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CD 2026 Bach berühren auf jpc

24. September 2026: Kahlil Gibran hatte kein leichtes Leben.

Foto: Geissler Orgel Drachhausen 2026

Heute erinnere ich an Maria Katharina Kasper, 1820.

Kleine neobarocke Schuke Orgel 1984 opus 526 Hüttenmuseum Hochofenhalle Peitz, 1 M, 7 R, eigenständiges Pedal, 522 Pfeifen

Die mechanische Kleinorgel der Firma Alexander Schuke VEB Potsdamer Orgelbau Schuke wurde 1984 als Opus 526 für das St. Annastift in Sonneberg gefertigt. Nach Auflösung dieses Stiftes 2004 wurde das Schleifladen-Instrument in die Stadtkirche gebracht als Zweitinstrument.

Seit 2024 befindet sich das Instrument nun hier in der historischen Hochofenhalle des Johanneums Peitz (Museum Peitz).

Die Kleinorgel verfügt über ein Manual und ein eigenständiges Pedal. Bei Bedarf können die Manualregister an das Pedal gekoppelt werden (Pedalkoppel).

Die Orgel besitzt insgesamt 522 Pfeifen, davon 42 aus Kiefernholz.

Es ist meine 23. Schuke-Orgel (Potsdam).

Das Geräusch des Wassers des Hammergraben mit Wasser der Spree erfüllt das gesamte Museum. Die Hochofen- und Gießereihalle mit geschweiftem Bohlenbinderdach wurde 1973 als Hüttenmuseum Peitz eröffnet. Es gibt hier geniale Ausstellungsräume und Konzerte. Auch das Jazzfest spielt hier.

2006 wurde die Abteilung Fischereimuseum mit einer Ausstellung eröffnet. Sehr interessant sind die Hochöfen und die Mineraliensammlung.

Eine sehr spezielle und berührende Akustik:

Das aktive Mühlrad vom Hammergraben ist ständig zu hören, was sehr angenehm ist. Dieser künstlich angelegte, wasserführende Nebenarm der Spree fließt unmittelbar am Museum vorbei. Er trieb historisch über Wasserräder die Maschinen und den Hochofen des Hüttenwerks an. Heute speist er das historische Turbinenhaus des Museums.

Es ist nicht alle Tage, dass man konstante Wassergeräusche dieser Art mit dem Klang einer Orgel verbunden hört.

Die Teichlandschaft rings um das Museum Peitz gehört zum größten zusammenhängenden künstlichen Teichgebiet Deutschlands.

Auch ich bin auf diesem Teich Kahn gefahren. Es war wunderschön. Man nennt dies Mummelkahnfahrt auf dem Hammergraben.

An der Kahnanlegestelle am Peitzer Hüttenwerk fuhren wir langsam und gemütlich flussabwärts auf dem Hammergraben bis zur historischen Maustmühle und wieder zurück. Alles ist ruhig, sehr grün, sanft.

Das Hotel Zum goldenen Löwen bietet diese Fahrten an, wo ich auch übernachtet habe 2 Nächte.

Die Akustik im Museum ist eigentlich trocken; aber die Orgel steht oben, das Wasser singt mit ihr, und wenn man unten steht, ist man so berührt, Orgelmusik inmitten der Hochöfen zu hören, inmitten von Technik und Handwerk. Kunst und Handwerk gehören sehr eng zusammen. Ich liebe beides.

Diese faszinierende Kombination aus schwerer Industrietechnik und Orgelmusik!

Die historische Hochofen- und Gießereihalle gehört zu den ältesten erhaltenen Gießereianlagen der Welt. Kuppelöfen, gemauerte Hochöfen…

Es war sehr schön, in Peitz zu konzertieren. Die Stadt Peitz und ihr Umfeld ist ein sehr schöner Ort. Das Museum liegt direkt an den riesigen Fischteichen, die eine Fläche von über 1.000 Hektar umfassen. Der Hälterteich grenzt in östlicher Richtung fast direkt an. Bekannt sind die Gewässer vor allem für die traditionelle Zucht des Peitzer Karpfen. Sehr lecker!

Die große sakrale rote Backstein-Kirche ist neben dem trutzigen Festungsturm das Wahrzeichen der Stadt. Aber auch dieses Museum ist ein Meisterwerk! Rings herum gibt es Karpfenteiche und große Tagebau-Seen.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:

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Anbei meine neue CD bei Naxos:

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Neue CD 2026: BACH BERÜHREN:

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CD 2026 Bach berühren auf jpc

23. September 2026: Antisemitismus ist keine deutsche Erfindung. Aber hier konnte er sich in ungehemmter Brutalität austoben. (Ernst Ludwig Ehrlich)

Foto: Konzert Fürstenhagen Hessisch Lichtenau 2026

Das stimmt. Wo es keine moralischen Kräfte gibt, die sich entgegenstemmen, breitet sich das Böse ungehemmt aus. Leider auch in der Kirche und in ihrer Musik. Marek Edelman schrieb, dass der Feind nicht nur derjenige ist, der attackiert, sondern auch alle, die schweigen. Nicht geholfen zu haben, ist das Gleiche, wie zu zerstören.

Abraham Joshua Heschel schrieb, dass nur das Schweigen der anderen das Böse möglich macht. Weil Schweigen das Böse rechtfertigt.
Die, die böse sind, halten sich für gut. Und die, die schweigen, halten sich für klug.

Aber Władysław Szlengel schwieg nicht, ein polnisch-jüdischer Dichter. Bekannt wurde er für seine im Warschauer Ghetto entstandenen Gedichte. Szlengel wurde 1943 ermordet.

Kleine neobarocke Führer Orgel 1963 ev. Dorfkirche 1954 in Neuendorf Spreewald Niederlausitz, 1 M, 3 R, angehängtes Pedal

Die Kirche der wahren Hoffnung im Ortsteil Neuendorf, Gemeinde Teichland, im Amt Peitz in der Niederlausitz am Rande des Spreewaldes, wurde am 14. November 1954 geweiht. Sie besitzt eine einfache Ausstattung. Die kleine DDR-Kirche wurde in den 1950er-Jahren nach Plänen von Karl Streckebach errichtet. Ich bin dankbar, dass in der DDR Kirchen gebaut wurden!

Die Innengestaltung verantwortete der Architekt Fritz Steudtner.

Die süße, demütige Dorfkirche steht gepflegt da, mit einem alten anonymen Klavier in der gemütlichen Winterkirche, seit 30 Jahren nicht gestimmt, aber immer noch treu singend.
Das neobarocke Orgelpositiv steht schräg rechts oben auf der Westempore, stabil, direkt, in trockener Akustik. Es ist meine 10. Führer-Orgel.

Bei Neuendorf gibt es den größten Teich Deutschlands mit 222 Hektar, und den größten künstlichen Tagebausee, die sogenannte Cottbusser Ostsee, oder Cottbusser Meer – noch nicht gesichert.

Es war sehr schön, im Spreewald zu spielen – vom Taunus in das Münsterland und ins Sauerland, vom Westerwald in den Odenwald, vom Kraichgau zum Neckartal bis in den Spreewald… Oberlausitz, Niederlausitz, Franken und Thüringen: Deutschland ist so schön. ❤️

Ich bin ein Heimatkind.


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