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Organistin

16. September 2022: Es gibt viele Kirchen in Kreuzform. Ich sehne mich nach Orgeln in Kreuzform. (AHS)

Lustige Leute begehen mehr Torheiten als Traurige, aber Traurige begehen größere. (Ewald V. Kleist)

Ich mag gern die Gemälde von Frederic Leighton, besonders Flaming June 1895. Ein Bild voller Leidenschaft.

Foto: Meisterkurs mit Daniel Roth in Frankfurt

Heute erinnere ich an Anike Peters, Klimaexpertin, und Junko Tabei, japanische Bergsteigerin, die sogenannte „Männerberge“ bezwang  – wusstet ihr, dass Bergsteigen lange eine Männerdomäne war?

Ich schaue manchmal gern Mount Everest Filme und schauere gern vor mich hin. Bequem im Bettchen. Ich war schon in Nepal und sah die Himalaya Berge vom Flugzeug aus. Aber – ach, wer würde sich das antun?

Nepal

Ich könnte nicht über solche Klüfte an winzigen Sprossen entlang, mit Rucksack schiefe Leitern klettern, tonnenschwere Eisblöcke um mich, Stürme, keine Luft, und ich reagiere sehr empfindlich auf Höhe. Ich müsste mind. ein Jahr vor Ort trainieren. Ich käme sonst nur bis ins Basislager. Weiter wohl nicht. Schon das Lager 2 zu erreichen ist schwer. Zeltschlafen ist auch nicht so mein Ding. Aber wandern in den Bergen an sich liebe ich. Da bin ich auch sehr gut und schnell. Ich bin aber nicht geübt mit Pickel und Steigeisen. Das muss man trainieren. Die Kälte ist enorm. Man ist nur ca. 30 min auf dem eisigen Gipfel und muß dann sofort wieder runter, obwohl totmüde. Der Abstieg ist die größere Gefahr. Der eigentliche Gipfel ist, das Basislager zurück gesund zu erreichen. Insgesamt muss man schnell sein.

Katastrophe ist, dass die Sherpas so wenig Geld verdienen, dafür, dass sie für zahlende Bergsteiger (pro Person 50.000-65.000 €) ihr Leben riskieren. Sie bekommen davon ca. 5000 € pro Aufstieg, dabei sind sie das A und 0. Die Sherpas verlegen Seile und schleppen den Krempel der Touris. Nepal ist erschreckend arm.

Die meisten Bergsteiger hier auf 8000 Meter Höhe sind Männer. Von ca. 1200 Menschen bisher auf dem höchsten Punkt der Erde sind 52 Frauen ❤️

Neu: Orgel-Information: eine meiner früheren Übe-Orgeln Karlstadt am Main Orgel St. Johannis:

Jehmlich Orgel St. Johannis Karlstadt am Main

Metrosexell

Ich habe heute das erste Mal gelesen: Dass unsere Zeit, Mode, unsere Katastrophen-Virus-Krieg-Klima-Endzeit Männer „metrosexuell“ macht. Ich bin froh, dass ich diese Definition rein zufällig gefunden habe für das, was mir schon länger aufgefallen ist bei Männern und was immer schlimmer zu werden scheint: weibliche Männer, zwar mit Taliban-Bart und Riesenfüßen, aber absolut nicht männlich.

Der Gang, die Bewegungen, alles wirkt homosexuell, oder fast weiblich, aber auf eine ganz seltsame, verzerrte Art. (Manchmal die Klamotten, hautenge Klamotten, gezupfte Augenbrauen, Rucksäckchen… ) Irgendwie eine Mischung aus metrosexuell, asexuell und homosexuell. Es irritiert mich, da ich Männer in meinem Inneren ganz anders definiert habe, zumindest in meinem „Wunschdenken“. Mit weiblichen Männern, die keine Frauen sind, sondern in punkto Sturheit und Egoismus genauso Testosteron wie männliche oder gutaussehende Männer – damit zurecht zu kommen, das ist eine Herausforderung…

Wenn ich einen Menschen sexuell einschätzen kann, hilft mir das, mit dieser Person zurecht zu kommen, das passiert eher instinktiv und aufgrund meines Bauchgefühls. Metrosexuellen Menschen dagegen kann ich sexuell überhaupt nicht einordnen, ich bin irritiert.

Neu: Orgel-Information Teschemacher Orgel Köln ❤️

Teschemacher Orgel Köln

15. September 2022: Ich habe Gott gedankt, dass ich’s mit Angst und großer Not so weit gebracht, denn es war eine böse Zeit. (Tobias Weller, Orgelbauer aus Dresden, 1639)

Herzzerreissend, dass ein Orgelbauer im Dreißigjährigen Krieg der Männer mit Angst eine Orgel bauen musste. Ein Instrument zur Ehre Gottes! Angst hatte er vor dem Baumeister, der die Orgel in Auftrag gegeben hat: Die Kirche. Wie unchristlich vermutlich die Kirche als Auftraggeber gewesen war. Und ist?

Wenn es Götter gäbe, wie hielte ich’s aus, kein Gott zu sein! Also gibt es keine Götter. (Nietzsche) Ach, der in der Männerwelt so vergötterte Nietzsche, mit einem der anmaßendsten und kindischsten Sätze der Erde und der falschesten, dümmsten Schlussfolgerung überhaupt, die nur jemand sagen kann, der nicht viel begriffen hat, weder über sich, noch über Gott, noch über den Sinn des Lebens. Jedes Kind ist klüger. Stellt euch vor, das hätte eine Frau gesagt. Und was für ein gravierender Unterschied zu Albert Schweitzer.

So sieht es also aus: Das ist der Grund, warum viele Atheisten Gott nicht wollen: Sie wollen selbst Gott sein und würden und wollen es nie ertragen, dass jemand anderes Gott ist.

„Also gibt es keine Götter?“ – Da hat Nietzsche allerdings Recht. Es gibt nur einen Gott. Und glaubt mir – ein Gott reicht. 😊Buchstäblich. Nietzsche brauchen wir nicht als Gott. Denn Gott ist drei: es sind 3 in 1.

Und es gibt Göttinnen. Mich zum Beispiel. 😍

Wenn ich also Atheistin wäre, wie Nietzsche, dann würde ich zumindest schlauer sein als er und sagen: Wenn es Götter gäbe, wie hielte ich’s aus, kein Gott zu sein!? Aaaah ich weiß. Ich werde Göttin.

Götter aber gibt es nicht. 😇 Nur Gott. Ich bin sozusagen Bienenkönigin.

Na, Spaß beiseite.
Es regnet viel. Schön! Die Luftfeuchtigkeit genießt mein Steinway.

Ich wurde gefragt, was meine allererste Ladegast Orgel war: 2015 Mölkau Leipzig! ❤️ Damals wusste ich noch nicht so viel über Orgeln und habe instinktiv konzertiert. Ich habe lange nicht registriert, dass dies meine erste Ladegast war!

Jetzt:

Ich kann sehr empfehlen den Dokumentarfilm Albert Schweitzer der Jahre 35/57: seine Stimme:

Gunsbach im Münstertal bei den Vogesen,  Weinland, sein Vater dort Pfarrer und Lehrer, und er liebte das Dorf, das kleinste Dorf im Tal mit 100 Häusern. Er war ein verträumter, ruhiger, ernster Schüler und Mensch, viele Geschwister, mit 8 las er die Bibel und hatte viele Fragen. Er liebte Tiere und Natur. Er spielte Konzerte, um sein Spital zu finanzieren. Er sammelte alles Geld und war sehr konsequent insgesamt. Während seiner vielen Jahre Medizin behielt er Musik und Konzerte bei, da er das Geld brauchte. 

Die Mutter wurde im Krieg getötet.

Schweitzer wäre auch anderweitig berühmt geworden.

Er nahm seine Frau als Hilfe.

Mit großen Reden hätte er nicht helfen können im Urwald. Er war sehr und unfassbar konsequent, zielstrebig, obsessiv. Organisiert. 

Dass ihm nichts passier ist in Afrika oder auf den Reisen! Nie! 

Er mußte ja in Lambarene die Dinge organisieren! Wasser, Essen, Anstellungen, Bauen, Reparieren, Pflanzen. „Ich verlor viel Lebenszeit mit dem Reparieren von Pumpen“. Er machte auch alle niedrigen, kleinen Arbeiten, war sich für nichts zu schade. 

Er hatte ein großes Team anzuleiten. 

Menschen mit Lepra waren jahrelang da,  er musste bauen und pflegen. „Schweren Herzens opferte ich auch Palmen für den Bau“.

Er war dennoch absolut unkonventionell, wie er da übt mit Katzen im Urwald an seinem Tropenklavier, das ich kenne, und danach im selben Raum Antilopen und Affen füttert! Nach OPs. Stellt euch da „normale Kirchenmusiker“ vor, die schon sauer sind, wenn man ihr Gesangbuch verrutscht und die es „nicht wiederfinden“, nur weil es 5 Zentimeter weiter hinter ihnen liegt als vorher! Kontrollig. Revierig. Die alles kontrollieren und revieren. (Wort erfunden, von Revier)

Ach, das Tropen- Klavier ❤️

Von Tochter und Frau kaum die Rede allerdings. Vllt. sein Privates?

Viele Weisse  waren da und halfen.

Immer wieder kehrte er nach Gunsbach zurück.

„Es muss eine Dorforgel bleiben“. ❤️Nicht wie viele „Kirchenmusiker“ heute: „ach, nur ein Dorf, nur eine Dorforgel.“ Er hätte ja auch mit dem Geld eine riesige Orgel in Gunsbach bauen lassen können, damit die Leute hin pilgern und er sich wichtig macht.

Er war ein musischer Orgelsachverständige, der nach dem Ohr geht !!!  Nach dem Gehör. So was gibt es heute kaum. Er hatte das Geld und die Autorität. 

„Diese Orgeln hat im Krieg viel gelitten“. 

Sehr schön gefilmt, das Herz und das Anliegen kommen rüber. 

LIEBE und Respekt zu dem aus der Sicht der Welt als unwichtig angesehen: Dörfer, Tiere, Schwache, Kranke, Frauen, Kinder, Landarbeiter, Natur, Arbeiterinnen und Arbeiter.

Gelehrte und Akademisches und Preis und Errungenschaften sind nie Thema.

Er hat immer an Gott festgehalten, anders als ich – aber das ist ok!

Er war ein Kopfmensch, aber voller Liebe. Ich kann verstehen, dass sich Helene in ihn verliebt hat.

Neu: Lang ersehnt: Orgel-Information Strasbourg: die Silbermann – Alberts Liebling

Silbermann Orgel Strasbourg

11. September 2022: We cannot deal with guilt. Our response to guilt and sin therefore really matters. The depth of salvation is to surrender. (AHS)

Wir wissen nicht, wie groß wir sind, bis sie uns zum Aufstehen zwingen. Und wenn wir es dann wirklich tun, wird unser Kopf durch die Wolken dringen. (Emily Dickinson)

Geniale Dichterin aus den USA, 1830. Heute erinnere ich an Agnes Pockels, Chemikerin, 1862. Und an Elfriede Jelinek, auch wenn ich ihre Werke unheimlich finde.

Ich höre eine alte Platte „Musikalisches Opfer“.

Foto: Bouxwiller

Krieg ist männlich

Man sagt immer: Menschen töten, führen Krieg… etc. Falsch. Männer führen Krieg. Erster Weltkrieg. Zweiter Weltkrieg usw. : Frauen haben nichts damit zu tun. Frauen und Kinder haben nur darunter gelitten. Man sollte nicht „Menschen“ sagen, wenn man Männer meint (was sehr oft passiert, auch in der Geschichtsschreibung, vor allem bei Versagen und Bosheit), sonst werden Frauen und Kinder manipuliert, sie wären mit dabei oder schuld gewesen. Es ist nicht die Menschheit, die Kriege führt, angreift, mordet, attackiert, einmarschiert, vergewaltigt, böse ist etc. Es ist die Mannheit. Wenn Männern etwas gelingt, sagen sie ja auch nicht „Menschen“, sondern Männer. So sollte es auch sein, wenn sie zerstören.

Heute habe ich gleich drei (völlig unterschiedliche) Klangweiden für Euch! Orgeln sind Klangweiden. Ohrweiden.

Neu: Orgel-Information Marmoutier, Elsass:

Gravitätisch, monumental, majestätisch in perfekt (mit)singender Akustik. Andreas Silbermann hat hier Geniales geleistet. Die Orgel ist optisch, handwerklich, klanglich eine Meisterleistung, sie ist Spitzenreiterin aller Orgeln der Welt. Sie ist rein, echt, historisch, demütig, fehlerfrei, zart, fern aller Brüsterei, obwohl sie auf einer Brüstung steht. Ihr Klang berührt das Herz und versetzt in Ehrfurcht vor Gott.

Silbermann Orgel Marmoutier

Neu: Orgel-Information Bonn:

Klais Orgel Schlosskirche Bonn

Cologne

Die beiden ältesten Orgeln heute in Köln hatten beide ein ähnliches Schicksal:

Jacob Engelbert Teschemacher (1711-1782) baute diese aussergewöhnliche, liebliche Orgel in Elberfeld. Sie stand zuerst in Grefrath, dann in Kaldenkirchen, dann im Schnütgen-Museum Köln. Dort wurde sie schließlich zerlegt und deponiert und vergessen bis 2004! Hans-Wolfgang Theobald entdeckte sie zufällig 2005, restaurierte sie unter Klais und stellte sie in Köln-Rondorf auf. Sie steht ebenerdig rechts in dieser hellen kleinen modernen Kirche gegenüber der schönen Gerhardt Orgel von 1880. Die West-Empore ist frei.

Der Orgelbauer Teschemacher war gläubiger Pietist und stellte seine Instrumente in den Dienst Gottes. Er war zudem Biograph von Tersteegen.

Friedrich Gerhardt

Friedrich Gerhardt aus Bonn Bad Godesberg baute 1880 die zweite Orgel dieser Kirche, eine romantische Orgel (2 M) für die Erlöserkirche in Bad Godesberg, doch sie musste weichen und lag lange auf einem Dachboden, doch Orgelbau Klais entdeckte sie, renovierte sie (opus 1688) und brachte sie nach Köln. Ähnlich erging es also beiden Orgeln dieser Kirche:


Neu: Orgel-Information Köln

Gerhardt Orgel Köln-Rondorf

8. September 2022: Früher wurde mit der Vergänglichkeit christlicher umgegangen als heute. (AHS)

Männliche Dummheit bereitet mir größtes Vergnügen. Es ist eine unerschöpfliche Quelle der Unterhaltung. (Mary Wortley Montagen)

Britische Schriftstellerin, 1689. Heute erinnere ich auch an Brigitte Bardot, eine unfassbar interessante Frau.

Klangfarben der Orgel

Bei Klangfarben bin ich altmodisch. Ich mag gern alte Instrumente: Rankett (auch Würstelfagott genannt!), ein langes Blasinstrument, Trumscheit (Nonnengeige), ein längliches Streichinstrument, Krummhorn: gekrümmtes Doppelrohrblatt, Gemshorn: eine Art Horn, Tierhorn oder Pfeife, gekrümmt; Pochette (Geige): kleine Taschengeige, und Drehleier (Bettlerleier), auch als Lyra bekannt. Es gibt noch Schalmey, Pommern, Grossbass, alte Oboen und Posaunen, Gerle-Laute, Tripel-Harfe, Chitarrone, Tintinabulum…

Früher wurde die Vergänglichkeit des Irdischen viel mehr begriffen als heute, oder anders gesagt, es wurde christlicher damit umgegangen als heute.

Ich höre die alte Platte Arthur Eger in Freiberg. Und Wachowski. An ihm, der sehr langsam und geradeaus spielt (etwas langweilig), merke ich, was für eine „Flirrende“ ich bin an der Orgel und dass ich vom Gravitätischen der Orgel noch mehr aufgesaugt werden möchte. Vom Monumentalen der Orgel möchte ich noch mehr profitieren. Ich komme mir trotz allem oft winzig vor.

Foto: Lorenzkirche Nürnberg

Meine Orgel-Entwicklung

Ich spiele jetzt 5 Jahre Orgel, das ist bei Professionalität eine sehr kurze Zeit, eigentlich nichts. Ich habe so viel gelernt in diesen 5 Jahren. Ich erkenne Orgeln beim bloßen Ansehen und weiß von Hunderten Orgeln Zahlen, Dispo und Namen, während viele sich nicht an den Orgelbauer der eigenen Orgel erinnern können, geschweige denn an Zahlen und Dispo. Ich habe Hunderte unterschiedlichster Orgeln gespielt und komme schnell mit ihnen zurecht. Ich kenne viele, die spielen 10 oder 15 Jahre lang Orgel und kennen kaum andere Orgeln und spielen viel schlechter. Mir hat jemand gestern gesagt, er hätte noch nie jemanden getroffen, der seiner Weiterentwicklung alles unterordnen würde wie ich. Nun, ich hoffe, ganz so drastisch ist es nicht. Außerdem bin ich eine „die“. 😊 Die Zeit war extrem, intensiv, und ich habe mit die eindrücklichsten Erlebnisse meines Lebens gehabt und mich ganz neu kennengelernt.

Neu: Hater, Follower und Fans im Internet – wie geht man damit um? Teil 1

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Neu: Orgel-Information Bouxwiller, Frankreich:

Silbermann Orgel Bouxwiller

7. September 2022: Ich sehe und höre ein Mixtürchen. (AHS)

Die Ausübung der Kunst ist ein großer Teil meines Ichs, mehr als die Luft, die ich atme. (Clara Schumann)

Heute erinnere ich auch an Berthe Morison, Malerin 1841, die das gleiche sagte, an Marianne Bachmann und an Elisabeth von Braunschweig-Wolfenbüttel, die „prominenteste Schülerin“ von Heinrich Schütz.

Foto: Silbermann Orgel Strasbourg

Ich höre die Platte Schreier und Richter mit Schemelli.

Den Witzemann Heinz Erhardt (eine alte Platte, geschenkt bekommen) finde ich nicht witzig. Ich verstehe nicht, wie andere Frauen darüber lachen können, wenn ein Mann Witze über Frauen macht. So war das früher, früher war das normal. Manchmal denke ich, der Grund, warum Leute Komödianten mögen ist, weil sie ansonsten nicht genug lachen.

Schön: Albert Schweizer findet es schlimm, wenn man sich „sterbende Blumen“ (= Schnittblumen) als Dekoration ins Zimmer stellt. „Wie kann man sich an sterbenden Blumen erfreuen?“ Leider kann ich das auch, teilweise. Obwohl ich lebende Blumen noch viel schöner finde.

Wenn mich Leute beobachten, wie schnell ich (immer nur mit dem linken Daumen tippend) ins iPhone schreibe, sind sie verblüfft.
Ich habe viele Linkshänder-Tendenzen.

Interessant ist Keplers Mysterium cosmographicum: Auf der Suche nach der Harmonie der Welt.

Harmonie der Welt seit 1595

Die Bibel, aber auch der heidnische Goethe berichten von singenden Planeten, von der Harmonie und den harmonischen Proportionen im All. Als erster versuchte Kepler, dies um 1590 zu ergründen. Wo Heiden von „Mutter Natur“ sprechen, von „Göttern“ usw. – sprechen gläubige Musiker wie Heinrich Schütz von der Harmonie in Gottes Welt.

Heinrich Schütz ist viel gereist. In allen Städten und Orten, wo er war, war auch ich, außer in Telgte und Teplitz.

Schütz wurde 87 (!) Jahre alt und starb in Dresden nach einem Schlaganfall. Ich möchte 129 Jahre alt werden. Ich war übrigens eine Hausgeburt – zu einer Zeit, in der es maximal ein Prozent Hausgeburten gab. Mittlerweile sind es zwei Prozent.

ps: im Papierkorb meiner Webseite liegen Zehntausende von Kommentaren, die ich nicht freischalte, weil sie meistens …. nun ja, dämlich sind. Ich hoffe, mein Blog wird von klugen Menschen gelesen, von Menschen, die mich verstehen. Das ist meine Hoffnung und Zielgruppe. Hallo, ihr da draußen, gibt es euch? Wie geht es euch? ❤️

Neu: Pachelbel – Praeludium, Ladegast Orgel Braunsbedra bei Merseburg – dramatisch, wild

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6. September 2022: Dieses ganze kleine Gemüse im Echowerk. (AHS)

Durch die Gasse der Vorurteile muss die Wahrheit ständig Spießruten laufen. (Indira Gandhi)

Und das 1917. Als Frau ist es nicht so leicht, gegen männlichen Vorurteile anzugehen. Ich habe überlegt: Wie kommt es, wo haben Frauen es gelernt, sich gegenseitig abzuwerten? Es ist die Sprache der Männer, die Sicht der Männer über Frauen. Und Frauen erlernen diese Sicht gegen andere Frauen, von Männern abgeguckt, und wiederholen sie. Es ist also angelernte männliche Abwertung, die sie anderen Frauen entgegenbringen, und auch die Sprache, die sie von Männern gelernt haben. Sie verwenden dabei typisch männliche Abwertungsworte. Wann wachen Frauen auf?

Heute erinnere ich an die ermordete Edith Stein und an Marie Antoinette. Und an Matthias Claudius‘ Frau. Wie schreibt der Biograph Hans-Jürgen Benedict „Mit seiner Frau bekam er 12 Kinder…“ Er. (Er, der übrigens eine Zeitlang bei den Freimaurern war.) Ich denke, die 12 Kinder bekam vor allem seine Frau.
Und ich erinnere an „Johanna, die Schwachsinnige“, die reiche Erbin, die von ihrem sie betrügenden Mann verstoßen wurde.

Foto: Pomssen, Gottfried Richter Orgel 1671

Empfehlen kann ich „The Chosen“ Staffel 2, jetzt auch auf Deutsch. Eine Serie über Jesus, sensibel gefilmt.

Ich wurde gefragt, ob ich Filmmusik mag. Ja, höre ich manchmal zur Entspannung, zB beim Blog schreiben, da brauche ich manchmal etwas „Theatralisches“ 😊. Hans Zimmer etc.

Hans Zimmer ist für mich „Klassik für Dummies“. Aber ich möchte auch manchmal ein Dummie sein dürfen und Kaffeehausmusik hören. Wie jetzt gerade. 😇

Apropos Kaffeehausmusik. Mir fällt auf, dass Kirchenmusiker oft von „gediegen“ sprechen im Zusammenhang mit Musik. Was nicht „gediegen“ klingt, wird zum Teil abgewertet. Dass es manchen Komponistinnen und Komponisten überhaupt nicht darum geht, gediegen zu komponieren, ganz im Gegenteil – darauf kommen Gewisse gar nicht.

Übrigens, im Vorwort des Orgelbuchs des Klosters Walburg zu Eichstätt geht Raimund Schächer davon aus, dass Anna Maria Barbara Schmaus (1653-1730) nichts selbst komponiert habe. Begründung: keine. Weil sie eine Frau war? Es muss Mann alles komponiert haben. Welcher? Hm. Der oder der vielleicht. Das weiß man nicht so genau. Eine Frau jedenfalls nicht. Dazu ist die Musik zu „gediegen“? zu betulich… ?

Neu: Pachelbel – Choralvorspiel „Durch Adams Fall ist ganz verderbt“, Ladegast Orgel

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5. September 2022: Mit einer Fliege klappen. (AHS)

Profis müssen sich ihrer Vorbildfunktion stärker bewusst sein. Egoismus und Menschenfurcht sind oft zu stark. (AHS)

Heute erinnere ich an Luise Zietz, mutige Politikerin.

Foto: Pomssen, Gottfried Richter Orgel 1671

Bad Köstritz

Heute waren wir in Bad Köstritz bei Gera (Kleinstadt im thüringischen Vogtland an der Weißen Elster) im Museum Geburtshaus Heinrich Schütz, Bad Köstritz. Wir fuhren von Braunsbedra ab. Es war schön und ist zu empfehlen: Viele alte, historische Instrumente und Nachbauten, dazu ein kleiner Saal, ein Pedal-Clavichord, eine Truhenorgel, ein zweimanualiges Cembalo, Blockflöten… Alles etwas kleiner als im Heinrich-Schütz-Haus in Weißenfels. Ach, ich liebe Schütz‘ Musik. Danach waren wir auf dem Markt vor Ort, auf dem eine Bläsergruppe spielte.

In der Nähe liegen Hermsdorf und Klosterlausnitz, da habe ich schon gespielt.

Nun bin ich wieder daheim, und der Lilien-Strauss duftet stark und hat bis jetzt überlebt.

Neu: Domenico Alberizi (1700) – Toccatina, Fuga inversa, Fuga | Ladegast Orgel Braunsbedra, Organ Vlog AHS

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Museum Heinrich Schütz Bad Köstritz:

Museum-Heinrich-Schuetz-Geburtshaus-Bad-Koestritz

4. September 2022

Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt. (Eichendorff)

Mich muss Gott sehr lieben, so oft, wie er mich in die weite Welt schickt. 😍 Jetzt bin ich wieder in Braunsbedra bei Merseburg in Sachsen-Anhalt, das Konzert war sehr schön, die Kirche mit Sonnenblumen geschmückt. Ich habe einen wunderschönen, duftenden Strauß danach geschenkt bekommen (keine Sonnenblumen). Das Wetter ist mild und sonnig. Die Erlöserkirche in Braunsdorf (Stadtteil von Braunsbedra) ist von wildem Wein bewachsen. Der Friedhof ist nicht bei der Kirche. Die Gastgeber sind sehr nette, lustige Menschen, danach haben wir gegrillt. Full House, Hunde, Babys, und die unfassbare Band Knorikator kennengelernt – so was …

Heute erinnere ich an Nina Mavis Brunner, Journalistin. Und an Helga Jung, Managerin, die ihrer eigenen Meinung vertraute.

Foto: Silbermann Orgel Marmoutier

 Neu: Video Toccata 8vi toni, Orgelbuch Kloster Walburg zu Eichstätt von Äbtissin Anna Maria Barbara Schmaus um 1700 ❤️

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Foto: Ladegast Orgel 2022

3. September 2022: Guds löften är som stjärnor. (Frost)

Man muss nicht alles an einem Tag erreichen wollen. (Teresa von Avila)

Heute erinnere ich an Adelheid Popp, 1869 geboren, die einer großen Sache mit Begeisterung diente, was ihrem Leben Wert gab, nämlich das Frauenwahlrecht zu fördern. Viele Frauen scheinen politisch unreif zu sein, schreibt sie, aufgrund der Erziehung, da sie nicht verstehen, dass unsere Welt von Basta und Testosteron regiert wird. „Schwimmen lernt nur die, die ins Wasser geht“, wie auch Lida Gustava Heymann feststellte, 1868 geboren, aus Hamburg, die sich ebenfalls für Frauenrechte als Menschenrechte einsetzte.

Foto: Silbermann Orgel Abteikirche Marmoutier

Heute Abend: Konzert an der Ladegast Orgel. Bin in Braunsbedra angekommen.

Gottfried Richter Orgel (13 Register) in der Wehrkirche zu Pomssen

Gottfried Richter aus Döbeln (Sachsen) baute diese wunderschöne Renaissance-Orgel (von Hildebrand und Wegscheider restauriert), auf der zweiten Empore mit verzierten Prospektpfeifen mit frühbarockem Klang, mitteltönig: herb eingetrübte und scharfe, helle Klänge, mit Zimbelstern und Vogelgesang (die Pfeifen stehen blubbernd umgekehrt in Wasser), Pedalkoppel (Tritt links unten), mit Tremulant (man muss sofort spielen, kaum dass man ihn gezogen hat, damit er wirkt), mit wunderschönen Flügeltüren mit Engeln, die musizieren, ockergelb, weiß-grau, direkt unter der flachen, verzierten Kassettendecke – die erste mitteltönige Orgel auf unserer Reise, die erste mit kurzer Oktave in Manual und Pedal. Sie ist doch leichtspieliger als ich es in Erinnerung hatte vom letzten Mal. Bach soll hier gesessen sein, aber es ist nicht hunderprozentig erwiesen. Aber ich glaube es schon. Wir sahen die 4 Keilbälge oben. Es machte Spaß, die alten Holzstiegen hochzulaufen. Oben ist der Spieltisch mit aufgeschlagenen Noten verziert.

Wie früher Gottesdienst gefeiert wurde, ist erschreckend: Eine Pflichtveranstaltung, ein Event der Hierarchien, man musste sich Sitze unten mieten und bezahlen, ansonsten stundenlang stehen, die reiche Familie Ponickau saß in den Logen, die Armen standen unten. Gibt es nicht gewisse Hierarchien dieser Art noch immer, nur versteckter?

Es ist dennoch schön, wieder daheim zu sein. Jedoch nicht lange, es geht weiter zu den nächsten Konzerten.

Die Denker des Glaubens

Seltsam, dass die „Denker des Glaubens“ (fast) nur Männer sein sollen? Mir kommt es vor, als seien Männer weiter vom Glauben entfernt als Frauen. Ähnlich formuliert es auch Albert Schweitzer, der zeit seines Lebens Frauen besonders schätzte und mit ihnen besonders befreundet war.
Ich stelle es mir schön vor, dass er „im Urwald“ Bach gehört und von Jesus erzählt hat. Es könnte sicher noch mehr im Schweitzer-Archiv in Günsbach geforscht werden. Ich lese die vielen Briefe.

Gedanken erschaffen

Bewundernswert ist es, dass er bewusst die akademische Laufbahn (er hielt Dozieren für viel weniger erstrebenswert als Handeln) auf den Haufen warf und lächerlich machte und als „Privatdozent“ noch mal spät studierte und Prüfungen ablegte (alle mit „sehr gut“) – irgendwie erinnert mich das durchaus auch an mich.

Wenn ich die vielen Briefe lese, die Schweitzer geschrieben hat, besonders die an Helene, dann merke ich, dass er mehr Philosoph war als Theologe – oder Christ (es ist ja nicht dasselbe: Es gibt sehr viele Theologen, die keine Christen sind, und noch viel mehr Philosophen, die keine Christen sind). Auf der einen Seite hat Albert Recht, dass es eine gewisse Denkfeindlichkeit gibt unter Christen (besonders in Freikirchen, finde ich, dazu eine falsche Unterwürfigkeit). Auf der anderen Seite finde ich Schweitzers philosophische Gedanken zu Jesus bedenklich unchristlich und entgegengesetzt zur Bibel: Er nennt Jesus den größten Philosophen und glaubt nicht, dass Gott eine Person ist. Er deutet den christlichen Glauben ethisch und philosophisch und ist damit oft fern der Bibel.

Die meisten sogenannten „Denker des Glaubens“ waren Pfarrerssöhne oder Söhne von Theologen oder Philosophen. Das merkt man deutlich. Albert Schweitzer nennt Jesus im selben Atemzug wie Kant oder Sokrates und weiß, „dass dies Ketzerei ist“. Er bezeichnet sich in seinen Briefen an Helene sehr oft als Atheist und als Ketzer und macht Witze über Himmel und Hölle. Er redete lieber von Schicksal als von Gott. Ist das nicht erstaunlich? Er bezeichnet den Atheismus als Religion. Durchgehend ist zu spüren, dass er Gott sucht, wer er überhaupt ist. Seinen Gehorsam, seine Pflicht zu tun und Menschen zu dienen in Afrika, nannte er als Wiedergutmachung für seine Ketzerei und seinen Atheismus. Er wollte in Lambarene Gott finden. Ob er ihn gefunden hat? Wenn all diese Briefe bekannt wären oder in einem Blog ständen – was würden gewisse Leute von ihm denken, seine Neider und Feinde?

Was ich sehr sympathisch an Schweitzer finde, ist seine kindliche Art, die mich an mich erinnert. Ich kenne auch die Widersprüche, in einem, die wie eine Zange zwickt. Er nannte sich Heimwehkind (wie ich), immer auf der Suche – radikal, fast besessen von eigenen Gedanken und Ideen.

Heimwehkind

Vieles an ASB finde ich bemerkenswert. Dass er den Professoren vorwarf, dass sie „einen zu geschickten Handwerkern machen wollen, aber nicht höher mit einem hinauswollen.“ Wie oft habe ich dies auch schon gedacht und denke es noch. Dass man auf diese Weise seinen eigenen Gedanken „entläuft“, von ihnen entfremdet wird. Das ist die größte Gefahr grundsätzlich im Studium. Es gibt neidische Lehrer und Kommilitonen, die gern alles kontrollieren. Denen es eine Plage ist, wenn jemand ein ganz anderes Level hat.

Bewegend sind seine Briefe an Helenes Eltern, als er sie nach Jahren des Verzichts und des Wartens endlich heiratet. Und dass sie ihn „Beri“ nennt und er sie „meine Große“. Etwas bedenklich finde ich jedoch, dass er sie so geformt hat, wie er es wollte. Sie war ihm trotz allem sehr untertan und ganz auf ihn ausgerichtet. Sie betete ihn an. Hielt ihn für den Privilegierten. Albert Schweitzer gibt selbst zu, er hatte Sorge um sie und hielt sich selbst nicht für bescheiden. Er hielt sich selbst immer für einen Großen.
Wehe, eine Frau hält sich für eine Große.

Albert Schweitzer über Deutschland

Das Urteil Schweitzers über Deutschland ist korrekt. Ich wünschte, man hätte an diesem Punkt mehr auf ihn gehört, nicht nur, wenn er über Orgeln urteilte. Er schätzt Deutschland sehr, sagt aber, Deutschland würde seine Berufung verfehlen, weil das Land mehr auf äußeren Ruhm und Ehre aus sei, als ein geistliches Vorbild zu sein, was es absolut wäre. Das sehe ich auch. Das Potential von Deutschland ist riesig, und das war es schon immer.

Lorenzkirche Nürnberg vorgestern:

Lorenzkirche-Nuernberg-Orgel-Anlage

  1. September 2022

Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden. (Wilhelm Busch) Das war hoffentlich ironisch gemeint.

Heute erinnere ich an Bianca Jagger, die nicht mit Geschlecht und Status diskriminiert werden wollte. Human Rights.

Empfehlen kann ich das rosa Duschgel „Paint the Sky“ von Mary Kay.

Foto: Dalstein und Haerpfer Orgel Gunsbach, Elsass (Albert-Schweitzer-Orgel)

Großhotels

Ich vermisse das Kloster Notre Dame in Reinacker. Wir wurden zwar von Mücken zerstochen. Aber alles war hell, Gemüse aus dem Garten, nebenan gekocht, christlich, liebevoll, herzliche Nonnen. Die modernen Hotelzimmer sind oft dunkel, kahl, düster gestrichen, wie das im H2-Hotel in Leipzig, wo wir gestern übernachteten. Unsere letzte Nacht auf der Reise. Keine schöne Aussicht aus dem Zimmer. Hier gibt es keine Mücken, da es keine Natur gibt. Das Essen ist nicht aus dem Garten. Ist alles finster, Gänge, Lift, Zimmer, damit man nicht sieht, dass alles Stein und Fassade ist? Ich empfinde den Sprung einer auf und mit Schöpfung arbeitenden christlichen Gemeinschaft wie die Schwestern im Foyer Notre Dame de Reinacker und einem säkularen Großhotel in Leipzig gewaltig. Im Kloster sitzt man an kleinen Tischen. Die Luft ist gefüllt mit Gebet. In den großen Hotels gibt es riesige Buffet-Tische, es läuft eine grässliche, nichtssagende Musik im Hintergrund. Die Luft ist gefüllt mit Einsamkeit, Business und Selbstbefriedigung.

Traurig ist nur, dass das Nonnenkloster Notre Dame de Reinacker in ihrer Kirche keine Orgel besitzt, nur eine elektronische. Glaubt der französische Katholizismus, dass Nonnen keine Orgel spielen können, nur Mönche? Denn die Männerkloster besitzen große Orgeln.

Maursmünster

Was ist das Besondere der genialen Silbermann Orgel in Marmoutier? Das Kloster Marmoutier (Maursmünster) ist eine ehemalige Benediktinerabtei in der französischen Bas-Rhin-Region. Das merowingische Kloster (um 590) war ein Reichskloster und wurde in den Kriegen immer wieder attackiert, die Abteikirche aber blieb stets unversehrt. Abbatiale St. Etienne. 1707 bekam Silbermann den Auftrag zum Orgelbau. 1789 kam die Orgel vom Lettner (Lesepult oder Schranke, trennt die Gemeinde von den Mönchen) in das südliche Querschiff und wurde erst 1840 auf die West-Empore gestellt. Andreas‘ Sohn Jean Andre besetzte dann die freien Stöcke mit Cromorne, Echo- und Pedalregistern.

Klang

Trotz zwei Standortwechsel ist die barocke Orgel hervorragend erhalten. Zuerst stand sie auf der raumhohen Doxale, der Trennung zum Kirchenraum. Diesen Lettner (Blütezeit Gotik) gibt es nicht mehr, aber man sieht noch die Markierungen im Stein. 2010 wurde der Magazinbalg ersetzt durch drei Keilbälge, die Windlagen wurden durch Blumenroeder (Haguenau) repariert. Zuvor 1955 wurde die Königin durch Kern und Schwager Muhleisen restauriert. Andreas Silbermann ist in Strasbourg gestorben.

Diese Orgel in Marmoutier liebte ich von allen am meisten. Sie ist Majestät pur. Andreas, der ältere Bruder des sächsischen Orgelbauers Gottfried Silbermann, den ich ebenfalls sehr schätze (mit dem Bach allerdings hin und wieder nicht so zufrieden war, da JSB schon Neues im Sinne hatte), ist also ebenso ein absolut genialer Orgelbauer. Ich mag Andreas noch mehr als seinen Sohn Johann Andreas Silbermann.

An den Seitenwänden des Langschiffes sieht man die Passion Christi in Bildern dargestellt mit deutschen Untertiteln.

Pomßen, Leipzig, Nürnberg 

Wir fuhren weiter nach Leipzig über Nürnberg. In meiner Geburtsstadt machten wir 2 h Zwischenstopp und aßen mexikanisch an der Lorenzkirche und besuchten auch diese. Es war schön, wieder in Nürnberg zu sein. Hier bin ich geboren und zur Schule gegangen. Das Musikgymnasium, die Stadtmauer und das Opernhaus und der Bahnhof erinnern mich an früher. Meine Schwester ist Geigerin hier im Opernhaus und ist in Elternzeit. Die große Stadt war voller Menschen. Ich war schon lange nicht mehr da gewesen. Wir bummelten die Breite Gasse entlang. Mexikanisch essen erinnert mich an meine Zeit in den USA, an Arizona nahe der mexikanischen Grenze. Die mexikanischen Restaurants dort waren einfach unglaublich lecker! Avocado, Käse, Sour Creme…

Lorenzkirche Nürnberg

Nürnberg ist ja meine Zeit vor der Orgel. Meine Leidenschaft für die Orgel kam ja später in Leipzig dazu. Daher war es spannend, beide großen Städte an einem Tag zu besuchen. Die große Lorenzkirche besitzt eine der größten evangelischen Orgeln in Deutschland, da sie eine Orgel-Anlage hat. Mittlerweile ist es so, dass ich Orgeln oft allein durch das Ansehen erkenne, sowohl Orgelbauer als auch Klang und Akustik. Hier wusste ich sofort: Aha, Steinmeyer. Ich habe so viele Steinmeyer Orgeln gespielt, dass ich das sofort erkannt habe am Prospekt. Und ich wusste sofort, dass die kleine kompakte Schwalbennest-Orgel nebenan Klais ist.