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Organistin

31. August 2022: You cannot hate matter and love form. (Louise Glück)

Stimmt. Auch ich liebe Form.
Wenn Exzellenz und Genialität aufeinandertreffen: Exzellenz entsteht nur durch harte Arbeit. (AHS)

Und Leidenschaft natürlich. Im Grunde setzt die harte Arbeit der Exzellenz auch automatisch einen gewissen Grad von Demut voraus. Das soll als Ermutigung dienen denen, besonders den Frauen, die von Neidischen und Faulen als undemütig und unbescheiden betitelt oder beschimpft werden.

Heute erinnere ich an Jeanine Anez, Politikerin, die dafür kämpft, dass nicht nur Testosteron unsere Welt regiert.

Foto: Französische J.A. Silbermann Orgel in Buchsweiler 1778 (Ende 2. Generation)

Marmoutier, Abteikirche Sankt-Martin

Abbatiale Saint Martin in Alsace. Die geniale frühe, große, französische Andreas Silbermann-Orgel, 3 M, von 1710 in der kath. Abtei zu Marmoutier im Elsass, Frankreich: Von seinem Sohn Johann Andreas wurde sie 1746 erweitert. Restauriert wurde sie von Alfred Kern 1955, dem Jürgen Ahrend Frankreichs, und auch von Mühleisen.

Silbermann Orgel Marmoutier

Während die J.A. Silbermann Orgel in Bouxwiller (Eglise prot.) für eher galante Klänge bestimmt ist, in einer beinahe quadratischen Kirche, am Ende seiner Karriere vom Sohn Johann Andreas (2. Generation) gebaut, Sohn von Andreas, und von Alfred Kern 1968 restauriert, ist in Marmoutier  im Vergleich zu dieser späten 2. Generation eine frühe 1. Generations-Orgel von Vater Andreas Silbermann: Erhaben, gravitätisch in großer Akustik. Eine ganz andere Ästhetik in einer ganz anderen Akustik. Die riesige Kirche in Form eines Kreuzes mit sehr langem Langschiff besitzt mindestens 4 Sekunden Nachhall. Diese Orgel ist für mich die Königin dieser ganzen Orgelreise. Früher stand sie vorn an der Südseite, bevor sie 80 Jahre später auf die Westempore kam. Was für eine Form! Was für ein Klang! Unglaublich gravitätisch. Pure klangliche Autorität.

In 10 Tagen habe ich 21 Orgeln kennengelernt. Davon ist diese hier die Schönste. Ich musste weinen vor Staunen. Staunen, Ehrfurcht und Bewunderung –  Staunen ist ein wunderschönes Gefühl.

You cannot hate matter and love form. (Louise Glück)

Königin Marmoutier:

Silbermann-Orgel-Saint-Martin-Marmoutier

Strasbourg, Frankreich

Die wunderschöne Großstadt Strasbourg (Hauptstadt Elsass) ist mehr als doppelt so groß als Würzburg mit 270.000 Einwohnerinnen. Überall elegant gekleidete Frauen auf Fahrrädern wie in Paris. Es war mein drittes Mal in Strasbourg. Wir aßen lecker Risotto in der Nähe von St. Thomas am Wasser, begrüßten Albert Schweitzer (Statue), kühlten unsere Füße am Brunnen, tranken starken Kaffee und aßen sehr teures Eis (eine Kugel hieß Violett). Wir waren auch im Käseladen in der Nähe vom Münster, in dem es verführerisch duftete und schmeckte, aber jeder Slice Käse teuer, besonders Ziegenkäse mit Trüffel. Es erinnerte mich an Holland: Alkmaar.

Ich kaufte mir ein rotes Strasbourg-T-Shirt. Dann spielten wir die geniale Silbermann-Orgel in St. Thomas.

Eine Zeitlang war Elsass deutsch, was man überall sehen kann an den Strassenschildern zu den Gassen – aber seit dem Zweiten Weltkrieg spätestens wieder französisch.

Silbermann Orgel St. Thomas Strasbourg

Die große 1741 gebaute J.A. Silbermann Orgel, 3 M, 42 Register, also ebenfalls vom Sohn (2. G) aus hellem Lindenholz mit Engelsköpfen und Blumensträussen, angestrahlt, recht tief stehend auf der Westempore, gilt als eine der best erhaltensten der 13 Silbermann Orgeln im Elsass. Sie wurde von Alfred Kern 1979 /2009 (Blumenroeder) restauriert und von Albert Schweitzer in dem Sinn gerettet, dass er einen kompletten Neubau 5 vor 12 verhinderte. Rechts unten steht der alte Spieltisch der Orgel (ebenfalls 3 M), auf dem Schweitzer gespielt hat und zuvor Mozart. Die Kirche ist gut besucht von Touristen und vorn im Chor zwischen der alten Kunst geschmückt mit einem modernen Kreuz, das eher wie ein weißes T-Shirt aussieht. Rechts vorne steht die hübsche Chororgel von Dalstein und Haerpfer, die Orgelbauer von Schweitzers Orgel in Gunsbach.

Ich spielte Scheidemann, Bach und Henry du Mont.

Der alte Spieltisch 1778 Saint-Thomas Strasbourg

Spieltisch-Albert-Schweitzer-Mozart-Strasbourg

Theologie und Theodizee

Gott denken, wie geht das? Ist hierbei der „Gottesgedanke“ der postmodernen Neuzeit entscheidend? Existiert Gott nur, weil oder wenn wir ihn denken? Die Theologie hadert immer noch: Weder Kant noch Schleiermacher noch Buber noch Luther etc. scheinen die berühmte „Theodizee“-Frage beantwortet zu haben?  Wie können Menschen Gott den Vorwurf machen, dass er „Leid zulasse.“ Menschen haben kein Problem damit, für andere Leid zuzulassen, mehr noch, bewusst anderen Leid zuzufügen. Aber vermutlich ist auch daran Gott schuld. Ist Gott schuld an der Bosheit und dem Egoismus des Menschen? Was mich wundert: Die Theologie zitiert noch immer Thomas von Aquin, der behauptet, Gott könne nicht definiert werden (hat er schon mal die Bibel gelesen?), oder Johannes von Damaskus, der behauptet, wir können nicht wissen, was Gott ist (Gott ist auch nicht was, sondern wer, und wer er ist, können wir wissen). Das moderne Denken und der absurde Streit (Historizität) über Gott ist fern von der Primärquelle, der Bibel.

Silbermann Orgel St. Thomas Strasbourg:

Ich merke, dass es in der heutigen Theologie humanistisch zugeht: „Die Grundmetapher des Christentums offen halten“ – als ob der christliche Glaube und die Bibel nur Metaphern sind. So denken Pfarrer und Theologen heute? … unter der „neueren Theologie“, als Ersatzbegriff für Glauben.

Man kann sagen, dass diese Theologie der Atheismus ist, der in die Kirche eingezogen ist.

Die Chororgel St. Thomas Strasbourg:

Dalstein-Haerpfer-Chororgel-Strasbourg

30. August 2022: Bekomme ein aufmerksames Herz. (AHS)

Je tiefer jemand in Gott hineingezogen wird… (Edith Stein)

Foto: Späte Jean André Silbermann Orgue in Bouxwiller, Elsass, Frankreich, 1778

Gunsbach, Albert Schweitzer Haus

Wir waren in Gunsbach (Günsbach) im Albert Schweitzer Haus und in der ev. Kirche Eglise Saint Himere, in der sein Vater 50 Jahre lang als Pastor  gearbeitet hat. An dieser Orgel hat Albert Orgel gespielt, auch als Kind. In diesem kleinen (unscheinbaren) Dorf Gunsbach inmitten von Weinbergen wuchs der Nobelpreisträger auf. In der Schule wurde der kleine Albert gehänselt, weil seine Kameraden neidisch waren. Deswegen ging der gute Schüler nicht gern zur Schule; Mathe mochte er nicht.

Seine Kindheits- Orgel in Eglise Saint Himere wurde später restauriert und erst nach seinem Tod fertiggestellt, eine Dalstein und Karl Haerpfer Orgel (1880/1830). Heute Dalstein € Erman. Leider konnte Albert das nicht miterleben.

Es ist sehr berührend, die Kirche zu betreten und die Orgel zu genießen. Franzosen üben dort Bachs vokale Musik auf Deutsch. Alte, goldige Männer singen und spielen Geige. Alle können irgendwie Deutsch sprechen. Man möchte alle knutschen. Wie stolz sie sind auf ihren Albert Schweitzer. Zurecht! Ich bin dankbar, dass wir dort waren.

Und besonders sein Haus ist faszinierend. Zugewachsen mit Efeu, daneben ein Garten mit Gemüse, in dem ich fast einschlief. In den Zimmern zu sein, in denen er gearbeitet und gedacht hat und Leute betreut und empfangen. Dort ist auch sein Tropenklavier mit Pedal, das in Lambarene war und das ich spielen durfte. Die Führung und der Film waren auch sehr spannend. Irgendwie habe ich mich manchmal so sehr mit ihm identifiziert – ich hoffe, das klingt nicht verrückt.

Albert hat Jahre seines Lebens mit Reisen verbracht. Genau wie ich. Er hat wahnsinnig viel schriftlich kommuniziert und geschrieben. Wie ich. Er hat 150.000 Briefe geschrieben. Das nenne ich mein Vorbild.

Orgelsachverständig

Albert hat die Silbermann Orgel in St. Thomas Strasbourg gerettet. So ist orgelsachverständig: Das Richtige aus Liebe entscheiden – und „aus dem Bauch heraus“, weil man Ohren hat, zu hören (wie bereits in der Bibel steht). Nicht, um anderen zu gefallen. Albert hatte sich bei gewissen Dingen geirrt, was die Pfeifen der Orgel anging – irrelevant. Er traf die richtige Entscheidung! Ohne ihn gäbe es heute nicht die best erhaltenste J.A. Silbermann im Elsass, sondern eine fette Orgel nach dem damals neuesten Schrei. Der Vertrag war schon fast unterschrieben.

Es gibt so viele Bücher dieses Mannes, von ihm und über ihn. Ich habe einiges gekauft im Shop, hätte am liebsten alles gekauft – hatte aber schon einiges, Gott sei Dank.

Albert aber hatte sich nicht (nur) entschieden, Orgeln zu retten. Er wollte Menschen retten! A higher goal. Es riefen in diesem Haus die Wände zu mir: Menschen sind wichtiger als Orgeln und Musik. Ich lief geflashed durch dieses Haus. Irgendwie hat Albert mit mir gesprochen. Ich habe nur keine Ahnung, wie ich das umsetzen soll.

Albert war Arzt, Organist, Philosoph, Nobelpreisträger, Theologe, Wissenschaftler, Vater, Ehemann. Sein Lebenswerk und seine größte Liebe war Lambarene. Ich bewundere seine Frau Helene.

Helene Schweitzer

Daher: Heute erinnere ich besonders an die Ärztin Helene Schweitzer, geborene Bresslau. Die Initialen der beiden sind ASB. Auf den Gepäckstücken, Koffern und Truhen. Bei mir ist es AHS. Und bei Albert und Helene: ASB. Schweitzer-Bresslau. ASB soll mein Vorbild sein. Eigentlich müsste es AHSB sein.

Helene gab genauso wie Albert alles für Lambarene. Ihr Leben. Alles. Trotzdem bekam nur er den Nobelpreis. Wann kommt die Zeit, in der ein Ehepaar gemeinsam den Preis bekommt? Albert schreibt: Ohne seine Frau Helene wäre nichts von seinen Plänen umgesetzt worden. Die Pläne haben sie gemeinsam geschmiedet.

ABS und das Tropenklavier

Albert Schweitzer hat nicht so viele Konzerte gegeben wie ich, aber mit 500 Konzerten doch sehr viele. Zuerst war ich darüber irritiert, wie er all diese Dinge und Gaben unter einen Hut bekommen hat (ausgerechnet ich!). Aber diese Konzerte hat er deswegen gespielt, um Geld für Lambarene zu sammeln. Er war also darauf fixiert und ist auch dort gestorben. Seine Frau starb ohne ihn allein. Traurig.

Vogesen

Zuvor waren wir wandern in den Vogesen hoch zum See Lac Vert und Lac du Forlet und zum See Lac de Longermer. Dort im Ferme Auberge Lac du Forlet aßen wir Bergkaas, Munster Kaas, Fleischpasteten und Salat. Die Wälder und duftenden Kiefern, die Luft und Klüfte sind atemberaubend.

Colmar, Elsass

Abends spazierten wir durch Colmar, eine hübsche, malerische, französische Stadt, Weinstadt mit 70.000 Einwohnerinnen, Fachwerkhäusern und Kirchen.

Albert Schweitzer-Orgel Gunsbach: 

Albert-Schweitzer-Orgel-Gunsbach-Elsass

29. August 2022: Inneres Priestertum kann dir keiner nehmen. (AHS)

Attitude directs your life. (AHS)

Heute erinnere ich an Zora Neale Hurston, die die schwarze Geschichte festhielt wie nie zuvor. Und an William und Catherine Booth – Heilsarmee-Gründer.

Foto: Teschemacher-Orgel Köln Rondorf

Wir sind in Frankreich angekommen ❤️Alsace. Elsass. Mein 3. Ausland 2022 neben CH und A. Ich bin gespannt auf die französischen Silbermann-Orgeln, die kenne ich noch nicht, nur die deutschen, aber auch noch nicht alle.

Frankreich, Bouxwiller, Buchsweiler

Bouxwiller ist eine schöne Kleinstadt mit ca. 3500 Einwohnerinnen. Überall schöne Fachwerkhäuser, schiefe und krumme, und niedliche Gassen. Viele sprechen Deutsch mit süßem Akzent. Und viele deutsche Straßennamen: Judengasse. Herrengasse. (Beides Namen, die heute undenkbar wären.) Elsass steht für Wein, Käse, wunderschöne Natur, gutes Essen, liebliche Orgeln, Vogesen, Eis. Tomaten leuchten in der Sonne.

Leider ist die Schönheit etwas „heruntergekommen“, viele Cafés und Restaurants haben dichtgemacht. Irgendwie sehe ich daran, dass alles vertrocknet (das Geld, die Natur, die Wirtschaft), dass das Ende vom Ende nahe ist? Am meisten sieht man es daran, dass die Liebe erkaltet, so wie es in der Bibel steht.
Ich fand dennoch ein Café mit leckerem Eis und Kaffee.
Und die evangelische Kirche hält mit ihrer berühmten späten Jean André Silbermann Orgel von 1778, 2 M, das Fähnchen hoch und kümmert sich um die Gemeinde, das ist toll.

Silbermann Orgel Bouxwiller

Was ist das Besondere dieser Silbermann Orgel? Sie singt. Sie ist ein wirkliches Instrument! Wie eine Geige. Keine Plastik-Universal-Orgel. Mit warmen, handgemachten, authentischen Klängen, zart, präsent, egal, ob Zungen, Aliquoten oder prinzipalische Klänge. Ihr Rückpositiv mit den Registern hinter mir (ala Katharine) spiegelt das große Werk, volles Pedal – oben thront ein Adler auf dem Holz. Eine Orgel für galante Klänge in einer quadratischen Kirche, am Ende seiner Karriere vom Sohn Johann Andreas (2. Generation) gebaut, Sohn von Andreas, von Alfred Kern 1968 restauriert. In Marmoutier werden wir im Vergleich zu dieser späten 2. Generation eine frühe 1. Generation von Andreas Silbermann erleben: Erhaben, gravitätisch.

Keine neue zeitgenössische Orgel darf abfallen von diesem Maßstab. Es ist nicht akzeptabel, dass es heute etwas Schlechteres gibt oder gebaut wird, da man ja sieht, dass und was geht.

Man darf Orgeln als Organistin natürlich nicht überfordern. Aber die meisten Orgeln sind eher unterfordert.

Reinacker, Elsass (Reitenbourg)

Wir übernachteten im katholischen Kloster Notre Dame de Reinacker mit 11 Schwestern, die lecker für uns gekocht haben.

Leben wie Gott in Frankreich 😊

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26. August 2022: Man muss Neues machen, um Neues zu sehen. (Lichtenberg)

Jede angewandte Kunst ist beseelter Hände Werk. Auch die Musik, die in der Seele geboren wurde, braucht zu ihrer Lautwerdung des Menschen Hand. Sie braucht die Hand der Musiker, die wiederum beseelt sein muss, damit jene vollendet laut werde. (Schmitthenner, Architekt) Wie wunderschön formuliert!

Heute erinnere ich an Frieda Belinfante, Cellistin. Künstlerinnen müssen wagemutig sein.

Foto: Späth Orgel in der Pfalz

Bad Sobernheim, Hunsrück

Wir fuhren heute von Simmern nach Bad Sobernheim im Rheinland zur Stumm Orgel von 1939 in der besonderen, evangelischen Kirche dort. Dunkel, mit bunten leuchtenden, blauroten Fenstern, beinahe kindlich bemalter Decke mit Blumen und Insekten, und kleinem Flügel in der Ecke – und fast ebenerdig, sehr tief hängend die Wahnsinns-Orgel mit geschmücktem Rückpositiv, der Blickfang der Kirche. Kindlichkeit und Heiligkeit gehören zusammen.

Auch diese Stumm-Orgel besitzt ein sehr kleines Pedal, nach hinten abfallend, leicht versetzt, eng, kurze Tasten. Kurzum: nicht leicht zu spielen. Nur Spitze möglich, und es muss alles arrangiert und umgedacht werden, so auch in Simmern, wenn man große Bach-Werke spielen will. Hier aufgrund des Rückpositivs nicht seitenspielig. HW 2. M. Schöne Zungen, auch im Pedal. Jede Stumm hat Wumms.

Meist stehen die Pedalpfeifen und die Bälge direkt hinter dem Prospekt. Und man kann den Wind treten nahe bei den Stumm-Orgeln. Es ist schön, wenn kein Motor surrt. Und auch die Mixturen sind mit handgeschöpftem Wind weicher und milder. Aber eins ist klar: Wind schöpfen ist anstrengend. Ich schaffe das nicht, die Holzstangen runterzudrücken, schon gar nicht die per Hand bzw. per Arm. Man braucht viel Kraft.

Merxheim, Hunsrück

Dann fuhren wir zur Stumm Orgel in Merxheim von 1886, die bisher jüngste Stumm. Schlichte, evangelische Kirche. Es ist nicht so leicht, eine Handschrift bei Stumm-Orgeln zu erkennen, da diese Orgeln über viele Generationen gehen. Genauso bei Klais: 4 Generationen, sämtliche Trends mitgemacht. An den Prospekten erkennt man Stumm-Orgeln überhaupt nicht.

Diese 6 Stumm-Orgeln der letzten Tage sahen jeweils komplett anders aus und klangen auch ganz anders. Diese hier war klein, 2 Manuale, seitenspielig, und besitzt einen spitzen braunen Prospekt, mechanische Schleifladen, 3 Flachfelder mit 9 Pfeifen, alles Handwerk. Eine süffig-romantische Orgel, sehr schwergängig, besonders das 2. Manual. In einer langen Reihe die Registerzüge über den Tasten. Und was ich noch nie gesehen habe: Das Pult war oberhalb dieser Register-Reihe, also weit oben.

Recht häufig kam also vor: Seitenspieligkeit, Tremulant, Zunge, Traversflöte (wenn nicht verwurmt), HW im 2. Manual, sehr kleines Pedal.

Die Schwergängigkeit war schon bedenklich. Koppeln geradezu crazy. Jedoch: Warme Farben in wunderschöner Akustik. Ich habe nichts gegen schwergängige Orgeln. Im Gegenteil. Ich liebe schwergängige Orgeln. Und es müssen auch nicht immer zig besondere Farben sein. Warum? Es muss ja nicht immer bunt sein. Der Guss und der Fluss bestimmter ausgewählter romantischer Farben ist manchmal genau das, was es braucht, was ich will. ❤️

Altweidelbach, Hunsrück

Anschliessend spielten wir die seitenspielige Stumm-Orgel von 1796 in Altweidelbach, 1 Manual, kleines Pedal, kleine evangelische Kirche. Orgel: Wenig Umfang insgesamt, aber warme Klänge, fast komplett erhalten. Das Besondere hier: Der kleine, verschnörkelte Prospekt ist direkt in die Brüstung eingebaut! Das habe ich so noch nie gesehen. Diese kleine feine Orgel ist Teil der Brüstung, was typisch ist für Stumm, daher ist die Seitenspieligkeit natürlich unumgänglich. Diese ist nicht immer leicht, da manche Klänge von fern und andere von nah kommen und das klangliche Gesamtbild oben am Spieltisch ungleichmäßig wirken kann.

Und immer gibt es Trompete und Tremulant, egal, wie klein. Die Registerzüge befinden sich in einer langen Reihe oberhalb der Tastatur mit Handschrift. Und auch besonders: Man läuft durch die Orgel hindurch, an den in Ochsenblut getauchten, stehenden Pedalholzpfeifen und den Bälgen vorbei hin zum Spieltisch.

Haydn und Mozart sind hier schön zu spielen, aber auch alles manualiter oder Stücke für Positiv etc. – auch französische Musik.
Stumms wunderbare Traversflöten waren leider aus Obstholz, Birnenholz, was die Würmer lieben.

Ich liebe es, Konzerte zu spielen!

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Bad Sobernheim:

18. August 2022: Schaue daher oft in den Himmel. (AHS)

Die Orgelbewegung war oft eine Orgel-Zerstörungs-Bewegung. (AHS)

Heute erinnere ich an Evangelia Kranioti, griechische Fotografin, die Randexistenzen fotografierte.

Und an Margareta Fries, die 1961 das Kirchenlied EG 424 „Deine Hände, großer Gott“ dichtete.
„Komm in unsre stolze Welt“ von Lehndorff 1968 liebe ich auch.
Foto: St. Kilian

Anton Bruckner schrieb am 1.3.1867 an Alois Weinwurm:

„Ich habe wenig Zeit und Lust, mich sonderlich in dieser Beziehung zu plagen, denn es hat keinen Zweck, Organisten sind schlecht gezahlt … Dann möchte ich die Zeit nicht vergeuden, wer weiß, ob man Concerte halten kann….“
Oh Anton ❤️
Nun ruhen alle Wälder

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15. August 2022: Jemand muß beraten werden wollen. (AHS)

Ich aber warte sehnsüchtig auf meinen Gott. (Psalm 69)

Foto: Eldena

Schöner Gottesdienst gestern. Und heute großes Benefizkonzert für das Ahrtal in St. Kilian Schweinfurt an der schönen Sandtner Orgel. Gage habe ich vom Veranstalter erhalten, jedoch Verkauf von meinen CDs und Kunstwerken werden zu einem gewissen Prozentsatz gespendet sowie Verkauf von Essen etc.

Heute erinnere ich an Maria Luise Thurmair von 1970, die das EG-Kirchenlied 227 gedichtet hat: „Dank sei dir, Vater“.

Resilient

Was wundert ist, dass Menschen gern nüchtern und kontrolliert sein wollen, dies als Ideal ansehen, als Heiligtum, als Ziel, besonders bei Männern. Die Wissenschaft und die Philosophie sind durchdrungen mit diesem Ideal und mit diesem Mythos. Es geht um Kontrolle, Logik, Sprache, Ordnung, siehe Antonio Gramsci, Antoine de Rivarol, Al-Farabi, von Aquin, Charles Sanders Peirce – selbst über Glück und Ideen wird nüchtern fabuliert.

Nur über Liebe – da trauen sich diese Männer nicht so recht heran. Auch die modernen „Weisen“ halten nichts davon, emotional zu sein, siehe Bernhard Moestl „Denken wie ein Shaolin“. Man soll Gefühle unbedingt kontrollieren und bestimmen? Das passt auch zum Resilienz-Wahn. Was um Himmels Willen ist das für ein Ziel, gegen jeden schrecklichen Scheiss im Leben resilient zu sein? Ausgeglichen, obwohl Menschen sterben und verhungern? Da kann ich auch ein Maikäfer werden, dem macht auch nichts was aus. Heute sind Insekten weniger resilient als Menschen. 

Walter Benjamin jedoch gefällt mir gut. Und Niccolò Machiavelli.

Und dann gibt es als Gegensatz zu Philosophen die Zyniker, denen nichts heilig ist. Die „den Preis von allem und den Wert von gar nichts kennen“ (siehe Oscar Wilde). Zynisch und hemmungslos.

Neu: Waiting on God

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Presse AHS

Auf allen Kulturliftfaßsäulen der Stadt.

12. August 2022: Überfliegerin sein. (AHS)

Schöne Schleierbretter und Schnitzwerk. Die Accessoires der Orgel.

Heute erinnere ich an die wunderbare Anna Thekla von Weling. England 1898, schrieb sie das wunderbare Lied EG 264 „Die Kirche steht gegründet“. Im Internet steht gar nicht sofort, dass dieses Lied von einer Frau geschrieben wurde. Undenkbar, wenn das Lied von Gellert wäre.

Ratet mal, ihr Lieben, wieviel Frauen in der EG Lieder geschrieben haben. 14 Frauen! 14 Lieder! ❤️ Die Bach-Zahl in der Männerdominanz. Ich werde auch Lieder schreiben.
Foto: Eldena

Neu:
Kirchenmusikerin AHS

Die 7 Kriterien, nach denen Kirche leben sollte, werden oft kaum eingehalten. 

Mir geht es wieder gut, nur meine Stimme ist noch belegt und dunkel (für meine Verhältnisse).

Neu: Wolgast Jehmlich Orgel

Erinnert ihr euch, das ökumenische Treffen:

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Organ Improvisation – Jehmlich Orgel kath. Herz Jesu Wolgast, Pommern, Orgel Vlog AHS

Anbei neu: #kirchenmusikerin

Kirchenmusikerin

3. August 2022

Meine Noten sind überfahren worden. (AHS) 

Foto: Konzert Meuselwitz

Orgel Vlog AHS Austria – Große Reinisch Orgel Schwaz, Tirol

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Orgel Vlog

Orgel Vlog AHS – Grüneberg Orgel in Blesewitz, Pommern: Samuel Wesley, Prelude

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Blesewitz



30. Juli 2022: Gehörbildung?

Foto: Krien, Pommern

Blesewitz – Grüneberg Orgel

Dann besuchten wir die ev. Saalkirche in Blesewitz (246 Einwohnerinnen) aus dem 14. Jahrhundert mit einem quadratisch gebauten Turm, einem roten Westturm mit Pyramidendach. Ich spielte die leichtgängige romantische Barnim Grünenerg Orgel (aus Stettin, heute Polen) von 1881 (1994 saniert) im neugotischen Prospekt, weiss auf blauer Empore und direkt unter der Decke. Im Gegensatz zu ihrer Nachbarin in Krien (rot und gold) sind ihre Registerzüge nach vorn zeigend. Der Altar ist von 1700, die schöne blaue Kanzel von 1613. Ihre einzige Glocke original von 1450. Die Dorfkirche ist von grossen Bäumen geschmückt.


Wolgast – Jehmlich Orgel

Danach fuhren wir nach Wolgast, zum Tor nach Usedom an der Peene (die in den Bodden fliesst). Dort öffnete mir der ältere Küster/Gärtner spontan die hübsche kleine kath. Herz Jesu Kirche von 1910. Er betete und sang. Ich sass da und genoss und war sehr angetan von seiner authentischen Frömmigkeit und bekam eine Gänsehaut. Danach spielte ich auf der Jehmlich (opus 806 mit zwei Manualen, vor einigen Wochen gereinigt). Er umarmte mich gerührt. Ökumene pur. Danach lief ich über die Brücke nach Usedom. Eine Fähre gibt es nicht mehr.

Usedom – Zinnowitz und Seebad Bansin

Usedom ist eine nette Insel, aber bei mir kam kein Inselfeeling auf. Viel zu viele Autos. Auf der Brücke stank es nach Abgasen und Touristen. Kein Vergleich mit Hiddensee und Langeoog. Keine Weite wie auf Rügen. Auch die Strände überfüllt und nervig. Shops. Restaurant. Ich ass etwas und kaufte ein blaues Kleidchen. Alles überteuert. Glas Chianti 9 €. Bernstein in Grün und Schwarz (ist kein Stein, sondern eine Art Harz). Die Stege sind nicht so schön wie auf Fehmarn.

Bäderbahn

Die Seebrücke in Zinnowitz im Norden der Insel hin zur offenen Ostsee ist ganz schön. Vielleicht ist es im Frühjahr schöner hier und wenn man geheime Ecken kennt. Gute Strassenmusiker. Ich fuhr mit der UBB (Usedomer Bäderbahn, die bis nach Polen fährt, da ein Teil von Usedom polnisch geworden ist) fast bis nach Heringsdorf und abends wieder zurück über Züssow. Dort liess uns die Deutsche Bahn eine Stunde lang stehen. Es war bereits kalt. 21 Uhr. In Züssow gibt es nichts! Ein Dorf im Nirgendwo in Pommern. Ich klingelte bei einer Anwohnerin, die mich eine Weile lang beherbergte, Gott sei Dank (Toilette, Handy aufladen usw.). Später wusste ich dann, warum ich strandete.

Züssow

Ich traf nämlich ein sechzehnjähriges Mädchen am Bahnhof. Sie erzählte mir einen Teil ihres Lebens, was herzzerreißend war: Polizei, Alkohol, Stiefvater, von der Schule geflogen, Gewalt gegen Polizisten … Ein so schönes, mutiges Mädchen mit so viel Potential. Ich habe sie umarmt und für sie gebetet. Bitte betet für sie. Ich bin zu lösungsorientiert und gebe zu viele Ratschläge, anstatt Schmerz und Mitgefühl zuzulassen, weil ich überfordert bin zu helfen. Was für eine Hirtin bin ich? Was ich weiss: Gott liebt die verlorenen, rebellischen, verletzten Schafe mehr als alles andere. Alkoholiker (denen ich im Zug die Toilette zeigen muss), überforderte Mütter mit katastrophalen Ehemännern (denen (letzteren) ich meine Meinung sage, woraufhin ich angestarrt werde, als käme ich vom Mars) … Er wird helfen! Er muss. Bitte betet für sie. Die normale Welt kümmert sich nicht um die Verletzten. Dur wird Moll. Der Alkoholiker wird mit 4 Polizisten abgeholt und aus dem Zug geworfen. Das Mädchen ohne Eltern wird von 6 Polizisten festgehalten und tritt dem erst besten von denen in die Eier. Wo sind die Hirten?

Reinisch Orgel

Ich denke noch an die unfassbar schöne und seltene Reinisch in der (weltweit größten vierschiffigen) Stadtpfarrkirche von 1809/1898/1909: Diese Reinisch Orgel ist denkmalgeschützt und die einzige Orgel weltweit, deren Rückpositiv um einen Pfeiler (!) rankt! Zudem hat sie zwei getrennte Seiten-Orgeln. Große Akustik, großer Nachhall, große Kirche.

Gehörbildung

Gehörbildung kann spannend sein. Aber auch zum Nachdenken: Ist es wirklich die Musikalität und das musische, talentierte Gehör, das geprüft wird? Und nicht Wissen? Akademisches Wissen? Das Wissen von Begriffen, Regeln, Kontexten, Tonsatz? Jedenfalls ist die akademische Gehörbildung vor allem auf das akademische Studium hin gerichtet.
Neu:
Mozart – Flötenuhr 4‘ | Reinisch Orgel Schwaz

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Flötenuhr


29. Juli 2022: Ausgeglichene Tongebung (AHS)

Kein Mensch muss müssen. (Lessing)

Hansestadt Anklam und der Wunderzug

Das Konzert in Anklam in der roten, großen ev. Marienkirche war schön. Aber was ich noch schöner fand: Den Weg dorthin. Da erlebte ich nämlich ein Wunder. Ich war ja über 1000 Kilometer weit weg in Österreich und bin erst abends abgefahren, da ich mich nicht trennen konnte von der Schönheit. (Das berühmte Bergwerk in Schwaz, das Tirol reich gemacht hat, habe ich zeitlich leider nicht mehr geschafft.)

Wie es so ist mit der Deutschen Bahn – sie war unterwegs zweimal sehr verspätet, unterwegs von Tirol an die Ostsee. Ich hätte deswegen laut App rein logisch niemals rechtzeitig da sein können. Als es das erste Mal passierte und der Nachtzug um Würzburg eine Stunde verspätet war, überlegte ich: Fahre ich heim? Ich schaffe es nicht mehr rechtzeitig. Ich komme eine Stunde nach dem Konzert an. Um 13 Uhr.  Das ist zu spät. Ich will heim ins Bett. – Es war sehr verlockend.

Entscheidungen

Aber dann rang eine andere innere Stimme mit mir: Du hast es versprochen. Die warten auf dich. Und danach zeigen sie dir noch zwei weitere Orgeln. Gott wird es schon machen. Er lässt die anderen nicht im Stich. Und dich auch nicht. –
So entschied ich mich, weiter zu fahren, gegen meinen Verstand und gegen meine Bequemlichkeit, erschöpft nach bereits 3 Konzerten. – Und das war richtig.

Und Gott machte es. Plötzlich tauchte in Hannover ein Zug in meiner DB-App auf, der vorher definitiv nicht in meiner App stand. Ein Zug von Hannover nach Berlin, der direkt 6 Minuten vor dem nach Anklam ankommen würde. Ein Wunderzug. Wo tauchte der auf? Da wusste ich: Gott wird dafür sorgen, dass ich rechtzeitig ankomme. Und so war es auch. Der ICE nach Berlin war ebenfalls verspätet. Aber diesmal war zum ersten Mal auch der Regio-Zug nach Greifswald verspätet (der ist sonst immer pünktlich), so dass ich ihn erwischte. Und der holte die Verspätung wieder ein. Ich war um 11 in Anklam, nach einer „Odyssee“.

Gott geht mit, aber er öffnete erst die Türen, nachdem ich mich entschieden hatte. Gott belohnt Vertrauen. Die Entscheidung aber muss der Mensch leider selbst treffen. Es ist hart, die richtigen Entscheidungen zu treffen. (Keine Entscheidung zu treffen ist grundsätzlich das Schlechteste und frisst Energie. Die falsche Entscheidung kann auch lehrreich sein, wenn man sich geirrt hat.) Aber Gott prüft uns durch Entscheidungen. Kein Mensch muss müssen. Aber entscheiden.

Schuke Orgel

Ich kam also um 11 am Bahnhof an, wurde abgeholt – und um 12 war das Konzert. Eine hübsche Schuke Orgel. Die Anklamerin wurde von der Potsdamer Orgelbaufirma Alexander Schuke gebaut und am 29. April 1962 eingeweiht. Sie hat 2 Manuale und Pedal. Keine Setzeranlage. Die Trakturen sind mechanisch. Die Orgel hat 2214 Pfeifen. Hauptwerk C-f3, Unterwerk auch, Pedal C-f1. Sie erinnerte mich optisch an eine Rieger-Orgel.
Anklam ist das Tor zu Usedom, rotes Steintor, hier wird der Pilot Otto Lillienthal geehrt. Es war eine Metropole früher. Nur eine Sache ist schlimm in Anklam: Der Bahnhof. Ich habe noch nie einen so eingefallenen Bahnhof gesehen. Es gibt dort nichts. Keinen Laden. Keinen Wartesaal. Keinen Getränkeautomaten. Keinen Shop. Kein Eis. Alles kaputt. Nur Graffiti-Wände. Eingeworfene Fenster. Man muss beinahe über die Gleise laufen, um zu Gleis 2 zu gelangen. Und dann ist Gleis 2 auch noch Gleis 1.

Krien, Pommern: Nikolaus Fischer Orgel

Danach fuhren wir mit dem Auto nach Krien und Blesewitz (nicht zu verwechseln mit Blasewitz/Dresden). In Krien in der ev. Kirche gibt es die hübsche Nikolaus Fischer Orgel (aus Demmin) mit rot-goldenem Prospekt (Kreuze) und schwarzem Pedal auf roter Empore von 1858 (2012 saniert) mit einem neugotischen Prospekt. Das Dorf Krien bei Anklam hat ca 668 Einwohner und eine große Dorfkirche. Das ist hier in Pommern oft der Fall: Kleines Dorf, große Kirche, umrundet von einem schönen Friedhof. Die helle Kirche ist aus dem 14. Jahrhundert und besitzt einen schwarzen Westturm mit Holz und barocker Haube und einem Spitzhelm ❤️ Der Altar ist aus dem 18. Jahrhundert, eine Glocke aus dem 15. Jahrhundert, zwei neue von 2016, und am schönsten fand ich die wunderschön bemalte Kanzel von 1602 im Stil der Renaissance.

Die Fischer Orgel besitzt Registerzüge mit süßen, breiten Gesichtern, die (wie bei einigen Orgeln in Thüringen) nach vorne zeigen, nicht seitlich angebracht sind. Diese sind schwergängig. Die Orgel ist insgesamt schwergängig und nicht ganz leicht zu spielen in trockener Akustik mit niedriger Holzdecke und Nebengeräuschen – aber süffig romantische Farben. Und täglich grüßt das Murmeltier – nein, der Herrnhuter Stern. Mal ein anderer Orgelbauer außer Mehmel und Grüneberg…

Blesewitz, Barnim Grüneberg Orgel

Morgen! Und Usedom: Zu viel Bäderrummel auf der zweitgrößten Insel.

Foto: Schuke Orgel Anklam

Heute erinnere ich an die ersten Pilotinnen unserer Erde. Und an Joni, die ihren Unfall zur Ehre Gottes nutzte.

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