Es war wieder eine Top-Stunde bei Kay Johannsen mit Liszt. Es macht immer Spaß an der Mühleisen in Stuttgart. Und über Artikulation zu reden. Vorher durfte ich die hübsche Diethelm Berner Orgel (1980, Stuttgart) in der Schlosskirche des alten Schlosses Stuttgart (Landesmuseum Württemberg) bei der Stiftskirche (Stiftsmusik) spielen. Sie wird jedoch bald ausgetauscht werden. Es waren viele Türen und Gänge, bis ich die Orgelempore fand (kleines Labyrinth). Aber wer kann mich stoppen, wenn ich eine Orgel suche? Wenn die Orgelvampirin das Blut einer Orgel gerochen hat? Niemand.
Oberes Foto: Schuster Orgel St. Blasii Nordhausen.
Anschließend fuhr ich nach Dortmund. Der ICE fährt durch. Ich schlief. Schlafe zu wenig. Schlafen scheint meine Zeit zu rauben. Danke, Gott, dass du mich wieder versorgt hast. Meine CD und mein Clavichord gehen in die Endrunden. ❤️ Danke an alle! Gott ist der Reichste! Und GEMA…
In Dortmund wurde ich abgeholt. Wir liefen am Fußballmuseum vorbei. Sorry, Fußball ⚽️, bist nicht meine Leidenschaft. Keine Ahnung, welcher Fuß oder welcher Schuh von welchem Namen welchen Ball berührt hat… „Das solltest du hier in Dortmund lieber nicht zu laut sagen…“
Das Hotel Grey ist schön, die Kirche St. Petri ist direkt daneben ganz zentral. Morgen um 8 darf ich hinein. Die Orgelvampirin… wie gesagt. Wir aßen lecker in der Pfeffermühle. Morgen wird wieder ein voller Tag.
Incredible Schulte Orgel St. Petri Dortmund Today Stream und reales Konzert heute 16 Uhr:
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
Schulze Orgel 1843 in Heringen: Eine klassizistisch wirkende romantische Orgel mit den von Schulze berühmten breiten und sinnlichen Registerknöpfen, die zur Seite abstehen (siehe Knauf). Es sind richtige Gesichter, weich und griffig. Obwohl die Orgel „nur“ zwei Manuale besitzt, wirkt sie füllig und warm grundtönig im Klang, in helle Ton-Spitzen auslaufend. Die schöne Orgel in Auleben wird leider gerade renoviert.
Reubke Orgel in St. Mauritius Kirche Görsbach, Südharz, Nordthüringen, Goldene Aue.
Größte erhaltene Reubke Orgel 1878, mit Original-Bestand, 2018 von Orgelbau Hüfken aus Halberstadt renoviert.
Schwergängige Kegelladen-Orgel, beinahe so schwergängig wie in Waltershausen (Schleiflade Trost-Orgel). Auf dem SW kann oben mit dem Löffeltritt (Schnappfalle) schwellen.
Die Kirche ist schummrig, rot-dunkel, schwarze Bänke, rotes Gewölbe.
Süffig, warm, dunkel.
Sehr trockene und samtige Akustik.
Man kann hier schön singen auf der Orgel und Romantik und Barock spielen. Mit Schweller wird es leiser, wenn man nach oben geht. Schöne Flute, Harmonika, sehr schwergängig mit MK. Süffig, warm, dunkel. Sie wirkt vom Prospekt her wie eine Ladegast Orgel, spielt sich jedoch anders.
Die Orgelbau-Dynastie Reubke aus dem Harz aus Hausneindorf, wo ich war, ist sehr genial. Emils Bruder Julius Reubke kommt ebenfalls von hier.
Wir hauen uns hier auf der Erde die Köpfe ein und sind doch behütet. (AHS)
Vorsicht, Frauen, vor dem Kommunikations-Berater Michael Vetter aus Köln. Der mir total Unbekannte hat mich gestern bewusst mit den seltsamsten Geschichten über seine angeblichen „Neigungen“ auf facebook getäuscht und manipuliert und, um meine Aufmerksamkeit zu gewinnen und anbändeln zu können, mir bewusst Lügengeschichten erzählt. Ich war sehr naiv, dass ich darauf reingefallen bin. Ich frage mich, wie oft er das schon getan hat mit anderen Frauen. Er wirkte unglaublich „trainiert“, Frauen einen Bären aufzubinden, um mit ihnen telefonieren und schäkern zu können und um Mitleid zu erheischen. Da spricht er dann mit dunkler Samt-Stimme, spielt sich als Retter auf und erzählt ein Märchen nach dem anderen. Er wirkt so, als wäre das eine Art „professionelle Masche“, ein ihm bekanntes Spiel. Ich habe ihm wirklich geglaubt. Er hat einen Riecher dafür, welche Frau er täuschen kann. Ich ärgere mich über mich selbst. So was habe ich noch nie erlebt.
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
Weil gefragt wurde: Wenn ihr meine Orgel-Information und den Orgel-Blog oder die Videos finanziell oder anders unterstützen wollt, denn es ist viel Arbeit: Deutsche Bank Würzburg, IBAN: DE85790700240026181800
Bey einer andächtig Musiq ist allezeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart. (JSB)
Wieder daheim. Ob ich mit meinem Blog aufrütteln und verändern möchte? Bestimmt. Ich glaube, Gott ist über den Abfall der Kirche viel mehr erschüttert als über den Abfall der Welt. Daher sind meine Improvisationen eigentlich Prophetien. Kennt ihr die Propheten aus der Bibel, die Gericht verkündet haben und deswegen Ärger bekamen? Mein Pandemic Dance Zyklus ist eigentlich ein Cycle des Gerichtsrufes, der Endzeit. Pandemie steht hier symbolisch für den Abfall. Es ist eine Art Gerichts-Tanz. Eine Art „Tanz in die Hölle“. Pandemie ist hier nur ein Bild und hat mit Covid nicht in erster Linie zu tun, sondern… der Pandemische Tanz und seine Variationen sind eine Art Sendschreiben. Siehe Offenbarung. Die Sendschreiben an die Kirche: Warnung vor dem Gericht. Eine letzte Zurechtweisung. Also eigentlich ein letztes Werben Gottes. Pandemie steht hier für Apokalypse einer ganz anderen Art. Daher klingt der Tanz auch drastisch und spirituell. Ich finde ihn selbst manchmal unheimlich. Meist läuten die Glocken danach, egal, wo oder wann ich ihn spiele. So auch in Mannheim. Ich sende noch das Video. Dabei ist es eher die Glocke des Todes oder des Gerichts. Aber nicht böse gemeint. Eher heilsam. Wie nach einer Diagnose die Therapie. Die man auch ablehnen kann. 9 Minuten lang fließt es, ich bin wie in Trance. Ich komme mir vor wie Gottes Axt, die er ansetzt, um zu fällen. Ob deswegen manche, weil sie das spüren, feindlich sind? Weil mein musikalischer Gerichtsruf sie betrifft? Aber selbst wenn nicht, der Gerichts-Zyklus rüttelt auf.
Aber erst mal etwas Schönes:
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
Hindere die Spielleute nicht. Und wenn man lauscht, so schwatzt nicht dazwischen… (Martin Luther)
Kluger Mann, dieser Luther. Ich glaube, das ist das Schlimmste, wenn bei armen Kirchenmusikern im Gottesdienst das Volk einfach quatscht, wenn er spielt. Ob deswegen manche so sauertöpfisch sind? Aber das ist auch gemein.
Ich mag es auch nicht, wenn man mich hindert.
Das Konzert war schön. Die Barker-Maschine seufzte manchmal, aber ansonsten liegt sie mir gut in der Hand, die Ladegast. Es geht mir auch gut ohne Barker. Ladegast pur.
Übrigens letzte Woche, da lief noch nebenbei mein AMPF = Doktorandennetzwerk. Ich hatte auch Vortrag. Ich beobachte mich selbst manchmal kopfschüttelnd, während ich zwischen Orgeln, Reisen, Videos noch eben mal meine Doktorarbeit vortrage. Und dafür mein MacBook hervorkrame – und es doch ganz gut mache. Während die anderen über Musikpädagogik philosophieren, habe ich via Handy das Zoom am Ohr und diskutiere mit, während wir auf der Autobahn oder durch Wiesen zur nächsten Orgel brausen. Der nächste Kantor kommt, und ich stelle das Zoom auf leise.
Genauso wie ich jetzt auf der Autobahn Blog schreibe, nachdem ich „Vitello tonnato“ gegessen habe. Während im Bayern 1 Lovesongs laufen. WaltzingMatilda. Ob Rod Stewart schon tot ist?
Gestaltung und Klanggebung einer Orgel finde ich schön.
Gedankensprung.
Habe heute nebenbei an der Ladegast eine neue Gruppe auf facebook gegründet: Neben „Orgel Prospekte“. Sie heißt „Musik in der Kirche. Kirchenmusik in der Welt“ – poetisch, finde ich. Hier ist der Link dazu:
Warum eine neue? Sie soll dazu dienen, ohne Lästern, Mobbing und Schmähkritik Musik in der Kirche zu diskutieren und zu präsentieren. Kurz: Das Gegenteil zur Ansgar Kreutz-Kirchenmusik-Gruppe, wie ich finde, in der gehässige Kritik und Hetze durch Leute und „Administratoren“ wie – wie hieß er noch mal – Benjamin Frensel beinahe „normal“ zu sein scheinen.
Ein Lob für die Gruppe Organisten-Forum – da landete Hetze von Thomas Anschütz, von dem ich gar nicht weiß, wer das ist, der unter Frauennamen stänkert und Gruppen benutzt, seinen persönlichen Haß abzuladen, bei weitem nicht so, wie es in der Ansgar Kreutz-Gruppe gelandet wäre. Dort hätten sich Hater wie Köter auf Fleisch geworfen, es sind immer die gleichen, während Ansgar Kreutz und „Kirchenmusiker“ schweigend zugesehen hätten. Vorbilder für die Läster-Bengel sind die lästernden Altherren.
So wird dieses Haß-Verhalten an die nächste Generation weitergegeben, während Kirchenmusik, Gottesdienst und Kirchen weiter absterben. Überall werden Kirchen geschlossen, zusammengelegt, Orgeln verkauft. Und was weiß man über die Kirchenmusik? Sie brüstet sich weiter nach außen als gehässiger Männer-Verein, anstatt aufzuhalten und zu retten, was hier unter ihrer eigenen Regie immer weiter abgestorben ist: Gottesdienst.
Allein in Mannheim schließen über 10 Kirchen. Tragödie. Wer traut sich das schon zu sagen?
Oder könnt ihr euch vorstellen, dass solche Leute Choräle spielen und Gottesdienst halten können, wo sie doch das Gegenteil von Gottesdienst tun und präsentieren? Wen werden sie in die Kirche locken? Wieviele? Der Fokus der Kirchenmusik sollte auf die Anbetung Gottes ausgerichtet sein. Wie können wir uns neu ausrichten?
Ich frage mich allgemein immer, was das eigentlich für – Abschaum darf man ja nicht sagen – Menschen sind, die zusehen, wie andere fertig gemacht werden und noch treten. Oho! Ist ihnen die „Macht“ (einer Gruppe) zu Kopf gestiegen?
Ich habe schon 4 eigene Gruppen, die teilweise größer sind, aber Macht kam mir nie in den Sinn: Gruppen zu benutzen, um andere schlecht zu machen, weil sie selbst keine Konzerte oder Videos oder Fotos oder Ideen präsentieren können und voller Neid sind.
Es sind Gender-based Attacken, denn die meisten dieser Gruppen bestehen fast nur aus Männern. Es gibt eine Art digitalen Femizid, finde ich: Ehrgeizige Frauen wie ich sollen digital ermordet oder „ausgelöscht“ oder vertrieben werden, aus Berufsgruppen, aus Gruppen…
Über Femizid gibt es einiges auf YouTube. Hört es euch an. Das war für mich auch neu. Digitaler Femizid – den Begriff habe ich gegründet bzw. erfunden. Leider sind die wenigen Frauen auch nicht gerade hilfreich, sondern eher mit Männern verbündet.
Ich weiß, dass mein Blog provozierend empfunden werden kann und dass getroffene Hunde bellen, aber ich halte meine Kritik für sehr wichtig und notwendig (gerade als Frau in der Männer-Domäne Kirchenmusik). Wahrscheinlich muss man meinen Blog im Ganzen lesen, um ihn zu verstehen.
Das Heuchlerische ist: Johannes Richter und andere setzen sich angeblich für vergessene Orgeln ein, attackieren mich aber, die genau das Gleiche macht – weil es ihnen gar nicht um vergessene Orgeln geht, sondern um sich selbst und um Konkurrenz. Wer mehr Aufmerksamkeit, Views, Likes und Kommentare bekommt. Und dass ich wage, ebenfalls in Mitteldeutschland zu sein. Sonst würden sie doch jeden unterstützen, wenn es ihnen wirklich um die Sache und die Orgel gehen würde, jeden, der sich ebenfalls um kleine Orgeln kümmert. Und eben nicht attackieren.
Da ich aber mehr Views, Kommentare, Aufmerksamkeit bekomme, egal, ob ich an großen oder kleinen Orgeln sitze, egal wo, zeigt sich deren wahres Gesicht: Attacken. Damit graben sie sich selbst das Wasser ab und zeigen, dass es ihnen nur um sich selbst geht und um Selbstverwirklichung. Mir aber geht es wirklich um die Orgeln.
J.S. Bach – WTK I BWV 850 Präludium und Fuge D-Dur, neue Jörg Bente Orgel Kloster Walkenried Harz
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
Es ist ein Wunder vor unseren Augen. (Psalm 118,23)
Tag der deutschen Einheit!
Es ist sehr schön in Rudolstadt, ich habe hier jetzt schon das 5. Mal gespielt, auch im Schloss bzw. der Burg. Der sonnige Marktplatz ist voller Brunnen, Stände, Fachwerkhäuser, und ich übernachte im Hotel Adler. Es ist ein sehr schönes, romantisches Zimmer mit dicken, schweren, hellen Vorhängen, was ich liebe. Die große Ladegast-Orgel in der evangelischen St. Andreas mit ihrer schön programmierten Walze (von Frank), Barker und ihrem besonderen originellen Schwellertritt rechts für das dritte Manual liebe ich. Die hohe Kirche mit dem Lebensbaum ist für Erntedank geschmückt. Morgen um 19 Uhr ist das Konzert.
Das HW der Orgel befindet sich im 2. Manual. Rechts sind die Register für HW und SW, links für das 1. Manual, Pedal und die Koppeln. Die Walze kann man anhand eines „Thermometers“ links beobachten. Wenn dieses oben anschlägt, ist auch die Mixtur Progressio in Kraft getreten. Zuvor Zungen. Die Setzer pp, p, mf, f und ff sind recht stabil, nur manchmal kann es passieren, dass sie nicht richtig auslösen. Register können sowohl bei diesen Setzern als auch bei der Walze additiv hinzugenommen werden, was gut ist, was man aber planen muss, und so auch bei der historischen Tastenfessel. Die Walze ist leichtgängig, da sie in Metall gelagert ist. Die Walze der Weigle Orgel Mannheim ist wohl in Holz gelagert, dadurch eventuell gequollen und schwergängig geworden. Wichtig beim Walzen ist, präzise und langsam zu walzen, mit ihr zu schwingen. Denn auch die beste „Programmierung“ einer Walze bringt nichts ohne gut gehörtes Walzen. Natürlich ist keine Walze komplett ohne Sprünge, weil es vielleicht keine Orgeldynamik ohne Sprünge gibt? Vielleicht sind Sprünge typisch für Orgel? Eigentlich schade. Aber die Nahtstellen gut hören.
Im SW sind Aeoline und die Gedackten besonders schön. Die breiten weißen Tasten erinnern mich an alte Klaviere. An der Weigle habe ich tatsächlich die Walzeunten beobachtet, was natürlich mühsam und Unsinn ist. Denn es gibt immer einen visuellen Anzeiger oben, eine Uhr, ein Thermometer, Zahlen oder Lichter. Das hilft. Einen tutti-Knopf gibt es natürlich nicht. Das ist auch nicht nötig. Wichtig ist – trotz der historischen pneumatischen Setzer – alle Klangfarben und ihre Verortungen zu kennen: wo welches Register ist.
Was mir beim neuen James Bond-Film besonders gefallen hat, ist, dass es der mit Abstand am wenigsten sexistische Bondfilm war, der sogar Werte vermittelt hat.
Orgel Date AHS- Johann Heinrich Deppeé Orgel St. Marien Obersachswerfen, Südharz, Thüringen
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
Ich bin wieder daheim und höre Schostakowitsch (Sinfonien). Und war im neuen James Bond Film. Sinnlich und spannend, aber sehr lang. Mein Name ist A-HS.
Und freue mich, dass meine neuverlegten Orgel- und Klavier-Kompositionen eingetroffen sind via Post vom Furore Verlag Kassel, insgesamt vier Bände: Himalaya, Meereszyklus, Wehmut, Zimbelstern, Australian Love Song und vier kirchenmusikalische Werke in einem Band, u.a. Weihnachtschoräle.
Morgen fahre ich zum Konzert an die wunderbare Ladegast Orgel nach Rudolstadt. 24 h an der genialen Orgel.
Gestern habe ich noch in der schönen Stabkirche im vornehmen Hahnenklee bei Goslar in Niedersachsen gespielt, gebaut nach norwegischem Vorbild, eine warme Holzkirche mit trockener Akustik, darin ein wunderbares Carillon und eine zweimanualige Goll-Orgel von 1994. Sie besitzt ein niedliches Nachtigall-Register, im Wasserbad zwitschernd. Ob es an der fehlenden Akustik liegt… diese Orgel im Vergleich zur Röver-Orgel ein paar Stunden zuvor in Quedlinburg wirkte etwas farblos und blass. Aber mit einer enormen Röver-Orgel mithalten zu können, ist schwer. Wir aßen Zwetschgenkuchen mit Sahne. Abends sollte ein Konzert stattfinden, und ich sah aus dem Fenster, ob ich unter den Passanten den mir fremden Organisten erkennen würde. Und ich tat es! Im Stechschritt, mich erinnernd an Lehrer Lämpel von Wilhelm Busch, eilte ein langbeiniger Mann mit ernstem Gesicht und schwerer Tasche der Kirche entgegen. Ich mußte lachen. Das mußte er sein! Und er war es auch. Ob das die Norm des deutschen Organisten ist? Wenn ja, ich bin fast das Gegenteil davon, klein, aber langbeinig :). Lehrer Lämpel setzte sich forsch in seinen Sorgensitz an die Orgel, und alles flog im Pulverblitz davon.
Das Carillon in Hahnenklee ist auch spannend, wenn auch gefährlich, da hoch zu klettern. Hahnenklee in der Nähe vom Brocken („Walpurgisberg“) und Wernigerode und Blankenburg sind sehr hübsch. Auf dem Rückweg besuchten wir Pullman City und Rappbode Hängebrücke. Dann Göttingen und heim nach Würzburg. Die bewaldeten Serpentinen im Harz sind für Motorradfahrer sicher verlockend.
Wunderbar war in meiner Harz-Zeit auch die besondere zweimanualige Emil-Reubke Orgel in Görsbach in St. Mauritius in der Goldenen Aue (Thüringen). Ganz nah beim drolligen „Tante Emma Laden“. Auch diese wunderbare Orgel sieht aus wie eine Ladegast Orgel vom Prospekt her. Vater Adolf und Bruder Emil haben die Orgel gebaut (von Julius); es gibt einen länglichen Löffeltritt mit Schnappfalle (Schweller) und wunderbare Achtfüße. Gekoppelt ist sie sehr schwergängig. Die kleine Kirche ist warm-dunkel.
Sehr schön und süffig ist auch die große besterhaltene Schulze-Orgel in Heringen mit zwei Manualen in Thüringen. Die Glocken befinden sich ebenfalls nicht im Turm, denn es gibt keinen. Die Glocken sind draußen angebracht in einem Käfig, dass sie nicht abhauen können.
Der alte Snowden Spielfilm gefällt mir, der mit Gordon-Levitt. Er geht zwar nur bis 2013. Aber er zeigt auch heute an, wie gefährlich unsere Welt ist, und dass Barack Obama sehr bedenkliche Entscheidungen getroffen hat. Ist es nicht längst bereits so schlimm, dass es für uns schon normal geworden ist, dass wir ausspioniert und abgehört werden? Natürlich ist der Film eine amerikanische Dramatisierung. Jedoch, wenn auch nur ein Teil stimmt, so verdient Snowden den Friedensnobelpreis oder einen Orden anstatt Verfolgung. Er muss sehr intelligent sein. Dass überhaupt ein Mensch da hineinkam, da wieder hinauskam, die Dinge erkannte, nicht schweigen wollte. Stattdessen muss er in Russland ausharren mit seiner Frau.
Es ist immer wieder lustig, wie mein Blog lästernden Anti-Kirchenmusik-Foren viel Gesprächsthemen und Einladung zur Verblüffung und Spekulation gibt. Es ist meiner Meinung nach gender-based mediale Wut in den Attacken. Thomas Anschütz, Fan von Johannes Richter und offenbar wie Johannes Richter mit/bei Matthias Dreißig (der Apfel fällt nicht weit vom Stamm) und Tom Anschütz schreibt mir hier Müll-Kommentare, aber nicht mit seinem realen Namen als Austausch, sondern unseriös und feige mit weiblichem Fake-Namen (das nennt er „Pseudonym“) und mit einer Fake-email Adresse „trashmail.com“ (trash bedeutet Müll), zudem mit sehr schlechter Orthographie und dümmlicher Provokation, damit sie in meinen Blog kommen. Oho! Mit was für einem niedrigen Niveau ich zu tun haben muss. Armes Halle und Waltershausen. Diese ungezogenen Buben mit ihren eigenen Waffen zu schlagen ist unterhaltsam, denn es passt denen gar nicht in den Kram. Dann lästern und hetzen sie teilweise erst recht und rechtfertigen sich. Sie erwarten tatsächlich, ihr Dauer-Interesse an mir müsste sachlich, mit Aufmerksamkeit und professionell behandelt werden.
Kümmert sich ein Star oder eine Königin um „Gesindel“ und das gemeine Volk? Auch die Königin Orgel muß das Gestümper von Narren erdulden. Ich sollte mir an ihr, der Orgel, ein Vorbild nehmen und das lästernde Gestümper von übergewichtigen, eher unbegabten Max und Moritz-Buben akzeptieren. Ich rechne damit, dass all diese Lästerer Pseudonyme verwenden.
Für mich sind Manuel Kelber-Bender, Thomas Anschütz und Johannes Richter, Markus Theising vom musikalischen Niveau her gleich schlecht, sehen sich zudem noch recht ähnlich. Ein Pfarrer einer der drei teilte mir mit, er kenne das niedrige Niveau, aber man müsse eben manchmal nehmen, was da ist. Große Teile von Kirchenmusikhochschulen sind meiner Meinung eine Schlammwüste des Atheismus, der Unmoral und des Neides und fern vom christlichen Glauben und Jesus, weil sich die Menschen nicht fokussieren auf das, um was es wirklich geht, die Anbetung und Verherrlichung Gottes. Zudem sind etliche Kirchenmusiker entweder geschieden, in wilder Ehe lebend, mit der Orgelschülerin oder Chorsängerin durchgebrannt, frauenfeindlich-homosexuell (Begriff von mir gegründet/erfunden), lästernd hintenrum mit Fake-Accounts und / oder offen atheistisch. Das finde ich sehr schade, denn dies hat keine gute Außenwirkung.
Ich weiß, dass mein Blog provozierend empfunden werden kann und dass getroffene Hunde bellen, aber ich halte meine Kritik für sehr wichtig und notwendig (gerade als Frau in der Männer-Domäne Kirchenmusik). Manche fühlen sich durch meine Direktheit sicher auf den Schlips getreten. Wahrscheinlich muss man meinen Blog im Ganzen lesen, um ihn zu verstehen.
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
J.S. Bach – WTK I BWV 850 Präludium und Fuge D-Dur, neue Jörg Bente Orgel Kloster Walkenried Harz
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
Helmut Schmidt soll schon 1978 gestorben und durch einen von der Tabakindustrie gestellten Doppelgänger ersetzt worden sein. (Czech/Domzalski)
Heute waren wir beim schönsten Sonnenschein in Quedlinburg (Sachsen-Anhalts Städte haben teilweise unglaubliche Namen), am Rande des Nordharzes, in Sachsen-Anhalt, in der wunderbaren großen Marktkirche, an der genialen romantischen Ernst Röver-Orgel von 1886: 3000 Pfeifen, 3 Manuale, pneumatische Kastenlade (geschlossenes Schutzsystem, Schutz vor Staub und Schmutz, wenig störanfällig im Vergleich zu offenen Systemen wie der pneumatischen Kegellade: hier gibt es öfter Störtöne und Störgeräusche). Es ist die größte besterhaltene Röver-Orgel. Röver hat die ganze Gegend mit Orgeln versorgt, bis nach Hamburg und ins Ausland. Meine erste Röver-Orgel. Ihre bunten Registerknöpfe werden nicht gezogen, sondern nach unten gedrückt. Röver hat die Reubke-Orgelbaufirma von Adolf und Emil und Julius Reubke in Hausneindorf übernommen. Sie ist eine der klanglich schönsten Orgeln, die ich je gespielt habe. Unzählige feine und zarte historische Achtfüße, Streicher und Flöten, dazu Schweller und Walze.
Der dunkle, spitz zulaufende Prospekt erinnert mich an meine geliebten Ladegast-Orgeln. Sie besitzt Dynamik-Knöpfe als „Setzeranlage“, die nicht immer direkt ausstellen, dazu sogar eine Art Tastenfessel (historisch), Koppeln, Koppeln aus, Auslöser und (so wie die Reubke Orgel in Görsbach/Thüringen, wo ich gestern war und von der ich noch berichten werde) einen ganz besonderen Schweller mit Schnappfalle, einen Tritt mit Widerstand. Es sind kreative und nette Lösungen. Das dritte Manual ist das Schwellwerk mit hellblauen Registerknöpfen. Es gibt dort für Liszt eine feine, leise, durchschlagende Zunge Aeoline (kein Streicher!). Im zweiten Manual (rosa Registerknöpfe) gibt es die durchschlagende Zunge Clarinette, sehr gesanglich und melodiös. Alle Prinzipale und Mixturen sind warm, grundtönig und dunkel. Das HW ist das erste Manual mit weißen Registerknöpfen wie das Pedal. Ich spielte Liszt. Anschließend aßen wir chinesisch am Marktplatz, bummelten durch die wunderschöne Altstadt. Ich habe zuvor noch nie von Quedlinburg gehört, aber damit bin ich wohl die Einzige. Es ist eine Stunde von Leipzig entfernt. Der nette Kantor Markus Kaufmann erzählte mir, dass er der neue Kantor der Leipziger Nikolaikirche wird. Das wusste ich nicht, das finde ich schön, schade nur, dass erneut beide großen Leipziger Kirchen 2021 nur von Männern besetzt werden. Hier waren noch nie Frauen fest Kantorinnen, und alle sprachen schon zuvor nur vom „Kantor“, vom „Organisten“. Wann wird sich das jemals ändern? Er lädt am 1.10.22 Kay zum Konzert ein. Es wimmelte bei dem absolut herrlichen Spätsommerwetter von Touristen. Kaum zu fassen, dass morgen der 1. Oktober ist! Quedlinburg (bei Halberstadt, SA) wurde nicht wie Nordhausen (T) zerbombt: überall hübsche schiefe Fachwerkhäuser, efeubewachsen, herbstlich verfärbt, ein Rathaus mit einem Roland (Zeichen freier Kreisstädte, wie in Nordhausen), und der Aufstieg zur Stiftskirche (auf einem Hügel) war bezaubernd. Es gibt hier die schmalsten Häuser der Welt, die wie bunte Plätzchen aussehen, wie Hexenhäuschen, wie halbe Häuser, wie Kuchenstücke oder Puppenstuben, liebevoll geschmückt. Ein gelbes Häuschen hatte einen gelben Stuhl draußen an der Wand oben angebracht. Dran stand: „Für böse Weiber.“ Ich fotografierte es und sagte laut: Guck mal, ein frauenfeindliches Haus! – – Kamen ein paar Typen vorbei und grinsten. Und dabei ist Gelb noch meine Lieblingsfarbe. Alles ist mit Blumen dekoriert, besonders die Stiftskirche St. Servatii in Quedlinburg mit Schatz oben mit weißen Rosen. Man hat von oben einen wunderbaren Ausblick auf den Harz und den Wald, der in der Sonne leuchtet, und auf all die Fachwerkhäuser und Kirchen. Die Stiftskirche selbst ist innen voll Bauarbeiten trotz Eintrittspreis und erschreckend klein und nichtssagend im Vergleich zur Größe der Stiftskirche von außen. Ich hatte Pompöses erwartet. Dort ist die kleine Schuke Potsdam Orgel mit Bronzepfeifen, die genau gestern 50 geworden ist. Der Hausmeister erklärte mir entschuldigend, Himmler hätte hier eben gewütet. Aber die Größe kann er doch nicht verändert haben!
Dann fuhren wir nach Hausneindorf ca. 12 km entfernt zur Orgelbaufirma Reubke und Röver. In der ehemaligen Burg liegt das wunderbare Museum. Ich konnte auf diesen alten Steinen spüren, dass Julius Reubke hier herum gelaufen sein muss, hier im goldenen Harz, im Grenzgebiet Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, am Rande des nördlichen Harzes. Das hat mich sehr berührt.
Ich habe in 5 Tagen 14 Orgeln im Harz gespielt. Wir sind dabei vom Südharz zum Westharz, vom Unterharz, Oberharz und Nordharz durch drei Bundesländer (Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen) gefahren. Der bewaldete und hügelige Harz hat mich nun eine ganze Woche begleitet: Die Harz-Tour:
– Strebel Knauf Orgel Liebenrode, T
– Deppeé Orgel Obersachswerfen, T
– Friedrich Knauf Orgel Bleicherode, T
– Reubke Orgel Görsbach, T
– Röver Orgel Quedlinburg, SA
– Engelhardt-Orgel Herzberg, NS
– Ital. Barockorgel St. Nicolai Herzberg, NS
– Klais Orgel Dom Nordhausen, T
– Schuster-Orgel Nordhausen, T
– Schulze Orgel Heringen, T
– Bente Orgel Kloster Walkenried , NS
– Goll Orgel Stabkirche Hahnenklee, NS
– Schuke Potsdam Stiftskirche Quedlinburg, SA
– Werner Orgel Limlingerode
Dazwischen Weigle Orgel Mannheim, also 15 Orgeln in 6 Tagen.
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
Beautiful Andreas Engelhardt Orgel Herzberg, Niedersachsen, Harz, ev. St. Nicolai – Orgel Date AHS
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
Wenn man Gott nicht findet, sagt das sehr viel mehr über einen selbst aus als über Gott. (AHS)
Heute besuchten und spielten wir die neue schöne Jörg Bente-Orgel von 2017 im Kloster Walkenried im Harz in Niedersachsen. Es war meine erste Bente-Orgel. Früher gab es im Kapitelsaal nur ein Positiv, dann eine kleine Engelhardt/Kiessling-Orgel, später Kemper, dann Hammer. Die riesige Klosterkirche (90 m lang, 30 m hoch) wurde im Bauernkrieg 1525 zerstört, aber die anderen Gebäude und der Kapitelsaal der Mönche blieben leidlich erhalten und wurden Stück für Stück restauriert. Der Kapitelsaal wird nun auch für Konzert und Gottesdienst benutzt. Mönche gibt es seit der Reformation leider keine mehr hier, die Kirche ist nun evangelisch. Luther aber kam nur bis Nordhausen. Der dunkle, jedoch schöne, feine Kapitelsaal besitzt eine besondere Atmosphäre, besonders, wenn er von Kerzen erhellt ist. Die neue Bente-Orgel zeigt sich in zwei Stufen: Einmal das HW von rechts oben, und das zweite Manual ist weiter hinten, dort, wo auch der Spieltisch versteckt und geschützt liegt. Die helle Orgel duftet neu nach Holz und ist von Orgelbau Bente aus Helsinghausen bei Hannover für ca. eine halbe Million Euro hervorragend gebaut worden. Auch innen in der Orgel sieht alles einwandfrei aus und zeugt von hoher Qualität, eine eigene Welt, Kunsthandwerk pur, ein Kunstwerk, das versteckt wird, so ist das Innenleben einer wunderbaren Orgel. Die Orgel besitzt viele warme und zarte Achtfüße, zwei Manuale, ist leichtgängig, jedoch hat Griff, Biß und Halt, die Tasten sind absolut gleichmäßig wie bei einem Steinway; auch wenn sie keinen Schweller hat, eignet sie sich sehr für romantische Musik. Sie mußte in einem recht niedrigen und engen Raum und unter Maßgaben des Denkmalschutzes eingepasst und auch farblich dementsprechend gestaltet werden, was sicher nicht ganz einfach war. Von der Orgel aus sieht man auch den Kreuzgang mit seiner hervorragenden Akustik. Die Akustik im Kapitelsaal ist dagegen eher samtig trocken, vor allem bei Publikum. Man trifft nicht immer Orgeln an, die so zarte, leise Farben haben und so ausgeglichene Tasten. Nach der Reformation beherbergte das Kloster eine Klosterschule. Daraus ging Eckstorm hervor, der lange Rektor war. Die riesigen Ruinenteile sind beeindruckend. Walkenried war einmal Nabel der Welt im Mittelalter. Heute beherbergt das Kloster ein modernes, sinnliches Museum zur Zisterzienser-Geschichte, von Frauen gestaltet. Frau Haußecker kümmert sich sehr um die Orgel. Nach der Reformation traf sich regelmäßig im Kloster das evangelische Konvent der Grafschaft Hohenstein. (Die Grenzen waren damals anders.)
Ich spielte dann ebenfalls die große, schöne, klassizistische und dennoch auch romantische Andreas Engelhardt-Orgel von 1845 mit 36 Registern in der evangelischen Nicolaikirche (ebenfalls 1845) in Herzberg im Südwestharz in Niedersachsen. Sie ist eine der wenigen klassizistischen Orgeln der Welt. Die große Kirche St. Nicolai ist hell, weiß, sauber, weiträumig, mit zarten Goldornamenten verziert. Dabei wirkt sie sehr edel, keineswegs kitschig, so auch die Orgel, die perfekt hineinpasst. Um die Orgel wurde ein Gitter zum Schutz gebaut, weil die Empore früher schmaler war und der Weg der Organisten nicht ungefährlich. Dieses weiße, filigrane Gitter blieb historisch erhalten. Zudem besitzt die zweimanualige Engelhardt-Orgel, die größte besterhaltenste (die große dreimanualige in Goslar (Niedersachsen) wurde leider als „abgängig“ bewertet und zerstört, was ich persönlich unmöglich finde; jedoch bekam diese Kirche dann eine schöne Schuke Potsdam Orgel) zwei Tritte beim Pedal, die die linke Seite der Register samt Koppeln und Zungen „abstellen“ kann. Dies ist besonders, ich habe so etwas noch nie gesehen. Obwohl auch diese Orgel keinen Schweller besitzt und zudem wenig leise Achtfüße, kann man sehr schön hier Mendelssohn und Liszt, aber auch süffigen Bach spielen. Die Akustik ist nicht zu trocken. Der Klang ist ausgewogen, warm, füllig und sehr angenehm. Die Tasten waren nicht immer ausgeglichen. Im Museum des Welfen-Schlosses Herzberg ist Engelhardt ein eigener Museumsraum gewidmet und eingerichtet. Dies war meine erste Engelhardt-Orgel. Danke an alle sehr netten Kantoren.
Unten im Saal steht auch eine sehr feine, italienisch anmutende Barockorgel von 1743 (Orgelbauer unbekannt), frisch renoviert und bemalt, ein wunderschönes Schmückstück, von Orgelbau Janke hervorragend betreut und restauriert. Ahrend und Janke sind geniale Firmen, was Restaurierung von Orgeln angeht. Hierzu braucht man enormes Geschick und Wissen. Ich bin froh, dass Orgelbau Ahrend vom Sohn Hendrik weitergeführt wird. Dieser weiß alles. Auch das singende Prinzipal der Schnitger-Orgel von Hamburg ist eine Glanzleistung von Hendrik Ahrend.
Niedersachsen ist ja sehr nah am heutigen thüringischen Harz, von dem wir gekommen sind. Hier im Westen (Westharz) ist viel Geld für Orgeln vorhanden. Jedoch im Südharz Thüringen/Sachsen-Anhalt sind viele Orgeln (annähernd die Hälfte aller Orgeln) zerstört oder unspielbar. Dies ist nicht hinnehmbar, finde ich. Ich hoffe, dass sich die jeweiligen Gemeinden (trotz massiver Säkularisierung) dazu entscheiden, das Geld zusammenzutrommeln, das für die Restaurierungen benötigt wird. Dazu braucht es Kraft, Zeit, Enthusiasmus, Ausdauer und vor allem Glaube.
Auf dem Weg nach Herzberg besichtigte ich auch die Schlosskirche von Klettenberg (Thüringen). Auch dort gab es einmal eine Orgel von Friedrich Knauf, die leider aufgrund von Baufälligkeit der Kirche (eingestürztes Dach) zerstört wurde, was einem in der Seele weh tut. Stattdessen steht nun ein Notbehelf (Keyboard) dort. Der Verein aber konnte zumindest einiges andere Wertvolle erhalten und die Kirche instandsetzen. Die ehemalige achthundertjährige Grafenburg wurde leider auch zerstört. Dort ist nicht mal mehr ein Schild des Denkmalschutzes aufgestellt, was eigentlich eine Schande ist.
In Klettenberg gibt es auch ein Gehege mit Rehen, Hirschen, Enten, Gänsen, Albinorehen, Muffelböcken etc. Die Gegend insgesamt ist von Karst geprägt (verwittertes Gipsgestein) mit romantischen Senken und kleinen Seen. Überall sind Pferde und Kühe glücklich auf sehr großzügigen Weiden.
Wir besuchten auch die größte spielbare Friedrich Knauf Orgel der Welt von 1837 (erneuert 1898 vom Neffen Robert Knauf) in Bleicherode, einer schönen Kleinstadt nicht weit von Limlingerode. Der letzte Knauf in Bleicherode, Roberts Sohn Ernst Knauf, starb sehr früh mit 35 (1904). Ein Mitgesellschafter (Friedrich Johnson aus Nordfriesland) übernahm die Firma und ging aber schon 1908 in Konkurs. Dann gründete Knaufs ehemaliger Mitarbeiter Jakob Kießling mit den Söhnen Georg und Ernst in Bleicherode eine eigene Firma, die die Knauf-Orgeln weiter betreuten. Und dieser Kießling mit Söhnen ging 1939 in Konkurs. Damit Ende des Orgelbaus in Bleicherode. Die romantische Knauf-Orgel in der evangelischen Marienkirche Bleicherode gehört zu den schönsten Orgeln überhaupt. Es ist sehr schade, dass die Firma Knauf 1908 erloschen ist. Ihre Schachfiguren-Registerzüge (auch die freien Kombinationen oben), zwei Manuale, Handregister, Auslöser, die Chöre einzeln als „Setzer“ (aber kein Zungenchor), der schöne Spieltisch und die warmen, dunklen, süffigen Klänge, nichts grell oder scharf, in einer ausgewogen zarten Akustik machen diese Orgel zu einem Glanzstück. Die Kirche wirkt hell, rund, angenehm „leer“, und von der Orgel aus sieht man die Palmen im Spiegel. Auch für Bach ist die Orgel gut geeignet, auch wenn die Tasten nicht ausgeglichen sind. Damit muss man bei historischen Orgeln einfach klar kommen. Der Klang ist wie dunkle Bitterschokolade, jedoch auch wuchtig, warm. Der Bruder Gottlieb hat eine eigene Firma gegründet (bis 1939 weitergeführt) und versorgte die ganze Gegend mit Orgeln.
Insgesamt erkundete und erspielte ich in diesen wenigen Tagen 11 Orgeln – sehr viel… alles außergewöhnliche Instrumente, durch die ich viel gelernt habe. Morgen berichte ich von Heringen (größte erhaltene Schulze Orgel) und der wunderbaren Emil Reubke Orgel in Görsbach (Goldene Aue).
400 Jahre Orgelbau allein in Nordhausen! Der Harz, der sich über drei Bundesländer zieht (S-A, T, NS) hat viel zu bieten.
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
Beautiful Andreas Engelhardt Orgel Herzberg, Niedersachsen, Harz, ev. St. Nicolai – Orgel Date AHS
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
Die Länge der Gesänge ist viel zu lang für ihres Ohres Länge. (Wilhelm Busch)
Schreibe morgen früh. Mir fallen die Augen zu.
Geheime Denkmäler:
Zuerst besuchten wir in Limlingerode die hübsche evangelische Kirche (aus Gips und Bruchstein, beinahe 1000 Jahre alt), die die letzte erhaltene große Johann Christoph Werner-Orgel (1810; 2011 restauriert) besitzt. Werner kam aus Steina bei Bad Sachsa aus einer Töpfer-Familie. Er sollte den väterlichen Töpfer-Betrieb übernehmen.Aber er liebte den Orgelbau und brachte sich diese Fertigkeiten extern und autodidaktisch bei, was natürlich manchen ein Dorn im Auge war. Quereinsteiger sind oft nicht willkommen. Dabei war er sehr talentiert: Die Orgel in Limlingerode ist eine wunderschöne zweimanualige weiße Orgel, geschmückt mit Blumen (diese eventuell sogar noch von älterem Jahrgang), dunklen und näselnden, mittelalterlich klingenden und warmen Klängen. Die Kirche ist hell und ebenfalls mit Blumengirlanden geschmückt, der Altar von 1695, der Taufengel von 1710. Da der Turm zu klein ist, sind die drei großen schönen Glocken außerhalb der Kirche angebracht. Die wertvollste wurde leider verkauft. Es ist das erste Mal, dass ich in einer Gegend so viele Kirchen ohne Turm antreffe. Dadurch sehen manche Kirchen nicht wie Kirchen aus. Die Glocken sind draußen im Glocken-Gehäuse. Alle „rodes“ sind ca. 1000 Jahre alt. Die wunderschöne Werner-Orgel wird auch im Thüringer Orgelsommer gespielt. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche beinahe zerschossen, der Turm und das Dach fielen ein, es regnete in die Orgel. Der Dachreiterturm, der gerade über der Orgel saß, wurde abgeschossen und diese Lücke dann mit einer Hilfskonstruktion gedeckt. Dennoch hielten einige Register dieser tapferen Orgel bis 1970 durch! Danach ging nichts mehr. 40 Jahre lang schwieg diese Orgel. Eine biblische Zahl. An dieser Orgel kann mensch viel erkennen und lernen und sich ein Beispiel nehmen. Wie geduldig sie alles ertrug. Jugendliche kletterten in ihr herum. Kirche und Orgel wurden in der Nachkriegszeit grau und etwas düster angemalt. Dann DDR – Grenzzone und Sperrgebiet. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der anschließenden notvollen Hungerzeit 1946-48 kam mit dem „Aufbau des Sozialismus“ durch die sowjetisch angeleiteten Kommunisten die nächste Unterdrückungswelle mit der Einführung der 5km-Sperrzone an der Grenze. Unbotmäßige wurden deportiert, viele Menschen enteignet, die Bauern in die „Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften“ gepresst, all das verbunden mit einer scharfen antichristlichen Propaganda. In dieser Zeit hat die Gemeinde das Kirchendach repariert und die Kirche neu ausgemalt. Das war eine enorme Widerstandsleistung, die für die Christen auch mit dem persönlichem Risiko des Verlustes von Heimat und Eigentum verbunden war. Dass ihnen das nicht mit fröhlichen Farben gelang, kann ich gut verstehen.
Schließlich aber wurde die Orgel endlich in Angriff genommen und aus ihrem Schweigen herausgeholt. Jedoch – was kann man von Orgelsachverständigen anderes erwarten – hielten die Gutachten der „Orgelsachverständigen“ die Orgel für nicht reparierbar. Die letzte Werner-Orgel! Die Gemeinde und Frau Neubert gaben nicht auf. Da kam Orgelbaufirma Hüfken aus Halberstadt. Innerhalb eines Jahres stellten diese die Werner-Orgel wieder her! Es wurden alte Pfeifen gefunden, die der frühere Pfarrer dem ersten Welt-Krieg vergeblich anbieten wollte, die Bälge erneuert, es wurde restauriert, die alten herrlichen Farben mit den Blumen und dem wunderbaren Grün wiederhergestellt. Die Manualkoppel und die Pedalkoppel sollten noch restauriert werden. Dies ist jedoch sehr teuer. Es gibt eine wundervolle Posaune 16 und Quintadena und in samtiger Akustik die Flöten. Besonders berührend ist für mich, dass direkt neben dem Glockenstuhl das Geburtshaus der Lyrikerin Sarah Kirsch steht, die bekannteste Dichterin der DDR. Übrigens, die Tagebücher von Pfr. August Rönnefarth hat Pfarrer i. R. Dr. Ehrhart Neubert als Büchlein verlegt – eine spannende Quelle darüber, was der Krieg im Alltag eines Dorfes anrichtete und für die einfachen Menschen bedeutete. Der treibende Motor an der Renovierung und der Orgelfrage war er. Der Gottesdienstbesuch in Limlingerode ist vergleichsweise gut, die Politik und DDR-Schulbildung haben hier nicht ganz so durchgeschlagen wie in anderen Gebieten der ehemaligen DDR.
Der Kirschkuchen aus dem heimischen Bäcker schmeckte übrigens vortrefflich. Schade ist, dass so viele Menschen dieser wunderbaren Gegend die Gottesdienste nicht besuchen. Es ist leider eine sehr säkularisierte Gegend, vielleicht eine der säkularisiertesten Gegenden der Welt.
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.
You are currently viewing a placeholder content from YouTube. To access the actual content, click the button below. Please note that doing so will share data with third-party providers.