Röver Orgel Quedlinburg

in Quedlinburg ev. Marktkirche

Orgelbauer:

Ernst Röver

Baujahr:

1886

Datum des Erstbesuchs:

30. September 2021

Disposition und Spielhilfen

Röver-Orgel in Marktkirche St. Benedicti 

Röver Orgel Quedlinburg Opus 10

Romantische Ernst Röver-Orgel Hausneindorf von 1886: 3000 Pfeifen, 3 Manuale, pneumatische Kastenlade (geschlossenes Schutzsystem)

Sachsen-Anhalt, Nordharz

Hauptwerk I C-g3:

 

01​ Principal 16‘

02​ Bourdon​ 16‘

03​ Principal  8’

04​ Gamba  8’

05​ Gemshorn  8’

06​ Hohlflöte  8’

07​ Gedackt  8’

08​ Octave  4’

09​ Harmonieflöte  4’

10​ Quinte 2 2/3’

11​ Octave  2’

12​ Mixtur 4f.1 1/3’

13​ Scharf  3f.  1’

14​ Cornett 4f.

15​ Trompete 16’

16​ Trompete  8

Hinterwerk II C-g3:

 

17​ Bourdon​ 16’

18​ Principal  8’

19​ Rohrflöte  8’

20​ Salicional  8’

21​ Gedackt  8’

22 Traversflöte  4

23​ Octave  4’

24​ Quinte​ 2 2/3’

25​ Octave  2’

26​ Mixtur 4f.  1’

27​ Clarinette  8’

 

Schwellwerk III C-g3:

 

28​ Lieblich Gedackt 16’

29​ Geigenprincipal  8’

30​ Fernflöte  8’

31​ Violine  8’

32​ Vox celestas  8’

33​ Octave  4’

34​ Zartflöte​​4’

35​ Waldflöte  2’

36​ Mixtur 3f.  2’

37​ Aeoline  8’

Pedal C-f1:

 

38​ Untersatz 32‘

39​ Principal 16‘

40​ Violon​ 16‘

41​ Subbaß​ 16‘

42​ Gedacktbaß (Tr. V. 28)​ 16‘

43​ Cello  8‘

44​ Octavbaß  8‘

45​ Flötenbaß  8‘

46​ Gedacktbaß  8‘

47​ Octave  4‘

48​ Clairon  4‘

49​ Quinte2 2/3‘

50​ Cornett 3f.16‘

51​ Posaune16‘

52​ Trompete  8‘

 

Koppeln und Spielhilfen:

Manual-Koppel: II-I , III-I , III-II

Pedal-Koppel:     I-P , II-P

Feste Kombination

“Prolongement”, pp, p, f, ff,

Tutti, Auslöser

Walze, Schwelltritt

 

1888 installiert durch Orgelbauwerkstatt Ernst Röver (Opus 10)

2018-2021​ Restaurierung durch Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH

Klang & Akustik

Die farbigsten Klänge, fruchtig, füllig, dunkel-romantisch, glitzernde Akustik, brausende Prinzipale. Sehr viele zarte Achtfüße, wunderschöne durchschlagende Zungen, im SW die durchschlagende Zunge Aeoline, im 2. Manual die durchschlagende Zunge Clarinette

Persönliche Note

Heute waren wir beim schönsten Sonnenschein in Quedlinburg (Sachsen-Anhalts Städte haben teilweise unglaubliche Namen), am Rande des Nordharzes, in Sachsen-Anhalt, in der wunderbaren großen Marktkirche, an der genialen romantischen Ernst Röver-Orgel von 1886: 3000 Pfeifen, 3 Manuale, pneumatische Kastenlade (geschlossenes Schutzsystem, Schutz vor Staub und Schmutz, wenig störanfällig im Vergleich zu offenen Systemen wie der pneumatischen Kegellade: hier gibt es öfter Störtöne und Störgeräusche). Es ist die größte besterhaltene Röver-Orgel. Röver hat die ganze Gegend mit Orgeln versorgt, bis nach Hamburg und ins Ausland. Meine erste Röver-Orgel. Ihre bunten Registerknöpfe werden nicht gezogen, sondern nach unten gedrückt. Röver hat die Reubke-Orgelbaufirma von Adolf und Emil und Julius Reubke in Hausneindorf übernommen. Sie ist eine der klanglich schönsten Orgeln, die ich je gespielt habe. Unzählige feine und zarte historische Achtfüße, Streicher und Flöten, dazu Schweller und Walze.

Der dunkle, spitz zulaufende Prospekt erinnert mich an meine geliebten Ladegast-Orgeln. Sie besitzt Dynamik-Knöpfe als „Setzeranlage“, die nicht immer direkt ausstellen, dazu sogar eine Art Tastenfessel (historisch), Koppeln, Koppeln aus, Auslöser und (so wie die Reubke Orgel in Görsbach/Thüringen, wo ich gestern war und von der ich noch berichten werde) einen ganz besonderen Schweller mit Schnappfalle, einen Tritt mit Widerstand. Es sind kreative und nette Lösungen. Das dritte Manual ist das Schwellwerk mit hellblauen Registerknöpfen. Es gibt dort für Liszt eine feine, leise, durchschlagende Zunge Aeoline (kein Streicher!). Im zweiten Manual (rosa Registerknöpfe) gibt es die durchschlagende Zunge Clarinette, sehr gesanglich und melodiös. Alle Prinzipale und Mixturen sind warm, grundtönig und dunkel. Das HW ist das erste Manual mit weißen Registerknöpfen wie das Pedal. Ich spielte Liszt.

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