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11. Februar  2023: Die Musik rollt irgendwann von allein, wenn man sie anstupst. (AHS) 

Widerspiel und Gebet der Füße an der Orgel. Der frühe Morgen ist eine schöne Zeit, kreativ zu sein. Inspiration ist Gnade, Beharrlichkeit, Arbeit und Fleiß. In der Musik erkenne ich nicht nur Puls, Tempo, sondern eine Gleichung aufleuchten, als könne man in Klängen Gleichgewicht und Zeit Musik mathematisch analysieren.

Sie entfaltet sich erst im Rhythmus, wenn sie den Herzschlag schlagen kann. Und besonders im menschlichen Gesang findet sie Erfüllung, im Weichen, Unermesslichen, Verletzlichen. Mathematik ist nicht dazu da, unpersönlich zu sein. Abstraktion und Kunst gehören faszinierend zusammen. Klang sehnt sich nach dem Gesetz des goldenen Schnittes, ist gewiß.

Kairo

fug.e (AHS)

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12 Kommentare
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10. Februar 2023: Gott formte den Ton der Welt. Die Welt tönt und klingt. (AHS)

fug.e – Ruhen ist … fürs Konzert umziehen, Schminken, Kraft zum Konzert, Musik feiern.

Zeit vor und nach Ostern: Auferstehung geht nicht am Tod vorbei, sondern nur durch den Tod hindurch.

Ich bin noch in Pommern. Fast einen Monat schon. Ich wohne in Weitenhagen Greifswald. Viele aus Franken (die meisten) kennen Pommern nicht. Manche fragten mich: Wo liegt diese Stadt?

Nun, es ist ein schöner flacher Landstrich voller Weite, Möwengeschrei, guter Luft und Meeresduft hoch im Norden, so weit weg, dass es sich für mich wie spannendes Ausland anfühlt. Ausland auf dem Dorf sozusagen. Ausland in schöner Provinz.

Foto: Würzburg

Trost Lied:

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Die Musik rollt irgendwann von allein, wenn man sie anstupst.

Empfehlen kann ich Chupa Chups mit Melone und Sahne. Hm, lecker! Und Fritz-Spritz.

Gedankensplitter in der Nacht zum Nachdenken:

 

Musik vergeht, Ton auch, aber ich bin noch da. Es ist zwar Musik in mir, Rhythmus in mir, aber mein Sein ist länger und eher da als Musik. (Gott) 

Kirchenkunde 3. Teil

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9. Februar 2023: Talent ist kein Zufall. (Suzuki)

Prelude und Psalm: Die Orgel ist die Orgel (und nicht der), weil sie voll Anmut und Schönheit ist. Ein Reigen der Musik.

Foto: Franken

Musikerinnen und Musiker müssen sich manchmal neu mit Musik anfreunden. Assoziationen mit Leistung, Druck, Perfektionismus haben viele oft nicht erkennen lassen, was und wie Musik eigentlich ist: Schönheit. Annahme ist dabei wichtiger als Anerkennung. Meine Seele läuft auf meinen Beinen.

My heart will be blessed with the sound of music: Gott formte den Ton der Welt. Die Welt tönt und klingt.

Wieder 2 Prüfungen bestanden und geschafft. Wie alles gelaufen ist, lasse ich später Revue passieren. Jetzt habe ich 11 in 18 Tagen geschafft, teilweise unter unglaublichen Bedingungen:  Gesang, Orgelmethodik, Kirchenkunde, Schwerpunkt Lecture Recital, LO, Klavier, Chorleitung, kirchenmusikalische Praxis (homiletisch), Popularmusik in der Kirche (Band-Arrangements), Referat, IV-Vorspiele.

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Kirchenkunde Teil 2

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Gottesdienst

8. Februar 2023: Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte. Ein ängstlicher Glaube bringt die Seele in den Himmel, mutiger Glaube aber bringt den Himmel in die Seelen. (Charles Spurgeon)

Musik ist plastische Kunst. Klang verkohlter Bitterkeit in den Himmel.

Foto: Blumen auf meinen Nägeln

Anhand von Tacitus (römischer Geschichtsschreiber, 55-116) und Plinius der Jüngere (Statthalter, der mit Vorliebe Frauen folterte), kann man gut erkennen, wie falsch bzw. unwahr Geschichtsschreibung laufen kann, so auch heute. Tacitus berichtet darüber, dass Jesus und die Christen abergläubig waren, unterdrückt gehörten und Jesus zu Recht ermordet wurde.

Schade, dass das „Sakrament“ Buße weggefallen ist (siehe CA 1530). Das ist genau das, was alle und die Kirche am dringendsten nötig hätten.

Diplom-Prüfung Gesang ist auch sehr gut gelaufen, es hat viel Spaß gemacht. Feedback: Sehr musikalisch, göttlich. ☺️

Anhand des Agierens der Päpste, besonders zur Zeit der Reformation, als Papst Leo X über Luther den Kirchenbann verhängen ließ, und im anschließenden konfessionellen Zeitalter der Neuzeit sieht man deutlich, dass die (machthungrigen) Päpste nicht besser waren als ihre weltlichen Kaiser-Kollegen – siehe Kaiser Karl, der 1546 (kaum war Luther tot) jahrelang durch Krieg den neuen Glauben eindämmen wollte. Wie kann man also von der Unfehlbarkeit eines Menschen ausgehen, ob nun alter Papst oder neuer Papst? Und wie kann eine Kirche, die insgesamt (bis auf Einzel-Ausnahmen) mit Hitler durch ein Reichskonkordat von 1933 „verbündet“ war und stillschweigend zusah, davon ausgehen, sie sei die einzige „wahre Kirche“?

Köln

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7. Februar 2023: Gott nötig haben ist nichts, dessen man sich schämen müsste, sondern ER ist die Vollkommenheit. Es ist am traurigsten, wenn ein Mensch durchs Leben ginge, ohne zu entdecken, dass sie Gott nötig hat. (Sören Kierkegaard)

Genau auf Kurs. „Das Leben ist nicht ein Sein, sondern ein Werden. Nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Nicht Gesundheit, sondern Gesundwerden. Wir sind’s noch nicht, wir werden’s aber. Es ist noch nicht getan oder geschehen, es ist aber im Gang und im Schwang. Es glüht und glänzt noch nicht alles, es reinigt sich aber alles. Ich muss leiden und stillehalten, dass Er mich schaffe. Gott selbst ist der Abgrund. Ich kann nicht tiefer fallen.“ (Martin Luther)

Foto: Ehrlich Orgel, Franken

Wieder eine Prüfung geschafft. Es waren bis jetzt 7 Prüfungen in 16 Tagen. Ich habe alles geschafft und bestanden. Das ist auf jeden Fall schon jetzt Rekord, jedenfalls hier in Greifswald. Und es kommen noch welche und wichtige, Gesang, Gottesdienst, Orgelmethodik… Vieles macht mir Spaß. Ich komme mir vor wie im Dschungelcamp. Oder bei den Hunger Games. Survival Feeling. Liebe ich. Ich lebe von Prüfung zu Prüfung und fordere mich gern heraus.

Spannend fand ich Kirchenkunde (Konfessionskunde, Ökumene und Kirchengeschichte). Hierzu las ich auch Jung und Körtner. Ich finde es wunderbar, dass es den ACK gibt und den Ökumenischen Rat (beides seit 1948) und dass Kirche zusammen arbeitet. Ich lerne und lese sehr gern und liebe es, sehr gut zu sein.

Gabriellas Sång

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Kirchenkunde

Ich bin enttäuscht von der Barmer Theologischen Erklärung (BTE) von 1934 der sogenannten „Bekennenden Kirche“ in der Nazi-Zeit und Karl Barth (1886-1968): Es wird leider keine klare politische Stellungnahme formuliert, nichts zur Judenfrage gesagt, und weiterhin ist es eine Männerkirche („Brüder“). Zudem ist das sogenannte „Verwerfen falscher Lehren“ fast Heuchelei, denn die Kirche hat erneut „die Gestalt der biblischen Botschaft der herrschenden weltanschaulichen politischen Überzeugung“ angepasst: siehe Regenbogen etc.

Auch die Stuttgarter Schulderklärung von 1945 kommt mir viel zu kurz und „lapidar“ vor.

Kunstmusik

Neu entdeckt habe ich Petr Eben (1929-2007) ❤️ – Prager Orgelmusik viel zu wenig beachtet.

Gerade weil Musik Text ist, ist Kunstmusik, Klassik oder E-Musik (sogenannte „Ernste Musik“) für viele Menschen anstrengend. Sie verstehen den Text und die musikalische Rede nicht. Unterhaltungsmusik und Filmmusik sind oft leichter zu verstehen.

Kunst sehnt sich nach Qualität und Ergriffensein. Dafür kollidiert sie manchmal und eckt an. Bei Kunst spielt ein Falsch und Richtig keine und doch eine Rolle — ein falscher Ton ist in diesem Moment ein falscher Ton, da gibt es nichts zu rütteln, so wie alle unterschiedliche Sprache dieser Erde Basis-Grammatikregeln besitzen. Man muss diese kennen, um Neues auszuprobieren, um sie überwinden und übertreten zu wollen für neue Künste, Sprachen und Ziele.

Kunst ist nicht gleichzusetzen mit Perfektion und Professionalität, als sei perfekte Leistung schon Kunst. Oh nein! Es gibt so viel musikalische Professionalität, die keine Kunst ist und die zudem nicht berührt.

Dass die musikalische Entwicklung von musikalischen Kindern oft zu sehr gesteuert wird, hin zur Bühnenmusik und in Wettbewerben beispielsweise, hat Nachteile. Leistung ist nicht gleich Kunst. Im Gegenteil.

Wenn ein Publikum aus Neid, Faulheit oder Furcht geradezu a-musikalisch oder konsumierend wird, werden sich noch weniger Menschen trauen, ihrem künstlerischen Potential wirklich nachzugehen. Bühne braucht Zeit.

6. Februar 2023: Und Bekenntnis.

Seele ist Sinn wie Haut. Bekenntnis. Demnach haben wir sechs Sinne: schmecken, fühlen, riechen, tasten, sehen und sein. Im Inneren sein. Geistlich ist sinnlich. Denken ist Sinn. Unterwegs nach Heimat.

Foto: Heidelberg

Doch manchmal lösen die inspirierendsten Ansichten und Aussichten die größten Widerstände aus.

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Ich finde es falsch („Alte Schule?“), bei einer Chorprobe kein Klavier verwenden zu dürfen. Was meint ihr? Gerade bei einem Chor, der hartnäckig keine Töne trifft, nur einsam mit Stimmgabel, Stimme und der eigenen Musikalität dazustehen ohne harmonische Leitplanke – da ist man schon auf „verlorenem Posten“, denn ich kann keine 4 Stimmen gleichzeitig singen, also nicht vertikal, nur horizontal agieren. Natürlich soll/kann ein Chor nicht temperiert singen. Aber isolierte Linien ohne harmonischen Zusammenhang vorsingen – ob das so hilfreich ist? Vor allem mit einem Chor, der den harmonischen Zusammenhang nicht erkennt und die Partitur nicht in der Senkrechten hört. Ein Chor ist ja kein Orchester.

So kann nur der Chor als Instrument die Harmonien suchend hervorbringen – buchstäblich und mehr oder weniger unwissend. Und wenn diese Harmonien falsch gesungen werden, merkt sich der Chor das Falsche. Ich kam mir vor wie eine Hirtin, die eine bockige Ziegenherde in den Stall bringen soll. Verweigert sich eine Orgel? Nein. Das Klavier? Nein. Instrumente können nicht beleidigt sein.
Man braucht vor allem eines: Geduld.

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Die frühesten Quellen zur Kirchenmusik (Basilius von Caesarea (330-379) und Institutio canonicorum (816, auf einer Synode) berichten, dass eine Kantorin oder Kirchenmusikerin in ihrer Kunst ausgezeichnet sein darf, jedoch bescheiden, vor Gott zerknirscht, den anderen das Gefühl gebend, sie würden selber musizieren. Es war die Zeit des einstimmigen Gesangs, der Gregorianik. Manche legen diese Zeilen aus, dass virtuose, sinnliche oder instrumentale Musik nicht erlaubt war. Aber ich glaube, es geht vor allem um die Herzenshaltung in diesen Texten.

5.  Februar 2023: Nach-Schöpferin (AHS)

Foto: Kloster in Schwaben

Es ist wichtig, allem künstlerisch Ausdruck zu verleihen. Viele Menschen haben Angst vor echter Trauer und Melancholie und verwechseln diese mit Depression.

Ich glaube, die meisten Menschen können nicht trauern und sind deswegen fies, aggressiv oder depressiv. Melancholie in Verbindung mit Ruhe und Ernsthaftigkeit ist ein wichtiger Schlüssel für Kreativität, die zugelassen und erlaubt werden darf.

Heutzutage muss jeder Mensch stets fröhlich und gut drauf und stark sein, was zu Fassaden und Oberflächlichkeiten führt. Kunst kann so niemals tief und ernsthaft werden.

Wie Johann Sebastian Bach sein Bekennen in das Gemäuer seiner Musik eingebaut, verborgen und als Fundament gelegt hat, zeigt mir: Es ist Sinn und Aufgabe der Forschung: den Schlüssel der Wahrheit zu finden, und die Aufgabe der Künstlerinnen, Wahrheit zu bekennen.

ASMR Jeden Augenblick

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Brahms, Bruckner —  ihre Dichtung und Sprache sind die Musik. Wo sind meine Vorbilder? Ich kann nicht mal eben Martin Luther anrufen und fragen, was er von gewissen Dingen halten würde. Leider.

Und die Frauen? Die, die da sind, helfen oft nicht.

Der, der aus dem Rahmen fällt als Schreibender, ist umso mehr Bach, der für mich stets in Richtung Musikdrama und Dichtung, Psychologie, Theologie und Philosophie deutet und Vorbild ist.

Poetische Orgel

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Die Nach-Schöpfer, die Interpretinnen, schreiben auch, aber für mich sind eben die Neuschöpfenden wichtig, die, die eine Muse brauchen. Was für eine habe ich? Wagner wiederum in all seiner Ambivalenz ist für mich Dichter, Schriftsteller, Gesamtkunstwerk: Er war ein Komponistendichter. Oh, was hätten Zippel gelästert und geliebt. 

Es gibt schreibende Künstlerkomponisten wie Liszt, Schumann, E.T.A Hoffmann, Mahler, Schönberg — aber sie schreiben fast ausschließlich theoretische Schriften, keine Lyrik oder Dramen oder Romane. Ein Schriftsteller ist philologisch tätig. Musik ist Wort.

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Mehmel Orgel

4. Februar 2023: Das laut knisternde Hustenbonbon satter Laien macht das Rondo hungrig. (AHS)

Wie prasselnde, glänzende Edelsteine von hohen Dächern herab geschüttet, so wickelt sich um mich frisch gestimmter Klang und will mit seiner goldenen Zunge jeden Finger und mein Herz berühren: Den Rest des Tages spüren.

Foto: Bensheim

Wieder zwei Prüfungen gestern geschafft und bestanden. Das Niveau des Studentenchores hier in Greifswald ist jedoch tief. Ich habe ein neues Stück mit ihnen geprobt, und sie konnten keine Zeile richtig oder sauber singen oder erarbeitete Töne finden, obwohl ich mehrfach vorgesungen habe. Dabei war das Stück schön und nicht schwer.

Insgesamt kann ich das Institut nicht empfehlen. Das künstlerische Niveau in Orgel und Klavier ist niedrig. Die Zimmer sind ausschließlich nach Männern benannt, obwohl die Gründerin eine Frau war. Es gibt ein Zimmer, das nach einer Frau benannt ist, und das ist im Keller! Symbolisch. Alle Professuren und Hiwi-Stellen dieser Abteilung: Männer, so auch der Studentensprecher, Markus Hansen, der bewusst dauerpräsent ist und meine Chorprobe boykottierte, weil ich gar nicht in sein Schema passe. Frauen haben nur schlecht bezahlte Lehraufträge. Und die wehren sich bekanntlich nicht. Im Gegenteil, sie sind noch dankbar. 

Viele Studenten (fast alle hier aus der Gegend) sind im 13./14./15. Semester, was hier normal ist – und wenn ich von weit weg sehr schnell fertig werden möchte, was es hier noch nie gab, wird man schief angeguckt und muß sich viel gefallen lassen.

Greifswald ist weltweit die einzige Einrichtung, die verlangt hat, dass auch ich Klavier und Orgel als Abschluss spielen soll trotz Master und Konzertexamen. Künstlerische Fächer werden grundsätzlich nicht anerkannt. Begründung von Matthias Schneider: Es muß der Greifswalder Stempel drauf.

Aha. Was ich gemacht habe. Ich bekam die 1,0. Der Klavierlehrer hier, Raik Harder, der nicht meine Abschlüsse hat und kein Konzertpianist ist wie ich, grinste mich süßlich an.
Aber ich halte durch! Gegen den Strom.

3. Februar 2023: Art is strength under control. (AHS) 

Foto: Oberbayern (meine Privat-Sänfte)

In den Noten von Beniamino Cesi steht: „Domenico Zipoli“. Ich habe gelesen „Domenico Zippeloni“ 😂

Kunst kommt aus den tiefen Regionen des Körpers, schwingt. Ist unzerstörbar. Ein Eisberg ist deswegen unzerstörbar, da er zu 90 Prozent verborgen liegt. Genauso ist Musik, ist ein Leben unzerstörbar, wenn zu 90 Prozent verborgen. Es ist nicht schade, dass man nur 10 Prozent sieht. So ist es auch bei mir. Mein Blog ist nur die Spitze des Eisbergs. 5 Prozent.

Aber wer hört auf Worte, wenn Töne siegen? Als sei die Seele pulsierend, in Gewebe, Muskeln und Organe hinein. Seele und Geist sitzen in Brust und Kehle, pulsieren von dort aus. Denn meine Musik ist Abbild meines ganzen Willens.

Ich liebe Sweelinks „Herr Gott erhöre mein Flehen“: intensiv, nachdrücklich.

Betet heute 9 und 15 Uhr 🙏

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https://youtube.com/shorts/ruVkcVsvegQ?feature=share

2. Februar 2023: Klang ist etwas Weibliches, Echo erst recht. (AHS)

Brücken und Reise. Dort, wo Wind und Sonne die Wasseroberfläche berühren und küssen, antwortet sie mit vielen Lippen und Mündern, die sich immer wieder neu formen und Gold auf ihren Rändern zeigen. 

Eigentlich ist diese Schönheit zu verwirrend, zu viel für einen Menschen: diese Antwort des Wassers auf Sonne und Wind — und doch nur sichtbar, wenn wir genau hinsehen.

Die nächsten Prüfungen geschafft, LO, Popularmusik, Klavier, Kammermusik, Referat Orgelmethodik (sehr interessant). Jetzt einen Tag Atempause. Um alles zu schaffen, stehe ich jeden Tag um halb 5 auf.  Meine Zeiten haben sich dadurch verschoben. Um 19 Uhr bin ich so müde, dass ich nicht mehr denken kann. Draußen ist es zudem kalt und windig. Wenn man sich mit Musik beschäftigt, tut es fast körperlich weh, irgendwo in einem Laden Hintergrunds-Radio zu hören. Ich kann es innerlich nicht wegschalten, wegdrücken, was ich sonst oft ganz gut kann/ trainiert habe.

Ich denke über die Situation der Orgel nach: In viel zu wenigen Musikschulen wird Orgelunterricht angeboten. Die Orgel wird vernachlässigt. Der Lehrplan der VdM erscheint mir hier wie ein Wunschbild, ein Traumbild, fern der Realität. Denn: Wieviele Musikschulen haben eine zweimanualige Pfeifenorgel, geschweige denn mehrere zum Üben im Haus? Wo sollen denn die Kinder üben? In Kirche wollen sie nicht, und manche Kantoren lassen niemanden an die Orgel, was verblendet ist und verboten gehört.

Und wer soll Orgel unterrichten? Musikschule wird ja schlechter bezahlt als Kirchenmusik. Daher gehen Kirchenmusikerinnen nicht in die schlechter bezahlte Musikschule.

Orgelpädagogik kann man nur an wenigen Hochschulen studieren. Und wer sollte das studieren, um später schlecht bezahlt zu werden?

Und Konzertorganistinnen werden vermutlich nicht unbedingt in die Musikschule gehen, da sie ja für was ganz anderes trainiert wurden und Musikschule (und Gemeindearbeit und Kirche) meist ein Rückschritt für sie bedeutet.

Es ist also ein Dilemma.

Meine Lösungen und Thesen: 

1. Musikschulen sollten das Kulturgut Orgel unabhängig und losgelöst von Kirche anbieten und fördern. Pfeifenorgeln (es gibt gute gebrauchte) für warme Räume kaufen und Lehrkräfte sehr gut bezahlen.

2. Die Kirche und die Kirchenmusik sollten nicht die Hand auf der Orgel halten und sie kirchlich deckeln und einengen, sondern die Orgel als Instrument für alle und für Kids und für das (säkulare) Konzert gerne freigeben.

3. Musikschule und Kirche sollten „Orgel“ getrennt voneinander anbieten, können aber dennoch gut miteinander arbeiten.

4. Kinder, Teens, junge Leute müssen auch ohne Choräle und kalte Kirche Orgel lernen dürfen.

5. Konzertorgel muss viel mehr als „normaler Beruf“ akzeptiert von der konservativen Kirchenmusik und nicht als Konkurrenz oder mit Neid angesehen werden.

6. Pfarrerinnen dürfen nicht besser bezahlt werden als Kirchenmusiker. Sonst ist Stress und Streit vorprogrammiert. Denn es ist sehr ungerecht.

7. Kirchenmusikerinnen sind sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen Kirche gleich wertvoll und sollten beide „geweiht“ sein im Sinn von Verkündigung und Dienst für Gott.

8. Theologische Ausbildung in der Kirchenmusik ersetzt nicht virtuoses Spiel und persönlichen Glauben. Gläubige Künstlerinnen sind in der Kirche viel besser aufgehoben als lästernde, arrogante und heidnische Kirchenmusiker, die zwar theologisch ausgebildet wurden, aber sehr weit weg von Gott sind und zudem schlecht spielen. Laut Bibel sind Gott ausgebildete Leute, die dennoch in Herzen böse sind, ein Gräuel, und nicht unausgebildete.

Gottesdienst-Ablauf kann man schnell lernen, doch Gott kennen und an Gott zu glauben nicht. Das haben viele nicht verstanden. Kirchenmusiker sollten vor allem von Gott geweiht sein und ihn kennen.

9. In der säkularen Welt geht es oft viel christlicher zu als in Kirchen. Das muss sich ändern.

10. Kirche sollte Konzertorganistinnen fördern und unterstützen, denn sie haben eine wichtige Schlüssel-Funktion.

11. Bach ist unser, ist mein Vorbild darin: Dass beides geht: Künstler und Kirchenmusiker sein, christlich, konzertant und auch „säkular“ spielend, in beiden Welten mit virtuosem Spiel zuhause, den Glauben an Jesus innen im Herzen tragend.

Das, was wie Feuer und Wasser, das, was gegensätzlich ist, zu vereinen – das hat Bach geschafft: Konzertfach und Kirchenmusik und wahrer Glaube. Wer hat das noch geschafft außer ihm? Wie er? Dafür liebe ich ihn. Denn die Orgel ist wie das Leben. Das Leben ist Choral und Konzert, ist virtuos und Kirche, ist Alltag und Gottesdienst. Die Orgel repräsentiert das Leben.

Und wie lange hat es bei mir gedauert, als Künstlerin meine erste große LO-Prüfung zu spielen, und dann gleich Diplom/B. Gottes Wege sind unergründlich.

Höhenangst, Pommern, Riga, New York. In the flow. Karawane durch neues Land. Odyssee, Wüste, Kindheit.

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