Startseite Nach oben

Buchholz Jehmlich Orgel Dom Greifswald

ev. St. Nikolai

Orgelbauer:

Buchholz/VEB Jehmlich (Dresden)

Baujahr:

1832/1987 Opus 1066

Datum des Erstbesuchs:

2018

Disposition und Spielhilfen

Ann-Helena-SchlueterAnn-Helena-Schlueter-Orgel-Kirchenmusik

Neobarock mit französisch-romantischen Anteilen, 15 Buchholz-Pfeifen. Heute 53 Register, 3 Manuale, Pedal, mechanische Schleifladen (Umbau 1988 durch Fa. Jehmlich aus Dresden). Neogotisches Gehäuse wurde behalten, leider nur 15 Buchholz-Register blieben original. Schade, dass immer alles “umgebaut” werden muss. Warum? Die ursprünglich frühromantische Greifswalder Dom-Orgel mit 45 Registern durch Carl August Buchholz, einem genialen Orgelbauer aus Berlin, wurde durch F.A. Mehmel 1868-1870 repariert, bekam weitere Register 1869, dann wieder repariert 1871-72 durch Grüneberg, leider ab 1873 schlimmer Umbau durch die Orgel-Zerstörungs-Bewegung (im Sinne der “Orgelbewegung”), durch Kemper & Sohn, dann 1988 erneuter Umbau durch Jehmlich. Das Wort Umbau ist oft ein trauriges Wort im Orgel-Zusammenhang.

Hauptwerk (II) C-g’’’

  • Prinzipal 16’
  • Prinzipal 8’
  • Rohrflöte 8’
  • Gemshorn 8’
  • Oktave 4’
  • Spitzflöt 4’
  • Quinte 2 2/3’
  • Superoktave 2’
  • Mixtur 4f
  • Mixtur 6f
  • Cornett 5f
  • Trompete 16’
  • Trompete 8’
  • Tremulant

Oberwerk (III) Schwellwerk

  • Bordun 16’
  • Prinzipal 8’
  • Koppelflöte 8’
  • Salicional 8’
  • Octave 4’
  • Rohrflöte 4’
  • Waldflöte 2’
  • Sesquialtera 2f’
  • Quintflöte 1 1/3’
  • Mixtur 5f
  • Zimbel 3f
  • Trompet harm. 8’
  • Schalmei 4’
  • Trompete 8’
  • Clairon 4’

Unterwerk (I)

  • Praestant 8’
  • Gedackt 8’
  • Quintadena 8’
  • Prinzipal 4’
  • Gemshorn 4’
  • Prinzipal 2’
  • Quinte 1 1/3’
  • Terz 1 3/5’
  • Sifflöte 1’
  • Scharffzimbel 3f
  • Dulzian 16’
  • Vox humana 8’
  • Tremulant

Pedal C-f’

  • Untersatz 32’
  • Prinzipal 16’
  • Subbaß 16’
  • Oktave 8’
  • Gedackt 8’
  • Oktave 4’
  • Pommer 4’

Koppeln

  • I/II
  • III/II
  • I/P
  • II/P
  • III/

Klang und Akustik

Großer Klang in großer Akustik. Auf der langen steilen Holztreppe nach oben zu Turm und Orgel verfolgen einem das schwere Ticken der Uhr. Sehr nette Pförtner mit Kaffee und kleinem Kabuff (Zimmerchen), wo man die Trinkflasche auffüllen kann.

Persönliche Note

Sehr schöner Meisterkurs und Konzert, wunderschöne Stadt, sehr schöner Dom, waren tolle Wochen!

Die Greifswalder St. Nikolaikirche wurde 1362 mit urkundlich dokumentierter Orgel ausgestattet, 1516 wird eine weitere Orgel erwähnt, 1575 wurde dem Rostocker Orgelbauer Fabian Peters der Aufgabe gegeben, eine große Orgel mit 1633 Pfeifen, einem Werk, 2 Positiven und Pedal, zu bauen. Das Gehäuse wurde als Holzintarsienarbeit gebaut, 1577 fertiggestellt. Die Peters-Orgel steht in der Tradition des Brabanter Orgelbaus.
Carl August Buchholz aus Berlin baute dann eine neue frühromantische Orgel. Das Gehäuse gestaltete Johann Gottlieb Giese. Am 18. Juli 1832 wurde die Orgel  eingeweiht. In der Orgelbewegung war sie eine der wenigen bis dahin noch erhaltenen großen frühromantischen Orgeln in Deutschland, doch leider baute man sie um. Die Windladen dieses Instruments sind als Schleifladen angelegt, die Spiel- und Registertraktur ist mechanisch. Neben dem historischen Gehäuse wurden einige Register aus der alten Orgel übernommen, einige nach Buchholz rekonstruiert. Insgesamt verfügt sie nun über 51 klingende Register, verteilt auf 3 Manuale und Pedal. Nun ist sie eine universelle Orgel. Wie gern hätte ich die reine Buchholz Orgel kennengelernt.

Von meinem/meiner Galaxy

2 Antworten auf “Buchholz Jehmlich Orgel Dom Greifswald”

  1. Alexander Abs

    In der Tat eine universelle Orgel mit sehr melodisch klingenden Registern…es ist nicht davon auszugehen, daß diese, wenn es darum geht, Orgelliteratur verschiedener Epochen zu spielen, so leicht an ihre Grenzen stoßen könnte.

  2. Andreas Friedrich

    Vielleicht gibt es die Variante “Zeitreise” zur Original Orgel von Buchholz irgendwann … Ausführlich, persönlich und emotional. Ich bin mir nur nicht sicher, ob im Video das Knarren der Stufen zur Musik an der Orgel gehört… Gelungene Info und Video!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.