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Deutschland

18. November 2019

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Vogelerkundungen III

Mittlerweile sind die Kohlmeisen sehr zutraulich. Besonders Johann. An Regentagen verbringt er den ganzen Nachmittag auf meinem Balkon. Und zwei seiner Kohlmeisen-Kumpane sind ängstlicher, die kommen und gehen. Seine Schwestern? Sie nehmen die Sonnenblumenkerne mit. Aber Johann pickt sie bei mir auf. Dann zwitschert er. Wenn er wegfliegt, macht er einen fröhlichen Bommel in die Luft. Wenn ich auf den Balkon gehe, zwitschern sie schüchtern aus der Ferne (Nachbarbalkon). Sie haben auch meinen kleinen Zierdetopf zerschmettert, weil sie neugierig und verspielt sind.

Sie nehmen meinen Balkon fröhlich ein, vor allem morgens. Und sie hören mir beim Üben zu. Vom Flügel aus beobachten ich sie beim Futtern und Spielen. Mein Balkon ist mein Vogelhaus geworden. Eine Riesen-Voliere wie bei den vier Lübecker Märtyrern (mein Roman Frei wie die Vögel). Ein Wintergarten für Vögel. 

Mein Wunsch ist, dass sie futtern und spielen, auch wenn ich auf dem Balkon bin. Neulich sind sie fast mit mir kollidiert. Da waren sie noch etwas ängstlich. Dabei haben sie mich schon länger beobachtet. Sie wissen, glaube ich, wer ich bin und dass ich es gut mit ihnen meine. Und dass ich die Tauben vertreibe. 

 

 

 

15. Juli 2019

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Regensburg, Rügen

Das Konzert in St. Wolfgang Regensburg war sehr schön, ein Boston-Flügel; jetzt unterwegs nach Rügen zu den Orgelkonzerten. Die ICEs sind sehr voll. Auffällig ist, dass bei Tische und Stühle verstellen in Kirchgemeinden oft nur Frauen helfen, keine Männer. Aus “Emanzipationsgründen” (?) habe ich eine Flasche Wein bekommen. Am meisten aber freute mich die Schokolade 🙂

Faith is actually sometimes the opposite of performance.

Ich freue mich auf die Konzerte im Ruhrgebiet. Mir fällt auf, dass manche Menschen meinen, es sei vor allem Talent, von Gott, nicht in erster Linie viel Arbeit, als würde man einen Klavierabend oder ein Orgelkonzert mal eben aus dem Ärmel schütteln.

Schwedische Nationalhymne gerade in Deutsch gesetzt:

Du altes, du freies, gebirgsvolles Land,

du leiser und wunderschöner Norden.

Ich grüß dich, so freundlich lädt ein deine Hand:

deine Wiesen sind lieb mir geworden.

Du thronst auf Erinnerung…

3. April 2018

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Bonner Münster

Es ist anstrengend, mit einer noch ungeborenen Vision zu leben, an die ich nicht mehr denken will. Sie begegnet mir überall. Ich möchte mich entspannen, morgen ist das nächste Konzert. Stundenlang las ich begeistert  Atemschaukel von Herta Müller. Sie schreibt mit purem, divergentem Denken in einer weichen, poetischen Art — erstaunlich, dass ich dies lese direkt nach meiner Reise nach Rumänien, als wäre es vorbereitet. Kreativität ist kein passender Ausdruck mehr, ich finde sie besser als Böll und Grass, wenn ich vergleichen muss, die mir zu provozierend im ekligen Sinne sind; denn Ästhetik ist Denken. Begriffe müssen klar sein, Kreativität ist mir ebenfalls zu schwammig, dies ist kein guter Begriff. Ich müsste neue Wörter erfinden und ihre Definitionen.

Als wir das Bonner Münster besuchten, in dem gerade die Gruft von Märtyrern geöffnet ist (das Rheinland wurde lange von Franzosen besiedelt), sah ich eine große Steinfigur mittig, eine Frau, die in Wildheit und Ruhe kniend im Kleid ein Kreuz trug.

Ich sagte: Schau, das bin ich! Als wir ringsum um die Kämpferin gingen, stand auf einer Tafel: Die Heilige Helena. Er sagte: Wow. Woher wusstest du das? Ich wusste es nicht. Ich fragte: Was macht sie da? Er sagte: Sie bittet um Kraft. Das gefiel mir.

12. Dezember 2017

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Köln

Ich spielte an der Ahrend-Orgel in Köln.

Ein Stapel Noten fasziniert mich immer, ich muss hin und sie mir ansehen.

Dann hatte ich Konzert in München (Immanuelkirche) und dann in Rosenheim an der Reil-Orgel in der Nikolai-Kirche.

Meine neue Übe-Orgel Steinmeyer-Elenz (St. Josef) oder Beckarath-Orgel (St. Johannis). Trotz meiner Höhenangst bin ich ganz auf den Ulmer Münster gestiegen. #proud (es war etwas schlimm)

Bald ist Weihnachten. Nicht Rydbergs Tomte, sonders das Kind in der Krippe.

19. September 2013

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Schweden

Vollmond hier in Västergötland, Schweden, Äspered in Älvsborg län. Es ist so still, dass man nichts hört, kein Auto, nichts. Der See Tolken und die Wälder liegen in Nebel eingehüllt, Pferde grasen. Die roten Häuser stehen fest und freundlich. Die drei roten Villen, in denen Filippa, Per, Gunilla, Ingvar, Erik und ich wohnen, grüßen sich stumm. Es war heute wieder ein langer, wunderschöner Tag. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Die Dörfer liegen friedlich, Sundholmen, Björnhult, Sjötorp, Skogslund, Ulricehamn, Dalsjöförs, Toarpsdal — die ganze Toarpsområdet … die Namen sind so schön wie die Dörfer selbst mit weiten, hügeligen Wiesen.

17. September 2013

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Jönköping, Borås

Heute den ganzen Tag in Jönköping verbracht, der Stadt meiner schwedischen Wurzeln. Heute Abend Konzert.

Bereits in Jönköping in Småland sieht alles wieder ganz anders aus. Städte scheinen so unabhängig von ihrem Land zu sein.
Heute habe ich meine ersten schwedischen Elche gesehen — wenn ich den toten von vorgestern mal weglasse.
Bären hat es hier in Äspered früher zuhauf gegeben, auch Wölfe.
Heute Schafe mit schwarzen Gesichtern, weiße Kühe, Rehe, Fliegenpilze, Blumen und Elche.

Borås ist eine sehr schöne Stadt, etwas kleiner als Würzburg. Morgen gehen wir ins Kunstmuseum Abecita in Borås, dann Knalleland, Textilmuseum, Skulpturen-Gang. Heute war ich im Bastu bei Bo und Cyrene und schlief hinterher im Herbstsonnenschein auf der Terrasse ein. Ich spreche den ganzen Tag nur Schwedisch. Das ist das Beste. Dazu Mio, min Mio. Änglagård. Tranströmer.
Wir essen Torsk, Köttbullar, Strömming, Smörgås, hård bröd, Falukorv, trinken Lingonsaft, Blåbär-Mellanfil.

12. August 2013

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Notenspur Leipzig

Die Karli in Leipzig: Nato (Kino), Späti (für immer zum Einkaufen), Staubsauger (zum Tanzen), Cafe Puschkin, Conne Island (Kino), Feinkost (Kino) — und wir wohnen mittendrin. Cospudener See, Rababa Shisha, La Strada. Stundenlang bis zum Schluss Notenspur, Rathaus, Stasi-Museum.
Am Montag Berlin, Gespräche mit Verlagen. JUBALmusic Berlin. Das nächste Mal probiere ich den Bechstein Flügel dort in der Kirche aus. Im November spiele ich dort die Kunst der Fuge erneut auf der Orgel.

28. Mai 2010

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Karlstadt am Main

Das Konzert in Karlstadt ist sehr gut verlaufen, Presse war da, schöne Blumen, trotz Sonne sehr gut besucht, ich musste zwei Zugaben geben, eine gesungen, eine dritte war mir dann zu viel. Heute fahre ich nach Neubrandenburg und spiele heute abend, eine weite Reise. Magisterarbeit über Bachs Goldberg-Variationen fertig.

Ich halte mich mittlerweile gern in Bibliotheken auf für das wissenschaftliche Studium, obwohl mich manchmal die vielen Bücher erdrücken.

Konzerte der Schwedische Gesellschaft München und Würzburg

Gestern wieder etwas Lustiges passiert: es kam eine russische, fremde Frau auf mich zu und sagte, ich würde Deutschland und Schweden vertreten, und meine Mischung sei eine gute Gaben-Mischung. Da wurde mir bewusst, dass ich auch Würzburg vertrete. Es macht mir Freude, den ausländischen Musikerinnen Restaurants zu zeigen und ihnen zu helfen.