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Deutsch-schwedisch

5. Juni 2019

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Gesegnete Pfingsten! Lyrik Opus 3

Ich erinnere mich gern an die St. Ulrich-Kirche in Halle/Saale und die Führer-Orgel in meinem ersten internationalen Orgelsommer (Riddagshausen/Braunschweig). Nach dem Konzert habe ich den Zoo Hannover besucht. Ich liebe Tiere, aber nicht eingesperrt.

Der neue Lyrik-Band ist auf Amazon:

Keine Wolke fällt tiefer als blau

19. September 2013

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Schweden

Vollmond hier in Västergötland, Schweden, Äspered in Älvsborg län. Es ist so still, dass man nichts hört, kein Auto, nichts. Der See Tolken und die Wälder liegen in Nebel eingehüllt, Pferde grasen. Die roten Häuser stehen fest und freundlich. Die drei roten Villen, in denen Filippa, Per, Gunilla, Ingvar, Erik und ich wohnen, grüßen sich stumm. Es war heute wieder ein langer, wunderschöner Tag. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Die Dörfer liegen friedlich, Sundholmen, Björnhult, Sjötorp, Skogslund, Ulricehamn, Dalsjöförs, Toarpsdal — die ganze Toarpsområdet … die Namen sind so schön wie die Dörfer selbst mit weiten, hügeligen Wiesen.

17. September 2013

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Jönköping, Borås

Heute den ganzen Tag in Jönköping verbracht, der Stadt meiner schwedischen Wurzeln. Heute Abend Konzert.

Bereits in Jönköping in Småland sieht alles wieder ganz anders aus. Städte scheinen so unabhängig von ihrem Land zu sein.
Heute habe ich meine ersten schwedischen Elche gesehen — wenn ich den toten von vorgestern mal weglasse.
Bären hat es hier in Äspered früher zuhauf gegeben, auch Wölfe.
Heute Schafe mit schwarzen Gesichtern, weiße Kühe, Rehe, Fliegenpilze, Blumen und Elche.

Borås ist eine sehr schöne Stadt, etwas kleiner als Würzburg. Morgen gehen wir ins Kunstmuseum Abecita in Borås, dann Knalleland, Textilmuseum, Skulpturen-Gang. Heute war ich im Bastu bei Bo und Cyrene und schlief hinterher im Herbstsonnenschein auf der Terrasse ein. Ich spreche den ganzen Tag nur Schwedisch. Das ist das Beste. Dazu Mio, min Mio. Änglagård. Tranströmer.
Wir essen Torsk, Köttbullar, Strömming, Smörgås, hård bröd, Falukorv, trinken Lingonsaft, Blåbär-Mellanfil.

11. September 2013

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Örseundzug und Schloss Hurlach

Im Öresundzug nach Göteborg. Flensburg, Koling, Kopenhagen, Lund… Borås und Vimmerby: Astrid Lindgrens Welt.

Schlossfest im Schloss Hurlach bei Augsburg war sehr schön, Band und solo. Interviews in Leipzig. Morgen ganz früh nach Schweden, über Malmö, Göteborg nach Borås.

Schach

Beim sehr ästhetischen und künstlerischen Spiel Schach heißt es ‘Notation’; durch sie kann eine Partie nachgespielt werden. Es geht in der Kunst, in der Lyrik immer um Timing. Die künstlerische Intuition dabei verschafft mir ein neues, logisches Sehen, eine Art Sehen in der Zeit. Ein Sehen in Timing.

Kampala, Uganda

30. Juni 2010

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Mabuhay!

Das Essen hier in Manila ist sehr interessant: heute assen wir Sinigang, das nationale Gericht, saure Suppe mit der Frucht Sampaloc, eine Suppe mit Schweinefleisch, Aubergine, Kangkong in einer Bruehe mit Wasser und Gewuerzen und gruenem Swamp Cabbage, dann Bagoon, das sind sehr kleine Shrimps, also eine salzige Fischpaste, dann Calamansi, das sind lokale Zitronen, dazu den kleinen Fisch Hasahasa aus dem Pazifischen Ozean zwischen den Inseln von den Philippinen, die lokalen Avocados, die sehr gelb innen sind, selbst wenn sie reif sind. Die Philippinen moegen es, Namen doppelt zu setzen. Die Leute fischen auch viel an der Kueste Manilas. Der Flughafen ist sehr nah an der Kueste.

Wir gehen naechste Woche schwimmen im Suedchinesischen Meer: die Insel heisst Camaya in der Provinz Zambales, in Subic. Als ich mit dem Flugzeug ueber die Kueste Manilas von Bangkok aus flog mit der Thai Airlines, sah ich all diese Fischerhaeuschen im Suedchinesischen Meer, bestehend aus den festen Blaettern der hohen Kokusnuss-Baeume, aus Nipa Palm Trees und aus Bambus. Sie koennen sich kein Land und keine Wohnung leisten und bauen deswegen an der Kueste auf dem Meer. Es sind sehr viele. Von oben, vom Flugzeug aus sah es unbeschreiblich schoen aus. Aber in die Naehe zu kommen, ist gefaehrlich, sagte man mir. Es gibt auch einen muslimischen Stamm namens Badjao, der traditionell in Bootshaeusern im Wasser lebt, aber das ist etwas anderes. Diese sind zu finden in Palawan, einer Insel weiter unten im Sueden. Aber ich glaube, dass es die so genannten Meereszigeuner auch hier in Manila gibt und in vielen anderen Plaetzen, weil sie arm und vertrieben worden sind. Im Pazifik habe ich schon mal in Frankreich gebadet, aber im Suedchinesischen Meer noch nicht. Metro Manila, die Hauptstadt mit den 12 Millionen Einwohnern, ist im Westen der Philippinen, am Suedchinesischen Meer. Im Osten liegt die Philippinische See, das ist ein Teil des Pazifiks. Die Philippinen bestehen aus mehr als 7000 Inseln; die drei Hauptinseln sind Luzon, da bin ich in Manila, dann Mindanao (gesprochen wie Mindenau) und Visayas. Heute wurde der neue Praesident gewaehlt, sein Name ist Benigno Noy Noy Aquino. Er ist der Sohn der verstorbenen Praesidentin, deren Mann von dem brillanten Diktator Marcos erschossen wurde. Spaeter kamen eingeladene Gaeste von dort zum Essen. Wir sahen die Feier im Fernsehen.

08. Februar 2010

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Östermalms Saluhall

Wir assen in vornehmen Fischrestaurants, Stockholms Fisk im Hotel Viking in der Nähe von Stockholm Central, und im Tysta Marie in Östermalms Saluhall, da ich Fisch liebe und das Leben in Stockholm vornehm ist. Wir aßen Lachs und Strömming, das ist ein Fisch, den man in Deutschland so nicht kaufen kann. Wir sahen den dritten Teil der Trilogie Millenium und gehen morgen in das Konserthuset am Hötorget (Heumarkt) und hören Beethoven von Pålman (mein Geburtstagsgeschenk für den Herzenstag am Sonntag, so heißt hier der Valentinstag). Natürlich assen wir auch die berühmte süsse Semmel hier mit Marzipan, was ich liebe, dazu Sahne und Kardemumma.

05. Januar 2010

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Mittsommer. Midsommar

Vielleicht bin ich Mittsommer in Schweden bei meiner Tante. Es gibt das schwedische Spiel Brännboll und darin sogar Meisterschaften, das wäre mal ein Teamspiel für mich, da man dort nicht auf seine Hände aufpassen, sondern einfach nur schnell und rhythmisch laufen können muss. In so was bin ich gut, auch in Völkerball, aber das spielt ja leider keiner mehr, aber da gewinne ich immer mit meinem Team, keiner schafft es, mich abzuschiessen :-). Nach dem RAD treffe ich mich in Berlin mit Donata Wenders, sie macht Kunst in Fotos und schöne Fotos von mir.

26. Dezember 2009

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Mantorp und Linköping

Mein zweites, schwedisches Gedicht geschrieben.

Leider hat es heute so sehr geschneit, dass wir nicht nach Jönköping fahren konnten. Auch gestern fuhren wir nicht nach Mantorp, da es einfach zu gefährlich war wegen den Schneemassen. Am Montag geht mein Flug zurueck, Göran und Christina fahren mich nach Linköping, und von dort geht der Zug nach Stockholm Arlanda Flughafen. Ich komme etwas zu frueh an. Ich hoffe, dass wir morgen nach Jonköping fahren können, da es mein letzter Tag ist, ich hoffe, dass es nicht mehr schneien wird und die Strassen bis nach Mjölby befahrbar sind. Göran fuhr hinter dem Schneepflug her, und doch war es kaum möglich, zu fahren, nach den Feiertagen kommt die Stadt kaum dazu, den Schnee zu räumen, es werden sogar die Bauern gefragt, zu helfen. Ich habe zuerst den Nachnamen meiner Vorfahren mit Elmgren verwechselt, weil so mein Ururgrossvater hiess, der die Buecher geschrieben hat, aber meine Oma hiess dann Lindblad; die Frau am Telefon half uns sehr, eine Dame der Skattverket oder der Folkbokförring, es hat aber 20 Minuten gedauert.
Ein freundlicher Mann in dem Antiquariat hier in Vadstena versprach, nach weiteren Buechern meines Urgrossvaters Clas Elmgren zu suchen, der ein Missionar in Schweden und ein Prediger war in der evangelischen Kirche in Jönköping. Ich finde es spannend, danach zu suchen und dabei ein schwedisches Gespräch zu fuehren. Heute spielte ich wieder in einer befreundeten Familie Klavier, es war ein seltsames, verstimmtes Klavier, eines, das fast nur aus Tastatur bestand; es lag ein schlafendes Baby daneben, das während der ganzen Goldberg-Variationen nicht aufwachte, aber aufwachte, als ich aufhörte zu spielen. Die Eltern konnten nicht fassen, dass das Baby nicht aufwachte, da es sonst bei jeder Radiomusik sofort aufwacht, und es hatte schon eine Stunde geschlafen. Aber gerade die Goldberg-Variationen sind zur ‘Gemuetsergötzung’ geschrieben worden, auch fuer Laien, und es ist fuer mich eine Ehre, wenn Menschen dabei einschlafen zum Beispiel, also in einen friedlichen, angenehmen Schlaf fallen, dazu ist das Stueck auch gedacht.
Meine Freunde zeigten mir ganz Vadstena, sie kennen fast jeden Menschen dort. Sie zeigten mir das Kloster Vadstena, die Einkaufsstraße, das Schloss von Gustav Vasa, das Archiv, das Antiquariat, ihr Kontur (Büro) in der Stadt, wir besuchten einen schwedischen Männerchor, den Cantuskören — und ein schwedisches Weihnachtsmusical. Trotz allem kam ich ein bisschen zur Ruhe. Die beiden Filme Flickan som lekte med elden und Män som hatar kvinnor habe ich auf schwedisch gesehen und konnte nicht mehr einschlafen.

Das Julklappspel war sehr lustig, auch die schwedischen und englischen Original-Krimis im Fernsehen, wir tranken Wein und Julmust und Skogs Glögg und Milch mit O`Boy und aßen Köttbullar mit Kryddpeppar und Gräddsås, Janssons Frestelse und Sockerkakan med Safran und dem typischen schwedischen Vaniljsocker. Auch Niklas, der Freund von Hannas Schwester Maria, fragte mich, ob ich an Gott glaube, einfach so. Wir aßen Havregrynsgröt, also heiße Haferflocken, gekocht mit Wasser, mit schwedischer Milch, und Filmjölk (Buttermilch mit etwas saurer Milch). Filmjölk ist in jedem Haushalt. Niklas legte sich snus unter die Oberlippe, das ist typisch schwedisch, aber verboten in Deutschland. Die snusdosen liegen im Kühlschrank und sind pro Portion 6x so stark wie eine Zigarette. Viele sind davon abhängig. Ich wollte es unbedingt probieren, aber das Zeug, wohl zurecht gedreht von Niklas, war so scharf in meinem Mund, das ich dachte, ich müsste mich übergeben, ich spuckte es sofort wieder aus, während Niklas lachte. Ihm tat es sicher leid um das schöne snus. Ich hatte noch Stunden später diesen bitteren Geschmack im Mund, der mir alles wegätzen wollte. Niklas hatte jede Stunde neuen snus in seinem Mund.

Vadstena

Ich bin nun in Vadstena, in Östergötland, am gefrorenen Vätternsee. Es schneit noch immer dicke Flocken, aber die Schweden fahren sehr sicher, kein Problem, auf Eis und Schnee zu fahren. Der Kaffee ist so stark hier, dass ich ihn nicht trinken kann, er ist wie Gift, selbst mit Milch und Zucker. Die Julklappar heissen deswegen so, weil Tomte vor langer Zeit geklopft und die Geschenke dann hineingeschmissen haben soll, deswegen heissen die Geschenke nicht Presenter. Jultomte, der schwedische Weihnachtsmann, kam wahrscheinlich von dem schwedischen Troll, oder von dem lieben schwedischen Vätte, den Jenny Nyström eines Tages mit roten Kleidern gemalt haben soll. Santa Claus oder Nikolaus oder Weihnachtsmann…. Morgen werden wir nach Jönköping fahren. Dorther kommen meine schwedischen Wurzeln. Ich bin gespannt, ob wir das ehemalige Haus meiner Oma finden werden. Vielleicht treffen wir meinen Onkel Otto und meine beiden Cousinen. Mein anderer schwedischer Onkel wohnt in Litauen mit meinem Cousin. Jönköping ist ungefähr 2 Stunden entfernt und liegt schon in Småland, dem vielleicht beruehmtesten Teil Schwedens. Vor ungefähr 2 Monaten war ich in Skåne gewesen mit der Uni Würzburg.

In den beiden unteren Teilen Schwedens, Götaland und Svealand, war ich schon, aber noch nie so richtig in Lappland oder in Norrland allgemein, also dem wunderschönen Norden Schwedens. Umeå ist die Partnerstadt Wuerzburgs, dies sei eine sehr moderne, radikale Stadt im Vergleich zum kleinen konservativen Wuerzburg, obwohl Umeå nur 80 000 Einwohner hat. Kein Wunder, dass es fuer Hanna und die anderen schwedischen Erasmus-Studenten und schwedischen Germanisten ein ‘Schock’ war in Wuerzburg. Ich habe einige gute Gespräche gefuehrt mit meinen neuen Freunden hier, an zwei erinnere ich mich besonders, einmal in einem kleinen Coffeehaus in Stockholm, kurz bevor wir nach Norrköping fuhren mit dem Zug, und eines nachts am Fluss von Norrköping, dem Mutala Ström, der von Mutala nach Norrköping fliesst. Die meisten wollen genau wissen, wie mein Erlebnisse waren und denken darueber nach. Ich spuere dann, dass sich die Atmosphäre ändert. Manchmal aber werden Gespräche auch schwer und nehmen eine wilde Wendung. Obwohl ich meist nur einen Bruchteil sage und so vorsichtig ich kann, passiert es doch, dass Menschen im Innersten getroffen sind, vor allem dann, wenn ich ueber mich berichte und dem, was ich gelernt habe. Sie weinen dann manchmal, und ich muss sie umarmen und beruhigen und kann vieles Gefuehl nachvollziehen. Ich habe dabei vor allem ein Herz fuer Kuenstlerinnen und Kämpferinnen, aber auch fuer Kuenstler und Kämpfer.
Der Mutala Ström in Norrköping ist wunderschön gelegen und war von schneebedeckten Bäumen und schweren, vereisten Ästen umgeben; er floss halb erfroren langsam dahin, in den Weihnachtslichtern der Stadt, etwas kleiner als Wuerzburg, badend, mit schwarzen Enten hier und da, und der Weg in tiefem Schnee fuehrte an Lauben und Ausruheplätzen vorbei. Der grosse Göta Kanal fliesst ausserhalb nach Göteborg. Man kann segeln von Stockholm nach Göteborg wegen dem von Baltzar von Platen gegrabenen Kanal und kreuzt den zweitgrössten See, den Vättern, eventuell auch den grössten, den Vänern. In Göteborg war ich noch nie. In Norrköping liegen Teile der Universität von Linköping. Wir besuchten das Arbeitsmuseum von Norrköping; es war sehr interessant zu sehen, wie sich Schweden aus Zeiten der Armut der 30er Jahre zu solch einem schönen Land entwickelt hat. Vor allem die Entwicklung der Frau, ihre Leistungen und Erfindungen wurden gewuerdigt und gelobt. Das tut mir gut. Ich leide noch immer mit der Geschichte der Frau auf dieser Welt. Ein Teil des Museums zeigte auch Fotographie in Suedafrika. Kunst macht Augen. In der Bibliothek des Arbeitsmuseums gab es ein braunes Klavier ohne Namen, auf dem ich spielte. Leute kamen aus ihren Zimmern, setzten sich, sassen am Boden und lasen und hörten zu. Ich habe fuer Schweden gespielt. Hanna sagte, sie findet es schön: Wo immer wir hinkommen, wir finden ein Klavier. Sie ist eine Kuenstlerin aus der Kunstschule, sie schneidet Bilder und schreibt und illustriert Kinderbuecher. Dann kam mein erstes schwedisches Gedicht: Så vackert är Sverige.

Nun bin ich schon ueber eine Woche im tiefverschneiten Schweden. Das Wetter ist mild und trocken. Sogar die Sonne scheint manchmal. Ich verstehe immer besser. Schwedisch kommt mir als Sprache und auch in meinem Gehirn vor, als wuerde Deutsch und Englisch miteinander gemischt worden sein in einem Mixer — und heraus kommt Schwedisch. Ich weiss noch, dass sich manche Deutsche frueher ueber mein Sing Sang Deutsch lustig gemacht haben, aber das Sing Sang kommt von meinem Gehör, in dem das Schwedisch meiner Mutter sitzt, deswegen habe ich als fränkisches Kind in Sueddeutschlnad, in Bayern, kein Fränkisches gesprochen. Im Vergleich ist Schwedisch eine sehr singende Sprache. Das war so auffällig, dass alle dachten, ich käme aus dem Norden. Kann man eine schwedische Fränkin sein?

Die beruehmte Klosterkirche in Vadstena hatte einen alten schwarzen Fluegel, auf dem ich spielte. Vor mir stand der grosse Tannenbaum, der geschmueckte Weihnachtsbaum. In Schweden gibt es hauptsächlich Glitter, was ich schöner finde als Lametta. Ich spielte Bach, und durch die hohe Akustik des Klosters der Heiligen Birgitta zogen die Klänge.

Als wir im Zug gesessen waren nach Frankfurt, habe ich einen alten Mann bettelnd gesehen, wie er durch den Zuggang ging. Seine Nase war kaputt, seine Augen rot, er hinkte. Er tat mir so furchtbar leid, dass ich dachte, mir dreht sich der Magen um. Ich nahm Geld und lief ihm hinterher. Seine Unsicherheit konnte ich körperlich fuehlen. Ich gab ihm das Geld in seine grosse, steife Hand. Dann ging ich auf die Toilette und weinte. Ich war unglaublich versucht, ihm mein komplettes Reisegeld zu geben. Warum habe ich es nicht getan? Ich war betäubt von mir selbst und hatte nur den Wunsch, ihn zu umarmen. Es war aber eigentlich nicht das Geld oder Nichtgeld, was mich bewegte, sondern ich dachte, dieser Mann könnte ich sein. Denn Elend ist meist innerlich.