Der Mond hatte gestern Adern. Die Wissenschaft ist ein sprachlicher Prozess, sogar für meine Ohren. Rhythmus hat viel Power, es macht mich lächeln und tanzen. Meine ganzes Gesicht tanzt mit.
Meine Stimme ist lebendige Tinte aus Klang, Tintenklang. Ich komme mir vor wie eine brennende Kerze, die hier auf Erden alles gibt, die sich ernährt von Kraftvergeudung im positivsten Sinne. Kunst sind ganz andere Kapitalströme als die, die wir so kennen.
„Es gibt etwas viel Wichtigeres als einen Menschen, der den Mond betritt — Gott betrat diese Erde.“ (Mond-Astronaut James Erwin)
Wenn ich eine fremde Sprache höre, und sie wie Musik in meinen Ohren hüpft, begreife ich erst nicht, dass ich die Sprache nicht verstehe — obwohl ich sie doch verstehe. Aber ich kann die Worte nicht greifen, nur den Klang, der immer bekannter wird wie Musik.
Ich träumte. Am Schluss stand ich auf einem Berg, der allmählich hell und weich und kleiner wurde, und irgendwo mittendrin war ein winziges, leuchtend rotes Herz. Die Golddecke klappte auf wie geschmolzenes Wachs.
Jedes Wesen hat seinen Ton. Auch die Tiefsee ist voller Klänge.
„Die Musik ist eine vermischte Mathematische Wissenschaft, welche von den Ursachen, Eigenschaften und Unterschieden des Klanges handelt, woraus eine liebliche Sangweise gemacht wird, Gott zu loben und zu ehren, den Menschen zu bewegen zur Andacht, Freude, Traurigkeit und Tugend. Was ist Kunst? Eine Nachahmung der Schöpfung.“ (L.C. Mizler, 1725)
Die ersten Minuten eines Konzertabends zählen, das Jetzt und Diesseitige zu verlassen, ungefähr so, als würde man das Bewusste abstreifen, ins Unbewusste gehen. Wie die Minuten vor dem Einschlafen, das Loslassen, so empfinde ich das, sofort abgeholt, eingetaucht in tiefere Ebenen.
Es kommt mir vor, als würde meine Seele über meinen Wasserwogen schweben, über meine Seele. Aber nicht nur über meine Seele allein, sondern auch über die Seelen des Publikums.
Ich bin eine Flügel-Zigeunerin. Meine Geige ist das Klavier. Meine Geige ist die Orgel. Die Orgel singt.
Eine Wikingerin. Musik wegzulassen kommt mir vor, als müsste ich über die Nordwand den Berg des Lebens besteigen. Ich sehe die anderen lachend an der Südwand. Aber die Nordwand hat auch Vorteile: ich spüre eine intensive Tiefe zu den Menschen, die dort aus freien Stücken unterwegs sind. Man muss die Nordwand wählen, wenn man es ernst meint.
Heute fahre ich über Göttingen nach Berlin zum Orgelkonzert, spiele morgen um 18 Uhr und komme am Montag zurück. Meine CDs habe ich verkauft.
Die Realität ist nicht ein Stück hinter, sondern ein Stück vor Musik. Oder besser, die Realität ist nicht nur ein Stück vor, sondern auch in und hinter der Kunst.
Ich habe Georg Muffats Musik entdeckt und bin begeistert, Passacaglia g-Moll. Ich übte in der Peterskirche Heidelberg Bach g-Moll 542, Muffat, Vierne und Justin Knecht.
Gestern hatte der Mond Adern. Ich habe mein Reitabzeichen RA 6 begonnen. Ca. 65 cm Springen gehört dazu. Reiten erdet mich. Im Juli spiele ich in Süd-Italien und freue mich schon darauf.
„Kunst ist nicht ein Können, sondern ein Müssen.“(Arnold Schönberg)
Eingewickelt in die Flügeldecke wie in ein schwarzes dickes Lederkleid mit rotem Futter. Schönheit und Form ist Klang. Bachs Musik sind Blüten, Intervalle sind Blütenform.