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Ann-Helena Schlüter

21. September 2013

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Degaiciai

Wenn ich Straßenschilder sehe mit Städte-Namen, wie Palanga oder Siauliai oder Ryga, dann kommt es mir vor, als sähe ich Namen von Personen, die es kennenzulernen gilt.

Bei meinen Verwandten in Degaiciai, einem kleinen Dorf in der Nähe von Telsiai, wird alles durcheinandergesprochen. Mein Onkel Clas spricht Schwedisch mit Clas Aleskas, meinem kleinen Cousin, der im September acht wird, und seine Mama, Maryte, spricht naürlich litauisch mit ihm. Und die beiden Eltern sprechen Englisch miteinander. Das heisst, dass Clas Aleksej dreisprachig aufwächst. Aber nicht nur das, Clas Aleksas spricht noch eine vierte Sprache fließend: Deutsch. Diese spricht er etwas mit Akzent, aber würde ich ihn mitnehmen nach Deutschland, er würde es sofort akzentfrei sprechen lernen. Schwedisch und Deutsch sind etwas ähnlich. Er lernt es über das deutsche Fernsehen, Kika. Er spricht sehr gerne Deutsch mit mir. Es ist manchmal schwer für mich, zu sehen, dass ein so hochbegabtes Kind in einem Dorf außerhalb der Welt lebt, von Hunden, Küken und Wiesen umgeben. Selbst innerhalb von Litauen kennen die Menschen bereits Telsiai nicht mehr. Die Schule meines kleinen Cousins sieht aus wie eine vor hundert Jahren aus einem Film.

19. September 2013

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Schweden

Vollmond hier in Västergötland, Schweden, Äspered in Älvsborg län. Es ist so still, dass man nichts hört, kein Auto, nichts. Der See Tolken und die Wälder liegen in Nebel eingehüllt, Pferde grasen. Die roten Häuser stehen fest und freundlich. Die drei roten Villen, in denen Filippa, Per, Gunilla, Ingvar, Erik und ich wohnen, grüßen sich stumm. Es war heute wieder ein langer, wunderschöner Tag. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Die Dörfer liegen friedlich, Sundholmen, Björnhult, Sjötorp, Skogslund, Ulricehamn, Dalsjöförs, Toarpsdal — die ganze Toarpsområdet … die Namen sind so schön wie die Dörfer selbst mit weiten, hügeligen Wiesen.

17. September 2013

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Jönköping, Borås

Heute den ganzen Tag in Jönköping verbracht, der Stadt meiner schwedischen Wurzeln. Heute Abend Konzert.

Bereits in Jönköping in Småland sieht alles wieder ganz anders aus. Städte scheinen so unabhängig von ihrem Land zu sein.
Heute habe ich meine ersten schwedischen Elche gesehen — wenn ich den toten von vorgestern mal weglasse.
Bären hat es hier in Äspered früher zuhauf gegeben, auch Wölfe.
Heute Schafe mit schwarzen Gesichtern, weiße Kühe, Rehe, Fliegenpilze, Blumen und Elche.

Borås ist eine sehr schöne Stadt, etwas kleiner als Würzburg. Morgen gehen wir ins Kunstmuseum Abecita in Borås, dann Knalleland, Textilmuseum, Skulpturen-Gang. Heute war ich im Bastu bei Bo und Cyrene und schlief hinterher im Herbstsonnenschein auf der Terrasse ein. Ich spreche den ganzen Tag nur Schwedisch. Das ist das Beste. Dazu Mio, min Mio. Änglagård. Tranströmer.
Wir essen Torsk, Köttbullar, Strömming, Smörgås, hård bröd, Falukorv, trinken Lingonsaft, Blåbär-Mellanfil.

11. September 2013

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Örseundzug und Schloss Hurlach

Im Öresundzug nach Göteborg. Flensburg, Koling, Kopenhagen, Lund… Borås und Vimmerby: Astrid Lindgrens Welt.

Schlossfest im Schloss Hurlach bei Augsburg war sehr schön, Band und solo. Interviews in Leipzig. Morgen ganz früh nach Schweden, über Malmö, Göteborg nach Borås.

01. September 2013

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Leipzig, Berlin, Würzburg, Herrnhut

Nächste Woche erscheint mein erster Gedichtband, bin aufgeregt und freue mich. PHD und Revive YWAM at the same time, dazu der Gedichtband Flügelworte. Revive war eine Pionierschule, ich stelle fest, dass meist da, wo etwas das erste Mal beginnt, ich dabei bin. Nun erste Levite Praise Institute mit Leonhard Jones von MorningStar, USA, in Herrnhut für zwei Monate, wo ich staffe. Gestern habe ich dort wieder Klavier unterrichtet und Teachings gegeben. Die meisten Studenten sind Amerikaner und Australier oder aus England.