Alles erfahre ich, indem ich schweige, auf dass ich höre. (AHS)

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Schlagwörter: Ann-Helena Schlüter, Musikpädagogik, Organistin
Heute war es spannend, über Elektronik in der Orgel zu erfahren. Wir besuchten die Willy Dold-Orgel in St. Albert Heidelberg (katholische Kirche). Erstaunlich ist, dass viele Kirchgemeinden keine 5000 Euro ausgeben wollen, um die Orgel zu sichern gegen Brandgefahr. (Dies betrifft vor allem ältere Orgeln.) Deswegen müssen manche Orgeln gar abgeklemmt werden. Das ist so, als würde man einen Flügel haben und nicht stimmen wollen. Und tatsächlich, manche wollen nicht mal dafür Geld ausgeben! Orgelstilkunde war ebenfalls interessant.
Immer dann, wenn manche Männer sich aufspielen und Frauen ausbremsen wollen, sollte frau nicht vergessen und sich in Erinnerung rufen: 90-99 Prozent aller Mörder, Vergewaltiger, Gewaltverbrecher, Räuber, Gefängnisinsassen, Lügner, Klimaschänder, Kinderschänder, Betrüger, Pornoabhängige, Hab- und Machtgierige sind Männer. Die Hölle wird voll mit Männern sein. Dennoch meinen diese, unsere Erde regieren und Frauen unterdrücken zu dürfen.
Sind Frauen die besseren Menschen – ist eine Überlegung wert.

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19.9.2019 – ein wunderschönes Datum.
Man darf durchaus nicht die zweite Geige spielen als Frau. Und frau darf auch ihren Platz erstreiten. Selbst 2019 für viele noch unvorstellbar.
Nun Master Orgel und beutle die Statistik. Erstaunlich ist, dass Kunst und Besonderes von keiner Statistik aufgehalten werden kann und Unmögliches möglich wird. „Was bedeutet das GO an der Orgel?“ Go for it! GRAND ORGUE, egal in welchem Bereich. Es braucht dafür kein Testosteron. Das Wildeste und Gefährlichste auf dieser Erde sind Muttertiere mit Nachwuchs. Sei schwanger mit deiner Vision. Du hast Kampfgeist! Sei Löwin! Sei Bärin! Du darfst anders sein und aus der Statistik fallen.
Leider ist der „Vorstand“ der Badischen Kirche, allgemein die Kirchenmusikhochschulen und das Land Baden-Württemberg mit seinen Musikhochschulen besonders frauenfeindlich, da männerdominierte Politik (Inzucht-Politik).

Schlagwörter: Ann-Helena Schlüter, Organistin, Orgel
Es war sehr schön, in Buchholz bei Siegburg/Bonn bei Leguano zu spielen mit der Sängerin Olesya Illavsky, die den Kölner Opernpreis gewonnen hat 2019. Wir haben im Duo Tschaikowsky und Puccini etc. zusammen in einem Zelt vorgetragen. Natürlich habe ich auch solo gespielt (Beethoven, Bach usw.) Das Essen war lecker, ich habe mich über meine Leder-Leguanos gefreut.
Dann ging es auf nach Schriesheim/ Heidelberg zum nächsten Konzert, diesmal ein Orgelkonzert an der Weigle/Brommer/Jäger-Orgel, sehr schön gestimmt und intoniert, im Wert von zwei Steinway-Flügeln, überholt. Das Konzert hatte um die 150 bis 200 Leute im Publikum, die Presse war da (Zeitung Rhein-Neckar und Mannheimer Morgen, haben auch sehr schöne Fotos gemacht) und es gab Zugabe und Standing Ovations. Die Gegend mit ihren Weinstädten und der langen Bergstraße, Bad Schönborn und auch Weinheim (nicht zu verwechseln mit Weingarten und Gabler!) ist sehr schön. Mein Hotel war am Wald.
Dann ging es direkt weiter zum Orgelsachverständigen-Kurs nach Heidelberg. Spannend war die schöne neue Ahrend-Orgel in St. Raphael, die man durch einen Bogen betritt, im Wert von 8 Steinway-Flügeln (ich rechne den Wert von Orgeln immer in Steinways), zwei Manuale (HW und drüber UW), mit zwei Zimbelsternen und einer Trommel, die eher so klingt, als hätte die Orgel eine Störung, aufgeteiltem Tremulanten, gut geeignet für Bach, Buxtehude, Mendelssohn etc.
Ansonsten besteht der Kurs in der HfK Heidelberg natürlich aus viel Theorie. Wenn man 30 Stunden „2 1/3“ usw. anhört, könnte man denken, ich sei nun endgültig von der Orgel kuriert – aber nein … Und die Teilnehmenden sind sehr nett – wenn wir auch nur 4 Frauen sind in dieser Männerdomäne.

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Konzert in Heidelberg war sehr schön. Heute habe ich auch die Barockorgel mit der kurzen Oktave, ein Manuel geteilt, beim Kreuzgang des Doms Würzburg kennengelernt.
Es scheint eine (Polar-)Expedition, die Orgel aus ihrer religiösen Umgebung herauszulocken, die konfessionsübergreifend den Mann als Chef des Ganzen erhalten möchte. Es braucht Kraft und Mut, ein solches Problem zu schultern. Es gibt keine reale Domorganistin. Der Beruf der Konzertorganistin wird von vielen zudem nicht als real existierend gesehen. Der Status Quo der Orgel ist, dass keine Differenzierung von Orgel und Kirche ingesamt vorgenommen wurde. Sie ist dadurch sehr eingeschränkt. Dies ist kein künstlerisches, sondern ein politisches Problem. Das Verrückt daran ist, dass besonders dort, wo „Kirchenmusik“ hochgehalten wird, die Frauenfeindlichkeit der Umgebung stark zunimmt. Dabei sind die meisten dieser Männer nicht mal Christen, sie wollen nur ihre Macht nicht verlieren.
Die gut bezahlten Chef-Stellen gehen meist an Männer: an große, laut redende Männer, die ihr Gehalt zudem massiv verhandeln. Auch in Frauenberufen wie Kindergärten sind Männer Boss. Frauen gehen hier dann oft leer aus bzw. verdienen sehr viel weniger, weil sie so nicht verhandeln.
Auffallend ist zudem: Männer schauen bei Meetings oft nur Männer an. Wenn eine Frau etwas sagt, wenden sie den Kopf. Offensichtlich bemerken die Männer dieses Verhalten nicht. Wenn man sie darauf ansprechen würde, wären sie irritiert.
Doch:

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Vom Pferdesattel an die Orgelbank: Es war sehr schön, gestern wieder einmal auf Schloss Solitude zu sein. Mein drittes Mal. Diesmal mit Schlossführung, einer schönen Hochzeitsfeier mit Würzburger Streichquartett in der Solitude Gastronomie, und vor allem habe ich auf der Hochzeitszeremonie in der Schlosskapelle die schöne weiße, zweimanualige Orgel (mit Musiziergedackt und Transponierzug) und den wunderschönen Zungen gespielt.
Nun ist es schon September.
Sehr gern würde ich einmal an der Orgel in der Liederhalle spielen.
Während der Feier sagte eine Dame aus Cameroon zu mir, sie sei sich sicher, afrikanische Tänze in Bachs Musik und Rhythmus wiederzukennen. Ob hier eine Verbindung bestanden hätte? Ich fand diese Frage sehr spannend. Sie sagte zudem, dass unterschiedliche Länder am Meer oft gleiche Rhythmen und Melodien hätten, die, die das Meer widerspiegeln würden. Anders als die In-Länder. 🙂

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Es kommt mir auch manchmal erstaunlich vor, dass ich in einem Jahr Künstlerisches Orgelspiel mit Eins studiert und absolviert habe, dazu viele Fächer und Wahlfächer freiwillig und mit Leidenschaft belegt, die ich nicht mehr hätte belegen müssen, daneben einen Roman geschrieben, meine ersten Orgelnoten veröffentlicht, eine neue Hänssler-Klavier-Bach-CD eingespielt und meine erste Orgel-CD veröffentlicht habe und noch bis zum Tag vor der Orgel-Prüfung regelmäßig Klavierabende gespielt.
Dennoch gab es immer noch Kirchenmusiker, die so taten, als wären sie kreativer und breiter aufgestellt als ich! Dabei spielten sie so schlecht Klavier und sangen so schlecht, wie ich es von Musikschulschülern nicht kenne.
Und es gibt immer noch sehr viel mehr männliche Profs in den Hochschulen Frankfurt, Stuttgart, Regensburg und Heidelberg – qualifizierte Frauen werden hier oft nicht einmal eingeladen. Das klassische Rollendenken und die Hierarchie im Denken dieser Profs ist noch sehr stark.
Daher hatte ich auch schwere Zeiten. Da ich nicht der Norm entspreche und die hierarchische klassische Rollenverteilung immer noch unter den Professoren klebt, bei denen die sehr viel jüngere Ehefrau zuhause sitzt und Konzerthemden bügelt, bin ich diesem Rollendenken auf den Schlips getreten. In den Musikhochschulen Frankfurt und in Heidelberg ist die Männerdominanz noch sehr mächtig. Anstatt stolz zu sein auf erfolgreiche Frauen, die anders sind, bin ich dort viel Neid und Ignoranz begegnet.
Aber auch ganz wundervollen Leuten, die unterstützen und fördern.

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Ich freue mich auf die nächsten Konzerte und auf die Orgel im Dom Essen.
„Die Finger machen, was der Kopf will, nicht umgekehrt.“ (Schumann)
Ich schätze gerade sehr den Roman Anna Karenina von Tolstoij – obwohl die Rolle der Frau doch sehr bedenklich ist. Aber wunderschön geschrieben. Ich gehe mein Leben in beständigen Kreisen.



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Ich freue mich auf eine neue Übe-Orgel in Würzburg, eine Klais-Orgel, einer der fünf der Stadt (Dom, Hochschule, Augustinus, Neumünster, Stift Haug, Heilig Kreuz), zwar keine vier Manuale, aber drei, mit spanischen Trompeten und schönen französischen Klängen, angenehmen Zungen und weichen Prinzipalen, ca. 21 Jahre alt. Das Pedal ist etwas leise, man kann ja koppeln, und ich bin nicht mehr auf hauptsächlich Beckerath angewiesen. Und habe die einzige Frau des Bistums in der Stadt getroffen, eine sehr gute (die von Männern auf die andere Mainseite „verbannt“ wurde).
Der Algorithmus der männlichen Kirchenmusik und Orgelwelt wird sich hoffentlich bald ändern, ich werde mein Bestes dafür geben. Dass nicht nur Männer immer die Vorteile erhalten.
Ich habe einen neuen Lieblings-Wrap: Wrap mit Erdnuss-Soße (gemischt mit scharfer) und Grillkäse, Halloumi. Lecker!
Ich freue mich auf die Orgel in der Solitude Stuttgart und auf den 9. Deutschen Orgeltag (Konzert Schriesheim bei Heidelberg) und die anderen Konzerte im September. Habe bisher fast immer auf den Orgeltagen konzertiert.
Heute war ich endlich nach zwei Wochen orgelbedingter Pause wieder Springreiten. Ich merke richtig, wie mich die Pferde entspannen. Sie sehen mich mit ihren großen braunen Augen lieb und bescheiden an und schnauben. Den Vorteil, den sie wollen, ist nur altes Brot, Heu und Relaxen.
Was mir immer noch sehr zu denken gibt, ist die Voreingenommenheit, der unreflektierte Frauenhass in der Komponisten- und Orgelwelt, die die Männerstrukturen verfestigen durch sich gegenseitiges „Beerben“ und Zuschieben. Sie sind so gewöhnt darin, dass sie darin nicht mal Unrecht sehen! Erstaunt sind, wenn eine Frau etwas sagt!
In professionellen Musik-Wettbewerben sollte wie beim Sport zwischen Männern und Frauen getrennt werden. Sonst schustern sich die Männer politisch alles zu, da es Vorteile bringt, eitle und selbstherrliche. Zudem ist es für kleine Frauen schwerer, Orgel zu spielen. Selbst kleinere Männer haben längere Beine, sind vom Körperbau ganz anders. Von großen ganz zu schweigen, sie müssen sich nicht mal drehen im Pedalspiel. Und: Frauen reagieren auf Stress ganz anders als Männer, besonders was die Konzentration angeht. Ich nehme alles wahr, viele Männer haben Tunnelblick. Das heißt noch lange nicht, dass Männer besser sind. Dennoch wird Frauen vieles nicht zugetraut, nicht Hervorragendes, vor allem nicht, wenn sie ganz anders als Männer sind, auftreten, angezogen sind, gern lachen, kindlich, fröhlich, klein sind, kleine Hände haben, Rock tragen, quirlig sind. Natürlich kann man Männer nicht verallgemeinern. Es gibt auch sehr nette. Aber wir leben noch in einer Männerwelt. Viele Frauen müssen wie Männer sein, um in dieser Männerwelt „hervorragend“ zu sein. Noch 1974 benötigten Ehefrauen die Erlaubnis ihrer Männer, wenn sie arbeiten wollten, habe ich erfahren. Bei ISAM durfte ich nicht den großen Mercedesbus fahren, dabei fahre ich auch Motorrad und bin schon viele Strecken mit dem Auto gefahren, aber ein Mann, der noch kein Jahr den Führerschein hatte, noch nie auf einer zweispurigen Fahrbahn abgebogen ist, der durfte – sogar ohne Erlaubnis. Wenn man für unterschiedsbedingte Gleichberechtigung spricht, denken manche, ich sei feministisch – als sei jemand, der sich für Gleichberechtigung zwischen Schwarz und Weiß einsetzt, ein Schwarzist.

Schlagwörter: Ann-Helena Schlüter, Organistin, Orgel, Reisen
Es war sehr schön, eine der ältesten Orgeln Sachsens kennenzulernen (eine Woche zuvor die älteste Baden-Württembergs) und zu spielen, die Richter-Orgel, Renaissance-Orgel mit einem Manual, kurzer Oktave, von Engeln und Notentafeln umgeben und geschmückt in der Wehrkiche Pomßen, ca 30 km entfernt von Leipzig. Auch die Sauer-Orgel in der Michaeliskirche in Leipzig hat mich mit ihrem Klang sehr beeindruckt, die „kleine Schwester“ der großen Sauer-Orgel der Thomaskirche, perfekt für Schumann, Reger… Auch die Orgeln der Musikhochschule, besonders der französischen kleinen aus dem Kammermusik-Saal. Die Kurse mit Cea Galan (spanische Orgelmusik), Fairs und Jacobs waren sehr interessant mit Messiaen, Durufle, Bach, Correa etc,, und die Konzerte. Ich bin immer noch sehr verliebt in Bach, der den Choral als Eckstein seiner Musik ausgewählt hat. Bach-Schemelli und die Choräle zu hören (zum Beispiel live oder auf Schallplatte), auch die Texte, sind für mich Gottesdienst, viel mehr als irgendwo sitzen und sich politische Predigten anzuhören.
Auch die enorme Ladegastorgel im Merseburger Dom hat mich sehr begeistert. Merseburg ist eine der ältesten Städte der Welt, und diese Kirche ist sehr kostbar mit ihren Schätzen, Schriftstücken, 900 Jahre alten Türmen, der Bibel, ihrer Geschichte, der Saale und den Figuren und Kunstwerken mit ihren bewegenden Gesichtsausdrücken.
Die Texte, die Bach vertont hat, sind wie Medizin, vor allem, wenn man Ermutigung braucht:
„Sprecht Gottes Taten aus mit neu erweckten Zungen.“
„Dass wir lieben für und für.“
Bach vermittelt so viel Erkenntnis und Weisheit. Dass zwischen Sterben und Verderben ein großer Unterschied ist.
Mit offenem Verdeck nach Hause gefahren. Sonnenbrand. Obwohl ich zwei Wochen nicht zuhause war, blühten meine Pflanzen.
