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Organistin

Alles, was nicht resoniert, tendiert dazu, unkünstlerisch zu werden. (AHS)

Dazu gehört der oft geforderte Gleichklang in Musikhochschulen, der Resonanz abtötet.

Oben: Ansbach

Es ist manchmal kaum noch auseinander zu halten, was Fake News und reale News sind, aber ich habe gelesen, dass in der Ukraine auch wunderschöne Theater, Kirchen und Orgeln, die wunderschöne Schuke Orgel, von den Russen zerstört worden sind (es ist nicht Putin allein). Wie man da noch zusehen kann, egal, wie gefährlich Putin und seine Leute sind – erscheint mir schleierhaft. Wenn ich Putin reden höre, kommt er mir wahnsinnig vor. Er klingt so, als sei er das Opfer – wohl ein typisches Zeichen von Wahnsinn, wenn ein Täter sich als Opfer sieht. Je älter er wird, desto böser scheint er zu werden. Das ist kein Einzelfall. Nicht jeder Mensch wird weiser und lieber, wenn er älter wird, leider.

Wenn Laien nicht nur über Profi-Musiker, sondern auch über Orgeln lästern, das schlägt dem Faß den Boden aus. Es gibt Leute, die maßen sich an, über Orgeln zu urteilen, können aber keine vernünftig spielen. Ich bin als Pianistin nie auf die Idee gekommen, über Flügel oder schlechte Klaviere zu lästern. Im Gegenteil. Jedes Instrument hat etwas Lehrreiches. Mir wurde beigebracht: Bist du eine sehr gute Musikerin, kannst du auf jedem Instrument wundervoll spielen. Das gilt auch für Orgeln. Ich liebe alle Orgeln. Wie man frech über Orgeln lästern kann – das hat so etwas Respektloses. Keine Orgel ist gut genug, nur das Beste, das Riesigste geht gerade noch so… dabei bekommen diese Leute kaum ihre Finger auseinander. Erst muss man an sich arbeiten, bevor man über Orgeln oder Orgelbauer schimpfen kann.

Man kann im Leben alles lernen. Es ist stets nur eine Frage des Handwerks. Alles ist Handwerk.

Es ist wichtig, Angst zu überwinden. Viel eskaliert deswegen, weil einem Menschen Angst machen, das Gehässige, das Böse in Menschen. Aber muss man diese Angst wirklich zulassen? Muss ich wirklich Angst vor dem Bösen haben? Nein. Viele Menschen, die „böse“ scheinen, sind selbst nur arme kleine Menschen, unsicher, nicht wissend, wie sie Kontakt herstellen können, wie sie sich nähern, wie sie nett sein können. Sie sind interessiert und fasziniert, können es aber nicht normal ausdrücken, aus was für Gründen auch immer. Manche Männer sind einfach zu labil oder zu stolz, nett zu sein. Viele Menschen sehen sich selbst nicht als böse. Sie wissen nicht, wie sie auf andere wirken. Wenn ich darauf mit Angst reagiere, macht es die Sache nicht besser. Ich glaube, wenn ich weniger Angst hätte, wäre vieles besser mit gewissen Leuten. Also gebe ich heute den Rat und meine Erkenntnis: Angst ist oft tragisch, weil sie (auch wenn sie noch so verständlich ist), Dinge schlicht unmöglich macht, wenn sie nicht überwunden wird. Ich hatte den Eindruck, dass Gott in dem Moment, wo er Menschen erzieht, Angst zu überwinden, einen enormen Fortschritt mit uns erreicht. Ich selbst wusste gar nicht, wieviel Angst es gibt um mich herum und auch in mir. Ich hielt mich immer für stark. Es ist eine echte Offenbarung zu erkennen, wo und dass und wieviel Angst man hat (vor Menschen) und wie sich diese äußert. Da gibt es sehr viele Gesichter von Angst. Sehr viele Menschen haben keinen Zugang zu ihrer Angst und verdrängen sie komplett. Jeder hat vor etwas anderem Angst. Dabei ist es so schön, wenn man sie besiegt, und sei es auch noch so klein. Gott ist darauf stolz. Ohne ihn – geht es auch schwer. Er prügelt einen manchmal auch ein Stück weit dadurch, wie einen Esel, den er hinter sich herzerren muss. Aber er meint es nicht sadistisch. Sondern: Angst verpufft, sobald man sich ihr gestellt hat.

Neu: Orgel-Information Vleugels Orgel 

Vleugels Orgel St. Peter und Paul Würzburg

 

10. März 2022

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Überhaupt kann ein Ton uns berühren, wenn nicht eine entsprechende Saite in uns ist? (Nietzsche)

Foto: Schlosskirche Torgau

Da es für den Vlog oft schnell gehen muss, spiele ich die Stücke vom Blatt, man möge mir vergeben . Orgel gesehen, geknutscht, gespielt, weiter. Orgel Sprint. Ob ich es ins Guiness Buch der Rekorde schaffe?

Mozart:

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Wer eine Stunde entspannen will mit schwedischer Klaviermusik:

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Neu: Orgel-Information, bzw. hier: Clavichord:

Zander Clavichord

7. März 2022

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Denke nicht, deine Stimme bewege nichts. (Kate Sheppard)

Happy Women’s Day!

Zitat einer Frauenrechtlerin. Ihr Konterfei ziert die Zehn-Dollar-Note Neuseelands. Leider war ich noch nie in Neuseeland.

Heute erinnere ich an Claire Mc Cardell, Modeschöpferin, die sich für bequeme Kleidung einsetzte.

Foto: Stadtkirche St. Marien Torgau

Die Renaissancestadt Torgau an der Elbe liegt auf der Bahnstrecke Halle-Cottbus, mit der S-Bahn ca. eine Stunde von Leipzig entfernt. Wir sind mit dem Auto gefahren, im wunderschönen Wetter, über Land. Man fährt an der Leipziger Messe vorbei und dann über sehr viele Dörfer und Felder und Alleen um Eilenburg, die fast alle mit …witz oder …nitz zu enden schienen, Jesewitz, Pehritzsch, Schkeuditz… Das sind alles unglaubliche Namen, die man sonst nirgendwo so angehäuft lesen kann. Torgau (Markt) klingt hier schon fast… normal. Es dauert recht lange, bis Torgau auf den Schildern auftaucht. Zudem gab es auch noch eine Umleitung (wie fast immer, wenn ich irgendwo unterwegs bin, dann taucht garantiert ein gelbes U auf). Wir hatten sehr schönes Wetter, als wir schließlich und finally in Torgau ankamen. Die prunkvollen Straßen mit den schönen alten Häusern gefielen mir sofort. Wertvolle Renaissance-Gebäude. Die Kürfürstliche Kanzlei. Die historische Superintendentur. Gelehrtenschule. Priesterhaus. Häuser mit Wappen. 500 Baudenkmale aus Spätgotik und Renaissance. Die schöne Spitalstraße, die Bäckerstraße, die Fischerstraße zum Markt, die wunderschöne Pfarrstraße und die schöne Straße Wintergrüne mit den gelben Häusern, der Marktplatz mit der Mohren-Apotheke und dem Brunnen und mit dem neuen Rathaus, ein wunderschöner Runderker an der Seite (Anna von Dänemark), die Reste der Nikolaikirche (es wird über Sanierung nachgedacht). Hier wurde endlich in deutscher Sprache gepredigt, Justus Jonas predigte hier, ein Zeugnis der Reformation. Könnt ihr euch vorstellen, dass vor der Reformation so gepredigt wurde, dass kein Mensch irgendetwas verstand? Wo doch die Predigt so wichtig ist? Kein Wunder, dass man den armen Bürgern teuren Ablass andrehen konnte, denn das Evangelium wurde nicht gepredigt, jedenfalls nicht verständlich (und wahrscheinlich sowieso überhaupt nicht).

Man kann sich richtig vorstellen, wie hier Kutschen fuhren, wie Kinder auf den Straßen spielten. Berühmt war auch die Torgauer Tuchmanufaktur. Als mein Papa hier Kind war, war das noch in der Weimarer Republik (bis 1933). Noch lange vor dem Zweiten Weltkrieg. Es gab kaum Autos, kein Internet, keine S-Bahn. Die Eltern meines Papas hatten ein Geschäft. Sie waren nicht in der Musik. Torgau ist eine Musik- eine Sprache- eine Lutherstadt.

Die Lutherstadt Torgau wurde nicht zerstört, da sich hier die Truppen getroffen haben. 1945 fand hier an der Elbe die erste Begegnung der US-Truppen mit denen aus der Sowjetunion statt. Das Ende des Krieges. Man fühlt noch die Geschichte, wenn man hier durch die einsamen Straßen schlendert, die (wegen Corona?) leer sind. Wir waren im Restaurant „Herr Käthe“, aber ich möchte gern im Sommer wieder hin, wenn man draußen sitzen kann und auch die Katharina-Luther-Stube und die Galerie auf haben ab April. Es gibt auch eine katholische Kirche. Torgau gilt als „Amme der Reformation“.

Mir gefiel sehr der Bärengraben, die beiden großen süßen, alten, verschlafenen Bären (eigentlich müssten sie im Winterschlaf sein). So gemütlich faul wie diese sind – das wäre ich gern. Im Himmel?

Besonders schön war es im Haus der Familie Noll, er Musikmathematiker in Barcelona, sie Künstlerin und Restauratorin, ein sehr gebildetes Paar, das in einem Haus wohnt in der Pfarrstraße aus dem Jahr 1540, ein Haus, wie Martin Luther betreten haben muss, überwältigend besonders und faszinierend, ein Haus, wie auch mein Papa bewohnt haben muss, mit alten Böden, Mosaik, Steinen und Türen. Wir wälzten viele Geschichtsbücher zu den Bauwerken in Torgau und aßen der Fastenzeit entsprechend Datteln mit Schinken, Käse und Orange. Und es gab einen alten, kleinen Blüthner in der Ecke.

Das perfekt erhaltene Schloss Hartenfels ist ein Highlight in Torgau, das Schloss zu Torgau; gerade von der Elbe sieht das Schloss wunderschön aus, weiß-rot. Der Große Wendelstein ist der hohe gelbe, mit Fresken und Reliefs geschmückte Treppenturm des Schlosses, aus Elbsandstein, Spiraltreppe, schneckenförmig, im Schlossinnenhof. Napoleon war auch in Torgau. Torgau war für Napoleon interessant wegen seiner strategischen Lage an der Elbe. Auch mein geliebter Heinrich Schütz (sein Wand-Kalender 2022 aus dem Schützhaus in Weißenfels hängt an meiner Wand) war im Schloss zu Torgau, er hatte seine Oper Daphne in einem Schloss-Flügel uraufgeführt, es war 1627 die erste deutschsprachige Oper. Damit ist Torgau für mich eine Stadt der Sprache, die Stadt der deutschen Sprache! Nicht nur hat dort Martin Luther die erste reformatorische Kirche eingeweiht, nämlich die Schlosskirche Torgau, in der endlich in deutscher Sprache gepredigt wurde (1544 von Martin Luther selbst kurz vor seinem Tod eingeweiht), sondern in Torgau wurde auch deutschsprachige Musik zuallererst uraufgeführt (Schütz) und die erste deutsche Messe musikalisch gefeiert (Johann Walter zusammen mit ML).

Vom Turm des Schlosses Hartenfels (Hausmannsturm) konnten wir die schöne große, ruhige Elbe sehen, geniale Aussicht, wunderschönes Wetter. Das Lapidarium (Gewölbe unter dem Schloss) hatte noch zu. Wir aßen beim Italiener an der Alltagskirche (früher Kloster) und tranken später Bubble Tea.

„Torgaus Bauten übertreffen in ihrer Schönheit alle aus der Antike.“ (Martin Luther)

Torgau war für Katharina von Bora ihre erste und letzte Station ihres (bürgerlichen) Lebens.

Wunderschöne Gemälde von Lucas Cranach d.Ä. in Marien und Schlosskirche, und der berühmte Kanzelkorb in der Schlosskirche.

Schöne helle Kirche St. Marien. Luther war ca. 60-100 x in Torgau.

Neu: Schlosskirche Torgau

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Neu: Stadtkirche St. Marien Torgau

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26. Februar 2022

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Dankt ihm und lobt ihn mit Singen und Klingen. (Sirach 39,20)

Heute erinnere ich an Daniela Andrier, deutsch-französische Parfümeurin, die Piniennadeln liebt. Wieder eine Frau mit zwei Nationalitäten.

Empfehlen kann ich den Film „Der Kontrakt des Zeichners“ von Peter Greenaway (ArtHaus). Ein Maler Neville kommt nicht gut weg, unfassbare Kostüme und Dialoge. Ironisch-romantisch-Krimi. Super gespielt ist der alte Film „Untreu“ und „Berlin Ecke Volksbühne. Ein Film von Britta Wauer.“ Ich mag Dokus und große Geschichte. Gänsehaut. Wie Gott Geschichte schreibt, das ist ungewöhnlich und spannend. Der alte Film „Flight“ gefällt mir auch: Der Alkoholiker wird erst dann ehrlich, wenn er erkennt, dass eine Frau viel mutiger war als er und zu den AA ging und er sie nun fälschlich offiziell des Trinkens beschuldigen soll, um sich selbst zu retten. Das schaffte er nicht. Gut für ihn.

Heute erinnere ich an die wunderschöne, zerbrechliche Kasia Lenhardt, die sich aufgrund massiven Mobbings umbrachte. Ich kenne auch im realen Leben ein Mädchen, das sich aufgrund von Mobbing umbrachte im Umfeld von Kirchenmusik, auch wenn das bis heute vertuscht wurde. Frauen können mit Hass ganz offenbar viel schlechter umgehen als Männer, denen fällt es leichter, das zu ignorieren, da sie oft arroganter sind. Emotionale oder unsichere Frauen sind tief getroffen von Hass, und ich weiß aus meinem eigenen Leben, dass es für mich auch heftig ist, mit Attacken gut umzugehen, zum Beispiel mit Rufmord. Man braucht da viel Weisheit. Aber im Grunde gibt Markus Theisig beispielsweise selbst den entscheidenden Hinweis: Er wundert sich, dass ich mich als „Lichtgestalt“ überhaupt mit ihm abgebe. Da hat er Recht. Hier liegt der Schlüssel. Es ist zwar leichter gesagt als getan, mit Hass gut umzugehen, denn es gibt ja genug dumme Menschen, die jede Hassrede glauben –  was ich nicht kontrollieren kann oder will. Aber Gott ist immer treu gewesen. Wenn ich ihm hier nicht vertrauen kann, wann dann? Ich bemerke, dass es mich tatsächlich nicht mehr so stört, was andere reden. Früher war ich geschockt. Jetzt denke ich mir: Ah, schon wieder. Und registriere es bloß. Schöne Frauen haben sowieso Creepy-Verfolger.

Ich wurde gefragt, was ich zur politischen Lage denke. Meine Meinung ist: Ich wusste schon immer, dass Putin gefährlich ist. Aber alle haben immer nur über Trump gelästert, dabei war der wesentlich Gefährlichere und Massenmörder direkt als Nachbar nebenan. Ich habe schon oft gehofft, dass Putin besser stirbt. Aber Gott hat mich hier nicht erhört, leider, ich weiß nicht, warum. Ich bezweifle, dass bei einem Krieg Deutschland überhaupt präpariert ist. Wir haben nicht mal mehr eine Bundeswehr, und unsere Männer sind feiger und weicher als jedes Kaninchen, wenn es überhaupt noch Männer sind. Wie sollen die gegen Russen eine Chance haben? Viele deutschen „Männer“ scheinen bei Gefahr schnell davon zu hoppeln; die wenigen Männlichen, die noch da sind, haben vermutlich keine Chance gegen russische Kämpfer. Corona Covid Delta Omikron hat seinen Rest dazu beigetragen, dass kein Zusammenhalt mehr da ist und dass man sich oft mehr vor angegriffener Gesundheit, Husten und Geschmacksverlust fürchtet als vor richtig krassen Gefahren, die verdrängt wurden, finde ich, da ist man nicht vorbereitet. Deutschland ist leider in vieler Hinsicht ein verweichlichtes, schwaches Land geworden ohne Männer und voller German Angst, das Frauen und Kinder nicht schützen kann im Fall eines Krieges, das weiß Putin sicher auch, oder gar Frauen in den Krieg senden würde, was mich nicht wundern würde. Viele deutschen „Männer“ versuchen, ihr eigenes Kulturgut und Potential im Land schon lange vorher zu zerstören, Kirchen, Orgeln, Theater, Betriebe, Kunst, Künstlerinnen, mich, andere, alles, was andere Länder feiern würden. Dass man leichter Baerbock kritisiert als Putin, ist typisch. Es geht dennoch in der Geschichte ein, dass eine Frau sich gegen Putin konkret und undiplomatisch wehrt, was zig Männer vor ihr nicht geschafft haben und diplomatisch zu Kreuze gekrochen sind, was auch nichts gebracht hat. Irgendwann kann selbst der Deutsche nicht mehr weggucken, würde es aber gern. Ich hoffe dennoch, dass es noch keinen Krieg gibt. Denn gibt es „jetzt schon“ einen, wird es der vermutlich letzte dieser Erde sein (Atombomben), bevor es dann endlich vorbei ist. Gibt es Krieg, werden uns kein Bio und kein Vegan und kein Queer und keine Börse und kein Political Correctness und kein Atheismus mehr helfen. Und wer dann noch von Viren und Masken redet, während das Blut tropft, den möchte ich sehen.

Neu: I love Ukraine

https://www.youtube.com/watch?v=26QL7cx2BDU

Neu:

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24. Februar 2022

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Schönheit für mich ist, kraftvoll und ohne Angst vor anderen Kunst zu produzieren. (AHS)

Heute erinnere ich an Zhang Yin, chinesische und reiche Unternehmerin.

Es ist interessant, im Rahmen meiner Dissertation über den Gottesbegriff nachzudenken, inwieweit dieser in einer wissenschaftlichen Arbeit vorkommen darf: Es gibt den immanenten Gottesbegriff, bei dem Gott mit Schicksal, Universum, Kosmos, sogar mit Musik gleichgesetzt wird und dabei also offen und vage bleibt, etwas, dass wir innerlich als göttlich empfinden. Dieser Gottesbegriff wird noch akzeptiert, da sich jeder Mensch darunter etwas anderes vorstellen kann. Jedoch der transzendente Gottesbegriff, den, den ich meine, der ist durchaus problematisch in der Wissenschaft, denn hier gehe ich von einem real existierenden Gott aus, dem christlichen, dem Gott von Mose, dem ich als Kind begegnet bin, der zu mir gesprochen hat, als ich 9 Jahre alt war. Wenn ich euch ein Geheimnis verraten darf: BACH BERÜHREN ist der Titel, GOTT BERÜHREN ist gemeint. Das ist natürlich radikal, vor allem, wenn man die säkulare (atheistische) Szene der Geisteswissenschaften kennt. Dabei müsste die Geisteswissenschaft von Geist erfüllt sein.

Ein weiterer Begriff fasziniert mich sehr: ENTHUSIASMUS. Das Wort könnte als ein Synonym für mich stehen. Die von Gott Erfüllte. Eigentlich könnte dieses Wort das Gegenteil der nüchternen, geisteswissenschaftlichen Sprache markieren. Aber: Enthusiasmus gilt dort tatsächlich als Begriff und Phänomen. Und noch mehr: Es bedeutet ursprünglich aus dem Griechischen: enthousiasmós: freudige Erregung durch den Heiligen Geist, erfüllt mit Gott, ergriffen. Es ist ein durch und durch christlicher Begriff, auch wenn dies heute verloren gegangen ist und nur noch für Begeisterung steht. Aber selbst Begeisterung leitet sich korrekt ab von: Mit dem Heiligen Geist erfüllt sein, verzückt sein. Ich kenne das Gefühl von Verzückung. Ich weiß, dass nichts der Verzückung gleichkommt wie in Gottes Nähe zu sein. Die Dissertation BACH BERÜHREN bedeutet auch: Erfüllt werden mit Enthusiasmus und Begeisterung für Bachs Musik. Und dies wiederum übersetzt meint: Erfüllt sein mit Enthusiasmus für Gott, Gott kennenlernen, nicht nur Bach. So dass Post-Millennials und junge Menschen Gott kennenlernen, nicht nur Bach. Ich will untersuchen, wie sie auf Bach als christliche Musik reagieren. Dies ist letztendlich die Motivation für meine Studie. Und was ist hier die Herausforderung? Dies so zu schreiben, dass er, dass Gott umschrieben wird, er, der nicht genannt werden darf. Den zu formulieren und zu lesen, der nicht gelesen werden soll: Jahve. Dass er deutlich und doch verborgen ist. Dass er in einer geisteswissenschaftlichen Arbeit verherrlicht wird.

Eines darf man nicht vergessen: Sobald man etwas veröffentlicht, egal was, auch in der Wissenschaft, kann es diskutiert und auch kritisiert werden. Solange dies in einem klugen und geschätzten Kontext vonstatten geht, ist es noch ok, wobei auch hier berühmte Menschen „klug zerfetzt“ werden (können) von anderen Forscherinnen und Wissenschaftlern. Jedoch in einem Zeitalter, wo Dummheit laut heraus getrötet wird und viele Laien sich Urteile erlauben, nur um sich selbst herauszustellen, von frauenfeindlichen Motiven geprägt, ist es von großer Bedeutung, mit gehässiger, dummer Kritik gut umgehen zu lernen, wahrscheinlich von größerer Bedeutung als je zuvor in einem anderen Zeitalter.

„Wenn es Götter gäbe, wie hielte ich’s aus, kein Gott zu sein! Also gibt es keine Götter.“ (Nietzsche)

Auch kluge Leute können sehr falsch liegen. Das ist der Grund, warum viele einen echten Gott nicht wollen. Sie wollen lieber selbst Gott sein und würde es nie ertragen, dass jemand anderes Gott ist. Also gibt es keine Götter? Da hat Nietzsche allerdings Recht. Es gibt nur einen Gott. Und glaubt mir – ein Gott reicht absolut aus. Buchstäblich. Denn: es sind ohnehin 3 in 1. HOLY SPIRIT. GOD. JESUS. Wen ich zuerst liebte: Gott. Wen ich als zweites liebte: Jesus. Wen ich als drittes und dann lange am meisten liebte: Den Heiligen Geist. Und nun? Wieder Gott. Denn er ist Abba.

Foto: Dachsbach, Franken

Ich lese gerade Baruch Spinoza, hochinteressant, genauso Daniel N. Stern und Jean-Luc Nancy.

Neu: Hier erzähle ich das Märchen vom bösen Wolf:

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23. Februar 2022

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Wichtig ist, sich selbst treu zu bleiben. (Ingrid Hengster)

Heute erinnere ich auch an Sonia Delaunay-Terk, russische Malerin, die Licht, Bewegung, Schönheit und Experimente liebte und darstellte. Ingrid Hengster ist eine deutsch-österreichische Managerin. Mir fällt auf, dass viele erfolgreiche Frauen zwei Nationalitäten besitzen. Und Mascha Kaleko, Dichterin.

Heute ging es wieder weiter mit der Dissertation. Die wissenschaftliche Sprache zu lernen ist wie ein Instrument lernen. Nur, dass niemand da ist und über die Schulter guckt und beibringt. Ich lerne diese Sprache sozusagen nebenbei autodidaktisch, da die Musik einen so großen (zu großen?) Stellenwert in meinem Leben einnimmt. Ich hatte die letzten beiden Tage sehr schöne Zoom-Meetings mit Wissenschaftlern, einer davon aus einer ganz anderen Branche, die mich sehr ermutigten. Er sagte, dass gerade die Kreativen, die gut und viel schreiben können und ein interessantes Thema haben, sich mit wissenschaftlicher, nüchterner Sprache schwerer tun als andere. Das wäre normal. Ich weiß noch, was es für ein Schock war, nachdem ich meine ersten hundert Seiten geschrieben hatte und meinem Prof. sandte und er meinte, hmm, das wäre aber noch gar nichts. – Ich dachte, der spinnt. Mittlerweile weiß ich, was gemeint ist, wo ich vorsichtig sein muss und wo meine Schwächen sind. Das Schöne ist: Hat man die Sprache raus, darf man wieder kreativ und individuell sein und neue Begriffe und Worte erfinden und einführen. Wenn das Handwerk stimmt. Erst dann. Nicht umgekehrt. So ist es auch in der Musik. Phasen der Entmutigung und der Wüste durchzuhalten, ist eine sehr große Herausforderung, an der die meisten scheitern. Jedoch, es stimmt: Mit meiner Arbeit möchte ich dem Diskurs helfen, und ich empfinde meine Arbeit als notwendig, da sie außergewöhnlich ist in jeder Hinsicht. Ich hoffe, es stellt sich noch mehr Freude ein, diese Arbeit zu schreiben und dass ich dieses Jahr endlich abgeben kann, auch wenn das noch nicht ganz klar ist, denn es liegt schon noch eine Strecke vor mir. Es wird auf jeden Fall ein dicker Schinken. Und ich bin manchmal perfektionistisch.

Die Osterglocken leuchten, mein Clavichord ist beinahe fertig.

Foto oben: Münster, St. Ludgeri

Neu:

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16. Februar 2022

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Erinnerung heißt Auswählen. (Günter Grass)

Meine Webseite hat gerade ein Problem mit Plugins, daher fällt sie gerade oft aus, da das Theme Ann-Helena ein kreativ gebautes, hochkomplexes, verschachteltes Templet (Schablone, Theme) ist – irgendwie erinnert mich mein Templet an mich. Das ist etwas unheimlich. Nun, bald gibt es einen neuen Host, der sich kümmert. Eventuell wird das Theme neu gebaut werden müssen in WordPress. Die digitale Welt ist kurzlebig, vier Jahre oder gar fünf gelten als alt. WordPress hat wahnsinnig viele Updates, und mein verschachteltes Theme unglaublich viele Plugins. Es sieht so aus, als müsse das neu gemacht werden. Bald wird die Webseite wieder schnell laufen und vielleicht auch etwas anders aussehen, je nachdem. Obwohl ich das Design so liebe. Sehr liebe. Einigen von euch ist vielleicht schon aufgefallen, dass meine Webseite aufgrund der Fotos und dem vielen Inhalt in letzter Zeit immer langsamer wurde. Ich war die letzten 3 Monate bei Webwerkstatt stauss.de (Benjamin Stauß) – aber die kann ich absolut nicht empfehlen. Ich freue mich sehr, mit einem neuen Team zu sein.

Oben: Eisenbarth Orgel St. Johannes in Schlüsselfeld

Ich lese gerade von Soheila Fors, ich bekam das Buch zum Geburtstag – die vom unfassbar frauenfeindlichen Iran nach Schweden floh. Das, was ich hier in Europa oder besonders in Deutschland kritisiere – das ist alles noch verschwindend „wenig“ an Frauenfeindlichkeit im Vergleich zu dem, was iranische Frauen erleiden: Sie dürfen sich nicht scheiden lassen, sonst verlieren sie ihre Kinder. Männer herrschen. Brüder über die Schwestern. Die Frauen sind Sklavinnen und müssen Gewalt und Vergewaltigung fürchten. Das Schlimmste aber ist: Es wird im Grunde vermittelt: Frauen sind ohne Männer nichts wert. Sie müssen einen Mann haben. Was Unsinn ist. Und: Frauen halten auch hier nicht zusammen, sondern quälen sich noch gegenseitig.

Heute erinnere ich an Margherita Hack, Physikerin, Laxmi Agarwal, indische Aktivistin, die Frauen ermutigt, aufzubegehren, Ninon de Lenclos, die besondere französische Salons einrichtete, geboren 1620! Sie war eigenwillig.

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Neu: Rheinberger

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Neu: Marienkapelle Eisenbarth Orgel

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14. Februar 2022

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Glauben ist Vertrauen. Nicht blindes, sondern sehendes Vertrauen. Nicht passives, sonders kühnes Vertrauen. (AHS)

Ich lese Martin Bubers „Stationen des Glaubens“.

Oben: Strebel Orgel 1905 Oberhöchstädt

Mein Geburtstag ❤️ und Valentinstag

Wir besuchten bei strahlender Sonne die beiden Wolfgang Eisenbarth (Passau) Orgeln in kath. Schlüsselfeld bei Bamberg: Wundervolle Orgel in St. Johannes mit 2 Manualen und 29 Registern, romantisch disponiert, in Schlüsselfeld in Oberfranken/Mittelfranken bei Nürnberg, im Landkreis Bamberg im Herzen Frankens, eine wunderschöne weiße Kirche mit Turm und einem barock gezierten Südportal, mit Wappen von Schlüsselfeld und Schlussstein im Chor. Rote Bänke, reich verzierter, rot-goldener, barocker Hochaltar aus der Würzburger Universitätskirche von 1701 von Kilian Stauffer, Hochaltargemälde mit Erzengel Gabriel und Maria. Putto mit Schiff und Weihrauchfass schmücken die Empore, Rokoko-Tabernakel, wunderschöne Chorfenster, spätgotische Figurengruppen. Schwarze Tasten mit weißen Obertasten, gerades Pedal.

Sehr schön auch die Eisenbarth in St. Marien: Barocker Kirchenbau in Schlüsselfeld, Landkreis Bamberg, von 1724. 1945 und 1972 Erneuerung bzw. Generalsanierung. 1484 war sie die Vierzehn-Nothelfer-Kapelle mit Bildern der Vierzehn Nothelfer, die 1625 saniert wurden. Sie diente als Wallfahrtskirche. Die barock disponierte, neue zweimanualige Orgel mit 13 Registern, türkis-silber-gold mit Putto, Engeln und Schnörkeln im historischen, barocken Gehäuse von 1707 von Johannes Hoffmann oben unter der Decke. Lampen wie Vorhangsknödel, barocker Hochaltar, keine Kronleuchter, Beichtstühle mit roten Vorhängen.

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Neu: Orgel-Information

11. Februar 2022

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Zu klettern ist reine Arbeit. Das einzige Vergnügen dabei ist, dorthin zu gehen, wo kein Mann je war und wohin einem nur wenige folgen können. (Annie Smith Peck)

Heute erinnere ich auch an Lina Bögli, Weltreisende aus der Schweiz. Sie schreibt, um andere Frauen zu ermutigen, die Welt zu erobern. Ich finde es auch schön, die Welt zu erobern.

Neu: Meine erste Speith Schwalbennest: Rapunzel-Orgel

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Das Dorf Hoetmar hat 2291 Einwohner, liegt im Münsterland in Nordrhein-Westfalen und ist ein Ortsteil der Stadt Warendorf, zu Freckenhorst gehörend.

Ich habe das Buch „Pandemien“, Philipp Kohlhoefer, geschenkt bekommen. Schade, dass Kohlhoefer sich schon auf Seite 15 abwertend über Frauen und Andersdenkende äußert. Da kommt seine Grundhaltung leider gleich ans Licht: ironisch und arrogant. Ein Händchen für Kommunikation – hm. Eher nicht. Er schwärmt von Drosten, wie nachdenklich und erschöpft dieser sei und auf seinem Balkon oder sonst wo stehen würde, und der wiederum schrieb dann ein Vorwort zu diesen Schwärmereien. Beide schwärmen sich also gegenseitig etwas vor. Das Buch ist dick, aber leer. Die Probleme vieler Menschen durch die Pandemie kommen nicht zur Sprache. Das Buch ist reißerisch aufgemacht und soll Geld bringen. Ist Kohlhoefer nicht genug von der Bundesregierung gefördert worden, für seine … unabhängige Berichterstattung und für die gewünschte Meinung?

Oben: Überwasserkirche

Warum Überwasser? Wenn du in Münster vom Dom zur Frauenstraße gehst, kommst du über die „Aa“, das ist westfälisch und heißt Wasser, du gehst sozusagen „Über Wasser“… Und so heißt dann dieser Stadtteil, die schöne Kirche ist Maria geweiht: Liebfrauen.

Schöne Zuckerguss-Fledermaus-Orgel im Dom – ich gebe Orgeln insgeheim Spitznamen:

Neu: Orgel-Information:

Klais Orgel Dom zu Münster

Der GEMA Männer-Aufsichtsrat Ralf Weigand, Jörg Evers, Harald Heker, Matthias Hornschuh, Micki Meuser, Jochen Schmidt-Hambrock – nur eine Frau dabei, Charlotte Seither, wie auch in den Talkshows immer nur eine Frau „erlaubt“ ist, siehe Kebekus‘ Buch, machen es Frauen besonders schwer, ordentliches Mitglied der GEMA zu werden. Ich halte die bisherigen Aufsichtsräte der GEMA für männerfreundlich, was oft automatisch leider frauenfeindlich ist, was sich an der GEMA-Struktur bis heute zeigt.

Übrigens, wichtig, wenn ihr Zollgebühren für berufliche Dinge wiederhaben wollt: Ihr braucht die ATC- oder ZP-Nummer.

Neu: Überwasser

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8. Februar 2022

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In Resonanzbeziehungen erreicht oder berührt man, erfährt aber gleichzeitig auch sich selbst als erreicht oder berührt. (Sarah Schrott)

Heute waren wir im Münsterland, Münster und Umgebung. Westfalen ist sehr schön. Münster ist eine wunderschöne Stadt. Mimigardevord. Das alte Wort für Münster. Ich muss unbedingt wiederkommen. Sehr lecker ist die Schokolade bei Aux Chocolats in der Königsstraße. Ein Pralinenladen. Ich habe eine Marzipanstange bekommen, weil ich Marzipan sehr mag. Marzipan wird sonst aber nicht so gemocht, meinte die Verkäuferin. Daher ist Marzipan etwas ausgesondert worden in die hintere Ecke des schönen Ladens. Das Picasso-Museums war montags leider geschlossen. Es ist ein schönes, altes Gebäude. Vor dem Museum ist der Kopf von Picasso auf die Steine gemalt. Dies erkennt man aber erst, wenn man mit einem Helikopter über die Stadt fliegt. Von daher: Eine lustige Idee. Krämeramtshaus der Kaufmannsgilde. Neue und alte Bibliothek. Goethe an St. Lamberti Marktkirche. Immunitätsmauer. Gudrun Sjöden. Stadtweinhaus Rathaus. Prinzipalmarkt. Münster ist voll schöner Kirchen und besonderer Gebäude mit Schaugiebeln, Renaissance und holländischer Stil gemischt, mit kunstvollen Fahnen. Ich bin zwar schon oft durchgefahren, habe hier auch schon mal gespielt vor langer Zeit, aber bin noch nie richtig eingeführt worden in die Stadt von einem Experten. Heute war der Tag mit Gunter Tönne, ich hatte eine private Stadtführung. Es gibt übrigens auch Krimiführungen (Wilsberg und Tatort Münster). Das berühmte Antiquariat Solder in der Frauenstraße mit den wunderschönen Büchern haben wir auch besucht. Leider war es geschlossen. (Wilsberg habe ich noch nie gesehen. Das kannte ich gar nicht. Erst heute nach meinem Münster-Trip habe ich Wilsberg zum ersten Mal auf YouTube gesehen. Ein putziger Typ. Privatdetektiv. Kein Wunder, dass er gemocht wird. Allerdings ist es oft leicht sexistisch: Frauen sind fast grundsätzlich gegeneinander, nie befreundet und zickig und komisch.)

Die Sprache des Münsterlandes ist auch schön: Drubbel heißt die Gegend der Innenstadt in Münster mit den vielen Häusern, die eng aneinander stehen (also gedrubbelt). Es gibt den sogenannte Kiepenkerl, dann sind Händler, die früher Tuchwaren verkauft haben. Der Kiepenkerl gehört zum Wahrzeichen der Stadt. Dann gibt es ein Wirtshaus namens Töddenhoeg (das e von hoeg ist wie ein h anzusehen, also „Töddenhohg“, wie in Soest, also auf keinen Fall Söst oder so, sondern Sohst). Tödden sind Händler wie Kiepenkerle (falls dies der Plural ist). Was hoeg bedeutet, steht in den Sternen. Töttchen kann man im Töddenhoeg essen. Das ist so etwas wie ein Ragout. Früher wurde es aus Fleischresten hergestellt. Ohne Flax. („Ohne Flax“ ist übrigens wahrscheinlich auch münsterianisch oder münsterländisch). Münster ist größer als Würzburg. Es gibt dort den Mittellandkanal statt den Main, einen Hafen für Waren und Fähren und das kleine Flüsschen Aa – da ist scheinbar die Kreativität in der Namensgebung etwas versickert. Es kann aber auch sein, dass Aa münsterianisch für „kleiner Fluss“ ist.

In der Innenstadt sind wir ein paar Mal vom Bus überfahren worden. Wir hatten das Glück, einen wunderschönen sonnigen Tag erwischt zu haben. Alles war in ein leuchtendes Licht getaucht, warm und glitzernd. Münster ist eine schwer katholische Stadt. Die evangelische Kirche wird zwar am Leben gelassen, ist aber Diaspora in, im Vergleich zum Dom etc., eher etwas schäbig wirkenden kleinen Randgebäuden… Ich übertreibe manchmal gern etwas… 🙂

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