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Tourblog

Leonard Bernstein Young People’s Concerts 

Ich bin begeistert, wie Leonard Bernstein die Young People’s Concerts 1958 durchgeführt hat. Was ist sein Geheimnis? Er will die Furcht und Scheu vor Klassik nehmen. Das gelingt ihm mit seinem Charme. Er erreicht Kinder, Eltern, Akademiker. Er gibt ihnen das Gefühl, Experten zu werden. Ich habe  nun viele DVD-Boxen von ihm. 

Er ist sehr relaxed, freundlich, unkompliziert, amerikanisch, hat die Hände in den Hosentaschen, wirkt jung und sehr selbstbewusst. Manchmal macht er sogar auf schüchtern. Er bringt Witze, aber nicht ausgedachte, eher aus dem Bauch heraus, wobei er selbst nie lacht, und macht sich auch über sich selbst lustig. Das wirkt sehr lässig. Er scheint sogar das Orchester zu amüsieren. Er WILL die Kids und Leute begeistern. Das ist sein Ziel. Er tut dies tänzerisch und clever. Er singt, jazzt, imitiert, erklärt, spielt Cembalo, Flügel, dirigiert, komponiert, vermittelt, lehrt, entertaint und spielt, und ist immer am Unterhalten.

Das er alles so easy beherrscht, nicht fixiert ist auf eine Sache, macht ihn interessant. Von wegen: “Konzentriere dich auf eines!”

Er erklärt in wenigen Sekunden Kadenz, Concerto, Moll, Harfe, Fuge. Man will nichts verpassen. Es ist einfach sehr “sexy”, wie er komplizierte Dinge einfach macht. 

Alle tanzen nach seiner Pfeife, dabei wirkt er wie ein großer Junge. Was mir gefällt ist, dass er wirklich simpel und mit Herzblut schwierige Themen Kindern und Jugendlichen erklärt, sogar, dass Erwachsene etwas davon haben, die das erste Mal davon hören. “Aha, stimmt, so schwer ist das alles ja gar nicht.”

Und das bei so schwierigen Themen wie “Orchestrierung” oder “Sinn von Musik” und “Was ist klassische Musik”?

Das phantastische Orchester ist wie sein Spielzeug. Es geht ihm dabei nicht unbedingt um seine Interpretation oder Werbung für sich, sondern er erklärt ausführlich und mit Struktur – wobei er stets völlig frei und authentisch redet. Es wirkt fast ohne Konzept, etwas zerstreut, als würde er frei improvisieren, aber nein, alles hat Struktur und Konzept. Er geht dabei so energetisch vor, dass es nie Langweile gibt. Dabei lässt er das Orchester immer gut dastehen.

Er hustet, räuspert sich, redet schnell, als würde er Verwandten oder Nachbarn etwas erklären, stellt Noten vor, Instrumente, Komponisten, fast in rasender Fahrt. Man sitzt in einem Roller-Coaster. Dabei aber hat er eine sehr energische, begeisterte, klare, autoritär-freundliche, leicht ironische, leicht eitle Stimme, die aber wirklich etwas vermitteln möchte. Er vermittelt Begeisterung.

Und er ist sich nicht zu schade, “Babytalk” zu reden oder etwas spontan vorzuspielen. Es wirkt spontan. Besonders wichtig ist es ihm, nie zu langweilen. Er lobt klassische Musik ununterbrochen und kann damit ja nur Liebe zur Klassik vermitteln. Sein Ziel ist/war, Perfektion und Schönheit in Musik zu erwarten, zu erkennen, zu hören und zu lieben – auf eine ganz unkomplizierte Art und Weise.  

Es braucht dringend Musikvermittler*innen in Deutschland. 

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26. November 2019

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Clavichord und Cembalo

Ich bin begeistert von dem Instrument Clavichord. Es ist natürlich anfangs nicht leicht, wunderschönen Klang zu erzeugen: Spielt man zu stark, verstimmt es sich schnell und blubbert über, ist man zu unsicher, kommt kein Klang zustande, und es wispert brüchig und steif vor sich hin. Natürlich muss man erst einmal schauen, welche Stücke passen und welche erst mal nicht. Schwer ist Bachs Kunst der Fuge, aber etwas leichter das WTK. Schön ist Buxtehude (Suites) und Choräle. Selbst ein Mozart kann sehr schön klingen. Wichtig ist, legato und portato spielen zu können, um einen süffigen Sound zu erzeugen. Ich verstehe, dass Bach dieses Instrument geliebt hat und möchte sehr gern ein eigenes haben, das im Schlafzimmer steht. Es ist das perfekte Übeinstrument. Und natürlich ein Cembalo, ein zweimanualiges edles. Ich finde Steigleder, Buxtehude, Bach, Muffat und Couperin wunderschön darauf, und ich finde die Artikulation dort besonders hilfreich für Musikverständnis.

Früher bin ich am Flügel viel von der Dynamik ausgegangen. Nun kommen andere wichtige Parameter zum größeren Vorschein, das Training erfordert. Genau wie bei Liturgischem Orgelspiel bin ich eine neue Schreinerin, die mit Hobel arbeitet, bis ich Schränke und Tische herstellen und verzieren kann.

Wenn ich es mit Künstlern zu tun habe, sehe ich ihnen nicht Mann oder Frau, sondern künstlerische Menschen. Natürlich ist es für mich als Frau in der Welt anders als für einen Mann; ich gebe zu, dass ich denke, dass es als Mann leichter ist und wäre; meine Perspektive ist eine weibliche; tauschen will ich nicht unbedingt. Eines kann ich sagen: Ohne die Unterstützung und Förderung von Männern wäre ich nicht da, wo ich bin. Es ist gibt sehr wunderbare Männer!

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Die norddeutschen Orgeln

Ich freue mich, sowohl die norddeutschen als auch die süddeutschen Orgeln sehr gut kennenzulernen. Muffat kann man durchaus auf Ahrend-Orgeln spielen, vor allem auf den mitteltönig gestimmten. Man muss den Klang herstellen – schauen, ob dies überhaupt geht.

Das Besondere an den norddeutschen Orgeln ist, dass man sowohl auf dem Rückpositiv als auch auf dem Hauptwerk, auf allen Werken sowohl mit Solostimmen brillieren als auch klar und zart begleiten kann, die Orgeln sind so aufgebaut, dass immer alles gezeichnet klingt. Wichtig ist hier, dass man keine Achtfüße (oder gleiche Füße) gleichzeitig ziehen sollte, ausgenommen in der Registrierung mit Zungen (für den runden Klang) oder in Ausnahmefällen (Gedackte gleichzeitig für Schwebung).

Vogelerkundungen VI

Der Kampf mit den Tauben war recht intensiv. Ich musste sogar Orangen nach ihnen werfen. Das Vogelfutter steht nun ganz dicht an der innersten Balkontür, um es vor den dicken Tauben zu schützen. Das bedeutet, die Kohlmeisen müssen mit sehr viel Mut kommen. Aber sie kommen. Sie flattern leicht hysterisch in der Luft am Anfang, aber sie kommen. Leider scheinen mir die Tauben deutlich aufmerksamer und “klüger” zu sein als die kleinen Kohlmeisen.

Neuer Track aus der Bach-CD (von Naxos, YouTube und hänssler Classic provided):

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Orgelbewegung und Orgelbau

Ob modernen Orgelbau oder historische Orgeln, ich freue mich, daß nicht alle Orgeln gleich sind. Die (Orgel-) Welt ist bunt. Orgelbau sollte insgesamt nicht zu technisch sein in meinen Augen, nicht so viele Kabel-Kunststoffe allgemein, manche Künstler wollen diese weder anschauen, fühlen, riechen noch damit arbeiten, da Kunststoffe Teil einer nach vergleichsweise wenigen Jahren abgängigen Apparatur sind, siehe Computer oder Auto. Der historische Orgelbau bietet in dieser Hinsicht Schönes.

Ich lese viel über die Orgelbewegung. Einen solchen (heftigen) Diskurs (bis heute) gibt es in der Klavierwelt nicht. Eine Orgel muss also immer “bachfähig” sein … ? Daher die Verstümmelung etlicher historischer Orgeln. Eine Schande! Interessant und Hauptkritikpunkt sind für mich die Verlogenheit bzw. Ahnungslosigkeit, mit der die Maßnahmen und Behauptungen begründet und wertvolle Orgelwerke zum Abschuß freigegeben wurden – stets in Begleitung eloquenter Lobhudelei auf alte Instrumente. Diese Zerstörung hat besonders die wunderschönen Walcker-Orgeln getroffen, wenn sie nicht schon durch den Krieg zerstört wurden. Unfassbar, wie Deutschland blind für seine eigenen Künstler war/ist! Walcker war keine Fabrikorgel! Ich liebe romantische Orgeln. Warum sollten diese nicht bachfähig sein? Es ist, als würde man Bach nicht auf einem Flügel erlauben. Ich liebe auch Barockorgeln und neue barocke Orgeln, die in der Barockzeit wurzeln, in der es keine Schwellwerke gab, allenfalls in Spanien. Ich liebe Orgeln mit und ohne Schweller; ich bin in keinem Fahrwasser verhaftet und eingesperrt.

Schöne Einzelstimmen und ein edel glänzendes Plenum sind mir wichtig.

Bei der Registrierung muss man ohnehin auf den Klang, nicht nur auf den Namen des Registerzuges achten: Zum Beispiel kann ein Doppelkegel-Regal etwas sein, das man dann eben “Vox Humana” anstatt “Basson” nennt (was unpraktisch wäre, wenn man noch ein weiteres Register gleichen Namens in der Orgel hätte). In der Herbst-Orgel in Lahm/Itzgrund gibt es ein solches Register, bei dem die Doppelkegel bis zu 1 m lange konische Schäfte haben. Die V. H. findet man in dieser Form in der Schnitger-Orgel zu Hamburg/St. Jacobi. Interessant ist, dass sowohl Mixturenchöre als auch Zungen spitzig sein können.

Das “Nashorn” in Dornum ist übrigens ein Nazard. Die Orgel in der Lutherkirche Leer hat in jedem Werk eine Mixtur 4-fach. Im Brustwerk ist diese allerdings in separat zu registrierende Reihen zerlegt, wie man das auch in alten italienischen Orgeln findet (dort “Ripieno” genannt).

Die 5-Loch-Humana ist Ahrends Spezial-Erfindung. Die anderen Zungen in der Lutherkirche Leer (im Hinterwerk) sind das Fagott 16’ (eine Art Dulzian) und der Basson 8′. Letzteres ist in dieser Form eine Eigenentwicklung Jürgen Ahrends, inspiriert von verschiedenen historischen Zungen, die nicht aus der Silbermann-Schule kommen, trotz des französischen Namens. (Gottfried Silbermann (Silbermanns Zunge Chalumeau), der später sich später in Freiberg/Sachsen (woher auch seine Familie stammte) niederließ, ging bei seinem älteren Bruder Andreas in Straßbourg in die Lehre und lernte dort den französischen Orgelbau kennen.)

Joseph Gabler aus Ochsenhausen (heutiges Baden-Württemberg) stand ebenfalls nicht Pate für Ahrends Zungen. (Gabler wurde durch zwei prächtige Orgeln bekannt, Weingarten und Ochsenhausen. Dabei gibt es eine Anekdote über eine besondere Vox Humana und die Gabler Hautbois aus seiner Hand.) Zum Einen gibt es ja – wenn man so will – “spitzig”, also scharf klingende Pfeifen (sowohl labiale als auch linguale), zum anderen kann “spitz” ja die Form des Pfeifenkörpers beschreiben. Das finden wir sowohl bei Labialen (Flöten: Spitzflöte, Spillflöte, Spitzgedackt, Gemshorn, Hohlflöte, Waldflöte; Streicher: Gambe) als auch bei Lingualen (barockes Krummhorn, Vox Humana, Barpfeife, also sog. “Doppelkegelregale”). Der Phantasie ist ja da ohnehin keine Grenze gesetzt. Auch umgekehrt spitz, d. h. trichter-/dolkanförmig, können sowohl Labiale (Schweizerpfeife, Gambe, seltener: Oktave 4’) als auch Linguale (Trompete, Posaune, Trichterregal) sein. Um einen besseren Überblick zu erhalten, und nachdem Weihnachten vor der Tür steht, darf ich das Buch von Roland Eberlein (Orgelregister) warm empfehlen. Registernamen sind nämlich nicht patentiert, so daß man viele Register an unterschiedlichen Orten und zu verschiedenen Epochen mit verschiedenen Namen findet; nach Shakespeare, “What’s in a name?”.

“Spitzig” kann also den Klang meinen, während andere “spitzig” für “konisch” verwenden. Ich sage lieber konisch für Formen und spitzig für Klang.

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Video Konzert-Lesung Roman Frei wie die Vögel in Leer, Ostfriesland

Filmteam ago-Dokumentation Oettel Hamburg zu meinem Roman Frei wie die Vögel, SCM-Verlag

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Die Orgelwelt und Karriere

Was für mich doch erstaunlich ist: Es gibt Leute, von denen kenne ich nicht einmal den Nachnamen, die aber scheinen über mich Tagebuch zu führen, die wissen mehr von mir als ich von mir selbst, wie es scheint. Die entscheidenden Dinge aber wissen sie nicht.

In der Klavierwelt wurde man erzogen, starke Individualisten zu sein. Aber in der Orgelwelt ist es problematisch, wenn du ein starker Individualist bist. Die Gruppe und die Interessen der Gruppe müssen über den eigenen stehen. Wobei es vor allem um die geht, die die Gruppe als Territorium wahrnehmen oder “beherrschen”. Neuland. Die Konzerttätigkeit haben meine Individualität noch verstärkt. Wichtig ist in meinen Augen, dass man beides ist: Ein eigenständiger, unabhängiger Künstler durch und durch und dennoch jemand, der sich hervorragend in einer Gruppe bewegt. Dies scheinen nicht viele zu können.

In der Orgelwelt gibt es viele Männer, die vertikal kommunizieren, auch nonverbal. Es ist ein Revierverhalten. Als wäre man nur dann eine “Führungsperson”, wenn man einen Chor leitet oder in irgendeiner Art und Weise eine Machtposition hat. In meinen Augen sieht die Welt der Führung ganz anders aus. Ich kommuniziere gern horizontal, ich möchte nicht auftreten, dass man mir sofort die Führungsperson ansieht, ich möchte gern weich und weiblich bleiben. Dennoch ist meine Reichweite international und groß. Frauen müssen sich also in der vertikal kommunizierenden und männerdominierten Orgelwelt wie verhalten? Stumm bleiben und im Hintergrund? Nein. Vertikal kommunizieren? Nein. Ich suche den Weg. Was mir sehr hilft, sind folgende Bücher, die ich sehr empfehlen kann: Modler: Das Arroganzprinzip (der Männer). Und Corvey: Die 7 Strategien der Effektivität.

Steinway und Bach
https://www.youtube.com/watch?v=ZdY0zdDRMyg

Man schließt die Augen der Toten behutsam; nicht minder behutsam muss man die Augen der Lebenden öffnen. (Jean Cocteau)

Vogelerkundungen IV

Diese Tauben! Die haben nun auch von meinem Vogelfutter Wind bekommen. Ich habe sie verjagt, nach ihnen geworfen, sie kamen mehrmals wieder und starrten meine süßen Kohlmeisen neidisch an. Diese wissen genau, dass die Tauben unerwünscht sind. Johann und seine Familie warnen mich, wenn die Tauben kommen, aber die flüchten erst, wenn es zu spät ist. Ich weiß nun, dass es eine Familie ist: Johann Kohlmeise, seine Frau und die zwei Kinder. Sie spazieren zufrieden auf dem Boden meines Balkons in der Sesamstrasse umher.

Ach, ich liebe Hamburg ❤️

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Vogelerkundungen III

Mittlerweile sind die Kohlmeisen sehr zutraulich. Besonders Johann. An Regentagen verbringt er den ganzen Nachmittag auf meinem Balkon. Und zwei seiner Kohlmeisen-Kumpane sind ängstlicher, die kommen und gehen. Seine Schwestern? Sie nehmen die Sonnenblumenkerne mit. Aber Johann pickt sie bei mir auf. Dann zwitschert er. Wenn er wegfliegt, macht er einen fröhlichen Bommel in die Luft. Wenn ich auf den Balkon gehe, zwitschern sie schüchtern aus der Ferne (Nachbarbalkon). Sie haben auch meinen kleinen Zierdetopf zerschmettert, weil sie neugierig und verspielt sind.

Sie nehmen meinen Balkon fröhlich ein, vor allem morgens. Und sie hören mir beim Üben zu. Vom Flügel aus beobachten ich sie beim Futtern und Spielen. Mein Balkon ist mein Vogelhaus geworden. Eine Riesen-Voliere wie bei den vier Lübecker Märtyrern (mein Roman Frei wie die Vögel). Ein Wintergarten für Vögel. 

Mein Wunsch ist, dass sie futtern und spielen, auch wenn ich auf dem Balkon bin. Neulich sind sie fast mit mir kollidiert. Da waren sie noch etwas ängstlich. Dabei haben sie mich schon länger beobachtet. Sie wissen, glaube ich, wer ich bin und dass ich es gut mit ihnen meine. Und dass ich die Tauben vertreibe. 

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Orgelkonzert Kunst der Fuge, Heiligenstadt, Oberfranken

Es war schön, gestern die Kunst der Fuge in Heiligenstadt zu spielen, an der schönen, roten Orgel mit Gold in St. Michael/St. Veit. Es war ein besinnliches Konzert mit Andacht. Im Gottesdienst habe ich heute dort auch morgen gespielt. Ich liebe es hier, denn alles ist voll Herbst, die Menschen sind sehr lieb auf dem Land, ich habe hier schon das dritte Mal gespielt und viele Fans und Freunde gewonnen, wir gehen reiten und mit dem Esel Fridolin und Leo, dem Golden Retriever, spazieren, der schon alt geworden ist, ich füttere und pflege die Tiere, wir kochen und essen. Die Gegend ist so unschuldig, zart und weit, selbst die Glocke wird noch selbst geläutet, allerdings schon um sechs Uhr, und ich werde von Fridos Iah geweckt. Wenn ich Klavier übe, deckt mich Leo mit der Gardine zu. Er bringt mir auch ständig meine Stiefel.

Vogelerkundungen II

Es kommt mir manchmal vor, als würde es schneien, weil die Vögelchen auf meinem Balkon immer so hoch und runter fallen. Der Mutigste, Dickste und der am Stück 15 Minuten bleibt heißt Johann. Eine Kohlmeise. Er pickt herum und macht dabei einen runden Rücken.

Stadttauben mag ich übrigens nicht sonderlich.

16. November 2019

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Vogelerkundungen I

Es ist doch erstaunlich: Die kleinen Vögelchen haben erst lange gebraucht, zum Futter hinzukommen, das ich auf dem Balkon in verschiedenen Ecken gestreut habe. Dann kamen sie. Ich habe mir gemerkt, wo sie am liebsten sind und wo genau sie nach Futter suchen. Dort habe ich das Futter ausgelegt. Ihr Lieblingsplatz ist die “Schaukeletage”. Dann habe ich eine Weile kein Futter hingelegt; sie sind so lange gekommen, bis ich wieder Futter hingelegt habe. Wenn ich nur wenig hinlege, bleiben sie kurz. Wenn ich viel hinlege, bleiben sie lange. Und es werden immer mehr. Sie sagen es sich weiter. Sie spielen auch, wollen nicht nur futtern. Sie kündigen sich mit Zwitschern an. Ich höre immer, wenn sie kommen. Und im nächsten Winter kommen sie wieder. Und im nächsten sicher auch. Sie machen beim Futtern Lärm und sind sehr verspielt. Sie haben keine Angst vor mir. Manche sind mutiger als andere. Sie mögen lieber ausgelegte Kerne als die Netz-Futter-Stäbchen.

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