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Tourblog

25. Dezember 2020

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Jefraud. Jemand. (AHS)

Nun habe ich ein Jahr gut durchgehalten mit meinem täglichen Blog. Es hat Spaß gemacht.

Der Weihnachtsbaum leuchtet in der Kirche zu meinem Spiel. Draußen Regen.

Heute habe ich einen sehr schönen Segensspruch bekommen. Dankbar für alle Geschenke.

Abends habe ich noch spät im Keller an einer alten, elektronischen Orgel geübt. Was man nicht alles tut, wenn man noch üben will und muss.

Was ich sehr mag, ist, in diesen Flow zu kommen, wenn eine noch nicht fertige Passage immer sichtbarer wird, wenn sich die Wolken lichten, wenn die Musik anfängt, zu schimmern.

Dass in dieser seltsamen Zeit Gottesdienste ausfallen, ist traurig. Auf der anderen Seite: Viele Kirchen haben ungläubige oder heidnische Kirchenmusiker. Ein Studium der Kirchenmusik bedeutet leider nicht Erkenntnis und Rettung, im Gegenteil. Viele Leute kommen meiner Meinung nach schlimmer raus, als sie reingegangen sind, aufgrund der Affären und Lästereien.

Sehr empfehlen kann ich Ken Follet Code to Zero auf Englisch. Ich lese täglich einen neuen Roman von Ken, da ich seinen Stil analysiere.

Es duftet her von Gottes Kraft,

da er nie hat vergessen,

wie schwach wir sind und ohne Macht

und ohne ihn vermessen. (AHS)

Gesegnete Weihnachten!

Meine Promotionsarbeit ist, da ja gerade wegen Corona keine Konzerte möglich sind, ein ganzes Stück gut voran gekommen. Es ist ein Studie, wie man Interesse für Bachs Musik an Jugendlichen messen bzw. wecken kann, eine Evaluationsstudie, Mixed -Methods, Transferdesign. Unter Mixed-Methods wird die Kombination von qualitativen und quantitativen Methoden verstanden. Es ist eine vielfältige, komplexe Methodenkombination, in der qualitative Daten quantifiziert werden.

Es war alles in allem eine schöne Erfahrung, junge Menschen mit Bachs Musik zu konfrontieren. Ob wirklich eines Tages der Tag kommt, an dem ich es abgebe? Den Verlag habe ich schon.

Ich höre dabei die Bauern-Kantate auf Platte, liebe Nikolaus Harnoncourt. Walcha – ich bin nicht wirklich Fan, sein Spiel ist in meinen Augen recht starr und stoisch. Aber es vielleicht eine Gemüts- und momentane Geschmacksache.

Ich mag sehr Grieg, Elgar und Respighi. Das slowakische Kammerorchester spielt wundervoll. Nach wie vor liebe ich die Texte von Matthias Claudius. Und dann am Ende meiner persönlichen Platten-Pandemie höre ich Jaques Loussier und Clara Haskil. Natürlich nicht zusammen. Und natürlich bin ich auch gern am Flügel.

Empfehlen kann ich die Calm-App, zufällig entdeckt. Ist wirklich süß gemacht. Ich mache hier jeden Tag eine Meditation.

Wichtig ist, nie zu vergessen, dass es unmöglich ist, es allen recht zu machen. Ich interpretiere, wie es mir gefällt, und nicht, um es allen Hobbyorganisten oder “Konkurrenten” auf dieser Welt recht zu machen.

Ich freue mich auf das grüne, hübsche Spinett, das mich noch dieses Jahr erfreuen wird. Neue Noten sind bei mir im Shop.

Und gesegnete Weihnachten! Happy Christmas!

Es gibt keine Kunst ohne Virtuosität. Sie kann sich verschieden äußern, aber da muss sie sein, wenn überhaupt von Kunst gesprochen werden soll. (Theodor Fontane)

Wieviel Kunst gibt es an der Orgel? Ich merke, manche Zuhörer sind recht scharf auf Manualwechsel auch bei Bach. Ich finde das oft eine billige Lösung. Man sollte auch die Passagen so deutlich erkennen können. Und ja, ich liebe virtuose Tempi. Es spielen ja genug langsam. Warum ich auch? Natürlich werde ich Bachs berühmte Toccata in verschiedenen Versionen interpretieren.

Denn ich finde es beinahe Stümperei, wenn man nur eine einzige Version von Interpretation eines Werkes anbieten kann. Jedes Stück hat so viele Gesichter. Was ich an der Ladegast Orgel Schwerin mag, ist, dass es selbst tatsächlich Kraft kostet, eine Taste auch nur gedrückt zu halten.

Ich freue mich, dass ich 2022 im Orgelkalender vom benno-Verlag bin, der viele Jahre bisher nur Männerzitate und Männerorganisten brachte.

Anbei mein Artist Page Hänssler Classic: Haenssler Classic Ann-Helena

Früher war ich nicht begeistert von Theodor Fontane, ich fand seine Worte zu nüchtern und kühl. Aber ich habe meine Meinung geändert. Ich mag nun seine Texte. Mit vielem hat er Recht.

Wenn ich mich in meinem Blog zu Dingen kritisch äußere, dann nicht, weil ich jammern, klagen, kritisieren, an den Pranger stellen, mich beschweren will, sondern um eine Stimme gegen Unrecht zu sein. Denn wenn ich nichts sage, wer wird etwas sagen? Genau. Niemand. So ist es meine Pflicht und Verantwortung. Viele Frauen schweigen, und viele Männer setzen sich nicht für Frauen ein, weil sie Vorteile davon haben, es nicht zu tun.

Was mir auffällt: Fast jede Lyrik und Märchensammlung und Prosa haben irgendwann das Thema, dass Ehefrauen von Ehemännern körperlich misshandelt werden: Es scheint anhand der Literatur ein “normaler” Tatbestand zu sein, sogar in Kinderliteratur und bei Loriot. Laut Kati Winter und Weißer Ring leidet mindestens jeden dritten Tag eine Frau durch ihren Ehemann an häuslicher Gewalt. Das dies “akzeptiert” wird, erschütternderweise auch von Frauen, ist selbst 2020 unsere Welt!

Auch alle großen Nachfolge-Stellen in der Kirchenmusik in Deutschland wurden 2020 erneut nur und ausschließlich durch Männer besetzt. Fast alle Kirchenmusikabteilungen in Deutschland sind nur mit Männerdozenten bestückt. Viele Stellen in der deutschen Kirchenmusik in Kirche und Hochschule wurden bis heute noch nie von Frauen besetzt, und es erscheint geradezu unmöglich, trotz Gesetze gegen Diskriminierung, dass Frauen hier jemals eine Chance haben auf eine Orgel-Professur oder eine Kantoren- oder Orgelstelle: Thomaskirche Leipzig, Nikolaikirche Leipzig, Musikhochschule Stuttgart, Musikhochschule Frankfurt am Main, Kirchenmusikhochschule Heidelberg… Man muss hier gegen Mauern kämpfen? Männer und ihre Lobby machen die Gesetze und Regeln, wen sie wollen und wer “gut genug” ist. Und alle schauen zu. Unter und seit Ludger Lohmann ist das Stuttgarter Team schon zu lange nur aus Männern bestückt, eine lange Reihe Männerjury, oft aus seinen männlichen Schülern bestehend. Ich empfinde, dass die deutsche Orgelwelt, die auch Carpenter kritisiert, ein frauenfeindlicher Männer-Verein ist, der sich gegenseitig die Stellen und Tauschkonzerte zuschustert. Ich erinnere mich, dass ich bei Lohmann in Merseburg Ad nos registrierte. Lohmann erkannte mich lange nicht, weil ich so jung aussah.

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Ich liebe diese typischen Brahms-Triolen. (AHS)

Ich mag sehr Agatha Christie, immer noch, ich verschlinge und sammle sie. Gern möchte ich auch ein Theaterstück schreiben. Aber nun:

The famous One: Die wunderschöne berühmte Bach Toccata und Fuge d-Moll BWV 565: Ich konnte nicht widerstehen. Die Orgel klingt wie dunkle Schokolade, sie ist schuld. Sie hat mich verhext.

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Geld ist keine Männersache. (AHS)

In diesem schönen Hörbuch spreche ich auf Englisch: “The Happiest People on Earth”: Hörbuch Englisch und Deutsch Ann-Helena Schlüter

Die Leute sagen, ich hätte eine schöne Sprechstimme. Ich sollte Hörbücher sprechen.

Heute war ein sehr schöner Tag. Ich habe an der hübschen kleinen Schuke-Orgel in Rothenburg ob der Tauber / Detwang einige Stunden gespielt. Schuke Berlin mit norddeutschem Touch mitten im Frankenland. Der Gottesdienst war ebenfalls sehr schön. Ich genieße jede Orgel und empfinde nach wie vor jede Orgel als Unikat als etwas Schönes, große, kleine, dicke, dünne. Bei jeder Orgel erkenne ich etwas Neues, erfahre ich etwas Neues. Wundervoll ist auch der Riemenschneider-Altar. Überhaupt ist die Kirche ein Schmuckstück, die ganze Umgebung.

Sehr empfehlen kann ich das Badeöl Melissebad von Spitzner. Es duftet herrlich. Auch Kneipp mag ich sehr. Ich mag es, im Advent jeden Tag neue duftende Pflegeprodukte zu verwenden. In einer Duftwolke steigt man ins Bett. Auch wenn dies ein seltsamer, regnerischer, stiller Advent ist. Tetesept mag ich nicht.

Heute habe ich eine wundervolle Platte bekommen: Walcha in Alkmaar. Genau da werde ich auch aufnehmen, so Gott will. Wann?

Ist man eine öffentliche Person, traut sich die öffentliche Person oft nicht, sich zu Dingen zu äußern, denn was man auch sagt, man könnte sich für einen Teil der Fans, Follower und Kunden unbeliebt machen, man kann immer einen Teil verlieren oder vor den Kopf stoßen. Aber wozu ist man öffentlich? Hat nicht erst dann das Gewicht, was man sagt?

Ist man keine öffentliche Person, interessiert sich keiner für das, was man sagt, man kann unbehelligt alles sagen, was man will. Es hat wenig Gewicht.

Das heißt, erst dann, wenn man eine öffentliche Person ist, hören Leute zu, kann man Dinge verändern. Wenn man dann nichts sagt, nur weil man beliebt sein oder bleiben will, und sich aus allem raushält und der Masse zustimmt, dann hat man die Position der Öffentlichkeit verspielt und geopfert aus egoistischen Gründen und wird sinnlos, unfruchtbar und stirbt innen ab. Solche abgestumpften, feigen Öffentlichkeiten begegne ich. Man spürt ihr schlechtes Gewissen. Sie wenden das Gesicht, den Blick ab. Wenn es heißt, “Person xy war bei jedem beliebt”, ist diese oft genau so eine Person ohne Meinung und Rückgrat. Waren die Großen bei jedem beliebt?

Alle haben sich früher wohl gewünscht, dann, wenn sie endlich groß und bekannt sind, aufzustehen, was zu ändern. Aber dass es dann Anfeindung und Stress kostet, und wieviel, das erlebt man eben erst dann, wenn man oben ist, dann, wenn man etwas ändern kann. Und genau dann stecken viele den Kopf in den Sand, weil sie ja nicht angegriffen werden wollen. Ich habe mir fest vorgenommen, die Position meiner Öffentlichkeit niemals zu opfern, um nur aus Beliebtheitsgründen konform mit der Masse zu gehen, sondern mich einzusetzen für das, wohinter ich mit meinem Herzen stehe, auch wenn ich mich bei gewissen Leuten unbeliebt mache. Allen meinen Vorbildern ging es nicht anders.

In vielen Kalendern, ob Orgeln, Philosophie oder anderes, ist die Dominanz der Männer vorherrschend. Frauen wurden in der Forschung über Jahrtausende ignoriert. Leider werden Frauen auch heute ganz gern bewusst ignoriert. Wenn Männer Frauen nicht ignorieren können, greifen sie zu anderen Waffen. Ignoranz aber ist immer die erste Waffe gegen Frauen. Viele Frauen lassen sich noch immer davon verunsichern. Liebe Frauen, lasst euch nicht mehr verunsichern und ignorieren. Erkennt doch die Strategie vieler Männer. Es ist immer die gleiche.

Nun, ignorieren geht bei mir nicht. Daher sind ungut-dominante Männer irritiert von mir und suchen nach neuen Methoden wie Mobbing: “Sie ist gar nicht so gut. Weisst du schon das Neueste? Sie ist…” Frauen müssen immer noch oft männliche Deckung haben, damit andere Männer sich nicht zu frech und aggressiv an sie heranwagen.

Das Leben ist Rotlichtmilieu, besonders in Akademiker- und Kirchen-Kreisen. Männer wagen sich bei weitem nicht so respektlos an andere Männer heran wie an (aus ihrer Sicht) “ungeschützte” Frauen. Das unterstreicht die Feigheit vieler Männer und deren Straßen-Strategie, Frauen auszubremsen. Akademische Zuhälter-Methoden, Frauen berufliche Wege zu versperren. Der Grund für die Aggression ist, dass Männer bei Kritik von Frauen ganz besonders empfindlich sind, viel empfindlicher, als wenn Männer kritisieren. Vor allem bei wahrer Kritik. Aber es gibt auch ganz ganz ganz tolle Männer. Danke!

Natürlich behaupten  einige, wenn ich “ein hässlicher dicker Mann wäre”, hätte ich es gewiss nicht leichter. Aber das bezweifle ich. Ich wäre manchmal lieber ein hässlicher Mann, wenn mir das Affentheater zu viel wird. Man hat es als hässlicher Mann auf jeden Fall leichter. Wie viele hässliche Männer sind an der Spitze irgendwo? Es wimmelt doch in unserem von diesen.

20. Dezember 2020

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Tradition ist eine Laterne. Die Dummen halten sich dran ist, den Klugen leuchtet sie den Weg. (Shaw)

Gesegneter vierter Advent! Danke für die liebe Weihnachtspost und Besuche.

Ich bin noch immer kein Fan von Transkriptionen von Orchesterwerken oder Klavierwerken auf die Orgel. Es ist meist eine Verschlechterung. Es mag zwar eine nette Übung sein oder ein seltsamer Versuch, die Orgel populär zu machen, aber es ist immer eine Verschlechterung, nie eine Verbesserung und nie ebenbürtig. Manche sind nett, aber konzertant wird die Orgel nur durch Originalwerke und ganz neue, virtuos gespielt. Es gibt selten gespielte originale Werke (z.B. von MacMillan, Moral, Franz Schmidt…) und neue Werke. Transkriptionen ersetzen in keiner Weise neue Werke an der Orgel. Aber Chopin?

Am liebsten mag ich, wenn Spieltraktur und Reglerwerk mechanisch sind und der Tremulant regulierbar. Aber ich schätze auch alle anderen Orgeln.

Hoffe, ich werde nun ordentliches Mitglied der GEMA. Zuerst ist man angeschlossenes, also normales Mitglied, dann außerordentliches, das bin ich schon lange, dann ordentliches. Eigentlich sollte ich vom finanziellen Aufkommen schon seit 2017 ordentliches Mitglied sein (es geht bei der GEMA hauptsächlich oder ausschließlich um Geld). Die Führungsriege der GEMA ist fast nur durch Männer besetzt; es ist schlimmer als bei den Oscars in den USA, bei denen so gut wie nie weibliche Regisseure nominiert werden. Ich verstehe, dass Frauen nicht alles können, genauso wenig wie Männer, aber künstlerische Frauen aufzuhalten oder zu bremsen, empfinde ich als großes Unrecht. Es sind prozentual erschreckend wenig Komponistinnen, besonders in der E-Musik (Klassik im Sinne zeitgenössischer, neuer Musik), ordentliche Mitglieder der GEMA. In der GEMA wählen und entscheiden kaum Frauen. Als Dienstleisterinnen in allen Formen von Sekretariat bis Assistenz sind Frauen in der GEMA, aber kaum im Vorstand oder im Gremium oder dort, wo gewählt, gemacht und entschieden wird. In der Zeitung virtuos der GEMA wird zwar seit kurzem zum Schein nach außen viele Frauen mit ihrer künstlerischen Arbeit präsentiert, aber die innere, hintere Struktur ist die gleiche geblieben: Die Statuten und Regularien, wann jemand Mitglied wird (mit was für einem finanziellen Aufkommen im Jahr) oder wann etwas E-Musik ist oder nicht und alle weiteren Regeln haben Männer ausgedacht und entschieden. Bildet dies nicht unsere Welt im Allgemeinen ab? Sind nicht alle Gesetze von Männern gemacht und entschieden, was für Frauen bis heute oft große Nachteile hat? Werden nicht deswegen so geringe Strafen für typische Männerverbrechen wie Vergewaltigung, Raserei, Erwürgen, (häusliche) Gewalt vergeben?

Auch bei der Einstufung von Werken in E-Musik in München ist das komplette Gremium ein purer Männer-Verein. Männer wählen gern Männer. Es geht dabei, wie gesagt, nur um Geld. Einstufungen = Geld. Ich habe den Eindruck, dass Frauen hier mehr kämpfen müssen, entsprechend eingestuft zu werden. Männliche Kollegen müssen meist gar nicht kämpfen.

Ich bin auch hier mittendrin in einer Männerwelt. Meine Werke wurden in E eingestuft. Ich musste aber einen männlichen Begleiter (Komponisten) mit nach München nehmen, um überhaupt verstanden zu werden. Ohne diesen wäre das Ganze sicher eskaliert. Dieser war wundervoll ruhig und gelassen. Ich erinnere mich, dass er geholfen hat, Vorurteile gegen Komponistinnen abzubauen. Es hieß nämlich recht lang, meine Stücken seien erstens zu schön, um E-Musik zu sein, und zweitens zu improvisatorisch. Drittens kam ich anfangs mit der entsprechenden Software nicht zurecht. Und dann diese viele Bögen, die man auszufüllen hat. Ich war anschließend völlig erschöpft. Es ist seltsam, wie unterschiedlich die Kommunikation zwischen Frau und Mann ist. Aber allein gegen 10 Männer, das ist nicht ohne. Mittlerweile ist es besser geworden. Sie erkennen mich mehr an. Aber es erscheint mir viel mehr Kampf, als Männer es je haben. Und das in meiner Zeit: 2020! Die Regeln sind ganz eindeutig antiweiblich in meinen Augen.

Gut, es macht die Sache nicht leichter, dass ich manchmal emotional und nicht immer sehr diplomatisch bin. Ich hätte schon vor zwei Jahren ordentliches Mitglied sein sollen. Mein finanzielles Aufkommen war längst groß genug. Es ist wohl recht auffällig bei der GEMA, wenn eine Frau mit ihren eigenen Stücken aufsteigt und gut verdient, so dass einige meiner Konzerte von der GEMA kontrolliert wurden. Da sitzen dann heimlich und unerkannt (von der GEMA schlecht bezahlte) Laien und addieren Minuten: Menschen, die den Unterschied zwischen meinen Werken und denen von Messiaen oder Brahms nicht erkennen. Warum addieren die Minuten? Bei der GEMA ist Zeit Geld: Je länger das Werk, desto mehr Geld ist ein Werk wert. Eigentlich eine sehr fragwürdige Einstellung.

Der E-Musik-Topf der GEMA unterstützt bis heute hauptsächlich Männer. Der Prozentsatz der Frauen, die daraus gefördert werden, ist gering im Vergleich. Ich wurde und werde aus dem Topf gefördert und prompt kontrolliert. Die GEMA ist ihre eigene Polizei. Ich spüre den Widerwillen des Apparates GEMA, Komponistinnen der E-Musik zu fördern. Ich bin gespannt, wie es in der Zukunft wird. Schön finde ich, wenn Männer auch dazu verstehen und dazu verstehen wollen. Manchen geht dann nach einer Weile ein Licht auf, wie das Rätsel Frauen und Künstlerinnen zu verstehen ist.

19. Dezember 2020

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Die anderen sind beleidigt und gesellen sich dem feindlichen Lager zu. Krieg ist Krieg. (Kishon)

Heute sind meine verlegten Noten meines ersten Orchesterwerkes angekommen. Es heißt SEEHÖHLE. Ich freue mich. 2021 sind meine neuen Werke für Verlage geplant.

An Weihnachten kommt ein besonderes Video. Etwas Berühmtes. Bachs d-Moll-Toccata.

Es ist schön, im Stillen und Ruhigen zu üben. Ich weiß, manche denken, es würde mir wohl alles ganz leicht fallen. Aber nein, Erfolg bedeutet Arbeit, ein Stück weit: Von nichts kommt nichts. Es ist also sehr viel Fleiß. Mein Talent gibt mir Lust und Drive dazu. Es ist vor allem so, dass bei mir das Kontinuierliche das absolut Entscheidende ist. Manchmal leide ich unter meinem Perfektionismus und genieße dann ganz plötzlich wieder den klaren Eindruck, dass Kunst an sich, so griffig und roh sie ist, auch unfertig, die anziehendste Kunst ist. Ich liebe unfertige Kunst. In ihr steckt noch alles Potential, alle Phantasie, und sie ist erlöst und losgelöst von Perfektionismus, Härte, Ehrgeiz und Überkandideltem. Sogar losgelöst von zu viel Erwachsensein.

Mir gefallen die Krimis von Raymond Chandler. Ich möchte wirklich gern einen Krimi schreiben. Empfehlen kann ich auch die lustige Geschichte Hummeldumm. Es ist natürlich völlig unrealistisch, aber witzig. Wobei ich den seltsamen Humor von Patricia Highsmith mehr mag.

Unser Nachbar verkauft spanischen Wein. Ich habe mitten am Tag eine Weinprobe bekommen. Danach übte es sich nur noch sehr schwierig, aber ich blieb emsig dran. Egal, was ist.

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Mozart

18. Dezember 2020

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You’ve got the words to change a nation. (Emeli Sandé)

Ich freue mich, dass mein Künstlerprofil meiner neuen Orgel-Debut-CD bei audite Musikproduktion online ist.

Viel Spaß beim Lesen der Infos zu meiner neuen Orgel-CD: audite Künstlerprofil Ann-Helena Schlüter mit Blog, Fotos und Vita. Sehr schöne Webseite. Ich bin stolz darauf, audite-Künstlerin zu sein.

Anbei mein Link zu meinem ersten veröffentlichten Orchesterwerk SEEHÖHLE im Intermezzo-Verlag Berlin: Orchesterwerke Ann-Helena Schlüter

Liebe ist … wenn man Orgel spielt. Ich liebe die Orgel, auch wenn das deutsche Surrounding der Orgel mit einigen stalkenden Männer-Hobbyorganisten nicht immer das Niveauvollste ist. Ich bin dankbar über meinen relaxten, niveauvollen Top-Professor, bei dem ich so viel lerne, nicht nur über Musik. Was kümmert es die Eiche, wenn sich Schweine an ihr reiben? Es geht um die Kunst, da darf man nicht abgelenkt werden.

Was ich an Brahms liebe, ist, dass er eine Top-Fuge mit Augmentation, Diminution, drei Engführungen, Durchführung, Coda geschrieben hat, klassisch-polyphon, ein Werk der Ratio, und dennoch in einem warmen, dunklen Ausdruck, Klang und Stil ein klagendes, zärtliches Liebeslied an Clara.

Eine Liebesliedfuge mit vielen Manualwechseln. Diese besondere Verbindung ist einfach wundervoll. Bach ist dies ja schon lange vor Brahms gelungen. Dennoch ist dieses polyphonste Werk Brahms sehr berührend. Virtuos im Ausdruck. Ein Werk der Spannung und Konzentration.

Generell liebe ich Solostimmen mit Zunge wie Krummhorn oder Trompete, aber auch Sesquialtera als Solostimme. An scharfen Orgeln muss ich mich noch immer an die (“schrille”) Lautstärke gewöhnen, besonders an hellen und neobarocken Orgeln.

Spielt man hier organo pleno, dann sind Mixtur, Posaune 16 und Trompete 8 meist wichtig im Pedal, und dementsprechend ist das Manualiter. Dieser kräftig-fröhlich-laute Klang ist manchmal etwas erschreckend für mich, wenn gewisse Wärme im Instrument fehlt.

Was ich an Bach liebe, dass seine Interpretationen eines Chorals so unglaublich unterschiedlich sind, mal lyrisch, mal monumental, in allen Farben und Gemütszuständen. Und dann noch Mendelssohns vierter Satz der vierten Sonate – liebe Zeit, jede Woche zoomt sich wortwörtlich ein neues Werk in mein Bewusstsein. Und ja, es gibt noch so viel, worauf ich scharf bin, vor allem Reger.

Ich habe die Kanzlei Rochus Schmitz aus Münster angezeigt, weil dieser eine private email von mir ohne mein Einverständnis im Jürgen-Strupat-Forum kopierte, zitierte und veröffentliche und an Dritte weiterleitete und zu Spott aufgerufen hat, da ihn Datenschutz und die Vertraulichkeit des Wortes offenbar nicht interessiert, noch dazu in einem Forum, dessen Impressum bewusst eine falsche Adresse angibt (Jürgen Strupat ist nirgends registriert, wie mir die Polizei mitteilte) und deren Mitglieder mich beinahe täglich belästigen. Rochus Schmitz ist seit 2013 aktiv dabei! Dieser Rochus Schmitz belästigt mich auch mit emails und droht, mich im Netz zu kontrollieren. Die Strupat-Community scheint tief beeindruckt von mir. Angezeigt habe ich ebenfalls Benjamin Frensel, Jan Wilke und Christoph Bornheimer. Es ist schon erstaunlich, dass es solch einen Pulk von Männern gibt, die hinter meinem Rücken über mich und meinen Blog herziehen und mich falsch verdächtigen bzw. Unwahrheiten über mich verbreiten.

Was kümmert es die Eiche, wenn sich die Sau an ihr reibt? (nach Franz Josef Strauß) Was kümmert es den Mond, wenn die Hunde ihn ankläffen? Aber das muss ich erst lernen, mich nicht darum zu kümmern.

17. Dezember 2020

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Wo du nicht bist, Frau Organist, da schweigen alle Flöten. (AHS)

Danke für eure Bestellungen im Shop, ihr könnt gern für Weihnachten bei mir shoppen.

Ich freue mich auf meine Konzerte im Mai in München und Berlin und bei Andreas in Schongau und jetzt erst mal auf Bad Wimpfen.

Wegen dem erneuten Lockdown habe ich gestern die Weihnachtsatmosphäre in Frankfurt am Main eilig genossen, auch wenn alles sehr irreal erschien. So also kann man eine Gesellschaft innerhalb kürzester Zeit völlig verändern, fast ganz ohne Gewalt.

Es ist zudem interessant, wie sich Klangfarben im Kopf abspeichern und entwickeln. Besonders eine Plenums-Registrierung verändert sich in der Vorstellung. Es ist wichtig, zu entscheiden, ob man zur Mixtur eine 2 oder eine Quinte zieht oder eben nicht, ob man verdoppelt (Wind) oder nicht. Man muss den eigenen Weg finden; selbstbewusst. Nach dem Wissen der Regeln geht es ganz und gar um das eigene Entscheiden, um den eigenen Geschmack. Der entwickelt sich immer weiter. Entwickelt er sich nicht, ist das Künstlerische verloren. Geht man nie ein Risiko farblich ein oder hört nicht mehr, ist die Kunst vorbei. Hat man eine Orgel, die sehr direkt, vielleicht eher schrill oder scharf ist und wenig Hall im Raum, muss man das Ohr darauf trainiert haben und sofort wichtige Entscheidungen treffen. Momentan ist es bei mir so, dass das Wissen, Lernen und Wollen in einer Vision zusammentreffen, ich lerne wissbegierig. Habe ich eine Frage beantwortet bekommen, tun sich fünf neue Fragen auf. Ich erinnere mich, dass manche deutsche Orgellehrer davon überfordert und verängstigt waren. Vielleicht, weil sie sich selbst solche Fragen nie gestellt haben und sie auch nicht beantwortet konnten. Sie identifizierten sich nicht mit meinen Fragen. Wie kann man sich selbst solch wichtigen Fragen nie gestellt haben? Wie kann man diese nicht sofort beantworten und glücklich sein, dass jemand oder jefraud anderes sie nun ebenfalls stellt?

Ich liebe Registrierung. Es ist für mich Kunst.

Früher habe ich immer geglaubt, es gäbe keine unmusikalische Menschen. Aber das stimmt nicht. Es sind die unmusikalisch, die das Talent eines anderen Menschen nicht respektieren und erkennen, die sogar verhindern wollen. Ihr Neid und ihr schlechter Charakter ist ihnen wichtiger als Musik. Wenn jemand Musik an zweite Stelle setzt und seine Schlechtigkeit an erste, dann ist ein solcher Mensch unmusikalisch. Das sind die einzig unmusikalischen Menschen.

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Tu si hic sis, aliter sentias.

Übersetzung: An meiner Stelle würdest du anders denken.

Heute spielte ich an der schönen, dreimanualigen Ahrend-Orgel von Hendrik in Frankfurt, in der Cantate Domino-Kirche am weihnachtlich geschmückten Nordwestzentrum. Die Akustik ist samtentrocken, Konzertsaalakustik vom Feinsten, kräftige Zungen, schöner Prestant 8 im HW, Wände und Decke für die Akustik hergerichtet, Elfenbein, Rückpositiv, kein Abstützen vorn für die Füße. Erstaunlich schön für Mendelssohn. Und für Trio-Sonaten-Aufteilung wie BWV 652.

Sehr empfehlen kann ich Otto Scherzer (1821), dessen süffige Orgelmusik vergleichsweise unbekannt ist.

Ich bin nach wie vor ein Fan von analoger Musik und analogem Wort, Buch und CD, und höre täglich gern CDs und Platten.

Auch wenn es mit Musik nichts zu tun hat: Viele Frauen sind daran gewöhnt, fast alles mitzumachen und sich nicht zu wehren. Ein weiteres Beispiel: Unzählige Frauen nehmen jahrzehntelang die ungesunde, brustkrebsverursachende Pille, um Männern zu gefallen. Dabei sind Männer (die immer gern schwängern können, während die Frau jeweils nur einmal schwanger wird) das Geschlecht, das die Pille nehmen sollte.

Aber wir leben noch immer in einer Männergesellschaft, die Frauen in vieler Hinsicht bis heute ausnutzt und benutzt. Eine Gesellschaft, die viel mehr an Männerhormonen interessiert ist als an weiblichen. Nach dem Motto: “Das ist die beste Frau, von der man am wenigsten spricht.”