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Ann-Helena Schlüter

16. April 2010

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Tourblog

Seit über einem Jahr schreibe ich meinen Blog.

Heute abend Konzert in Martin Luther-Kirche Würzburg, gestern erst aus Frankfurt zurückgekommen von der schwedischen Kirche dort, stelle meine neuen CDs PianoLyrik und Jeden Augenblick vor.

Viele Verlage rätseln um meinen Roman, ich hoffe sehr, dass er genommen wird, sie finden meinen Schreibstil außergewöhnlich und dass ich durch und durch Künstlerin sei. Ich finde, meine Geschichte Die Rotgerüstete ist auch besonders. Eberhard Münch wird vielleicht dazu malen, seine Farben und Motive sind wunderschön.

13. April 2010

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Kreuzfahrt

Es ist wirklich kalt in Deutschland. Vermisse die Arion und die warmen Kontinente und Menschen. Mein früheres Musikgymnasium MGGW hat mich zu einer prominenten Schülerin gekürt.

Wieder daheim. Ich habe das Gefühl, alles unter mir, unter meinen Füßen schwankt, als wäre ich noch auf dem Schiff. Viele Stempel in meinem Reisepass. Es ist kalt und regnerisch in Deutschland, aber dennoch freue ich mich jedes Mal auf Deutschland. Das ist so, wenn ich von Reisen nach hause komme. Unser Traumschiff ist meist 9 Knoten gefahren, ca. 16 Stundenkilometer. In der letzten Nacht sind wir etwas in eine unruhige See gekommen, Sturm würde ich es nicht nennen, aber ich fiel fast aus dem Bett, eben April über dem Mittelmeer. Seekrank war ich in 10 Tagen nicht einmal. Aber die Hälfte der 300 Menschen hatten Pflaster unter dem Ohr und Tabletten eingenommen und lagen dennoch im Bad auf dem Boden. Jeden Tag hatten wir Mitarbeitertreffen, ich habe den Chor begleitet, einmal den Gebetskreis geleitet, Karstens Konzert begleitet (Sänger), zweimal Ausflugs-Bus-Leitung (einmal in Petra, einmal Korinth, wobei Korinth wirklich easy war), Andacht und Singen, dann meine eigenen Konzerte, Gottesdienste. Und es waren sehr viele lange Ausflüge.

Cairo war sehr intensiv mit den Pyramiden und dem berühmten ägyptischen Museum, aber Petra war wirklich noch toller. Es war sehr heiß, und ich lief mit dem weißen Regenschirm (Erkennungsmerkmal) durch die Wüste, um alle Schäfchen einzutreiben, danach war ich komplett kaputt. Dennoch bekam ich am Schluss das kleine Geschenk eines Kamelritts unten im Tal. Ich muss sagen, ich mag Kamele, sie haben eine so geduldige, starke, treue Art, eine Gelassenheit. Als sich das Kamel mit mir erhob, dachte ich, ich falle kopfüber über das Gesicht des Kamels hinunter. Der Kamelguide fand es lustig mit mir und spornte uns zu einem Galopp an!

Skarabäus, Nofretete, Tutanchamun, Bastet, Hatschepsut und Memnon habe ich als schwarze Alabasterfiguren gekauft, einmal für mich und einmal für meine kleine Nichte Emilia. Auf dem Schiff habe ich mehrere Anträge bekommen, der älteste war 75. Das Höchstangebot bei den Arabern für mich waren bisher 900 Kamele. Ich fand es lustig und später bedrohlich, dass die Ägypter pausenlos hinter mir her waren. Das ging schon bei den Beamten am Flughafen los. Höhepunkte der Reise waren auf jeden Fall die Wüsten: Sinai, Sahara, Arabische Wüste, das Vier-Länder-Eck Saudi Arabien, Israel, Jordanien und Ägypten, das Schwanken zwischen Asien und Afrika, Petra, die Pyramiden und die beiden Kanäle: Suez Kanal und der Kanal von Korinth. Und die Meere natürlich, Golf von Aqaba, Rotes Meer, Golf von Suez, Mittelmeer, Adria.

05. April 2010

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Schiff Arion Suez-Kanal und Luxor

Bin nun schon fast eine Woche auf dem Meer unterwegs. Stehen mit dem Kreuzfahrtschiff nun kurz vor dem Suez Kanal. Morgen früh legen wir wieder ab, um 5 Uhr früh, um durch den Kanal zu fahren, links Afrika, rechts Asien, politisch alles äygptisch. Windstärke 6-7, heute erster kompletter Seetag, durch den Wind nur 22 Grad, das Meerwasser 23 Grad, aber ich bin schon etwas sonnenverbrannt. Mückenstiche habe ich außerdem, aber im Gegensatz zu vielen bin ich nicht seekrank geworden.

Luxor (eigentlich Theben) war mit dem Tal der Könige mit den Gräbern von Ramses und Tutanchamun und den berühmten Zeichnungen und Hiroglyphen an den Felswänden, dem Luxor Tempel, dem Karnak Tempel und dem Tempel der Haschepsut eine sehr intensive Zeit. Es war sehr heiß, und eigentlich habe ich von dem wirklichen Theben nur über die Pferdekutsche, die auch ins Innerste der Stadt fuhr, etwas mitbekommen. Ich habe Schwierigkeiten mit solchen Fahrten, reich zu sein und die Armen anzustarren, die hinter uns herrennen, die Kinder, die nicht zur Schule gehen, sondern Alabastereier für einen Dollar verkaufen, ich kann das eigentlich nicht. Ich habe versucht, mit den Kindern und einigen Ägyptern zu reden. Aber es ist so schwer.

Was mich auch sehr bewegt hat, waren die völlig dünnen Esel und Pferde, die für uns Touristen vor Kutschen gespannt und stundenlang durch die Hitze getrieben werden. Ich sah das eine Pferd weinen, es war so müde, und ich konnte die Seele des Pferdes durch seine Augen sehen. Mich hat es zerrissen. 30. März 2010 Der März geht zu ende. Morgen fliege ich nach Kairo, dann nach Luxor. Frühmorgens geht es los. Wir treffen uns alle in Frankfurt am Airport, Freitag nacht fährt dann das Traumschiff weiter.

CD Jeden Augenblick

Konzerte der Schwedische Gesellschaft München und Würzburg

Gestern wieder etwas Lustiges passiert: es kam eine russische, fremde Frau auf mich zu und sagte, ich würde Deutschland und Schweden vertreten, und meine Mischung sei eine gute Gaben-Mischung. Da wurde mir bewusst, dass ich auch Würzburg vertrete. Es macht mir Freude, den ausländischen Musikerinnen Restaurants zu zeigen und ihnen zu helfen.

11. März 2010

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Tiepolo

Jazz-Session im Tiepolo, war wieder mal einzige Instrumentalistin; anschliessend spielte ich auf dem kleinen Flügel nach einem Glas Wein Bach Duette, während das Weinglas auf dem Flügeldach erzitterte. Die Jazzer waren erstaunt, wie zeitlos Bach ist. Rhythmus bricht zusammen mit Kreativität aus mir heraus und wirft unsichtbare Farben in die Luft.

Warum spielen Jazzer auf ramponierten Flügeln?

Pianolyrik opus 2 Berlin

Meisterkurse

In zwei Wochen beginnen die Meisterkurse Klavier, 81 Pianisten aus 24 Ländern. Manchmal schweife ich beim Üben noch ab wie früher, träume, denke nach, merke nicht mehr, dass ich gleichzeitig Klavier spiele.

Ich habe das Gefühl, ich schlafe, träume, verarbeite, meine Hände fliegen über die Tasten, ich merke es nicht. Ich bemühe mich dann bewusst, konzentriert zu registrieren, dass ich gerade arbeite. Wie kann man im Schlaf arbeiten?

Ich gehe im Schlaf und Üben im Kopf meinen gespeicherten Terminkalender ab, denn die Konzerte sind alle in meinem Kopf gespeichert wie alle Tausenden Noten, und sobald ich Musik spiele oder höre, werden meine Termine wieder aktiviert. Vorgestern übte ich auf dem Flügel in Lippstadt. Es ist schön, in hellen, großen, heiligen Räumen zu üben.

04. März 2010

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E- und U- Musik

Es kostete mich viele Stunden Arbeit, meine Lieder mit komplettem Ablaufplan für den Bassisten aufzuschreiben. Ich höre das ‘Playback’ meiner Lieder sehr gern an. Es ist etwas völlig anderes als klassische Musik. Ich sehne mich manchmal richtig nach Rockmusik. Und dabei übe ich 7 Stunden Bach. Das wird allmählich überhaupt kein Problem mehr für mich. Ich liebe Musik. Warum muss ich sie so eingrenzen und abgrenzen? Als dürfte man nicht beides machen, E und U? Wenn diese Begriffe überhaupt helfen…

Manchmal bin ich wie weggetreten bei der Arbeit: Flow.

Manila

Freue mich an den Vorbereitungen für Manila im Juni. Bin immer noch erschöpft vom Aufnehmen. Es ist anstrengend, in kleinen Schritten vorwärts zu gehen, aber es geht nicht anders, man muss durch die Stille und durch die Realität durch.

Die Atmosphäre des JMS ist schon etwas besonderes. Der Flügel war gestern so verstärkt, dass ich dachte, bei Chopin sprengt es mich und die 900 Leute weg, aber sehr viele Leute mögen es offensichtlich laut. Ich hatte die Monitoren direkt neben mir rechts und links, ich musste mich anstrengen, sie wegzuhören.

Gelobt werden, so geht es vielen Künstlerinnen, ist eine zweischneidige Sache.